Präsentation von Künstlern und ihren Werken

23.08.2021 Heiner Meyer – OH, LÀ LÀ

GFDK - Werk der Woche

Schon 2013 war Heiner Meyer bei der GFDK - Werk der Woche. Nun acht Jahre weiter, wurde er nochmals von der GFDK-Redaktion ausgewählt. Vorzeige-Maler der deutschen Post-Pop-Art Heiner Meyer weckt in der Augsburger GALERIE NOAH Begierden und führt diese zugleich ad absurdum.

Porsche, Prada und Escada, geliftete Beauties und frohlockendes Softeis, Schönheit satt, prall und geballt bringt Heiner Meyer auf Leinwand wie auf den Punkt; Begierde, Gier, Begehrlichkeit weckt und stillt der Vorzeige-Maler der deutschen Post-Pop-Art auf einen Streich – und eröffnet gekonnt bis perfekt die perfiden Spiele um Schein und Sein in der Arena der Augsburger GALERIE NOAH.

„OH, LÀ LÀ!“ ist seine aktuelle Ausstellung dort im Glasplast betitelt, die einmal mehr die stilistische Raffinesse des Bielefelder Künstlers vor Augen führt.

Routiniert und ausgefeilt setzt er in surrealer bis fotorealistischer Manier die Symbole von Luxus und Lifestyle zusammen und weiß zeitgleich geschickt zu konterkarieren: bleibt einem die eisige Kalorienbombe beim Anblick der schlanken Silhouette im Vordergrund im wahrsten Sinne im Halse stecken.

Doppelbödig ist die Kunst von Meyer allemal, verziert mit reichlich Anspielungen an die Vergänglichkeit, mit Kritik am Jugend- und Schönheitswahn, am Wert der Ware heute, die indes dezent, ja, skurriler Weise ästhetisch daher kommt und sich nicht unbedingt aufdrängt.

Die 40 neuen Ölbilder, Papierarbeiten, Bronzeplastiken und Objekte in der GALERIE NOAH bedienen die weiblichen wie die männlichen Sehnsüchte und changieren facettenreich hin und her zwischen tragikomischer Ikon- und Ironisierung:

Diese machen die malerischen Kommentare Meyers auf der echten Louis-Vuitton-Tasche dem angepassten Modeblogger einen poppigen Strich durch die Rechnung; strahlen die makellosen Gesichter in Öl auf Leinwand nunmehr aus dem OP-Verband; und stellt Minnie Mouse in skulpturaler Monumentalität das Schönheitsideal per se wie stante pede in Frage. Schön, schön schräg, Satire auf Pop-Art.

„Heiner Meyer – OH, LÀ LÀ!“ in die GALERIE NOAH im Augsburger Glaspalast

 

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26.05.2021 Neuer Bildband von Gaby Fey

GFDK - Werk der Woche

"Kunst ist dazu da, den Staub von der Seele zu waschen" Pablo Picasso

Wenn sie auf den Auslöser drückt, halten alle den Atem an: Gaby Fey, Fotokünstlerin aus Köln, erschafft spektakuläre Kunstwerke – mit Darstellern unter Wasser!

Jetzt hat sie unter dem Titel selected photographs einen von Hand gebundenen, großformatigen Bildband mit einer exquisiten Auswahl ihrer faszinierenden Bilderwelten herausgegeben. Auf fast 200 Seiten entführt uns die „Undine der Fotokunst“ in ihr Unterwasserreich – eine lautlose Zwischenwelt.

"Jedes meiner Bilder birgt ein Geheimnis", erklärt Gaby Fey und ergänzt: "Ich nehme den Betrachter mit auf eine Reise ins Unbewusste, in das magische Universum  unserer Wünsche und Träume." 

Ein Highlight im Buch: Gaby Feys detailgetreue Inszenierungen weltberühmter Gemälde wie „La Cène“, angelehnt an Leonardo da Vincis berühmtes „Abendmahl“. Spektakulär sind auch ihre Interpretationen von Théodore Géricaults „Floß der Medusa“, Sandro Botticellis „Die Geburt der Venus“ oder Eugène Delacroix‘ „Die Freiheit führt das Volk“, in der ihre „Marianne“ mit einem Lichtschwert für eine bessere Zukunft kämpft.

Die meisten ihrer Bilder entstehen in einem Pool an der Côte d´Azur, wo Gaby Fey mehrere Monate des Jahres lebt. Nach dem Casting ihrer Modelle werden die exakte Position unter Wasser, die Mimik und jede Geste wie im Theater ausführlich besprochen, einstudiert und geprobt.

