Aktuelles aus Medien, Kulturpolitik und Marketing

Aktuelles - Reden ist Silber

  • Gottfried Böhmer von der Gesellschaft Freunde der Kuenste schaut sich den Autor Hans Peter Riegel genauer an 
Joseph-Beuys-Poster für die von dem New Yorker Galeristen Ronald Feldman organisierte US-Vortragstournee Energy Plan for the Western Man von 1974, courtesy Ronald Feldman Fine Arts
    „Beuys. Die Biographie“ Das ist völkische Diktion in Reinkultur

    Beuys Biograf Hans Peter Riegel eine Lachnummer oder nur ein Scharlatan?

    „Beuys selbst vertrat glasklar rechte Ideen“ schwadroniert Hans-Peter Riegel zum 100 Geburtstag von Joseph Beuys auf "Welt-Online". Und wieder einmal wird Hans-Peter Riegel als Beuys Biograf ihren lesern verkauft. Da habe ich einmal meinen Artikel vom 21. Mai 2013 über diesen Möchtegern Biograf hervorgezaubert.

    Und schon wieder versucht sich da einer am Erbe des verstorbenen Joseph Beuys gesund zustoßen und sich als vermeintlicher Autor zu profilieren. Dieses Mal ist es Hans Peter Riegel, der schon mit seiner Biografie über Jörg Immendorff von sich Reden machte.

    Am 30. Mai 2013 will er sein Schundwerk, das im Aufbau Verlag erscheint in Zürich vorstellen. Zur Zeit reist er durch die Lande und rührt kräftig die Werbetrommel.

    Hans Peter Riegel ist entgegen der Meinung von Spiegel und Welt-Redakteuren definitiv kein ernstzunehmender Autor, sondern eher ein Leichenfledderer. Das er davon etwas versteht, hatte er ja schon in seinem Machwerk über Jörg Immendorff bewiesen, in dem er über "brisante Details über den Maler und seine Kiez-Freunde" zum besten gab.

    Joseph Beuys - die Biografie ist das neue Pamphlet und die Welt titelt schon von einer "bahnbrechenden Biografie". Die WAZ meint sogar: Hier wird ein Heiliger der Kunst auf den Boden der Tatsachen gestellt und spricht von einem Enthüllungsroman.

    Bevor ich mich mit den hirnrissigen Thesen des Herrn Riegel auseinandersetze, schauen wir uns doch erstmal den Autor an.

    Hans Peter Riegel ist ein ehemaliger Düsseldorfer PR-Mann, man könnte auch sagen Werbefuzzi, der sich später als Unternehmensberater betätigte. Mit welchem Erfolg können wir von hier aus nicht beantworten. Allerdings hat er wohl festgestellt, dass sich über das Schreiben über tote Künstler einiges verdienen läßt und so wie es scheint hat er das zu seinem Beruf gemacht.

    In seinen biografischen Daten rühmt er sich damit, dass er während seines Studiums von 1979 bis 1982 Assisstent und Privatsekretär von Jörg Immendorff gewesen sei. Dazu liebe Leser kann ich Ihnen folgendes sagen: ich habe viele sogenannte Assisstenten von bekannten Künstlern kennengelernt. Im wesentlichen handelt es sich dabei und Koffer - und Wasserträger, die ein wenig in der Sonne des Künstlers stehen wollen.

    Erstaunlich ist auch, dass Immendorff 1979 noch keine Berühmtheit war, bis 1981 war Immendorff nicht mehr und nicht weniger als ein "junger Künstler und Kunstlehrer in Düsseldorf". Erst 1984 gelang ihm der Durchbruch und 1996 bekam er seine Professur an der Düsseldorfer Kunstakademie.

    Die sogenannte Assisstenz des Herrn Riegel dürfte daraus bestanden haben, dem lieben Jörg dann und wann mal ein Bier zu bringen.

    Dazu paßt auch ein Zitat aus dem Spiegel:

    "Riegel und Immendorff lernten sich 1979 kennen, sie tranken zusammen Kokosnussmilch auf den Bahamas, sie feierten im La Paloma auf St. Pauli, sie fuhren 1982 gemeinsam zur Documenta nach Kassel."

    Hans Peter Riegel zeigte sich dem toten Jörg Immendorff dafür auch sehr dankbar. Der angebliche "Berater" von Immendorff demontierte diesen nach seinem Tod, in dem er Immendorff Opportunität, Ideenklauer und mangelndes Talent vorwarf.

    In seiner Selbsterhöhung scheint Herr Riegel nicht zimperlich zu sein, was für Werbeleute allzu bekannt ist. Aber es kommt noch besser. 1973 will er, nach seiner Aussage, Joseph Beuys zum ersten Mal begegnet sein. Aha, fragt sich nur, was Herr Riegel unter einer Begegnung versteht.

    Diese dürfte daraus bestanden haben, dass der damals gerade 14-jährige Bubi Herrn Beuys vielleicht mal aus der Ferne gesehen hat. In seiner Zeit als "Assisstent" von Jörg Immendorff will er ihm dann öfter begegnet sein.

    Was Herr Riegel unter begegnet versteht, entzieht sich meiner Kenntnis (aber viel kann es nicht sein), denn der zu dieser Zeit gerade mal 20, 21-jährige Riegel war wohl für Beuys nicht gerade der adäquateste Gesprächspartner.

    Später, so brüstet sich Hans Peter Riegel in der Welt, habe er und jetzt kommt die Sensation für die 18-jährige Jessica, Tochter von Joseph Beuys eine Party organisiert. Wahrscheinlich durfte er da auch dem lieben Joseph ein Bierchen hinterhertragen.

    In Düsseldorf haben wir solche Leute Aufschneider genannt.

