Exklusive Interviews mit interessanten Menschen

16.05.2019 michaela boland trifft die Phelps-Twins

GFDK - Interview und Portrait - Michaela Boland

Das Gespräch führten wir 2014. Sie sind Weltstars und das schon seit ihrem 14. Lebensjahr. Selbst ohne feuerrotes Haar werden die heute 28-Jährigen in jeder Stadt sofort erkannt. Leugnen zwecklos. Doch das haben sie auch gar nicht vor, denn im Gegensatz zu ihrem Schauspielkollegen Ralph Fiennes zählten sie in den Verfilmungen von Joanne K. Rowlings Mega-Verkaufsschlager, "Harry Potter", zu den Guten.

Harry Potter - The Exhibition

Gerade sind Oliver und James Phelps, die in allen Teilen der Filmreihe die Weasley Zwillinge, George und Fred, geben, nach Deutschland gereist. Grund: Das Großprojekt: "Harry Potter - The Exhibition". Was sich dahinter verbirgt, wie sich die einstigen Kinderstars von ihrem Märchen-Image freistrampeln wollen und was sie von Gurkentelefonen auf Kunstaustellungen halten, haben sie in Köln verraten.

Groß sind sie geworden, die eineiigen Phelps-Twins, die aus der Nähe von Birmingham stammen und in den Verfilmungen einer der erfolgreichsten Buchreihen aller Zeiten immerzu tapfer an der Seite des Serienhelden kämpften, sich allerdings selten einen Scherz verkneifen konnten.

Die Feuermelder-Frise ist zwischenzeitlich einem seriösen Kurzhaarschnitt beim 13 Minuten älteren Oliver und einer, nennen wir es durchaus Vokuhila, beim lässigen James, in der natürlichen Haarfarbe gewichen. Ausgesprochen sympathisch zeigen sich die Engländer bei ihrem Kurzbesuch in Köln.

Ab 3. Oktober im Abenteuermuseum Odysseum

Hier nämlich sollen sie für die große Original-Requisitenausstellung im Abenteuermuseum "Odysseum" ab drittem Oktober werben. Dass sie auch privat gerne zum Scherzen aufgelegt sind, haben sie trotz bester englischer Manieren unter Beweis gestellt.

Michaela Boland: Welche Frage wurde euch bisher am häufigsten gestellt?

Oliver Phelps: Ich glaube, es war die Frage danach, ob wir in der Stadt von den Menschen erkannt worden seien.

Michaela Boland: Nun, eure Haare sind schließlich keineswegs mehr so rot wie in den Harry-Potter-Filmen als Weasley-Twins. Hat es bei den Leuten trotzdem sogleich Klick gemacht?

James Phelps: Oh ja, das kann man sagen (lacht).

Michaela Boland: Ihr seid durch die Verfilmungen Teil eines Mega-Welterfolgs geworden. Ist es für Euch grundsätzlich überhaupt noch möglich, völlig unbehelligt durch Städte zu laufen?

Oliver Phelps: Ich denke, das Schöne daran, nette Charaktere, also liebe Jungs zu spielen, ist, dass die Leute uns nicht nur mögen, sondern auch noch recht gut kennen. Sie kommen auf uns zu, fragen, wie es läuft und sind gut drauf. Das ist eigentlich immer cool. Insofern ist es schon ganz o.k., wenn wir zu Fuß in den Städten unterwegs sind.

Michaela Boland: Denkt ihr, dass euer Kollege, Ralph Fiennes, da mehr Probleme haben könnte?

James Phelps: (lacht)

Oliver Phelps: Könnte sein, dass er wegliefe, wenn die Leute denken, da kommt Voldemort und eine Front gegen ihn bilden (lacht).

Michaela Boland: Wann hattet ihr denn schon Gelegenheit, euch ein wenig in Köln umzusehen?

Oliver Phelps: Gestern Abend konnten wir ein bisschen durch die Stadt spazieren. So sind wir beispielsweise am Kölner Dom vorbei gekommen als wir uns auf einen Drink in eine Kneipe begeben haben. Dann kamen wir auf dem Rückweg zu Fuß sogar über den Rhein. Das war wirklich schön.

Michaela Boland: Blieb es bei nur einem Drink?

Oliver Phelps: Naja, sie sind ja nur so klitzeklein. Vielleicht waren es auch mehrere. (lacht)

Michaela Boland:  Im Vergleich zu unseren Kölsch-Stangen seid ihr aus englischen Pubs sicherlich andere Bierglas-Größen gewöhnt?

Oliver Phelps: Oh ja, ganz genau. Beim Anblick der verhältnismäßig kleinen Kölsch-Gläser dachten wir erst mal, `o.k. ` (lacht)

Michaela Boland: Köln wird exklusiv die einzige Stadt in Deutschland sein, welche "Harry Potter - The Exhibition" ab 3. Oktober anbieten kann. Euer Job hierbei ist es, durch eure Präsenz die Werbetrommel tüchtig anzuschieben. Wann genau seid ihr hierfür in Deutschland angekommen?

Oliver Phelps: Wir sind gestern Abend eingetroffen und haben wirklich großes Glück gehabt, zu den fünf Prozent der Passagier-Flüge gehört zu haben, die trotz des Lufthansa-Streiks überhaupt geflogen sind. Dafür sind wir wirklich dankbar.

James Phelps: Richtig und am Sonntag verlassen wir die Stadt schon wieder. Ich bin vor einiger Zeit schon mal für zwei Tage im schönen Köln gewesen, hatte aber bedauerlicherweise immer bis spät abends zu tun. Daher ist es natürlich jetzt großartig, dass wir nun tatsächlich die Gelegenheit haben, die Stadt einmal ein bisschen genauer zu erforschen.

Michaela Boland: Werdet ihr euch da die Domspitzen zu Fuß vornehmen?

James Phelps: Ja, bestimmt.

Michaela Boland: Die Ausstellung, die im Odysseum ab Herbst zu besichtigen sein wird, ist eine Wanderausstellung und war neben den USA auch schon in Asien zu sehen. Welches Ziel wird nach Köln anvisiert?

James Phelps: Ich habe nicht die geringste Ahnung. Sie sagen es mir nicht mehr, seit ich früher jedes Mal verraten habe, wohin es als nächstes geht, sobald ich gefragt wurde (lacht).

Michaela Boland: Im Geheimnisse bewahren bist du also nicht ganz so stark?

James Phelps: Nein, nicht im Geringsten, leider (lacht). Was jedoch wirklich cool ist, ist, dass nun bald die gesamten Requisiten tatsächlich hier in Deutschland als zweiter europäischer Aufenthaltsstätte sein werden,  obwohl hier ja keine einzige Potter-Premiere stattgefunden hat.

Oliver Phelps: Schön ist auch zu sehen, dass die Begeisterung hier genauso riesig ist, wie überall woanders, wo wir mit dieser Tour schon gewesen sind. Dies zeigt ja, wie verwurzelt die Menschen in Deutschland bereits mit den Harry-Potter-Geschichten sind. Ich finde auch besonders toll, dass die Ausstellung gerade in Köln seine Pforten öffnen wird, da es ja die Kunst-Hauptstadt Deutschlands sein soll.

