Exklusive Interviews mit interessanten Menschen

26.08.2021 Hotel Jungbrunn, Tannheim/Tirol

GFDK - Interviews und Portraits

Lebenserfahrung ist etwas, das man in keinem Studium, Praktikum oder Buch lernen kann – davon ist Marcel Gutheinz vom Jungbrunn in Tirol überzeugt.

Dementsprechend befindet sich der junge Hotelier in ständigem Austausch mit seinen Abteilungsleitern sowie den Eltern Markus und Ulrika, die den „Gutzeitort“ im österreichischen Tannheimer Tal nach 25 außergewöhnlichen Jahren vertrauensvoll in die Hände ihres einzigen Sohnes übergeben haben.

Seit 2017 leitet er den Betrieb mit 150 Angestellten erfolgreich in dritter Generation und führt die Philosophie seiner „Lebenslehrer“ weiter: „Man muss immer offen für Neues bleiben und tagtäglich hart an sich arbeiten.“

Doch auch wenn der gelernte Hotelbetriebswirt, Koch und Sommelier dankbar ist für jeden Rat, trifft er die finalen Entscheidungen am Ende doch selbst.

„Dabei geht es vor allem darum, im Sinn des Unternehmens zu handeln“, findet der 32-Jährige, seit 2020 verheiratet. Damit sei aber nicht gemeint, dass das Hotel mit seinem 7.900-Quadratmeter-Spa mehr Betten haben müsse – im Gegenteil:

Die jetzige Größe mit 92 Zimmern, Suiten und Apartments hält er für perfekt und möchte lieber kontinuierlich die Qualität steigern. „Meine Vision ist vielmehr, das Jungbrunn auch weiterhin als Vorreiter in Sachen Design zu etablieren, aber nicht nur:

Mir geht es speziell um die Wertschätzung der Menschen im Haus. Auch in Zukunft sollen Freigeister und außergewöhnliche Charaktere im Jungbrunn zusammenkommen und die einzigartige Atmosphäre kreieren, in der sich Gäste wie Mitarbeiter so wohlfühlen.“

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10.06.2021 15 Jahre harry’s home hotels & apartments

GFDK - Interview und Portraits

harry’s home feiert Geburtstag: In Graz/Österreich eröffnete vor 15 Jahren das erste Haus der familiengeführten Hotelkette mit Firmensitz in Innsbruck. Heute sind die harry’s home hotels & apartments mit demnächst acht Standorten in der DACH-Region vertreten – weitere werden in Kürze folgen.

Im Interview spricht Geschäftsführer und Gründer Harald Ultsch über das Erfolgskonzept der Marke, wo eine Expansion Sinn macht und wie sich das Reiseverhalten seiner Einschätzung nach künftig ändern wird.

Herr Ultsch, aus aktuellem Anlass: Wie sind Sie in den vergangenen Monaten mit der Krise umgegangen?

Nachdem sich unsere harry’s home hotels & apartments in der DACH-Region befinden, mussten wir ständig und sehr unterschiedlich reagieren.

Eine Planung über mehr als zwei Wochen war nie möglich. Kurzarbeit, reduzierte Öffnungszeiten, positive Corona-Fälle von Gästen und Mitarbeitern – es galt stets neue Lösungen zu finden.

Kaum hatte die Auslastung zumindest unter der Woche wieder zugenommen, kamen plötzlich erneute Reisebeschränkungen, Ausgangsverbote und alle Reservierungen mussten wieder storniert werden.  

Welche konkreten Maßnahmen konnten Sie diesbezüglich für die Hotels umsetzen

Trotz allem hielten wir unsere Hotels durchgehend offen und mussten uns wöchentlich mit den geänderten Bedingungen auseinandersetzen.

Wir haben immer alle Möglichkeiten, Zimmer zu verkaufen, ausgeschöpft. Mit unseren harry’s home Apartments konnten wir mehr Nachfrage generieren als mit den klassischen Hotelzimmern. Aber auch „Day use“ und Homeoffice stellten wir zur Verfügung, wo es erlaubt war.

Das Frühstück wurde jeweils der aktuellen Lage angepasst – von der Frühstücksbox über einen servierten Frühstücksteller bis hin zum (reduzierten) Buffet.

Mit der harry’s HOME Tour schafften wir zudem ein attraktives Angebot, um Gästen eine Vergünstigung anzubieten – und zwar indem sie innerhalb von zwei Wochen in mehreren harry’s home Häusern an unterschiedlichen Standorten nächtigen.

Nach dem ungewöhnlichen Jahr 2020 folgt jetzt das Jubiläum. 2006 begann die Geschichte der harry’s home hotels & apartments mit dem ersten Haus in Graz/Österreich. Wie fällt Ihre Bilanz nach 15 Jahren harry’s home aus?

Durchweg positiv. Unser Ziel, in den drei Ländern Deutschland, Österreich und Schweiz aktiv zu sein, haben wir erreicht. Weitere Standorte sind bereits fix und in den nächsten drei Jahren werden wir auf 20 Hotels wachsen.

