Aktuelles aus Medien, Kulturpolitik und Marketing

Aktuelles - Reden ist Silber

  • Rob Pelzer in der legendären Rolle des androgynen Conférenciers
Bettina Mönch als Sally Bowles und die Tänzerinnen des Kit Kat Clubs
    nie enden wollende Ovationen

    Wieder internationales Niveau auf Dortmunder Bühne

    Mit scheinbar nie enden wollenden Ovationen bedankte sich das Dortmunder Publikum nach der Premiere des Jahrhundertmusicals „Cabaret“ beim einzigartigen Ensemble in der so gut wie ausverkauften Oper Dortmund am zurückliegenden Samstag.

    Erzählt wird die Geschichte des armen Schriftstellers Clifford Bradshaw (absolut überzeugend: Jörn-Felix Alt) und dem Showgirl Sally Bowles (unvergesslich aussergewöhnlich: Bettina Mönch) zu Beginn der 1930er-Jahre in Berlin, kurz bevor aus einer pulsierenden Metropole der Freiheit ein dunkles Naziloch wird.

    So ist diese Neuinszenierung von Gil Mehmert, der gar nicht erst versucht, Bob Fosses gleichnamiges Meisterwerk des Films von 1972 zu kopieren, sondern etwas Neues auf internationalem Niveau zu schaffen, eine hochaktuelle Parabel, denn auch heute sterben wieder Demokratien vor unseren Augen und wir stecken beim Zuschauen den Kopf in den Sand.

    Bühne, Kostüme, Choreografie und das Licht-Design: in dieser Bühnenfassung des autobiografischen Originalstücks „Ich bin eine Kamera“ von John van Druten und den Erzählungen von Christopher Isherwood, stimmt wirklich alles und nichts ist überflüssig.

    Unbedingt erwähnenswert ist Rob Pelzer als verführerischer wie furchteinflössender Conférencier, der uns quasi durch die 2 Stunden und 40 Minuten (ver)führt. Spitzenleistung! Bitte nicht verpassen.

    „Cabaret“ ist vorerst bis April 2023 zu sehen. Tickets und Aufführungszeiten unter: https://www.theaterdo.de/karten-abo/kartenvorverkauf/

    Sönke C. Weiss

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  • Marie Vieux-Chauvet Töchter Haitis
    Port-au-Prince, Haiti, Mitte der 1940er-Jahre

    Ein Emanzipationsroman von Marie Vieux-Chauvet - Radikal bis heute

    Port-au-Prince, Haiti, Mitte der 1940er-Jahre. Die junge Lotus sitzt zwischen den Stühlen. Zwar gehört sie der gesellschaftlichen Oberschicht an, doch als Tochter einer Prostituierten ist sie stigmatisiert und hat für Männer nur Verachtung übrig:

    „Weil sie meiner Mutter gestohlen haben, sind sie meine schlimmsten Feinde.“

    Lotus führt ein Leben in Langeweile und zerstreut sich mit oberflächlichen, ja, Männerbekanntschaften, bis sie sich zu Georges Caprou, einer der Führer der Opposition gegen das herrschende Regime, hingezogen fühlt und er ihr die Augen für das Elend der Menschen in Haiti öffnet.

    Eindringlich und kraftvoll erzählt, demonstriert Marie Vieux-Chauvet in ihrem Klassiker „Töchter Haitis“ ihre Weitsicht.

    1957, drei Jahre nachdem sie ihren Roman geschrieben hat, ergriff der blutrünstige Diktator François Duvalier, auch als „Papa Doc“ berüchtigt, die Macht.

    So mußte auch die Autorin schließlich ins US-Exil gehen und lebte dort bis zu ihrem Tod 1973. Bravourös aus dem Französischen neu übersetzt von Nathalie Lemmens ist dieser Emanzipationsroman, der in seiner Aussagekraft radikal bis heute ist, im Manesse Verlag (www.manesse-verlag.de) erschienen, kostet 28 Euro und hat knapp 300 Seiten. 

    Sönke C. Weiss

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  • Abdulrazak Gurnah
    Nachleben ist eine Story voller Tragik

    Eine Story voller Tragik - Es geht um Krieg und Liebe

    „Nachleben“ heißt der jüngste Roman des Literaturnobelpreisträgers Abdulrazak Gurnah, der jetzt erstmals in deutscher Sprache im Penguin Verlag (www.penguin-verlag.de) erschienen und verdammt großartig ist.

    Es geht um Krieg und Liebe zu Beginn des 20. Jahrhunderts, eine generationsübergreifende Saga, erschütternd und bestürzend in ihrer Erzählweise:

    Während aus Europa ein neuer Weltkrieg näher rückt, verläßt der elfjährige Ilyas sein Zuhause an der ostafrikanischen Küste und wird prompt für deutsche Kolonialtruppen zwangsrekrutiert.

    Ein anderer junger Mann kehrt in seine Heimat zurück, nachdem er sich den Deutschen angeschlossen hatte. Ihre Wege kreuzen sich, als bereits ein zweiter Weltkrieg am Horizont wartet und ihre Existenzen auf eine entscheidende Probe stellt.