    Noch eine Anmerkung: der sogenannte Beuys-Experte (Spiegel) Hans Peter Riegel war 1986 als Joseph Beuys starb 27 Jahre alt. Laut Spiegel wäre er zwischen Immendorff und Beuys eine Art Kurier gewesen. Ich lach mich tot. Riegel, so der Spiegel, wollte zeigen "dass der Künstler (Beuys) ein geübter Lügner war". Alle Achtung. Hier zeigt sich schon wieder, was es mit dem Qualtitätjournalismus auf sich hat.

    Den Vogel schießt natürlich die Welt ab.

    Zitat: was der Autor Hans Peter Riegel nach "akribischer Recherche" über den Jahrhunderkünstler herausgefunden hat, ist beachtlich. So will Riegel rausgefunden haben, dass Beuys nie ein Abitur gemacht hat, sich für 12 Jahr bei der Luftwaffe verpflichtet hat und eine langjährige Beziehung neben seiner Ehe hatte.

    Was für beachtliche Neuigkeiten. Des weiteren behauptet Riegel, Beuys hätte unter dem Deckmäntelchen die Welt mit völkischen und totalitären Ideen Rudolf Steiners missionieren wollen.

    In jedes "einzelne Werk" seiner symbolischen Kunst sei "Steiners Weltbild eingesickert". Die Sprengkraft des Buches, das 500 Seiten mit 1.300 Fußnoten (was hat Riegel eigentlich geschrieben) umfasst, besteht laut der Welt auf der antroprosopischen Lehre Rudolf Steiners auf das Werk von Joseph Beuys.

    Auch nach dem Untergang des "Deutschen Reiches" so Riegel in der Welt war Beuys von der Sonderrolle der Deutschen in der Weltgeschichte überzeugt gewesen. Da folge er nahtlos den Ideen Steiners.

    Und so geht das Geblubber von Riegel weiter.

    In der Berliner Zeitung gab er am 20. Mai seine Recherche Ergebnisse zum besten:
    "Riegel, Ich bin auch an die Orte seiner Kindheit gefahren. So habe ich mir in Krefeld die Straße angeschaut, auf der Beuys zur Welt kam oder bin seinen Schulweg in Kleve nachgegangen".

    Beeindruckend nicht wahr?

    Wir schauen mal bei Wikipedia nach:

    Als Anthroposophie (von griechisch ἄνθρωπος ánthropos ‚Mensch‘ und σοφία sophίa ‚Weisheit‘) wird eine von Rudolf Steiner (1861–1925) begründete, weltweit vertretene spirituelle Weltanschauung bezeichnet. Ihr erklärtes Ziel ist es, den Menschen in seiner Beziehung zum Übersinnlichen zu betrachten.

    Die Anthroposophie hatte und hat bedeutende Anhänger überwiegend aus dem Bereich des Kulturlebens, namentlich in der Kunst, darunter die bildenden Künstler Joseph Beuys, Wassily Kandinsky, Oscar Lüthy und Franz Marc, die Komponisten Viktor Ullmann und Bruno Walter, die Schriftsteller Saul Bellow, Andrej Bely, Michael Ende und Christian Morgenstern. Sympathisanten waren etwa Albert Schweizer, Alexej (von) Jawlensky, Jorge Luis Borges, Piet Mondrian, Richard Neutra, Le Corbusier, Henry van de Velde, Frank Lloyd Wright, Eero Saarinen, Erich Mendelsohn und Hans Scharoun (siehe auch Organische Architektur). Von den heute lebenden Architekten bezeichnet vor allem Frank Gehry Steiner als Inspirationsquelle.

    Oh je, alles Faschos

    Aber Hans Peter Riegel, unser Beuys Experte wird noch forscher. Die Biografien von Heiner Stachelhaus, Götz Adriani, Winfried Konnertz und Karin Thomas sind aus seiner überlegenen Sicht auf Beuys Hofbrichterstattungen, diese hätten die Bedeutung Steiners auf Beuys marginalisiert.

    Im Diffamieren ist Riegel nicht kleinlich, aber irgendwie passt das schon.

    Als sich 2010 niemand aus dem Bekannten - und Freundeskreis von Jörg Immendorff fand, der die obskuren Behauptungen Riegels bestätigen wollte, behauptet Hans Peter Riegel im Deutschland Radio Kultur "die hätten alle Angst". Desweiteren mockierte er sich darüber, das Immendorffs Witwe Oda Jaune weder mit ihm noch mit dem Spiegel sprechen wolle.

    Das habe ich gerade noch gefunden:

    Zitat von zapata33com

    Beuys Biographie – Ein Frontalangriff auf die Wahrheit

    Wenn ein Mensch so charakterisiert wird, dass alles alles wofür er eintrat, ihm abgesprochen wird, alles wogegen er stand, ihm unterstellt wird, wenn dabei mit Lügen, Verzerrungen und Verleumdung operiert wird, dann kann man das, was da stattfindet nicht anders als einen Angriff nennen! 

    Im weiteren behauptet Riegel Beuys sein "ein ewig gestriger mit engen Kontakten zu vielen Alt-Nazis".

    Und jetzt wird es ganz gruselig.

    Zeitlebens wäre Beuys von einflussreichen NS und SS-Männern, die ihn geschützt und finanziert hätten umgeben gewesen. Beuys so Riegel war ohne Skrupel in der HJ, der Schwiegervater Hermann Wurmbach, ein Rassismusforscher und seine Mäzene Karl Ströher und Erich Marx hätten eine tiefe braune Vergangenheit. Beuys hätte Zeit seines Lebens mit Nazis und Rechtsradikalen kooperiert, ich frage mich langsam ob es noch einen größeren Schwachsinn gibt.

    Die WAZ schreibt am 20.5. allen ernstens Riegel hätte Fakten recherchiert wie noch kein Biograf vor ihm.