Michaela Boland: Nun habt ihr mit der Ausstellungstour schon einige Länder hinter euch gelassen. Verhalten sich eure Fans in unterschiedlichen Ländern auch insgesamt verschieden?

James Phelps: Das habe ich auch gedacht. Aber, überall, wo sich die Ausstellungs-Pforten zum ersten Mal geöffnet haben und die Hard-Core-Fans herein strömten, war es bisher an für sich auf der ganzen Welt ziemlich ähnlich. Voller Begeisterung riefen sie, `ah, sieh dir das an, schau mal dort und hast du dies hier schon gesehen, ich werd verrückt`.

Ich hatte angenommen, dass es auf dem asiatischen Markt noch heftiger werden würde, aber in Sidney waren sie eigentlich genauso verrückt. Jetzt wird es bestimmt lustig zu sehen, wie sich die europäischen Fans verhalten, denn als die Europa-Premieren stattgefunden haben, waren diese Fans immer die lautesten. Daher erwarte ich, dass es mindestens genauso gut wird wie überall woanders, wenn nicht sogar noch besser.

Michaela Boland: Ihr seid im englischen Sutton Coldfield geboren, das von Birmingham verwaltet wird. Seitdem ihr mit den Potter-Filmen bekannt wurdet, zählt ihr zu den Berühmtheiten dort. Kennt ihr eigentlich auch die übrigen Söhne und Töchter der Stadt, wie beispielsweise den Schauspieler Scott Adkins oder den Formel Eins-Fahrer Riki Christodoulou?

James & Oliver: (lachen) Nein.

Michaela Boland: Vielleicht die Schauspielerin Hazel Court oder den Fußballspieler Darius Vassall?

James Phelps: Nein, entschuldige, das war eine Lüge. Ich kenne sie nicht namentlich, aber durchaus ihre Gesichter. Wobei mir auch der Name Darius Vassall aus dem Bereich Soccer durchaus etwas sagt.

Michaela Boland: Hat man in eurer Heimatstadt als bekannte Persönlichkeit eigentlich irgendwelche Vorteile?

James Phelps: Nein.

Oliver Phelps: Ich glaube, eigentlich nicht. Für die Leute in Sutton, die in der Regel recht gut betucht sind, ist das keine große Sache, wenn du verstehst, was ich meine. Aber, ich kann mich daran erinnern, als der erste der beiden letzten Harry-Potter-Filme herauskam und wir zwischendurch für drei Tage nach Hause kamen, um PR-Termine wahrzunehmen, ging ich mit ein paar Freunden in einen Pub. Überall auf der Welt ging es wegen des nahenden Endes wirklich total hysterisch zu und in jener Kneipe saßen wir sogar draußen, doch in Sutton kratzte das wirklich niemanden.

Die Leute waren ungefähr so drauf, "ach ja, die. Was solls". In unserer Stadt gibt es keine besondere Überbewertung für Derartiges. Es sehen sich dort alle als ebenbürtig an. Das ist zwar ein Maßstab, den man nicht überall in der Welt zugrunde legt, aber, das ist natürlich auch eine besondere Qualität unserer Stadt.

Michaela Boland: Und wie sieht es mit eurer Familie aus? Wie geht sie mit eurem großen Erfolg um?

James Phelps: Sie findet das natürlich wirklich schön. Und was Sutton anbelangt, so wollte ich noch sagen, trotz allem, ist es nun mal die Stadt aus der wir kommen. Und da Birmingham die Geburtsstätte des Heavy Metall ist, ist das was wir machen, natürlich wirklich keine allzu große Sache.

Michaela Boland: Als der erste Potter-Film herauskam, wart ihr 14 Jahre alt. Kanntet ihr das Buch, "Harry Potter und der Stein der Weisen" schon bevor ihr euch um die Rollen der Weasley-Zwillinge beworben habt?

James Phelps: Oh ja, wir kannten die ersten drei Potter-Teile schon aus der Schule. Dort hatte ich sie gelesen. Und in der Woche als die Entscheidung getroffen wurde, wurde auch im Rahmen des ersten Mitternachtslaunches für ein Buch, zumindest, soweit ich mich erinnere, der vierte Teil, "Harry Potter und der Feuerkelch", veröffentlicht.

Also, ich wußte bereits eine ganze Menge über die Story. Es war nicht so, dass man zum Casting ging ohne irgendetwas zu wissen.

Michaela Boland: Was hat euch dazu bewegt, ausgerechnet zu diesem Casting zu gehen?

James Phelps: Einen Tag schulfrei zu haben.

Oliver Phelps: Und die Möglichkeit, in einem Film mitzuspielen, was natürlich cool war. (lacht)

James Phelps: Aber, man sollte natürlich immer in der Schule bleiben (lacht).

Michaela Boland: Ihr habt beide ganz normal Abitur gemacht, doch wie hat sich euer Leben durch die Karriere in jungen Jahren gewandelt?

Oliver Phelps: Unser Leben hat sich komplett verändert. Ich hätte beispielsweise niemals die Möglichkeit gehabt, derartig viel zu reisen, wie ich es schon konnte. Vielleicht hätte ich das zu einem späteren Zeitpunkt vermocht, mal hierhin und mal dorthin zu fliegen.

Aber so war ich beispielsweise schon in Asien. All das macht einen wesentlich weltoffener. Man geht mit weitaus offeneren Augen durch das Leben und macht auch persönlich große Entwicklungsschritte.

So habe ich unter anderem kennenlernen dürfen, wie ein Film gemacht wird, den kompletten Prozess erleben können. Denn ich habe immer, in klassisch literarischer Manier, geglaubt, da kommt der Regisseur herein, die Klappe fällt und das war es.

Aber, mitnichten, denn man erlebt, wie viele Menschen schon drei Monate vor dem Start der Dreharbeiten und noch sechs Monate nach den Dreharbeiten mit dem Film beschäftigt sind. Die Zahl der Mitarbeiter, die an einer solchen Produktion mitwirken, ist einfach riesig hoch.

Michaela Boland: Habt ihr beide eigentlich nach Harry-Potter oder möglicherweise sogar schon während der drehfreien Zeit eine Schauspielschule besucht?

James Phelps: Nein. Wenn man in England ins vierte Jahr der weiterführenden Schule kommt, wählt man gewöhnlich die Fächer, die man gerne belegen möchte. Und bei uns hat es sich tatsächlich so verhalten, dass der Schauspiellehrer zu uns sagte, "nehmt keinen Schauspielunterricht, wenn ihr in dem Metier Karriere machen möchtet".

Das war eine Woche nachdem wir beim ersten Harry-Potter-Casting gewesen sind. Dann sind wir noch zu einigen weiteren Castings eingeladen worden bis wir schließlich die Rollen hatten und in der Zeit haben wir dann entsprechend auch keinen Schauspielunterricht in der Schule belegt.

Ich rufe mir aber immer wieder gerne solche Leute in Erinnerung, die gesagt haben, " nur, weil irgendwer meint, man könne etwas nicht tun, bedeutet das noch lange nicht, dass dem auch tatsächlich so ist". Und das stimmt auch, was wissen diejenigen schon, die nur unken? Wenn du etwas tun kannst, dann mach es einfach.