Manchmal trägt ein Darsteller sogar kleine Gewichte, die ihn an die vorgesehene Stelle ins Wasser hinabziehen. Auf Sauerstoff und künstliches Licht wird nach Möglichkeit verzichtet. 

"Beim Fotografieren unter Wasser geht es vor allem darum, den richtigen Moment zu finden, den Moment, in dem der Portraitierte seine Seele offenbart", so die Künstlerin.

Gaby Fey dokumentiert in „selected photographs“ eindrucksvoll die zahlreichen Facetten ihres künstlerischen Schaffens. Ihre Hommage an Oscar Wildes „Bildnis des Dorian Gray“, das sie mit dem französischen Model und Influencer Kenny Scandal in Szene gesetzt hat, findet sich hier ebenso wieder wie Fotos ihrer Bildserie „Danse Vulcanique“ und weitere Szenen, die mit professionellen Tänzern umgesetzt wurden.

Auch ungewöhnliche Modefotografien und Bilder aus der Serie „screaming silence“ finden sich in dem hochwertigen Fotobuch.

Mit dem liebevoll gestalteten Kunstbuch erfüllt sich Gaby Fey einen lang gehegten Herzenswunsch. Und eröffnet uns die Möglichkeit, ihre einzigartige Kunst auf dem heimischen Sofa zu genießen.

Und den Staub des Alltags von der Seele zu waschen. 

Gaby Fey

selected photographs

34,5 cm x 24,5 cm

188 Seiten

handgebundenes Buch

erhältlich über den Webshop der Galerie AquaVision:

https://aquavision.shop/fotografie/art-book/

Gaby Fey arbeitet zunächst vor der Kamera - als international gefragtes Model. Bereits in dieser Zeit wächst ihre Leidenschaft für Fotografie und fotografische Komposition. Es folgen Jahre der Tätigkeit als weltweit erfolgreiche Werbefotografin. Doch erst in der Unterwasser-Fotografie kann sie ihre künstlerischen Visionen adäquat realisieren.

Sie beschließt weniger kommerziell zu arbeiten und sich konsequent der Umsetzung eigener Projekte zu widmen. Zum Wasser entwickelt sie eine fast symbiotische Beziehung, die in ihrem beeindruckenden und inspirierenden fotografischen Werk sichtbar wird.

Gemeinsam mit ihrem Team realisiert und inszeniert Gaby Fey detailversessen aufwendige Foto-Shootings, am liebsten in ihrer zweiten Wahlheimat an der Côte d‘Azur, seit jeher berühmt für ihr ganz besonderes Licht. 

Gaby Feys Unterwasser-Visionen berühren und begeistern das Publikum und die Kritiker - Ausstellungen in Deutschland, Frankreich, Monaco, Österreich und der Schweiz belegen das internationale Interesse an ihren Werken.

Zahlreiche TV-Sender, Zeitungen und Online-Publikationen berichteten bereits ausführlich über die Arbeit der Avantgarde Unterwasser-Künstlerin. 

Eine Auswahl ihrer Arbeiten ist vom 23. Mai 2021 bis zum 10. September 2021 auf der 2. Sylt Art Fair - in der „Neuen Bootshalle“ in List, der nördlichsten Stadt Deutschlands – zu bewundern.

Gezeigt werden auf Sylt zudem Arbeiten von internationalen Top-Künstlern wie Günther Uecker, Heinz Mack, Gerhard Richter, Julian Schnabel, Damien Hirst, David LaChapelle, Jonathan Meese, Markus Lüpertz, A.R. Penck, Jeff Koons, Tony Cragg, Hermann Nitsch, Igor Oleinikov, Leon Löwentraut, Gottfried Helnwein,  Stefan Szczesny, Jiri Dokoupil, David Gerstein, Ben Buechner sowie von weiteren Kunststars. 

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10.01.2021 Schmerz, Widersprüche, Schönheit

GFDK - Werk der Woche

Schwarze Schönheiten: Es gibt Kraft im Meer und am Strand. Diese mehrschichtige digitale Collage verwendet Originalfotos und Bildmaterial, um die Kühnheit und Schönheit afrikanischer Mädchen zu zeigen. Aber ihre Kraft ist mit dem Meer verbunden. Wann muss diese Kraft zurückgefordert und wieder verbunden werden?