    Die Recherche von Herrn Riegel schau ich mir mal an:

    Der Präsident der Berliner Akademie der Künste widerspricht Thesen einer neuen Beuys-Biografie

    Klaus Staeck im Deutschlandfunk:

    Gut, der Herr Riegel hat auch mich für sein Buch interviewt und hat viele Fragen gestellt. Aber was er da nun rausgefunden haben will und der "Spiegel" nun daraus macht, die Ikone der Nachkriegs-Avantgarde wird als Ewiggestriger enttarnt, also da muss ich schon entschieden widersprechen.

    Das ganze Gespräch, siehe Link:

    Anmerkung der Redaktion

    Die meisten Weggefährten von Joseph Beuys sind genau wie er schon lange tot und können sich gegen die unverschämten Behauptungen des Herrn Hans Peter Riegel leider nicht mehr zur Wehr setzen. Den sogenannten Qualitätsmedien empfehle ich bevor sie weiterhin das verquaste Zeug des Autors unter die Leute bringen mal eigene und ordentliche Recherchen zu machen.

    Hier mal ein Ansatzpunkt: Herr Hans Peter Riegel behauptet er hätte für Jörg Immendorff Ausstellungen und Ausstellungstourneen organisiert und das wird in allen Medien anscheinend ohne Prüfung genauso kolportiert.

    1. Frage: Welche Galeristen waren an diesen Ausstellungstourneen beteiligt? Was sagen die Galeristen zur Rolle des Herrn Riegel?

    2. Wie hiessen die Kuratoren der Ausstellungen (dürften bei Herrn Immendorff recht namhafte sein)? Was können die zur Rolle des Herrn Riegel sagen?

    3. Taucht sofern es diese Ausstellungen gab in den Katalogen oder Presseberichten der Tourneemacher und Organisatoren Hans Peter Riegel auf? Ausstellungstourneen bedürfen einer umfangreichen Planung und Logistik, an der sehr viele Leute beteiligt sind. Diese müßten sich alle an den großen Ausstellungsorganisator Hans Peter Riegel erinnern Können.

    4. Was sagt der langjährige Weggefährte und Freund von Immendorff Markus Lüpertz zu Herrn Riegel? Man sollte auch dringend Imi Knöbel, Albert Oehlen und Georg Baselitz befragen.

    Mit einem Generalangriff versuchte schon 2009 der Kunsthistoriker Beat Wyss in einem Essay das Ansehendes Künstlers Joseph Beuys zu beschmutzen. Hinter seiner intellektuellen Fassade fragt Beat Wyss, so konnte man in der FAZ lesen, ob Beuys „paramilitärisches“ Auftreten mit Springerstiefel und Fliegerjacke seine Jüngerbildung und sein Mythosbegriff nicht seltsame Kontinuitäten zum Dritten Reich pflegten.

    Auch Kritiker, die nicht so weit gehen, befragen seine Vergangenheit neu: Oft hatte Beuys erzählt, Tataren hätten ihn im Zweiten Weltkrieg beim Abschluss seines Jagdflugzeuges sein Leben gerettet, in dem sie ihn in Filz und Fett wickelten, daher sein Interesse an diesen Materialien.

    Hat, fragen die „Kritiker“, Beuys je über diejenigen gesprochen, die er als Wehrmacht-Soldat vor seinem Abschuss tötete; entschärfte die Geschichte von Filz und Fett nicht ein politisches Verbrechen, an dem Beuys beteiligt war, zum tröstlichen, allgemein menschlichen Mythos?

    Als erstes müssen wir uns hier fragen, ob diese „Kritiker“ noch alle Tassen im Schrank haben. Oder wir könnten uns auch fragen, wie dummdreist oder besoffen muss man sein, um so einen Unsinn zu verbreiten. Dass die Verunglimpfung aller Deutschen, die in der Wehrmacht gedient haben, in Deutschland zum Standard geworden ist, brauche ich hier nicht weiter ausführen.

    Dass man aber nun eine weltbekannte Persönlichkeit wie Joseph Beuys zur Zielscheibe machen kann, um damit Medienaufmerksamkeit zu erlangen, ist mehr als schändlich. Vielleicht verkauft der Führer jener Kritiker, Beat Wyss, nicht mehr genug Bücher („Die Wiederkehr des Neuen“, „der Wille zur Kunst“ und auch „Trauer der Vollendung“), dass er nun zu derartigen obskuren Mitteln greifen muss, um sich ins Gespräch zu bringen. An dieser Stelle kann man einfach nur noch sarkastisch werden.

    Das ganze Theater erinnert uns an die Aufregung um Günther Grass, als 2006 „vermeintlich“ heraus kam, dass er nicht nur Soldat war, sondern als 17-jähriger zur 10. SS Panzerdivision Frundsberg einberufen wurde.  Wie wir uns erinnern, war das auch ein schönes Medienspektakel, ungeachtet der Tatsache, dass diese militärische Karriere schon nach 6 Monaten beendet war.

    Aber zurück zu Beuys, vielleicht ist Beat Wyss einfach nur die Fantasie durchgegangen, nach dem Motto, eins und eins ist zwei. Schließlich haben Joseph Beuys und Günther Grass an der Düsseldorfer Kunstakademie studiert und beide auch noch Bildhauerei. Wenn das mal keine Parallele ist. Oder zumindest ein Anfangsverdacht, dürfte sich Wyss gedacht haben. Und dass die großen alten Männer der deutschen Kulturgeschichte selbstverständlich Nazis waren, versteht sich für die Generation der Nachgeborenen sozusagen von selbst.

    Der ehemalige Sekretär von Joseph Beuys, Heiner Bastian reagierte empört auf Wyss; die Fliegerweste, so argumentieren gleich mehrere Verteidiger sei in Wahrheit eine Anglerweste gewesen, die nur entfernt wie eine Fliegerweste aussehe. Im Gegensatz zu Günther Grass kann sich der Verstorbene Joseph Beuys nicht mehr persönlich gegen derartige Verunglimpfungen zur Wehr setzen.