    „Nachleben“ ist eine Story voller Tragik, die vor allem aber auch die Rolle deutscher Siedler und Soldaten bei der Kolonialisierung Ostafrikas beleuchtet, was so mancher deutscher Schriftsteller schon längst hätte machen sollen, statt sich in irgendeinem sentimentalen Gedöns wie „Die weiße Massai“ zu verstecken. 380 Seiten. 26 Euro. 

    Sönke C. Weiss

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Aktuelles - Marketing News

  • Nicht nur die Dinos von Schleich sollen künftig gut für die Umwelt sein
    der Goldhase steht unter Schutz

    Gegen Sexismus in der Werbebranche, und Lidl zieht gegen Lindt den kürzeren

    W&V Agency Snack, die W&V Morgenpost und W&V Abendpost haben heute wieder Marketing News für mich.

    Hallo Gottfried,
    das Team der W&V wünscht dir einen guten Start in den Tag. Auch heute gibt's wieder unsere “8 vor 8”. Unter anderem mit dabei: 19 weitere Agenturen zeichnen AdGirls-Manifest, Spielzeughersteller Schleich will nachhaltig werden und vieles mehr.

    Spielzeughersteller Schleich will nachhaltig werden
    Der Spielwarenhersteller Schleich - bekannt für seine Plastiktiere - will komplett nachhaltig werden. Dann sollen alle Spielsachen recyclebar, abbaubar oder biobasiert sein.

    Sexismus in Agenturen:
    19 neue Agenturen zeichnen AdGirls-Manifest

    Nicht ganz ein Jahr nach Veröffentlichung des Schriftstücks beziehen jetzt weitere Agenturen Stellung gegen Sexismus in der Werbebranche. Darunter auch die gesamte Omnicom Media Group Germany.

    Markenstreit:
    Schutz des Goldhasen: Lindt gewinnt gegen Lidl

    Lindt & Sprüngli hat einen Erfolg zum Schutz seiner Schokoladenhasen errungen. Das Schweizer Bundesgericht in Lausanne entschied, dass Lidl Schweiz ähnliche Produkte nicht mehr verkaufen darf, weil Verwechslungsgefahr mit den in Goldfolie verpackten Hasen von Lindt bestehe.

    das Wichtigste aus der Agenturwelt in Deutschland und international, alles zu Kreation, Trends und Personalien.
     
    Der ADC hat ein neues Präsidium. Dörte Spengler-Ahrens wurde als Sprecherin desselben im Amt bestätigt. Sie hat einiges vor: Diversity, Markenkern stärken, Relevanz des ADC erhöhen, mehr Größe und Strahlkraft. Manchen Mitgliedern allerdings passt das Thema Frauenförderung nicht.

    Viel Spaß beim Lesen wünscht Euer Team Agency Snack.

    Wenn sie noch mehr Informationen über Content-Marketing, Storytelling, Digitale-Transformation, Influencer-Marketing, Produkt und Markenwelten sowie Geschichten und Informationen aus der Werbebranche erfahren wollen, besuchen sie unsere unserer Rubrik Marketing News hier erfahren sie ständig was die Werbe-Welt bewegt

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  • So lecker, da muss man schonmal zugreifen
    Von wegen Winnetou gecancelt

    Models müssen nicht mehr hungern, und Winnetou ist zurück

    W&V Agency Snack, die W&V Morgenpost und W&V Abendpost haben heute wieder Marketing News für mich.

    Hallo Gottfried,
    das W&V-Team wünscht dir an diesem Mittwoch einen guten Start in den Tag. Heute versorgen dich unsere “8 vor 8” wieder mit allem Wissenswerten aus der Branche.
     
    Unter anderem mit dabei: Facebook enttarnt Propagandanetzwerke aus Russland und China, Gewürzhersteller Ostmann angelt sich ehemalige Ankerkraut-Influencer, Easyjet stopp CO2-Kompensationsprogramm und vieles mehr.

    Ungewöhnliche Kampagne:
    Jollibee: Wenn Models mal nicht HUHNgern

    Diese Hühnchen-Sticks schmecken sogar Models. Die neue Kampagne von David&Goliath für Jollibee macht mächtig Appetit. Das Unternehmen will in die Top 5 der Restaurant-Ketten weltweit vorstoßen.

    Uncancelled:
    ZDF zeigt "Winnetou"-Film am Tag der Deutschen Einheit

    Auch nach der Debatte des Sommers hält das ZDF an Winnetou-Filmen fest. Gezeigt wird am Feiertag der Klassiker "Winnetou und das Halbblut Apanatschi" mit Uschi Glas.

    Green Marketing Days:
    Hessnatur: "Wir wollen die konsequenteste und begehrlichste Marke für nachhaltige Mode sein"

    Stefan Mues, CEO von Hessnatur, sieht den Markt derzeit stark durch Greenwashing überschwemmt und will mit Hessnatur dagegensetzen. Was das für die Marke und die Kommunikation bedeutet, erklärt er im Interview.