Im Rahmen unseres aktuellen Relaunches ist uns allerdings klar geworden, dass wir die Marke noch fokussierter ausrichten müssen.

Was genau meinen Sie damit?

harry’s home ist das perfekte Zuhause für moderne Nomaden. Also für Menschen, die viel reisen und genau wissen, was sie unterwegs brauchen.

Ein wesentlicher Punkt ist für uns, dass man auf Reisen seine Gewohnheiten beibehalten kann, ganz gleich, ob bei Kurz- oder Langzeit-Aufenthalten.

Deshalb ist „Wohnen“ für uns einer der zentralen USPs. Dies wird auch bei den kommenden Neueröffnungen innenarchitektonisch umgesetzt.

Was macht Ihre Hotels so besonders?

Sie richten sich dank unseres Baukastenprinzips „Create your stay“ nach den individuellen Wünschen der Gäste. Sie können ihr Produkt selbst zusammenstellen und bestimmen damit gleichzeitig den Preis.

Unsere Kunden wählen auf unserer Website zwischen fünf buchbaren Studiotypen, fügen Dienstleistungen hinzu oder lassen sie eben weg.

Wir halten es analog der Auto-Industrie. Wer ein Fahrzeug online konfiguriert, kann alle möglichen Features mit wenigen Clicks bestimmen.

Mit einem neuen Hotelprogramm, welches wir derzeit installieren, wird das noch besser umgesetzt.  

Ein weiteres Motto lautet „Coming home“

Wir wollen ein Gefühl transportieren: Der Gast soll herzlich empfangen werden und Dinge vorfinden, die er kennt und schätzt. Im Idealfall erhält er das Studio, welches er besonders gern hat.

Wir haben – vor allem wochentags unter den Business-Kunden – sehr viele Stammgäste. Erfreulicherweise gelingt es uns, diese in unsere neu eröffneten harry’s homes mitzunehmen und ihnen auch dort ein „Wir-Gefühl“ zu geben.  

Wie erreichen Sie das?

Wir sind ein Familienbetrieb und meine Frau war immer die größte Stütze. Von fünf Familienmitgliedern arbeiten aktuell vier im Unternehmen.

Wir leben „We all are family“. Zum Glück verinnerlichen auch unsere Mitarbeiter dieses Motto. Die freuen sich, wenn sie Gäste wiedersehen.

Wir sind das Gegenteil eines anonymen Hotels: Man kann seine Ruhe haben, wenn man möchte, will man Kontakt, ist jemand da. Wir überlassen es auch dem Gast, ob er die Du- oder Sie-Form wählt.

Im vergangenen Jahr haben Sie in München eine Kooperation mit „Kinderhotels“ gestartet.

Wir sind sehr stolz, dass sie an die harry’s home hotels & apartments herangetreten sind und somit das erste Kinderhotel in der Stadt sein dürfen. „Kinderhotels“ ist eine der stärksten Marken von Familienunterkünften im Alpenraum.

Wir werden dieses Angebot auch in jenen Standorten ausbauen, wo wir die Zielgruppe Familien besonders gut erreichen können.

Die Gastronomie spielt keine große Rolle mehr?

Zumindest nicht die traditionelle. Ein für uns zentrales Thema ist das Frühstück mit überwiegend regionalen Produkten. Wir hinterfragen dies sehr akribisch. Unsere „harry’s home“-Mitarbeiter backen übrigens auch den Kuchen selbst.

Restaurants betreiben Sie aber nicht?

Nein, wir setzen auf „Gastronomie light“ in unseren Lounges. Dazu kommen Coworking-Spaces, alles ganz ungezwungen.

Unsere Hotellobbys gelten als Treffpunkte für Gäste, aber auch für Bewohner aus der Nachbarschaft.

Wir können beobachten, dass heute viel mehr Einheimische die Lobbys besuchen als noch vor zehn Jahren. Speziell in den Städten erwarten wir hier eine große Nachfrage.

Mit dem Thema Fitness haben Sie für Ihr Münchner Haus einen neuen „Baustein“ kreiert.

Stimmt. Genauer gesagt haben wir für Gäste, die gleich nach dem Aufstehen trainieren wollen, ein professionelles Zug- und Gewichtssystem im Zimmer installiert.

Damit kann man ganz ungezwungen verschiedene Morgenübungen machen und anschließend gleich unter die Dusche. Wir wollen bewusst keine Fitnessräume, das können professionelle Studios in der Nähe viel besser.

Im Jahr 2019 haben Sie mit Zürich Ihr erstes harry’s home Hotel in der Schweiz eröffnet.

Die Schweiz zählt zu den Ländern, wo wir gerne weiter wachsen wollen. Als nächstes kommt Bern Ostermundigen, anschließend ein weiteres Hotel im Westen von Zürich.

In welchen Städten und Ländern sehen Sie noch Potenzial?

Bis vor kurzem lebten wir in einer Zeit mit sehr hohem Hotelwachstum, vor allem in deutschsprachigen Ländern. Wie sich das in den nächsten Jahren entwickelt, ist noch nicht absehbar.

