Exklusive Interviews mit interessanten Menschen

11.03.2019 Zuhause auf den Weltbühnen

GFDK - Interview und Portraits

Ein Künstler wie Michael Gielen, kann nicht Sterben, gestorben wäre er nur, wenn man ihn vergessen hätte. Das wird noch lange nicht geschehen. In Michael Gielens Biographie spiegelt sich die Geschichte des 20. Jahrhunderts, die politische wie die musikalische.

Geboren in Dresden als Sohn des prominenten Opern- und Schauspielregisseurs Josef Gielen kam er 1936 nach Berlin. Auf Druck der Nationalsozialisten ging die Familie zwei Jahre darauf nach Wien, um 1940 nach Buenos Aires zu emigrieren, da der Vater dem Regime kritisch gegenüberstand und die Mutter jüdischer Abkunft war.

In Buenos Aires, wo Josef Gielen am Teatro Colón engagiert war, kam der junge Michael Gielen u. a. mit Erich Kleiber in Kontakt, der ihn sehr prägte, zudem auch mit Wilhelm Furtwängler. Er studierte Klavier und Musiktheorie, darüber hinaus begann er auch zu komponieren.

Seine musikalische Tätigkeit begann er als Korrepetitor am Teatro Colón, nach seiner Rückkehr nach Europa arbeitete er ab 1950 in gleicher Funktion an der Wiener Staatsoper, wo er von Dirigenten wie Herbert von Karajan, Karl Böhm und Clemens Krauss beeinflusst wurde.

Große Stationen auf den Weltbühnen

Ab 1960 hatte Michael Gielen dann Leitungspositionen an Opernhäusern sowie bei Orchestern inne – zunächst an der Königlichen Oper in Stockholm, ab 1969 dann beim Belgischen Nationalorchester in Brüssel, ab 1973 dann an der Niederländischen Oper in Amsterdam.

Das Jahrzehnt zwischen 1977 und 1987, als Michael Gielen gemeinsam mit Ruth Berghaus legendäre Produktionen an der Oper Frankfurt realisierte (zudem war er Leiter der Frankfurter Museumskonzerte), gehört zu den wichtigsten seiner Laufbahn, ebenso die Zeit als Chefdirigent des SWR-Sinfonieorchesters Baden-Baden zwischen 1986 und 1999, in der er große sinfonische Zyklen, u. a. mit Werken von Beethoven, Bruckner und Mahler erarbeitete.

Darüber hinaus leitete Michael Gielen auch das BBC Symphony Orchestra und das Cincinnati Symphony Orchestra, in Berlin neben der Staatskapelle häufig auch das Konzerthausorchester.

Im Mittelpunkt seiner musikalischen Interessen standen die Werken der großen Komponisten des 18. und 19. Jahrhunderts (insbesondere Bach, Beethoven, Schubert, Bruckner und Mahler), vor allem aber die Musik der Wiener Schule mit ihren Protagonisten Schönberg, Berg und Webern, desgleichen aber auch deren Zeitgenossen Schreker und Zemlinsky und die Komponisten der Nachkriegszeit, u. a. Bernd Alois Zimmermann – dessen seinerzeit als unspielbar geltende Oper »Die Soldaten« er 1965 in Köln zur Aufführung brachte –, Karlheinz Stockhausen oder Luigi Nono.

Michael Gielen ging es immer um die Wahrheit der Musik, um die »utopischen« und »ersehnten Momente«, wie er es in seiner 2005 veröffentlichten Autobiographie »Unbedingt Musik« ausgedrückt hat.

Die Musikwelt verliert mit ihm einen engagierten Streiter für diese, unsere Kunst, einen wachen, reflektierten Geist, der um ihre Gefährdungen wusste und sich immer neu für sie eingesetzt hat.

Die Staatsoper Unter den Linden und die Staatskapelle Berlin, die Michael Gielen so viel verdanken, werden ihm ihr ehrendes Andenken bewahren.

Eine Fülle an eindrucksvollen Abenden verdankt die Staatsoper Unter den Linden und die Staatskapelle Berlin  Michael Gielen:

Die Erstaufführung von Alban Bergs Oper »Lulu« etwa, die 1997 im Haus Unter den Linden stattfand (zwei Jahre zuvor hatte er dieses Werk gemeinsam mit der Staatskapelle Berlin bereits bei den Salzburger Festspielen zur Aufführung gebracht), die vom Publikum wie der Presse gefeierte Premiere von Franz Schrekers

»Der ferne Klang« 2001 in der Regie von Peter Mussbach, aber auch die Neuproduktionen von Bellinis »Norma« und Verdis »Macbeth« mit ihren innovativen künstlerischen Ansätzen.

Seit 1999 dirigierte er regelmäßig die Staatskapelle Berlin, wobei er pro Saison ein sinfonisches Programm mit dem Orchester einstudierte und präsentierte, weit gefächert mit Musik von Beethoven und Schubert, Bruckner und Mahler, über Schönberg und seine Schüler bis hin zu Bernd Alois Zimmermann und Aribert Reimann.

Mit hoher künstlerischer Verantwortung hat sich Michael Gielen dabei den aufführungspraktisch herausfordernden Werken der Neuen und Neuesten Musik zugewandt, aber auch den Klassikern der sinfonischen Literatur, die er in einer von allen unreflektierten Traditionen gereinigten Art und Weise wiederzugeben und zu vermitteln wusste.

Die von ihm dirigierten Aufführungen in Oper wie Konzert haben eindrucksvoll bewiesen, das vermeintlich Bekannte in einem überraschend neuen und klaren Licht erscheinen zu lassen, im Zuge eines auf die Werke selbst hin konzentrierten, dirigentisch souveränen und gedankentiefen Musizierens, dessen Unbedingtheit und Energie sich auf alle, die es erlebt haben, unmittelbar übertragen hat.

Foto: Wikipedia CC BY-SA 3.0 de-Magnussen, Friedrich

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09.03.2019 Botschafter für Kunst und Kulinarik

GFDK - Interview und Portaits

Michael H. Max Ragwitz wurde im Erzgebirge geboren und wuchs dort und in Thüringen auf. Bereits in sehr jungen Jahren galt seine große Liebe der Literatur und dem geschriebenen Wort. Das wurde vor allem durch seine Großmutter mütterlicherseits genährt, die eine sehr kluge und musisch veranlagte Frau war.


Der ursprüngliche Berufswunsch, Schriftsteller oder Journalist zu werden, ließ sich nach Abschluss der Schule nicht umsetzen. So begann für ihn nach Abitur und Berufsausbildung ein wechselvoller und durchaus nicht geradliniger Weg der Berufsfindung.

Nach einem Teilstudium der Maschinenbautechnologie wandte er sich ab Anfang der 1980er Jahre dem Archivwesen zu und erlernte diesen Beruf von der Pike auf, studierte in Potsdam und ab 1988 noch zwei Jahre Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Botschafter für Kunst und Kulinarik


Zu seinen erfülltesten beruflichen Aufgaben der folgenden Jahre zählte für ihn seine Arbeit als Archivars und Leiter der Bibliothek beim Bezirksgericht Erfurt, dem späteren Landgericht, die mit zahlreichen Kontroll- und Anleitungsaufgaben verbunden war.

Diese Aufgabe hat er mit viel Herzblut und abseits aller staatlichen Zwänge ausgefüllt. In diesem Zusammenhang ist er auch heute noch stolz darauf, 1989 den Titel Oberarchivar verliehen bekommen zu haben.


Er war und ist außerdem ein kreativer Organisator. Schon in der Schule galt er als Spiritus rector vieler Aktivitäten. Das setzte sich seiner vielfältigen ehrenamtlichen Tätigkeit in zahlreichen gesellschaftlichen Organisationen wie der Historiker-Gesellschaft und des Bibliotheksverbandes fort, im Rahmen derer er in hohem Maße auch Aufgaben in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zu erledigen hatte.

Dass er diese Arbeit mit dem Abstand der Erkenntnisse aus heutiger Zeit betrachtet, schließt nicht aus, dass er sie mit großem Engagement verrichtet hat.


Erst Anfang der 1990er Jahre konnte er sich seinem ursprünglichen Berufswunsch zuwenden. Er betätigte sich fortan als freier Journalist und gründete 1997 das Redaktionsbüro MHR. Ein kurzes Intermezzo als Verleger einer eigenen Zeitung war nicht wie erhofft erfolgreich.

Das hielt ihn aber nicht ab, seine journalistische Arbeit konsequent fortzusetzen und trotz Höhen und Tiefen bis heute beizubehalten. Er schreibt für Zeitungen, Zeitschriften, Magazine und Online-Portale.


Er hat ein besonderes Faible für die Feinheiten und die Vielfalt der deutschen Sprache und gilt als ebenso kritischer wie pointenreicher, nicht unumstrittener Kommentator. Er sagt von sich selbst, dass er sein Herz eigentlich immer drei Schritt' vor sich herträgt und in vielen Dingen ein wenig besessen ist. Sein Lebenscredo ist das Tucholsky'sche Wort: "Es ist eine Frage der Kraft. Wenn man sich selber treu bleibt."

Kulinarische  Entdeckungsreise durch Sachsen


Kunst ist für ihn Genuss. Und Genuss versteht er in einer großen Breite. Dazu zählen Musik ebenso wie Darstellende und Bildende Kunst, aber auch die Kochkunst, Kulinarik im weitesten Sinne des Wortes. Genuss ist für ihn auch die Entdeckung der Schönheiten der Natur und seiner Heimat. Und er fühlt sich den neuen Bundesländer verbunden. Deren Vielfalt an Kunst, Kultur und Genuss will er sich als Botschafter im Besonderen widmen.


Er ist Autor mehrerer Sachbücher, darunter des Bildbands "Best Hotels of the World" und "Kulinarische  Entdeckungsreise durch Sachsen". Gegenwärtig schreibt er ein Buch über die Prignitz im Nordwesten Brandenburgs. Weitere Projekte mit kulinarischer Ausrichtung sind im Entstehen.
Michael H. Max Ragwitz ist aus erster Ehe Vater einer Tochter und eines Sohnes. Er lebt heute mit seiner Frau Marion in Hagenow Heide in Mecklenburg.

www.ragwitz.de

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08.03.2019 Kunst- und Kulturfest The Exhibition OK 2

GFDK - Interview und Portraits - Rebecca Noy-Shay

Das Kunst- und Kulturfest wurde mit einer Laudatio von Dr. Reinhold Misselbeck, Kurator Museum Ludwig Köln eröffnet. 600 geladene Gäste aus dem Gesellschafts-, Politik- und Kulturleben Düsseldorfs und Kölns konnte Gottfried Böhmer, der künstlerische Direktor des Kunstvereins Gesellschaft Freunde der Künste Düsseldorf – Berlin zur Ausstellungseröffnung am 24. August 2001 begrüßen.


Robert Ingenhoven von Roden, Vorsitzender des Beirats bedankte sich zunächst bei den vielen Freunden, die den Kunstverein seit vielen Jahren unterstützen. Dr. Misselbeck, Kurator Museum Ludwig Köln hielt die Laudatio für die ausstellenden Künstlerinnen Anke Stalpers (Fotografie), Petra Peschkes (Malerei) und Mutsumi Aoki (Objekte).

Einheitlich war die Meinung des Publikum „die beste Laudatio in der 5-jährigen Geschichte der Freunde der Künste“. Hier wurde nicht nur ausführlich auf die Werke der Künstler eingegangen. Dr. Misselbeck verstand es auch die anwesenden Gäste mit seiner Rede zu begeistern.

Anschließend präsentierte die Medienkünstlerin Ute Janssen, das von den Freunden der Künste 1999 initiierte Videoprojekt 250 Jahre Goethe „das ist die Kunst, das ist die Welt, das eins ums andere gefällt“.

Das Projekt wurde mit 10 Künstlerinnen umgesetzt und umfasste eine Ausstellungsreihe über 6 Stationen März `99 - Dezember `99, von der Heinrich-Heine-Universität bis zum Goethe-Museum. Nach dem offiziellen Teil konnten sich die Gäste bis 4 Uhr morgens mit den Künstlerinnen und deren Kunstwerken auseinandersetzen wobei es zum Teil zu lebhaften Diskussionen kam.

