Aktuelles aus Medien, Kulturpolitik und Marketing

Aktuelles - Reden ist Silber

  • Das Dortmunder Publikum war von Jekyll und Hyde begeistert
    der Kampf zwischen Gut und Böse,
    Weltkunst in Dortmund - Fesselnd, düster und sexy

    Fesselnd, düster und sexy. So hat Gil Mehmert „Jekyll & Hyde“ jetzt an der Oper Dortmund inszeniert. In dem Musical von Steve Cuden und Frank Wildhorn, das aus der gleichnamigen Novelle von Robert Louis Stevenson entstanden ist, geht es um den Kampf zwischen Gut und Böse, um einen tüchtigen wie ehrgeizigen Arzt, Henry Jekyll, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, die Trennung dieser so gegensätzlicher Eigenschaften zu erforschen, was ihm im viktorianischen England verboten und er zu seinem eigenen Versuchskaninchen und so zu Edward Hyde wird, einem grausamen Sadisten.

    1990 habe ich als Dramaturg am Alley Theater in Houston, Texas, an der Entwicklung und Uraufführung dieses Stücks mitgewirkt, bevor es ans Broadway ging und kann nur betonen, dass sich die Dortmunder Inszenierung in absolut keiner Art und Weise vor den US-amerikanischen verstecken braucht; ganz im Gegenteil.

    Das Ensemble mit dem grandiosen David Jakobs als Jekyll/Hyde und der atemberaubenden Bettina Mönch als Lucy Harris liefert solides Theater ab, das durch Können wie Kunst überzeugt. Die Musik reißt mit, ist mal romantisch, mal rockig und immer wohl temperiert.

    Nicht aufhörend wollende Ovationen aus einem fast ausverkauften Saal waren der Dank des Publikums. Was mich indes überhaupt nicht überrascht. Seit nunmehr fünf Jahren besuche ich regelmäßig die Aufführungen des Theater Dortmunds.

    Ob Schauspiel, Ballett oder Oper: Was hier präsentiert wird, ist wirklich Weltkunst, was meine unverblümte wie objektive Feststellung ist und nichts, aber auch gar nichts mit irgendeinem Lokalpatriotismus zu tun hat, sondern im Gegenteil mit meinem Qualitätsempfinden. Wie zum Beispiel auch das Stück „Das Reich der Tiere“ von Roland Schimmelpfennig, in dem ein Schauspiel-Ensemble vor einer offenen Zukunft steht, weil es nicht weiß, wie es beruflich mit ihm weitergeht. Vertrag oder Straße? Und wen interessiert’s?

    So sind die fünf desolaten Darsteller eines lächerlichen Tier-Musicals zur namenlosen Verfügungsmasse der Unterhaltungsindustrie degradiert. „Das Reich der Tiere“, flott, amüsant und engagiert inszeniert, ist eine Geschichte vom Theater auf dem Theater und eine Parabel vom Ende einer Epoche.

    Auch auf Dortmund gemünzt, da der überaus erfolgreiche Intendant und Regisseur Kay Voges nach Wien wechselt und viele Künstler ihm folgen werden. Die er will zumindest. Wer aber bleibt zurück und wird von der neuen Intendanz übernommen, als Altlast quasi?

    Die Spielzeit 2019/20 ist auf jeden Fall der Knaller und voller Überraschungen. „Jekyll & Hyde“ wie „Das Reich der Tiere“ sind im Repertoire zu sehen. Das Theater Dortmund bietet jetzt übrigens auch ein Weihnachtsabo als Geschenkidee an. Weitere Informationen gibt es auf www.theaterdo.de

    Sönke C. Weiss

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  • Roald Amundsen, Helmer Hanssen, Sverre Hassel und Oskar Wisting am Suedpol
    Roald Amundsen der erste Mensch am Südpol
    Roald Amundsen, ein ungewöhnlicher Held und Weltstar

    Am 14. Dezember 1911 erreichte der Polarforscher Roald Amundsen als erster Mensch den geografischen Südpol und gewann die Jagd nach diesem Triumph gegen seinen Rivalen, dem Engländer Robert Falcon Scott, der bei seiner Reise ums Leben kam, wie sein Team übrigens auch, weil der Norweger einfach besser vorbereitet war. Amundsen wurde zum Weltstar.

    17 Jahre später, am 18. Juni 1928, machte er sich auf den Weg, um den italienischen Polarforscher Umberto Nobile zu retten, der mit seinem Luftschiff bei der Rückkehr vom Nordpol abgestürzt war und verschwand spurlos.

    Davon handelt das Buch „Amundsens letzte Reise“, das die norwegische Polarforscherin und Schriftstellerin Monica Kristensen 2017 geschrieben hat und was es jetzt erstmals in deutscher Übersetzung von Christel Hildebrandt im btb Verlag für 22 Euro gibt.

    Basierend auf bis zum Teil bisher unveröffentlichten Quellen beschreibt die Autorin die letzten Tage und Stunden vor dem Verschwinden Amundsens und stellt immer wieder Frage, wie es sein konnte, dass so ein besonnener wie gründlicher Mann einen solch fatalen Fehler machte, der ihm und seinen Männern das Leben kostete.

    Leider bleibt die Autorin in ihren Darstellungen auf der Sachbuchebene. Wenig finden wir über den Menschen Amundsen heraus, auch geht sie in keiner Weise auf die Karriere dieses ungewöhnlichen Mannes ein, den in Norwegen vermutlich jedes Kind kennt, weltweit man ihn indes dechiffrieren muß, so komplex war sein Charakter.

    Ich hatte das Privileg, die Rolle des Amundsen Anfang der 90er Jahre in dem Theaterstück „Terra Nova“ von Ted Tally spielen zu dürfen; vermutlich gefiel dem Regisseur mein norddeutscher Akzent, der dem norwegischen wohl ähnlich klang. Zur Vorbereitung habe ich Amundsens Südpoltagebücher gelesen und alles, was über ihn bis dato geschrieben worden war.

    Von daher hatte ich bei „Amundsens letzter Reise“ einen Heimvorteil, ohne den das Buch streckenweise eher Fachliteratur gleicht. Schade, haben wir es hier doch mit einem Helden zu tun, wie er sicher nur alle hundert Jahre geboren wird. Nichtsdestotrotz, wer sich für die Polarforschung interessiert, der wird hier wohl bedient.

    Anderen empfehle ich den Film „Das rote Zelt“ von Michail Kalatosow von 1969 mit Hardy Krüger, der Amundsens Suche nach Umberto Nobile dramatisiert. Absolut sehenswert.

    Sönke C. Weiss

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  • Hochsicherheitsrechner der Central Intelligence Agency gehackt
    Federball und der Fuchs
    Spione im Tiefschlaf, nicht nur Greta kann die Welt verändern

    Dass nicht nur Greta, die unter dem Asperger-Syndrom leidet, die Welt verändern kann, beweist der jüngste Held aus der Feder von Frederick Forsyth: Luke Jennings ist 12 Jahre alt, klappert auf seinem Computer herum und hackt dabei - nur um zu zeigen, dass er es kann - in die Hochsicherheitsrechner der CIA und richtet so großen Schaden an, dass man den Autisten gleich einen Job gibt, was die Familie selbstverständlich zuläßt, weil die Alternative lebenslanger Knast wäre.

    Und so verändert Luke auf 315 Seiten Geopolitik und wird schnell selbst zum Gejagten. Interessanter als der Plot selbst ist das Insiderwissen des Autoren hinsichtlich der Geheimdienste und wie diese mal mehr mal weniger verdeckt operieren.

    „Der Fuchs“, spannend und rasant geschrieben, wie alle Bücher des ehemaligen Journalisten und Kampfpiloten, ist bei C. Bertelsmann erschienen und kostet 20 Euro.

    Vier Euro mehr kostet John le Carrés neuestes Werk „Federball“ und ist so irreführend wie der Titel selbst: Nat, der Held der Geschichte, ein mit 47 Jahren bereits in die Jahre gekommener Spion, verbringt seine Zeit meist beim Badminton, ein Sport, der mit Federball nun gar nichts gemein hat. (Wer bei Ullstein auf diesen Titel gekommen ist, sollte seine Berufung in Frage stellen.

    Im Original heißt das Buch übrigens:( Agent Running in the Field.) Hier trifft Nat auf den jungen wie ambitionierten Ed, von dem wir nicht wissen, ob er nun ein Agent ist oder nicht, vielleicht sogar ein doppeltes Spiel spielt oder schlicht und ergreifend einfach nur da ist. Es ist, wie gesagt, alles sehr verwirrend.