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    Die Diskussion hat die Branche erfasst: Sollen Agenturen auf Werbung klimaschädlicher Produkte und Dienstleistungen verzichten? Viele finden ja: Nein, das sollten die Mitarbeiter:innen selbst entscheiden, auf welchen Etats sie arbeiten. Andere sagen:

    Absolut, denn Agenturen tragen mit Verantwortung. Wir werden dazu in den nächsten Tagen einige Beiträge publizieren. Heute präsentiert Kollege Peter Hammer seine Sicht der Dinge.

    Viel Spaß beim Lesen wünscht Euer Team Agency Snack.

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  • Nivea setzt auf Beständigkeit und gelernte Markenwerte - und pusht Innovationen, um modern zu bleiben
    das traurige Schicksal von Billy

    Bei Ikea geht es um Tod, Pandemie und sogar Alkoholismus, und Nivea erinnert an Baden und Sonne

    W&V Agency Snack, die W&V Morgenpost und W&V Abendpost haben heute wieder Marketing News für mich.

    Hallo Gottfried,
    heute gibt es in der Morgenpost u. a. die folgenden Themen: Browser-Add-on verschafft Menschen im Iran unzensiertes Internet, ARD und ZDF geben Berichterstatter:innen der Fußball-WM bekannt und Nur 3 von 100 Deutschen wissen, was hinter „klimaneutral“ steckt.

    Second-Hand-Modell:
    Ikea zeigt das traurige Schicksal von Billy, Klippan und Kallax

    Seit 2019 bietet Ikea seinen Second-Hand-Service an. Nun gibt es eine neue Kampagne unter dem Namen "The Life Collection". Es geht um Tod, Pandemie und sogar Alkoholismus.

    Markenstrategie:
    Niveas Beständigkeit ist eine Tugend

    Beiersdorf setzt bei seinem Flaggschiff Nivea vor allem auf Beständigkeit und Konstanz. Doch um die Marke frisch und modern zu halten, fließt gleichzeitig viel Geld in Innovationen und Digitalisierung.

    Kulinarische Kooperation:
    Mahlzeit! Johann Lafer kocht für Ippen

    Der bekannte TV-Koch brutzelt ab sofort für die zur Ippen-Gruppe gehörende Food-Community Einfach Tasty. Die Kooperation beschränkt sich aber nicht nur auf Digitales.

    Mediamarkt Saturn:
    "Retail Media wird 20 Prozent an digitaler Werbung ausmachen"

    Thorsten Ahlers treibt das neue crossmediale Retail-Media-Angebot bei Mediamarkt Saturn voran. Er glaubt, dass Retail Media bald 20 Prozent Anteil am Onlinewerbemarkt haben wird. Warum, das erklärt er im Interview.

    heute wieder das Wichtigste aus der Agenturwelt in Deutschland und international, alles zu Kreation, Trends und Personalien. 
     
    Kampagne: Die Molkerei Müller bewirbt ihre veganen Produkte mit Kampagnen von Grey. 
     
    Wechsel: Jennifer Treiber-Ruckenbrod wird neue BMW-Marketingleiterin Deutschland. 
     
    Viel Spaß beim Lesen wünscht Eure W&V.

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Aktuelles - Kultur und Medien

  • Der Rot - bärtige Nordic-Pop-Poet zählt nicht erst seit gestern zur Elite der deutschen Musikszene
    Neue Nordic- Pop Hymne GEILSTE ZEIT

    Björn Paulsen, die nördlichste Stimme Deutschlands

    Am 28.10. präsentiert Björn Paulsen aus der Kleinstadt Niebüll heraus mit „Geilste Zeit“ seine neue Herbst-Single, die als das nächste musikalische Liebhaber-Exemplar bereits sehensüchtig von seinen Fans – dem Team.Paulsen – erwartet wird.

    Raue auf den Punkt bringende Lyrics, modern verpackt in einem zu 100% authentischen Sound, gebildet aus der fesselnden Stimme Paulsens und dem einnehmenden Klang diverser Instrumente.

    Produziert und gemischt wurde die Single übrigens vom AVANTASIA Gitarrist SASCHA PAETH 

    In dem Song geht es ums älter werden und darum, sich manchmal nach den geilen alten Zeiten zurückzusehen. Einmal nicht „nach vorne zu schauen“, einen Moment lang nicht „weiter zu müssen“.

    Typisch friesisch, typisch symphatisch, typisch Björn Paulsen: Es geht um Erinnerungen und Momente, die wir alle schon mal erlebt haben.

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  • Musik in den Häusern der Stadt in Köln, Bonn und Hamburg
    in Köln, Bonn und Hamburg

    Konzerte und Salonkultur „Musik in den Häusern der Stadt“ 2022

    Konzerte in Wohnzimmern und an anderen ungewöhnlichen Orten, Musik für jeden Geschmack von Klassik, Jazz und Pop bis Weltmusik, Chanson und Crossover, Begegnungen mit Musikfreund*innen und Künstler*innen in einer persönlichen Atmosphäre – das ist seit 1998 das Festival "Musik in den Häusern der Stadt".