Auf jeden Fall gilt es, eine Nische zu finden und diese zu besetzen. Wir expandieren in Orten, wo Wirtschaft und Tourismus zusammenspielen und damit eine ganzjährige Öffnung wirtschaftlich betrachtet sinnvoll ist.

Wir gehen beide Richtungen, also in attraktive Bezirksorte und in die großen Städte. Drei besonders lebenswerte Städte haben wir mit München, Wien und Zürich schon besetzt.

Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

harry’s home wird deutlich bekannter sein als heute, wobei wir weiter auf den Megatrend „Wohnen“ setzen. Wir wollen dadurch im Alpenraum in unserem Segment – hybrides Hotel mit Short- und Longstay – Marktführer sein.

Wir haben das Glück, dass wir unsere Kinder begeistern konnten, im Unternehmen zu arbeiten. Unsere beiden Söhne und bald auch deren Schwester werden in zehn Jahren die Geschäfte hoffentlich erfolgreich weiterführen.

Wie streng sind Sie selbst als Gast?

Generell bin ich sehr nachsichtig, vor allem, wenn den Mitarbeitern einmal ein Fehler passiert – allerdings weniger im Wiederholungsfall. Wenig Toleranz habe ich beim Thema Schallschutz, überhaupt keine bei mangelnder Hygiene. 

Wie schätzen Sie das Reiseverhalten in der Zukunft ein?

Es wird vorwiegend erdgebunden sein, das heißt per Auto und Bahn. Problematisch könnten Bus-, ganz schwierig Flugreisen in den nächsten zwei Jahren bleiben.

Die Alpenregionen im Zentrum von bevölkerungs- und einkommensstarken Ländern werden Vorteile haben.

Und was bedeutet das für harry’s home hotels & apartments?

Unsere Hotels befinden sich durchweg in den Alpen- und Alpenvorlandregionen. Die Nachfrage nach Apartments ist groß und hier können wir punkten.

Wir sprechen auch die Zielgruppe Familien mit unseren Hotels an – insgesamt sind wir sehr optimistisch und erwarten eine gute Entwicklung.

Interview: Gregor Staltmaier/Natalie Schneider, AHM PR

Weitere Auskünfte

Harry’s Home Holding AG    Kaiserjägerstraße 2    A-6020 Innsbruck/Österreich

Fon +43 512 587109    marketing@harrys-home.com

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09.06.2021 Nachhaltigkeit ist keine Floskel

GFDK - Interviews und Portraits

Gesundheit sowie ein wertschätzender Umgang mit Mensch und Natur sind die Basis der Philosophie von Indigourlaub, österreichischer Anbieter für Yoga, Ayurveda- und Meditationsreisen.

An besonderen Kraftorten gelegen, fokussieren sich beispielsweise die drei veranstaltereigenen Retreat Center stets auf das ganzheitliche Wohlbefinden ihrer Gäste: Das Konzept fußt auf Entschleunigung, gesunder Ernährung und Yoga.

Laut Geschäftsführerin Sonja Miko spiegeln sich diese Aspekte auch in der Betriebsphilosophie wider.

Im Interview erklärt sie, inwiefern sich Indigourlaub in Sachen Nachhaltigkeit von anderen Anbietern abhebt, warum es so wichtig ist, auf sich und seine Umwelt zu achten und wie jeder in kurzer Zeit einen gesünderen Lebensstil führen kann.

Nach den Wiedereröffnungen des Kleebauer Hof Retreat Centers in Oberösterreich sowie der Son Manera Retreat Finca auf Mallorca werden seit dem 22. Mai 2021 auch im Mountain Retreat Center im Chiemgau wieder Indigourlauber begrüßt.

Wie unterscheidet sich Indigourlaub in Sachen Nachhaltigkeit von anderen Reiseveranstaltern?

Seit der Gründung im Jahr 2005 ist die Corporate Social Responsibility (CSR), die sowohl den ökologischen, ökonomischen als auch sozialen Bereich umfasst, ein wesentlicher Pfeiler unserer Firmenphilosophie – also lange bevor das Thema in vielen Unternehmen zum „Must-have“ in der Kommunikation wurde.

Bei uns ist Nachhaltigkeit keine Floskel, kein Marketingtool oder gar Greenwashing. Ein wertschätzender Umgang mit der Umwelt, aber auch mit unseren Kunden, Partnern und Mitarbeitern ist Grundsatz unseres täglichen Tuns und unsere persönliche Philosophie.

Das TourCert-Siegel bestätigt, dass wir festgelegte, geprüfte Nachhaltigkeitskriterien erfüllen.

Machen sich die nachhaltigen Maßnahmen für Ihre Kunden in Form von Einschränkungen bemerkbar?

Wir verkaufen beispielsweise keine Asienreisen für eine Aufenthaltszeit von weniger als 14 Tagen. Bei den Buffets unserer eigenen Retreat Center gibt es Erdbeeren, Melonen und Co. nicht ganzjährig, nur saisonal.

Außerdem kommen vorwiegend regionale Lebensmittel auf den Tisch. Wir verzichten auf Einwegprodukte in den Restaurants und Bädern, außerdem verkaufen wir keine Getränke in Plastikflaschen. Diesen „Verzicht“ allerdings schätzen Indigourlauber.