    Die Auflösung gibt es auf Seite 349, bis dahin passiert nie wirklich nichts. Le Carré, der mit seiner Smiley-Reihe und Werken wie „Marionetten“ und „Der ewige Gärtner“ in seinem Genre Weltliteratur geschaffen hat, scheint hier in einen tiefen Schlaf gefallen zu sein, aus dem ihn nicht einmal seine treuen Freunde und Vorableser geweckt haben. Bleibt zu hoffen, dass „Federball“ nicht sein letztes Buch war.

    Sönke C. Weiss

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Aktuelles - Marketing News

  • Tue Gutes und sprich auch darüber
    Wenn Marken sich damit schmücken, Gutes zu tun

    Holger Schellkopf, Chefredakteur bei W&V, meldet heute einen Klimaschutz Erfolg. Vor zehn Jahren hat Krombacher mit dem WWF Deutschland ein Klimaschutz-Projekt auf Borneo gestartet.

    Lieber Herr Böhmer,

    wenn Marken sich damit schmücken, Gutes zu tun, dann sind wir gemeinhin erstmal skeptisch. Gerade, wenn es um Nachhaltigkeit oder Klimaschutz geht. Wie bei einem Super-Sprinter der Doping-Verdacht, schwingt in solchen Fällen der Verdacht des Greenwashing mit.

    Ganz praktisch, wenn man solche Projekte schon gestartet hat, als Klimaschutz noch nicht so richtig hip und Greenwashing ein echtes Fremdwort war. Noch praktischer, wenn man mit einem solchen Projekt auch noch Ergebnisse vorweisen kann. Krombacher ist "ein echtes Pionierprojekt" in Sachen Klimaschutz gelungen, lobt der WWF die seit zehn Jahren laufende Aktion der Brauerei.

    Ein groß angelegtes Pionierprojekt ganz anderer Art ist Accenture Interactive. „Wir bauen etwas, das es so noch nicht gegeben hat“, sagt DACH-Chef Matthias Schrader. Wir haben uns auf Spurensuche gemacht, wie Accenture Interactive den Marketingdienstleister der Zukunft bauen will.

    Eine internationale Geschichte, die es deshalb auch in einer englischen Version auf unserer Seite zu lesen gibt.

    Wirklich international ist inzwischen auch die Rabattschlacht namens Black Friday. Der steht uns ja in der kommenden Woche wieder ins Haus. Eine aktuelle Studie zeigt, welche Marken, Produkte und Shops die Deutschen dabei bevorzugen und warum die Schnäppchentage gut für die Neukundengewinnung sind.

    Schönen Abend

    Holger Schellkopf

    Wenn sie noch mehr Informationen über Content-Marketing, Storytelling, Digitale-Transformation, Influencer-Marketing, Produkt und Markenwelten sowie Geschichten und Informationen aus der Werbebranche erfahren wollen, besuchen sie unsere unserer Rubrik Marketing News hier erfahren sie ständig was die Werbe-Welt bewegt.

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  • Pizza Witz auf Twitter von Dr. Oetker aergert Homoeopathie Verfechter das ist ein Griff ins Klo
    Pizza-Witz auf Twitter von Dr. Oetker
    Auch Dr. Oetker greift ins Klo und macht es Adidas nach

    Holger Schellkopf, Chefredakteur bei W&V, ist anscheinend heute etwas schreibfaul, deshalb fasst er sich ganz kurz. Erst kürzlich erntete Adidas Hohn und Spott im Social Web. Adidas hatte für die deutsche Fußballnationalmannschaft hat ein neues Trikot entworfen, was überhaupt nicht gut ankam. Das war ein griff ins Klo, und Dr. Oetker macht es nun nach, und bringt die Verfechter der Homöopathie gegen sich auf.

    Das kam nicht gut an: Entdeckt jetzt unsere neue homöopathische Pizza. Extra sättigend, besonders teuer und mit köstlichen Spuren von Fischstäbchen. #homöopathie".

    Lieber Herr Böhmer,

    es gibt Themen, da wird aus Spaß ganz schnell bitterer Ernst. Dr. Oetker erlebt gerade, was das bedeutet. Man hatte einen - eigentlich ganz gelungenen - Gag auf Twitter gemacht und die Homöopathie-Diskussion auf die Schippe genommen.

    Das Echo war enorm aka Shitstorm. Als Dr.Oetker den Tweet daraufhin zurückzog, ging die Party aber erst so richtig los. Um im Genre zu bleiben: die stärkere Verdünnung verstärkte in diesem Fall wirklich die Wirkung.

    Gesunden Abend wünscht

    Holger Schellkopf

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  • Das Model Marie Nasemann betreibt fuer die Deutsche Bahn sozialfolkloristische Augenwischerei
    eine Influencer-Kampagne
    Deutsche Bahn Influencer-Kampagne ist sozialfolkloristische Augenwischerei

    Rolf Schröter, Mitglied der Chefredaktion bei WV, hat vollkommen Recht, das was die Bahn da treibt ist Augenwischerei. Wir sollten uns aber auch die Frage stellen, wie es mit den Forderungen der "Grünen" aussieht, die am liebsten keine Autos mehr wollen. Wie kommt man dann erst ins bayerische Umland?

    Lieber Herr Böhmer,

    die Deutsche Bahn startet eine Influencer-Kampagne auf Instagram TV. Unter anderem mit dem Model Marie Nasemann. Marie ist mit der Bahn von München nach Murnau gefahren. Sie sieht "das bayerische Umland" als ihre "Heimat".

    Ich wollte mit meiner Familie unlängst ebenfalls ins bayerische Umland fahren. Die Oberpfalz ist die Heimat meiner Frau. Aber zur fast 9000 Einwohner zählenden Stadt Tirschenreuth zum Beispiel gibt es keine Bahnverbindung mehr.

    Obwohl dort vor sechs Jahren immerhin die Landesgartenschau stattgefunden hat. Und in die Heimatmetropole Weiden in der Oberpfalz, fast 43.000 Seelen stark, kommt man schienentechnisch nur mit einer Bahn-Alternative namens Alex.

    Marie benutzt in ihrem InstaTV-Spot das Bahn-Produkt ICE. Aber in Murnau hält ein ICE nur einmal am Tag, nachmittags. Ansonsten: Regionalbahn. Der ICE braucht für die 58 Kilometer kurze Strecke eine Stunde und fünf Minuten. Die Hinfahrt kostet als Flexpreis 21,50 Euro.

    Noch nicht einmal der Preis ist überzeugend.

    Diese Influencer-Kampagne ist sozialfolkloristische Augenwischerei.

    Schönen Abend noch

    Rolf Schröter

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Aktuelles - Kultur und Medien

  • Der Future-Kinotag 2040 WIR RETTEN DIE WELT am 6. DEZEMBER 2019
    DER 2040-FUTURE-KINOTAG
    Gehen Sie ins Kino und nehmen Sie Ihre Kinder mit, es geht um die Zukunft

    Die Zukunft ist aktuell eines der dominierenden Themen unserer Zeit. Ob Greta Thunberg, die Friday for Future-Bewegung oder die Themen Klimawandel, Nachhaltigkeit, Naturschutz, Politik …

    Deshalb findet am 6. Dezember - unterstützt von wichtigen Organisatoren - bundesweit der Future – Kinotag statt, an dem 2040 – WIR RETTEN DIE WELT! in den teilnehmenden Kinos zum Einheitspreis von 5 Euro gezeigt wird. Die Kinovorstellungen werden von lokalen Veranstaltungen und Diskussionen begleitet.

    2040 – WIR RETTEN DIE WELT - ist kein schwarzmalerisches Weltuntergangsszenario. Der Film von Regisseur Damon Gameau (VOLL VERZUCKERT) zeigt, dass es bereits technische Möglichkeiten gibt, die wir im Großen und Kleinen anwenden müssen, damit sich unser Planet regenerieren kann. Es gibt auf allen Ebenen Methoden, um den Klimawandel aufzuhalten - und so für eine Zukunft der kommenden Generationen zu sorgen.

    Der Future-Kinotag:

    2040 – WIR RETTEN DIE WELT!

    am 6. DEZEMBER 2019

    „Gehen Sie ins Kino und nehmen Sie Ihre Kinder mit.“

    ARTE Metropolis

    „Ein positiver Film, der ein Zeichen setzt gegen die wachsende Verzweiflung.“

    Cinema.de

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  • Beswingte Weihnachten mit Baptiste Pawlik
Baptiste Pawlik My favourite Christmas Songs
    Beswingte Weihnachten mit Baptiste
    Düsseldorfer Meistergeiger Baptiste - My favourite Christmas Songs

    Pünktlich zur Adventszeit möchten wir Euch auf das Düsseldorfer Violintalent Baptiste aufmerksam machen. Sein weihnachtliches Instrumentalalbum „Baptiste - My favourite Christmas Songs“ ist auf allen bekannten Downloadportalen weltweit noch immer erhältlich.
     
