Aktuelles aus Medien, Kulturpolitik und Marketing

Aktuelles - Reden ist Silber

  • Thomas Bernhard besaß einige Schlafzimmer, obgleich fast nie jemand bei ihm übernachtete
Kleiderschrank und Alkohllager von Thomas Bernhard
Thomas Bernhard besaß drei edle Haeuser,  beziehungsweise Hoefe, hatte aber fast keinen Besuch
Die Raeume sind allesamt edel eingerichtet und bis heute erhalten
Das Buch dokumentiert und beleuchtet das Leben von Thomas Bernhard
Hab und Gut – Das Refugium des Dichters, 35 Euro fuer 176 Seiten, im Brandstaetter Verlag Wien
    Der Bildband „Hab und Gut“
    Wohngebiete eines famosen Einzelgängers - Der Schriftsteller Thomas Bernhard

    „Wir können uns einreden, dass wir mit einem Buch nicht allein sind, wie wir uns einreden können, dass wir mit einem Menschen nicht allein sind.“ Thomas Bernhard (1931 - 1989)

    Als ich noch jung war, also jünger zumindest, drängte mir meine damalige Freundin, deren Name hier unerwähnt bleiben soll, dauernd Bücher auf, die für sie Pflichtlektüre darstellten und von Autoren wie Heinrich Böll, Max Frisch oder einem Franzosen namens Antoine de Saint-Exupery, was ich bis heute nicht fehlerfrei aussprechen kann, stammten.

    Ich las die Werke, die besagte Freundin hatte einen hübschen Mund und was tut man als 17-Jähriger, wenn man noch Träume hat, nicht alles für einen hübschen Mund, war indes von einem ganz anderen Schriftsteller begeistert, den sie, die mit dem hübschen Mund, nun gar nicht mochte: Thomas Bernhard nämlich.

    Zum 30. Todestag dieses famosen Einzelgängers hat der Brandstätter-Verlag in Wien nun einen wunderbaren, wenn nicht gar einzigartigen Bildband veröffentlicht: Thomas Bernhard - „Hab und Gut“ (Das Refugium des Dichters).

    Herausgeber ist André Heller, die in der Tat Hammer-Fotos hat Hertha Hurnaus gemacht, weiter kommen mehrere Bernhard-Experten zu Wort, aber zum Glück nicht zu viel und zu lang, denn die 80 Aufnahmen der Bernhard-Wohnorte sind so grandios und lassen visuell so tief in die Seele des Künstlers blicken, dass die 35 Euro wohl investiert sind für den Leser, der diesen Weltdramatiker und Literaten (Der Theatermacher, Die Jagdgesellschaft, Städtebeschimpfungen - grandios - um nur einige zu nennen.) noch heute zu schätzen weiß.

    Diese Bilder, die meines Erachtens auch und gerade in eine Ausstellung gehören, machen deutlich, wie Thomas Bernhard seine Lebensräume, wie beispielsweise seinen Vierkanthof in Ohlsdorf, Oberösterreich, theatralisch inszeniert hat.

    Alles hat seinen Platz, selbst Dinge, die er, der Autor, nie benutzt hat, Requisiten eines Lebens, die den „ungewollten Besucher“ verunsichern sollten: seien es die Hüte, die Anzüge, die Messer, die Schnapsflaschen am Bett, die Flinten, alles an seinem Platz, penibel und bestimmt platziert; nichts schien er offenbaren zu wollen, ein Rätsel eben wie der Mann selbst, wie die Fünf-Sterne-Küche, die er kein einziges Mal benutzt hat in seinen Denk- und Schreibkerkern, wie Thomas Bernhard seine Habitate auch zu nennen pflegte.

    Alles ist noch so hergerichtet, wie zu seinen Lebzeiten. Faszinierend. Ein organisiertes Außenleben, wo nichts dem Zufall überlassen blieb, sondern unter der Kontrolle des Schaffenden blieb. Sein Universum.

    Thomas Bernhard. Der Autor, bei dem man sich nie sicher sein konnte, ob das, was man las, nun eine Tragödie oder eine Komödie war. Thomas Bernhard. Österreicher. Der seine Landsleute als katholisch-nationalsozialistisch definierte.

    Im Zeichen des Wassermanns am 9. Februar 1931 geboren, gestorben am 12. Februar 1989, also vor nunmehr 30 Jahren, viel zu jung, leider, denn:

    Was für eine Stimme, was für eine Literatur, was für eine Wahrheit dieser Mann immer wieder zu Papier brachte, insgesamt 10324 Seiten umfaßt das Gesamtwerk, ohne sich dabei zu verkaufen, im Sinne von dazugehören zu wollen, geliebt werden zu wollen, Anerkennung zu brauchen, trotzdem erhielt er 1970 den Georg-Büchner-Preis, 1972 den Grimme-Preis, ein wahres Unikat.

    Ich war damals, zur Zeit der Freundin mit den besagt hübschen Lippen begeistert und bin es heute noch. Weltliteratur, die es selten aus dem deutschsprachigen Raum gibt, wo so viel geschwätzt wird. Thomas Bernhard entlarvte immer wieder das bornierte Klein- wie Großbürgertum.

    Tut es heute noch, denn seine Werke sind zeitlos und werden es wohl auch immer bleiben, auch im Ausland. Und die Fotos in dem Bildband „Hab und Gut“ sprechen eine Sprache, die dem Mann und Autoren Thomas Bernhard sehr wohl gerecht werden. Tadellos.

    Sönke C. Weiss

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  • " Kann Spuren von Weisheit enthalten" - Matthias Matussek "Die Apokalypse nach Richard "- Buchbesprechung von Heinrich Schmitz
    " Kann Spuren von Weisheit enthalten"
    Richard, eine Art grauer Star - Matthias Matussek "Die Apokalypse nach Richard "- Buchbesprechung von Heinrich Schmitz

    "Fast niemand mag ihn" titelte die TAZ 2005 unverhohlen und Matthias Matussek hat als katholischer Talkshowrabauke einiges dafür getan dieser Behauptung gerecht zu werden. Ob Heiner Geißler, Angelika Kallwass oder ein komischer Imam - wer etwas sagte, das die religiösen Gefühle des SPIEGEL-Autors verletzte, sah sich einem geradezu alttestamentarischen Verbalfuror ausgesetzt.

    Stets mit dem griffbereiten "katholischen Abenteuer" unterwegs, ließ er sich zur Freude seiner Fans durch diverse Quasselsendungen weiterreichen und verteidigte seine Kirche, seinen Papst, seinen Glauben. Zwar hat er nie mit seinem Buch geworfen und auch mit dem Buch der Bücher nicht. Auf viele wirkte er dennoch befremdlich.

    Ein Wüterich der schreiben kann wie kaum ein zweiter

    Dass dieser Wüterich schreiben kann wie kaum ein zweiter, dass seine Essays wie jüngst beispielsweise der über Hermann Hesse, inhaltlich wie stilistisch zum Besten gehört, was das deutsche Feuilleton zu bieten hat, ist unzweifelhaft. Trotzdem machte er sich durch seinen eigenwilligen Diskussionsstil nicht gerade beliebt, was ihm angesichts seiner Mission aber wohl auch herzlich egal war.

    Wer aber nun händereibend erwartete, das würde bis in die Ewigkeit so weitergehen, der kann sich auf eine Überraschung gefasst machen. Denn eine anrührende Erzählung, eine vielschichtige Weihnachtsgeschichte hätte man wohl – wenn überhaupt, dann nur mit letzter Tinte von ihm erwartet.

    "Die Apokalypse nach Richard". Richard, ein 85-jähriges Familienoberhaupt, der mit seiner Frau Waltraud auf die Ankunft seiner Kinder und Enkelkinder zum gemeinsamen Weihnachtsfest wartet. Richard, der davon überzeugt ist, dass an diesem Heiligabend etwas besonderes geschieht. Richard, zu dem die Familienmitglieder aus allen Richtungen hinreisen wie die heiligen drei Könige zur Krippe. Richard, eine Art grauer Star.