Michaela Boland: Augenblicklich seid ihr mit der Happy-Potter-Ausstellung überall in der Welt unterwegs. Aber plant ihr denn auch, eure Schauspielkarrieren fortzusetzen?

James Phelps: Was die Ausstellung anbelangt, so sind wir damit in den unterschiedlichen Ländern jeweils nur ein paar Tage befasst. Wir sind ja nicht über den gesamten Ausstellungszeitraum vor Ort.

Michaela Boland: Was allerdings eigentlich ganz schön wäre und vor allem den nicht ganz so niedrigen Eintrittspreis ein wenig schmackhafter machen würde. Mit einer durchschnittlich großen Familie ist man ja nur für den Eintritt schon mal einen knappen Hunderter los. Ohne die Kosten für die Kopfhörer.

Oliver Phelps: Naja, wir sind jetzt nicht angekettet und müssen die ganze Zeit da in der Ausstellung für die Besucher herumlaufen (lacht). Wir werden sicherlich mit der Schauspielerei weiter machen.

Es ist ja auch eine ganz großartige Sache, dass wir die Möglichkeit haben, das zu tun. In der glücklichen Position zu sein, so etwas ein Leben lang machen zu dürfen, ist das Größte überhaupt. Ich denke schon, dass wir das immer tun werden, selbst, wenn es noch ein langer Weg werden sollte.

Michaela Boland: Habt ihr auch schon eine konkrete Vorstellung davon, in welcher Art Filme ihr künftig zu sehen sein könntet?

James Phelps: Also ich liebe Filme, die innerhalb ihrer Handlung plötzlich eine unerwartete Wendung aufweisen. Also, solche, bei denen man richtig nachdenken muss. So etwas würde ich unglaublich gerne machen und wäre dabei natürlich besonders gerne der Typ, der die Wendung herbeiführt. Irgendetwas aufdecken oder so was in der Art, das würde mir gefallen.

Michaela Boland: Ist den Produzenten und Regisseuren bewusst, dass ihr heiß darauf seid, in neuen und anderen Filmprojekten zu spielen oder habt ihr womöglich in deren Köpfen für immer den Harry-Potter-Stempel?

James Phelps: Ich habe keine Ahnung, aber ich hoffe, dass ihnen bewusst ist, dass wir gerne neue und andere Sachen machen würden.

Michaela Boland: Bringt ihr euer Begehren denn auch entsprechend bei Besetzern zum Ausdruck?

James Phelps: Ich habe das tatsächlich schon einer ganzen Reihe von Menschen verdeutlicht und so werde ich nun auch später in diesem Jahr eine Bühnenshow in England machen.

Dabei arbeite ich mit einem früheren Regisseur zusammen, der in diesem Bereich wirklich sehr gut ist. Zu Beginn des Jahres war ich auch in Los Angeles in den Vereinigten Staaten, um dort einen Vertrag mit einem neuen Management zu unterzeichnen.

So gesehen habe ich natürlich tatsächlich schon einige Leute getroffen, die mich kennenlernen sollten und denen ich vermittelt habe, was ich gerne tun würde. In ein paar Monaten beabsichtige ich auch wieder hinzufahren, um wieder neue Gespräche aufzunehmen.

Man glaubt manchmal gar nicht, wie groß der Networking-Anteil innerhalb der Filmindustrie ist. Ich bin eigentlich gar nicht so gut darin. Wenn ich mit dir spreche, dann spreche ich eben mit dir und nicht unbedingt, um etwas zu bekommen. Daher muss ich diese ganze "Ach-lass-uns-doch-mal-essen-gehen-Mentalität" erst noch erlernen.

Michaela Boland: Wie schwierig oder einfach war es eigentlich für euch als Brüder miteinander zu arbeiten? Klappte das gänzlich ohne Konkurrenzkampf?

Oliver Phelps: Ich glaube, es ist immer ein gutes oder sicheres Gefühl, wenn James arbeitet und ich nicht und umgekehrt genauso. Gleichzeitig gibt es zwischen uns aber auch eine unbeschwerte Rivalität. Wir flapsen natürlich auch schon mal herum, so wie es jeder tut und sagen, "oh, das würde ich jetzt aber auch gerne machen".

Wenn James in Los Angeles ist und mit diesen Regisseuren verhandelt, und ich komme gerade von einer Reise zurück, dann geht mir schon im Kopf herum, "ach, das würde ich jetzt auch so gerne machen", aber ich würde keineswegs sagen, dass dies in einer Art Eifersuchts-Rangliste ausartet. Zu sagen, "ich würde das jetzt auch gerne tun", ist da mehr wie ein Anreiz zu verstehen.

Michaela Boland: Habt ihr noch weitere Geschwister?

James Phelps: Es gibt nur uns beide. Ich glaube, das ist auch durchaus genug für unsere Mutter und unseren Vater.

Oliver Phelps: Ja, das würde ich aber auch sagen.

Michaela Boland: In der Potter Reihe habt ihr mit internationalen Schauspielgrößen wie Alan Rickman, Maggie Smith, Julie Walters oder Ralph Fiennes gespielt. Was konntet ihr von ihnen lernen?

James Phelps: Eine ganze Menge. Damit meine ich keineswegs nur, wie man am Set schauspielert, sondern gerade auch, wie man sich abseits des Sets gibt.

Michaela Boland: Was bedeutet?

James Phelps: Wie man die Leute für sich einnimmt, auch innerhalb der Crew oder wie man sich auf eine Szene vorbereitet, bevor man sie macht. Wir waren ja gerade mal 14 als wir anfingen.

Man kann natürlich nicht noch mit seinen Freunden herumtoben, kurz bevor "Action" gerufen wird. Es kommt sozusagen auf die Dosierung an. Wir mussten einfach lernen, dass die Schauspielerei ein wirklicher Job ist. Es ist nicht so, dass sich da jeder einfach mal hinstellen kann.

Man muss sich genauso vorbereiten, wir ihr, die ihr eure Fragen vor einem Interview vorbereitet. Es ist somit exakt dieselbe Methode, um das Ziel zu erreichen.

Julie war beispielsweise sehr gut darin, zu erklären, dass wenn es erforderlich ist, dass du auf der Bühne oder vor der Kamera extrem verärgert bist, es eigentlich kein Problem sei, wenn du schon vorher mies drauf bist und du denjenigen, der dich kurz vorher noch anspricht, einfach mal anblaffst, denn dann bleibst du einfach noch in dieser Stimmung verhaftet. Und man kann ja später immer noch mal hingehen und sich entschuldigen.

Michaela Boland: Wie aufmerksam.

James Phelps: Ja, aber die Leute von der Crew werden immer wissen, dass das nun mal dein Job ist. Da geht es ja auch nicht darum zu versuchen, immerzu jeden zu erfreuen, wenn das bedeuten würde, deinen Job zu gefährden. Ja und Julie konnte eben ganz wunderbar Ratschläge wie diese geben.

Michaela Boland: Was lest ihr in eurer Freizeit?

Oliver Phelps: Eigentlich lese ich gerne gemischte Dinge. Zuletzt habe ich mir verschiedene Biografien vorgeknöpft.

Michaela Boland: Interessiert ihr euch gleichfalls für bildende Kunst?