    Mit seiner persönlichen Auswahl der schönsten Weihnachtsklassiker schlägt Baptiste Pawlik zum Jahresende sanfte Swingtöne an, die von vollmundigen Orchesterklängen begleitet werden. Das Album umfasst insgesamt zehn Titel, worunter sich auch traditionelle Weihnachtslieder wie “O Tannenbaum” oder besinnliche Klassiker wie “Oh Holy Night” befinden.

    Beswingte Weihnachten mit Baptiste

    Natürlich darf auch der amerikanische Swing-Hit „Santa Baby“ nicht fehlen. Das Album ist eine gemeinsame Produktion zahlreicher Künstler, die schon Musikgrößen wie Eros Ramazotti und Dante Thomas zu einem unvergesslichen Klangerlebnis verholfen hatten. Zum Ensemble zählen unter anderem der Gitarrist Riccardo Doppio sowie der Cellist und Vorspieler der „Essener Philharmoniker“ Florian Hoheisel.
     
    Das Besondere an „Baptiste - My favourite Christmas Songs“: Baptiste agiert hier erstmalig nicht nur als Künstler, sondern auch als Arrangeur für das Orchester.
     
    Schon in Kindertagen schlug Baptistes Herz für Swing, Jazz, Hip Hop, House-Music und selbstverständlich für die Klassik. „Ich liebe es, die moderne Popmusik mit der instrumentalen Interpretation der Klassik zu vereinen“, so der Düsseldorfer Geiger. Gerne unterstützt Baptiste auch andere Musikstars bei ihrer Bühnen-Performance, wie zuletzt Céline Dion bei der Bambi-Verleihung 2012. In den vergangenen Jahren musizierte er ebenso mit Justin Bieber und Take That.
     
    Der internationale Durchbruch gelang Baptiste im Jahr 2014 mit dem weltweit gefeierten Konzert im Vatikan vor dem emeritierten Papst Benedikt XVI. Der klassisch ausgebildete Geiger genoss seine musikalische Ausbildung bei dem weltweit renommiertesten Violinpädagogen Prof. Zakhar Bron, der schon Starmusikern wie David Garrett Unterricht erteilt hatte.
     
    Baptiste Pawlik (VITA)
     
    Seinen ersten Violinunterricht erhielt Baptiste im zarten Alter von drei Jahren. Bereits nach kurzer Zeit galt der junge Musiker als Wunderkind an der Geige. Diesem Titel wurde er schnell gerecht, als er als jüngster Teilnehmer im Alter von vier Jahren den Wettbewerb „Jugend musiziert" gewann. Daraufhin folgten sechs weitere Auszeichnungen und Tourneen als Solist der Jungen Philharmonie im Europa und Asien. Mit gerade einmal 16 Jahren gab der junge Musiker sein Fernsehdebüt im ZDF Sonntagskonzert.

    Auf seinem Karriereweg kam es zu Begegnungen mit den größten Violinisten unserer Zeit wie Roby Lakatos und Sir Yehudi Menuhin. Den Letztgenannten beeindruckte das junge Talent derart, dass der legendäre Musikvirtuose ihm prompt seinen Dirigentenstab überreichte. Für seine besondere Darbietungskunst wurde Baptiste Pawlik zudem die Ehre zuteil, eine Meistergeige aus dem Jahre 1778 sein Eigen nennen zu dürfen.

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  • Eine sehr persoenliche Dokumentation ueber den 2007 verstorbenen Popstar der großen Oper
    eine Jahrhundertstimme
    PAVAROTTI Genie, Entertainer, Superstar

    Genie, Entertainer, Superstar: Nach seiner preisgekrönten Dokumentation THE BEATLES: EIGHT DAYS A WEEK – THE TOURING YEARS widmet sich Regisseur Ron Howard einer weiteren Musikikone.

    Luciano Pavarotti, berühmt als „The People's Tenor“, nutzte seine Gabe und seine Leidenschaft auch dazu, die Oper aus der elitären Ecke zu holen und einem breiten Publikum nahe zu bringen. Mit seiner Jahrhundertstimme und einzigartigen Ausstrahlung eroberte Pavarotti die Bühnen der Welt und Millionen Herzen im Sturm.

    In Interviews kommen seine Familie, namhafte Kollegen sowie Fans des Weltstars aus Modena zu Wort: von Bono über José Carreras und Plácido Domingo bis zu Prinzessin Diana. Anhand privater, bislang nie veröffentlichter Aufnahmen zeichnet Ron Howard das intime Porträt eines faszinierenden Mannes und unvergesslichen Ausnahmekünstlers.

    In seinen Spielfilmen widmet sich Oscar-Preisträger Ron Howard (RUSH: ALLES FÜR DEN SIEG, A BEAUTIFUL MIND, FROST/NIXON) regelmäßig realen Persönlichkeiten. Mit PAVAROTTI legt der Filmemacher nun eine sehr persönliche Dokumentation über den 2007 verstorbenen Popstar der großen Oper vor – in mitreißendem Dolby Atmos Sound.

    Neben Howard und seinem langjährigen Produktionspartner Brian Grazer (Oscar für A BEAUTIFUL MIND, THE DA VINCI CODE – SAKRILEG) zählen Emmy-Gewinner Nigel Sinclair (THE BEATLES: EIGHT DAYS A WEEK – THE TOURING YEARS), Michael Rosenberg („Mars“) und Jeanne Elfant Festa (THE BEATLES: EIGHT DAYS A WEEK – THE TOURING YEARS) zum Produzententeam. Für den aufwendigen Schnitt zeichnet Paul Crowder (Emmy-Nominierung für THE BEATLES: EIGHT DAYS A WEEK – THE TOURING YEARS) verantwortlich.

    Von Ron Howard

    Mit Luciano Pavarotti, Bono, José Carreras, Plácido Domingo, Prinzessin Diana, u.v.a.

    Großbritannien, USA 2019 // 114 min

    Kinostart am 26. Dezember 2019

    im Verleih von Wild Bunch Germany

     

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Aktuelles - Interviews und Portraits

  • Die Karibik zaehlt zu den attraktivsten Unterwasserrevieren der Welt
Michael Clarke, Group Director Watersports bei Sandals und Beaches Resorts
    Tauchguide für die Karibik
    5 Fragen an Michael Clarke, Group Director Watersports bei Sandals & Beaches Resorts

    Michael Clarke, Group Director Watersports bei Sandals & Beaches Resorts, erzählt im Interview alles über den bewussten Umgang mit der fragilen Meeresflora und -fauna, verrät seine persönlichen Hotspots in der Karibik und erklärt, warum Urlaubsgäste stets sorgenfrei abtauchen können.

    Wann ist die beste Jahreszeit für Taucher in der Karibik?

    Es kommt ganz darauf an, was man sehen möchte! Im Winter zum Beispiel schwimmen jede Menge Wale rund um die Turks- und Caicosinseln. Im Sommer hingegen ist das Wasser in der Karibik wärmer, ruhiger und klarer.

    Damit sinkt das Risiko eines „no dive day“, in der Regel aber sind die Fische dann auch kleiner. Grundsätzlich gibt es in der Ostkaribik nicht so viele Großfische, aber umso farbenfrohere Exemplare.

    Auf Barbados kann man das ganze Jahr hindurch Schildkröten beobachten. Dort ist die zweitgrößte Population von Echten Karettschildkröten in der Karibik beheimatet.

    Wo finden Unterwasser-Liebhaber die besten Riffe und die aufregendsten Wracks?

    Für Wracktaucher findet sich in der Karibik kaum eine bessere Location als Grenada. Es liegen allein sieben korallenbewachsene Wracks rund um die Insel, eines davon ein ehemaliges Kreuzfahrtschiff, nur etwa fünf Minuten vom Sandals Grenada Resort & Spa entfernt, in 30 bis 40 Metern Tiefe. Die schönsten Riffe haben St. Lucia, die Turks- und Caicosinseln sowie die Bahamas.

    Was sind die wichtigsten Dos und Don‘ts für Taucher unter Wasser?

    Erste und wichtigste Regel: niemals ohne seinen Buddy tauchen. Fische oder andere Lebewesen zu berühren ist absolut verboten, das gilt auch fürs Riff. Es ist Tauchern weder erlaubt, darauf zu stehen, noch Korallen abzubrechen.

    Und last but not least: Ohne das Know-how der richtigen Atemtechnik darf man keinesfalls unter Wasser gehen. Unsere Dive Guides unterrichten ihre Schüler kompetent und trainieren sie dahingehend vor jedem Tauchgang. Alle Sandals Resorts bieten außerdem PADI-Kurztrainings für Anfänger an.

    Wenn es doch mal ernst wird: Warum müssen sich Taucher keinerlei Sorgen machen, so lange sie mit einem Tauchguide von Sandals & Beaches unterwegs sind?