    Gottfried Böhmer ist seit 1997 künstlerischer Leiter und Kurator der Gesellschaft Freunde der Künste. Er hat unzählige Ausstellungsprojekte und Kulturfestivals für die Gesellschaft geplant, organisiert und durchgeführt. Diese 16-jährige Tätigkeit ist lückenlos dokumentiert.

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  • Zerstörungsabsicht und persönliche Demontage dürften die absichten des Hans Peter Riegels sein. Er will Joseph Beuys ausfegen
    Unklare Grenzen, Interpretationen

    Ungebremste Rache? - Hans Peter Riegel will Joseph Beuys ausfegen

    Ein weiterer Artikel von uns über Hans-Peter Riegel von uns, der am 23. Mai 2013 erschien.

    Es macht offensichtlich keinen Sinn, bei den historisch genannten Findungen Hans Peter Riegels in seinem neuen Beuys-Buch, über einzelne Aspekte im Lebenslauf von Joseph Beuys, wie seine sowieso nie im Unklaren gewesene Nähe zur Anthroposophie oder das Fehlen (sic!) einer Matura zu debattieren. Wir wollen da nicht, wie in Interviews zum Thema hinlänglich bezeugt, alles in einfachster Manier vermengen ...

    Zu den Gesetzmäßigkeiten im Leben berühmter Persönlichkeiten gehört es, dass irgendwann, quasi wissenschaftlich arbeitende Gutmenschen auftauchen, die mit Methode vom öffentlichen Niedergang eben dieser Persönlichkeit profitieren wollen.

    Herr Riegel ist wohl ebendort ein Künstler, der seine großen Zeiten als Texter und Unternehmensberater, u.a. für die Werbe- und Entertainmentbranche in den 80er und 90er Jahren wohl hinter sich hat. Gelernt ist jedoch gelernt.

    Ungebremste Rache?

    Die Seitenhiebe auf Eva Beuys-Wurms und ihre vom Autor explizit negativ herausgestellte Deutungshoheit machen nicht nur klar, dass Herr Riegel auf vielen Ebenen gut informiert scheint, sondern auch eine bewusst aggressive, möglicherweise sehr persönlich motivierte Zerstörungsabsicht, in diesem Fall schlecht verdeckt, warum auch immer, mit sich herum trägt.

    Jene, in Interviews stets besonders kenntlich gemachte Wissenschaftlichkeit in der Buch-Recherche erweckt zeitig den hohlen Klang einer unangreifbaren und damit ungebremsten Rache.

    Das wäre als Motiv zumindest emotionaler einzustufen als profanes finanzielles Kalkül, eines sich besonders gerne am, bereits als besonders kontrastreich einzustufenden, persönlichen Leben von Künstlern wie Immendorf und Beuys erregenden Autors.

    Aber selbst das ist als schlichte Methode der Yellow-Press hinlänglich bekannt und für jeden gesunden Menschenverstand so zu bewerten.

    Den Beuys Raum ausfegen

    Autoren wie Riegel und die immer neue Opfer benötigende investigative Presse vergessen, dass des Autors akribische Recherche zu Schlussfolgerungen führt, die widerum beliebte aktuelle Klischees und Ressentiments gegen Künstler im Allgemeinen und Beuys im Besondern bedienen.

    Mit dem Besen der Investigation fegt Herr Riegel den Raum Beuys aus – aber der aufgewirbelte Staub zeigt eigentlich nur, wie nebulös Arbeit, Leben und Werk von Beuys in der Öffentlichkeit diskutiert worden ist und wie miserabel eine mit Veränderungsabsicht angetretene Kunstform in unserer Demokratie verortet wird. Da ist eine persönliche Demontage immer leichter zu bewerkstelligen, als der Versuch von Kunsthistorikern Werk, Leben und Material in sensibler Weise zu beleuchten und für alle verständlich zu machen.

    Der offene Weg Beuys

    Joseph Beuys war offenbar zu Lebzeiten als Mensch und als Künstler zu einer sehr besonderen Reise aufgebrochen, die Herr Staeck kürzlich in einem Interview mit „sehr offen für Alles“ beschrieb.

    Eine solche, auf das Leben neugierige Haltung, die eine zutiefst künstlerische ist,  passt denkbar schlecht in den gegenwärtigen gleichmachenden Kanon von Gut und Böse und war von jeher angreifbar. Sie entspricht einer mutigen aber diffizilen Haltung mit Ecken, Kanten, Reibung, Regung – Dinge, die von vielen beklagt, in unserer Gesellschaft schmerzlich vermisst werden.

    Heute steht man, gerade wenn es etwas zu verkaufen gilt, offenbar besser auf der Seite der etwas einfacher strukturierten, geglätteten Ansichten, wie eben die Herrn Riegels. Da passen Besonderheiten, menschliche Veränderungsabsichten, Theorien, künstlerische Wagnisse, politische Visionen, Experimentelles (wie die Anthroposophie) und der Anspruch auf eine eigene existentielle Wahrheit offenbar nicht mehr dazu.

    Das reaktionäre Weltbild H.P. Riegels


    Die Politik Frau Merkels verdeutlicht mit ihrer Attitüde einer politisch einseitig orientierten Sachgebietsleitung auch die kulturelle Lage in Deutschland.

    Ins gleiche, kulturell gleichgeschaltete, Horn bläst nun der Autor Riegel.

    Seit wann aber geht es im Leben eines Künstlers um demokratische Weltanschauung oder die richtige Gesinnung? Seit wann soll ein Künstler ein anständiges oder nur ein korrektes Leben führen? Um nach dem Tod nicht angreifbar zu sein? Und wer bestimmt das? Vielleicht Herr Riegel?

