In „Bückbürgertum", dem mit Spannung erwarteten zweiten Teil von Ulf Poschardts Bürgertrilogie, setzt der Autor seine provokante Analyse der deutschen Gesellschaft fort und entblößt mit scharfer Feder die Verlogenheit und Opportunismus, die das deutsche Bürgertum durchdringen.
Der Westend-Verlag (www.westendverlag.de) hat erneut ein Manifest veröffentlicht, das sowohl zum Nachdenken anregt als auch unterhält – eine gelungene Kombination, die das Buch zu einer spannenden Lektüre macht.
Poschardt nimmt uns auf eine packende Reise durch geschichtliche und gesellschaftliche Facetten des Bürgertums mit, und das auf knapp 400 Seiten, die wie im Flug vergehen.
Seine scharfsinnigen Beobachtungen und pointierten Analysen sind so fesselnd, dass man nicht anders kann, als immer weiterzulesen.
Obwohl das Buch eine gewisse Vorbildung in deutscher Geschichte voraussetzt, belohnt es den Leser mit tiefgründigen Einsichten und einem scharfen Blick auf unsere Gesellschaft.
Wer sich mit den Themen identifizieren kann, wird mit einer neuen Perspektive belohnt, die über die bloße deutsche Nabelschau hinausgeht.
In einer Zeit, in der viele Bücher nur noch an der Oberfläche kratzen, ist „Bückbürgertum" ein erfrischender und mutiger Blick auf die deutschen Verhältnisse, der an die großen Werke von Thomas Bernhard erinnert.
Obwohl einige Leser die Unmittelbarkeit und Rohheit von „Shitbürgertum" vermissen könnten, zeigt Poschardt hier eine polierte, aber nicht weniger scharfe Schreibweise.
Diese Weiterentwicklung seines Stils macht „Bückbürgertum" zu einem faszinierenden Leseerlebnis, das zum Diskurs über Identität, Gesellschaft und den Zeitgeist anregt.
Ich kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen! Es ist ein Muss für alle, die sich für die deutsche Geschichte und Gesellschaft interessieren und bereit sind, sich auf eine ehrliche und manchmal unbequeme Auseinandersetzung einzulassen.
Ich warte bereits ungeduldig darauf, dass der dritte Teil „Fightbürgertum" erscheint. 27 Euro.
Sönke C. Weiss