Antoinette Ellis-Williams ist Vorsitzende und Professorin für Frauen- und Geschlechterforschung an der New Jersey City University, wo sie unterrichtet:

Frauen, gesprochenes Hip-Hop-Wort und sozialer Wandel; Frauen & Führung; Rasse, Klasse, Geschlechteraktivismus; Vielfalt & Unterschied; Schwarze Weiblichkeit.

Dr. Ellis-Williams ist ein Künstler für gemischte abstrakte Medien und Dichter. Ihre visuelle Einzelausstellung Girlhood / UnDone (Oktober-November 2017) wurde an der NJCU gezeigt.

Sie ist Autorin von Black Gardenias: Eine Sammlung von Gedichten, Geschichten und Sprüchen aus dem Herzen einer Frau (Semaj Publishing, 2013). Dr. EllisWilliams ist Dramatiker und Schauspieler.

Ihr einziges Frauenspiel Scarf Diaries wurde 2017 bei NJPAC uraufgeführt. Ellis-Williams ist eine preisgekrönte Filmemacherin. Ihr Dokumentarfilm Lee Hagan: Connecting Generations (2016) wurde beim Newark Black Film Festival als bester Kurzdokumentarfilm ausgezeichnet.

Sie ist eine sehr gefragte internationale Rednerin und Dozentin. Ihr TedX-Vortrag über Gerechtigkeit im Land der Freien (2015) versuchte, ihren Immigrantenstatus in Amerika auszupacken.

Dr. Ellis-Williams ist Pfarrerin in der Bethany Baptist Church in Newark, wo sie zu Hause anruft. Sie ist Mitglied des Kuratoriums des New Jersey Institute of Social Justice.

Dr. Ellis-Williams hat ihren Ph.D. in Public Policy & Stadt- und Regionalplanung. Immigrant. Mutter. Ehefrau. Bürger. Schwarze Frau Gottes. Schwester. Tochter. Dankbar.

Mein kreativer Prozess basiert auf der Idee, Methoden zu schichten, zu recyceln, neu zu interpretieren und zu mischen. Abstract Collagen aus gemischten Medien stehen auch bei konzeptionellen Arbeiten im Mittelpunkt des Prozesses.

Ich suche ständig unter Schichten nach versteckten Botschaften und Licht.

Zum Beispiel kombiniere ich in einigen meiner Arbeiten meine Originalarbeiten (Acryl- und Aquarellbilder, Seidenbatik, digitale Fotos und Zeichnungen) mit Drucken und digitalen Bildern, die in Zeitschriften, Zeitungen, Broschüren, Textilien, Karten und / oder verschiedenen Objekten zu finden sind.

Das Bild entwickelt sich weiter und verändert sich, wenn sich die gesellschaftspolitische und kulturelle Roadmap ändert.

Meine Arbeit untersucht die Schichten meiner eigenen Identität - Schwärze, Mädchen / Frau, Mutter, Frau und Einwanderer - im Kontext von Populärkultur, Macht, Politik, Religion / Glauben, Geschichte, Musik, sozialen Bewegungen und Sozioökonomie.

Die Arbeit ist ein Kommentar zum strukturierten Leben von marginalisierten Menschen.

Ich erschaffe Stücke, um Wut, Schmerz, Widersprüche, Schönheit, Entscheidungsfreiheit und Freude auszupacken und ständig zu versuchen, die komplexe Geschichte und Erzählung der Schwärze in den Vereinigten Staaten und der Diaspora zu verstehen. In meiner Arbeit tauchen Themen der sozialen Gerechtigkeit auf.

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15.12.2020 The New Humanity

GFDK - Werk der Woche

Christy Lee Rogers behandelt Fotografie als zeitgenössische Malerei. Sie ist ausdrucksstark, hält an der Schönheit fest und berührt spirituelle Themen wie im Barock.

Das Element, mit dem sie malen kann, ist Wasser - sie mischt Farben, Körper, Licht und Dunkelheit miteinander, sagt die Künstlerin, die zusammen mit 12 anderen Fotografen den neuen Lavazza-Kalender unter dem Motto "The New Humanity" erstellt hat.

"Ich hatte nie das Gefühl, von der Barockkunst fasziniert zu sein, bis ich in einem der ersten Interviews danach gefragt wurde", sagt Christy Lee Rogers, obwohl sie zugibt, dass eines ihrer Lieblingswerke Caravaggios Seven Deeds of Mercy ist.

Die monumentale Leinwand zeigt Engel, die auf die Erde schauen. Jede der Figuren führt ihren eigenen Liebesakt für ihren Nachbarn aus - sie besuchen die Kranken, kleiden die Armen oder ernähren die Hungrigen.