    Wir sind nicht nur erfahren, sondern kennen uns auch seit vielen Jahren bestens in den jeweiligen Locations aus. Pro Jahr unterrichten wir insgesamt 9.000 Tauchschüler und verzeichnen 33.000 Tauchgänge.

    Das Equipment ist stets auf dem neuesten Stand der Technik und wird ständig auf seine Funktionstüchtigkeit kontrolliert. Wir sind alle trainiert in Erster Hilfe, Zugänge zu Sauerstoff sind ebenso gewährleistet wie die kürzesten Wege zu Dekompressionskammern.

    Hand aufs Herz: Welcher Ort ist Ihr Favorit zum Tauchen in der Karibik?

    Mein bester persönlicher Spot ist Barbados mit dem Wrack der Stavronikita. Dort gibt es so viele verschiedene Dinge zu entdecken, unter anderem dank des klaren Wassers. Es ist für Anfänger ebenso geeignet wie für erfahrene Taucher und schon in 20 bis 30 Metern Tiefe sieht man Schulen von hunderten Fischen in allen Farben und Schildkröten, soweit das Auge reicht.

    Interview: Jessica Harazim/AHM PR

    Preisbeispiel: Bei Dertour kostet eine Woche im Sandals Emerald Bay auf den Bahamas ab 1.709 €/Pers. im DZ. Enthalten sind 7 Ü im Beach House Luxury Club Level Room, „Luxury Included“-AI-Verpflegung, Tauchen für zertifizierte Taucher sowie die Transfers ab/bis Flughafen.

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  • Dieter Falk sagt im Interview mit Michaela Boland den Freunden der Kuenste Jede Musik lebt von ihren Idolen
Dieter Falk an dem Platz wo er die großen Melodien komponiert 
Dieter Falk hat eine Professur an der Robert Schumann Hochschule in Duesseldorf
    MICHAELA BOLAND TRIFFT DIETER FALK
    Dieter Falk hat über 20 Millionen Platten verkauft - er sagt den Freunden der Künste, Musik muss anstecken

    Zweiter Teil des Exklusiv Interviews von Michaela Boland mit Dieter Falk für die Freunde der Künste.

    Als Produzent von PUR feierte er Millionenerfolge. Auch wenn er sich eher als Mann im Hintergrund versteht, verhalf er Künstlern wie Monrose, Jennifer Rush, Howard Carpendale, Gitte Haenning, DJ Ötzi, Pe Werner, Paul Young, Karel Gott, Katja Ebstein oder Marshall & Alexander mit Hits zum Triumph.

    Seit der Pro 7- Casting-Produktion "Popstars" im Jahre 2006 ist er auch einem breiten Fernsehpublikum bekannt, denn dort fungierte er neben Nina Hagen und  Detlef D! Soost als Jury-Mitglied.

    Der Absolvent der Musikhochschule Köln, der im Rahmen des Projekts "Falk & Sons" mit seinen beiden Söhnen, Max und Paul, nach dem Debüt-Album "Celebrate Bach" nun mit "Toccata" schon die zweite Familien-Scheibe herausgebracht hat, hat seit diesem Wintersemester sogar eine Professur an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf inne.

    Dort will er dazu beitragen, die Nordrhein westfälische Regierungsmetropole als Medienstadt auch musikalisch weiter voran zu bringen.

    In seinem schönen Familienanwesen im Düsseldorfer Süden treffe ich den sympathischen Passions-Musiker, der im Gegensatz zu vielen anderen Showgrößen, die dies als "unsexy" empfinden, keinen Hehl aus seinem christlichen Glauben macht.

    MICHAELA BOLAND TRIFFT DIETER FALK

    Michaela Boland: Du hast in jedem Fall große Erfolge zu verzeichnen.

    Dieter Falk: Insgesamt sind es, so glaube ich, über 20 Millionen Platten, die die Künstler verkauft haben, die ich mal produziert habe. Damals wurde für 500.000 eine Platinscheibe verliehen. Viermal Platin für "Abenteuerland" von Pur bedeuteten zwei Millionen verkaufte Platten. Bei Monrose gab es aber schon für 300.000 verkaufte Platten Platin. Jetzt sind wir sogar bei 200.000 angekommen. Durch den Absatzrückgang wurden die Maßstäbe heruntergesetzt. Allein mit Pur habe ich schon ungefähr 15. Millionen Platten verkauft.

    Michaela Boland: Hier bei dir hängen etliche Platin-Scheiben an der Wänden. Bekommt man als Produzent neben den Künstlern üblicherweise  jedes Mal ebenfalls ein Exemplar ausgehändigt?

    Dieter Falk: Künstler, Produzent, manchmal auch Toningenieur oder -Meister, zusätzliche Komponisten und die wichtigen Leute der Plattenfirma sowie das Management.

    Michaela Boland: Ex-EMI-Legende, Winni Ebert, - Gott habe ihn selig - hatte in seinen Räumlichkeiten ebenfalls jede Menge Gold- und Platin-Platten an den Wänden hängen.

    Dieter Falk: Winni hat natürlich auch Sachen entdeckt und hat dann als A&R (Anm. d. Red: Artists and Repertoire) auch goldene Platten bekommen. Später war er ja dann auch Manager.

    Michaela Boland: Du hast viele Jahre mit Pur zusammengearbeitet. Hast du das Erfolgsalbum "Abenteuerland" auch mit komponiert?

    Dieter Falk: Nein, das habe ich aber auch mit arrangiert. Das ist vor allem eine Produktionsarbeit gewesen. Die Pur-Jungs komponieren nämlich auch selbst phantastisch. Das war zum Beispiel ein klassischer Fall, wo ich als Arrangeur beim Songaufbau Tipps gegeben habe. Das war über insgesamt elf Jahre ein glückliches Teamwork.

    Michaela Boland: Ist es heutzutage ratsam, im Hinblick auf die Musikrichtungen als Produzent breit gefächert zu sein oder sollte  man sich besser auf etwas spezialisieren?

    Dieter Falk: Tja, ich glaube, das muss jeder halten wie er möchte. Ich empfand es immer als interessant, ein breites Stilmischmasch zu produzieren. Es gab natürlich auch Sachen, die ich weder konnte, noch wollte. Zum Beispiel Volksmusik und Heavy Metal.

    Michaela Boland: Das hast du kategorisch abgelehnt?

    Dieter Falk: Ja, da war ich auch kein Experte für. Aber, poppiger Schlager war für mich nie ein Tabu. Ich habe ja auch Brings produziert, noch vor deren Karnevalszeiten. Das war eine harte Rockband und das hat großen Spaß gemacht. Auf der anderen Seite habe ich aber auch Nino de Angelo produziert, der eben eine tolle Stimme ist.

    Michaela Boland: Ab wann hast du Nino de Angelo produziert?

    Dieter Falk: Ab seinem Comeback. Das war "Schwindelfrei". Da waren einige erfolgreiche Sachen dabei. Wir haben drei LPs gemacht. Dann auch Karel Gott oder Nana Mouskouri. Das sind alles Menschen, da habe ich keine Hemmungen oder gar Aversionen, ganz im Gegenteil. Ich finde, wir haben tolle Sänger, auch in der Schlagerbranche. Und die erlebt ja gerade eine unfassbare Renaissance.

    Michaela Boland: Wem ist das zu verdanken?

    Dieter Falk: Jede Musik lebt von ihren Idolen. Von charismatischen Frontsängern oder Sängerinnen. Und vielleicht haben wir jetzt einfach auch den Glücksfall, dass mit Helene Fischer und Andrea Berg eben zwei Damen da sind, die diese Branche mitbestimmen, weil sie sehr beliebt und sehr gut sind. Man muss diese Musik privat ja auch nicht hören, aber, man sollte zumindest respektieren, dass sie wirklich ein gutes Entertainment machen. Gerade Helene Fischer macht sensationelle Shows.

    Ich bin jetzt auch nicht der, der privat Schlager hört, aber es gibt Songs von Helene Fischer, die sind einfach klasse produziert und gut komponiert. Man wird das noch sehen, denn ich glaube, dass sich das in den nächsten Jahren auch noch ein bisschen mehr in Richtung Pop entwickeln wird.

    Genauso wie man sieht, dass Robbie Williams als Pop-Interpret sich ein bisschen dem großen Mainstream öffnet, denn diese Swing-Platten sind ja nur ein Beispiel dafür. Es ist natürlich immer noch super anspruchsvoll und klasse gemacht, natürlich auch jazzig, aber die ganz großen Stars der anglo-amerikanischen Musikszene, die eher aus der Rock-Pop-Ecke kommen, öffnen sich nun dem großen Mainstream. Würde man jene Titel in Deutschland mit deutschen Texten machen, würde man es sofort als schlagerresque bezeichnen.

    Michaela Boland:  Kannst du ein Beispiel benennen?