Neben Nachhaltigkeit gehört das Thema Gesundheit zur Philosophie von Indigourlaub. Warum ist das Ihrer Meinung nach gerade jetzt so wichtig?

Der schnelle Wandel in unserer Zeit macht vielen Menschen Angst oder verunsichert sie. Wer ein stabiles Immunsystem hat und stetig das eigene Wohlbefinden, die eigenen Gefühle und Gedanken reflektiert, kann damit besser umgehen.

Mein persönliches Vorbild ist Ursula Lyon, sie wird bald 94 Jahre und sagt dazu: „Wenn wir lernen, die Veränderung des Lebens zu akzeptieren, tragen wir aktiv zu unserer physischen und seelischen Gesundheit bei.“ Das vergangene Jahr hat die perfekte Praxis fürs tägliche Üben geboten.

Bitte nennen Sie drei Tipps, die schnell zu einem gesünderen Lebensstil – und damit zu mehr Wohlbefinden – führen.

1. Täglich ein paar Minuten meditieren. Den Geist ordnen macht die Sicht auf die Dinge klarer, auch auf das, was wir nicht ändern können. 2. Frische Luft.

Schon drei bewusste Atemzüge können Wunder bewirken. 3. Dankbarkeit. Sich täglich vor Augen führen, wofür man dankbar ist, macht gesund. Sich täglich im Unheil zu wälzen, schwächt dagegen das Immunsystem.

Wie erzeugen Sie bei Ihren Reisen ein Wohlfühl-Ambiente?

Sich gut aufgehoben zu fühlen, beginnt bei Indigourlaub schon beim Stöbern auf der Homepage und bei der Buchung. Wir nehmen uns viel Zeit für die Beratung.

In unseren Retreat-Centern dreht sich das Gesamtkonzept ums Wohlergehen: Unsere einfühlsamen Teams, die außergewöhnliche Lage der Häuser in der Natur sowie die Kombination aus Yoga, Entschleunigung und gesunder Ernährung tun ihr Übriges dazu.

Einer unserer Gäste sagte einmal: „Die Liebe zum Detail macht diesen Platz zu etwas ganz Besonderem.“

Interview: Natalie Schneider/Bettina Beck, AHM PR

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01.03.2021 Alles im grünen Bereich

GFDK - Interview und Portraits

„Mein Anliegen ist es, diesen besonderen Platz anderen Menschen zugänglich zu machen.“ So beschreibt Maximilian Schwabe seine Philosophie als Geschäftsführer des Schlossgut Oberambach.

Der herrschaftliche Landsitz mit 40 Gästezimmern liegt oberhalb des Starnberger Sees mit Blick auf die Alpen und umgeben von 52 Hektar Wald und Wiesen auf eigenem Grund.

Ursprünglich wollte der 34-Jährige in der Event-Branche arbeiten, entschied sich aufgrund des großen Veranstaltungsbereichs im Schlossgut aber für eine Ausbildung im oberbayerischen Familienbetrieb.

Die gefiel Maximilian so gut, dass er anschließend im Schweizer Montreux Hotelmanagement studierte. Im Oktober 2018 schließlich übernahm er das Biohotel von seinem Vater Andreas, nachdem er schon zehn Jahre laufend dort mitgearbeitet hatte.

„Er steht mir immer noch beratend zur Seite. Allerdings habe ich die Zeit auch genutzt, um eigene Ideen umzusetzen, zum Beispiel ein Gemüsefeld und die vegetarische Mittagskarte. Außerdem hat sich in Sachen Digitalisierung viel geändert.

Und die Themen Hochzeiten sowie Meetings und Incentives rücken noch klarer in den Fokus“, erzählt der zweifache Vater.

Darüber hinaus gehe es jetzt legerer zu. „Mein mittel- und langfristiges Ziel ist ein extrem hoher Standard, wobei sich Gäste und Mitarbeiter auf Augenhöhe begegnen, austauschen und voneinander profitieren sollen“, beschreibt Maximilian seine Zukunftsvision für das Schlossgut Oberambach. www.schlossgut.de

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01.03.2021 Naturhotel Leitlhof, Dolomiten/Südtirol

GFDK - Interview und Portraits

Nachwuchs-Hoteliers von heute bewältigen nicht nur andere Herausforderungen als ihre Eltern. Sie haben es auch mit größerer Konkurrenz zu tun und müssen ihre Betriebe daher viel klarer im jeweiligen Segment positionieren.

Die Geschichte des Naturhotel Leitlhof in den Südtiroler Dolomiten beginnt 1997, Stephan Mühlmann ist nicht einmal sieben Jahre alt. Schon damals war die Vision seiner Eltern Agnes und Robert, das Haus im Sinn eines nachhaltigen Tourismus in die Zukunft zu führen.

Doch erst nachdem Stephan sich mit gerade mal 21 in den Kopf setzte, den Leitlhof in Innichen europaweit zu einem Vorreiter in Sachen Umweltschutz zu machen, kam diesbezüglich richtig Fahrt auf.

