17.07.2022 Die Tugendwächter in Deutschland

Der Kirmes-Party-Song „Layla war nicht zu verhindern“ in Düsseldorf

von: GFDK - Reden ist Silber

Die Tugendwächter in Deutschland glauben kraft ihrer vermeintlich moralischen Überlegenheit vorschreiben zu können, wie wir zu reden, zu schreiben, zu denken, zu singen und zu fühlen haben, wie man nun auch an einem Party-Song erleben kann.  Anscheinend wollen die sozialfürsorgerischen Gouvernanten Herr der Hirne sein. 

Es geht dem Staat auch absolut nichts an, zu welchen hirnverbrannten Gassenhauern Menschen bei Bumsfallera-Festen mit dem Hintern wackeln, bis der Sangria-Eimer umkippt, schreibt Matthias Heine auf "Welt-Online". 

So war zunächst in Würzburg und dann auch in Düsseldorf, München und Münster ein Festzeltverbot für den Song "Layla" ausgesprochen worden, was wiederum für Protest und Kopfschütteln gesorgt hatte. 

Zwei Wirte des Münchner Oktoberfests haben erklärt, den Party-Schlager „Layla“ im Herbst in ihren Festzelten nicht spielen zu wollen. Das sagten die Wirtesprecher Christian Schottenhamel (Festhalle „Schottenhamel“) und Peter Inselkammer („Armbrustschützenzelt“) gegenüber der „BILD“-Zeitung.

„Layla war nicht zu verhindern“

Der Veranstalter der Düsseldorfer Kirmes hatte das Abspielen des umstrittenen Ballermann-Hits „Layla“ im eigenen Zelt untersagt. Ein DJ spielte es am ersten Abend der Kirmes  trotzdem, lud danach selbst ein Video davon im Internet hoch und kommentierte es mit den Worten: „Layla war nicht zu verhindern.“

Das "Layla"-Verbot auf der Düsseldorfer Kirmes wurde zum Schuss in den Ofen. Auf den Internet-Videos war am Freitagabend zu sehen, wie die Menge - darunter zahlreiche Schützen - auf der Freifläche am Festzelt zu dem Lied tanzte und laut mitsang.

Platz eins der Single-Charts

Der Song von DJ Robin & Schürze ist auf Platz 1 der Single-Charts und handelt von einer "Puffmama" namens Layla. Im Text heißt es unter anderem: "Ich hab' 'nen Puff und meine Puffmama heißt Layla. Sie ist schöner, jünger, geiler (...) Die schöne Layla, die geile Layla. Das Luder Layla, unsre Layla (...)."

Nun ist diese Entwicklung, gegen die Kunstfreiheit in Deutschland ja nichts neues, wie ein kleiner Rückblick zeigt

Im Zeichen der hysterischen #MeToo-Debatte, wo man hinter jedem Baum sexuelle Übergriffe und Missbrauch vermutet, ist auch die künstlerische Freiheit in Gefahr. Dabei wird weit über das Ziel hinausgeschossen, in Berlin wurde ein angeblich sexistisches Gedicht übermalt, und man fragt sich wo die Zensur beginnt.

Der freien Kunst droht von allen Seiten Gefahr

„Es ist ein Zeichen der Verblödung von Studenten,“ meinte dazu der CDU Politiker Michael Braun. Es zeigt absurde Züge einer vermeintlichen Sexismus-Kritik“, empörte sich auch der FDP-Kulturexperte Florian Kluckert.

Akt-Bilder wurden aus Ausstellungen entfernt und jüngst, man kann es kaum glauben, hat ein Museum in Manchester das Gemälde „Hylas and the Nymphs“ (1896) von John William Waterhouse abgehängt, weil es angeblich sexistisch ist.

Damit ist ein erstes Gemälde Opfer der gegenwärtigen Sexismus-Debatte geworden. Die Begründung der Kuratorin Clare Gannaway ist abenteuerlich oder einfach nur dumm: „Das Gemälde stellt den weiblichen Körper als passive, dekorative Form dar," meinte sie.

Gefahr für die Kunst droht aber auch von anderer Seite. In der Volkshochschule Hellersdorf in Berlin wurden unlängst Akt-Bilder der Künstlerin Susanne Schüffel abgehängt, weil diese nach Aussage der Schulleitung die Gefühle von Muslimen verletzen würden. Leider ist das kein Einzelfall mehr, schon vor drei Jahren wurden erotische Fotos von Wolfgang Hiob im Rathaus Köpenick abgehängt.

Skandal im Sperrbezirk von der Spider Murphy Gang von1981 wäre heute von den Tugendwächern auch wohl untersagt worden.

Text zum Mitsingen für alle
In München steht ein Hofbräuhaus
Doch Freudenhäuser müssen raus
Damit in dieser schönen Stadt
Das Laster keine Chance hat
Doch jeder ist gut informiert
Weil Rosi täglich inseriert
Und wenn dich deine Frau nicht liebt
Wie gut, dass es die Rosi gibt
Und draußen vor der großen Stadt
Steh'n die Nutten sich die Füße platt
Skandal (Skandal)
Im Sperrbezirk
Skandal (Skandal)
Im Sperrbezirk
Skandal
Skandal um Rosi
Ja, Rosi hat ein Telefon
Auch ich hab ihre Nummer schon
Unter zwo und dreißig, sechzehn, acht
Herrscht Konjunktur die ganze Nacht
Und draußen im Hotel L'Amour
Langweilen sich die Damen nur
Weil jeder, den die Sehnsucht quält
Ganz einfach Rosis Nummer wählt
Und draußen vor der großen Stadt
Steh'n die Nutten sich die Füße platt
Skandal (Skandal)
Im Sperrbezirk
Skandal (Skandal)
Im Sperrbezirk
Skandal
Skandal um Rosi
Ja, Rosi hat ein Telefon
Auch ich hab ihre Nummer schon
Unter zwo und dreißig, sechzehn, acht
Herrscht Konjunktur die ganze Nacht
Und draußen im Hotel L'Amour
Langweilen sich die Damen nur
Weil jeder, den die Sehnsucht quält
Ganz einfach Rosis Nummer wählt
Und draußen vor der großen Stadt
Steh'n die Nutten sich die Füße platt
Skandal (Skandal)
Im Sperrbezirk
Skandal (Skandal)
Im Sperrbezirk
Skandal
Skandal um Rosi
Skandal
(Moral) Skandal
(Moral) Skandal
(Moral) Skandal
(Moral) Skandal
(Moral) Skandal
(Moral) Skandal
(Moral) Skandal
Skandal
(Moral) Skandal
(Moral) Skandal
(Moral) Skandal
(Moral) Skandal
(Moral) Skandal
Moral
Skandal um Rosi


Quelle: Musixmatch
Songwriter: Guenther Sigl

Der Stuttgarter Radiosender Die Neue 107.7 hat eine an Rammstein angelehnte Version des Ballermann-Hits Layla ins Netz gestellt, denn auch kleine Kinder gefahrlos mitgrölen können. Über eine viertel Million Aufrufe verzeichnet die mitreißende Variante inzwischen bereits – Tendenz stark steigend. Zu hören ist der genial umgetextete und daher nun absolut jugendfreie Ohrwurm, in dem es jetzt statt um die Puffmutter Layla um einen Busfahrer namens Rainer geht, unter anderem bei TikTokInstagramFacebook und Youtube.

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