Fotografie von Anke Stalpers

Die großformatigen Fotoarbeiten von Anke Stalpers  wurden oft als Körperteile identifiziert. Dabei handelte es sich um Blüten und Gemüse! Anke Stalpers: „Wenn Betrachter in meiner abstrakt aufgenommenen Tulpe Körperteile entdecken, wird es doch erst spannend." Anke Stalpers arbeitet mit großformatigen Serien.


Der Kunstverein zeigt in der Ausstellung Werke aus Flowers, Botanic und Feeling of Release. Die Motive löst die Künstlerin so auf, dass die einen neuen Sinn ergeben. Somit kommt es zu Sinnestäuschungen. Anke Stalpers blickt auf eine umfangreiche Ausstellungsreihe zurück:

Von der Association of International Photography Art Dealers, New York, Michael Papst, München, Landes-Museum Bonn, Aschenbach, Amsterdam, Konrad Fischer, Düsseldorf sowie regelmäßige Präsentationen auf der Art-Cologne.


Insgesamt sind schon 3 Publikationen über ihre Arbeiten erschienen: Profi Foto, Museum Reif, Museum Ludwig Köln Die andere Seite der Schönheit, Reinhold Verlag und Signaturen des Sichtbaren. Repro Verlag.
Am 25. August gaben die Freunde der Künste die Party zum Kulturfest, „Kunst darf auch unterhalten und sollte keine biederernste Sache sein" - so sehen dies die Verantwortlichen des Kunstvereins.

Die Kraft des Lachens

Am 29. August begann Petra Peschkes mit ihrer Malperformance „The Exhibition OK 2". In den folgenden 6-8 Wochen will die Künstlerin ein 6 x 1,6 m großes Gemälde malen, auf dem sie alle Aktivitäten während des Festes dokumentiert. Petra Peschkes bringt den Betrachter ihrer Bilder oft zum Lachen.

Titel wie „Die Busenfreunde" mit wenigen Strichen Comics entlehnt und skurril dargestellt, treffen mitten ins Herz, und so manch einer fühlt sich „wohl angesprochen". Die Porträts von Petra Peschkes haben keine Nasen und keine Ohren, dafür großen Augen, nur 3 Finger pro Hand, sind quitschebunt und was das Wesen der dargestellten Person ausmacht:

Sie lachen. Das charakteristische dieser Gesichter liegt im Fehlen von Teilen der Sinnesorgane, welches einem aber wegen der so auffallend strahlenden Augen und lachenden Münder nicht auffallen wird. Mit Spannung wird die Vollendung des Bildes Exhibition OK 2 erwartet.

Objekte & Installationen von Mutsumi Aoki

Den schwierigsten Teil der Ausstellung musste Michael Selbach, technischer Leiter des Kunstvereins, lösen. Eine Kegelbahn musste er für die aus Japan kommende Künstlerin zu einer Ausstellungshalle umbauen. 14 Tage waren Techniker, Schreiner, Maler und viele Hilfskräfte mit dem Umbau des Sassafras beschäftigt. Michael Selbach: „Ich hatte in den letzten 5 Jahren noch nie mehr Zeit als 14 Tage, um ganze Hallen für die Veranstaltung des Kunstvereins umzubauen. Von daher ist nichts neues auf mich zugekommen".


Mutsumi Aoki studierte am Kunstinstitut Ochanamizu in Tokio bei Prof. Sato und bekam 1984 den Förderpreis für Bildende Künste. Über das Deutsche Kulturzentrum Tokio fand sie den Weg nach Düsseldorf. Seither ist Düsseldorf zu ihrer zweiten Heimat geworden.

Seit 5.000 Jahren gehört die Kunst mit Papier zu arbeiten zur Domäne asiatischer Kunst. So war es nur eine Frage der Zeit und der künstlerischen Entwicklung, die dazu führte, dass die Künstlerin sich mit diesem Material auseinandersetzte.

Das Ergebnis dieser Auseinandersetzung mit dem Material, bearbeitet mit Harz und Bienenwachs konnte die Ausstellungsgäste bestaunen. Die Kleiderhüllen aus Papier, die wie Kokons an den weißen Wänden hängen, so als sei der Mensch gerade aus ihnen geschlüpft waren eine kleine Attraktion in dem Ausstellungskonzept. Die Künstlerin wollte mit dieser Installation den Gegensatz asiatischer und europäischer Kleiderkultur aufzeigen.


Die Höhepunkte des Festes begannen am 31. August. Zwei Open-Air-Konzerte sollten nun folgen. Gottfried Böhmer und Michael Selbach plagte nur eine Sorge: Hält das Wetter? Es hielt und so konnte der erste große Abend beginnen.

Klassik

Die 21-jährige Pianistin Melissa Pawlik, die schon zahlreiche Preise bei Jugend musiziert gewonnen hat, spielte gut auf: von Franz Liszt Sonetto 104 del Petraca bis Manuel Ponce Estrellita bekamen die Zuhörer einen musikalischen Genuss sondergleichen geboten.

Begleitet wurde die junge Pianistin von ihrem Bruder Baptiste Pawlik. Der erst 17-jährige Virtuose an der Violine ist ebenfalls kein Unbekannter; schon mit 5 Jahren bekam er von dem weltberühmten Dirigenten und Geiger Menuhin dessen Taktstock als Glücksbringer geschenkt. Als Zugabe spielten die beiden Gershwins Summertime und Armstrongs What a wonderful world.


Die Konzertgäste waren derart begeistert, dass sich der Kunstverein entschloss, 2002 zwei weitere Konzerte in Köln und Hamburg mit den jungen Künstlern zu veranstalten. Der Höhepunkt des Festivals folgte einen Tag später. Balladen aus Musical, Pop und Filmmusik.

Der Theater-, Film- und Musicalstar Gabriele Weinspach hatte seinen großen Auftritt und brachte gleich reihenweise Prominenz zum Konzert. Unter den vielen Gästen waren die Schauspieler Imke Brügger, Timo Ben Schöfer, Claudelle Deckert (alle RTL) und Freja Trampert (macht zur Zeit Pause von Verbotene Liebe und hat gerade ihre erste CD veröffentlicht).

Angelo Franke (ARD) und Volle Kanne Susanne-Moderator Ingo Nommsen waren ebenfalls anwesend. Franjo Pooth, der mit den Vorsitzenden des Kunstvereins seit 10 Jahren befreundet ist, war tags zuvor zum Konzert von Melissa Pawlik gekommen. Gabriele Weinspach stellte unter Beweis, dass sie tatsächlich ein Multitalent ist.

Ihre Schauspielausbildung machte sie von 1989 bis 1991 an der Hamburger Stage School of Dance and Drama sowie am Bühnenstudio der Darstellenden Künste in Hamburg.

Sie spielte Theaterrollen in Der Entertainer, Der Froschkönig und Mein Vater der Junggeselle sowie im Musical Grease. Im Fernsehen war sie u.a. in Gegen den Wind, der Hochstapler und Großstadtrevier zu sehen bevor sie zu Unter Uns kam.
Gottfried Böhmer konnte sie im Mai davor überzeugen, ein Solokonzert für den Kunstverein zu geben.

Überzeugender Auftritt

Mit Titel wie Send in the Clowns, Evergreen, Over the rainbow, Cabaret, Summertime oder My way of living begeisterte sie die Konzertgäste.

Am Flügel John Lehr Opfar

Gabriele Weinspach war es gelungen den berühmten Dirigenten John Lehr Opfar für ihren Auftritt, den Kunstverein und dessen Ziele, Künstlerinnen zu fördern, zu gewinnen. John blickt bereits auf viele Produktionen zurück, für die er als Dirigent oder Musikalischer Direktor tätig war:

Er arbeitet für She loves me und Quilters, für das Totem Playhouse, für Forever Plaid, für Bells are ringing and Falsettos und bei Good News war er dabei. Als musikalischer Direktor zeichnete er für die New York Premiere von Joe Grams Merle verantwortlich.

Und gemeinsam mit Michael Forest von der Metropolitan Opera hat er 24 geistliche Lieder aufgenommen. In Düsseldorf arbeitete er zweieinhalb Jahre als Musikalischer Direktor bei Grease im Capitol Theater und hat dort als Mitveranstalter die erfolgreiche Aids-Benefiz-Gala All Together Now und die UNICEF-Gala 98 ins Leben gerufen.

Zur Zeit ist er als Musikalischer Direktor und Dirigent von Saturday Night Fever - Musical Dome, Köln- John versprach Gottfried Böhmer, dass er jederzeit bereit ist, für den Kunstverein aufzutreten. Die fast zweieinhalb Monate laufende Ausstellung war trotz Risiko ein großer Erfolg.

Zum ersten Mal hat es der Kunstverein gewagt, eine Kneipe in einen Kunstsalon zu verwandeln. Bislang hatte die Gesellschaft Freunde der Künste nur große Hallen, historische Häuser oder Museen in Kunstforen verwandelt. Die Inhaberin Sabine Sanchez will in Zukunft im kleineren Rahmen den Künstlertreff neu beleben.

Künstlerstammtische, Lesungen und Kunstaktionen sollen zum festen Bestandteil des Sassafras werden. Der Kunstverein, so Gottfried Böhmer, wird weiterziehen und sein Publikum wie gewohnt an immer neuen Ausstellungsorten mit neuen Ideen überraschen. Am 2. November endet The Exhibition OK 2 mit der Vernissage im Sassafras

 

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08.03.2019 Stimme und der Liebe zur Sprache

GFDK - Interview und Portraits

Über Angelika Wende: Die Frau mit der berührenden Stimme und der Liebe zur Sprache

Angelika Wende ist Sprecherin, Moderatorin und Autorin. Ihre Karriere startete sie beim Münchner Sender Pro 7. Schon nach kurzer Zeit wurde die dunkelhaarige Moderatorin mit der warmen Stimme und der charismatischen Kamerapräsenz vom ZDF in Mainz abgeworben.

Dort moderierte sie als eine der beliebtesten Fernsehansagerinnen das Programm und war Sprecherin der heute Nachrichten. Auch für die Sender Arte und Phönix verlieh sie vielen Beiträgen ihre Stimme. Die Intensität und die Kraft ihrer Stimme wirken auch ohne Bilder und wecken Emotionen.

Die letzte Ansage, die je im Zweiten Deutschen Fernsehen lief, war im Jahr 2003 auch Angelika Wendes Abschied vom Leben vor der Kamera. Seither arbeitet die studierte Literaturwissenschaftlerin und Psychologische Beraterin erfolgreich und mit Leidenschaft in den Bereichen Kunst und Kultur.

Schon beim ZDF waren ihre unverwechselbare intensive Stimme mit dem warmen Timbre und ihr exotisches Äußeres ihr Kapital. Ihre Vorlesekunst fasziniert heute Publikum und Veranstalter zugleich, ihr Live-Talk „Der Silberne Salon - Kultur im Gespräch“, ist in Mainz eine Institution geworden.

Gesprächskultur Geisteskultur, künstlerische und musikalische Beiträge – daran knüpft „Der Silberne Salon“ an. Mit inspirierenden Gästen, in einem Ambiente, das zum lebendigen Gedankenaustausch anregt, widmet sich der Salon allem was mit Kultur zu tun hat und öffnet publikumswirksam spannende und gesellschaftlich relevante Themen.

Angelika Wendes Motto „Reden ist Silber“ steht für ihr ganzes Wirken. Als Journalistin schreibt sie für die Allgemeine Zeitung und die Gesellschaft der Freunde der Künste, Ihren Blog „Reden ist Silber“ verfolgen seit Juli vergangenen Jahres viele Leser online.

Angelika Wende kuratierte zahlreiche Ausstellungen, unter anderem für das Kulturamt der Stadt Mainz. Als gefragte Laudatorin verfasst und hält sie deutschlandweit Einführungsreden für Museen und Galerien.

