Reden ist silber, Schreiben ist gold

20.05.2022 Mit Filz und Fett zum Kunst-Weltstar

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Scharlatan oder Weltkünstler? Dazwischen gibt es wohl keine Meinung. Die Rede ist von Joseph Beuys. Seine Präsenz in der Kunstszene ist noch heute spürbar, aus der Kunstgeschichte ist er nicht wegzudenken.

Selbst 36 Jahre seit seinem Tod im Jahr 1986, vor wenigen Tagen wäre er 101 geworden. Sein Image mit Filzhut, Jeans und Anglerweste ist Teil des kollektiven Gedächtnisses; er demokratisierte die Westdeutsche Kunstausbildung und perpetuierte zugleich den Geniekult des 19. Jahrhunderts.

Für ihn waren alle Menschen Künstler, aber seine Kunst blieb für viele Betrachter unverständlich. In seinem Buch „Joseph Beuys - Kunst, Kapital, Revolution“ stellt der Autor Philip Ursprung sich und dem Leser folgende Frage: Welche Rolle spielt der Mann aus Kleve heute?

Ursprung begibt sich auf eine zeithistorische Reise zu 24 zentralen Beuys-Schauplätzen und bietet dabei einen umfassenden Einblick ins Gesamtwerk des Künstlers im gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Zusammenhang der Bundesrepublik Deutschland.

(Beuys war Gründungsmitglied der „Grünen“). Letztendlich läßt sich sein Werk so zusammenfassen: Provokation bedeutet im Kern nichts anderes als Produktion.

Und produktiv war Beuys Zeit seines Lebens. Zumeist mit seinen Lieblingsmaterialen Filz und Fett. In „Joseph Beuys“ reist der Leser zu diesen Werken und führt uns zu unerwarteten Einsichten.

Also Scharlatan oder Weltkünstler? Das muß jeder für sich entscheiden. Ich persönliche entscheide mich für Letzteres. 336 Seiten. C.H. Beck (www.chbeck.de/nachhaltig). 29,95 Euro. 

Sönke C. Weiss

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17.05.2022 Redakteurin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung

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Dunkle Materie heißt dunkle Materie, weil man sie nicht sieht. Logisch. Und dennoch würde unser Universum ohne sie ganz anders aussehen.

Denn erst die dunkle Materie sorgt durch ihre Gravitationskraft dafür, dass sich die gewöhnliche Materie zu leuchtenden Sternen und Galaxien zusammenballte. 

85 Prozent der Materie in unserem Universum, heißt es, existieren in einer Form, die wir nicht direkt beobachten können.

Die „Dunkle Materie“ eben, so auch der Titel des neuen Buches von Sibylle Anderl, Redakteurin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, ist ein großes, vielleicht das größte Rätsel der Kosmologie.

Wer sie zu verstehen versucht, streift fast alle Themen, die unser Kosmos bereithält. Von der Entwicklung und Dynamik der Galaxien bis zur Zeit vor dem Urknall.

All dies untersucht der neue Band aus der promovierten Wissenschaftlerin, Astrophysik natürlich, der insbesondere dem sterneninteressierten Laien Einblicke in eine Disziplin gibt, die einem sonst eher verborgen bleibt.

Außer vielleicht in Filmen wie „Interstellar“ von Christopher Nolan, der das Phänomen dunkle Materie visuell sehr wohl dargestellt hat. „Dunkle Materie“, jüngst bei C.H. Beck (www.chbeck.de/nachhaltig) erschienen, hat gut 130 Seiten und kostet 9,95 Euro. 

Sönke C. Weiss

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16.05.2022 Schweizer Wanderlust

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Vor nunmehr 80 Jahren starb die Schweizer Schriftstellerin, Journalistin und Fotografin Annemarie Schwarzenbach mit nur 34 Jahren an den Folgen eines Fahrradunfalls.

Ihr zur Ehre hat der Lenos Verlag in Basel (www.lenos.ch) jetzt die außergewöhnlich beeindruckende Graphic Novel „Annemarie“ von Maria Castrejón und Susanna Martin herausgebracht.

Das Buch ist die ehrliche Annäherung an diese Jahrhundertpersönlichkeit, deren Werk nicht nur durch Zeitlosigkeit und Schönheit überzeugt, sondern stellt auch den faszinierenden Charakter Annemarie Schwarzenbachs in den Vordergrund.

Sie ist hedonistisch, depressiv, nachtaktiv, unangenehm und verletzend.