Dies sind Hinweise auf eine Evangeliumspassage. - Die Botschaft dieser Arbeit wird wichtiger als die schönsten technischen Details, die ich je gesehen habe.

Ich kann diese Arbeit endlos betrachten und meine Fantasie geht immer neue Wege - sagt der Künstlerin und skizziert gleichzeitig die Art und Weise, wie die Kunst, die sie schafft, funktioniert.

Die Modernisierung der Gemälde beinhaltet mehrere Änderungen. Anstelle eines Pinsels - der Kameralinse, statt religiöser Fäden - spirituell, statt Einzelarbeit und Schnitzen von Details - ein Prozess, der für Teamarbeit offen ist.

Christy Lee Rogers ist eine Unterwasserfotografin.

Rogers wurde in Honolulu, Hawaii, geboren und wuchs in Kailua auf der Insel Oahu auf. Sie hat keine formale Ausbildung in Fotografie, aber einen Bachelor of Arts in Telekommunikation und Film von der San Diego State University.

Rogers ist bekannt für ihre Unterwasserfotografie die in den USA, Frankreich und Monaco ausgestellt wurde. Ihre Arbeit wurde von der Deutschen Grammophone in Auftrag gegeben, um das Album-Cover für eine Box klassischer Musik bereitzustellen

A Gallery
Art to Hold Your Interest
+ 44 (0) 7954 051 458

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29.10.2020 Ballerine de l'air

GFDK - Künstler Vorgestellt

Der preisgekrönte Luftbildfotograf Brad Walls, auch bekannt als Bradscanvas, hat gerade rechtzeitig ein brandneues Werk mit dem Titel „Ballerine de l'air“ (Ballerina aus der Luft) veröffentlicht für den Weltballetttag, der das Publikum einlädt, eine weitere frische und intime Perspektive zu erleben, diesmal in die faszinierende Schönheit des Balletts.

Ursprünglich inspiriert von einem Bild von Olive Cotton, „Teacup Ballet“, begann Walls Anfang 2020 mit der Erforschung des Konzepts und brachte Ideen auf ein virtuelles Inspirationsboard, das aus Schatten, Formen und Tutus bestand. .. und obwohl diese Fotos unbestreitbar schön sind, wollte ich die Komposition neu schreiben und mich nur auf die einzigartigen Formen und Schatten der Kunstform konzentrieren.

Eine alternative Sichtweise zu bieten, ist die Grundlage der Arbeit von Walls. Er wusste jedoch auch von Natur aus, dass „Ballerine de l'air“ ein galerietaugliches Werk sein würde. „Ich hatte Menschen von oben fotografiert - einschließlich Olympioniken und Models - und obwohl diese Aufnahmen sehr überzeugend waren, wusste ich hier, dass die Kombination einer solch prestigeträchtigen Kunstform mit einer alternativen Sichtweise wirklich die Verkörperung meiner Arbeit sein würde“, sagt Walls.

Er kontaktierte Montana Rubin, ein Mitglied des Corps de Ballet (Körper des Balletts) des angesehenen australischen Balletts.

Wegen der Pandemie trat Rubin derzeit nicht auf der Bühne auf und arbeitete auch nicht wie gewohnt mit dem Ballett. Daher konnte sie nicht überzeugen, mit Walls zu drehen, und sagte:

Mit seiner klaren Ästhetik und Liebe zum Detail war ich gespannt, wie unsere Welten könnten ineinander greifen “und später zusätzlich kommentieren:„ Brads einzigartiger Standpunkt gab mir auch die Möglichkeit, meine Kunstform buchstäblich aus einer anderen Perspektive zu betrachten. “

Walls wählte zwei kontrastierende Drehorte aus - der erste war ein Lagerhaus mit kargen Betonböden, das sich von den sanften Bewegungen der Ballerinas abhebt, und der zweite war ein privater Veranstaltungsraum mit malerischen Bodenfliesen, der die visuelle Ästhetik von Rubins 'Tutu ergänzt.

In dieser Zusammenarbeit erkunden Walls und Rubin gemeinsam traditionelle Ballettpositionen und experimentieren mit nicht-traditionellen Formen, die speziell auf den „Blick von oben“ zugeschnitten sind.

„Es war unerlässlich, der Kunst des Balletts zu huldigen und gleichzeitig einen neuen, modernen Dreh hinzuzufügen, der Positionen und Formen einbezog, die über die traditionelle Kunstform hinausgingen“, erklärt Walls.