Im September vergangenen Jahres beispielsweise eröffnete sie vor dreihundert Besuchern die große Realismusschau in Berlin. Die Autorin schreibt Texte für Künstlerkataloge und hat drei eigene Bücher veröffentlicht.

Das vierte mit dem Titel „Herzdenken“ mit Texten und Zeichnungen, erschien im Herbst 2011.

Ihre Leidenschaft für Sprache vermittelt sie als Stimm- und Sprechcoach in ihrer Praxis WENDE. Coaching & Consulting.

„Der Raum der die Arbeit mit Stimme und Sprache ausmacht ist unendlich ausdehnbar, voller Möglichkeiten und schöpferischer Kreativität.

Ich lebe in der Sprache. Meine Sprache und meine Stimme, die Lust am geschriebenen Wort und die Freude am Sprechen sind das Wesentliche für mich. Der Mensch lebt in der Sprache.

Sie ist das Mittel alles Gedachte und Gefühlte ins Außen zu transportieren. Das macht sie zum einzigartigen Instrument unserer Kommunikation.“ 

Mehr über Angelika Wende unter www.angelikawende.com

Angelika Wende

Vita & mehr

  • Freie Journalistin und Autorin
  • Sprecherin, Moderatorin, Schauspielerin
  • Dreizehn Jahre Fernseherfahrung als Moderatorin und Nachrichtensprecherin beim Sender PRO 7 in München und im Zweiten Deutschen Fernsehen
  • OFF- Sprecherin für ZDF, Arte und Phönix
  • Freie Mitarbeiterin der Allgemeinen Zeitung Mainz
  • Presse-und Öffentlichkeitsarbeit für die Eventagentur oncue, Mainz
  • Kreation, Umsetzung und Saloniere des "Silbernen Salon"
  • Kreation, Umsetzung und Moderatorin des Kultur Salons Mainz mit dem Produzenten oncue event & communication
  • Inhaberin der Agentur workingforart
  • Kuratorin für das Kulturamt der Stadt Mainz:
  • "Leben ist Form - die Bildhauerin Irmgard Biernath"
  • Kuratorin des Kunstvereins Eisenturm in Kooperation mit dem Kulturamt Mainz: "Generationen"
  • Laudatorin für den Berufsverband Bildender Künstler (BBK) Rheinland-Pfalz
  • Freie Tätigkeit als Laudatorin in öffentlichen Institutionen und Galerien in Mainz, Wiesbaden, Berlin, Leipzig, Ludwigshafen, Kaiserslautern
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08.03.2019 Rückblick der GFDK ins Jahr 2001

GFDK - Interview und Portraits

Rückblick ins Jahr 2001, lange ist es her, aber nicht vergessen - Stark besucht war das Open-Air-Konzert im Rahmen der Ausstellung „The Exhibition OK2“. Die Schauspielerin und Sängerin Gabriele Weinspach und John Lehr Opfar hatten das Konzert für den Kunstverein Gesellschaft Freunde der Künste Düsseldorf – Berlin gegeben.

Gabriele Weinspach sang Balladen aus Musicals Rock und Filmmusik. Viel Prominenz war zum Konzert erschienen. Gottfried Böhmer, künstlerischer Direktor des Kunstvereins bedankte sich für die hervorragenden Leistungen.

Pressezitat aus dem Rheinboten, 19. September 2001

Klavier, Violine, Balladen

Düsseldorf: bis zum 31. Oktober hängen die Arbeiten von Anke Stalpers (Fotografien) und Petra Peschkes (Malerei) an den Wänden der Sassafras. Die Dritte im  Bunde Mutsumi Aoki hat die Kegelbahn in ein Forum verwandelt und zeigt dort kunstvoll auf Papier geformte Kleider. Die vom Verein „Freunde der Künste Düsseldorf - Berlin" auf den Weg gebrachte Ausstellung begleitet ein Festival.

Dazu wird der Hof des Sassafras an zwei Abenden in eine illuminierte Open-Air Bühne verwandelt. Heute um 20 Uhr spielt Melissa Pawlik Werke von Liszt begleitet von Baptiste Pawlik Violine. Morgen abend 20 Uhr gibt es ein Konzert mit Gabriele Weinspach. Sie singt Balladen, begleitet von John Lehr Opfar, Pianist und Musikalischer Leiter des Musicals „Saturday Night Fever".

Rheinische Post, Freitag 31. August 2001

„Wie können Sie nur so etwas fotografieren? Menschliche Körperteile in Großaufnahme zu zeigen, ist wirklich nicht schön“. Derartig anlaufenden Thekendiskussionen über Kunst muß sich derzeit die 35-jährige Anke Stalpers im „Sassafras“ stellen. Aber die Düsseldorferin hat Spaß daran.

„Wenn Betrachter in meiner abstrakt aufgenommenen Tulpe Körperteile entdecken, wird es doch erst spannend. Wahrnehmung ist genau das Thema mit dem ich mich befasse.“ Und da Kunst jeden angehe, der seine Sinne schärfen wolle, diskutiert die Künstlerin gern in bierlauniger Kneipenatmosphäre.


Mit dieser Haltung passt Anke Stalpers genau ins Konzept unseres Kunstvereins, erklärt Gottfried Böhmer, künstlerischer Leiter der Gesellschaft Freunde der Künste Düsseldorf- Berlin, er ist verantwortlich für das rund 2 Monate andauernde Festival, „The Exhibition OK 2“ an der Düsseldorfer Strasse:

„Wir bringen die Kunst zum Menschen, dann braucht der Mensch nicht zur Kunst zu kommen.“ Zum ersten Mal habe er es gewagt, eine Kneipe in einen Kunstsalon zu verwandeln. „Alle haben mich davor gewarnt, aber die Aktion kommt gut an.“ Haben die Kunstfreunde bislang doch nur Industriehallen oder historische Häuser in Kunstforen verwandelt – zuletzt eine Villa in Oberkassel.

Pressezitat auf der Westdeutschen Zeitung, 20. September 2001

Seit einigen Jahren bietet der private Verein „Gesellschaft Freunde der Künste e.V.“ jungen Künstlerinnen die Möglichkeit sich an wechselnden Orten vorzustellen.

Zur Zeit zeigt er im ehemaligen Künstlerlokal Sassafras eine von musikalischen Darbietungen und Performances begleitete Gruppenschau der Fotografin Anke Stalpers, der Malerin Petra Peschkes und der japanischen Objektkünstlerin Mutsumi Aoki.

Die mit Wachs und Wasser fixierten, an der Wand figürliche Papierobjekte von Aoki, Gewänder ohne Personen, strahlen die rätselhafte Intensität von Masken aus. Auch Petra Peschkes folgt konsequent einer Idee: ihre bunten Acrylbilder zeigen auf wenige Striche reduzierte, den Comics entlehnte Portraits, deren Gesichter ohne Augen und Ohren eine abstrakte Individualität auszeichnen.

Die in warmen, dunklen Farbtönen gehaltenen Fotos von Anke Staplers inszenieren Pflanzendetails, Haarstrukturen und den menschlichen Körper in Tanzsituationen – Studien organischer Oberflächenstrukturen, durch die die Dinge eine über das Persönliche hinausgehende metaphorische Qualität erlangen.

Presseauszug Handelsblatt, 14. September 2001

Leergeräumt wurde der Oberkasseler Szenetreff am Wochenende. Denn dort wurden knapp 700 Gäste zu Eröffnung der Kunstausstellung „The Exhibition OK2“ erwartet. Bis zum 2. Oktober sind dort Fotografien von Anke Stalpers, Bilder von Petra Peschkes und Objekte der japanischen Künstlerin Mutsumi Aoki zu sehen.


Die Eröffnungsrede hält Dr. Reinhold Misselbeck, Kurator des renommierten Museums Ludwig in Köln. Gäste waren u.a. die beiden „Unter Uns“ - Soap Stars Claudelle Deckert und Gabriele Weinspach, Metro-Vorstand Jochen Suhr sowie Fotograf Horst Wackerbarth.

Westdeutsche Zeitung, Montag 27. August 2001

Zu einem Kunst – Kulturfest lädt der Kunstverein Gesellschaft Freunde der Künste Düsseldorf – Berlin vom 24. August bis 2. Oktober ein.
„The Exhibition OK 2“ lautet der Titel des Projekts, dass Malerei, Fotografie, Performance, Installationen und Konzerte in sich vereint.
Zwei Monate lang geben sich verschiedene Künstler und Künstlerinnen ein Stelldichein in Oberkassel, Düsseldorferstr. 90. Eröffnet wird das Kunst- und Kulturfest am Freitag, 24. August um 20 Uhr mit einer Laudatio zur anschließenden Ausstellung von Dr. Reinhold Misselbeck, Kurator des Museum Ludwig in Köln.

Neben einer Performance und einem Klavierkonzert gehört ein Konzert von Gabriele Weinspach zum Programm. Vielen wird die Schauspielerin in ihrer Rolle als Helena Kramer in der RTL-Soap „Unter uns“ bekannt sein. Am 1. September um 20 Uhr singt sie Balladen und wird dabei von John Lehr Opfar begleitet.

Rheinbote 22. August 2001

 

 

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14.02.2019 michaela boland trifft...

GFDK - Michaela Boland

Erstveröffentlichung am 10.02.2016 - Was kann schon eine Scherbe? Die meisten Leute werfen sie schlichtweg achtlos weg. Wird doch der Wert einer Sache regelmäßig an deren Tauglichkeit, der Neuheit, ihrer Funktionalität und vor allem ihrer Schönheit gemessen. Perfektion lautet die Devise.

Zerbrechlichkeit oder gar Zerbrochenes kommt eigentlich nicht in die Tüte. Ein Schlingel, wer dabei Übles denkt und auf die Idee kommt, diese Betrachtungsweise könne womöglich gleichsam für die Bewertung von Menschen gelten. Oder vielleicht doch?

Pari Moradi sieht in den Trümmerstücken einst schön anzusehender Tongefäße weitaus mehr als wertlosen Müll. Die Künstlerin nimmt sich der Einzigartigkeit jener Restbestände an und mehr noch: In ihnen sieht sie eine Metapher für den Menschen. Und? Ist diese Sichtweise wirklich so weit von der Realität entfernt?

Wie einzelne Scherben andere stützen, sehr wohl Wertigkeit besitzen und Kraft haben, hat die gebürtige Perserin in ihren Werken umgesetzt.

Im Rahmen der aktuellen AusstellungBerge begegnen sich nicht – Sechs iranische KünstlerInnen“ können die sehenswerten Bilder noch bis zum 20. März in den Räumlichkeiten der Michael Horbach Stiftung in Köln betrachtet werden. Dabei sollte man nicht vergessen: Scherben bringen Glück.

Michaela Boland: Die AusstellungBerge begegnen sich nicht“ ist noch bis zum 20. März 2016 in den Kölner Räumlichkeiten der Michael Horbach Stiftung in der Wormser Straße 23 zu sehen und besteht aus Exponaten der Künstler Mahssa Askari, Bahar Batvant, Gila Abutalebi, Linda Nadji, Reza Nadji und Ihnen, Pari Moradi. Gibt es abgesehen vom iranischen Hintergrund noch weitere Gemeinsamkeiten mit den anderen Künstlern dieses Projekts?

Pari Moradi: Nein, überhaupt nicht. Zwei der Künstler kannte ich zuvor noch nicht. Sie waren eine Empfehlung des Kurators. Die drei anderen kannte ich bereits durch Michael Horbach, einen davon hatte er nämlich früher bei seinem Projekt unterstützt. Daraufhin haben wir dann auch dessen Schwester kennengelernt. Eine weitere Künstlerin war eine Bekannte von Michael.

Michaela Boland: Wie ist die Idee zu dieser Gemeinschaftsausstellung entstanden?

Pari Moradi: Die Idee war zu zeigen wie Künstler, die selbst im Iran geboren oder iranischer Abstammung sind, sich in Europa weiterentwickelt haben. Welche Kunst machen sie unter dem Einfluss europäischer Kunst? Wären wir im Iran geblieben, würden wir heute bestimmt andere Kunst machen.