Aber sie ist auch promiskuitiv, ehrgeizig und bereits in jungen Jahren eine großartige Journalistin. Darüber hinaus schert sie sich nicht um die traditionelle Weiblichkeit ihrer Herkunft, in der sie immer wieder zu ersticken droht.

Annemarie Schwarzenbach zeigt sich auch in diesem Graphic Novel frei und unabhängig, als Vorreitern des Female-Empowerments.

Ihr Leben steht für ein Recht, als Frau nicht lächeln zu müssen, labil zu sein, nicht feminin zu sein, das Recht, drogenabhängig zu sein, allein oder mit einer anderen Frau durch die Welt zu reisen, das Recht darauf, nicht heterosexuell sein zu müssen.

„Annemarie“ ist ein Denkmal auf 160 Seiten für eine schillernde und tragische Ikone aus der Zwischenkriegszeit. 29,80 Euro. Dazu empfehle ich unbedingt ihre „Afrikanischen Schriften“ aus dem Hause Chronos (www.chronos-verlag.ch).

Der Band versammelt zu Lebzeiten veröffentlichte und auch nachgelassene Afrika-Reportagen und -Prosa aus den Jahren 1941/42 kurz vor Annemarie Schwarzenbachs frühzeitigem Tod.

Die Edition dieser Schriften gestattet so neue Blicke auf diese immer noch wenig bekannte Etappe ihres Lebens und Werkes, dass man mit einem Wort zusammenfassen kann: Wanderlust. 330 Seiten, 34 Euro. 

Sönke C. Weiss

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10.05.2022 Eine klasse Geschichtenerzählerin

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Dass Künstler gemeinhin Trickser sind, ist wohlbekannt. Dass viele von ihnen Kunst betreiben, um nicht wirklich arbeiten zu müssen, ist zwar ein Klischee, aber jeder Gemeinplatz birgt ja auch ein Fünkchen Wahrheit in sich.

In Franziska Hausers neuem Roman Keine von ihnen, vor wenigen Tagen bei Eichborn (www.eichborn.de) erschienen, schlägt sich die Grafikerin Jennifer, kurz Jef, mehr schlecht als recht durchs dröge Leben.

Als sie auf ein Stipendium stößt, dass für Künstler ausgeschrieben ist, frisiert sie ihren Lebenslauf dementsprechend und wird eine von fünf Ausgewählten, die gemeinsam in eine marode Villa ziehen, um dort ihrer Kunst freien Lauf zu lassen.

Zunächst kommt sich Jef wie eine Hochstaplerin vor, was sie ja de facto auch ist; später kommt sie einem Geheimnis auf die Schliche und aus der elitären Kunstwelt wird eine Fassade, die in sich zusammenbrechen droht.

Franziska Hauser, 1975 im einstigen Ostberlin geboren, studierte Fotografie an der Ostkreuzschule bei Arno Fischer und hat sich in den zurückliegenden Jahren fest als Autorin etabliert.

Ihr Stil ist präsent, dezent und trotzdem gehaltvoll. Punktum: Die Autorin ist einfach eine klasse Geschichtenerzählerin. Was will man als Leser mehr? Rund 300 Seiten. 23 Euro. 

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09.05.2022 Gemälden, Skulpturen und Antiquitäten

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It’s not about the Money - zu deutsch etwa: Es geht nicht ums Geld - ist ein absolut faszinierendes Buch aus dem Hause Steidl (www.steidl.de).

Es erzählt die beinahe märchenhafte Lebensgeschichte von Manuela Alexejew anhand ihrer umfangreichen Sammlung von Gemälden, Skulpturen und Antiquitäten, in der sie mit ihrem Mann Carlos Brandl in einem herrschaftlichen Dachboden in Berlin lebt.

Mit Werken so unterschiedlicher Künstler wie Otto Dix, Otto Piene, George Condo, Allen Jones, Yayoi Kusama und Alicja Kwade, um nur einige zu nennen.

Manuela Alexejew besitzt wohl mit eine der bedeutendsten Privatsammlungen moderner und zeitgenössischer Kunst in Deutschland. Ihr Leben liest sich wie ein Hollywood-Drehbuch:

Zunächst arbeitete sie während der glamourösen Blütezeit der Airline-Industrie zunächst als Flugbegleiterin für Pan Am und sammelte vielseitige Erfahrungen rund um den Globus – von Partys mit Sophia Loren im legendären Studio 54 bis hin zu entspannten Tagen im Haus von Oscar de la Renta in Santo Domingo.

Danach kehrte Alexejew zu ihren Wurzeln zurück: der Kunst. Nach ihrem Studium an der Universität der bildenden Künste Berlin widmete sie sich nun dem Sammeln mit ernsthafter Leidenschaft, jede Anschaffung basiert auf ihrer persönlichen Verbindung mit der Arbeit, nie mit dem Gedanken an Investitionen.