James Phelps: Bis zu einem gewissen Grad schätze ich das. Aber, es ist nicht unbedingt etwas, wozu ich zwingend aktiv hinginge, um sie mir anzuschauen. Was ich wirklich sehr bewundere sind aber die Fähigkeiten der Künstler, die die Kunst schaffen.

Oliver Phelps: Die meisten davon sind zeitgenössisch.

James Phelps: Oh ja, ich mag zeitgenössische Kunst. Wir waren in New York und haben uns die MoMa angesehen. Das Museum für moderne Kunst. Allerdings war da auch ein Telefon mit einer Gurke darauf. Und da kamen allen Ernstes 50 Leute, die sahen sich das an und sagten, "Oh ja, das ist großartig". Und ich dachte die ganze Zeit, "was habe ich verpasst".

Michaela Boland: Wie sieht es mit Politik aus?

James Phelps: Ich interessiere mich durchaus für Politik. Zwar gehe ich nicht hin und verkünde allerorts meine Meinung. Ich halte Politik für sehr wichtig. Seit ich 18 bin, habe ich mein Wahlrecht auch wahrgenommen, denn ich halte es für notwendig, von diesem Recht Gebrauch zu machen.

Wenn man schon mal das Recht hat zu wählen, wofür viele Menschen gestorben sind, dann sollte man auch zur Wahl gehen. Gerade wenn Regierungen etwas tun, das dir missfällt, ist es wichtig, ihnen durch deinen Stimmentzug zu zeigen, dass sie etwas falsch machen.

Michaela Boland: Lieber Oliver, lieber James, herzlichen Dank für dieses Gespräch. Für Harry Potter - The Exhibition ebenso wie für eure Zukunft alles Gute und noch eine schöne Zeit in Köln.

 

Michaela Boland ist Journalistin und TV-Moderatorin. Bekannt wurde sie als Gastgeberin der Sommer-Unterhaltungsshow „HOLLYMÜND“ des Westdeutschen Rundfunks Köln. Seit 1988 schrieb sie für die Rheinische Post, unterschiedliche Publikationen der WAZ-Gruppe Essen, Bayer direkt und Kommunalpolitische Blätter.

Außerdem präsentierte sie die ARD-Vorabendshow „STUDIO EINS“ und arbeitete als On-Reporterin für das Regionalmagazin „Guten Abend RTL“. Auf 3-Sat, dem internationalen Kulturprogramm von ARD, ZDF, ORF und SRG, moderierte sie die Kulturtalkshow „Doppelkopf“, sowie für TV NRW, die Casino

Show „Casinolife“ aus Dortmund-Hohensyburg. Michaela Boland arbeitet auch als Veranstaltungsmoderatorin und Synchron- sowie Hörspielsprecherin.

Für die Gesellschaft Freunde der Künste moderiert sie den Kaiserswerther Kunstpreis sowie alle grossen Kulturveranstaltungen der Gesellschaft.

Seit Mitte 2009 ist sie verantwortlich für die Ressorts:

Exklusivinterview und Porträt des Monats

© Michaela Boland und Gesellschaft Freunde der Künste

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10.05.2019 Botschafter der Freunde der Künste

GFDK - Interview und Portaits - Gottfried Böhmer

Die Künstlerin Gila Abutalebi, mit der die Gesellschaft Freunde der Künste schon mehrere Kunst und Kultur Projekte veranstaltet hat, unter anderem das Goethe-Festival 255 Jahre Goethe "Wie sehen Künstlerinen Goethe", wird Botschafter der Gesellschaft Freunde der Künste.

Wer die Deutsch-Iranerin kennt oder kennenlernt ist sogleich gefangen: Intensität, Leidenschaft, Kreativität, Gefühl und die ausgefeilte Sprachvirtuosität in fünf Sprachen rauben dem Gegenüber den Atem. Und so ist es auch mit ihrer Kunst: Einmalig.

Ungesehen. Intensiv. Individuell. Vielschichtig!

Auf ihrer Reise zu sich und zu ihrer Kunst hat Abutalebi u.a. in den USA, Spanien, Österreich und Deutschland gelebt. Stets galt und gilt ihr besonderes Interesse dabei ebenso der Kultur, Individualität und Geschichte der Menschen wie der Sprache und Kalligrafie. Ihr bisheriger Lebensweg wird auch ergänzt durch umfangreiche Bühnenerfahrung.

Und nur aus dieser und keiner anderen Kombination der intensiven Lebenserfahrung und kulturell-künstlerischen Auseinandersetzung konnte sich das Fundament für ihre einzigartigen Werke, ihrer ganz individuellen Kompositionen aus Srache, Bild und neuartiger Tiefe und Transparenz – die „Transparente Lyrik“ - bilden.

Mit dieser kreiert sie ein vollkommen neues, revolutionierendes Kunstchambre, das in seiner Intensität nur gelingen kann, wenn ein unendliches Feuer der Liebe und der Leidenschaft zur Sprache, den Menschen und einer ganz besonderen Ausdrucksweise brennt.

Gila Abutalebi lebt und arbeitet in Köln und Leipzig. Ihre Arbeiten sind vielfach in Privat- und Firmenbesitz in Italien, Spanien, USA und Deutschland.

Gottfried Böhmer

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24.04.2019 Mit australischen Wurzeln

GFDK - Interview und Portraits

"Die Düsseldorferin mit den australischen Wurzeln“ Ihre berufliche Karriere begann Angela Julie als erfolgreiche Fremdsprachenkorrespondentin und Diplomübersetzerin. Nach längeren Auslandsaufenthalten in Paris, Madrid und Sydney, zog es die kommunikative und offene Halbaustralierin jedoch auf die Bühne und vor die Kamera. 

"Ich hatte das starke Bedürfnis den Menschen etwas mitteilen zu wollen und stellte unheimlich gerne "investigative" Fragen. Das hat mit meinem PC und den Wörterbüchern im Büro nicht sonderlich gut funktioniert."

So kam es, dass die gebürtige Düsseldorferin seit 2004 als Moderatorin für TV-Sender und Eventkunden arbeitet. Mit ihrer charmanten und natürlichen Art verzaubert sie ihr Publikum und die Veranstalter zugleich. Sie selbst sieht ihre Rolle als Moderatorin höchst professionell und bescheiden:

"Eine Moderatorin ist dafür da, Informationen zu vermitteln und Gespräche zu lenken. Niemals sollte sie zur Selbstdarstellerin mutieren und sich in den Mittelpunkt des Geschehens stellen."

In zahlreichen Interviews mit nationalen und internationalen Prominenten bewies sie, wie man kokett, frech und gleichzeitig höflich an die gewünschten Informationen kommen kann.

Die 4-sprachige Moderatorin agiert im TV -Bereich seit 2006 auch als Redakteurin. Aufmerksam auf sich machte Angela Julie vor allem in Ihrer Funktion als Redaktionsleiterin (CvD) und Moderatorin des Kultur- und Szeneprogramms im Lokalsender center.tv Düsseldorf.

Mit ihrer Abendsendung RheinPROMInade, einem Celebrity-Talk-Format, bleibt sie ihrer Heimatstadt und ihren regionalen Fans treu.

Zu ihren Eventkunden gehören grosse und internationale Firmen wie: EPSON, Deutsche Telekom, Deutsche Bank, Karstadt, UBS Bank, Guess, Meliá Hotelgruppe, Rheinische Post, Igedo Company u.v.m., die die wortgewandte und spontane Moderatorin regelmäßig und wiederholt buchen.