Michaela Boland: Haben Sie die Werke im Hinblick auf dieses Projekt erst geschaffen, oder gab es sie bereits und wurden nun alle lediglich zusammengestellt?

Pari Moradi: Die Scherben male ich seit zwei Jahren, da war diese Ausstellung noch nicht geplant. Dann entstand aber die Idee hierzu und das passte natürlich, weil ich eben auch iranischer Abstammung bin. Aber speziell für dieses Projekt waren die Bilder nicht geplant.

Michaela Boland: Bei dem Ausspruch „Berge begegnen sich nicht“ (Menschen schon) soll es sich um eine persische Redensart bzw. Weisheit handeln. Was ist damit gemeint und wie findet sie sich konkret in Ihrer Gemeinschaftsausstellung wieder?

Pari Moradi: Es bedeutet, dass sich entfernte Freunde oder Bekannte immer nochmal an einem neutralen Ort treffen. So ist die Redensart zu interpretieren. Bei uns Künstlern ist es auch so, dass wir uns vorher quasi gar nicht kannten. Die Gemeinsamkeit zwischen uns besteht aber darin, dass wir aus dem Iran kommen und dann treffen wir uns eben hier in dieser Galerie in der Südstadt und stellen alle zusammen aus.

Michaela Boland: Wurde denn von einem der insgesamt sechs beteiligten Künstler dieses Thema des Ausstellungstitels, also das iranische Wiedertreffen an neutraler Stelle, nochmal in irgendeiner Weise umgesetzt?

Pari Moradi: Nein.

Michaela Boland: Sie selbst sind Perserin und 1977 in Teheran geboren, haben auch einige Zeit dort gelebt. Was bedeutet es heute in Deutschland als Gegenwartskünstlerin mit Migrationshintergrund zu arbeiten?

Pari Moradi: Schwierige Frage. Also, die Kunst, die ich mache, ist unabhängig von meiner Kultur oder meinem Land. Auch versuche ich neutrale Kunst zu machen, denn ich sage immer, „wir wurden zufällig irgendwo geboren und das ist alles“. Da, wo wir gerade sind, da gehören wir hin. So ist das auch in meiner Kunst. Diese ist überhaupt nicht persisch, sondern das bin ich einfach. Ich bin zwar im Iran geboren und aufgewachsen und seit 14 Jahren in Deutschland, aber, ich mache Kunst, die zu mir, also zu meiner Person passt.

Michaela Boland: Anlässlich Ihrer Gemeinschaftsausstellung war im offiziellen Pressetext auf der Seite der Michael Horbach Stiftung zu lesen, dass alle beteiligten Künstler Pate stünden für eine junge bis mittlere Generation deutscher Gegenwartskünstler mit Migrationshintergründen. Was sollte dieser Hinweis insoweit zum Ausdruck bringen?

Pari Moradi: Ich denke, man sieht das. Das, was unser Land und unsere Kultur ausmacht, kommt irgendwie auch in unserer Kunst rüber. Vielleicht manchmal nur anhand von Kleinigkeiten.

Michaela Boland: Was würden sie als Beispiel benennen?

Pari Moradi: Zum Beispiel bei Gila Abutalebi. Ihre Arbeiten sind sehr persisch. Sie arbeitet mit Buchstaben. Diese sind zwar nicht persisch, da sie gar nicht persisch schreiben kann, denn das hat sie nicht gelernt, weil sie hier aufgewachsen ist. Aber die Art wie sie arbeitet, daran sieht man, dass es persisch ist. Oder auch die Arbeiten von Reza. Seine Bilder handeln von Teheran.

Michaela Boland: Sie zeichnen Sich dadurch aus, vorwiegend in Serien zu arbeiten mit immer wiederkehrenden Themenkomplexen. Jetzt haben Sie Tonscherben gemalt. Was hat es damit auf sich?

Pari Moradi: Die Tonscherben sind für mich eine Metapher für Menschen. Keine zwei Scherben sind gleich. Ebenso wie wir Menschen. Wir sind alle einzigartig. Gemeint sind eher schwächere Menschen. Und das sind wir alle. Wir haben alle immer mal eine oder mehrere Phasen im Leben, in denen wir schwach sind. Doch auch in der Schwäche haben wir sehr viele Stärken.

Ältere oder kranke Menschen sehe ich genauso als Scherben. Genau die habe ich in der Mitte meiner Bilder positioniert, um zu zeigen, die haben auch ihre Werte. Ich habe sie sogar erhoben. Normalerweise ist eine Scherbe ja etwas, das du wegschmeißt. Dadurch jedoch, dass ich sie als Objekt in die Mitte meiner Bilder genommen haben, habe ich ihnen einen Wert gegeben. Es ist doch so: egal wie alt, wie groß, wie reich oder wie schön wir sind, oder gar krank, wir haben alle unsere Stärken und Werte.

Michaela Boland: Also Tongefäßscherben als Metapher für Menschen – Wie ist die Ursprungsidee dazu entstanden? Sie beschäftigen sich ja seit Jahren beinahe ausschließlich mit jener Thematik.

Pari Moradi: Das kam so: Wir sind ja im Sommer immer auf Mallorca und die Serie, die ich vor den Scherben hatte, waren die Vasen. Die habe ich erst auf Mallorca gesehen, denn dort gibt es in allen Häusern und auf Fincas immer sehr schöne Vasen. Damals habe ich die Vasen-Serie auch als Metapher für Menschen gesehen. Stichwort: Zerbrechlichkeit.

Eine Vase kann schließlich sehr schnell hinfallen. Aber: Sie kann wieder zusammengesetzt und restauriert werden. So wie wir Menschen alle Narben und Verletzungen aus der Vergangenheit tragen, so sind auch die alten Vasen. Auf diese Weise hat es also vor vier Jahren auf Mallorca angefangen. Nach dieser Serie habe ich dann quasi nochmal reduziert und sozusagen die Scherben aus den Vasen umgesetzt. Danach sogar erneut reduziert und einzelne Scherben nochmals als Metapher für Menschen herangezogen.

Michaela Boland: Sozusagen eine logische Weiterführung der Thematik?

Pari Moradi: Genau, eine Fortsetzung der Vasen.

Michaela Boland: Was könnte danach kommen?

Pari Moradi: Ich weiß es noch nicht.

Michaela Boland: Die Inspiration kam Ihnen auf Mallorca. Erinnern Sie Sich auch an besondere Momente, in denen Ihnen Ideen zu speziellen Bildern kamen?

Pari Moradi: Meistens ist es so, dass ich male, was ich denke und was ich gerade fühle. Als ich die Vasen-Serie begonnen habe, war eine schwierige Zeit. Als ich eine kaputte und anschließend wieder zusammengeflickte Vase auf der Finca gesehen habe, dachte ich, „ja, das bin ich“. In der Vase, die so viele Narben und Brüche hatte, habe ich mich gesehen.

So habe ich das erste Bild gemalt und dann wurde auch schon eine Serie daraus. Genauso war es mit den Scherben. Es sind für mich Menschen und Gefühle. Manchmal hält eine kleine Scherbe eine große. Hin und wieder können wir, obwohl wir schwächer sind, trotzdem Stärkeren Halt geben. Auch Kinder können Eltern oder Erwachsenen Halt geben. Bei zwei oder drei Scherben auf einem Bild sind meistens die Beziehungen zwischen den Menschen gemeint.

Michaela Boland: Wie gehen Sie technisch am liebsten bei der Anfertigung Ihrer Bilder vor?

Pari Moradi: Ich habe Bleistift-Zeichnungen auf Büttenpapier und Acryl auf Leinwand-Gemälde bei dieser Serie.

Michaela Boland: Sind das grundsätzlich Ihre präferierten Materialien oder könnten Sie Sich beispielsweise auch Öl vorstellen?

Pari Moradi: Nein, mit Öl möchte ich nicht arbeiten. Öl riecht auch sehr stark. Ich habe bereits damit gearbeitet, habe es ausprobiert und ein paar Bilder damit gemacht, doch es war nicht meins. Damit fühle ich mich nicht wohl. Da passt Acryl besser zu mir. Noch lieber als mit Acryl auf Leinwand zu arbeiten, zeichne ich übrigens. Zeichnen ist für mich intimer, zerbrechlicher und sinnlicher.

Michaela Boland: In welcher Preisspanne bewegen sich Ihre Bilder?

Pari Moradi: Ich habe die Preise nicht so genau im Kopf, aber zwischen 600/800,- bis zweieinhalb Tausend Euro.

Michaela Boland: Als Kurator für die “Berge begegnen sich nicht“ – Ausstellung konnten Sie den früheren Christie`s-Mitarbeiter und später geschassten Art Cologne – Chef, Gérard A. Goodrow, gewinnen. Wie verlief die Zusammenarbeit mit dem promovierten Kunsthistoriker, der jetzt als freier Kurator tätig ist?

Pari Moradi: Er hat bereits häufiger mit Michael Horbach gearbeitet und Projekte gemacht. Er hat die Künstler zusammengebracht und hat dies auch sehr gut gemacht. Auch der Titel der Ausstellung, “Berge begegnen sich nicht“ wurde von ihm beigesteuert.

Ich war zwar sehr überrascht, dass er als Amerikaner, der seit 30 Jahren in Köln lebt, dieses persische Sprichwort kannte. Es war seine Idee und wir waren alle sofort begeistert davon, denn es passt super. Immerhin ist es nicht erklärend, sondern es macht neugierig. Insofern war es wirklich eine sehr schöne Zusammenarbeit.

Michaela Boland: Wie entspannt ist man, wenn ein Gérard Goodrow, der bereits beim traditionsreichen Auktionshaus Christie`s in London die Abteilung für zeitgenössische Kunst geleitet und mit Gemälden von Malern mit Weltruhm gehandelt hat, die eigenen Bilder unter die Lupe nimmt?

Pari Moradi: Also, ich bin entspannt und ich bin immer dankbar, wenn er mir Tipps gibt. Ich schätze seine Meinung sehr und es ist immer schön, wenn er diese über meine Bilder kundtut. Auch ist es toll, wann immer ich Fragen oder neue Ideen habe, mit ihm zu reden.

Michaela Boland: Sie befassen Sich auch mit Themen wie Traum und Realität und geben Ihren Exponaten durch eine farbliche Unterscheidung verschiedener Realitätsebenen oftmals eine melancholische Wirkung. Als wie melancholisch würden Sie Sich selbst beschreiben?

Pari Moradi: Traum und Realität war vor ungefähr fünf Jahren meine erste Serie. Seither habe ich die Farben immer mehr reduziert. Es wird immer weniger. Bei den Vasen gab es nur noch Tonfarbe und jetzt bei den Scherben ebenfalls. Ich selbst bin nicht jemand, der immer so lachen kann und fröhlich ist. Ich bin eher zurückhaltend und ruhig und sicherlich auch ein bisschen melancholisch.

Michaela Boland: Sie erwähnten, seit 14 Jahren hier in Deutschland zu wohnen. Wie ist Ihr Leben zuvor im Iran verlaufen?

Pari Moradi: Ich bin ganz normal zur Schule gegangen und dann habe ich mein Studium gemacht. Wenn ich zurückblicke, war das alles sehr schön. Ich könnte mir heute zwar nicht mehr vorstellen, nochmal dort zu leben, da ich mich verändert habe. Damals war ich auch nicht mit allem zufrieden, weil es sehr viele Einschränkungen gegeben hat. Wenn man dort wohnt, gewöhnt man sich zwar daran, da man weiß, wie man damit umzugehen hat. Trotz aller Verbote hast du auch deinen Spaß. Man hat Freunde und, was man da nicht alles machen kann. Also, es war schön, aber leben möchte ich dort nicht mehr.

Michaela Boland: Wie häufig sind Sie noch vor Ort?

Pari Moradi: Innerhalb der letzten 14 Jahre war ich einmal dort, im Jahre 2010, und musste feststellen, dass sich vieles geändert hat. Oder ich habe mich sehr verändert. In jedem Fall war es nicht mehr mein Zuhause.