    Er versucht es offenbar und das ist – immer noch – das Gegenteil einer freiheitlichen Weltanschauung.

    Wir erleben im Wirken Herrn Briegels ein klassisches Stück reaktionärer Politik in der Fortsetzung eines alten Titels der Bildzeitung über eine Aktion von Joseph Beuys:

    „Der Professor lag der Länge nach in Margarine.“

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  • Ein Boulevard-Blatt ist, was es ist: ein Boulevard-Blatt eben. Laut, bunt, tendenziös unausgewogen, aber immer wieder neu und unterhaltsam
    Ohne Rücksicht auf Verluste

    BILD, ein rückfälliger Triebtäter oder eine Kirchenzeitung?

    Mit großem Interesse habe ich am Wochenende das neue Sachbuch von Mats Schönauer und Moritz Tschermak mit dem Titel „Ohne Rücksicht auf Verluste - Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet“ gelesen.

    Denn als ehemaliger BILD-Reporter interessiert es mich schon, was über meinen ehemaligen Arbeitgeber so berichtet wird.

    Schönauer und Tschermak, zwei Journalisten, beobachten und analysieren das Boulevard-Blatt seit nunmehr zehn Jahren, sagen sie.

    Ihr Fazit: Unter dem nicht mehr ganz neuen Chef Julian Reichelt sei BILD noch brutaler, noch menschenverachtender, noch populistischer geworden.

    Anhand ihrer Recherchen beschreiben die Autoren, wie die Zeitung angeblich Ängste schüre, Kampagnen fahre, demokratische Institutionen untergrabe und der AfD geholfen habe, in den Bundestag einzuziehen.

    Nun, von all diesen Dingen habe ich während meiner Zeit bei BILD nichts mitbekommen. Ich fand die Arbeit spannend, die Entlohnung war übertariflich gut, und ich bin auch von meinen Vorgesetzten nie unangemessen behandelt worden, so wie es dem heutigen Chefredakteur Reichelt jüngst vorgeworfen wurde.

    Ganz im Gegenteil. Ich habe sehr viel lernen dürfen, was journalistisches Handwerk angeht. Auch die Behauptung, BILD sei das mächtigste Medium des Landes, möchte ich in Zweifel stellen.

    Ein Boulevard-Blatt ist, was es ist: ein Boulevard-Blatt eben. Laut, bunt, tendenziös unausgewogen, aber immer wieder neu und unterhaltsam.

    (Im Vergleich zu angelsächsischen Boulevard-Blättern liest sich BILD übrigens wie eine Kirchenzeitung.) Und überhaupt, niemand wird gezwungen, BILD zu lesen.

    Ich fand die 334 Seiten von „Ohne Rücksicht auf Verluste - Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet“, für 18 Euro bei Kiepenheuer & Witsch (www.kiwi-verlag.de), in der Tat kurzweilig zu lesen; nichtsdestotrotz zweifle ich an, dass die BILD, so wie es der Enthüllungsjournalist Günter Wallraff immer noch behauptet, ein rückfälliger Triebtäter sei.

    (Wallraff machte einst Schlagzeilen mit seinem Buch „Der Aufmacher - Der Mann, der bei BILD Hans Esser war.“) Die Zeiten haben sich geändert. Und das ist gut so. 

    Sönke C. Weiss

    "Viele Journalisten halten die Meinung des Andersdenkenden für Gift und ihre eigene Haltung für ein Heiligtum. Innerhalb und zwischen den Blättern werden Glaubenskriege geführt, die die Polarisierung der Gesellschaft nicht widerspiegeln, sondern verschärfen. Die knappste Ressource im deutschen Journalismus der Gegenwart ist die Nachdenklichkeit". Gabor Steingart

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Aktuelles - Marketing News

  • Zalando bewirbt sein Männer-Sortiment
    Männer sind schön

    Männer machen die Welt schöner. Es ist herrlich, das zu hören

    Rolf Schröter, Chefredakteur bei W&V, schreibt mir: In einer von Jung von Matt entwickelten Kampagne feiert der Online-Modehändler Zalando die Vielfalt und Schönheit der Männer. Darauf habe ich mal gewartet.

    Lieber Herr Böhmer,

    Männer sind schön. Die Kampagne von Zalando beweist diese Hypothese anhand von acht verschiedenen Exemplaren, die einander begrüßen und gemeinsam in die Kamera lächeln.

    Endlich eine Werbung, die nicht die Welt besser machen will. Sondern unaufgeregt zeigt, wie gut sie schon ist.   Männer machen die Welt schöner.

    Es ist herrlich, das zu hören. Ich danke Jung von Matt für dieses motivierende Statement.  

    Aber kann das alles gewesen sein für heute? Nein. So wie Yin und Yang einander bedürfen, wäre die Welt voller Männer, aber ohne Frauen, wie Yin ohne Yang.

    Oder andersrum. Es würde etwas fehlen.  

    Wenden wir uns Alexa zu. Sie ist eine Frau. Aber niemand wusste bisher, wie sie aussieht. Man kannte nur ihre beruhigende Stimme aus dem Echo Dot. Es fehlte etwas.  

    Nun hat der Journalist Brad Stone rausbekommen: Alexas Stimme stammt von Nina Rolle. Nina ist eine Synchronsprecherin aus Boulder in Colorado.   

    Wir erkennen: Es ist egal, wo du herkommst. Du bist schön.  

    Einen wunderbaren Abend und einen erholsamen Vatertag wünscht  

    Rolf Schröter

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  • Stefan Betzold
    Readly ist Marktführer

    Stefan Betzold wird Aufsichtsrat bei Readly

    Readly holt sich den früheren Geschäftsführer von Axel Springer Digital News Media in den Aufsichtsrat. Er ersetzt den Gründer Joel Wikell. Dem Aufsichtsrat erhalten bleiben Chairman Patrick Svensk sowie die weiteren Mitglieder*innen Viktor Fritzén, Nathan Medlock, Malin Stråhle and Alexandra Whelan.