    Klingt nach süßlichem Weihnachtskitsch für Religioten, wie man Gläubige in gewissen atheistischen Kreisen auch gerne mal nennt. Ist es aber nicht. Vielmehr eine Novelle, die es in sich hat, die alles hat, was man von einer großen literarischen Erzählung erwarten kann. Intelligent, nachdenklich, unterhaltsam, humorvoll und, na klar: sprachlich brillant.

    Alle Familienmitglieder haben ihre Leichen im Keller

    Alle Familienmitglieder haben ihre Leichen im Keller, egal ob es Enkel Nick ist, der im Internat beim Kiffen erwischt wurde, dessen Vater und Richards Sohn Roman, der als Journalist matusseksche Probleme mit seinem Redakteur hat, Wilhelm, sein Bruder, der als Banker angesichts der Krise zunehmend die Panik bekommt und selbst Richards Frau, die treusorgende Waltraud ist längst nicht so simpel gestrickt, wie man zunächst annimmt. Sie alle streben am 23.12. zu Richard, zur traditionellen Gans und - ohne es zu wissen - zu Richards Apokalypse.

    Es wäre eine fiese Indiskretion, hier zu verraten, worin diese Apokalypse besteht. Es ist eine Überraschung und muss es auch bleiben. Aber der Schriftsteller und bekennende Atheist Alexander Wallasch, der das Buch für "the european" rezensiert hat, hat recht. Das ist nicht nur ein wunderbares Buch, sondern es schreit laut nach einer Verfilmung. Man sieht Richard förmlich durch das verschneite Hamburg gehen, man riecht den Markt, den Schnee. It works.

    Leicht und unterhaltsam kommt die Geschichte daher - und doch immer wieder auf leise Art nachdenklich machend. Weit und breit kein katholischer Holzhammer, ab und an ein kleines Hämmerchen. Feine Ironie ohne Zynismus.

    In Nick, Roman, Bill und womöglich auch Richard erkennbar biografisch beeinflusst, aber ohne Missionierungseifer, mit viel Humor und Liebe zu seinen Figuren und deren persönlichen Brüchen und Macken. Feinfühlig, ja tatsächlich, Matussek kann nicht nur feinfühlig: Er ist es in Cinematoskope!

    Übersteigerte Erwartungen

    Wer mit dem christlichen Glauben, Weihnachten und all dem "Gedöns" nichts am Hut hat, braucht sich dennoch nicht zu fürchten, auch er wird Vergnügen haben. Wer die christliche "Szene" von innen kennt, wird manches wiedererkennen und ebenfalls schmunzeln. Übersteigerte Erwartungen an das Weihnachtsfest und Erwartungen auf einen handfesten apokalyptischen Familienkrach gehören zu Weihnachten wie Christbaum und Krippe.

    Hier wird nicht gepredigt, nicht belehrt und nicht bekehrt

    Bei Richard ist alles etwas anders und auch wieder nicht. Hier wird nicht gepredigt, nicht belehrt und nicht bekehrt, hier wird erzählt. Einfach erzählt, wobei jeder weiß wie schwer es ist, einfach zu erzählen. Alleine das lohnt die Lektüre. Wo gibt es heute noch gute Erzähler ? Bei der Lektüre überkam mich immer wieder ein Drang vorzulesen. Das Buch schreit danach gelesen und vorgelesen zu werden.

    Wer die Gelegenheit hat, eine Lesung mit Matthias Matussek zu besuchen, sollte nicht zögern sie wahrzunehmen. Versprochen: Es lohnt. Einziger kleiner Wermutstropfen, die Erzählung endet schon auf Seite 190. Bleibt zu wünschen, dass Matthias Matussek auch selbst soviel Spaß am Erzählen gefunden hat, dass es auch mal einen dicken Roman über Richards Familie geben wird. Ein unfrommer Weihnachtswunsch wird wohl erlaubt sein.

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  • An diesem Abend im August 2012 aber ist Giovanni di Lorenzo zu Gast im Muenchner Lustspielhaus
Liane Bednarz war fuer die GFDK bei der Lesung von Giovanni di Lorenzo anwesend und hat uns dazu geschrieben
    Wofür stehst Du
    Keine Panikmache, Giovanni di Lorenzo fragt, sucht und findet Antworten

    Ein Leseabend mit dem ZEIT-Chefredakteur im Münchner Lustspielhaus 2012.

    Das Lustspielhaus unweit der Münchner Freiheit ist eine Kleinkunstbühne, ein Kabarett im Herzen Schwabings. Hier sitzt man an Tischen und diniert vor der Vorstellung. Axel Hacke, der zusammen mit Giovanni di Lorenzo den 2010 erschienenen Bestseller „Wofür stehst Du?“ geschrieben hat, tritt hier monatlich auf.

    An diesem Abend im August 2012 aber ist di Lorenzo zu Gast. Um aus dem gemeinsamen Werk zu lesen. Das klingt vielversprechend, auch wenn der Titel des Buchs zunächst etwas abgegriffen wirkt.

    von Liane Bednarz


    Denn „Wofür stehst Du“? ist keine gestelzte Selbstveredlungsfibel. Keine pathetische Ode an die Tugend. Keine selbstgefällige Plauderei zweier arrivierter Herren. Nein, „Wofür stehst Du“ ist ein kurzweiliger und dabei mühelos tiefer gehender Gesprächsband in sieben Kapiteln:

    Ehrliche und schonungslose Erinnerungen und Reflektionen, sich selbst und anderen gegenüber. Ja, selbst die Familie di Lorenzos kommt nicht immer gut dabei weg. Aber keine Angst, die Sache ist durchaus humorvoll gestaltet. Hier sind zwei echte Meister jener spitzen Selbstironie am Werke, die selten geworden ist.


    Im vollbesetzten Publikum sind beinahe alle Altersklassen vertreten. Der Chefredakteur der ZEIT erscheint pünktlich um 20.30 Uhr auf der Bühne. Dunkler Anzug, weißes Hemd ohne Krawatte, dunkle Hornbrille. Lässige Intellektuellen-Eleganz.

    Mit dem Nachtzug auf den fremden Planeten Hannover

    Los geht es mit der Suche nach Heimat. Nach den eigenen Wurzeln. Es ist wohl so: Wenn alles unsicher wird, die Welt immer größer und unverständlicher erscheint, wird die Suche nach einem unverrückbaren Zuhause dringlicher. Eben nach diesem vielbemühten Anker im Treibsand des eigenen Seins in einer verrückter werdenden Welt. „Was ist Heimat“ titelte etwa DER SPIEGEL im April 2012.

    Für di Lorenzo - Kind einer deutschen Mutter und eines italienischen Vaters - ist es ein echtes „Lebensthema“, wie er betont. Ist es auch sein Lebensdrama? Früh, zu Jugendzeiten nämlich, fühlte er sich einem regelrechten Kulturschock ausgesetzt.

    Eine Folge des durch die Trennung der Eltern ausgelösten Umzugs nach Deutschlands. Das klingt dann so: „An einem kalten Wintermorgen landeten wir auf einem fremden Planeten namens Hannover. Wir waren mit dem Nachtzug aus Rom gekommen […].“ Gefühlte Heimatlosigkeit:

    „Ich machte mich auf die Suche nach einem Stück Heimat in Hannover, aber ich fand nichts. Das Essen in den Pizzerien schmeckte anders als das in Rom […].“ „Im Hintergrund dudelte trostlose italienische Schlagermusik, die ich in Italien noch nie gehört hatte:

    Mamma Leone, gesungen von einem gewissen Bino, und Tornerò von I Santo California.“ An den Tischen im Lustspielhaus hört man Lachen. Mit Melancholie Fröhlichkeit abzuholen gelingt nicht jedem. Hier klappt es auf Anhieb.

    Sprache: Fremde oder Heimat?

    „Heimat“ – das ist der Ort, die spezielle Region. Heimat aber kann, so erfahren wir, auch in der Sprache zu finden sein. Oder auch nicht. Denn Sprache kann ebenso zur Fremde werden, im wahrsten Sinne des Wortes sprachlos machen.