Michaela Boland: Hat sich das Leben für Ihre Familie nach der Revolution und dem Krieg im Iran damals extrem verändert?

Pari Moradi: Ja, sehr. Ich war zwei Jahre alt, als die Revolution kam und zwei Jahre später begann der Krieg zwischen dem Iran und Irak. Als Kind bekommst du zwar nicht viel mit, es kann sogar manchmal abenteuerlich sein, aber es war nicht einfach. Die Schulen waren einige Zeit geschlossen und man musste dann zu Hause lernen, lediglich die Prüfungen in der Lehranstalt ablegen. Mehrmals am Tag haben wir dann in der Schule die Sirenen gehört und mussten in den Keller gehen.

Jedes Mal wurde natürlich der Unterricht unterbrochen. Auch haben die Eltern selbstverständlich aus Angst um die Kinder sehr gelitten. Das spürt man als Kind. Es ist immer so eine traurige Stimmung gewesen. Es gab Zeiten, in denen es ruhiger war, aber auch solche Zeiten, in denen Teheran jeden Abend bombardiert wurde. Wenn man drin steckt, muss man sich damit abfinden, aber im Nachhinein frage ich mich manchmal, wenn ich zurückdenke, „oh Gott, wie haben wir gelebt und wie haben wir das nur alles ausgehalten“?

Michaela Boland: Wie verarbeitet man solche Erlebnisse?

Pari Moradi: Ich habe manchmal immer noch Alpträume, in denen ich vom Krieg oder den Sirenen träume. Dann stehe ich vor lauter Angst auf und denke schließlich, „o.k., ich bin sicher“. Das ist insofern interessant, da ich inzwischen 38 Jahre alt bin, aber diese Angst und Unsicherheit noch immer in mir ist.

Michaela Boland: Haben Sie jetzt noch Familie im Iran?

Pari Moradi: Ich habe meine Eltern noch dort. Sie bleiben auch dort.

Michaela Boland: Was machen bzw. haben Ihre Eltern beruflich gemacht? Haben sie ebenfalls mit Kunst zu tun?

Pari Moradi: Überhaupt nicht. Meine Mutter war Hausfrau und mein Papa war Geschäftsmann. Er hatte mehrere Schreibwarenläden. Darüber hinaus habe ich noch einen Bruder, der Kurzfilme macht und in Kanada lebt. Ein weiterer Bruder, der jüngste von uns, er ist 30, lebt ebenfalls in Deutschland und studiert Musik in Münster.

Michaela Boland: Was war Ihr konkreter Beweggrund im Alter von 24 Jahren nach Deutschland zu kommen?

Pari Moradi: Ich habe mein Studium in Teheran gemacht und wollte gerne noch ein weiteres anhängen. Sehr gerne hätte ich Kunst studiert. In Teheran habe ich es nicht geschafft, da ich leider die sehr schwierige Aufnahmeprüfung nicht bestanden hatte. Diese sog. Konkur-Prüfung hatte ich für Sprachen bestanden, für Kunst bedauerlicher Weise nicht.

So habe ich dann Englisch studiert und wollte gerne ein weiteres Studium machen. Ich hatte meinen Bruder bereits hier Deutschland und der sagte, „Ich helfe Dir“. So war er mir dann beim Zulassungsantrag behilflich. Auch habe ich es hier dann noch einmal mit der Aufnahme eines Kunststudiums probiert, aber es war nicht so einfach, weil ich ja eben zuvor nicht schon Kunst studiert hatte und weil es hier, noch dazu in einer anderen Sprache, auch recht schwierig ist. Also habe ich dann Indogermanistik in Münster studiert.

Michaela Boland: Konnten Sie denn schon Deutsch sprechen, bevor sie hierher kamen?

Pari Moradi: Überhaupt nicht. Ich habe erst in Münster angefangen an der Uni einen Kurs zu machen. Allerdings musste man hierfür bereits ein gewisses Mindestlevel beherrschen. Also, habe ich nur Kontakt zu Deutschen, und extra keinen zu den Iranern, gehabt, um ausschließlich Deutsch sprechen zu müssen und nicht in die Versuchung zu geraten, es mir leicht zu machen und es einfach auf Persisch zu sagen.

Insgesamt habe ich wirklich sehr viel Glück gehabt und viele Leute kennengelernt, die mir geholfen haben. Eine Zeitlang habe ich sogar bei einer älteren Dame gewohnt, die ich betreut habe und mit ihr musste ich ohnehin den ganzen Tag Deutsch sprechen. Das war perfekt. Auch für sie.

Michaela Boland: Sie haben Englisch und Indogermanistik studiert. Haben Sie beides abgeschlossen?

Pari Moradi: Englisch ja, Indogermanistik nicht. Indogermanistik habe ich vier Jahre in Münster studiert und dann habe ich abgebrochen, um nur noch Kunst zu machen.

Michaela Boland: Die Malerei haben Sie als Autodidaktin begonnen. Wie hat sich das entwickelt?

Pari Moradi: Ich habe schon als Kind gezeichnet. Es war also immer schon ein Hobby und ich wollte es ja auch studieren, aber das ging nicht, doch trotzdem habe ich immer weiter gezeichnet. Früher waren es zuerst Figuren aus Comic-Cartoons oder auch alles, was ich mir als Kind gewünscht habe. Irgendwann später begann ich dann mit Porträts, da ich in der Schule immer wieder darum gebeten wurde, welche von meinen Schulkameradinnen anzufertigen.

Also, in Porträts, so kann ich sagen, bin ich dadurch wirklich gut. Auch Hände zeichnete ich früher häufig. Nachdem ich mein Studium in Münster abgebrochen hatte, habe ich mit Serien begonnen und damit angefangen in Acryl zu malen, aber gezeichnet habe ich schon immer.

Michaela Boland: In Teheran steht das bedeutendste Museum für zeitgenössische Kunst im Iran (Museum of Contemporary Art/ TMoCA) und beherbergt die größte Sammlung zeitgenössischer Kunst außerhalb Europas und den USA . Haben Sie dort womöglich auch in Ihrer Jugend Zeit verbracht?

Pari Moradi: Ja, Galeriebesuche und kleine Ausstellungen gab es. Als ich studiert habe, habe ich mit meinen Freunden oft Galerien besucht. In Teheran gibt es ja auch viele. Allerdings trifft die iranische Kunst, die im Iran gemacht wird, heute nicht mehr meinen Geschmack. Das, was die dort machen, ist eher figurativ. Früher fand ich das toll, heute nicht mehr. Einerseits denke ich, dass sich der Geschmack mit der Zeit ändert, andererseits glaube ich, dass es einen schon beeinflusst, wenn man viele Jahre hier ist und ständig europäische Kunst erfährt.

Michaela Boland: Ist das, was Sie als figurativ bezeichnen, der entscheidendste Unterschied zwischen iranischer Kunst und dem, was hier geschaffen wird? Oder gibt es darüber hinaus noch weitere typische Unterscheidungskriterien?

Pari Moradi: Zwar gibt es in den letzten Jahren auch recht viele abstrakte Bilder, aber meistens ist die Kunst, die im Iran gemacht und auch vom Volk dort sehr gemocht wird, eher figurativ und sehr viel mehr traditionell. In den Bildern ist also sehr viel Kultur und Tradition enthalten und auch sehr viele Farben. Vor allem persische, orientalische Farben.

Michaela Boland: Sie waren die erste Stipendiatin der Michael Horbach Stiftung. Die Auswahlkommission bei der Vergabe der Stipendien für junge ausländische Künstlerinnen ist eine Ein-Mann-Jury, wie der Kölner Stadt-Anzeiger schon 2013 berichtete. Nämlich einzig Michael Horbach. Mit ihm sind Sie seit einigen Jahren auch privat liiert. Wirkt sich das auf die Anerkennung Ihrer autodidaktischen Malerei in irgendeiner Form aus?

Pari Moradi: Ich muss sagen, in der Kunst ist es immer schön, wenn du Unterstützung hast. Ich habe diese von Michael. Aber, er ist auch sehr kritisch, genauso wie seine Freunde. Wenn wir Leute einladen, die etwas mit Kunst zu tun haben, dann hält er sich sehr oft zurück, damit sie wirklich ihre ehrliche Meinung sagen.

Ich möchte das auch so, weil ich nicht einfach nur deshalb Lob hören möchte, weil ich die Freundin von Michael bin. Mit Michael kann ich aber auch sehr gut über meine Kunst und meine Entwicklung reden. Er beeinflusst mich und wartet immer mit seiner ehrlichen Meinung auf. Das hilft mir sehr.

Michaela Boland: Ist er womöglich noch kritischer, als es unter Umständen ein herkömmlicher Lebenspartner wäre?

Pari Moradi: Ja, das ist er. Ich sehe, dass er bei den anderen Künstlern vorsichtig ist, wenn er seine Meinung abgibt. Bei mir ist er ehrlicher. Er kennt mich, weiß wie ich arbeite und was ich damit sagen will. In meiner Arbeit ist er irgendwie drin, er weiß mehr darüber und kann dementsprechend auch mehr kritisieren. Ich profitiere einfach von seiner Erfahrung.

Michaela Boland: Michael Horbach war lange Zeit als ausgesprochen erfolgreicher Unternehmer tätig – millionenschwer. Als Kunst-Förderer und –Sammler ist er ebenfalls seit vielen Jahren renommiert. Inwieweit profitieren Sie als Künstlerin auch davon?

Pari Moradi: Sehr viel. Er weiß sehr viel über Kunst und in vielerlei Hinsicht mehr als ich, auch wegen seines Alters. Wir sprechen abends sehr oft über Kunst, wenn wir essen gehen. Wenn ich über einen Künstler mehr wissen will, drucke ich aus dem Internet einen Artikel aus, wir lesen ihn gemeinsam und dann sprechen wir darüber. Über den Künstler, über seine Arbeiten. Es hilft mir immer wieder sehr zu sehen, wie Michael das sieht oder wie er es interpretiert. Manchmal stellt er auch Vergleiche meiner Arbeiten mit der von anderen Künstlern an, erzählt mir von anderen, die auch Autodidakten waren, so wie ich. Michael ist wie ein Lehrer für mich.

Michaela Boland: Wie sieht es in puncto Kontakte, die Ihr Lebensgefährte hat, aus? Ist das förderlich?

Pari Moradi: Ja, klar. Er unterstützt sehr bei den Ausstellungen. Aber umgekehrt hat er durch mich auch viele Leute aus der Kunstszene auf Mallorca kennengelernt, die er vorher nicht kannte. Er hatte zuvor bereits 14 oder 15 Jahre auf Mallorca gelebt, aber nicht viele Leute kennengelernt, die mit Kunst zu tun hatten.

Weil er versucht, mich zu fördern, fragt er eben nach: „Welche Galerie würde zu Pari passen? Wo könnte sie ausstellen? Ist sie schon so weit, in dieser oder jener Galerie auszustellen oder noch nicht?“ Dadurch, das sagt er selbst, habe er viele Menschen getroffen, die mit Kunst zu tun haben.

Michaela Boland: Die Welt befindet sich in Aufruhr – nicht zuletzt auch durch den Iran. Im Zusammenhang mit dem Atomprogramm des Landes waren Wirtschaftssanktionen gegen die islamische Republik verhängt worden. Erst im Januar wurden diese Einschränkungen aufgehoben. Der Iran war Ihre Heimat und darauf, dass Sie Sich noch mit ihm verbunden fühlen, weist bereits der Untertitel Ihrer aktuellen Ausstellung hin, der da lautet: “Sechs iranische KünstlerInnen“. Wie wirken sich solche Geschehnisse auf Sie und Ihre künstlerische Arbeit aus? Hat all dies überhaupt in irgendeiner Weise Einfluss auf Sie?