    In diesem Jahr finden vom 1. bis 6. November 22 Konzerte in Köln, 7 in Bonn und 23 in Hamburg statt. Der Kartenverkauf beginnt am 27. September unter www.kunstsalon.de.

    Auch 2022 bietet der KunstSalon wieder etablierten und Nachwuchskünstler*innen eine Bühne für unkonventionelle Auftritte in einem besonderen Ambiente. Mit dabei sind zum Beispiel das Trio Kroke, [:klak:], Sabine Kühlich und Peter Willems, das neue Ensemble du Verre mit einer Uraufführung, das Silvio Morger Trio, van Deyk, der Pop-Chor Hamburg Voices, das Joscho Stephan Trio, Café del Mundo, Nico Gomez, Ketzberg, das Ono Trio, das Matti Klessascheck Quartett und Alma.

    Ähnlich abwechslungsreich und vielseitig sind die Spielorte: Wohnzimmer, Ateliers, Büros und Praxen, ein Golfclub und ein Ruderverein, ein Küchenloft und ein Gartenbaubetrieb sowie die Synagoge und das Dufthaus von 4711 in Köln, die Alte Grundbuchhalle und das Historische Margarine-Voss-Gebäude in Hamburg und die Alte Kirche im Hotel Leoninum in Bonn.

    Gesamtfestivalleiterin Marie-Katrin Schnermann: „Jedes Konzert beim Festival hat seinen eigenen Charakter und bietet ein individuelles Erlebnis. Von ruhig bis tanzbar. Damit möchten wir ein breites Publikum ansprechen und so die Musikszene gerade auch in schweren Zeiten fördern. Wir danken besonders unseren Gastgeber*innen, ohne die das Festival nicht das wäre, was es ist.“

    Über die Festivals des KunstSalon
    „Musik in den Häusern der Stadt“ startete mit wenigen Konzerten im Jahr 1998 in Köln und entwickelte sich schnell zu einem beliebten Kulturangebot in der Region. In der Folgezeit organisierte der KunstSalon die Festivals einmal jährlich auch in weiteren Regionen Deutschlands.

    Seit 2014 sind Köln, Bonn und Hamburg die ständigen Festivalorte. Die Gesamtfestivalleiterin Marie-Katrin Schnermann für Musik werden in Bonn von Brigitte Pütz und in Hamburg von Berit Winter und Maike Schäfer unterstützt. In Köln findet das Festival zum 25. Mal statt, für Bonn ist es die 11. Ausgabe und für Hamburg die 14.

    Über den KunstSalon
    Der KunstSalon e.V. in Köln ist eine Privatinitiative zur Förderung von Kunst und Kultur. Seit 1994 setzt er sich mit zahlreichen Projekten in den Sparten Film, Bildende Kunst, Musik, Literatur, Theater und Bühnentanz dafür ein, Künstler*innen und Kulturinteressierte zusammen zu bringen.

    Ein Schwerpunkt ist die Nachwuchsförderung, zu der auch Preise und Auszeichnungen wie das Villa-Aurora-Stipendium zählen.

    In einem ehemaligen Fabrikloft bietet der KunstSalon regelmäßig Konzerte, Gespräche und Sonderveranstaltungen an. Die zahlreichen Aktivitäten werden vom Unterstützerkreis „Freunde des KunstSalon“ und der KunstSalon-Stiftung begleitet.

    Karten zu 25 Euro/ermäßigt 15 Euro zzgl. Gebühr gibt es ab 27.9.2022 unter www.kunstsalon.de oder bei der Tickethotline unter 0221 280-271720.
     

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  • Die ärmsten 20 Prozent der Bevölkerung treffen die hohen Gas-, Strom- und Nahrungsmittelpreise besonders hart
    Gas-, Strom- und Nahrungsmittelpreise

    GLS Bank initiiert Spendenkampagne für das „Netzwerk der Wärme“

    Die GLS Bank engagiert sich in diesem Winter in doppelter Hinsicht für Menschen, die besonders von den Preissteigerungen betroffen sind. Für kurzfristige Hilfe konzipiert die sozial-ökologische Bank eine Spendenkampagne als Teil des „Netzwerk der Wärme“, ein Projekt des Berliner Senats, Karuna e.V und der GLS Bank. Langfristig soll ein Transformationsgeld die Preissteigerungen abfedern.

    Die GLS Bank zeigt zusammen mit ihrem Sozialpartner Karuna und dem Berliner Senat, wie die Gesellschaft kurzfristig Hilfe leisten kann.

    Unter dem Motto “Gemeinsam geht es besser” soll ein „Netzwerk der Wärme“ in Not geratene Berlinerinnen und Berliner im Winter zum Aufwärmen einladen. Soziale Einrichtungen, Unternehmen und öffentliche Stellen werden hierzu Menschen in ihre beheizten Gebäude eintreten lassen. 

    Dazu wurde die Charta der Wärme entwickelt, die alle Teilnehmenden des Netzwerks unterzeichnen. Darin heißt es: "Wir möchten, dass unsere Stadt jetzt zusammenrückt. Unser Netzwerk der Wärme schafft Orte für Austausch, Begegnung und Beratung in den Kiezen, damit wir die Energiekrise besser bewältigen und gut durch den
    Winter kommen."