    Nämlich dann, wenn die Sprache am neuen Ort noch nicht richtig vertraut ist: „[…] aber ich spürte die Ohnmacht, wenn ich versuchte, etwas genauer zu beschreiben, und mir die Worte fehlten.“
    Später, zu Abizeiten, als di Lorenzo bereits für die Hannoversche Neue Presse schrieb, wandelte sich das: „Meine Mutter und mein Bruder gingen zurück nach Italien. Ich blieb. Denn ich hatte endlich eine Heimat gefunden: die Sprache.

    Es war ein schönes Gefühl.“ Sprache als Heimat. Ein schöner Gedanke. Das Publikum applaudiert. Ja, das klingt eben auch dankenswert integrativ, ohne belehrend zu sein. Das kapiert man, das hat sogar etwas Vernünftiges.

    „Mein Glaube an den Untergang“ – Der Deutschen Lust an der Panikmache

    Ein Thema darf keinesfalls fehlen, wenn sich ein Intellektueller hierzulande fragt, wofür er steht: „Mein Glaube an den Untergang oder Warum ich früher in die Kirche ging und heute auf den Wertstoffhof“ heißt das zugehörige Buchkapitel.

    Ach ja, der Deutschen Lust an der Beschwörung immer neuer Untergangsszenarien. „Nachrüstung“, „atomare Bedrohung“ und „Vogelgrippe“ sind nur einige Beispiele, die di Lorenzo aus der schier endlosen Liste anführt. Gegen diese Dauerpanikmache hilft nur Ironie.


    Di Lorenzo schildert deshalb eine Schmunzel- Szene, die sich 1984 auf seiner ersten Lesereise zutrug. Ein Paradebeispiel für die zermürbende Auswirkung kollektiver ökologischer Untergangsbeschwörungen auf das Alltagsleben: „erzählte eine Frau, die sich als Erzieherin vorgestellt hatte, wie sehr es ihr Lebensgefühl und das der ihr anvertrauten Kinder trübe, dass am Ende des Jahrzehnts in Deutschland kein einziger gesunder Baum mehr stehen werde, aller Wald werde dann gestorben sein, das sei gewiss.“


    Diese Schilderung des seit den 80ern grassierenden apokalyptisch überhöhten Wald-Lamentos hat an Aktualität nichts eingebüßt.Weil es für viele andere Untergangsszenarien exemplarisch ist, die immer wieder an die Wand gemalt werden. Und die jenen Typus Mensch im Lande auf den Plan gerufen haben, den man heutzutage „Wutbürger“ nennt.

    „Sind Bedürfnisse und Begehrlichkeiten in unserer Gesellschaft genau steuerbar?“

    Aber dann wird di Lorenzo auch sehr ernst: „Sind Bedürfnisse und Begehrlichkeiten in unserer Gesellschaft genau steuerbar?“ Dafür spricht das Beispiel eines Tierfutterherstellers, der – da sich der Marktanteil kaum noch steigern ließ - durch geschickte PR-Maßnahmen in der Bevölkerung ein Bedürfnis nach der Anschaffung großer Hunde weckte.

    Die fressen bekanntlich mehr. Und es funktionierte: „Das Ergebnis der Kampagne war messbar. Zwar nahm der Marktanteil des Auftraggebers, wie erwartet, nicht weiter zu, wohl aber der Umsatz. Denn die Deutschen kauften plötzlich mehr Hunde, vor allem große und sehr große Hunde.“ Stille im Publikum.

    Ein Glaubensbekenntnis: Wie di Lorenzo das Sterben von Papst Johannes Paul II. erlebte

    Di Lorenzo berichtet, dass ausgerechnet der Teil des Buchs, der von seinem Glauben handelt, zu seiner eigenen Überraschung die größte Aufmerksamkeit provoziert habe, obwohl dies gar nicht seine Absicht gewesen sei. Er handelt davon, wie er das Sterben von Papst Johannes Paul II. im Jahre 2005 erlebt hat:

    „Wir zündeten Kerzen an und verharrten in Andacht. In diesem Moment fühlte ich mich ganz und gar eins mit meiner Kirche. Das Gefühl war: Nicht wir waren ihm, dem Papst, im Sterben nahe, sondern der Papst war sterbend bei uns.“ „Nein, es war kein Erweckungserlebnis.


    Seit einigen Jahren jedoch haben wir zu Hause etwas aufleben lassen, was lange verschüttgegangen war: Vor dem Essen wird still gebetet, auch wenn Gäste da sind. Sehr oft ist das der schönste Moment des Tages.“ Das klingt echt, das berührt auf eine Weise, wie sie vor allem auch Matthias Matussek in seinem 2011 erschienenen „Katholischen Abenteuer“ wieder gesellschaftsfähig gemacht hat.

    „Was sagen Sie dazu, Herr Schmidt“? Was sagen Sie dazu, Herr di Lorenzo?

    Als besonderes Schmankerl serviert di Lorenzo dem Münchner Publikum zum Abschluss der inklusive Pause rund 100minütigen Lesung das von ihm verfasste Vorwort des nächsten Monat erscheinenden Bands „Was sagen Sie dazu, Herr Schmidt?“, einem Kompendium der gleichnamigen Kolumne di Lorenzos und Schmidts im ZEITmagazin.


    Dann ist Zeit zum Fragen. Volle 45 Minuten lang. Die Fragen sind direkt, bisweilen provokant. Man will etwa wissen, welche Macht die Medien haben, wie di Lorenzo die EU-Politik sehe, wie es um die politische Kultur in unserem Lande stehe, wie die Familie die nicht immer schmeichelhaften Darstellungen verkraftet habe.

    Di Lorenzo gibt klare Antworten, weicht nicht aus. Zeigt sich als kritischer, dabei aber sehr besonnener, differenziert denkender Kopf. Wehrt sich etwa gegen den Vorwurf, die Medien wären oft kampagnenhaft. Betont die Pressevielfalt im Lande, die sich vor allem im Vergleich zu Italien in ihrer ganzen Fülle erschließe.

    Bekennt sich zu Europa, ist aber kritisch, auf welche Weise die Europolitik unter Anrufung des alten Pathos durchgezogen wird. Und fordert eine auseichende politische Kommunikation der grundsätzlichen Fragen zur Zukunft Europas.


    Sagt aber auch, dass man bei aller berechtigten Kritik nicht vergessen dürfe, was wir an unserem bundesrepublikanischen politischen System haben. Auch hierbei helfe ein Blick nach Italien. Di Lorenzos Antworten kommen an, an diesem Abend in München. Viele kennen ihn ja als Fragensteller in der Talkrunde 3nach9. Die Facette des Antwortgebenden steht ihm mindestens ebenso gut.

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Aktuelles - Marketing News

  • Eine Steuer, die für Werbemaßnahmen gegolten haette ist vom Tisch
    Unternehmen, Mittelständler und Unschuldige müsse keine Quellensteuer zahlen

    Der Tag durch die Marketing Brille - WPP zahlt Martin Sorrell Boni von zwei Millionen Pfund. Die Vergütung erfolgt aufgrund des langfristigen Bonus-Programms der Werbeholding. Das Vorhaben, rechtliche Schritte gegen den Ex-CEO einzuleiten, wurde offensichtlich fallengelassen.

    Facebook hat nach dem Anschlag im neuseeländischen Christchurch Millionen gestreamte Videos gelöscht. Ein angemessenes Vorgehen? Ein Tipp von der Munich Creative Business Week.

    Die Start-up-Szene verlässt Berlin-Mitte. Wie sollten Unternehmen die Nachfolge regeln – und was passiert, wenn sie es nicht tun? Und: Eine kleine Rückschau und Liebeserklärung an die SXSW in Austin.

    Jochen Kalka, Chefredakteur bei W&V hat einen Grund zur Freude für die Werbetreibenden.

    Lieber Herr Böhmer,

    eigentlich ein Grund zur Freude. Aber nur eigentlich. Nämlich, dass die Quellensteuer, die Werbekunden hätten abdrücken müssen, vom Tisch ist. Eine Steuer, die für bis zu sieben Jahre nachgezahlt hätte werden müssen. Eine Steuer in Höhe von 15 Prozent. Eine Steuer, die für Werbemaßnahmen gegolten hätte, die man via einem dieser Internetgiganten wie Google oder Facebook geschaltet hat.

    Also, keine Steuer, ist doch gut. Finden alle, ganz gleich, ob BVDW, ZAW, YX-Weh, alle. Sie haben ja auch alle recht, wenn man so will.