Pari Moradi: Einfluss auf mich insofern, als dass ich mich dafür interessiere, weil meine Familie dort ist. Ich lese auch viel darüber. Jedoch können die Leute, die vor Ort leben mehr Wahrheit berichten, als das, was man so über die Medien mitbekommt. Das ist immer so. Wenn wir allerdings telefonieren, versuche ich nicht darüber zu reden, denn das könnte für meine Familie vielleicht gefährlich sein. Aber auf meine Kunst, so muss ich sagen, hat das keinen Einfluss. Der Einfluss ist die ganze Umwelt, das, was man mitbekommt. Mein Leben ist eher hier. Was mit mir als Person privat passiert, das sieht man in der Kunst. Was ich mitbekomme von der Welt, ist auch mehr hier, denn meine Welt ist einfach mehr hier. So hat das, was derzeit im Iran passiert, wenig oder eigentlich gar keine Auswirkungen auf meine Kunst.

Michaela Boland: Der Untertitel Ihrer Ausstellung, bei dem das Iranische hervorgehoben wird, hat sozusagen in keiner Weise künstlerische Bewandtnis?

Pari Moradi: Überhaupt nicht. Was wir gemeinsam haben, ist wirklich nur, dass wir fast alle im Iran geboren wurden.

Michaela Boland: Was wissen Sie über den Kunstmarkt im Iran? Hatten die Sanktionen auf dem Wirtschafts- und Finanzsektor möglicherweise auch immense Auswirkungen innerhalb der Kunst?

Pari Moradi: Darüber kann ich nichts sagen, denn ich weiß darüber wirklich nicht allzu viel. Ich bekomme diesbezüglich nicht viel mit. Wenn ich mit meinen Eltern telefoniere, dann sprechen wir nur über ganz herkömmliche Sachen. Nicht über Politik. Ich weiß nur, dass selbst ganz normale Menschen durch Sanktionen sehr gelitten haben, weil sie beispielsweise Medikamente, die sie dringend benötigt haben, nicht bekommen konnten. Wie sich das jedoch in der Kunst vollzogen hat, kann ich nicht sagen, da meine Familie ja nichts mit Kunst zu tun hat.

Michaela Boland: Sie selbst unterhalten auch keinerlei Kontakte zu iranischen Künstlern in der alten Heimat?

Pari Moradi: Nein, überhaupt nicht.

Michaela Boland: Im Februar letzten Jahres startete die Ausstellung des ZERO-Künstlers, Max Piene, im TMoCA (Museum für zeitgenössische Künste in Teheran). Der Museumsleiter, Madschid Mollanorusi, bezeichnete die Ausstellung damals als Brücke des kulturellen Austauschs zwischen dem Iran und Deutschland. Kennen Sie weitere ähnliche Projekte?

Pari Moradi: Gerade in letzter Zeit habe ich häufiger gelesen, dass iranische Künstler für eine kurze Zeit hierher kommen, beispielsweise im Rahmen eines Stipendiums, um europäische Kunst zu sehen. Wenn sie dann zurückgehen, hat das Auswirkungen auf ihre Arbeit, was ich sehr gut finde. Dies war damals nicht möglich. Aber seit dem neuen Präsidenten ist jetzt vieles offener geworden.

Das finde ich sehr wichtig, dass man voneinander lernt. Wenn ein Land ganz zu ist, hat man keinerlei Austausch mit den anderen. Dass sich Künstler bewegen können, auch iranische, halte ich für ausgesprochen wichtig. Dass sie auch mal nach Europa oder Amerika können. Das ist in letzter Zeit, Gott sei Dank, auch für Schauspieler immer mehr möglich.

Michaela Boland: Könnten Sie Sich auch vorstellen, im Iran auszustellen?

Pari Moradi: Ja, das kann ich mir vorstellen. Es wäre auch interessant für mich zu sehen, wie die Iraner auf meine Kunst reagieren. Immerhin ist es für mich weder iranische, noch europäische Kunst, sondern einfach neutrale.

Michaela Boland: Was sind Ihre nächsten Projekte oder gibt es jetzt erst mal eine Babypause, da Sie und Michael Horbach in wenigen Wochen Ihr erstes gemeinsames Kind erwarten?

Pari Moradi: Also, Babypause möchte ich eigentlich nicht unbedingt machen, aber ich glaube, in nächster Zeit muss ich. Da werde ich nicht viel malen können. Ich würde sagen, es kommt darauf an, wann mir die nächste Idee kommt. Dann würde ich sofort anfangen. Ich denke auch trotz des Babys. Auch glaube ich, es würde mir sehr fehlen, wenn ich eine lange Zeit nicht zeichnen könnte.

Michaela Boland: Liebe Pari Moradi. Herzlichen Dank für das ausführliche Interview und für die bevorstehende Geburt sowie alle künftigen Projekte alles Gute.

 

 

Michaela Boland ist Journalistin und TV-Moderatorin. Bekannt wurde sie als Gastgeberin der Sommer-Unterhaltungsshow „HOLLYMÜND“ des Westdeutschen Rundfunks Köln. Seit 1988 schrieb sie für die Rheinische Post, unterschiedliche Publikationen der WAZ-Gruppe Essen, Bayer direkt und Kommunalpolitische Blätter.

Außerdem präsentierte sie die ARD-Vorabendshow „STUDIO EINS“ und arbeitete als On-Reporterin für das Regionalmagazin „Guten Abend RTL“. Auf 3-Sat, dem internationalen Kulturprogramm von ARD, ZDF, ORF und SRG, moderierte sie die Kulturtalkshow „Doppelkopf“, sowie für TV NRW, die Casino

Show „Casinolife“ aus Dortmund-Hohensyburg. Michaela Boland arbeitet auch als Veranstaltungsmoderatorin und Synchron- sowie Hörspielsprecherin.

Für die Gesellschaft Freunde der Künste moderiert sie den Kaiserswerther Kunstpreis sowie alle grossen Kulturveranstaltungen der Gesellschaft.

Seit Mitte 2009 ist sie verantwortlich für die Ressorts:

Exklusivinterview und Porträt des Monats

© Michaela Boland und Gesellschaft Freunde der Künste

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14.02.2019 Zweiergespräch mit Iris Boss

GFDK - Marion Wagner

Marion Wagner sprach mit der Berliner Schaupielerin Iris Boss anläßlich der Berlinale über den Beruf der Schaupielerei. Marion Wagner spricht in ihrem Blog mit Kunst und Kulturschaffenden in Berlin und leitet den "Verlag für Kurzes " einen unabhängigen Verlag für kurze Texte.

Iris Boss lebt in Berlin und arbeitet als Schauspielerin und Sprecherin.

Roter Teppich, Glamour, hohe Gagen? Wie sieht die Lebenswirklichkeit eines Schauspielers tatsächlich aus?

Iris Boss hat es Marion Wagner in ihrem Zweiergespräch erzählt.

Viele Schauspieler sagen, sie hätten schon immer gewusst, dass sie nichts anderes werden wollen. War es bei dir auch so?

Schon immer nicht, aber schon sehr früh. Weihnachtsmann, Tierärztin, Piratin und Clownin waren die Berufswünsche davor. Als ich etwa acht war, wurde mir klar, dass ich alles zusammen werden könnte, wenn ich Schauspielerin werde.

Wie hast du dir das Leben als Schauspielerin vorgestellt?

Ich bin ohne Fernseher aufgewachsen, vielleicht kam deswegen in meiner Vorstellung die Arbeit vor der Kamera gar nicht vor. Ich habe mich schon sehr früh, sehr ernsthaft mit dem Beruf befasst, habe alle Informationen gesammelt, die ich kriegen konnte. Über die Ausbildung, die Berufsanforderungen, den Arbeitsalltag am Theater usw. und habe einen dicken Ordner angelegt, in dem ich das alles archiviert habe.

Auch praktische Bühnenerfahrung habe ich schon sehr früh gesammelt, ich wusste also, was es bedeutet, eine Rolle zu erarbeiten. Ich habe mir vorgestellt, dass ich nur für diesen Beruf leben würde und in meinen Rollen ganz aufgehe.

Die Sprache war auch schon früh sehr wichtig für mich. Ich liebte die Vorstellung, mich ein Leben lang mit Sprache beschäftigen zu können.

Die Liebe zur Sprache kann ich sehr gut nachvollziehen … Bei Schauspielern denken ja viele an rote Teppiche und hohe Gagen. Die Wirklichkeit sieht für die große Masse aber nicht so aus, oder?

Nein. Sonst würden wir ja auch nicht die ständig gleichen Nasen über den roten Teppich laufen sehen, sondern die in Deutschland zum Beispiel, grob geschätzt, 25.000 Menschen, die sich hier als Schauspieler bezeichnen.

Was die hohen Gagen betrifft, ist es im Gegenteil so, dass Schauspieler froh sein müssen, wenn sie überhaupt eine kriegen. „Leider keine Gage, dafür lecker Catering“ ist eine gängige Formulierung in Stellenanzeigen unserer Branche. Wer würde darauf kommen, einen Anwalt, einen Klempner oder wen auch immer auf derart ungehörige Weise zu rekrutieren?

Aber es muss ja Schauspieler geben, die das mitmachen, sonst könnte eine solche Dreistigkeit nicht funktionieren.

Dass so etwas funktioniert, hat verschiedene Gründe. Einer davon ist sicher, dass man als Schauspieler schnell ins Abseits gerät, wenn die Vita Lücken aufweist. Wer länger nicht gespielt hat, wird nicht mehr besetzt. Ein Teufelskreis. Also lieber unbezahlt irgendeinen Scheiß machen als gar nichts.

Da jedes Jahr ca. 200 Absolventen von staatlichen und ca. 400 von privaten Schulen, dazu ungezählte Quereinsteiger – da „Schauspieler“ keine geschützte Berufsbezeichnung ist, kann sich jeder so nennen – neu auf den Markt kommen, die bezahlten Jobs durch Streichung von Subventionen, Reality-Formate mit Laien usw. immer weniger werden, wird man als Schauspieler immer erpressbarer.

Auch die soziale Absicherung ist schwierig. Meistens ist man gezwungen, als Selbständiger zu arbeiten oder die Festanstellungszeiten beschränken sich auf wenige Tage oder Wochen. Sich so einen Anspruch auf Arbeitslosengeld zu erarbeiten, ist für die meisten schwierig bis unmöglich.

In Deutschland können gerade mal zwei Prozent der Schauspieler von ihrem Beruf leben. Die Arbeitslosenquote liegt bei 25 Prozent. Mit einer hohen Dunkelziffer. Manchmal denke ich, der Beruf ist überhaupt nur noch als Hobby für Kinder reicher Eltern machbar. Aber – (lacht) – ich bin ja der Beweis dafür, dass es nicht so ist.

Wie ist es bei dir?

Ich lebe seit elf Jahren von meinem Beruf. Über rote Teppiche gehe ich selten.

Was gehört eigentlich noch zur Arbeit eines Schauspielers, außer dem Spielen selbst?

Für einen Drehtag oder eine Theaterproduktion arbeitet man natürlich viel mehr als die reine Anwesenheitszeit: Allein um überhaupt an den Job zu kommen, muss ein Schauspieler, der keinen Namen hat, viel Zeit für Netzwerkpflege, Bewerbungen und Vorbereitung für Vorsprechen oder Castings aufbringen.

Jeder Schauspieler braucht aktuelle Fotos, Demomaterial und muss seine Webpräsenz pflegen. Seit Neustem wird sogar verlangt, dass er bei sogenannten e-Castings eine vorgegebene Szene einreicht. Er braucht also jemanden, der ihn filmt, ihm die Szene schneidet usw., nur um sich mit hunderten anderen zu bewerben. Auch sein Instrument, also seinen Körper, seine Stimme, seine Konzentrationsfähigkeit muss er in Zeiten ohne Engagement in Schuss halten.

Wenn man zynisch sein will, könnte man sagen, er könne ja froh sein, unbezahlt arbeiten zu dürfen, so spare er sich wenigstens die Kosten für Maßnahmen, für die er sonst bezahlen müsste. Eine ganze Branche lebt inzwischen von arbeitslosen Schauspielern: Workshops, Coaches, Demobandproduzenten …

Hat er dann eine Rolle bekommen, beginnt die Vorbereitung, das Textlernen, die Proben und parallel dazu schon wieder die „Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen“ für die Zeit danach.

Wie sieht dein Alltag aus?