    Stefan Betzold verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in der digitalen Medienbranche und ist aktuell Geschäftsführer beim Hamburger Immobilien-Startup Evernest.

    Bis zum vergangenen Sommer war er für Axel Springer tätig, zuletzt als Geschäftsführer von Axel Springer Digital News Media.

    Betzold verantwortete dort die digitalen Aktivitäten von 25 digitalen Medienmarken mit marktführenden Publikationen wie BILD und WELT. 

    „Readly hat einen unglaublichen Job gemacht und sich zum europäischen Marktführer in der Kategorie digitaler Zeitschriftenabonnement-Services entwickelt.

    Ich bin selbst ein intensiver Readly-Nutzer und freue mich sehr, einen Beitrag zum weiteren Wachstum des Unternehmens zu leisten", kommentiert Betzold.

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  • Apple schiebt Tracking einen Riegel vor, und Mark Zuckerberg ist sauer
    Apple schiebt Tracking einen Riegel vor

    In Cupertino wird schon gefeiert, in Menlo Park noch geschmollt

    Verena Gründel, Chefredakteurin bei W&V, befüchtet das Mark Zuckerberg, nicht besonders glücklich ist.

    Lieber Herr Böhmer,

    Mark Zuckerberg wird nicht glücklich sein. Nur 12 Prozent der weltweiten iOS-Nutzer stimmen mit dem neuen Update dem App-übergreifendem Tracking zu.

    Damit werden die schlimmsten Befürchtungen des Facebook-Gründers, aber auch Werbeindustrie wahr. Targeting und personalisierte Werbung werden deutlich schwieriger.

    Das dürfte dem Mobile-Advertising-Markt zusetzen. Ob Zuckerberg zum Gegenangriff bläst? Die Stimmung in Kalifornien ist angespannt.  

    Doch Apple lässt sich nichts anmerken und feiert seinen Triumpf mit einer Reihe bunter MacBooks. Ein gut informierter Insider will sie bereits gesichtet haben.

    Tja, während Cupertino schon feiert, wird in Menlo Park noch geschmollt.   

    Und noch einer schmollt in den USA: Donald Trump. Weil die großen Social-Media-Netzwerke ihn ausgeschlossen haben, hat er sein eigenes soziales Netzwerk angekündigt:

    "Das heißeste Ticket im Social-Media-Bereich", sollte es werden. Oho. Nun ist es da. Doch Moment mal – es ist nur ein Blog.   

    Einen schönen Abend wünscht  

    Verena Gründel

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Aktuelles - Kultur und Medien

  • Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie profitieren von Lockerungen – entsprechender ETF mit positiver Entwicklung
    ETF mit positiver Entwicklung

    2021 dürfte wieder das Jahr der ETFs werden - Holz, Goldminen, Konsum

    Auch 2021 dürfte wieder das Jahr der Themen-ETFs werden. Thematische Indexfonds erlauben es Anlegern, mit einem einzigen Investment fokussiert in bestimmte Anlagethemen zu investieren.

    Wie aus einem neuen Beitrag von ETF-Nachrichten.de hervorgeht, haben einige ETFs dieser Tage ein besonders großes Potenzial.

    Die Holznachfrage wächst. Hauptgrund hierfür ist ein Bauboom, welcher bereits im vergangenen Jahr begonnen hat. Trotz Corona beginnt die Baubranche zu boomen.

    Dieser Trend dürfte sich in Zukunft im Gleichschritt mit der wirtschaftlichen Erholung noch weiter verstärken. Mit dem iShares Global Timber & Forestry UCITS ETF gibt es einen ETF, der es Anlegern ermöglicht, unmittelbar an diesem Trend zu partizipieren.

    In den letzten fünf Jahren performte der ETF mit einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 15,45 Prozent – überdurchschnittlich im Vergleich zum MSCI World.

    Dass der Goldpreis seit März wieder steigt, wirkt sich auch positiv auf die Kursentwicklung der Aktien von Goldminen-Betreibern aus. Damit gehörten Goldminen ETFs zuletzt wieder zu den am besten performenden Indexfonds.

    Ein Beispiel hierfür ist der iShares Gold Producers UCITS ETF USD, welcher in der letzten Woche ein Kursplus von 7,4 Prozent zu verzeichnen hatte. Derzeit deutet alles darauf hin, dass sich diese Entwicklung auch im restlichen Mai fortsetzen dürfte.

    Auch für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie war die Pandemie alles andere als eine gute Zeit. Für gewöhnlich verläuft die Nachfrage in dieser Branche weitgehend unabhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung.

    Allerdings haben die zahlreichen Einschränkungen der vergangenen 14 Monate dafür gesorgt, dass manche Hersteller erhebliche Umsatzeinbrüche zu verzeichnen hatten.

    Softdrinks wie Cola, Popcorn, Süßigkeiten und andere Snacks werden für gewöhnlich besonders häufig im Rahmen gesellschaftlicher Aktivitäten – drinnen wie draußen – konsumiert.

    Deren weitgehendes Ausbleiben hat dazu geführt, dass auch die Nachfrage danach zuletzt spürbar nachgelassen hatte. Mittlerweile zeichnet sich diesbezüglich jedoch wieder eine Verbesserung ab.

    Entsprechend gut entwickelt sich nun auch der Kurs des iShares STOXX Europe 600 Food & Beverage UCITS ETF. Angesichts der Tatsache, dass es bereits in den kommenden Wochen zu erheblichen Lockerungen der Beschränkungen kommen dürfte, könnte sich diese Entwicklung im Mai noch deutlich beschleunigen.