Basierend auf einer Reihe intimer und amüsanter Interviews mit Manuela Alexejew hat der Autor und Journalist Thomas Kausch ihre überraschende Geschichte aus ihrer eigenen Perspektive aufgeschrieben.

Kombiniert mit neu in Auftrag gegebenen Fotos der Sammlung von Andrea Ferrari ist It’s not about the Money ein seltener Einblick in die normalerweise verschlossene Welt eines großen Sammlers. Absolut empfehlenswert und fast ein Kunstwerk an sich. Gut 180 Seiten. 35 Euro. 

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06.05.2022 futuristischer Roman RCE

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Sibylle Bergs neuer wie (annähernd) futuristischer Roman RCE - #Remote Code Execution setzt da an, wo ihr letztes Buch GRM - Brainfuck (wir berichteten ausführlich) endet: in unserer neoliberalen Absurdität, in der der Einzelne machtlos scheint, da der Kapitalismus alternativlos geworden ist.

Wenige sind reich, die Masse wurde ihres Daseins beraubt; Ausbeutung heißt nicht mehr Kolonialismus, sondern schöngefärbt „Förderung strukturschwacher Länder“; das Ende der Welt steht bevor, wenn es da nicht diese fünf Hacker gäbe, die einen letzten Versuch wagen, unsere Erde zu retten.

Es ist der letzte Versuch. Nerds forever. Apokalypse pur? Lesen Sie selbst. RCE spiegelt nicht nur Bergs eher spezielles Weltbild, sondern auch ihren ausdrücklich individuellen Humor, der sie über die Grenzen Deutschlands hinweg bekannt gemacht hat.

Vielleicht gerade deshalb lebt die Autorin in Zürich und hat dort viele Preise gewonnen, da insbesondere die Schweizer ihrer Art des Denkens aufgeschlossen sind. RCE, grundsätzlich ein absolut megacooles Buch, wird es auch als visuelles Erlebnis geben.

Ein 360 Grad-Film nämlich, am Freitag, den 20. Mai 2022 (um 19:00 Uhr) als virtuelle Premiere oder im Anschluss on demand.

Ein Film von und mit Sita Messer, Perra Inmunda, Meo Wulf. Spezielle Gäste: Katja Riemann, Olli Schulz u.v.m. Weitere Infos unter: https://konsum.sibylleberg.com/product/47052/rce360-remote-code-execution-der-film-stream-am-20-05-2022 RCE als Buch gibt es bei Kiepenheuer & Witsch (www.kiwi-verlag.de). Gut 700 Seiten. 26 Euro. 

Sönke C. Weiss

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06.05.2022 Der Morgenstern, sein jüngster Roman

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Karl Ove Knausgård gilt als wichtigster norwegischer Autor der Gegenwart. Die Romane seines sechsbändigen, autobiografischen Projektes Min Kamp (Mein Kampf) wurden weltweit zur Sensation und wurden in über 35 Sprachen übersetzt.

Der Morgenstern, sein jüngster Roman, der in Norwegen bereits 2020 erschienen ist und den es nun in der Übersetzung von Paul Berf bei Luchterhand (www.luchterhand-literaturverlag.de) für 28 Euro gibt, ist ebenso spektakulär und widmet sich allein den zwei großen Lebensfragen:

Liebe und Tod. Erneut schafft es der Autor uns in eine Geschichte zu ziehen, von der wir irgendwann nicht mehr wissen, ist dies nun Weltliteratur oder eine Seifenoper.

Letztendlich geht es um verschiedene Protagonisten - ein Literaturprofessor, eine Pastorin, ein Journalist, etc. - die während mehrerer Hochsommertage erzählen, warum sie aus dem Gleichgewicht sind und warum sie immer wieder ihre Augen vor der Wahrheit des Daseins verschließen.

(Tun wir das nicht wunschgemäß alle?) Und schon beim ersten Satz hat uns Knausgård mit seinen Worten wie hypnotisiert und entläßt uns erst gut 900 Seiten später mit einem Gefühl der literarischen Sättigung, endlich mal wieder eine richtig gute Geschichte gelesen und gefühlt zu haben.

Der Mann hat sich erneut übertroffen. Bravo. 

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03.05.2022 Pia Klems Zorn

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Pia Klemp ist sauer. Richtig sauer. So heißt das neue Buch der Autorin auch „Wutschrift“, weil sie der Überzeugung ist, dass Wut zu Engagement führt, dass Wut ein Werkzeug ist, das wir nutzen können, um Wände einzureißen, statt sie hochzugehen.