    Dieter Falk: Gerade, wenn du dir auf der jetzigen Single-Auskopplung des Swingalbums von Robbie Williams einen deutschen Text vorstellst, dann ist das ein richtiger Schlager. Da sollte man auch mal ehrlich sein. Dieses Schubladendenken ist so typisch deutsch. Einteilung in: Das ist ein Schlager und das ist ein Popsong. Diese Probleme haben Amerikaner gar nicht.

    Michaela Boland: Gibt es hier möglicherweise eine ähnliche Differenzierung zwischen Schlager und Popsong wie einst der zwischen Volkslied und Kunstlied? Was sind die typischen Merkmale eines Schlagers?

    Dieter Falk: Ein Schlager ist ein Titel, der einschlägt. Er muss von der Melodie sehr nachvollziehbar und mit singbar sein. Die Haupttext-Hookline, also die Textzeile, muss ebenfalls sehr griffig sein. Beispiele der großen deutschen Schlager, und darunter sind viele Popsongs wie "Dein ist mein ganzes Herz", "Kribbeln im Bauch", "König von Deutschland", "Ich hab dich tausend mal betrogen", das sind alles Textzeilen, die super griffig sind oder gar "Komm mit mir ins Abenteuerland".

    Diese Textzeilen bleiben genauso griffig  wie eine musikalische Hookline innerhalb eines Refrains. Dann schlägt ein Song ein. Ob er ein poppiges, rockiges oder schlagerresques Arrangement hat, ist dann eigentlich eher zweitrangig. Wichtig ist einzig, dass die Melodie und die Haupttextzeile total kleben bleiben,

    Michaela Boland: Mit anderen Worten: Stilrichtungen sind dabei sich zu vermischen?

    Dieter Falk: Sagen wir mal so: Der Unterschied zwischen einem Schubert-Lied in der Klassik und einem Hoch-auf-dem-gelben-Wagen-Volkslied ist gar nicht mal so weit. Es gibt von Schubert Lieder, die sind total volksliedhaft.

    Michaela Boland: Beziehst du dich auf das Röslein?

    Dieter Falk: Das Röslein zum Beispiel oder auch Lieder von Schumann, die volksliedhaften Charakter haben. Die Unterscheidung dessen, was E- und U-Musik ist, ist ja ohnehin eher eine, die Fachleute vornehmen und nicht das Publikum. Denn das Publikum liebt Musik und denkt manchmal gar nicht so groß darüber nach, ob das nun E- oder U-Musik ist. Das war ohnehin eine Unterscheidung der 70er Jahre.

    Michaela Boland: Du hast mit vielen bekannten Leuten zusammengearbeitet. War das immer gleich leicht oder gab es auch Diven unter deinen "Schäfchen"?

    Dieter Falk: Ja, natürlich gibt es auch Diven. Und selbstverständlich gibt es auch skurrile Geschichten. Aber, das Spannende ist immer, dass man  musikalisch eine  Art kleine Ehe auf Zeit eingeht, wenn man jemanden produziert. Eine Platte dauert in der Regel drei Monate, manchmal länger, manchmal aber auch ein bisschen kürzer, und während dieser Zeit ist man wirklich ein Teamworker. Das funktioniert auch mit Kompromissen. Als Produzent ist man so eine Art Vermittler zwischen Künstler und Plattenfirma. Diese Situation ist nicht immer einfach.

    Ich habe das jetzt so viele Jahre gemacht, dass ich glaube zu wissen, welche Verhaltensweisen man an den Tag legen muss, um beiden Seiten gerecht zu werden. Mir ist wichtig, dass ich vor allen Dingen ein Dienstleister des Künstlers bin, denn der muss mit dieser Platte länger leben als ich als Produzent. Als solcher habe ich schon zwei oder drei Monate später wieder andere Aufgaben.

    Der Künstler muss mit dieser Platte anderthalb Jahre leben und sie promoten. Deswegen werde ich den Teufel tun und meinen Dickkopf durchsetzen. Ich versuche natürlich, dem Künstler gerecht zu werden und für ihn schöne Lieder zu schreiben. Dass ich das in den letzten Jahren nicht mehr so häufig gemacht habe, hat natürlich auch damit zu tun, dass ich auch auf zu neuen Ufern bin. Nach 35 Jahren in der Musikbranche ist auch wichtig, dass man versucht, jetzt, mit Anfang Mitte Fünfzig nochmal neue Kapitel aufzuschlagen.

    Michaela Boland: Mit welchen Künstlern hast du denn so alles gearbeitet? Ich sehe hier beispielsweise schon mal Andre Dietz (Anm. d. Red.: Schauspieler der Täglich-Serie "Alles was zählt")

    Dieter Falk: Wir waren zusammen beim "perfekten Promidinner". Auch mit Tom Beck (Anm. d. Red: "Alarm für Cobra 11") habe ich gearbeitet. Wir haben zusammen hier herum gejammt.  Außerdem Detlev Jöcker, der Kindersänger. Für ihn habe ich drei CDs gemacht. Jule Neigel war zum Songschreiben hier. Dann habe ich auch DJ Ötzi gemacht und Marshall & Alexander.

    Michaela Boland: Hast du ihr Album "Paradisum" produziert? Denn hierzu haben wir bei Freunde der Künste ein Interview mit Jay Alexander geführt.

    Dieter Falk: Ich habe diejenigen davor produziert. "Hand in Hand" und "Lovers forever".

    Michaela Boland: Du hast auch mit Daliah Lavi und Karel Gott gearbeitet. Was ist denn die "goldene Stimme aus Prag", Held meiner "Biene-Maja"-und "Fang-das-Licht"-Kindheit, so für eine Persönlichkeit?

    Dieter Falk: Ein Hammer-Typ! Er kam hierher, sah draußen ein grünes Kettcar mit Gummireifen, das richtig schnell fährt, war begeistert, rief, "oh,toll" und peste sogleich in einem Affenzahn hier bei uns über die Straße und du weißt, er ist über 70.

    Michaela Boland: Wird es noch weitere Zusammenarbeiten geben?

    Dieter Falk: Wenn es sich ergibt, gerne, denn es ist ein toller und super lieber Kerl. Ein echter Gentleman alter Schule. Er bringt immer Pralinen für meine Frau mit.

    Michaela Boland: Hier sehe ich noch unzählige weitere Künstler, die du produziert hast.

    Dieter Falk: Howard Carpendale, Brings, Francine Jordi, Jennifer Rush, Nektarios, Joja Wendt, der Pianist, Petra Zieger, eine Ex-DDR-Sängerin, Al Bano Carissi oder Paul Young.

    Michaela Boland: Wer denkt nicht gerne an seine Hits "Come back and stay", "Wherever I lay my hat" oder "Love of the common people" zurück?

    Dieter Falk: Das waren natürlich seine 80-er Hits. Wir haben vor acht Jahren "Rock swings" zusammen gemacht. Es war ein Swing-Album, das großen Spaß bereitet hat. Es ist so etwas, wie Paul Anka auch schon einmal gemacht hat: Rock mit Swing und Big Band. Ein tolles Projekt. Ich habe mir dazu den Band-Leader von Robbie Williams als Co-Arrangeur geholt.

    Michaela Boland: Habt ihr die Aufnahmen mit Big Band dann in deinem zweiten Studio in der Innenstadt durchgeführt?

    Dieter Falk: Nein, das haben wir in Holland gemacht. Ich habe auch einige Zeit in Holland gelebt.

    Michaela Boland: Du bist viel herumgekommen.

    Dieter Falk: Wir hatten ein zweites Haus an der Küste in Holland. Ich spreche ganz passabel holländisch, habe auch ein paar holländische Stars produziert und war sehr gerne da.

    Michaela Boland: Was waren die absoluten Highlights deiner Karriere?

    Dieter Falk: Das Paul Young Swing Album wegen der Big Band und was natürlich ein absoluter Meilenstein war, war  "Abenteuerland" mit PUR. Nicht nur weil es finanziell die spannendste Platte oder meist verkaufte war mit zweieinhalb Millionen Exemplaren, sondern auch musikalisch betrachtet. Die kannst du heute immer noch anhören.

    Michaela Boland: Nicht umsonst hat wohl auch die Werbung einst die Platte für sich entdeckt.

    Dieter Falk: Ja, "Abenteuerland" ist schon ein echtes Masterpiece. Sicherlich auch Pe Werner und "Kribbeln im Bauch".

    Michaela Boland: Hast du daran mitgeschrieben?

    Dieter Falk: Sie hat es komponiert. Doch es gibt eine Sache, die ich darüber nie vergessen werde: Wir hatten das erste Album, "Weibsbilder", zusammen gemacht. Dann hat der A&R-Chef der damaligen Intercord, Peter Cadera, dem ich sehr viel zu verdanken habe, Pe und mich ziemlich zusammengestaucht. Nachdem wir ihm Demos vorgestellt hatten, meinte er nur, "Ich höre keinen Hit".