"Für mich gibt es nichts Schöneres, als mit Freude und Leidenschaft zu arbeiten. Ich liebe meinen Job! Ich glaube das sieht und spürt dann auch das Publikum."

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24.04.2019 Aus unserer Vergangenheit

GFDK - Interviews und Portraits

Aus unserer Vergangenheit: Erfolg definiert sich hier aber nicht über finanzielle Überschüsse. Gottfried Böhmer, der seine komplette Energie in die Gesellschaft Freunde der Künste Düsseldorf-Berlin steckt, ist ein Kunstverrückter.

Gottfried Böhmer will Meisterschüler der Kunstakademie in die Freiheit auf dem Kunstmarkt einführen: es gibt zu wenige in Düsseldorf, die privat fördern. Dreimal in der Woche beschäftigt sich Böhmer vor Ort mit vielversprechenden Künstlern.

Rheinische Post, 13. Mai 2005

Westdeutsche Zeitung

Johanna Rzepka hat an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Professor Jörg Immendorf Malerei studiert und ist Meisterschülerin von Professor Gerhard Merz. Unter 258 Bewerbern aus NRW und Berlin wurde die junge Künstlerin von der Jury unter der Leitung von Gottfried Böhmer, dem Kurator des Kunstvereins „ Gesellschaft der Künste Düsseldorf – Berlin e.V“ und der in New York lebenden Künstlerin Pia Dehne ausgewählt.

In der Begründung heißt es: „Johanna Rzepkas Fähigkeit, Malerei und konzeptionelle Kunst zu verbinden, überzeugte die Jury.

Westdeutsche Zeitung, 1. Juni 2005

Rheinische Post

Unter dem Sammelbegriff „The Exhibition“ bietet die Gesellschaft Freunde der Künste nunmehr seit 7 Jahren fast schon spektakuläre Ausstellungen und Performances an. Es werden nicht nur Bilder gezeigt, sondern auch an Ort und Stelle gemalt, getanzt, gesungen und musiziert – und das alles mit viel Poesie.

Ein Forum für junge Kunst ist das Anliegen der Kunstfreunde. Ohne viel Geschrei und Getrommel gehören sie in Düsseldorf zu den Organisatoren, die mit durchgehenden Programmen zielstrebig Ihre Ideen umsetzen.

Rheinische Post, 19. August 2003

Premiere im Savoy-Theater: Fotografien, die lebendig werden

Es war schon pompös, was Gottfried Böhmer, künstlerischer Direktor der „Gesellschaft Freunde der Künste“ im Savoy-Theater am Sonntagabend auf die Beine gestellt hat.

Rund 500 geladene Gäste, darunter auch der Dirigent der Deutschen Oper am Rhein, Stéphan Deneves, und die Künstlergattin Christine Steinfeld-Uecker, drängten sich in das elegant dekorierte ehemalige Kino, um beim neuesten Projekt der Düsseldorfer Kunstförderer dabei zu sein.

Rheinische Post, 18. Juni 2002 - Tanz gab Fotos neue Dimensionen

Premiere der Projekte „L´inspiration“ und „Women only“ im Savoy

Versierte Premierengänger wissen: wenn der letzte Vorhang gefallen ist und man sich zur Aftershow-Party am Buffet trifft, hört man, was gefallen hat. Die Gesellschaft „Freunde der Künste Düsseldorf – Berlin“ hatte zur Erstaufführung der Tanzperformance „L ìnspiration“ und des Films „Women only“ eingeladen.


Die auf eine Leinwand projizierte frage „kann den Liebe Sünde sein?“ leitete den Auftritt der beiden Solotänzer „Alicia Olleta und Robin van Zutphen ein. Beide zeigten, dass sie zu Recht zu den Stars des Ensembles der Deutschen Oper am Rhein zählen.

Lässig, fast scheu tastend, zwischen Hingabe und Rückzug, tanzten die beiden atemberaubend schön und technisch perfekt. Aber es waren nicht nur Vitalität und Können, die begeisterten, es war auch ein kompositionelles Fest der Farben.

Eingerahmt von einem puren Licht- und Farbtraum und wohlklingender Musik wurde aus dem realen körperlichen Tanz eine metaphysische Annäherung. Choreographiert hat Anke Staplers, eine Krefelder Fotokünstlerin.

Sie weckt ihre Fotos sozusagen zum Leben, in dem sie sie aus der Zweidimensionalität nimmt und mit einer Dimension mehr in den Raum zurückgleiten lässt. Voll des Lobes war man über „L`inspiration“. „Wundervoll“ sei es gewesen, geradezu „magisch“ und „einfach entzückend“.

Presseauszug aus der Westdeutschen Zeitung, 19. Juni 2002

Wenn Gottfried Böhmer und sein „Verein Gesllschaft Freunde der Künste Düsseldorf-Berlin“ einladen, kommt man immer gern. 500 Gäste strömten am Sonntagabend ins Savoy, um gleich zwei besondere Ereignisse zu erleben.

Westdeutsche Zeitung, 18. Juni 2002

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03.04.2019 Make it matter

GFDK - Exklusiv Interviews

Zuletzt haben wir geschrieben: AMBILETICS ist für Frauen die keine halben Sachen machen. Nun stellt sich uns die Frau vor, die keine halben Sachen macht.

Giulia Becker ist nicht zu verwechseln mit der, Fernsehmoderatorin und Musikerin aus der Fernsehsendung Neo Magazin Royale, von Jan Böhmermann.

Make it matter - drei Worte, die die Welt der Activewear letzten Sommer ein stückweit besser gemacht haben. Ein Leitsatz, der uns sowohl beim Sport, als auch in Bezug auf das Thema Nachhaltigkeit inspiriert und der die Werte der Hauptfigur in der folgenden Geschichte widerspiegelt.

 
Giulia Becker launchte im Juni 2018 die erste Kollektion ihres nachhaltigen Activewear Labels AMBILETICS und eroberte damit schnell die Herzen vieler ambitionierter, aktiver Frauen.

Doch was ist es, das die junge Marke aus Berlin so besonders macht? Wie sportlich und nachhaltig ist sie wirklich? Und wer genau ist eigentlich die Frau, die dahinter steht? Wir haben die Antworten.

Erzähl uns etwas über dich und deine Beweggründe für AMBILETICS.


Mein Name ist Giulia Becker. Ich bin studierte Betriebswirtin und seit ich denken kann, ein absoluter Bewegungsmensch. Nach einiger Zeit im Ausland und während eines Jobs in einer Berliner Kreativagentur als Markenstrategin festigte sich irgendwann mein Wunsch, etwas eigenes zu machen.

Ich war frustriert von dem knappen Angebot an fairer, aber gleichzeitig cooler Activewear. Denn das Thema Nachhaltigkeit wurde zunehmend wichtiger für mich.

Ich wollte etwas bewegen und die moderne Frau von heute zu einem bewussten Lebensstil inspirieren. Also gründete ich AMBILETICS und machte damit eine Herzensangelegenheit zu meinem ganz eigenen Projekt.
 
Was bedeutet „make it matter“ für dich? Inwiefern inspirieren dich diese drei Worte im täglichen Leben?