Wenn ich in einer Produktion bin, probe ich von 10-14 Uhr und von 18-22 Uhr, wenn ich „frei“ bin, also verschiedene kleinere Sachen mache, ist jeder Tag anders. Da laufen dann viele Dinge parallel. Die einzigen Konstanten in dieser Zeit sind Büroarbeiten, die ich wie jeder Selbständige machen muss. Und Sport.

Die festen Zeiten sind ja nicht sehr familienfreundlich.

Natürlich bringt es der Beruf mit sich, dass wir gerade dann arbeiten, wenn alle anderen frei haben. Wochenenden, Weihnachten, Silvester … Familie oder ein “normales” Sozialleben ist da schwierig. Kinder sind, würde ich behaupten, ohne Partner, der sehr flexibel ist und zudem den Großteil des Geldes ranschafft, unmöglich.

Du warst gerade drei Monate mit dem Stück Frau Müller auf Tournee. Habt ihr jeden Abend gespielt?

Mit Ausnahme von zwei spielfreien Abenden, ja.

Wie ist das, wenn man so lange auf Tournee ist? Schaltest du beim Spielen irgendwann auf Autopilot?

Es ist ja ein Teil des Berufs, Dinge, die man schon hunderte Male gemacht hat, immer wieder frisch und neu zu machen. Natürlich bekommt man mit der Berufserfahrung auch eine gewisse Routine, geht bei der 50. Vorstellung nicht mehr mit riesigem Lampenfieber auf die Bühne. Anders geht das kräftemäßig auch gar nicht, wenn man den Beruf länger machen will.

Aber schlussendlich ist das ja alles Lebenszeit: Die des Publikums, meiner Mitspieler und nicht zuletzt die meine. Die möchte ich möglichst interessant und, wenn möglich, mit Spaß verbunden verbringen. Schon deshalb ist Autopilot keine Option für mich.

Und wie ist es hinter den Kulissen? Jeden Tag in einer anderen Stadt zu sein, mit denselben Leuten …

Ich mag das Unterwegssein, auch wenn es nach einigen Wochen ganz schön auf die Nerven gehen kann. Ich versuche mir jede Stadt anzusehen, in der ich spiele und habe gemerkt, dass meine Aufmerksamkeit für Skurrilität und Schönheit in diesen Mikrokosmen eine andere ist als zuhause in Berlin. Ich fühle mich auf Tournee immer ein bisschen wie eine Forscherin.

Wo siehst du dich in zehn Jahren?

Gar nicht, da gibt es mich ja noch überhaupt nicht.

Was ist dein größter beruflicher Wunsch?

Ich liebe meinen Beruf, würde mir aber wünschen, mich mehr auf das Eigentliche, also das Spielen konzentrieren zu dürfen und weniger um die Organisation des Ganzen.

Ich bin ja aus gutem Grund nicht Buchhalterin oder Managerin, sondern Schauspielerin geworden. Berühmtsein interessiert mich nur in dem Sinn, dass ich mehr Wahlfreiheit hätte. Was will ich machen? Was nicht? Warum? Nachdenken, ausprobieren, scheitern dürfen. Das alles gehört für mich zu einem künstlerischen Prozess. Alles andere ist Dienstleistung.

Irgendjemand hat mal gesagt: „Schauspieler sind Philosophen des Handelns.“ Ich empfinde als Schauspielerin eine gesellschaftliche Verantwortung und habe das Glück, immer wieder Dinge machen zu dürfen, in denen ich das Gefühl habe, diese wahrnehmen zu können. Doch noch sind diese Dinge Luxus.

Ich wünsche mir, mich öfter für sie entscheiden zu dürfen. Ich wünsche mir, immer wieder mit guten Leuten, Kollegen und Regisseuren arbeiten zu dürfen. Mit Künstlern, die ihr Handwerk beherrschen, die mich inspirieren und sich von mir inspirieren lassen, die was zu sagen haben und das auf ihre ganz eigene Art tun. Ich bin idealistisch geblieben.

Liebe Iris, vielen Dank für das Gespräch.

Anmerkung der Redaktion:

Sibylle Berg hat erst am 9. Februar zu diesem Thema in S.P.O.N. auf Spiegel Online geschrieben

Der Geiz hinter der Goldkante

"Menschen brauchen Kunst, damit sie sich nicht aus dem Fenster stürzen. Warum werden Künstler dann so schlecht bezahlt? Politiker missbrauchen Oper und Theater als Spielfläche - und lassen zu, dass die Gelder in der Verwaltung versickern".

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14.02.2019 Unterschiede zwischen Stadt -und Landkindern

GFDK - Eva Horstick-Schmitt

Was meine Person betrifft, stellte ich mich der Thematik „Töchter“ ausgehend von der Zeit, da ich meinen Mann kennenlernte und er eine Tochter und einen Sohn mit in die Ehe brachte. Ich selbst habe einen Sohn und somit waren wir nun 5 Personen.

Allerdings lebte die Tochter meines Mannes noch weitgehend bei seiner Exfrau. Seine Tochter besuchte uns regelmässig und wir verbrachten auch etliche gemeinsame Urlaube zusammen. Ich versuchte  einen Schwerpunkt zu setzen als emotionale Augenzeugin heranwachsender Kinder in meiner Seele als Frau und Fotografin.

Seit den 90er Jahren fotografierte ich schon die Töchterserie als meine persönliche Reise in neue Welten, denn ich selbst bin bzw. war Tochter eines super emotionalen Vaters und einer eher Verstand gesteuerten Mutter, aber ich war nun auch eine Art Stiefmutter mit neuen Aufgaben.

Töchter sind emotionaler als Söhne meinte ich, was aber keineswegs in unserem Fall passte. Mein Sohn war genauso emotional wie ich und die Tochter meines Mannes konnte eher mit ihren Emotionen umgehen und diese verheimlichen.

Portraits des Monats

Somit ist Herkunft und „Erbe „ der Gene nach meiner Ansicht ausschlaggebend. Es ist also wichtig, in welchen Umfeld jemand aufwächst und wie die Eltern als Vorbild agieren. 

Es gibt auch grosse Unterschiede zwischen Stadt und Landkindern.

Während der Arbeit tauchten neue Ausdrucksformen auf und ich hatte das Bedürfnis in 2011 die „Töchter“ ebenso zu interviewen zum Thema Zukunft. Dieses behalte ich bis heute bei. Ich führte die Bilderreihe der Portraits aus und betonte die Profile noch zusätzlich durch Interviews. 

Ich hatte den Eindruck, dass ich während der Schaffung dieser Portraits eine Erkenntnis hatte, nämlich die, dass sie zu meinen eigenen Wünschen damals als „Tochter“ im Alter von 16 Jahren zu heute nicht viel geändert hat.

Auch ich hatte z.B. Angst davor, dass die Umwelt weiter zerstört wird. Zudem hatte ich allerdings nicht den Drang zu heiraten und Kinder zu bekommen. Heute wollen 90 Prozent der von mir befragten Mädchen Kinder und auch heiraten.

Das Werk konnte und kann für sich selber sprechen.

Isabella 18 Jahre aus Essen

Ich bin 18 Jahre alt und lebe in Essen. Vor kurzem habe ich meine Fachhochschulreife mit dem Schwerpunkt Gestaltung am Hugo-Kükelhaus Berufskolleg erworben und stehe vor der Frage: „Was nun?“. Ich habe ständig neue Ideen, wie Sozialwissenschaften oder Wirtschaftspsychologie  zu studieren, jedoch träume ich oft davon Schauspielerin zu werden. 
Tanzen, Singen und Theaterspielen waren schon seit ich zurückdenken kann immer meine größten Leidenschaften.

Zusätzlich bestände für mich auch die Möglichkeit mein Abitur an meinem jetztigen Berufkolleg zu erwerben. 
Meine Eltern hatten ganz andere Berufsvorstellungen. Mein Vater ist Resource Manager und meine Mutter gelernte Industriekauffrau, arbeitet zurzeit allerdings als Fitnesstrainerin.
 Später will ich heiraten und mit meinem Mann dann zwei Kinder bekommen.

Im besten Fall erst einen Jungen und dann ein Mädchen und in einem Haus wohnen. Ich interessiere mich sehr für den Umweltschutz und bin froh dass es bei all dem Dreck, den wir in die Luft pumpen, den Tieren die vorm Aussterben bedroht sind und den verlorenen Urwäldern es zumindest noch teilweise auf der Welt Organisationen wie Greenpeace gibt.

Leonie W. 14 Jahre aus Dortmund

Ich denke, dass die Natur in 10 Jahren nicht mehr dieselbe sein wird wie heute. Es wird ständige Hitzewellen geben und generell wärmere Sommer und Winter. Vielleicht wird es irgendwann keinen Schnee mehr hier geben. Die Eisbären werden auch immer weniger werden und die Gletscher werden weiter geschmolzen sein. Die Gefahr für Hochwasser und Überschwemmungen wird steigen. Es werden andere Tierarten hier leben und woanders aussterben.

Mein Name ist Sonja Lauhof und ich bin 14 Jahre alt.

Wie wird die Welt in zehn Jahren aussehen? Wenn man das nur wüsste. Ich glaube vieles wird größer und vieles kleiner werden. Die Wälder werden noch mehr schrumpfen als jetzt schon und sie werden nur noch dort sein wo Holz benötigt wird. Die Regenwälder wird man absperrren und zu einer Art Museum umbauen um den Touristen zu zeigen wie die Welt einst aussah. Ich glaube viele Tiere werden aussterben, die wir früher für normal befunden haben.

Andere werden mehr werden, wie Tauben und Ratten und überall in den Städten wird die Luft verpestet sein vom Mief hunderter Autos. Um ein reines Gewissen zu haben wird die Regierung in einigen Ländern die Atomkraftwerke abschalten, aber sie wird die Energie aus anderen Quellen beziehen, die genauso schädlich sind wie die Atomkraft. Welche? Ich habe keine Ahnung. Ich glaube, dass die Sommer heißer und die Winter kälter werden.

Der Herbst und der Frühling wird entweder trocken wie in einer Dürre oder in den Fluten von hunderten Stürmen ertrinken. Aber ich glaube die nächsten zehn Jahre werden nicht nur schlechtes bringen. Ich glaube nämlich dass die Menschen diese zehn Jahre brauchen um zu begreifen, dass die Erde einzigartig ist und das man sie schützen muss. Vielleicht gibt es dann auch neue Technologien, welche die die Luft nicht verpessten und keinen Müll hinterlassen, der noch tausende Jahre alt ist. 

Ich heiße Linda Schmid / Dortmund und bin 13 Jahre alt.

Ich möchte später in New York wohnen und viel Geld als Bankkauffrau verdienen. Ich möchte dort in einer Villa mit einem großen Pool  und einer Katze leben. Ich hoffe einen tollen Mann zu finden. der viel Geld hat.

Ich könnte mir auch vorstellen einmal zu heiraten. Kinder möchte ich nicht, weil sie ständig nerven und anstrengend sind. Ich hoffe dies alles in 15 Jahren zu schaffen. Ich hoffe das meine Familie bis dahin noch gesund und munter ist und ich hoffe das sie mich dann oft in New York besuchen.

Rebecca  aus Dortmund 

Ich wünsche mir einen Beruf, 2-3 Kinder und einen Freund/Mann, der nicht arbeitslos ist. Auch wünsche ich mir, dass die Umwelt nicht weiter belastet wird und wir noch einmal so etwas erleben wie Fukoschima. Es wäre besser die Atomkraft zu stoppen. Gern hätte ich auch ein Haustier, wie z.B. eine Katze. Echte Freunde sind wichtiger als oberflächliche Freunde und dieses zu sehen, finde ich wichtig. Ich würde gern reisen, um andere Menschen und Länder zu sehen. In Dortmund möchte ich weiterhin leben.

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Franzi  13 Jahre alt, 2012 aus Gescher

Mein Name ist Franziska , genannt Franzi und ich lebe in Gescher.