    Pe war deswegen zunächst ein wenig niedergeschlagen. Doch am Ende hat genau dieses Zusammenstauchen sie noch in der Nacht dazu bewegt, "Kribbeln im Bauch" zu komponieren. Sie rief nachts bei mir an und sagte, dass sie so sauer auf den A&R-Chef sei. Als Pe es meiner Frau und mir also mitten in der Nacht vorspielte, waren wir total begeistert. Es war der Knaller. Schon einen Tag danach haben wir es arrangiert und schnell aufgenommen. Und das wurde ihr Hit.

    Michaela Boland: Kam in Folge dessen dann auch "Trostpflastersteine" von ihr?

    Dieter Falk: Ja. Das ist auch eine ganz tolle Nummer. Pe ist echt eine Sprachkünstlerin. Sie schreibt selbst Musik und Text. Klassisch: Singer and Songwriter. Wenn jemand so gut komponiert wie Pe Werner, werde ich den Teufel tun und mit komponieren. Klar, gebe ich auch mal meinen Senf dazu, wir haben drei LPs zusammen gemacht und verstehen uns immer noch gut.

    Michaela Boland: Ist es nicht die Regel, dass man sich danach noch gut versteht?

    Dieter Falk: Gut, dann gab es eine Trennung. Auch nach zehn CDs mit PUR. Eine Trennung ist dann immer auch traurig, aber wir sind so lange zusammen geblieben, das ist nicht die Regel. Heute werden Produzenten meist nach ein oder zwei CDs gewechselt. In der Regel arbeite ich mit meinen Künstlern recht lange zusammen. Auch mit Marshall & Alexander habe ich sechs Jahre lang gearbeitet. Insofern scheinen wir dann doch auch alle etwas richtig zu machen.

    Michaela Boland: Du bist vor kurzem 54 Jahre alt geworden. Wie hast du gefeiert?

    Dieter Falk: Meine Mutter ist genau an meinem Geburtstag verstorben.

    Michaela Boland: Das war mit Sicherheit hart.

    Dieter Falk:  Es war verrückt.

    Michaela Boland: Dein Pop-Oratorium als Musical-Vorstufe, "Die 10 Gebote", welches du gemeinsam mit Michael Kunze geschrieben hast, hatte seine Uraufführung in St. Gallen. Warum gerade in der Schweiz und  nicht in Deutschland?

    Dieter Falk: Das Pop-Oratorium war eine Auftragsarbeit der evangelischen Kirche in Deutschland, damals auch noch mit initiiert von der damaligen Bischöfin, Margot Käsmann, die übrigens eine tolle Frau ist und viel bewegt hat. Es war ein Zufall. Das Theater in St. Gallen ist sehr rührig und hat eben sofort zugegriffen. Auch ist es in Europa eine der Hochburgen für Weltpremieren.

    Michael Kunze kannte darüber hinaus den Intendanten. Es läuft jetzt seit Februar 2013 sehr erfolgreich und geht noch bis Juni 2014. Wir hatten zuvor in deutschen großen Arenen die Runde gemacht und hatten 150.000 Zuschauer und 25.000 Mitwirkende. In jeder Veranstaltung hatten wir allein zweieinhalbtausend Chorsänger, die mitgesungen haben.

    Michaela Boland: Wie castet man die alle?

    Dieter Falk: Die castet man nicht. Man schreibt aus und dann bewerben sich Chöre. Daraus wurde eine richtige Sing-Bewegung. Bis heute wird das Ding einmal pro Woche irgendwo in Deutschland aufgeführt, aber in kleinem Rahmen. Das singen dann Jugendchöre, Schulchöre, Kirchenchöre, Gospelchöre und Altenchöre. Ich bekomme immer E-Mails, in denen beschrieben wird, wer es gerade wo aufgeführt hat. Also, das ist schon so eine Art Nachsingstück. Man könnte es "interaktives Projekt" nennen. Das ist natürlich schön und für Michael und mich sehr erfreulich. So ähnlich wollen wir es dann mit  dem "Luther"-Pop-Oratorium auch halten.

    Michaela Boland: Worin bestand der Reiz für dich, mal so etwas zu schreiben?

    Dieter Falk: Es hat sehr viel Spaß gemacht, einmal keine Dreieinhalb-Minuten-Hits schreiben zu müssen, die Radio-kompatibel sind, sondern mich auch mal musikalisch auszutoben. Mein Lieblingsmusical ist "Jesus Christ Superstar". In der Weise auch mal ein wenig wildere Titel auszuprobieren, war toll. Ich wollte schon ein poppiges Musical machen, was auch dem Musikgeschmack der jüngeren Leute entspricht.

    Ich glaube, das ist mir ganz gut gelungen. Nachdem ich mich innerhalb der letzten vier bis fünf Jahre nun auch intensiv mit dem Thema Musical beschäftigt habe, ist dies ebenfalls ein großer neuer Arbeitsbereich geworden.

    Michaela Boland: Ist so etwas ein Angang im Sinne einer Hürde, wenn man es zum ersten Mal macht?

    Dieter Falk:  Ich hatte  große Lust darauf, daher  habe ich es nicht als Hürde empfunden. Ich habe mich hier eingeschlossen und daran gebastelt. Die ganzen Demos habe ich selbst eingesungen und anschließend sämtliche Schauspieler geholt, die es später singen sollten. Dann wurde es mit ihnen aufgenommen, also vorproduziert. Ich bin möglicherweise anders herangegangen als die klassischen Musicalkomponisten. Als Musikproduzent habe ich ja alle Möglichkeiten.

    Beispielsweise super Vorproduktionen zu machen, die schon toll klingen. Und wir mussten ja die 25.000 Chorsänger, die wir im Laufe der Jahre hatten, auch motivieren und das kann man am besten durch gute Musik und gute Produktionen schaffen. Die schickt man ihnen dann. Sie erhielten Noten dazu und haben dann alles eingeprobt.

    Wir haben dabei tatsächlich ganze Familien gehabt, die mit drei Generationen am Projekt teilgenommen haben. Beispielsweise elfjährige Kinder und deren Großeltern. Da wir im Vorfeld der Uraufführung schon ganze Demos oder CDs gemacht haben, war es für die Teilnehmer auch motivierend, daran mitzuwirken

    Michaela Boland: Würdest du dir auch zutrauen, ein klassisches Oratorium zu komponieren?

    Dieter Falk: Das würde ich mir schon zutrauen. Ich habe ja die ganze klassische Ausbildung. Es würde jetzt natürlich nicht die Kopie eines neo-romantischen Stücks. Wenn ich zum Beispiel alte Klassiker verpoppe oder verjazze, wie Bach, was ja immer ein Thema für mich war, denn ich habe ja beispielsweise auch schon Choräle verpoppt, dann tue ich das, indem ich die klassischen Momente nehme, aber dann mit Jazzmomenten versmische.

    Jeder hat da seinen eigenen Stil und ich habe ganz sicher auch meine eigene Handschrift. So würde ich Klassik nehmen, oder auch klassisch komponieren, aber eben mit den Einflüssen von Jazz bis Pop aus meiner Generation.

    Michaela Boland: Gemeinsam mit deinen beiden Jungs bildest du die Gruppe "Falk & Sons". Ihr variiert Stücke aus Klassik und Barock, insbesondere von Johann Sebastian Bach, und macht aus ihnen zeitgemäße poppige Musik. Wie konntest du deine Kinder für dieses Unterfangen gewinnen oder kam es sogar von ihnen?

    Dieter Falk: Nein, überhaupt nicht. Es kam nicht von ihnen. Letztlich aber auch nicht von mir. Unsere Söhne erhielten beide Klavierunterricht und haben fast nie geübt. Meine Frau und ich wollten sogar fast schon die Reißleine ziehen. Das werden sicherlich viele Eltern kennen. Man fängt mit einer Stunde Klavierunterricht in der Woche an und übt eine halbe Stunde am Tag. Daraus werden dann irgendwann mal gnädige fünf Minuten.

    Im Zuge von G 8, wo die Kinder heutzutage ja immer länger in der Schule sitzen, ist es mit der Musikerziehung natürlich auch immer schwieriger. Wir haben dann gesagt, dass es sich gar nicht mehr lohne, da beide nicht übten. Dann kam jedoch ein befreundeter Theaterdramaturg aus meiner Heimatstadt  und lud mich dazu ein, gemeinsam mit meinen Söhnen im Apollo Theater in Siegen vorbeizukommen und vier Titel für ein Schulkonzert zu machen. Das haben wir gemacht und ab dem Moment haben meine Kinder erfahren, was es heißt, auf der Bühne zu stehen und Bühnenluft zu schnuppern. Das ist jetzt sechs Jahre her.