In jahrelanger Kleinstarbeit entwickelte er ein eigens von ihm konzipiertes Holzkraftwerk. Dank diesem heizt das Hotel heute nicht nur energieautark, sondern sogar klimapositiv.

Als leidenschaftlicher Bauer im Nebenberuf habe ich außerdem mit unserem ‚Mühlhof‘ einen landwirtschaftlichen Betrieb realisiert, wo wir exklusiv für unsere Gäste Gemüse anbauen und Angus-Rinder züchten.“

Schon während seiner Schulzeit hatte der heute 30-Jährige in beinah allen Hotelbereichen des Vier-Sterne-Superior-Hauses mitgeholfen, um möglichst viel zu lernen.

Auch sein BWL-Studium in Graz sowie diverse Praktika bei Unternehmensberatern seien wertvoll als Chef von 50 Mitarbeitern – seit Anfang 2019 nämlich ist er Inhaber und Geschäftsführer des Naturhotels.

„Die Erfahrungen meiner Eltern schätze ich nach wie vor sehr“, sagt der bald dreifache Vater, der noch viele Pläne für den Leitlhof bereithält:

Wir möchten uns vor allem in Bezug auf Nachhaltigkeit weiter verbessern und unsere Stärken hinsichtlich der Produktion alternativer Energien festigen.“  www.leitlhof.com

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01.03.2021 „Roter Hahn“, Südtirol/Italien

GFDK - Interview und Portraits

Starke Familienbande als Basis für gesundes Wirtschaften - „Mit der Idee, den alten Bauernhof komplett zu sanieren, konnte sich meine Mutter zuerst nur schwer anfreunden“, erzählt Christian Thurner vom Feldhof in Vilpian bei Terlan.

„Am Ende aber haben wir sie von der Notwendigkeit zur Neugestaltung und -ausrichtung überzeugt“, sagt der 49-jährige Bauer, der mit seinen Äpfeln die örtliche Genossenschaft beliefert und daraus gemeinsam mit seiner Frau Fruchtaufstrich, Mus, Sirup, Eingelegtes, Kompott, Saft sowie Trockenobst herstellt.

Ohne die wertvollen Tipps von Oma Hildegard funktioniert‘s laut Bäuerin Gaby im Alltag trotzdem nicht: „Meine Schwiegermutter hat beinah sechzig Jahre Erfahrung mit Urlaub auf dem Bauernhof.

Wenn es also um die perfekte Bewirtung der Gäste, die Außengestaltung, die Blumen im Garten oder die Ausstattung der fünf Ferienwohnungen geht, bleibt sie meine wichtigste Ratgeberin. Die Zusammenarbeit ist uns wichtig und wir leben sie tagtäglich.“

Seit seiner Neueröffnung 2019 ist der Feldhof Mitglied der Marke „Roter Hahn“ und wurde mit fünf Blumen eingestuft, zu Recht: In dem avantgardistischen Architektenentwurf sind ausschließlich hochwertigste natürliche Materialien wie Holz, Stein und Filz verarbeitet.

Die hofeigenen Erzeugnisse genießen Urlauber beim Frühstück oder kaufen sie in der Produktecke. Vor Ort gibt es einen Salzwasserpool, zudem hat sich der Feldhof auf Radler spezialisiert.

Christian und Gaby sind geprüfte Moutainbike-Guides und gehen gern mit ihren Gästen auf Tour durch Südtirols Süden. www.roterhahn.it

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22.01.2021 Mit Touren während der Pandemie

GFDK - Interview und Portraits

Cintia Ramos, 31 Jahre, ist Partnerin und Geschäftsführerin von Diaspora.Black, einem brasilianischen Start-up, das seinen Kunden mittels Tourismus die schwarze Kultur näherbringt.

Im Gespräch mit Kryptoszene.de erklärt sie, wie das Unternehmen seinen Umsatz während der Corona-Krise um 500 % steigern konnte, welches Potenzial in Social Business steckt und warum es wichtig ist, ethnische Vielfalt zu bewahren.

Hallo Cintia Ramos, was ist Diaspora.Black?

Wir sind ein Social-Impact-Startup, das sich auf die Wertschätzung der schwarzen Kultur und die Förderung der Rassengleichheit konzentriert.

Seit 2017 haben wir mehr als 4.000 Touristen betreut und eine Gemeinschaft von 20.000 Menschen in mehr als 15 Ländern mobilisiert, die daran interessiert sind, mit einem authentischen und transformativen Ziel zu reisen und mehr über die Schwarze Kultur zu erfahren.

Sie sind hauptsächlich im Tourismus aktiv, einer der großen leidtragenden Branchen der COVID-19-Krise. Was waren die größten Herausforderungen 2020?

Der Tourismus ist immer einer der am stärksten betroffenen Sektoren in solchen Situationen. 2020 gab es eigentlich keine Möglichkeit, die Menschen zum Reisen zu animieren.

Viele Unternehmen, die sich nicht anpassen konnten, schlossen ihre Türen und mit Sicherheit hat das, was wir durchgemacht haben, die Branche verändert.

Wie haben Sie das geschafft?