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  • Cannabis-Industrie erzielt 48 % höhere Umsätze - deutlicher Konsumanstieg während Pandemie
    Cannabis-Industrie hohe Gewinne

    Legale Cannabis-Industrie erzielt Umsätze in Höhe von 21,3 Milliarden Dollar

    Die legale Cannabis-Industrie erzielte im vergangenen Jahr weltweit einen Umsatz in Höhe von 21,3 Milliarden Dollar, was einem Anstieg gegenüber 2019 von rund 48 Prozent entspricht.

    Die Pandemie scheint den ohnehin intakten Aufwärtstrend weiter zu befeuern, wie aus einer neuen Infografik von Kryptoszene.de hervorgeht: so geben 25 Prozent der US-Konsumenten an, seit der Corona-Krise mehr Cannabis zu sich zu nehmen.

    Indes zeigen Prognosen, dass das Ende der Fahnenstange noch längst nicht erreicht sein soll. So soll sich der Umsatz der legalen Cannabis-Industrie im Jahr 2026 bereits auf etwa 56 Milliarden Dollar belaufen.

    Während sich in Frankreich das Umsatzwachstum auf 186 Prozent belaufen soll, wird in Deutschland lediglich ein Anstieg von 36 Prozent erwartet.

    Indes zeigt die Infografik, dass in den vergangenen 12 Monaten in Deutschland 3,7 Millionen Erwachsene und 0,36 Millionen Jugendliche Cannabis konsumierten.

    Auf dem Börsenparkett geht die Entwicklung mitnichten spurlos vorbei. Nach einer längeren Durststrecke wollen inzwischen wieder immer mehr Anleger Cannabis Aktien kaufen.

    Insbesondere im Februar 2021 war die Nachfrage besonders groß, hier erreichte der Google-Trend-Score, der das relative Suchvolumen angibt, bei dem Suchbegriffspaar „Cannabis Aktien“ den Höchstwert von einhundert.

    Auch ein Blick auf die Kursentwicklung zeigt, dass Cannabis Aktien zuletzt wieder zu den großen Gewinnern zählen.

    Binnen der letzten 12 Monate stieg der Preis der Aphria Aktie um 325 Prozent. Auch der Rize Medical Cannabis & Life ETF legte deutlich mehr an Notierung zu, als DAX und Dow Jones.

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  • Holzpreis schießt binnen eines Jahres 409 % in die Höhe
    Holzpreis-Rallye an den Börsen

    Google-Nachfrage nach „Holz Kaufen“ auf 5-Jahres-Hoch

    Der Holzpreis stieg innerhalb von nur einem Jahr sprunghaft um 409,4 Prozent an (Terminbörse, Preis je 1.000 Board Feet). Entsprechende börsennotierte Unternehmen verzeichneten ebenfalls deutlich höhere Anstiege als branchenübergreifende Indizes. Wie aus einer neuen Infografik von Block-Builders.de hervorgeht, verteuerten sich auch andere Rohstoffe beträchtlich.

    Indes steigt die Nachfrage nach Holz deutlich. Der Google-Trend-Score für das Suchbegriffspaar „Holz Kaufen“ erreichte im April 2021 den höchstmöglichen Wert von einhundert. Der Score gibt das relative Suchvolumen an. Zu keinem Zeitpunkt innerhalb der letzten 5 Jahre war die Nachfrage größer.

    Unterdessen zeigt die Infografik, dass die Holzpreis-Rallye eine Folge unterschiedlicher Entwicklungen und Faktoren ist. So waren einige Sägewerke pandemiebedingt längere Zeit geschlossen, was zu Lieferengpässen führte.

    Zudem kam es zu großflächigen Waldbränden und teilweise schweren Schäden des heimischen Baumbestandes. Auch langfristige Lieferverträge mit China sorgen dafür, dass der Markt in einigen Teilen leergefegt ist.

    Der iShares Global Timber & Forestry ETF legte innerhalb der letzten 12 Monate ebenfalls deutlich mehr zu, als Indizes wie der Dow Jones oder DAX. In besagtem ETF wird die Wertentwicklung der 25 größten Unternehmen aus der Holz- und Forstbranche abgebildet.

    Doch nicht nur Holz steht hoch im Kurs. Auch andere Rohstoffe verteuerten sich zuletzt stark. Der Mais-Preis stieg binnen des letzten Jahres beispielsweise um 140,7 Prozent, bei Kupfer schlägt der Anstieg mit 93,8 Prozent zu Buche.

    „Zahlreiche Aktionäre und andere Anleger profitieren enorm von der aktuellen Entwicklung“, so Block-Builders-Analyst Raphael Lulay. „Anders sieht es bei vielen deutschen Produktionsunternehmen aus. 45 Prozent dieser geben an, mit Engpässen beim Rohstoff-Einkauf zu kämpfen zu haben“.

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Aktuelles - Interviews und Portraits

  • Im Einklang mit Umwelt und Natur zu wirtschaften ist eines der Ziele von Maximilian Schwabe
    Alles im grünen Bereich

    Maximilian Schwabe will im Einklang mit Umwelt und Natur das Schlossgut Oberambach führen

    „Mein Anliegen ist es, diesen besonderen Platz anderen Menschen zugänglich zu machen.“ So beschreibt Maximilian Schwabe seine Philosophie als Geschäftsführer des Schlossgut Oberambach.

    Der herrschaftliche Landsitz mit 40 Gästezimmern liegt oberhalb des Starnberger Sees mit Blick auf die Alpen und umgeben von 52 Hektar Wald und Wiesen auf eigenem Grund.

    Ursprünglich wollte der 34-Jährige in der Event-Branche arbeiten, entschied sich aufgrund des großen Veranstaltungsbereichs im Schlossgut aber für eine Ausbildung im oberbayerischen Familienbetrieb.