„Make it matter“ ist mein Leitsatz in Bezug auf Nachhaltigkeit, aber auch beim Sport. Wenn ich da etwas anpacke, dann richtig. Diese Einstellung verkörpert auch AMBILETICS.

Auf der Suche nach stylisher Activewear sollte man sich selbst viel öfter an der Nase nehmen und bewusst zu nachhaltigen Produkten greifen. AMBILETICS Produkte werden unter fairsten Bedingungen, besonders ressourcenschonend und zu 100 % vegan hergestellt.

Auf diese Weise leisten wir unseren Beitrag zu einer nachhaltigeren Welt und zu mehr stylisher Activewear für die bewusste Frau.
 
Wie sieht die faire Produktion von AMBILETICS Produkten aus?


Unsere Leggings und Sport-Bras werden aus recycelten PET-Flaschen hergestellt. Der nachhaltige Umgang mit Ressourcen ist für uns eine Selbstverständlichkeit. Indem wir bereits existierende Rohstoffe upcyceln, müssen weniger Wasser und Erdöl verbraucht werden.

Abgesehen davon ist AMBILETICS PETA zertifiziert und durch und durch bemüht, so nachhaltig wie möglich zu arbeiten. Vom ersten Zuschnitt bis zum fertigen Produkt.
 
Ein paar Worte zu deiner Kollektion?


Die Kollektion besteht aus Leggings, Sport-Bras, Shirts, Tank-Tops, Sweatern und einem Fitness Handtuch. Die drei Materialien, die dafür verwendet wurden, sind recyceltes Polyester, Bio-Baumwolle und Bambus.

Die Schnitte wurden so gewählt, dass sie sich besonders gut für schweißtreibende und hochintensive Workouts eignen. Eine Eigenschaft, die für mich als Tennisspielerin, beim Laufen oder Crossfit unverzichtbar ist.

Die Muster wurden individuell und von Hand von einer Pattern Designerin entworfen. Jedes Muster ist ein Unikat. Und jedes AMBILETICS Teil eine Art modisches Abbild meiner Vision.

Weitere Nachrichten und Artikel über Mode, Fashion-Shows, Top-Events und Geschichten die das Leben schöner machen finden sie in der Rubrik: LEBENSART - Stil und Lifestyle

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02.04.2019 Florian Ultsch im Interview

GFDK - Exklusiv Interviews - Tom Carlos Kupfer

Zuletzt haben wir hier geschrieben: X-Mas Specials in den Harry’s Home Hotels - Ein friedliches Fest mit den Lieben verbringen und übernachten im flexiblen Designhotel – das ist die weihnachtliche Devise der Harry’s Home Hotels inmitten pulsierender Städte wie Wien, Graz, Linz oder München.

Nun ja, die Weihnachtszeit steht ja fast wieder vor der Tür, voher gibt uns Florian Ultsch noch einige Einblicke in die Zukunft der Hotelkette.

Ein Tiroler Traditionsbetrieb mit frischen Ideen: Neben ihren beiden Innsbrucker Erfolgshäusern Hotel Schwarzer Adler und das ADLERS Designhotel setzt die österreichische Unternehmerfamilie Ultsch bei Harry’s Home Hotels auf flexibles Wohnen nach dem Baukastenprinzip.

Dabei bestimmen Gäste individuell über Zimmergröße, Verpflegung oder Dienstleistungen – und somit auch den Preis. Die bald sechs Hotels in Wien, Graz, Linz, Dornbirn, München und Zürich (ab April 2019) eilten damit früh einem Trend voraus, wie Florian Ultsch im Interview erklärt.

Der 31-jährige Director of Business Development und Sohn von Namensgeber Harald „Harry“ Ultsch spricht außerdem über neue Herausforderungen für Gastgeber und die Zukunft der smarten Hotelgruppe.

Herr Ultsch, Sie und Ihre beiden Geschwister sind mittlerweile im Betrieb integriert. Kann man von einem Generationswechsel in der Hoteliersfamilie sprechen?

Ja und nein. Wechsel klingt zu abrupt – das Großartige ist ja, dass die Generationen so gut miteinander können. Es tendiert eher zum Dreier- beziehungsweise Fünfergespann mit den Eltern im Hintergrund.

Sie gingen noch zur Schule, als 2006 die Geschichte der „Harry’s Home Hotels“ in Graz begann. Wie hat sich das Reiseverhalten seitdem verändert?

Grundlegend. Reservierungen kamen damals teilweise noch per Brief. Heute, im Zeitalter von Online Travel Agencies und Digitalisierung, dominiert die Schnelligkeit. Der Gast überlegt nicht mehr, sondern klickt einfach.

Das Buchungsfenster ist dadurch viel kürzer geworden – früher waren es vier bis sechs Wochen, mittlerweile zwei bis vier Tage. Geschäftsreisende buchen sogar oft nur wenige Stunden vor Ankunft, da muss ein Hotel sehr flexibel reagieren können.

Welche besonderen Bedürfnisse hat der moderne Business-Gast vor diesem Hintergrund?

Nach oder vor einem anstrengenden Arbeitstag möchte er vor allem Stress vermeiden. Kurz: Er will unkompliziert buchen und anreisen, schnell einchecken und einen Aufenthalt, dem es an nichts fehlt.

Dazu steigt die Zahl an Social Areas und Touch Points, weil sich der Geschäftsreisende nicht mehr im Zimmer verkriecht, sondern vernetzt sein möchte. Klassische Business Center wie in amerikanischen Hotels rücken in den Hintergrund. Die Leute sind mobil und arbeiten überall.

Inwieweit verändert das die Herausforderungen an den Hotelier?

Da der Business-Gast volatiler geworden ist, wird das Hotel austauschbar. Ein Gastgeber muss sich immer wieder aufs Neue beweisen. Viele große Ketten kreieren deshalb inzwischen eigene Marken, setzen auf Lifestyle und entdecken dabei Nischenprodukte wie das Longstay-Konzept für sich. Die Nachfrage ist groß und wächst weiter.

„Wohnen auf Zeit“ heißt schon lange ein Kernthema der Harry’s Home Hotels.

Wir waren mit die Ersten auf dem österreichischen Markt, die Longstay angeboten haben, vielleicht sogar ein Jahr zu früh. Die Zielgruppe ist spannend und variabel:

Mitarbeiter in Probezeit, Neo-Singles, Familien im Umzug oder Projektarbeiter, die in urbaner Umgebung eine zweckmäßige Bleibe mit guter Infrastruktur suchen. Der Gast zahlt dabei nur, was er wirklich braucht. Und je länger der Aufenthalt dauert, desto günstiger wird der Tagessatz.

Wie sieht die Hotellerie in zehn Jahren aus?

In Fachkreisen gibt es viele Spekulationen, ich könnte zehn unterschiedliche Theorien aufstellen. Ich denke, dass sich die Bandbreite an Herangehensweisen und Nischen weiter vervielfältigt.

Es wird immer auch neue 5-Sterne-Hotels mit Concierge und Butler geben, auf der anderen Seite komplett autarke Häuser mit Online-Reservierung und Schlüsselcode, ganz ohne Kontakt von Mensch zu Mensch.

Ist ein kontaktloses Harry’s Home denkbar?