    Wenn man anders will, kann man es auch anders sehen, nämlich so: Und wieder sind die Internetgiganten gut davongekommen. Neulich schon ist die Einführung einer Online-Werbesteuer für Digitalkonzerne wie Google und Facebook gescheitert.

    Mit der Verhinderung der Quellensteuer ist das nette Damoklesschwertle auch weg. Denn eigentlich wäre es Sache der Internetgiganten gewesen, diese 15 Prozent zu berappen.

    Doch da die Zahlungsmoral, sorry für das Wort Moral im Kontext der Internetriesen, doch da die Zahlungsmoral jener Giganten nicht sonderlich ausgeprägt ist (denkt man etwa an andere Steuerforderungen), hätte, na wer wohl, die Party bezahlen müssen? Richtig: werbungtreibende Unternehmen, Mittelständler, Unschuldige.

    Insofern also doch gut, dass diese Quellensteuerfantasie vom Tisch ist.

    Guten Abend

    Jochen Kalka

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  • Condé-Nast-International uebergibt Jessica Peppel-Schulz das Deutschlandgeschaeft
    Der Thermomix-Gau
    Ein turbulenter Wochenausklang, das turbulenteste Thema bleibt der Thermomix

    Zwei Top-Manager verlassen Facebook, wohl aufgrund eines Strategiewechsels. Spotify hat sich beschwert, jetzt will sich die EU-Kommission Apple mal genauer ansehen. Wie können Unternehmen Mobile Couponing für sich einsetzen?

    Deutschland braucht dringend IT-Spezialisten, selbst Quereinsteiger müssen sich nicht unbedingt mal mehr Bewerbungen schreiben. Und: Agenturen, wehrt Euch.

    Jochen Kalka, Chefredakteur bei W&V hat noch weitere Themen für uns zum Wochenende.

    Lieber Herr Böhmer,

    was für ein turbulenter Wochenausklang mit Top-Personalien wie Jessica Peppel-Schulz, die von der Digitalagentur UDG zu Condé Nast wechselt. Aus Sicht des Verlags ein Coup. Turbulent auch der weitere Verlauf des Streits zwischen Spotify und Apple, der einmal mehr die mafiös anmutenden Strukturen von Apple erahnen lässt.

    Doch das turbulenteste Thema, auch heute erneut auf Platz 1 aller geklickten Meldungen von wuv.de ist, tja, wer hätte das gedacht: der kommunikative Thermomix-Gau. Mein Kollege Holger Schellkopf hat es ja schon gestern kommentiert, mit den verletzten Liebesgefühlen.

    Jetzt könnte sich zeigen, dass Vorwerk doch besser bedient wäre, würde der Thermomix-Fabrikant seine kommunikative Strategie in die Hände von Agenturen begeben, die etwas von ihrem Handwerk verstehen. Verstanden?

    Egal, ab ins Wochenende,

    Jochen Kalka

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  • Vorwerk hat den neuen Thermomix TM6 still und heimlich gelauncht, und damit einen Shitstorm verursacht
dm-Mitarbeiter, Freund oder Bekannter eines Kollegen Egal sein Bart braucht Seinz
    Marken und ihren Fans
    Ungehorsames Nutzervolk und enttäuschte Liebe bei den Thermomix Fans

    Warum, Warum, Warum, die Banane ist krumm. Warum Twitter jetzt von Snapchat kopiert. Wie ein Start-up quasi einen Personalausweis fürs Internet schaffen will. Warum Lidl einen Chatbot auf Facebook einführt. Warum das Wachstum von Social Start-ups Grenzen hat. Wie viele Analphabeten es in Deutschland auf dem Arbeitsmarkt gibt und was Unternehmen dagegen tun. Und: Wie kreativ Rache sein kann. Das war der Tag.

    Holger Schellkopf, Chefredakteur bei W&V hat aber noch bessere Geschichten für uns.

    Lieber Herr Böhmer,

    es gibt kaum ein Gefühl, das heftigere Reaktionen auslöst als enttäuschte Liebe. Das gilt nicht nur im zwischenmenschlichen Bereich, sondern auch und gerade im Verhältnis von Marken und ihren Fans.
    Wie so etwas dann aussieht, lässt sich derzeit bei Vorwerk besichtigen:

    Da ist dem Unternehmen vor gar nicht allzu langer Zeit gelungen, mit modernen Geräten nicht nur dem angestaubten Image einen Neuanstrich zu verpassen, sondern sich obendrein eine ziemliche große Gemeinde echter Hardcore-Fans für eine Marke heranzuziehen – und dann enttäuscht man genau diese Fans durch die eher eigentümliche Vorgehensweise beim Modellwechsel.


    Die Thermomix-Community kocht, die Fans fühlen sich getäuscht, enttäuschte Liebe eben. Dabei gerät dann sogar das Produkt aus dem Blick, von dessen neuen Möglichkeiten die Thermomix-Fans eigentlich vor Glück nur so sprudeln sollten.

    Aber genug der schiefen Wortbilder. Betrachten wir den Fall einfach als Beweis dafür, dass es toll ist, wenn Kunden zu Fans werden – noch toller ist es aber, wenn man diese Fans dann entsprechend behandelt aka hätschelt.

    Apropos schiefe Wortbilder, apropos hätscheln: Seinz heißt die Marke, mit der dm jetzt die Männer umgarnen und in die Drogeriemärkte locken will. Die Wortschöpfung und das auch bei diversen Slogans benutzte Spiel mit dem z am Wortende ist sicher Geschmackssache.


    Einen wirklich guten Auftritt legt dm aber bei den Kampagnenfilmen hin, deren Darsteller keine Profis, sondern Mitarbeiter und deren Freunde sind. Das ist jetzt auch nicht epochal neu, funktioniert hier aber wirklich gut.

    Weniger gut funktioniert bei vielen Publishern die Sache mit der mobilen Werbung. Die Formate wollen oft nicht passen, die Gewinnerwartung lässt zu wünschen übrig - und die Werbungtreibenden machen die Sache auch nicht einfacher. So vielleicht etwas überspitzt das Ergebnis einer aktuellen Studie von Sublime.


    Der Befund ist schon deshalb ziemlich unangenehm, weil das ungehorsame Nutzervolk trotzdem immer stärker mobil unterwegs ist. Die Studie ist daher Auftrag, falls man verhindern will, dass Marken und Nutzer sich auf Dauer verabschieden: ein Auftrag für mehr Kreativität, mehr Innovation, mehr Mut bei den mobilen Werbeformaten.


    Es muss darum gehen, Formate zu entwickeln, die dem Nutzer im besten Fall sogar Spaß machen, ihn aber mindestens nicht stören – dann hat nämlich auch der Werbungtreibende seine Freude daran. Auch hier gilt: Die Erkenntnis ist nicht epochal neu – eine passende Umsetzung würde aber wohl wirklich gut funktionieren.

    Einen schönen Abend wünscht

    Holger Schellkopf

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Aktuelles - Kultur und Medien

  • Ausstellungseröffnung: v.l.n.r.: Christoph Daum, Dr. h.c. Ute-Henrietzte Ohoven, Leon Loewentraut
    Leon Löwentraut - Präsentation der Kampagne „#Art4GlobalGoals“ in Bonn

    Nachwuchskünstler Leon Löwentraut (im Februar gerade mal 21 Jahre alt geworden) hat mit Unterstützung der UNESCO, der YOU Stiftung und Geuer & Geuer Art für die Kampagne „#Art4GlobalGoals“ insgesamt 17 großformatige Bilder gefertigt.

    Damit interpretiert er künstlerisch die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele der Weltgemeinschaft und der Vereinten Nationen. Die diesbezügliche Ausstellung wurde jetzt vor etwa 100 Gästen im Mäanderbau der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Bonn feierlich eröffnet.

    Zur Eröffnung sprach Dr. h.c. Ute-Henriette Ohoven, Sonderbotschafterin der UNESCO: „Wir können die Ursachen für wirtschaftlich bedingte Flüchtlingsströme, Terror, Armut und Hunger nachhaltig durch qualitativ-hochwertige Bildung mindern, sofern wir global agieren.