    Die gefiel Maximilian so gut, dass er anschließend im Schweizer Montreux Hotelmanagement studierte. Im Oktober 2018 schließlich übernahm er das Biohotel von seinem Vater Andreas, nachdem er schon zehn Jahre laufend dort mitgearbeitet hatte.

    „Er steht mir immer noch beratend zur Seite. Allerdings habe ich die Zeit auch genutzt, um eigene Ideen umzusetzen, zum Beispiel ein Gemüsefeld und die vegetarische Mittagskarte. Außerdem hat sich in Sachen Digitalisierung viel geändert.

    Und die Themen Hochzeiten sowie Meetings und Incentives rücken noch klarer in den Fokus“, erzählt der zweifache Vater.

    Darüber hinaus gehe es jetzt legerer zu. „Mein mittel- und langfristiges Ziel ist ein extrem hoher Standard, wobei sich Gäste und Mitarbeiter auf Augenhöhe begegnen, austauschen und voneinander profitieren sollen“, beschreibt Maximilian seine Zukunftsvision für das Schlossgut Oberambach. www.schlossgut.de

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  • Stephan Muehlmann leitet das Suedtiroler Naturhotel Leitlhof seit 2019
    Naturhotel Leitlhof, Dolomiten/Südtirol

    Für Stephan Mühlmann ist Umweltschutz eine stetige Vision

    Nachwuchs-Hoteliers von heute bewältigen nicht nur andere Herausforderungen als ihre Eltern. Sie haben es auch mit größerer Konkurrenz zu tun und müssen ihre Betriebe daher viel klarer im jeweiligen Segment positionieren.

    Die Geschichte des Naturhotel Leitlhof in den Südtiroler Dolomiten beginnt 1997, Stephan Mühlmann ist nicht einmal sieben Jahre alt. Schon damals war die Vision seiner Eltern Agnes und Robert, das Haus im Sinn eines nachhaltigen Tourismus in die Zukunft zu führen.

    Doch erst nachdem Stephan sich mit gerade mal 21 in den Kopf setzte, den Leitlhof in Innichen europaweit zu einem Vorreiter in Sachen Umweltschutz zu machen, kam diesbezüglich richtig Fahrt auf.

    In jahrelanger Kleinstarbeit entwickelte er ein eigens von ihm konzipiertes Holzkraftwerk. Dank diesem heizt das Hotel heute nicht nur energieautark, sondern sogar klimapositiv.

    Als leidenschaftlicher Bauer im Nebenberuf habe ich außerdem mit unserem ‚Mühlhof‘ einen landwirtschaftlichen Betrieb realisiert, wo wir exklusiv für unsere Gäste Gemüse anbauen und Angus-Rinder züchten.“

    Schon während seiner Schulzeit hatte der heute 30-Jährige in beinah allen Hotelbereichen des Vier-Sterne-Superior-Hauses mitgeholfen, um möglichst viel zu lernen.

    Auch sein BWL-Studium in Graz sowie diverse Praktika bei Unternehmensberatern seien wertvoll als Chef von 50 Mitarbeitern – seit Anfang 2019 nämlich ist er Inhaber und Geschäftsführer des Naturhotels.

    „Die Erfahrungen meiner Eltern schätze ich nach wie vor sehr“, sagt der bald dreifache Vater, der noch viele Pläne für den Leitlhof bereithält:

    Wir möchten uns vor allem in Bezug auf Nachhaltigkeit weiter verbessern und unsere Stärken hinsichtlich der Produktion alternativer Energien festigen.“  www.leitlhof.com

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  • Bei Familie Thurner vom Feldhof in Vilpian Terlan in Suedtirols Sueden helfen alle zusammen
    „Roter Hahn“, Südtirol/Italien

    Die Familie Thurner vom Feldhof in Südtirol geht neue Wege

    Starke Familienbande als Basis für gesundes Wirtschaften - „Mit der Idee, den alten Bauernhof komplett zu sanieren, konnte sich meine Mutter zuerst nur schwer anfreunden“, erzählt Christian Thurner vom Feldhof in Vilpian bei Terlan.

    „Am Ende aber haben wir sie von der Notwendigkeit zur Neugestaltung und -ausrichtung überzeugt“, sagt der 49-jährige Bauer, der mit seinen Äpfeln die örtliche Genossenschaft beliefert und daraus gemeinsam mit seiner Frau Fruchtaufstrich, Mus, Sirup, Eingelegtes, Kompott, Saft sowie Trockenobst herstellt.

    Ohne die wertvollen Tipps von Oma Hildegard funktioniert‘s laut Bäuerin Gaby im Alltag trotzdem nicht: „Meine Schwiegermutter hat beinah sechzig Jahre Erfahrung mit Urlaub auf dem Bauernhof.

    Wenn es also um die perfekte Bewirtung der Gäste, die Außengestaltung, die Blumen im Garten oder die Ausstattung der fünf Ferienwohnungen geht, bleibt sie meine wichtigste Ratgeberin. Die Zusammenarbeit ist uns wichtig und wir leben sie tagtäglich.“

    Seit seiner Neueröffnung 2019 ist der Feldhof Mitglied der Marke „Roter Hahn“ und wurde mit fünf Blumen eingestuft, zu Recht: In dem avantgardistischen Architektenentwurf sind ausschließlich hochwertigste natürliche Materialien wie Holz, Stein und Filz verarbeitet.

    Die hofeigenen Erzeugnisse genießen Urlauber beim Frühstück oder kaufen sie in der Produktecke. Vor Ort gibt es einen Salzwasserpool, zudem hat sich der Feldhof auf Radler spezialisiert.

    Christian und Gaby sind geprüfte Moutainbike-Guides und gehen gern mit ihren Gästen auf Tour durch Südtirols Süden. www.roterhahn.it

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