    Die Projektpartner hoffen auf Nachahmer in anderen Regionen Deutschlands. Die GLS Bank unterstreicht damit ihrem doppelten Anspruch als soziale und ökologische Bank. 

    “Mit diesem solidarischen Netzwerk helfen wir gemeinschaftlich den Menschen, die sich das Heizen jetzt nicht mehr leisten können oder auch nur einen Ort der Begegnung suchen.

    Wir sind eine soziale Bank und es ist uns ein Herzensanliegen, hier ganz praktisch Wärme zu schenken", sagt Aysel Osmanoglu, Vorständin der GLS Bank, und betont: “Soziale Gerechtigkeit ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche ökologische Transformation der Wirtschaft.”

    Die GLS Bank hat das Projekt am vergangenen Freitag ihren Mitgliedern auf der Jahresversammlung vorgestellt und eine Spendenseite geschaltet. Die Orte stellen Institutionen, Unternehmen und private Initiativen bereit. Die Stadt Berlin unterstützt das Netzwerk der Wärme ebenfalls mit eigenem Budget. 

    Hintergrund: Die ärmsten 20 Prozent der Bevölkerung treffen die hohen Gas-, Strom- und Nahrungsmittelpreise besonders hart. Etwa 15 Millionen Haushalte in Deutschland hatten bereits 2021 weniger als 2000 Euro pro Monat zur Verfügung.

    Die durchschnittlichen Ausgaben für Wohnen, Essen und Wärme lagen da bei durchschnittlich 1800 Euro pro Monat. Die Inflation und steigende Preise für Nahrung, Wohnen und Heizen sorgen für ein absehbares Krisenszenario. Allein das Land Berlin rechnet mit Tausenden Bedürftigen.

    So geht es weiter: Neben der praktischen Hilfe durch Wärmepunkte soll mittelfristig ein einkommensabhängig bemessenes Transformationsgeld für Menschen mit niedrigen Einkommen die massiv gestiegenen Preise für Energie und Lebensmittel auffangen und idealerweise die Praxis kurzsichtig geschnürter Hilfspakete der Bundesregierung ablösen.

    Es soll stattdessen keinen Preisdeckel für verteuerte Energiequellen wie Gas geben. Nach Auffassung der GLS Bank beschleunigt diese Marktdynamik der hohen Energiekosten eine nachhaltige Transformation der Wirtschaft auf Basis erneuerbarer Energien.

    Eine entsprechende Studie hat das Wuppertal Institut im Auftrag der GLS Bank erstellt. Diese wird die Bank im Oktober vorstellen.

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Aktuelles - Interviews und Portraits

  • Jacques-Alain Guiho
    an der französischen Atlantikküste

    Jacques-Alain Guiho, der Verfechter der traditionellen Fischerei

    Als Jadeküste wird jener Küstenstreifen an der Atlantikküste Frankreich bezeichnet, der sich zwischen dem Fluss Loire und dem Sumpfgebiet des Marais Breton befindet.

    Sie ist das Zuhause von Jacques-Alain Guiho, der sich hier für den Erhalt der traditionellen Fischerei einsetzt. Symbol dieses Küstenabschnitts rund um den Ort Pornic: die traditionellen Fischerhütten auf Pfählen, die Carrelets.

    Bei der speziellen Fischfangmethode, deren Ursprünge auf das 18. Jahrhundert zurückgehen, kommen Netze mit quadratischen Maschen zum Einsatz, die von den Carrelets aus ins Wasser gelassen werden.

    Guiho wacht nicht nur über den Schutz der traditionellen Hütten, die als immaterielles Kulturerbe in Frankreich anerkannt sind.

    Vielmehr hat sich die Vereinigung zum Erhalt der traditionellen Fischerei – deren Vorsitzender er ist – zum Ziel gesetzt, die Bevölkerung sowie Urlauber am Atlantik für diese nachhaltige und altbewährte Praxis zu sensibilisieren.

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  • Am 26. und 27. August 2022 tritt der österreichische Musiker Josh. (Mitte) mit seinem neuen Album „Teilzeitromantik“ auf der Geierwally Freilichtbühne in Elbigenalp/Tiroler Lechtal auf
    Im Lechtal habe ich viele Lieblingsplätze

    Der Künstler JOSH. im Interview, und live am 26. und 27. August 2022 im Tiroler Lechtal

    Mit dem Wiesn-Hit „Cordula Grün“ gelang Künstler Josh. 2018 der Durchbruch. Mittlerweile ist er voll im Musikgeschäft angekommen. Nach seinem ersten großen Erfolg tourt der Wiener mit seinem neuen, zweiten Album „Teilzeitromantik“ sowie dem Hit „Expresso & Tschianti“ derzeit durch Deutschland und Österreich.

    Am 26. und 27. August 2022 macht er mit seiner Band Station auf der Geierwally Freilichtbühne in Elbigenalp im Tiroler Lechtal.