Er erzählt eine bestimmte Anekdote aus dem Shooting, in der er Rubin bat, mit dem Schatten zu spielen, der durch ihre Bewegungen über das Licht erzeugt wurde, und erinnerte sich daran, dass „es wirklich wahr war, einer Künstlerin (Rubin) zuzusehen, wie sie sich wirklich in ihrer Kunstform verliert.

Ein kribbelnder Moment und ein Moment, auf den ein Fotograf viele Jahre warten kann - wenn er ihn überhaupt erleben kann.“

Walls veröffentlichte kürzlich Ende Juli seine Serie „Pools from Above“, die ihm und seiner Arbeit weltweite Aufmerksamkeit einbrachte. Zuletzt wurde er bei den ersten Aerial Photography Awards 2020 in Paris, Frankreich, mit dem ersten Preis in der Kategorie Sport und dem zweiten Platz in der Kategorie People ausgezeichnet. Bei den Drone Photo Art Awards 2020 in Siena, Italien, wurde er Zweiter.

 

 

 

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23.07.2020 das wesen der natur

GFDK - Werk der Woche - Birgit Enge

Seine Leidenschaft gilt den Bergen: Peter Mathis, geboren 1961, lebt in Hohenems, wenn er nicht gerade an den unterschiedlichsten Orten der Welt fotografiert. Seit 1986 gilt er vor allem als Spezialist für atemberaubende und naturgetreue Sport- und Outdoor-Bilder, vom Klettern über Schi bis zu Motorsport.

Zahlreiche internationale Firmen wie Adidas, HellyHansen, Red Bull, Daimler Benz, Lufthansa oder auch die Österreich Werbung zählen zu seinen Kunden. Viele Magazine und Werbeagenturen weltweit setzen ebenfalls auf die außergewöhnlichen Fähigkeiten und die strikte Philosophie des Peter Mathis.

Seit 1998 gewann er verschiedene Auszeichnungen bei Wettbewerben und Festivals von Kanada bis Italien. 2007 wurde ihm in Schweden der Titel eines Hasselblad Masters verliehen. 2008 zeichnete ihn die Vereinigung der Europäischen Berufsfotografen in Belgien zum Master of European Photography aus.
 

Mehr als ein Dutzend Bücher hat der Vorarlberger bisher veröffentlicht, sein jüngstes Werk „Visual Dualism – Dolomites“ wird im Rahmen der Ausstellung im Atelier Jungwirth erstmals vorgestellt. In Graz werden vor allem die Naturfotografien aus den Dolomiten zu sehen sein, die Peter Mathis in den Jahren seit 2009 speziell für dieses Buch aufgenommen hat.

Die Dualität von hell und dunkel, Linien, Strukturen, Licht und Schatten ist einzigartig; bei Mathis wird nichts dem Zufall überlassen.

Peter ist kein Jäger des ‚schönen Motivs’, nicht auf der Suche nach der dekorativen Szenerie oder dem spektakulären Moment. Ihm geht es stattdessen um den Kern der Natur, um ihr Wesen und ihre Schönheit, die sich in jedem Detail offenbaren kann – wenn man es nur richtig zu sehen vermag“, schreibt die Kunsthistorikerin Christiane Schmieger.


Ein Bild ist bei Peter Mathis folglich nicht einfach die Wiedergabe eines Augenblicks, sondern das Ergebnis einer sorgfältigen Auseinandersetzung mit Motiv, Licht und Umgebung. Spätere Eingriffe mit dem Computer oder banale Effekthascherei lehnt der Fotograf explizit ab.

Wenn er Sportler fotografiert, so achtet er stets darauf, dass die Natur nicht zu Schaden kommt. Neben den Landschaften werden Portraitaufnahmen immer wichtiger in seinem Werk. Auffallend auch ein immer stärkeres Faible für Schwarzweiß-Bilder.

Birgit Enge, Atelier Jungwirth, Opernring 12, A-8010 Graz. Tel. +43/(0)316-815505 - mail@atelierjungwirth.com, www.atelierjungwirth.com

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13.12.2019 Die Serie der Multiplen Portaits

GFDK - Werk der Woche - Dr. Dagmar Täube

Das Bild des Menschen spiegelt das herrschende Weltbild ebenso wie die Auseinandersetzung mit den inneren Gemütsregungen. In diesem Sinne gibt es wohl kaum ein anderes Motiv, das sich so vielschichtig durch die Jahrhunderte präsentiert. Es ist heute wie zu jeder anderen Zeit gleichermaßen aktuell und wird immer wieder neu erfunden.