Wir haben angefangen, verschiedene Online Kurse und Touren zu erstellen. Vorher waren wir eine klassische Tourismus-Agentur, jetzt sind wir ein Online-Marktplatz mit monatlich wechselndem Portfolio.

So haben wir mittlerweile virtuelle Touren in Sao Paulo oder Rio de Janeiro mit spezialisierten Führern, Bildern und Videos von Orten und Erklärungen.

Wir sind sehr aktiv in den sozialen Netzwerken, aber bei all dem sind wir unserem Grundsatz treu geblieben, das „schwarze“ Thema direkt oder indirekt zu kommunizieren.

Kann man sagen, dass die Black Lives Matter (#BLM)-Bewegung Chancen für Unternehmen eröffnet hat, die sich auf rassistische Inklusion konzentrieren?

Die BLM-Bewegung hat es eigentlich immer gegeben. Was sich geändert hat, ist die Art und Weise, wie ein Hashtag ein gesamtes soziales Netzwerk erreichen kann.

Aber schwarze Menschen haben diesen Diskurs seit vielen Jahren mitgemacht! Die Bewegung hat weltweit ein Narrativ gestärkt, das für Schwarze Menschen eigentlich nichts Neues ist.

Blicken wir zum Abschluss doch noch in die Zukunft. Was erwarten Sie vom Tourismusgeschäft in diesem Jahr?

Vor jedem Plan muss der Impfstoff gegen Covid-19 stehen […] Wir selbst konzentrieren uns auf das Jetzt und haben die Technologie so verbessert, um mehr Anforderungen online zu erfüllen.

Wir sehen, dass die Menschen beispielsweise aus São Paulo Zuflucht in der Natur suchen, was sich ebenfalls positiv auf Online Unternehmen auswirken kann. Ich sehe also, dass alles, was die Absicht hat, den Menschen das Leben mithilfe von Technologie und Vielfalt zu erleichtern, eine gute Wette ist.

Hier geht es zum ausführlichen und ungekürzten Interview:

https://kryptoszene.de/news/interview-wir-haben-unseren-umsatz-inmitten-einer-pandemie-um-500-gesteigert/

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15.01.2021 Winterfitness-Tipps vom Profi

GFDK - Interviews und Portraits

Mit Carvern sauber geschnittene Schwünge ziehen, auf dem Snowboard erste Turns üben: Ob oder wann Wintersportler in der Skisaison 2020/21 ihre Lieblingspisten hinunter powdern dürfen, ist noch offen. Umso wichtiger, dass sich kleine wie große Brettlfans während der kalten Jahreszeit fit halten.

Wie das auch zuhause spielerisch funktioniert, erklärt Kevin Benk, 40, staatlich geprüfter Skilehrer. Der zweifache Familienvater leitet die fünf österreichischen skiCHECK Skischulen & Skiverleih (www.skicheck.at), die unter anderem einen Standort in Hochfügen betreiben.

Zwischen 1.450 und 2.500 Metern am Eingang des Zillertals gelegen, gilt das Tiroler Skigebiet Hochfügen als besonders schneesicher. Der gleichnamige Tourismusort (1.474 Meter) ist über eine Panoramastraße durch den Finsinggrund von Fügen aus in etwa 20 Minuten erreichbar.

Was kann ich zuhause tun, um fit für die Piste zu sein?

Kevin Benk: Wer bereits die letzten Wochen beim Joggen war oder sich ein Heim-Fitnessstudio eingerichtet hat, ist schon bestens vorbereitet. Wintersportler, die ihre Kondition verbessern wollen, unternehmen längere Spaziergänge und suchen sich ein leichtes Workout speziell für das Skifahren.

Wie könnte das aussehen?

Da beim Skifahren vor allem Beine und Rücken beansprucht werden, konzentrieren wir uns auf diese Muskelgruppen. Aber davor wärmen wir uns – wie beim Skifahren auch – auf. Am einfachsten funktioniert dies mit 15 bis 20 sogenannten „Hampelmann-Sprüngen“, die wir drei- bis viermal wiederholen.

Und nach dem Aufwärmen?

Versuchen wir die „Schusshocke“ und bleiben in dieser Position: erst 30 Sekunden, dann eine und schließlich drei Minuten. Zwischen den jeweiligen Zyklen machen wir eine halbe Minute Pause.

Diese Übung können wir bis zu viermal wiederholen. Alternativ gehen wir wie Skispringer in die Hocke, halten diese Position 30 Sekunden und springen dann ab. Diesen Ablauf sollten wir zehnmal durchführen, im Idealfall auch auf einem Bein.

Wie können wir Beine und Rücken weiter stärken?

Dafür lehnen wir uns mit dem Rücken an die Wand und rutschen dabei in eine sitzende Position. Wir harren zuerst 30 Sekunden aus, dann eine und schließlich drei Minuten.

Dazwischen legen wir jeweils kurze Pausen ein und wiederholen die Haltung je nach Kondition drei- bis viermal. Wichtig ist, dass wir die beanspruchte Muskulatur nach jeder Einheit dehnen.