Ich möchte gerne Innenarchitektur studieren und in dem Beruf auch weiter arbeiten. Später möchte ich in einer Grosstadt ziehen, nach Köln oder Berlin. Freunde sind mit sehr wichtig und meine Familie auch. Ich habe 2 Schwestern und bin schon Tante  geworden. Meine älteste Schwester hat letztes Jahr ein Baby bekommen. Mit 28 Jahren möchte ich selbst auch Kinder haben. Für die Umwelt wünsche ich mir, dass es Elektroautos gibt und keine PKWs mehr, die die Umwelt so verschmutzen.

Maria (13 Jahre aus Essen

Hallo Eva, Ich freue mich sehr, dass ich an deinem Projekt teilnehmen darf. Meine Zukunft stelle ich mir so vor: Ich möchte erstmal gerne eine WG mit meinen besten Freundinnen gründen. Eine Ehe kann ich mir zurzeit noch nicht vorstellen, wobei ich schon gerne Kinder hätte. Das müssen aber nicht unbedingt meine eigenen sein. Ich würde auch ein Kind adoptieren. Da ich Kinder sehr mag, möchte ich später beruflich etwas mit Kindern machen.

Ich kann mir aber auch einen Beruf mit Tieren vorstellen oder etwas künstlerisches. Ich bin gerne kreativ und tanze, male, bastele oder nähe etwas. Mit meinem iPod habe ich auch schon Tanz-Videos gemacht.


Ich mag die Natur und fotografiere sie gern. Daher hoffe ich, dass die  Menschen den Umweltschutz mehr ernst nehmen, dass Solar- und Windenergie mehr genutzt werden. Zukunftsängste habe ich nicht. Meine Gesundheit und die meiner Familie sind mir wichtig. Daher wünsche ich mir schon lange, dass mein Vater das Rauchen aufgibt. Meine Mutter arbeitet übrigens bei der Stadtverwaltung Essen, mein Vater bei einer Bank.

Ein Projekt von Eva Horstick-Schmitt

 

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08.02.2019 Ein Haus prall gefüllt mit Kunst

GFDK - Interview und Portraits

Auch das ist nun lange her. Schon beachtlich, was der Kunstverein „Gesellschaft Freunde der Künste Düsseldorf – Berlin“ da in Oberkassel unter der Leitung, von Gottfried Böhmer, mit Sponsorenhilfe auf die Beine gestellt hat. Auf 4 Etagen sind die Arbeiten von 4 bemerkenswerten Künstlerinnen ausgebreitet – ein ganzes Haus, prall gefüllt mit Kunst.

Beinahe ist es so wie mit dem Adventskalender, den Katja Prewozny in Kleinmädchen-Manier kitschig – schön mit Flausch und Plüsch ausgepolstert hat. Man fragt sich nämlich beim Rundgang durchs Haus, welch Überraschung wohl hinter der nächsten Tür lauert.

Beispielsweise die skurile Chaosgruppe der in Keramikmäntel gehüllten Eierkopf-Figuren (aus Ton und Eierschalen), mit der Christina Assmann sämtliche Kitsch- und Buntheits Tabus vom Tisch fegt. Spannender wird es hinter der nächsten Tür.


Da präsentiert die Foto-Künstlerin Katharina Mayer einen Querschnitt ihrer sehenswerten Frauenporträts aus ganz unterschiedlichen Ländern und Kulturen. Mal westliche – stilvoll und ästhetisch als „verlorene Profile“ vor monochromen Hintergrundflächen; mal „getürkt“ (so der Titel der Serie) vor farbenfroh gemusterten Folklore–Stoffen.

Hier gelang es der Fotografin einer Reihe von herben Balkan–Schönheiten die Scheu vor der Kamera zu nehmen oder fernöstlich: Asiatinnen wurden in identischer Kleidung und Pose abgelichtet. Auf diesen Bildern muss man die individuellen Freiheiten aus den Gesichtern herauslesen.

Ebenfalls Porträts – nun in Öl auf Leinwand – gibt es von Pia Dehne im nächsten Stockwerk zu sehen. Die Lüpertz–Schülerin ist nach 2 Jahren in New York mal wieder in Düsseldorf präsent.

Rheinische Post, Donnerstag 28. Dezember 2000

Eine Gemeinschaftsausstellung des Kunstverein Gesellschaft Freunde der Künste Düsseldorf – Berlin ist derzeit im Gebäude Oberkassel 1 in Düsseldorf zu sehen. Christina Assmann, Pia Dehne, Katharina Mayer und Katja Prewozny präsentieren auf 1.300 m2 eine Auswahl ihrer Werke.

Die Ausstellung wurde ermöglicht durch Dieter Kotulla, der das Gebäude zur Verfügung stellte. Die Laudatio anlässlich der Vernissage hielt die Düsseldorfer Kunsthistorikerin Souris Roja Kassimi.

Welt am Sonntag, 24. Dezember 2000

Arbeiten von Christina Assmann, Pia Dehne, Katharina Mayer und Katja Prewozny.

Von Heide-Ines Willner

Noch bis zum 31. Januar – eventuell sogar länger – sind die Arbeiten von Christina Assmann, Pia Dehne, Katharina Mayer und Katja Prewozny in einer Gemeinschaftsausstellung mit dem Titel „The Exhibition OK 1“ ausgestellt. Öffnungszeit: täglich 17 bis 21 Uhr.


Im Erdgeschoß hat Katja Prewozny sich mit Geburt, Tod, Auferstehung auseinandergesetzt. Über die Wege des Lebens, von der Brutkiste bis zum Sarg, wird der Betrachter in einen farbig opulenten Lebenskreislauf geführt. Alles Kalte ist warm in Fell, Flausch und Plüsch verpackt.


Pia Dehne, Meisterschülerin bei Professor Markus Lüpertz, präsentiert im nächsten Stockwerk großformatige Acryl- und Ölmalereien. Ihr Thema sind Menschen, die auf den ersten Blick durch ihren schönen Schein faszinieren. Die Künstlerin lebt und arbeitet in New York und war bei der Ausstellungseröffnung in Düsseldorf dabei.


Frauenporträts aus unterschiedlichen Kulturen zeigt die Fotokünstlerin Katharina Mayer auf der nächsten Etage. Besonders eindrucksvoll die türkischen Frauen, die in blumigen Folklorestoffen ernst in die Kamera blicken.
Christina Assmann hat im Stockwerk darüber ihre Osterhasenfamilie in Ton und Eierschalen aufgebaut.

An den Wänden karikierte Fotos, deren Gesichter aber noch zu erkennen sind. Und dann sind da noch die großformatigen Aquarelle der Hüppi-Meisterschülerin. Bauernstuben, Jägerklausen, Hirschgeweihe an den Wänden, mit biederem Mobiliar in brauner Farbe drängen dem Betrachter die deutsche Gemütlichkeit geradezu auf.

Rheinische Post, 22. Dezember 2000

Motto der Ausstellung: „The Exhibition OK1 – 2000“. Der Kunstverein „Gesellschaft Freund der Künste Düsseldorf – Berlin“ lädt zu seiner letzten Vernissage in diesem Jahr an den Luegplatz 1 ein. Gezeigt werden über 200 Bilder, Foto-Werke & Installationen der Düsseldorfer Künstlerinnen Pia Dehne, Christina Assmann, Katharina Mayer & Katja Prewozny.

Die Laudatio hält die Düsseldorfer Kunsthistorikerin Souris Roja Kassimi. Zu sehen gibt es die Ausstellung noch bis Mitte Mai. The Exhibition OK1, ein Projekt der Gesellschaft Freunde der Künste Düsseldorf – Berlin.

Bild-Zeitung, 16. Dezember 2000

 

 

 

 

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08.02.2019 Standards des Vocal Jazz

GFDK - Interview und Portraits

Bettina Pohle wurde in West-Berlin als älteste von drei Töchtern in eine Arztfamilie  (Vater Internist, Mutter Tierärztin) geboren. Da die Mutter eine sehr gute Pianistin war, war der  Klavierunterricht aller drei Töchter so normal, wie regelmäßige Hauskonzerte vor geladenem Publikum.

Bettina Pohle erhielt eine Ausbildung in Klavier, Querflöte und Gesang und war viele Jahre Mitglied im Jugend- & Hauptchor des Berliner Konzert Chores unter der Leitung von Fritz Weisse.

Nach dem Abitur am Musischen Gymnasium Erich-Hoepner in Berlin, Studium der Germanistik/Anglistik an der Freien Universität Berlin und 1986 Weggang in die USA. Studium Literatur und Gesang an der University of Georgia, Athens, GA. 2. Platz student auditions Wettbewerb NATS. Umzug nach Kalifornien.

Bis 1994 Literaturstudium an der University of California at Berkeley in Berkeley, Kalifornien, USA. Promotion „Kunstwerk Frau: Inszenierungen von Weiblichkeit in der Moderne“, als Buch 1998 im Fischer TB Verlag veröffentlicht, gilt es mittlerweile als Standardwerk deutscher Genderstudies Programme.

Während ihrer Studienzeit in Kalifornien arbeitete Bettina Pohle als Dozentin für u.a. Deutsch und Literatur an verschiedenen Colleges und Universitäten und war darüber hinaus eine gesuchte Synchronsprecherin & Synchronregisseurin in englisch-deutschen Werbeproduktionen in der San Francisco Bay Area.

Zeitgleich sang Bettina Pohle als Sopran in klassischen  Kammerensembles, darunter Anthony Pasqua’s Perfect Fifth und Robert Geary’s The San Francisco Chamber Singers, und unternahm dann einen Wechsel zum Jazz. Unterricht bei  Ellen Hoffmann (p), workshop mit Mark Murphy (voc).

1993 Tour mit Bill Ganz’s UC Vocal Jazz Ensemble in Hawaii. „University of California Chorale Ensembles Award for Greatest Musical Achievement, 1993-1994“, Arbeit als Asst. Prof. in den  Humanities am San Francisco Conservatory of Music in San Francisco 1995-1997.

Nach 12 Jahren USA, Rückkehr nach Deutschland und Berlin. 10 Jahre Salonière des Berliner Zukunftssalons (www.berlinerzukunftssalon.de). 2001 & 2004 Geburt der Töchter Morghan und Avril. Bis heute Tätigkeit als Dozentin für US-amerikanische Universitäten in Berlin.

2008-2010 vocal jazz coaching bei dem Lehrer-/Jazzmusikerpaar Connie Moore (voc) & Reggie Moore (p) und seit 2008 Zusammenarbeit mit dem Schweizer Jazzpianisten, Schlagzeuger und Komponisten Ralf Ruh. Bettina Pohle lebt mit Ihrem Mann und ihren beiden Töchtern in Berlin.

Teilnahme an:

2008  Intensivworkshop Gesang mit Esther Kaiser /CD Bandorf
2009  jazz vocal master class mit Ines Reiger/Jörg Seidel in Österreich
2010  master class “Jazz Improvisation and Beyond” mit Céline Rudolph
2010  25. Berliner Jazztreff
2011  Intensivkurs Vokale Improvisation mit Daniel Oertel-Mattar/Nicolai Thärichen

Discographie:
the san fransico chamber singers, Robert A. Geary, Artistic Director, “Island in Space”, © 1996
Bettina Pohle/Ralf Ruh, Time And Again, 2011, 7Jazz/NMD
Bettina Pohle & Ralf Ruh Trio, Just [b] , 2012, Octason Records

Publikationen:

Kunstwerk Frau: Inszenierungen von Weiblichkeit in der Moderne,

Fischer Tb. Verlag, Frankfurt am Main, Februar 1998

„Authentic Material for German Language Instruction“, Arbeitsbuch & Video, McGraw-Hill Publishing House, San Francisco, USA, 1995

"Namenlose Furcht. Weiblichkeitsentwürfe zwischen Abscheu und Wollust", in: Frauen - Körper - Kunst. Inszenierungen weiblicher Sexualität in der Literatur, Karin Tebben (Hg.), Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, September 2000

„Berlin before and after the Wall“, Vorträge für Arthur Andersen Executive Program, Berlin, 1999

contact: info@bettinapohle.com

Weiterführende Links:
http://www.bettinapohle.com/

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