    " #Art4GlobalGoals möchte vor allem junge Menschen erreichen, über die Entwicklungsziele informieren und deren Bekanntheitsgrad steigern. Denn nur wer die Ziele kennt, kann mithelfen, sie bis zum Jahr 2030 zu verwirklichen.“

    Die Ausstellung läuft in Bonn bis zum 29. März 2019. Ab dem 6. April wird #Art4GlobalGoals in St. Petersburg zusammen mit zehn neuen Gemälden von Leon Löwentraut gezeigt.

    Die Eröffnungsausstellung der Kampagne fand 2018 im UNESCO Headquarter Paris statt. Auch im Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit in Berlin waren die Werke bereits zu sehen. In Berlin wurde die Bilderschau von Bundesminister Gerd Müller, Schirmherr der Kampagne, feierlich eröffnet.

    Eine limitierte Auflage von Leon Löwentrauts handübermalten Grafikeditionen mit pastösem Farbauftrag der Nachhaltigen Entwicklungsziele werden von Geuer & Geuer Art in Düsseldorf zum Verkauf angeboten, um Projekte im Rahmen des Ziels n. 4 (SDG 4) zu fördern.

    Aus dem Verkauf dieser limitierten Grafikeditionen – Auflage: 50 Exemplare pro Motiv -  spenden Leon Löwentraut und die Galerie Geuer & Geuer rund € 680.000 u.a. für das Slumgebiet Baraka in Dakar im Senegal.

     

     

     

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  • Die Kragenbaeren bekommen ein neues Zuhause
Alle fuenf Baeren konnten aus ihren Kaefigen befreit werden
    BÄRENWALD Ninh Binh
    Kragenbären Keo, Lim, Dieu, San und Khoai Lang in Vietnam gerettet

    Ein weiterer Erfolg gegen die grausame Haltung von Bären in Vietnam: Die internationale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN konnte am 11. und 12. März insgesamt fünf Kragenbären retten. Trotz dieser geglückten Rettungsmission gibt es für VIER PFOTEN weiterhin viel zu tun:

    Die Nachfrage nach Bärengalle für angeblich heilende Zwecke ist in Asien noch immer hoch; in Vietnam leiden nach wie vor rund 800 Bären unter widrigsten Umständen auf Bärenfarmen.

    VIER PFOTEN gelang es, fünf ehemalige Gallebären – Keo, Lim, Dieu, San und Khoai Lang – aus den vietnamesischen Provinzen Binh Duong und Dong Nai zu befreien.

    Nachdem die Bären vor dem langen Transfer einzeln untersucht wurden, legte das Team über 1.600 Kilometer während einer 40-stündigen Fahrt zurück, um die Tiere in ihr neues Zuhause, den BÄRENWALD Ninh Binh, zu bringen.

    „Wir sind glücklich, dass wir alle fünf Bären aus ihren Käfigen befreien konnten. Die ersten Untersuchungen haben uns einige gesundheitliche Probleme aufgezeigt, die wir aber in den nächsten Wochen im BÄRENWALD Ninh Binh mit Sicherheit gut behandeln können.

    Bärin Keo lag bei unserer Ankunft depressiv in ihrem Käfig. Die Untersuchung der Bärin zeigte, dass sie unter massiven Schmerzen gelitten haben muss. Die Zähne sind in einem furchtbar schlechten Zustand und sie leidet an starken Entzündungen der Leber und Gallenblase.

    Bär San leidet an massivem Haarausfall, bedingt durch die grausamen und unhygienischen Haltungsbedingungen. Der Zustand der Gallenblasen aller untersuchten Bären zeigt, dass ihnen in der Vergangenheit regelmäßig Gallensaft abgezapft wurde“, sagt Dr. Johanna Painer, Tierärztin an der Veterinärmedizinischen Universität Wien, die die Rettungen und den Transfer begleitete.

    Ungeklärte Todesfälle auf Bärenfarm

    VIER PFOTEN hatte eigentlich geplant, sieben Gallebären aus der Provinz Dong Nai im Süden Vietnams zu retten und in den BÄRENWALD zu bringen. Tragische Umstände durchkreuzten jedoch diesen Plan, nachdem vier Bären binnen einer Woche auf bisher ungeklärte Weise auf derselben Farm ums Leben gekommen sind.

    VIER PFOTEN verlangt nun von den vietnamesischen Behörden eine gründliche Untersuchung der Todesursache. Immer wieder kommt es vor, dass Bärenbesitzer ihre Tiere töten, um noch ein letztes Mal Kapital aus ihren Organen zu schlagen. Sollte das bei den vier verstorbenen Bären der Fall sein, fordert VIER PFOTEN ein strenges Durchgreifen gegen die Verantwortlichen.

    Schutzzentrum wird Platz für insgesamt 100 Bären bieten

    Im Schutzzentrum in Ninh Binh können sich alle fünf geretteten Bären von den Strapazen ihrer Vergangenheit erholen. Zwölf Artgenossen genießen bereits ihr neues Leben im naturnahen Bärenwald. Nach Abschluss aller Bauarbeiten wird der BÄRENWALD Ninh Binh 10 Hektar Land umfassen und Platz für bis zu 100 gerettete Bären bieten.

    Das nach modernsten Haltungsstandards erbaute Schutzzentrum verfügt über eine eigene Tierklinik, eine Quarantänestation, zwei Bärenhäuser und vier Außengehege. Einheimische und Touristen aus aller Welt können sich seit der offiziellen Eröffnung am 7. März 2019 ein Bild davon machen, wie ehemals gequälte Farmbären ihre natürlichen Instinkte allmählich wiedererlangen und bärengerecht leben.

    In den großzügig angelegten Freiluftgehegen stehen den Bären Teiche, Bäume, Kletter- und Versteckmöglichkeiten zur Beschäftigung  zur Verfügung. Der BÄRENWALD stellt nicht nur ein neues Zuhause für ehemalige Gallebären dar, er soll auch als Bildungs- und Aufklärungsstätte den Tier- und Artenschutz in Vietnam voranbringen.

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  • Ein erstaunliches Schwein namens Emma und deren bester Freund, der Hahn Greasy
Unsere grosse kleine Farm, ein Film, der zu Tatendrang und unerschoepflichem Optimismus anregt
Alle erdenklichen Haus- und Wildtiere leben auf der Farm
Bedingungslose Hingabe und der groeßtmöglichen Liebe zu allem, was lebt
    Ein wahres Märchen
    Eine Hommage an die unendliche Vielfalt der Natur - UNSERE GROSSE KLEINE FARM

    Weil ihr geliebter Hund Todd zu viel bellt, verlieren Molly und John Chester ihr Apartment. Das Paar verlässt daraufhin die Großstadt und stürzt sich Hals über Kopf in die Verwirklichung eines langgehegten großen Traums: die Gründung einer eigenen Farm.

    Auf über 80 Hektar in den kalifornischen Hügeln will das Paar mehr Harmonie in sein Leben bringen – und in das Land, das es ernährt.

    Was folgt, sind acht Jahre Arbeit, die den Idealisten alles an Einsatz abverlangen, aber auch 10.000 Obstbäume sowie alle erdenklichen Haus- und Wildtiere auf einem einst erschöpften, dürren Land hervorbringen. Unter ihnen ein erstaunliches Schwein namens Emma und deren bester Freund, der Hahn „Greasy“.

    Zwischen fragilen Wasserleitungen, gierigen Schnecken, zu allem entschlossenen Kojoten und einem neuen alten Ökosystem, erkennen die Chesters, dass in der großen Vernetzung des Lebens alle ihren Beitrag leisten können – im Vertrauen auf die Weisheit der Natur und das Leben selbst.

    Zwei Träumer aus der großen Stadt, die sich dazu entscheiden einfach loszulegen:  Ohne politische Agenda und ohne Dogmatismus zeigt UNSERE GROSSE KLEINE FARM eine unerschrockene Odyssee, bei der es nicht nur um ökologische Landwirtschaft, sondern vielmehr darum geht, wie die beiden sich mit ihren eigenen Händen ein kleines Paradies, eine Familie und eine neue Heimat erschaffen. Ein wahres Märchen.