Eng damit verknüpft ist zugleich das Thema der Schönheit, die ebenfalls in unterschiedlichen Zeiten immer wieder anders und neu bewertet wurde, aber stets auch eine große Rolle spielte. In diesem thematischen Umfeld bewegt sich auch Martina Ziegler.

Die Darstellung von Frauenbildern, auch in der Begegnung mit historischen Hintergründen aus Kunst und Literatur, sind zu ihrem zentralen Thema geworden. Mit jeder neuen Werkgruppe taucht sie tiefer in diese Arbeit ein und entwickelt sie weiter. Dabei geht sie ihren ganz eigenen Weg und schafft neue Einsichten.

Dies schafft sie auf der soliden Basis feinster Malerei, aber auch mit dem Einsatz neuester technischer Mittel, die jedoch nie zum Selbstzweck werden. Die künstlerische wie menschliche Tiefe, die daraus entsteht, findet der Betrachter in ihren Werken wieder. Auf den ersten Blick sind alle Figuren fast makellos schön und dennoch wirken sie nicht oberflächlich.

Dort, wo sie aufgelöst und neu zusammengesetzt wurden, ergänzt der Betrachter selbst diese Schönheit als Ganzes. Es umgibt die Figuren zuweilen etwas Gedankenverlorenes oder Mystisches, selten etwas Heiteres. Die Turbanbilder erinnern an die klassische Malerei großer Meister. Sie schafft Bilder von zeitloser Ästhetik und großer Eindringlichkeit.

Ausgewogene, ebenmäßige Züge und harmonische Farbwirkungen bestimmen die Darstellungen. Gemeinsam ist ihnen eine starke Intensität. Die Figur nimmt Augenkontakt zum Betrachter auf, ohne etwas von sich zu verraten. So wird der Betrachter angeregt, sich selbst mit dem Sujet auseinanderzusetzen und darüberhinaus auch mittels des Bildes in sich selbst hineinzuschauen.

Die Begegnungen sind szenischer aufgefasst. Sie mixt Zitate und Epochen, inszeniert Fiktives und Bestehendes neu. Immer sind zwei Figuren zu erkennen, wobei sich der Betrachter fragt, ob es wohl zwei Seiten eines einzigen Menschen sind. Es umgibt sie eine eigentümliche Stille, sie treten nicht miteinander in Kontakt und gehören doch unabdingbar zusammen, wie die Licht- und Schattenseiten in unserem Dasein.

Oft blickt man wie durch einen Schleier auf die Darstellung. Mit wenigen Accessoires gelingt es, die Figuren in eine andere Zeit zu versetzen, z.B. ins 19. Jahrhundert. Die Farbigkeit und Atmosphäre transportieren eine Stimmung, die den Betrachter in diese Zeit hineinversetzt. Sie erzählen Geschichten und regen gleichermaßen wieder zur Innenschau an.

Künstlerische Ausbildung
Studium: Freie Kunst / Internationale Fachhochschule für Kunst und Design, Köln
Praktikum in der Glasmalerei Henseler / Köln, (Restauration von Domfenstern)
Studium : Visuelle Kommunikation / HSD Hochschule Düsseldorf (Grafik Design, Fotografie, Malerei)
Abschluss (Akademischer Grad): Diplom Designer
Art- und Creative Direction (Member of the Board) in internationalen Werbeagenturen.
Kreative Federführung, europaweit, für internationale Unternehmen. Hauptsächlich Film- und Kreativkonzepte.
Verschiedenste Auszeichnungen und Creative Awards für Design, Artwork und Film. (U.a. Art Directors Club Deutschland und New York Festival).
Von 2001 – 2010 frei künstlerisch tätig. Parallel dazu Freelancer für Design-, Mode- und Architektur Unternehmen (Corporate Identity / Design und Konzeptentwicklung).
Seit 2011 ausschließlich künstlerisch freischaffend.
Techniken: Malerei, Mixed Media, Digital Painting, Experimental Crossover.

Mitglied im Verein der Düsseldorfer Künstlerinnen e.V.
Mitglied im Verein der Düsseldorfer Künstler e.V.