    Michaela Boland: Blut geleckt?

    Dieter Falk: Ja, sie haben wirklich Blut geleckt und ab diesem Moment haben sie auch angefangen wieder zu spielen und zu üben. Seither gibt es eigentlich Falk & Sons. Der Weg ist das Ziel. Wenn du weißt, wofür du übst, dann übst du auch viel leichter und zielgerichtet. In 2011 haben wir dann bei Universal das erste Album herausgebracht, jetzt gerade das zweite gemacht. So haben wir natürlich immer wieder ein bisschen mehr erreicht. Die Karriere entwickelt sich und der Spaß bleibt. Vor allem weil wir sehr viel live spielen.

    Michaela Boland: Wie oft seid ihr da unterwegs?

    Dieter Falk: Wir spielen 40-mal im Jahr irgendwo. Morgen spielen wir bereits zum dritten Mal in Folge bei der Kanzlerin anlässlich der Weihnachtsfeier der CDU-Fraktion und der Regierung. Da spielen wir dann in Berlin im Tipi. Das sind natürlich Highlights. Davon lebt dann auch die musikalische Arbeit.

    Michaela Boland: Das klingt glücklicherweise nach einem ausgesprochen guten Verhältnis zwischen Vater und Söhnen.

    Dieter Falk: (lacht) Ja, klar. Das gehört dazu. Das Schöne ist, wenn man so viele Konzerte miteinander spielt, verbringt man viel Zeit miteinander. Die nächtlichen langen Rückfahrten auf deutschen Autobahnen, wenn man in Bremervörde, am Arsch der Welt oder in Greifswald gespielt  hat, dann kann man die ganze Fahrt über quatschen und kommt vom Hölzchen aufs Stöckchen. Familie ist uns sehr wichtig, daher verbringen wir auch viel Zeit miteinander. Auch haben wir viele Gäste, die meistens nicht nur mit meiner Frau und mir befreundet sind, sondern auch mit meinen Söhnen.

    Michaela Boland: Wie schaffst du es bei all deinen Mega-Erfolgen immer so geerdet zu bleiben?

    Dieter Falk: Ich bin immer ein Mann im Hintergrund gewesen. Vielleicht bin ich durch Popstars mal ein bisschen in den Vordergrund gerückt. Sicher taucht ab und zu auch mal das Fernsehen hier auf und macht O-Töne, aber ich bin kein Star in dem Sinne wie es andere sind. Klar kennen mich mehr Leute als andere, trotzdem bin und bleibe ich als Komponist und Musikproduzent eher jemand, der hinter dem Mischpult ist.

    Michaela Boland: Nichts desto trotz ein ausgesprochen erfolgreicher Jemand hinter dem Mischpult.

    Dieter Falk: Ja, aber was heißt erden? Ich komme aus einfachen Verhältnissen. Meine Mutter und mein Vater haben beide nicht studiert. Wir waren nicht  gerade der sogenannte Intellektuellen-Haushalt. Doch wir Söhne haben beide studiert und aus uns ist etwas Ordentliches geworden. Aber, ich weiß, wie ich angefangen habe und das erdet einen sowieso.

    In unserem Bekanntenkreis haben wir zwar viele Freunde in der sogenannten Showbranche, aber ebenso viele Freunde in ganz normalen Berufen. Meine Frau ist Grundschullehrerin, das erdet dich auch total, das sage ich dir (lacht). An einer Brennpunktschule, wo du auf der einen Seite privilegierte Familien hast, die ihre Kinder dort einschulen, doch interessanter Weise ebenso viele Migrantenkinder. Das mischt sich super, doch hat ganz eigene Befindlichkeiten. Dann bin ich ja auch Botschafter für die Arche. Wenn du dann siehst, was dort stattfindet, dann erdet dich das ebenfalls automatisch.

    Michaela Boland: Seit diesem Wintersemester hast du auch regelmäßig mit jungen Menschen zu tun, denn du hast an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf eine Gastprofessur mit dem Schwerpunkt Musikproduktion und Populargesang inne. Wie oft bist du da zur Zeit im Einsatz?

    Dieter Falk: Aktuell hatte ich jetzt gerade einen ganzen Samstag lang einen Crash-Kurs-Workshop mit den Kirchenmusikern. Mehrere Stunden am Stück. Da ging es dann darum, dass ich Kirchenmusikern Pop Piano- und Gospel Piano beibringe. Meine Botschaft ist die: Ein klassisches Studium ist total wichtig, aber es ist heutzutage genauso wichtig, dass man zweigleisig fährt.

    Damit du auch als Kirchen- oder als Schulmusiker nicht nur vor einer Klasse oder in der Kirche sitzt und "Großer Gott wir loben dich" an der Orgel spielst, sondern, dass du auch "Oh happy day" authentisch am Klavier spielst und nicht nur so von Noten herunter liest. Es muss grooven, der große Zeh muss mitwippen, wenn du Klavier spielst.

    Und wenn du eine Kirchengemeinde zum mitsingen eines Liedes begeistern willst, dass du es auch swingig umsetzen kannst. Musik muss anstecken und das ist so viel leichter, wenn es Groove und Swing hat. Das brauchen Kirchenmusiker auch heutzutage. Das ist ein Teil meiner Aufgabe im Rahmen dieser Professur.

    Michaela Boland: Kann man bemessen wie viele Wochenstunden du gibst.

    Dieter Falk: Es ist eine halbe Gastprofessur, das heißt neun Semester-Wochenstunden. Die verteile ich auf Blöcke. Dann sitze ich vor Kirchenmusikern, aber auch vor kommenden Musikproduzenten. Es gibt ja in Düsseldorf diese einzigartige Möglichkeit am Institut für Musik und Medien, IMM, unter anderem auch Musikproduzent zu werden. Toningenieur und Musikproduzent, das nennt sich dann Ton- und Bild-Studium und Musik und Medien.

    Das ist schon eine spannende Ausbildung. Sie müssen nämlich sowohl künstlerisch als auch technisch gut sein. Da helfe ich jetzt meinen Professoren-Kollegen, dass man auch die Produktionen, die diese jungen Studenten machen, unter Marktbedingungen bewertet, zumal ich ja mit einem Fuß in der Branche auch noch am Puls des Marktes bin. Ich kann den Leuten daher relativ authentisch  sagen, das, was ihr macht, hat meines Erachtens eine Chance oder nicht. Die guten Studenten empfehle ich dann auch der Branche gleich weiter.

    Michaela Boland: Dann bist du auch eine Art Türöffner?

    Dieter Falk: Ich versuche es. Den guten Leuten werde ich natürlich sagen, "Ihr komponiert gut, ihr solltet euch unbedingt mal bei diesem oder jenem A&R oder Verleger melden, denn ihr seid wirklich talentiert". Das ist so ein bisschen meine  Funktion.

    Michaela Boland: Gab es darüber hinaus noch ein persönliches Anliegen für dich, die Professur anzutreten?

    Dieter Falk: Diese Gastprofessur ist ja von der Stadt Düsseldorf finanziert und nicht vom Land NRW. Mir ist wichtig, dass man etwas für die Musikszene der Stadt Düsseldorf, die ja nach den Toten Hosen oder Kraftwerk noch nicht so richtig viel hervorgebracht hat, tut.

    Michaela Boland: Doro Paesch kommt doch auch hierher.

    Dieter Falk: Ja, aber das sind die großen Alten, um es mal so zu sagen. Man sollte hier etwas für die Szene tun. Ich veranstalte ja auch ab und zu ein Nachwuchsfestival mit dem Titel "Ton-Talente", in der Tonhalle. Ich möchte, dass man die Leute, die da in der Stadt Musik machen, mit den Studenten aus der Musikhochschule zusammenbringt, mehr Teamwork durchführt, mehr Synergie und Networking betreibt.

    Michaela Boland: Düsseldorf soll ohnehin als Kreativstandort im Hinblick auf Musik gefördert werden. Welche weiteren Ansätze sind neben deiner Arbeit dafür noch vonnöten?

    Dieter Falk: Ich bin natürlich weit davon entfernt zu sagen, ich sei der Allein-Selig-Machende für das Betreiben, die Medienstadt Düsseldorf musikalisch weiterzubringen. Es gibt ja viele Leute, die an der Front arbeiten, Düsseldorf auch  musikalisch ein bisschen nach vorne zu bringen. Düsseldorf ist eine Museumsstadt, eine Kunststadt, eine Werbe-Agentur-Stadt, eine Medienstadt. An der Musikszene kann noch etwas getan werden.