Mitarbeiter sehen wir als wichtigsten USP. Im Gegensatz zu Spirit und Leidenschaft eines Gastgebers ist Hardware in unseren Augen austauschbar. Als familiengeführtes Tiroler Hotelunternehmen möchten wir diese Werte als Best Practise vorleben und beibehalten. Deshalb wird es das so nicht geben.

Wohin bewegen Sie sich stattdessen?

Was den Service der Harry‘s Home Hotels betrifft, kann ich verraten, dass es ein hybrides Modell geben wird. Dort entscheidet zum Beispiel der Business-Gast selbst, inwieweit er mit Mitarbeitern kommunizieren möchte.

Wir stecken mitten in der Planung einer Harry’s Home „Next Generation“. In Linz haben wir bereits zwei Musterzimmer in neuem Design gebaut. Man darf gespannt sein.

Sind die Alpen für ein Tiroler Unternehmen eine geografische Investitionsgrenze?

Nicht wirklich. Touristisch gesehen ist Tirol zwar das Nonplusultra. Das Bundesland hat im Winter mehr Nächtigungen als Griechenland im ganzen Jahr. Trotzdem wollen wir mittelfristig diese Komfortzone verlassen und schielen dabei unter anderem in Richtung Norddeutschland.

Interview: Tom Carlos Kupfer/AHM PR

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01.04.2019 Agriturismus Weltkongress in Bozen

GFDK - Exklusiv Interviews

Die Alpenstadt Bozen richtet von 7. bis 9. November 2018 den 1. Agriturismus Weltkongress (Promo-Video) mit Gästen und Referenten aus aller Herren Länder aus.

Dr. Hans J. Kienzl, Marketingleiter der Südtiroler Dachmarke „Roter Hahn“ erklärt, warum Urlaub auf dem Bauernhof zunehmend den Zeitgeist trifft, dass Nachhaltigkeit nicht zwangsläufig durch ein Bio-Label gesichert ist und wie sich die Mitgliedsbetriebe weiterbilden, um auch höchsten Gästeansprüchen gerecht zu werden.

Wo Bauernhof draufsteht, muss auch Bauernhof drin sein

Herr Dr. Kienzl, weshalb findet der 1. Agriturismus Weltkongress ausgerechnet in Bozen statt – einer Stadt ohne Airport und obwohl Gäste von allen Kontinenten erwartet werden?

Weil Urlaub auf dem Bauernhof in Südtirol entstanden ist. Darum muss der 1. Weltkongress genau hier bei uns stattfinden.

Können Sie uns die Geschichte von Urlaub auf dem Bauernhof in Südtirol kurz skizzieren?

Die Historie beginnt etwa 1850 in Bozen, im Sommer eine der heißesten Städte Italiens. Weil die horizontale Flucht ans Meer damals verkehrstechnisch nicht möglich war, rettete sich das Bürgertum vor der Hitze vertikal nach oben – an den Ritten, nach Völs oder Kastelruth.

Vorerst aber blieb Urlaub auf dem Bauernhof eine Sache der Einheimischen. Mit dem Bau von Europabrücke und Autobahn in den 1960ern kamen die ersten Gäste aus Süddeutschland, der erste Katalog 1972 enthielt 236 Betriebe.

Dank neuer Heizmöglichkeiten in den 1990er-Jahren wurde das Thema auch eines für den Winter. 1998 gründete der Bauernbund eine eigene Abteilung. Seither stärkt „Roter Hahn“ Südtirols klein strukturierte Landwirtschaft mit dem touristischen Zuerwerb und macht sie überlebensfähig. 

Der örtliche Bauernbund hat das Thema Agriturismus mit seinem Qualitätssiegel „Roter Hahn“ geradezu perfektioniert. Was machen die Südtiroler anders als andere Verbände?

Unsere Maxime lautet: Wo Bauernhof draufsteht, muss Bauernhof drin sein – soll heißen: Der Bauer muss den Hof selbst bewirtschaften, den Gast persönlich betreuen und ihm ganzjährig hofeigene Produkte zur Verfügung stellen. Wer die Kriterien nicht einhält, bekommt das Siegel nicht.

Darüber hinaus investieren wir massiv in die Produktentwicklung, und zwar mithilfe von Tagungen, Seminaren, Beratungen direkt vor Ort sowie Weiterbildungen in ganz Südtirol. Außerdem sind wir sehr transparent.

Jeder Betrieb muss sich einer Einstufung unterziehen und wird je nach Bauerhof-, Ausstattungs- und Servicequalität mit einer bis hin zu fünf Blumen ausgezeichnet.


Was bieten Sie den Bauern an Aus-, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten, um sich fit zu machen für ihr zweites wirtschaftliches Standbein, nämlich die Rolle als Gastgeber?

Die Weiterbildung ist die Kernkompetenz des Südtiroler Bauernbunds. Es gibt einen Grundlehrgang mit 100 Stunden, den wir allen Betrieben empfehlen. Darauf fußend offeriert der Bauernbund weitere Aufbau- und Spezialisierungskurse, etwa zu bäuerlichen Produkten, Urlaub auf dem Bauernhof im Winter oder Digitalisierung.

Wie haben Südtirols Bauern anfangs auf die neue Marketing-Offensive reagiert?

Positiv, und wie! Endlich war jemand da, der sich um ihren Bereich kümmert, den Zuerwerb am Hof ernst nimmt, sie unterstützt, führt und hilft, daraus ein finanzielles Standbein zu entwickeln.

Wie profitieren andere Agriturismus-Destinationen vom Know-how der Südtiroler?

Seit 15 Jahren besuchen uns Delegationen aus aller Welt, unter anderem aus Europa, Japan, China, Australien. Und natürlich holen sie sich Anregungen, Ideen und Impulse. Nehmen Sie allein unsere kurzen Entscheidungswege:

Dieses gute Beispiel hat anderen Bauernverbänden sehr dabei geholfen, verkrustete hierarchische Mauern niederzureißen à la „so geht’s doch auch, nämlich schneller, beweglicher und flexibler“.

Was genau wünscht sich der Bauernhof-Urlauber auf seinem Traumhof und von seinen Gastgebern?

Er wünscht sich 1. echte Gastfreundschaft in einem hochwertigen attraktiven Ambiente, gepaart mit 2. einem Bauernhoffrühstück sowie hofeigenen Produkten von bester Qualität und 3. die Ruhe, welche man nur auf einem Bauernhof findet.

Es geht unter anderem um Nachhaltigkeit, die im allgemeinen Sprachgebrauch gern in einem Atemzug mit „bio“ genannt wird. Wie hält es „Roter Hahn“ mit solchen Begriffen?

Wir sind nachhaltig per se. Die Produkte stammen direkt vom Hof (Stichwort 0 Kilometer) und werden von der Bauersfamilie veredelt. Auf Regionalität wird auch in den Ferienwohnungen geachtet: Böden und Möbel sind meist aus unbehandeltem Massivholz, vorzugsweise im eigenen Wald geschlagen.

Auf Wunsch werden Urlauber, die per Zug angereist sind, vom Bahnhof abgeholt. Kurz: Selbst wenn beim „Roten Hahn“ nicht alles bio ist, herrscht bei den Bauern dieselbe Philosophie. Abgesehen davon gibt es auch bei uns viele zertifizierte Biohöfe.