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06.11.2019 Große Gesten, klar komponiert

GFDK - Werk der Woche

Große Gesten, klar komponiert, der Akt in Anmut und eine Farbigkeit, die vor Intensität strotzt, das schwarze Dunkel weit hinter sich lässt; hier die Versuchung, dort die Judith, immer wieder Lot und seine Töchter, der Künstler im Selbstportrait, kritisch, resigniert, von der Begierde besiegt, und überall die Frau per se, in purer Nacktheit, ganzer Schönheit

Arno Rink, moderner Meister des Altmeisterlichen, Gallionsfigur der Neuen Leipziger Schule, ein Genius in Farbe und Form und nebenbei Zeichner von erstem Rang, füllt derzeit mit seinen neoromantisch gefärbten, geheimnisvollen, allegorischen Szenarien die Museen, und exklusiv die Augsburger GALERIE NOA. Arno Rink, Begründer der Neuen Leipziger Schule, ist in ganzer Bandbreite in der Augsburger GALERIE NOAH zu entdecken.

Zwei Jahre nach seinem Tod, einem kurzen, zwangsbedingten Stillstand, wird Rink erneut entdeckt, vom Museum der bildende Künste Leipzig, von der Kunsthalle Rostock, vom Kunstpalast Düsseldorf – zu Recht, schreibt er die ostdeutsche Kunstgeschichte neu.

Erstmals nach 2017 bereitet eine Galerie sein umfassendes Oeuvre retrospektiv auf: Gut 30 Ölgemälde, Zeichnungen und Mischtechniken aus den Jahren 1986 bis 2016 führen in Augsburg das Können dieses großartigen Malers vor Augen, der sich, und mit sich die DDR-Kunst, heraus gekämpft hat aus einem politisch motivierten Arbeiten hin zu einer neuen Künstlichkeit in Freiheit, das, ohne die Vergangenheit zu verleugnen.

Arno Rink gilt als der Mittler zwischen alter und neuer Leipziger Schule, Frontmann der zweiten Generation, die den sozialistisch verhafteten Realismus der Urväter hin führt zu einer verfremdenden Gegenständlichkeit, einer neuen Figuration, die mit surrealen Elementen spielt wie mit expressiver Flächigkeit und sich meist von der Figur leiten lässt.

1940 in Schlotheim, Thüringen geboren, studierte Rink an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Werner Tübke und Bernhard Heisig, dozierte selbst seit 1975 ebenda. Von 1987 bis 1994 war er Rektor, lange noch, bis 2005, als lehrender Professor tätig, unter anderem für Neo Rauch. In Leipzig gelebt und gearbeitet, dort 2017 auch verstorben, gilt Rink als das künstlerische Flaggschiff der Wende, der viel zu bieten hat, wenig verstreckt und so manches Geheimnis lüftet – Bravo.

Vernissage: 7. November 2019

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29.10.2019 Eine ausdrucksstarke Ausstellung in Graz

GFDK - Werk der Woche

Einfach tolle Fotos - Anke Linz (geboren 1965 in Nürnberg) und Andreas Oettinger (geboren 1963 in München) bilden seit Mitte der 1980er Jahre ein außergewöhnliches Fotografen- Paar. Wenn es zwischendurch mit den Aufträgen schlecht aussah, waren sie sich nicht zu schade, einfache Aushilfsjobs zu übernehmen.

Vielleicht ist es gerade dieser Kontakt zu realen Menschen in realen Arbeits- und Lebenssituationen, die manche Eigenheiten ihrer Herangehensweise erklärt. Ihre Porträts sind zwar von alter Malerei inspiriert,  bieten aber verschiedene Bildsprachen. Mal blicken die Models verschämt zur Seite oder zu Boden, dann unumwunden direkt in die Kamera.

Mal sieht man die ungeschminkte Wahrheit im Gesicht, dann ist das Make-up extrem und die Szene an Dramatik schwer zu überbieten. Nur eines vereint fast alle Porträtaufnahmen von Billy & Hells: Die  statische Stille und die tiefe Ernsthaftigkeit. Ein Lächeln oder gar ein Lachen werden Sie nur sehr selten auf  den Fotos sehen, die dennoch einen starken subtilen Sinn für Humor verraten.


Billy & Hells spielen nämlich auf virtuose Weise mit vertrauten Images und frönen dieser Leidenschaft sowohl in den Bereichen Kunst, Mode und Werbung in unverkennbarem, konsequentem Stil. So wurden auch frühere Auftragsarbeiten für Marken wie Nil oder Baileys ein gleichwertiger Teil des Schaffens von Billy & Hells.

Klischees wie die entschlossen dreinblickende Krankenschwester, die strenge Lehrerin, die gütige Mutter, der coole Matrose oder der lässige Cowboy werden aus ihrem Bezugsrahmen gehoben und in einen neuen Kontext gestellt.