Und so richtet sichGesellschaft. Korrupte Politiker. Gewaltbereite Polizisten. Alte weiße Männergegen fast alles und jeden in unserer Gesellschaft. Korrupte Politiker. Gewaltbereite Polizisten. Alte weiße Männer, um nur drei ihrer Projektionsflächen des alltäglichen Zornes zu nennen.

„Wer nicht wütend ist, hat nur (noch) nicht richtig aufgepasst“, schreibt sie etwa 200 wutschäumende Seiten lang.

Wer sich auch so richtig fett aufregen möchte, dem lege ich dieses Büchlein für 10 Euro aus dem Hause Penguin (www.penguin-verlag.de) nahe.

Ebenso erregt ist der französische Intellektuelle Thomas Pikett in seinem Buch „Rassismus messen. Diskriminierung bekämpfen.“

Sein Anliegen ist es, ein universelles Lebensmodell zu entwerfen, das insbesondere durch Sozial- wie Wirtschaftspolitik Rassismus und Diskriminierung ausschaltet.

Dafür plädiert der Autor des Weltbestsellers „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ auf nunmehr 70 gereizten Seiten. Leider finden sich seine konkreten Beispiele fast ausschließlich in Frankreich wider, so dass es schwerfällt, diese nachzuvollziehen, außer frankophonen Lesern vielleicht.

Schade eigentlich, denn Pikettys Streitschrift, erschienen bei C.H. Beck (www.chbeck.de/nachhaltig) für 10 Euro, ist eigentlich längst überfällig. 

Sönke C. Weiss

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27.04.2022 Das Prinzip Mensch

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Packend wie ein Krimi liest sich das jüngste Buch der britischen Archäologin Rebecca Wragg Sykes mit dem Titel „Der verkannte Mensch“, das uns einen neuen Blick auf das Leben, die Liebe und die Kunst der Neandertaler erlaubt, die vor nunmehr 40.000 Jahren ausgestorben sind.

Einfühlsam und teilweise gar poetisch zeichnet sie ein faszinierendes Porträt unserer unterschätzten Verwandten als kluge Kenner ihrer Welt, bereits ausgestattet mit einem ästhetischen Sinn und hoch entwickelten sozialen Fähigkeiten.

Wragg Sykes unvoreingenommene Auseinandersetzung mit diesen Urmenschen, die keineswegs unkultiviert oder gar primitiv waren, sondern über 300.000 Jahre lang auf dieser Welt lebten und dabei extremen klimatischen Veränderungen trotzten, bis sie dem Homo sapiens Platz machten, lohnt sich insbesondere im Zeitalter globaler Pandemien und Umweltkatastrophen mehr denn je.

Es geht um unseresgleichen, und wer sich für die Menschheit interessiert, kann an diesem Buch eigentlich nicht vorbeikommen.

„Der verkannte Mensch“ ist bei Goldmann (www.goldmann-verlag.de) erschienen, hat gut 500 absolut mitreißende wie leserfreundliche Seiten (Übersetzung aus dem Englischen von Jürgen Neubauer) und kostet 24 Euro. 

Sönke C. Weiss

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18.04.2022 das politische System in Deutschland

GFDk - Reden ist Silber - Klaus Miehling

Fast ein Drittel der Bundesbürger stellt laut einer Umfrage das politische System in Deutschland infrage. 31 Prozent der Teilnehmer äußerten in einer repräsentativen Befragung die Einschätzung, in einer „Scheindemokratie“ zu leben, „in der die Bürger nichts zu sagen haben“, wie der SWR berichtete.

Auffällig dabei sei der Ost-West-Unterschied. In Westdeutschland seien 28 Prozent der Ansicht, in einer „Scheindemokratie“ zu leben. In den ostdeutschen Bundesländern werde diese Meinung von 45 Prozent der Befragten vertreten.

28 Prozent aller Deutschen finden laut der Umfrage, dass das demokratische System in Deutschland „grundlegend geändert“ gehöre. Im Klartext heißt das. Im Westen hält fast jeder dritte, und im Osten fast die häfte der Bevölkerung nichts mehr von unserer "Scheindemokratie".

Hier mal ein Hinweiß woran das liegen könnte

„Wir haben wahrscheinlich, jedenfalls für eine gewisse Zeit, den Höhepunkt unseres Wohlstandes hinter uns“, sagt Oppositionsführer Friedrich Merz, dessen Vermögen auf 12 Millionen Euro geschätzt wird. Er wird es besser verkraften als der Durchschnittsdeutsche, der bekanntlich zu den ärmsten Bürgern Europas zählt.