Die Balance spielt beim Skifahren ebenfalls eine wichtige Rolle …

Absolut. Besonders effizient sind Übungen auf einer Slakline, einer Art Gurtband. Aber auch ohne Hilfsmittel können wir viel für unseren Gleichgewichtssinn tun, zum Beispiel aus dem Stand springen, dabei die Arme waagrecht halten und versuchen, auf derselben Stelle zu landen. Wer noch eine Steigerung braucht, versucht es einbeinig und mit geschlossenen Augen.

Wie halten sich Pistenzwergerl fit?

Im Prinzip mit den gleichen Übungen wie Erwachsene, sie sollten allerdings spielerisch verpackt werden. Eltern können etwa eine Geschichte erzählen und die Übungen einbauen, hier werden der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Mein Appell an alle Eltern: Lasst die Kinder einfach mal toben, am besten draußen! Schon dabei werden Kreislauf, Ausdauer und Muskulatur super trainiert.

Sollte der Muskelkater dennoch kommen – was tun?

Viel trinken, bitte aber antialkoholisch. Außerdem helfen Dehnübungen und ein heißes Bad.

Interview: Gregor Staltmaier/AHM PR

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08.01.2021 eine MacDowell-Stipendiatin

GFDK - Interviews und Portäits

Sonia Elizabeth Barrett ist eine in England, China und Zypern aufgewachsene deutsche jamaikanische Abstammung und hat eine Reihe internationaler kultureller Einflüsse.

Sie ist Absolventin der St. Andrews University, wo sie Philosophie, Literatur und Internationale Beziehungen studierte und einen MA in Literatur abschloss.

Sie hat kürzlich ihr Studium am Transart Institute abgeschlossen und verfügt nun über einen MFA in Studio Practice. Sonia ist eine MacDowell-Stipendiatin und wurde vom Premio Ora-Preis, dem NY Art Slant-Schaufenster für Skulptur und dem Neo Art Prize ausgezeichnet.

Sonia E Barrett wurde in Großbritannien als Tochter jamaikanischer und deutscher Eltern geboren und wuchs in Hongkong, Simbabwe, Zypern und Großbritannien auf.

Sie studierte Literatur an der University of St. Andrews in Schottland und ihr MFA am Transart Institute Berlin / New York. Ihre Arbeit öffnet die Grenzen zwischen dem Bestimmten und dem Bestimmten mit einem Fokus auf Rasse und Geschlecht.

Sie macht skulpturale Arbeiten, damit sie mit ihren Händen allein die Risse und offensichtlichen Strategien für mehrere kompatible Existenzen und Trauer führen kann.

Ihre skulpturale Praxis umfasst das Platzieren im Hinblick auf die Zusammenstellung von Gemeinschaften unter der Bedrohung des Klimas, um Raum (wieder) zu beanspruchen, sowie die dauerhafte Einrichtung.

Sie hat in der National Gallery of Jamaica, der 32 Grad East Gallery, Kampala, Uganda, dem Heinrich-Böll-Institut Deutschland, der British Library, dem Museum of Derby und dem Kunsthaus Nürnberg ausgestellt.

Ihre Arbeiten wurden in einer Reihe von Galerien gezeigt, darunter im OCCCA California, im NGBK Berlin, im Tete Berlin, im Format Contemporary in Mailand und Basel sowie in der Rosenwald Wolf Gallery Philadelphia.

Ihre Arbeiten wurden im International Review of African American Art, im Black History 365 Journal, im Kunstforum International, im Protocollum, im ELSE Journal und in der Contemporary & Platform veröffentlicht. Sie ist Mitinitiatorin des AIPCC in Bayern.
 

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28.11.2020 Tourismusdirektor Martin Ebster

GFDK - Interviews und Portraits

Am 17. Dezember 2020 ist geplant, die Skisaison in St. Anton am Arlberg/Tirol zu beginnen. Internationale Politiker schießen scharf gegen die Pläne, an einem Wintertourismus vor dem Jahreswechsel festzuhalten.

„Undifferenzierte Schuldzuweisungen können nicht die Lösung sein“, findet Martin Ebster, Tourismusdirektor von St. Anton am Arlberg.

Im Interview spricht Ebster über vermeidbare Infektionsrisiken sowie über die Schwierigkeiten, die der öffentlich ausgetragene Diskurs mit sich bringt.

Tagesaktuelle Informationen zu den lokalen Covid-19-Maßnahmen und Regelungen finden Interessierte auf der Homepage des Tourismusverbands St. Anton am Arlberg unter www.stantonamarlberg.com.

Herr Ebster, kann das Skigebiet von St. Anton am Arlberg am 17. Dezember für Gäste öffnen?

Martin Ebster: Von uns aus kann es das. Unsere Sicherheitsmaßnahmen wurden von langer Hand und in enger Zusammenarbeit mit Experten geplant.

Wir haben unzählige Maßnahmen in allen Bereichen umgesetzt, darunter Konzepte für Skischulen, Bergbahnen, den öffentlichen Verkehr oder die Gastronomie, wo ein spezielles Contact-Tracing-Modell mit QR-Code-Technik entwickelt wurde. Letztendlich sind wir aber nicht diejenigen, die über eine Öffnung entscheiden.