    Optimistischer Pragmatismus, emotionale Erfolgsmomente und dramatische Rückschläge machen den Film zu einem Dokument bedingungsloser Hingabe und der größtmöglichen Liebe zu allem, was lebt. In einer Hommage an die unendliche Vielfalt und Eigendynamik der Natur fängt der mit drei Emmys ausgezeichnete Filmemacher John Chester einzigartige Momente von berückender Schönheit aus der ihn umgebenden Tier- und Pflanzenwelt ein.

    Nach seinem Triumph in Telluride, Toronto und Sundance lief UNSERE GROSSE KLEINE FARM zuletzt in der Reihe „Kulinarisches Kino“ auf der Berlinale. Beim AFI Fest, dem Hamptons International Film Festival sowie beim Festival in Palm Springs gewann der Film die Publikumspreise.

    UNSERE GROSSE KLEINE FARM startet am 11. Juli 2019 in den deutschen Kinos im Verleih von Prokino.

    „Ein Film, der zu Tatendrang und unerschöpflichem Optimismus anregt.“
    THE HOLLYWOOD REPORTER

    „Wer denkt, es sei schwer einen guten Film zu machen,
    sollte mal versuchen Schweine und Hühner zu züchten.“
    SCREEN

    „Frische Luft für die Seele.“
    VARIETY

    „Für alle, die davon träumen, der Großstadt zu entfliehen und ihr eigenes Ding zu machen.“
    INDIEWIRE

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Aktuelles - Interviews und Portraits

  • Michael Gielen im SWR Filmportrait SWR 2007 
Gespraech zwischen Generalintendant Joachim Klaiber, Komponist Aribert Reimann und der Leiter der Stockholmer Oper Michael Gielen
    Zuhause auf den Weltbühnen
    Der Unsterbliche Michael Gielen, es ging immer um die Wahrheit der Musik

    Ein Künstler wie Michael Gielen, kann nicht Sterben, gestorben wäre er nur, wenn man ihn vergessen hätte. Das wird noch lange nicht geschehen. In Michael Gielens Biographie spiegelt sich die Geschichte des 20. Jahrhunderts, die politische wie die musikalische.

    Geboren in Dresden als Sohn des prominenten Opern- und Schauspielregisseurs Josef Gielen kam er 1936 nach Berlin. Auf Druck der Nationalsozialisten ging die Familie zwei Jahre darauf nach Wien, um 1940 nach Buenos Aires zu emigrieren, da der Vater dem Regime kritisch gegenüberstand und die Mutter jüdischer Abkunft war.

    In Buenos Aires, wo Josef Gielen am Teatro Colón engagiert war, kam der junge Michael Gielen u. a. mit Erich Kleiber in Kontakt, der ihn sehr prägte, zudem auch mit Wilhelm Furtwängler. Er studierte Klavier und Musiktheorie, darüber hinaus begann er auch zu komponieren.

    Seine musikalische Tätigkeit begann er als Korrepetitor am Teatro Colón, nach seiner Rückkehr nach Europa arbeitete er ab 1950 in gleicher Funktion an der Wiener Staatsoper, wo er von Dirigenten wie Herbert von Karajan, Karl Böhm und Clemens Krauss beeinflusst wurde.

    Große Stationen auf den Weltbühnen

    Ab 1960 hatte Michael Gielen dann Leitungspositionen an Opernhäusern sowie bei Orchestern inne – zunächst an der Königlichen Oper in Stockholm, ab 1969 dann beim Belgischen Nationalorchester in Brüssel, ab 1973 dann an der Niederländischen Oper in Amsterdam.

    Das Jahrzehnt zwischen 1977 und 1987, als Michael Gielen gemeinsam mit Ruth Berghaus legendäre Produktionen an der Oper Frankfurt realisierte (zudem war er Leiter der Frankfurter Museumskonzerte), gehört zu den wichtigsten seiner Laufbahn, ebenso die Zeit als Chefdirigent des SWR-Sinfonieorchesters Baden-Baden zwischen 1986 und 1999, in der er große sinfonische Zyklen, u. a. mit Werken von Beethoven, Bruckner und Mahler erarbeitete.

    Darüber hinaus leitete Michael Gielen auch das BBC Symphony Orchestra und das Cincinnati Symphony Orchestra, in Berlin neben der Staatskapelle häufig auch das Konzerthausorchester.

    Im Mittelpunkt seiner musikalischen Interessen standen die Werken der großen Komponisten des 18. und 19. Jahrhunderts (insbesondere Bach, Beethoven, Schubert, Bruckner und Mahler), vor allem aber die Musik der Wiener Schule mit ihren Protagonisten Schönberg, Berg und Webern, desgleichen aber auch deren Zeitgenossen Schreker und Zemlinsky und die Komponisten der Nachkriegszeit, u. a. Bernd Alois Zimmermann – dessen seinerzeit als unspielbar geltende Oper »Die Soldaten« er 1965 in Köln zur Aufführung brachte –, Karlheinz Stockhausen oder Luigi Nono.

    Michael Gielen ging es immer um die Wahrheit der Musik, um die »utopischen« und »ersehnten Momente«, wie er es in seiner 2005 veröffentlichten Autobiographie »Unbedingt Musik« ausgedrückt hat.

    Die Musikwelt verliert mit ihm einen engagierten Streiter für diese, unsere Kunst, einen wachen, reflektierten Geist, der um ihre Gefährdungen wusste und sich immer neu für sie eingesetzt hat.

    Die Staatsoper Unter den Linden und die Staatskapelle Berlin, die Michael Gielen so viel verdanken, werden ihm ihr ehrendes Andenken bewahren.

    Eine Fülle an eindrucksvollen Abenden verdankt die Staatsoper Unter den Linden und die Staatskapelle Berlin  Michael Gielen:

    Die Erstaufführung von Alban Bergs Oper »Lulu« etwa, die 1997 im Haus Unter den Linden stattfand (zwei Jahre zuvor hatte er dieses Werk gemeinsam mit der Staatskapelle Berlin bereits bei den Salzburger Festspielen zur Aufführung gebracht), die vom Publikum wie der Presse gefeierte Premiere von Franz Schrekers

    »Der ferne Klang« 2001 in der Regie von Peter Mussbach, aber auch die Neuproduktionen von Bellinis »Norma« und Verdis »Macbeth« mit ihren innovativen künstlerischen Ansätzen.

    Seit 1999 dirigierte er regelmäßig die Staatskapelle Berlin, wobei er pro Saison ein sinfonisches Programm mit dem Orchester einstudierte und präsentierte, weit gefächert mit Musik von Beethoven und Schubert, Bruckner und Mahler, über Schönberg und seine Schüler bis hin zu Bernd Alois Zimmermann und Aribert Reimann.

    Mit hoher künstlerischer Verantwortung hat sich Michael Gielen dabei den aufführungspraktisch herausfordernden Werken der Neuen und Neuesten Musik zugewandt, aber auch den Klassikern der sinfonischen Literatur, die er in einer von allen unreflektierten Traditionen gereinigten Art und Weise wiederzugeben und zu vermitteln wusste.

    Die von ihm dirigierten Aufführungen in Oper wie Konzert haben eindrucksvoll bewiesen, das vermeintlich Bekannte in einem überraschend neuen und klaren Licht erscheinen zu lassen, im Zuge eines auf die Werke selbst hin konzentrierten, dirigentisch souveränen und gedankentiefen Musizierens, dessen Unbedingtheit und Energie sich auf alle, die es erlebt haben, unmittelbar übertragen hat.

    Foto: Wikipedia CC BY-SA 3.0 de-Magnussen, Friedrich

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  • Michael H. Max Ragwitz ist ein Botschafter fuer Kunst und Kulinarik
    Botschafter für Kunst und Kulinarik
    Michael H. Max Ragwitz - Kunst, Kultur, und alles mit Genuss

    Michael H. Max Ragwitz wurde im Erzgebirge geboren und wuchs dort und in Thüringen auf. Bereits in sehr jungen Jahren galt seine große Liebe der Literatur und dem geschriebenen Wort. Das wurde vor allem durch seine Großmutter mütterlicherseits genährt, die eine sehr kluge und musisch veranlagte Frau war.