Weder bei den Farben, noch bei der Kleidung und der Inszenierung überlässt man etwas dem Zufall. Die Bilder der beiden, die seit dem Jahr 2000 in Berlin leben, waren unter anderem in Tokyo, London, in den Niederlanden und in Los Angeles zu sehen. 2007 erhielten sie den Taylor Wessing Portrait Prize der National Gallery of London, ein wichtiger Moment für ihren internationalen Durchbruch.


Der Name des Duos stammt übrigens angeblich von der englischen Aussprache des Wortes „Billighotels". Falls die Legende stimmt, zeigt sie schön den Zusammenhang von Klischee, ungeschönter Realität und Witz.


Mit dem Werk von Billy & Hells wurde eine Ausstellung als Premiere in Graz gezeigt, die einen ganz neuen Blick auf die Möglichkeiten der Porträtfotografie offenbart.


Alle im Atelier Jungwirth ausgestellten Fotografien können erworben werden.
Weitere Informationen und Bilder finden Sie unter www.billyundhells.de

Billy & Hells
Schwarzweiße Schwester in Farbe
 

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19.09.2019 Aufstand der Puppen

Prof. Dr. Claudia Rademacher

Puppen, Barbiepuppen, Schaufensterpuppen…Trendsetterin, Ikone, Traumfrau? Sie machen jede Mode mit, schlüpfen in jede Uniform und passen sich flexibel dem jeweiligen Zeitgeist an! Opportunistinnen als Ideal?

Die Künstlerin Eva Horstick-Schmitt lebte 2005 ein halbes Jahr mit über 7 Schaufensterpuppen und hat diese in ihrem alltäglichen Umfeld fotografisch inszeniert. Daraufhin kam sie auf die Idee, die Puppen als Installation zum Thema der Fußball-WM in Dortmund 2006 zu gestalten mitsamt ihrer Barbiepuppenvollversammlung.

Eva Horstick-Schmitt greift dabei in die gestylte Fassadenwelt der Schaufensterpuppen ein und verknüpft Fotokunst und Performance zur Verstörung des gewohnten Blicks: lebendig aussehende Schaufensterpuppen als Parade und Barbiewahn zum Quadrat.

Allerdings zeigen sich die schön geschmückten Schaufensterpuppen nicht wie gewohnt hinter schützendem Glas, unantastbar gestylt und aufgemotzt hinter Scheiben. Die Welt der Puppen wird lebendig, in einer Kunstperformance kreativ zur Schau gestellt. Die Realität transformiert sich zur bühnenhaften Inszenierung, in der das alltägliche Sein im Design erfroren ist.

Mit ihren Puppen-Installationen greift die Künstlerin Eva Horstick-Schmitt den grundlegenden Schöhnheitswahn der Gegenwartsgesellschaft auf. „Körperkult und Schönheitswahn“ – ein Diskurs, der in der soziologischen Forschung aktuell intensiv unter der Herrschaftskategorie „Bodyismus“ diskutiert und analysiert wird, erfährt durch die fotokünstlerische Performance irritierende und verstörende Einsichten.

„Babaismus“ nennt die Fotokünstlerin ihr Projekt, mit bewusstem Verweis auf dadaistische Traditionen. Schon 1999 erstellte Eva Horstick-Schmitt Anzüge mit Frauengesichtern, Fotoarbeiten und ließ diese zur Eröffnung des Coloneums Köln von zwei Models vorführen.

„Modelwahn zum Quadrat!“ Eva nahm die Barbies mit auf Reisen, veränderte ihr Gesicht und machte sie zu einer Begleiterin als Mahnmal für unseren Schönheitswahn zum Quadrat.

In der Galerie Camera Obscura präsentierte sie 2009 und 2008 ihre Barbiepuppenfotografien neben ihren Reportagen aus dem Kosovo zum Thema Menschenhandel, stellte Rauminstallationen auf mit Videos, Modemagazinen,

Zeitungsausschnitten von Opfern und dem Torso einer gequälten Puppe – als Stimme gegen Krieg und Gewalt, sowie mit Paketband auf den Boden geklebte schwarz-weiß Fotografien von Opfern und Massengräbern.

Sie scheute sich nicht die Besucher*innen der Galerie auf diese Weise auf die Greultaten und Grausamkeiten in Kriegs- und Krisengebieten aufmerksam zu machen. „Eva – jenseits von Eden“ nannte sie diese Serie.

Prof. Dr. Claudia Rademacher

 

 

 

 

 

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