    Die österreichische Naturparkregion ist dem erfolgreichen Musiker bestens bekannt. Im Interview erzählt er uns, woher er die Inspiration für seine Texte nimmt, wie er sich körperlich und geistig auf seine Konzerte vorbereitet und warum er das Tiroler Lechtal so gerne besucht.

    „Teilzeitromantik“ heißt Ihr neues, zweites Album. Wie kam der Titel zu Stande?

    Josh: In meinen Songs geht es prinzipiell sehr oft um Gefühle. Der Gedanke hinter dem Titel „Teilzeitromantik“ besteht darin, dass es im Leben immer um die ganz große Romantik gehen soll, die Realität das aber oftmals gar nicht zulässt. Meist schafft man es einfach nicht, diese Romantik jeden Tag zu leben.

    Gibt es einen roten Faden in Ihren Texten und woher nehmen Sie die Inspiration dazu?

    Alles was ich schreibe, stammt in irgendeiner Weise aus normalen Situationen im Leben bzw. aus meinem Leben. Die „aufregendsten“ Dinge der Welt sind ja wirklich die, die einen am meisten berühren, obwohl es vielleicht nur Kleinigkeiten sind, z. B. dass man jemanden aus den Augen verliert oder sich verliebt. Zwischenmenschliche Beziehungen beschäftigen Menschen oft mehr als der eigene Kontostand.

    Stichwort Konzerte. 2020 und 2021 mussten die meisten Ihrer Veranstaltungen pandemiebedingt abgesagt werden. 2022 sind Sie in Österreich und Deutschland wieder auf Tour. Wie bereiten Sie sich körperlich und geistig darauf vor?  

    Wir hatten bisher eine großartige Tour und ich freue mich schon riesig auf alles, was dieses Jahr noch folgen wird. Die Vorbereitungen meiner Auftritte laufen eigentlich immer gleich ab:

    Ich übe sehr viel und vor längeren Konzertreihen achte ich darauf, mich halbwegs gesund zu ernähren oder auch mal ins Fitnesscenter zu gehen, sodass mein Rücken nicht schlapp macht.

    Am wichtigsten ist für mich aber auf jeden Fall das Proben mit der Band, denn ich möchte immer gut vorbereitet auf die Bühne gehen. So macht’s dann auch am meisten Spaß und ich genieße den Moment, ohne groß nachdenken zu müssen.

    Am 26. und 27. August 2022 treten Sie auf der Geierwally Freilichtbühne in Elbigenalp im Tiroler Lechtal auf. Kennen Sie das Lechtal und wenn ja, was schätzen Sie dort am meisten?

    Ich kenne das österreichische Lechtal gut und war auch schon einige Male vor Ort. Die Landschaft ist einfach wunderschön.

    Da in meinem Leben immer relativ viel Trubel herrscht, mag ich es in meiner Freizeit gern etwas ruhiger, ich bin absolut kein Fan von Massentourismus.

    Auch die Geierwally Freilichtbühne in Elbigenalp gefällt mir total gut und ich freue mich schon auf unsere beiden Konzerte dort im August.

    Zu meinen Bandkollegen habe ich schon gesagt, dass wir nach unserem Auftritt unbedingt noch zwei bis drei Tage Urlaub anhängen müssen, um gemeinsam ein bisschen wandern zu gehen. Auch darauf freue ich mich schon sehr.

    Gibt es ein besonders schönes Erlebnis, das Sie mit dem Lechtal verbinden?

    Es gibt ganz viele schöne Momente, die ich dort beim Wandern oder Skifahren erlebt habe. Wo es mir sehr gut gefallen hat, ist gleich in der Nähe von Elbigenalp, auf der Berghütte Kasermandl.

    Haben Sie einen Lieblingsplatz im Lechtal?

    Ich habe dort eigentlich viele Lieblingsplätze. Freunde von mir besitzen eine Hütte – sogar ohne fließendes Wasser – auf der habe ich schon ein paar sehr lustige Abende erlebt. Aber wo genau die Hütte sich befindet, verrate ich natürlich nicht.  Auch nicht meine anderen Lieblingsorte. Nicht dass am Ende ganz viele Leute dorthin kommen (lacht).

    Würden Sie gerne öfter ins Lechtal kommen?

    Ja, das würde ich sehr gerne. Das einzige Problem ist, dass es von meinem Zuhause in Wien kaum einen Ort in Österreich gibt, an den man länger fährt als ins Lechtal. Das ist wirklich sehr schade, denn sonst wäre ich wahrscheinlich öfter dort. Darum ist es aber umso schöner, wenn ich im August endlich wieder da bin.

    Interview: Natalie Schneider/AHM

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  • Mit dem EU-Projekt „Lebensspur Lech“ ist der gesundheitstouristische Erlebnisraum zwischen dem bayerischen Allgäu und dem Tiroler Lechtal noch enger zusammengewachsen – ebenso wie die Kooperationspartner Stefan Fredlmeier/Füssen Tourismus und Marketing (li.) und Michael Kohler/Lechtal Tourismus
    Von Bayern bis Tirol:

    Interview zum Abschluss des Interreg-Projekts „Lebensspur Lech“

    Nach sechs ereignisreichen Jahren ist das Interreg-Projekt „Lebensspur Lech“ zum 1. Juli 2022 abgeschlossen. Während dieser Zeit hat sich im gesundheitstouristischen Erlebnisraum zwischen dem bayerischen Allgäu und dem Tiroler Lechtal viel getan – dort, wo Europa auf kleinstem Raum zusammengewachsen ist.