    Der ursprüngliche Berufswunsch, Schriftsteller oder Journalist zu werden, ließ sich nach Abschluss der Schule nicht umsetzen. So begann für ihn nach Abitur und Berufsausbildung ein wechselvoller und durchaus nicht geradliniger Weg der Berufsfindung.

    Nach einem Teilstudium der Maschinenbautechnologie wandte er sich ab Anfang der 1980er Jahre dem Archivwesen zu und erlernte diesen Beruf von der Pike auf, studierte in Potsdam und ab 1988 noch zwei Jahre Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin.

    Botschafter für Kunst und Kulinarik


    Zu seinen erfülltesten beruflichen Aufgaben der folgenden Jahre zählte für ihn seine Arbeit als Archivars und Leiter der Bibliothek beim Bezirksgericht Erfurt, dem späteren Landgericht, die mit zahlreichen Kontroll- und Anleitungsaufgaben verbunden war.

    Diese Aufgabe hat er mit viel Herzblut und abseits aller staatlichen Zwänge ausgefüllt. In diesem Zusammenhang ist er auch heute noch stolz darauf, 1989 den Titel Oberarchivar verliehen bekommen zu haben.


    Er war und ist außerdem ein kreativer Organisator. Schon in der Schule galt er als Spiritus rector vieler Aktivitäten. Das setzte sich seiner vielfältigen ehrenamtlichen Tätigkeit in zahlreichen gesellschaftlichen Organisationen wie der Historiker-Gesellschaft und des Bibliotheksverbandes fort, im Rahmen derer er in hohem Maße auch Aufgaben in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zu erledigen hatte.

    Dass er diese Arbeit mit dem Abstand der Erkenntnisse aus heutiger Zeit betrachtet, schließt nicht aus, dass er sie mit großem Engagement verrichtet hat.


    Erst Anfang der 1990er Jahre konnte er sich seinem ursprünglichen Berufswunsch zuwenden. Er betätigte sich fortan als freier Journalist und gründete 1997 das Redaktionsbüro MHR. Ein kurzes Intermezzo als Verleger einer eigenen Zeitung war nicht wie erhofft erfolgreich.

    Das hielt ihn aber nicht ab, seine journalistische Arbeit konsequent fortzusetzen und trotz Höhen und Tiefen bis heute beizubehalten. Er schreibt für Zeitungen, Zeitschriften, Magazine und Online-Portale.


    Er hat ein besonderes Faible für die Feinheiten und die Vielfalt der deutschen Sprache und gilt als ebenso kritischer wie pointenreicher, nicht unumstrittener Kommentator. Er sagt von sich selbst, dass er sein Herz eigentlich immer drei Schritt' vor sich herträgt und in vielen Dingen ein wenig besessen ist. Sein Lebenscredo ist das Tucholsky'sche Wort: "Es ist eine Frage der Kraft. Wenn man sich selber treu bleibt."

    Kulinarische  Entdeckungsreise durch Sachsen


    Kunst ist für ihn Genuss. Und Genuss versteht er in einer großen Breite. Dazu zählen Musik ebenso wie Darstellende und Bildende Kunst, aber auch die Kochkunst, Kulinarik im weitesten Sinne des Wortes. Genuss ist für ihn auch die Entdeckung der Schönheiten der Natur und seiner Heimat. Und er fühlt sich den neuen Bundesländer verbunden. Deren Vielfalt an Kunst, Kultur und Genuss will er sich als Botschafter im Besonderen widmen.


    Er ist Autor mehrerer Sachbücher, darunter des Bildbands "Best Hotels of the World" und "Kulinarische  Entdeckungsreise durch Sachsen". Gegenwärtig schreibt er ein Buch über die Prignitz im Nordwesten Brandenburgs. Weitere Projekte mit kulinarischer Ausrichtung sind im Entstehen.
    Michael H. Max Ragwitz ist aus erster Ehe Vater einer Tochter und eines Sohnes. Er lebt heute mit seiner Frau Marion in Hagenow Heide in Mecklenburg.

    www.ragwitz.de

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  • Das Ergebnis dieser Auseinandersetzung mit dem Material, bearbeitet mit Harz und Bienenwachs konnte die Ausstellungsgaeste bestaunen. Die Kleiderhüllen aus Papier von Mutsumi Aoki
Pia Dehne und Gabriele Weispach gaben eine Signierstunde
Gottfried Boehmer eroeffnet das Festival The Exhibition OK 2 in Duesseldorf
Film- und Musicalstar Gabriele Weinspach hatte ihren großen Auftritt und brachte gleich reihenweise Prominenz zum Konzert
Die 21-jaehrige Pianistin Melissa Pawlik und ihr Bruder Baptiste Pawlik, der erst 17-jaehrige Virtuose an der Violine gaben ein Klassik Konzert
    Kunst- und Kulturfest The Exhibition OK 2
    Malerei, Fotografie, Performance, Installationen und Konzerte der GFDK

    Das Kunst- und Kulturfest wurde mit einer Laudatio von Dr. Reinhold Misselbeck, Kurator Museum Ludwig Köln eröffnet. 600 geladene Gäste aus dem Gesellschafts-, Politik- und Kulturleben Düsseldorfs und Kölns konnte Gottfried Böhmer, der künstlerische Direktor des Kunstvereins Gesellschaft Freunde der Künste Düsseldorf – Berlin zur Ausstellungseröffnung am 24. August 2001 begrüßen.


    Robert Ingenhoven von Roden, Vorsitzender des Beirats bedankte sich zunächst bei den vielen Freunden, die den Kunstverein seit vielen Jahren unterstützen. Dr. Misselbeck, Kurator Museum Ludwig Köln hielt die Laudatio für die ausstellenden Künstlerinnen Anke Stalpers (Fotografie), Petra Peschkes (Malerei) und Mutsumi Aoki (Objekte).

    Einheitlich war die Meinung des Publikum „die beste Laudatio in der 5-jährigen Geschichte der Freunde der Künste“. Hier wurde nicht nur ausführlich auf die Werke der Künstler eingegangen. Dr. Misselbeck verstand es auch die anwesenden Gäste mit seiner Rede zu begeistern.

    Anschließend präsentierte die Medienkünstlerin Ute Janssen, das von den Freunden der Künste 1999 initiierte Videoprojekt 250 Jahre Goethe „das ist die Kunst, das ist die Welt, das eins ums andere gefällt“.

    Das Projekt wurde mit 10 Künstlerinnen umgesetzt und umfasste eine Ausstellungsreihe über 6 Stationen März `99 - Dezember `99, von der Heinrich-Heine-Universität bis zum Goethe-Museum. Nach dem offiziellen Teil konnten sich die Gäste bis 4 Uhr morgens mit den Künstlerinnen und deren Kunstwerken auseinandersetzen wobei es zum Teil zu lebhaften Diskussionen kam.

    Fotografie von Anke Stalpers

    Die großformatigen Fotoarbeiten von Anke Stalpers  wurden oft als Körperteile identifiziert. Dabei handelte es sich um Blüten und Gemüse! Anke Stalpers: „Wenn Betrachter in meiner abstrakt aufgenommenen Tulpe Körperteile entdecken, wird es doch erst spannend." Anke Stalpers arbeitet mit großformatigen Serien.


    Der Kunstverein zeigt in der Ausstellung Werke aus Flowers, Botanic und Feeling of Release. Die Motive löst die Künstlerin so auf, dass die einen neuen Sinn ergeben. Somit kommt es zu Sinnestäuschungen. Anke Stalpers blickt auf eine umfangreiche Ausstellungsreihe zurück:

    Von der Association of International Photography Art Dealers, New York, Michael Papst, München, Landes-Museum Bonn, Aschenbach, Amsterdam, Konrad Fischer, Düsseldorf sowie regelmäßige Präsentationen auf der Art-Cologne.


    Insgesamt sind schon 3 Publikationen über ihre Arbeiten erschienen: Profi Foto, Museum Reif, Museum Ludwig Köln Die andere Seite der Schönheit, Reinhold Verlag und Signaturen des Sichtbaren. Repro Verlag.
    Am 25. August gaben die Freunde der Künste die Party zum Kulturfest, „Kunst darf auch unterhalten und sollte keine biederernste Sache sein" - so sehen dies die Verantwortlichen des Kunstvereins.