Die Gründe sind bekannt: jahrzehntelange Vermögensabschöpfung und Umverteilung in andere Länder, Überschuldung, staatlicher Interventionismus, unnütze Energiewende, schädliche Corona-Maßnahmen, und nun noch der Krieg.

Verantwortlich für diese Gründe ist aber nicht der gewöhnliche Bürger; allenfalls indirekt durch seine Wahlentscheidung. Verantwortlich sind die Regierungen, verantwortlich ist ein System, das ein paar hundert Leuten die Herrschaft über Millionen in die Hand gibt.

Die Demokratie, sei sie repräsentativ oder direkt, ist weder eine Garantie für Wohlstand, noch für Frieden. Putin ist demokratisch gewählt, und auch während des Krieges steht die Mehrheit offenbar noch hinter ihm.

Als der Krieg begann, schrieb ich: „Das Aussetzen von ‚Nordstream 2‘ erscheint jetzt geboten“ (GMNB 732). Klugerweise sagte ich „erscheint“, nicht „ist“. Denn ist es das wirklich?

Die Sanktionen scheinen (wieder formuliere ich vorsichtig) jedenfalls nicht geeignet zu sein, den Krieg zu beenden. Sie scheinen hingegen durchaus geeignet zu sein, uns selbst massiv zu schaden.

Die Aufgabe einer Regierung besteht aber darin (hierzulande schwören Kanzler und Minister sogar einen Eid darauf), Schaden vom eigenen Volk abzuwenden und dessen Nutzen zu mehren.

Die Sanktionen haben einen ähnlichen Effekt wie das Schwenken blau-gelber Fahnen: Sie nützen nichts und helfen lediglich dabei, sich moralisch überlegen zu fühlen. Im Gegensatz zum Fahnenschwenken verstärken sie aber Energieknappheit und Inflation.

Die ideale Lösung und Reaktion in dieser Situation gibt es nicht. Gerade deshalb sollte sich die Regierung auf ihre eigentlichen Pflichten besinnen. Freilich ist es mit dem Krieg wie mit Corona:

Man zerstört die eigene Wirtschaft und überschuldet sich bis zum Staatsbankrott und kann dabei mit dem Finger auf andere zeigen: auf das Virus bzw. auf den russischen Präsidenten.

Die Zerstörung ist jedoch gewollt, denn auf den Trümmern soll die Neue Weltordnung errichtet werden. Die Menschen sollen angesichts von Krieg und Verarmung so verzweifelt sein, dass sie die totale Kontrolle des Staates akzeptieren und um ein staatliches Grundeinkommen betteln werden, das natürlich an ein Sozialkreditsystem nach chinesischem Vorbild gebunden sein wird. Es ist unschwer zu erraten, dass regelmäßige „Impfungen“ dabei eine Rolle spielen werden.

Der Finanz- und Politikanalytiker Martin Armstrong befürchtet sogar, dass es nicht bei den Kriegsparteien Russland und Ukraine bleiben wird. Der „Great Reset“, so meint er, brauche den Dritten Weltkrieg.

Anders als wir müssen die „Eliten“ nicht um ihre Existenz fürchten. Sie haben das Geld, die Macht, die Netzwerke. Sie können sich in luxuriösen Bunkern verbergen und den Krieg wie ein Schauspiel auf großen Bildschirmen verfolgen, bis sich die Nuklearwolken verzogen haben. 

Einige ihrer über die Erde verstreuten Landsitze werden schon unversehrt bleiben. Dann bauen sie alles nach ihren Plänen wieder auf, mit einer dezimierten und leichter zu kontrollierenden Menschheit. Marx, Orwell, Huxley sind ihre Vorbilder. Diejenigen von uns, die es überleben, werden nur noch Sklaven sein.

Klaus Miehling

LAMBSDORFF ÜBER OSTERMÄRSCHE
Die Leute, die solche Märsche organisieren, sind die fünfte Kolonne Putins“ Mitläufer seien „eindeutig Interessenvertreter der russischen Position“.

Der FDP-Politiker Alexander Graf Lambsdorff hat die Ostermarschbewegung erneut scharf angegriffen und ihr eine Unterstützung des russischen Präsidenten Wladimir Putin im Krieg gegen die Ukraine vorgeworfen.

„Die Leute, die solche Märsche organisieren, sind eigentlich keine Pazifisten, sondern die fünfte Kolonne Putins“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion am Samstag im WDR-Radio.

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