    Alle neu entstandenen Stationen bleiben auch weiterhin für Gäste und Einheimische zugänglich.

    Warum der Wildfluss Lech dabei stets das verbindende Element ist, wie man aus einem verschlafenen Bergweiler ein „Auszeitdorf“ macht und weshalb grenzüberschreitende Regionalentwicklung so sinnvoll ist, wissen Füssens Tourismusdirektor Stefan Fredlmeier und der Geschäftsführer von Lechtal Tourismus Michael Kohler.

    Sie haben das gemeinsame „Baby“ ins Leben gerufen,  mit ihren Teams gehegt, gepflegt und nun erfolgreich zu Ende geführt. www.lebensspur-lech.com,

    Wie sind Sie 2016 auf das Interreg-Projekt „Lebensspur Lech“ gekommen?

    Stefan Fredlmeier: Einer der Schwerpunkte von Füssens Tourismusentwicklung ist die zeitgemäße Umsetzung des Kneipp’schen Naturheilverfahrens.

    Es war also naheliegend, bei unseren Nachbarn nachzufragen, wer ähnliche Ambitionen hat. Da uns der Lech mit unseren österreichischen Partnern nicht nur geografisch verbindet, war Kneipp als gemeinsame Klammer schnell gefunden.

    Michael Kohler: Das Tiroler Lechtal steht seit jeher für naturorientierten und sanften Tourismus. 2015 bekamen wir die Gelegenheit, uns auch im gesundheitstouristischen Bereich weiterzuentwickeln und das obendrein in Zusammenarbeit mit unseren Allgäuer Freunden. Schon der Lechweg hat als Grundfeste unserer Partnerschaft gezeigt, dass es sich lohnt, an einem Strang zu ziehen.

    Was genau versteht man unter einem „gesundheitstouristischen Erlebnisraum“ und welche Voraussetzungen hat dieser zu erfüllen?

    SF: Das klingt sehr technisch – ist es aber nicht. In unserem Fall handelt es sich um eine Region, in der Gäste der Philosophie Sebastian Kneipps folgen, sie in all ihren Facetten und mit allen Sinnen erfahren können.

    Festgelegte Voraussetzungen oder Grenzen gibt es dabei nicht. Letztlich ist entscheidend, was der Besucher wahrnimmt und erleben kann: nämlich ganzheitliche Entschleunigung in der unverfälschten Natur des Wildflusses Lech.

    Warum war ausgerechnet das Thema Kneipp/Innere Ordnung von Beginn an zentrales Thema?

    SF: Für Füssen als Kneippkurort mit jahrzehntelanger Erfahrung war das Thema gesetzt. Kneipp eignet sich aufgrund seines präventiven Charakters und seiner Niederschwelligkeit bestens, um Gesundheit mit Tourismus zu verbinden.

    MK: Angesichts der gesellschaftlichen Relevanz von Themen wie Entschleunigung, Balance und Auszeit lag nahe, die Kneipp’sche Säule „Innere Ordnung“ als Projekt-Schwerpunkt zu fokussieren. Uns war von Beginn an klar, dass wir damit den richtigen Nerv treffen und am Puls der Zeit sind.

    Welche Partner sind beteiligt und warum hat der Portalort Füssen diese mit ins Boot geholt?

    MK: Neben Füssen im bayerischen Allgäu ist das Lechtal als Teil des Naturparks Tiroler Lech beteiligt. Die Angebotsentwicklung fand bei uns schwerpunktmäßig in der Gemeinde Holzgau und vier Seitentälern des Lechtals statt.

    Der Verein Lechweg fungierte als bestehender Organisationsrahmen für gemeinsame Maßnahmen wie Qualifizierung und Marketing. So konnten wir uns den verwaltungstechnischen Akt sparen, für die „Lebensspur Lech“ einen eigenen Verein zu gründen.


    Was wurde im Kontext der „Lebensspur Lech“ alles realisiert? 

    SF: Im Rahmen umfangreicher Bauprojekte wurden in Füssen zahlreiche Erlebnisareale geschaffen, die Sebastian Kneipp sicher gut gefallen hätten – von Kneipp-Gussstellen über Ruheinseln bis zu Bewegungs-Parcours und Besinnungswegen.

    Vor allem aber vertiefte Füssen per Qualifizierung der Gastgeber und Angebotsentwicklung das gesellschaftlich relevante Thema „gesunder Schlaf“:

    Mithilfe des Kneipp‘schen Naturheilverfahrens rücken wir lebensstilbedingter nächtlicher Unruhe zu Leibe und sind dafür sogar von der Ludwig-Maximilians-Universität München wissenschaftlich zertifiziert worden.

    MK: Wir Partner im Lechtal schufen in Holzgau den Vitalweg, der spannend und inspirierend alle Kneipp’schen Themen erlebbar macht.