    Die Kraft des Lachens

    Am 29. August begann Petra Peschkes mit ihrer Malperformance „The Exhibition OK 2". In den folgenden 6-8 Wochen will die Künstlerin ein 6 x 1,6 m großes Gemälde malen, auf dem sie alle Aktivitäten während des Festes dokumentiert. Petra Peschkes bringt den Betrachter ihrer Bilder oft zum Lachen.

    Titel wie „Die Busenfreunde" mit wenigen Strichen Comics entlehnt und skurril dargestellt, treffen mitten ins Herz, und so manch einer fühlt sich „wohl angesprochen". Die Porträts von Petra Peschkes haben keine Nasen und keine Ohren, dafür großen Augen, nur 3 Finger pro Hand, sind quitschebunt und was das Wesen der dargestellten Person ausmacht:

    Sie lachen. Das charakteristische dieser Gesichter liegt im Fehlen von Teilen der Sinnesorgane, welches einem aber wegen der so auffallend strahlenden Augen und lachenden Münder nicht auffallen wird. Mit Spannung wird die Vollendung des Bildes Exhibition OK 2 erwartet.

    Objekte & Installationen von Mutsumi Aoki

    Den schwierigsten Teil der Ausstellung musste Michael Selbach, technischer Leiter des Kunstvereins, lösen. Eine Kegelbahn musste er für die aus Japan kommende Künstlerin zu einer Ausstellungshalle umbauen. 14 Tage waren Techniker, Schreiner, Maler und viele Hilfskräfte mit dem Umbau des Sassafras beschäftigt. Michael Selbach: „Ich hatte in den letzten 5 Jahren noch nie mehr Zeit als 14 Tage, um ganze Hallen für die Veranstaltung des Kunstvereins umzubauen. Von daher ist nichts neues auf mich zugekommen".


    Mutsumi Aoki studierte am Kunstinstitut Ochanamizu in Tokio bei Prof. Sato und bekam 1984 den Förderpreis für Bildende Künste. Über das Deutsche Kulturzentrum Tokio fand sie den Weg nach Düsseldorf. Seither ist Düsseldorf zu ihrer zweiten Heimat geworden.

    Seit 5.000 Jahren gehört die Kunst mit Papier zu arbeiten zur Domäne asiatischer Kunst. So war es nur eine Frage der Zeit und der künstlerischen Entwicklung, die dazu führte, dass die Künstlerin sich mit diesem Material auseinandersetzte.

    Das Ergebnis dieser Auseinandersetzung mit dem Material, bearbeitet mit Harz und Bienenwachs konnte die Ausstellungsgäste bestaunen. Die Kleiderhüllen aus Papier, die wie Kokons an den weißen Wänden hängen, so als sei der Mensch gerade aus ihnen geschlüpft waren eine kleine Attraktion in dem Ausstellungskonzept. Die Künstlerin wollte mit dieser Installation den Gegensatz asiatischer und europäischer Kleiderkultur aufzeigen.


    Die Höhepunkte des Festes begannen am 31. August. Zwei Open-Air-Konzerte sollten nun folgen. Gottfried Böhmer und Michael Selbach plagte nur eine Sorge: Hält das Wetter? Es hielt und so konnte der erste große Abend beginnen.

    Klassik

    Die 21-jährige Pianistin Melissa Pawlik, die schon zahlreiche Preise bei Jugend musiziert gewonnen hat, spielte gut auf: von Franz Liszt Sonetto 104 del Petraca bis Manuel Ponce Estrellita bekamen die Zuhörer einen musikalischen Genuss sondergleichen geboten.

    Begleitet wurde die junge Pianistin von ihrem Bruder Baptiste Pawlik. Der erst 17-jährige Virtuose an der Violine ist ebenfalls kein Unbekannter; schon mit 5 Jahren bekam er von dem weltberühmten Dirigenten und Geiger Menuhin dessen Taktstock als Glücksbringer geschenkt. Als Zugabe spielten die beiden Gershwins Summertime und Armstrongs What a wonderful world.


    Die Konzertgäste waren derart begeistert, dass sich der Kunstverein entschloss, 2002 zwei weitere Konzerte in Köln und Hamburg mit den jungen Künstlern zu veranstalten. Der Höhepunkt des Festivals folgte einen Tag später. Balladen aus Musical, Pop und Filmmusik.

    Der Theater-, Film- und Musicalstar Gabriele Weinspach hatte seinen großen Auftritt und brachte gleich reihenweise Prominenz zum Konzert. Unter den vielen Gästen waren die Schauspieler Imke Brügger, Timo Ben Schöfer, Claudelle Deckert (alle RTL) und Freja Trampert (macht zur Zeit Pause von Verbotene Liebe und hat gerade ihre erste CD veröffentlicht).

    Angelo Franke (ARD) und Volle Kanne Susanne-Moderator Ingo Nommsen waren ebenfalls anwesend. Franjo Pooth, der mit den Vorsitzenden des Kunstvereins seit 10 Jahren befreundet ist, war tags zuvor zum Konzert von Melissa Pawlik gekommen. Gabriele Weinspach stellte unter Beweis, dass sie tatsächlich ein Multitalent ist.

    Ihre Schauspielausbildung machte sie von 1989 bis 1991 an der Hamburger Stage School of Dance and Drama sowie am Bühnenstudio der Darstellenden Künste in Hamburg.

    Sie spielte Theaterrollen in Der Entertainer, Der Froschkönig und Mein Vater der Junggeselle sowie im Musical Grease. Im Fernsehen war sie u.a. in Gegen den Wind, der Hochstapler und Großstadtrevier zu sehen bevor sie zu Unter Uns kam.
    Gottfried Böhmer konnte sie im Mai davor überzeugen, ein Solokonzert für den Kunstverein zu geben.

    Überzeugender Auftritt

    Mit Titel wie Send in the Clowns, Evergreen, Over the rainbow, Cabaret, Summertime oder My way of living begeisterte sie die Konzertgäste.

    Am Flügel John Lehr Opfar

    Gabriele Weinspach war es gelungen den berühmten Dirigenten John Lehr Opfar für ihren Auftritt, den Kunstverein und dessen Ziele, Künstlerinnen zu fördern, zu gewinnen. John blickt bereits auf viele Produktionen zurück, für die er als Dirigent oder Musikalischer Direktor tätig war:

    Er arbeitet für She loves me und Quilters, für das Totem Playhouse, für Forever Plaid, für Bells are ringing and Falsettos und bei Good News war er dabei. Als musikalischer Direktor zeichnete er für die New York Premiere von Joe Grams Merle verantwortlich.

    Und gemeinsam mit Michael Forest von der Metropolitan Opera hat er 24 geistliche Lieder aufgenommen. In Düsseldorf arbeitete er zweieinhalb Jahre als Musikalischer Direktor bei Grease im Capitol Theater und hat dort als Mitveranstalter die erfolgreiche Aids-Benefiz-Gala All Together Now und die UNICEF-Gala 98 ins Leben gerufen.

    Zur Zeit ist er als Musikalischer Direktor und Dirigent von Saturday Night Fever - Musical Dome, Köln- John versprach Gottfried Böhmer, dass er jederzeit bereit ist, für den Kunstverein aufzutreten. Die fast zweieinhalb Monate laufende Ausstellung war trotz Risiko ein großer Erfolg.

    Zum ersten Mal hat es der Kunstverein gewagt, eine Kneipe in einen Kunstsalon zu verwandeln. Bislang hatte die Gesellschaft Freunde der Künste nur große Hallen, historische Häuser oder Museen in Kunstforen verwandelt. Die Inhaberin Sabine Sanchez will in Zukunft im kleineren Rahmen den Künstlertreff neu beleben.

    Künstlerstammtische, Lesungen und Kunstaktionen sollen zum festen Bestandteil des Sassafras werden. Der Kunstverein, so Gottfried Böhmer, wird weiterziehen und sein Publikum wie gewohnt an immer neuen Ausstellungsorten mit neuen Ideen überraschen. Am 2. November endet The Exhibition OK 2 mit der Vernissage im Sassafras

     

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