    Da bin ich einer von mehreren, die daran arbeiten, dass das so wird. So war der Eurovision Song Contest eine riesen Nummer. Darauf aufbauend kann man etwas für die Musikszene hier tun. Das fängt damit an, dass man auch Lobbyarbeit betreibt, dass beispielsweise neue Proberäume gebaut werden und. Aber das Rathaus weiß das und ist da bereits auf einem sehr guten Weg, wie ich finde.

    Michaela Boland: Interessierst du dich für bildende Kunst?

    Dieter Falk: Ja, ich gehe sehr gerne in Museen. Ich liebe Popart. Meine Frau ist auch an Malerei interessiert. Sie malt auch selbst ein bisschen. Da wir lange in Holland gelebt haben, kennen wir die Museen in Amsterdam alle in und auswendig. Wenn wir reisen, und das tun wir ganz gerne und viel, sind wir in den Städten eigentlich auch immer in den einschlägigen Museen. Ob in New York oder in London, da sehen wir uns Ausstellungen an, die wir sonst nicht mitkriegen. Köln ist überdies auch eine ganz tolle Museumstadt, wie Düsseldorf auch. Das ist auch Teil unseres Freizeitprogramms.

    Michaela Boland: Was liest du zurzeit?

    Dieter Falk: Ich bin natürlich absoluter Thriller-Fan. Ich habe gerade von Joe Nesbo "Koma " gelesen. Eigentlich alle Jo Nesbos wie alle Stieg Larssons.

    Michaela Boland: Wie läuft es konkret ab, wenn jemand sich bei dir meldet und dich bittet, einen oder mehrere Songs zu schreieben und zu produzieren?

    Dieter Falk: Viele kenne ich ja auch schon, wenn sie anrufen und fragen, "hast du einen Song für mich". Aber, wenn ich jemanden noch nicht kenne, dann lade ich den- oder diejenige ein, ich setze mich hier ans Klavier und wir jammen ein bisschen. Oft ist es ja auch so, dass die Künstler auch selbst musikalische Ideen haben. Dann ist es ganz gut, wenn man es dann zusammen macht. Ich mache das super gerne im Teamwork.

    Zum Beispiel die Schlagersängerin, Francine Jordi, deren letztes Album ich gemacht habe und die in der Schweiz ein großer Star ist, kommt hierher und wir setzten uns einfach ans Klavier und wir schreiben zusammen. Oder sie kommt auch schon mit fertigen Songs und die arrangiere ich dann.

    Bei mir ist es keine Pflicht, dass ich alles selbst geschrieben haben muss. Bei meinen größten Produzentenerfolgen, wie beispielsweise bei PUR war es ja auch so, da war ich nicht als Komponist beteiligt. Dass ich jetzt mehr komponiere hat vor allen Dingen mit den Musicals zu tun. Das sind dann meine Projekte und auch meine Ideen.

    Michaela Boland: Lieber Dieter, vielen Dank für dieses ausführliche Gespräch und viel Erfolg auch weiterhin für die Zukunft.

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  • Auch der Zugang zu einer Premium Airport Lounge wie der Al Reem Lounge in Abu Dhabi ist über Holiday Extras für jeden Reisenden buchbar
Jerome Danglidis CEO Continental Europe von Holiday Extras
    Geheimnis der Reisebranche
    Airport Lounges - Interview mit Holiday-Extras-CEO Jerome Danglidis

    Die Zeit am Flughafen vor dem Abflug oder beim Zwischenstopp ist für viele Reisende das Gegenteil von Erholung – während Business- oder First-Class-Passagiere es sich in einer Lounge gut gehen lassen. Was viele nicht wissen:

    Ein Aufenthalt dort ist über Holiday Extras ganz unkompliziert und günstig buchbar. Der Münchner Spezialist für Reise-Extras vermittelt Zugang zu mehr als 140 Lounges weltweit.

    Doch was gilt es zu beachten, wenn man erstmal drin ist? Vielflieger und Holiday-Extras-CEO Jerome Danglidis gibt im Interview hilfreiche Tipps für Lounge-Neulinge.

    Herr Danglidis, wenn man nicht gerade Vielflieger-Status genießt oder ein Flugticket für die Business Class besitzt: Wie einfach ist es, in eine Flughafen-Lounge zu kommen?

    Airport Lounges sind das vielleicht bestgehütete Geheimnis der Reisebranche. Der Zutritt erfordert weder einen Vielfliegerstatus noch eine spezielle Kreditkarten- oder Lounge-Mitgliedschaft.

    Die Lounge ist im Reisebüro und unter www.holidayextras.de online buchbar. Dabei spielt es keine Rolle, mit welcher Fluggesellschaft man fliegt oder in welcher Klasse.

    Rucksackreisende, Single Traveller oder Familien-Trip: Für wen eignet sich eine Airport Lounge am besten?

    Eine Airport Lounge ist ein Ruhe- und Entspannungsbereich fern von den Massen an Urlaubern und Geschäftsreisenden in Flugterminals und an Gates. Ein Aufenthalt eignet sich für Privat- oder Businessreisende, mit oder ohne Begleitung.

    Was erwartet mich in einer Lounge?

    Bequeme Sitzgelegenheiten, unbegrenzt Speisen und Getränke, oft auch eine offene Bar mit alkoholischen Getränken. Es gibt kostenlos WLAN, Zeitungen und Zeitschriften, außerdem reichlich Ladesteckdosen und vor allem einen ruhigen Bereich, in dem Sie gelassen auf Ihren Flug warten oder schlafen können.

    Lounges sind meist deutlich ruhiger und weniger frequentiert als Flugsteigbereiche. Einige verfügen über Duschen und sogar Spas.

    Kinder sind am Flughafen erfahrungsgemäß sehr aufgeregt – dürfen sie trotzdem mit in die Lounge? Gibt es dort einen spannenden Zeitvertreib für Kids auf Reisen?

    Sie bieten ein sicheres und übersichtliches Umfeld für Kinder. Dort steht eine Auswahl an Zeitschriften, Malbüchern und Fernsehsendern zur Verfügung. Zahlreiche Lounges haben einen ausgewiesenen Kinderbereich.

    Aber sie sind natürlich kein Spielplatz: Eltern sollten dafür Sorge tragen, dass sich ihre Kids entsprechend verhalten.

    Hand aufs Herz: Gibt es in den Lounges einen Dresscode?

    Ja, es muss allerdings kein schicker Anzug sein – gepflegte Freizeitkleidung ist in Ordnung.

    Was sind absolute No-Gos in der Lounge?

    Auch wenn der Eindruck entsteht, dass es alles im Überfluss gibt, sollten Reisende keine Snacks oder Getränke für später in ihrem Gepäck verstauen. Was beispielsweise gar nicht geht: laut Musik hören.

    Kopfhörer sind selbstverständlich, Elektronikgeräte sollten in den Vibrations- oder Stummmodus geschalten werden. Lounges haben gewöhnlich eine gedämpfte Atmosphäre, deswegen sollten sich Besucher an die umgebende Lautstärke anpassen und nicht zu laut telefonieren.

    Es ist kein Verstoß gegen die Hausregeln, sich am Platz übermäßig auszubreiten, jedoch nicht gerade rücksichtsvoll. Erhöhter Alkoholkonsum ist ein absolutes No-Go. Man riskiert aus der Lounge verwiesen oder sogar vom Boarding ausgeschlossen zu werden.

    Was dagegen ist ein „Must-Do“ in der Lounge und darf auf keinen Fall fehlen?

    Die Airport Lounge bietet Ihnen die Gelegenheit, Ihr Handy zu laden und die letzten E-Mails zu checken. Bei der Zwischenlandung nach einem langen Flug gibt es nichts Schöneres als eine heiße Dusche und ohne Hektik etwas zu essen.

    Einen riesigen Vorzug sehe ich darin, einen eigenen Sitzbereich zu haben und das Gepäck nicht immer mitnehmen zu müssen.

    Haben Sie weitere Tipps für den Lounge-Aufenthalt?

    Die Lounges sind sehr unterschiedlich. Informieren Sie sich vorab über Ausstattung und Annehmlichkeiten. Größere, internationale Flughäfen haben meist mehr als nur eine Lounge. Wo befinden sich diese? Welche ist näher an meinem Flugsteig?

    Mein Tipp: Die Wartezeit am Airport lässt sich nicht nur bei Reiseantritt, sondern auch beim Zwischenstopp oder vor der Rückreise entspannt in einer Lounge verbringen.

    Interview: Janina Reich/AHM PR

    Preisbeispiel: Die meisten Lounge-Aufenthalte sind zwischen zwei und vier Stunden buchbar, Gäste können bis zu zwei Tage vorher kostenlos stornieren. An deutschen Flughäfen wie beispielsweise in Leipzig sind drei Stunden ab 19,90 €/Pers. zu haben. Während eines Layover in Abu Dhabi kostet die dreistündige Nutzung der „Al Reem Lounge“ (Premium) ab 39 €/Pers.

     

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