    Mittlerweile ist dort sogar die einheimische Bevölkerung unterwegs und somit auch die Akzeptanz für derlei Projekte im Tal gegeben.

    Dem Wunsch nach Ruhe, Besinnung und Selbstjustierung wird in den sogenannten Auszeitdörfern Rechnung getragen, die sich tief in den Seitentälern des Lechs befinden.

    Dort laden die Natur und Ruheinseln dazu ein, eine „Gegenwelt“ zum hektischen Alltag zu erleben. Sowohl im Lechtal als auch in Füssen wurden zudem Kneipp-Gesundheitstrainer ausgebildet. Und wir haben die „Lebenspur Lech“ mit Marketing- und Pressearbeit öffentlichkeitswirksam präsentiert.

    Apropos Auszeitdörfer: Was genau hat es damit auf sich?

    MK: Auf diesen „Coup“ sind wir besonders stolz. Denn im Prinzip handelt es sich dabei „nur“ um vier Kleinstgemeinden in den Talschlüssen des Tiroler Lechtals.

    Doch Produktentwicklung bedeutet vor allem Kreativität – und so haben wir aus der Not eine Tugend gemacht und die „Tiroler Auszeitdörfer“ ins Leben gerufen.

    Mit ihrem Anspruch auf Kneipps „Innere Ordnung“ sprechen sie mittlerweile gestresste Manager ebenso an wie Paare, die einen romantischen Rückzugsort suchen oder Aktive, die gern off the path unterwegs sind.

    Hierbei war uns vor allem wichtig, die Dörfer nicht mit touristischen Highlights zuzupflastern und zu inszenieren. Vielmehr wollten wir die bestehenden Gegebenheiten – den idyllischen Bergdorfcharakter, die Ruhe, das Fehlen großer Hotelanlagen – noch hervorheben.

    Es galt zu vermitteln, dass es ein Privileg ist, dort zu leben oder Urlaub zu machen. Da auch die Auszeitdörfer nicht von Abwanderung verschont bleiben, sollte zudem den Einheimischen eine Perspektive geboten werden. 


    Was hat sich in den vergangenen sechs Jahren in Sachen grenzüberschreitende Verbindung(en) getan und zum Positiven verändert?

    SF: Die bereits über den Lechweg und gemeinsame Kulturprojekte vertrauensvolle Zusammenarbeit hat sich in den letzten sechs Jahren nochmals intensiviert.

    Da inzwischen auch der Lechradweg verlängert worden und noch attraktiver ist, wird der Lech seiner Bedeutung als verbindende Achse noch stärker gerecht.

    Schon seit jeher verbindet er uns wie eine Lebensader und es macht auch weiterhin Sinn, gewisse Themen miteinander zu bearbeiten und Synergien zu nutzen.


    Warum sind EU-Projekte sinnvoll und wie genau werden sie wahrgenommen und genutzt?

    SF: Bei Interreg-Projekten wie der „Lebensspur Lech“ steht die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit klar definierten Entwicklungsschwerpunkten im Vordergrund. So wächst Europa zusammen.

    In unserem Fall erleben Einheimische und Gäste die touristischen Angebote entlang des Wildflusses Lech. Dabei hat die politische Grenze zwischen Österreich und Deutschland keinerlei Relevanz mehr, sondern wir bringen einfach gemeinsam etwas weiter.


    Inwieweit bleibt die „Lebensspur Lech“ nach Projektende auch weiterhin bestehen?

    MK: Alle Angebote der „Lebensspur Lech“ gibt es auch weiterhin. Tatsächlich konnten wir alle 2016 fixierten Ziele umsetzen, obwohl Preissteigerungen im Förderzeitraum mehrfaches Nachjustieren erforderlich machten.

    So aber haben wir die Chance bekommen und genutzt, Prozesse anzustoßen, Kompetenzen zu entwickeln, eine Infrastruktur aufzubauen und damit den Tourismus langfristig und nachhaltig zu stärken – zum Nutzen der Regionen und natürlich auch der Gäste.
    Was „treibt“ Sie für die Zukunft noch an?

    SF: Qualitätsbasierter und nachhaltiger Tourismus bleibt unsere gemeinsame Daueraufgabe. Die angeschobenen Entwicklungen müssen weiter vertieft werden, um die „Lebensspur Lech“ als grenzüberschreitenden Erlebnisraum für gesundheitsfördernden Naturtourismus mit einer modernen Umsetzung des Kneipp’schen Naturheilverfahrens noch stärker zu profilieren.

    Gibt es eine Idee für ein verlängerndes oder sogar neues Interreg-Projekt zwischen den bestehenden Partnern?

    MK: Da haben wir noch einiges vor – weitere Ideen gehen in Richtung grenzüberschreitende Mobilitätsverbesserung, naturschonende Besucherlenkung und digitale Verbünde, unter anderem bei den verschiedenen Gästekarten. Vor allem aber ist das Maß aller Dinge, dass der touristische Erlebnisraum auch weiterhin mit dem Lebensraum harmoniert.

    Interview: Jessica Thalhammer/AHM

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