Könnten Sie eine europaweite Verschiebung des Wintertourismus nachvollziehen, wie es bereits aus Frankreich und Italien zu hören ist?

Der Start einer Skisaison hängt primär von lokalen Corona-Fallzahlen ab. Wenn die österreichische Regierung daraus folgernd eine Entscheidung trifft, dann setzen wir selbstverständlich alle erforderlichen Maßnahmen um.

Was ich nicht gutheißen kann, ist die aggressive Politik, mit der derzeit vor allem österreichische Skigebiete als Sündenböcke der Pandemie dargestellt werden. Mit erhobenem Zeigefinger kommen wir nicht weiter.

Halten Sie die Kritik aus den Nachbarstaaten für ungerechtfertigt?

Absolut. Wir sind uns im Klaren, dass die Behörden vorrangig nach gesundheitlichen Aspekten entscheiden.

Alle Wirtschaftsbetriebe stehen trotz ausgefeilter Sicherheitskonzepte hinten an und werden jegliche Regulierungen umsetzen. Lautstarke Forderungen aus umliegenden Ländern klingen da fast zynisch.

Im Sommer hat auch kein Außenstehender die Schließung von Stränden oder der U-Bahn-Stationen in Großstädten gefordert, obwohl dort teils unkontrollierte Frequentierung herrschte.

Wichtig ist jetzt, dass die Konzepte vor Ort greifen und wir uns nicht gegenseitig zu Feindbildern aufbauen, während wir alle dasselbe Ziel verfolgen.

Wie stehen Sie den Vorwürfen gegenüber, Wintertourismus vor dem Weihnachtsfest sei unverantwortlich?

Ich kann für meine Kollegen aus anderen Alpenregionen sprechen, wenn ich sage: Die Gesundheit der Menschen – unserer Einheimischen, Gäste und der vielen Mitarbeiter – steht an erster Stelle.

Die mediale Anschuldigung, österreichische Skigebiete hätten aus dem Frühjahr nichts gelernt, ist für uns ungeheuerlich. Seit März wurden wir nahezu täglich mit Fragen zu Sicherheitsmaßnahmen für den kommenden Winter konfrontiert.

Wir haben hohe Anstrengungen unternommen, schnellstmöglich wirkungsvolle Konzepte zu entwickeln und diese maximal transparent zu kommunizieren. Und jetzt heißt es: „Wie kommt Ihr auf die Idee, Euer Skigebiet zu öffnen?“ Das kann ich nicht nachvollziehen.

Wie schätzen Sie das Infektionsrisiko in Gondeln ein?

Schon während des ganzen Sommers sind in Tirol Hunderttausende Menschen mit Gondeln transportiert worden. Es ist erwiesen, dass das Tragen von Masken sowie ein gut gelüfteter Raum ein niedriges Infektionsrisiko zur Folge haben.

Die Fenster der Gondeln werden daher zum Beispiel durchgehend geöffnet sein. Natürlich gilt Maskenpflicht in und um die Bergbahnbetriebe.

Außerdem sollte bei der Fahrt nicht viel gesprochen werden, um Aerosolausstöße so gering wie nötig zu halten.

Wie kann ein Skiort kontrollieren, dass es in und vor den Bergbahnen nicht zu eng wird?

Die Arlberger Bergbahnen AG hat eigens Personal dafür angestellt, das ausschließlich auf das Einhalten der Abstandsregelungen achtet.

Nach dem Drehkreuz zum Lift wird es naturgemäß enger, weil nicht immer eine Gondel mit ausreichend Platz bereitsteht. Auch dort wird man Anweisungen hören und Kontrollen durchführen, um den Mindestabstand einzuhalten.

Denken Sie, die Touristen werden sich mit den Abstandsregelungen arrangieren

Ja. Gerade, weil sie die Freiheit der Berge dauerhaft genießen wollen, werden sie sich an die Regelungen halten.

Wir appellieren wo es geht an die Vernunft, am Beispiel der Gondel bedeutet das: vorne nicht in die Kabine drängen, beim etwas längeren Anstehen Verständnis zeigen.

Die Gäste werden sich dabei in einem gewissen Zwiespalt wiederfinden. Einerseits möchten sie schnell hoch auf den Berg kommen, andererseits eine mögliche Ansteckungsgefahr minimieren.

Da ist Eigenverantwortlichkeit gefragt. Ein Sicherheitskonzept kann nur funktionieren, wenn sich alle daran halten.

Ist Après-Ski diesen Winter ein Thema in St. Anton am Arlberg?

Nein, Après-Ski wird es in der gewohnten Form nicht geben. Alle Betreiber von Lokalen haben Konzepte auf Basis der behördlichen Vorgaben entwickelt:

Zum Beispiel werden Speisen und Getränke nur im Sitzen serviert, das Platzangebot ist beschränkt, zwischen Besuchergruppen muss mindestens ein Meter Abstand gehalten werden, die Musik bleibt auf einem niedrigen Lautstärkeniveau.

Interview: Tom Carlos Kupfer/AHM

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