Mittlerweile zeichnet sich sogar bei bekennenden Hotel-Fans ein klarer Trend hin zu Urlaub auf dem Bauernhof ab. Wie erklären Sie sich diese Entwicklung?

Wir arbeiten seit der Lancierung der Marke zielstrebig, konsequent und kompromisslos, um das Produkt Urlaub auf dem Bauernhof so attraktiv und hochwertig wie möglich zu gestalten.

Heutzutage sind die meisten bäuerlichen Domizile genauso nobel ausgestattet wie ein Hotel, hinzu kommt top Verköstigung. Das nimmt sich also nicht viel. Aber dort erlebe ich als Gast das echte Südtirol: Ich bin mit dem Hof, der Bauersfamilie verbunden und tauche so noch tiefer in die Wurzeln des Landes ein.

Die Marke „Roter Hahn“ genießt heutzutage nicht nur bei Feriengästen, sondern auch in Südtirols bäuerlicher Welt höchstes Ansehen. Womit überzeugen Sie letzte Zweifler? 

Das Konzept funktioniert, es begeistert die Gäste. Und es verschafft den Bauern das nötige Einkommen, um als Familie ganz am Hof bleiben zu können.

Nicht zu unterschätzen sind obendrein die persönlichen Benefits für Bauer und Bäuerin: Sie lernen neue Kontakte kennen, können sich selbst verwirklichen, erweitern ihren Horizont – nicht mehr nur als Bauern, sondern als Gastgeber.

Wer das Qualitätssiegel schließlich stolz an seiner Hauswand trägt, ist meist hochmotiviert und -engagiert. Was lassen sich die Mitgliedsbetriebe für ihre Gäste einfallen?

Gute Betriebe gehen vor allem auf die individuellen Bedürfnisse ihrer Gäste ein. Darüber hinaus gibt es Bäuerinnen, die sich mit Bergkräutern besser auskennen als ein Botaniker.

Bauern, die mit Urlaubern eine Winterwanderung machen und danach den Tag mit einer gemeinsamen Marende ausklingen lassen. Und Höfe, auf denen Urlauber den Alpin-Spa ganz für sich allein haben dürfen.  

Wo soll die Reise von „Roter Hahn“ in den kommenden 20 Jahren hingegen? Bzw. was denken Sie: Ist Urlaub auf dem Bauernhof auch 2040 noch „in“?

Urlaub auf dem Bauernhof wird auch 2040 noch „in“ sein – wahrscheinlich mehr denn je. Denn der Gast sucht zunehmend das Authentische, Außergewöhnliche, Besondere. Genau das bieten unsere Bauern.

Außerdem wird „Roter Hahn“ sein Angebot bis dahin sicherlich über die derzeitigen vier Säulen (Urlaub auf dem Bauernhof, Bäuerliche Schankbetriebe, Bäuerliche Qualitätsprodukte und Bäuerliches Handwerk) hinaus erweitert haben.

Interview Jessica Harazim/AHM PR

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28.03.2019 50 Jahre Grupotel

GFDK - Exklusiv Interviews

Als Kind wollte er Torero werden, heute ist er einer der erfolgreichsten Hotelunternehmer Spaniens. Miguel Ramis (77), Gründer und Präsident der familiengeführten, mallorquinischen Unternehmenskette Grupotel Hotels & Resorts, spricht zum 50-jährigen Firmenjubiläum im Interview über die Anfänge des Tourismus auf der Sonneninsel, unerschütterlichen Pioniergeist, Beharrlichkeit und Gäste, die zu Freunden wurden.

1968 legten Sie den Grundstein für ihr erstes Hotel: das Grupotel Farrutx in Can Picafort. Ein halbes Jahrhundert später managen Sie 35 Drei- bis Fünf-Sterne-Anlagen auf Mallorca, Menorca, Ibiza und in Barcelona. Was wollten Sie als Kind werden?

Natürlich Feuerwehrmann oder Stierkämpfer, wie alle kleinen Jungs damals. Doch stattdessen studierte ich Handelswesen, um eine Grundlage zu haben und arbeitete anschließend 15 Jahre bei der Bank La Caixa.

Sie gelten als Vorreiter auf den Balearen. Wie kamen Sie auf die Idee, ein Hotel zu bauen?

1966/1967 begann der Tourismus-Boom auf Mallorca. Mein Bruder Rafael und ich ließen zuerst eine Minigolfanlage mit Bar bauen, später machten wir uns zusammen mit zwei Schwagern an die Planung einer 64-Zimmer-Unterkunft.

1967 gab es in Can Picafort drei oder vier Hotels. Schon ein Jahr später, als wir im Grupotel Farrutx erste Urlauber empfingen, wurden vier oder fünf weitere eröffnet. Ich bin ein ruheloser Mensch, muss immer irgendein Vorhaben am Laufen haben.

Sie bauten das Haus selbst?

In der Tat. Einer meiner Verwandten war Maurer, ein anderer Vorarbeiter. Wir wurden einen Monat früher fertig als geplant! In den ersten zwei, drei Wochen hatten wir nur einen Gast, eine Frau. Ihr stand die ganze Unterkunft samt Personal zur Verfügung.

Haben Sie in dieser Zeit manchmal den Mut verloren?

Es gab immer mal wieder Momente, da haben wir aus mancherlei Gründen den Mut verloren. Aber damals gab es keinen Anlass dafür, ganz im Gegenteil.

Wie haben Sie anfangs Gäste angeworben?

Genauso wie heute auch. Ich schloss einen Vertrag mit TUI sowie einigen Reisebüros, die später unter anderem zu Scharnow oder Hummel Touropa fusionierten. Unsere Gäste kamen aus Deutschland, Großbritannien und Frankreich.

Das Internet existierte ja noch nicht. Darüber hinaus hatten wir einige Direktbuchungen, die jedoch nur einen kleinen Teil ausmachten.

Wie sah Mallorca in den 1960er-Jahren aus?

Die Insel war ganz anders, noch nicht voll erschlossen. Und Mallorca verfügte nicht über die guten Flug- und Verkehrsverbindungen wie heute.

Dennoch entschieden Sie sich, weiterzumachen …

Als ich sah, dass das Farrutx gut funktionierte, schlug ich 14 Freunden vor, ein zweites Hotel in Angriff zu nehmen: das Grupotel Montecarlo. Das war 1972. Gemeinsam kauften wir ein im Bau befindliches Gebäude und schlossen das Projekt ab. Übrigens sind wir heute noch dieselbe Gruppe von Freunden! Eins kam zum anderen, und so folgten 1978 das Grupotel Amapola, 1980 das Grupotel Gran Vista und so ist es immer weitergegangen.

Haben Sie beruflich je etwas bereut?

Ich war mein ganzes Leben in dieser Branche tätig, habe Hotels gebaut, ge- und verkauft. Dabei sind Gemeinschaftssinn und Beharrlichkeit unabdingbar. Ich habe versucht, ein guter Mensch zu sein. Das ist etwas, was mich zufrieden sein lässt.

Aber es gibt natürlich immer Dinge, die man später anders machen würde. Ich bedaure zum Beispiel die Veräußerung einiger Häuser. Obwohl wir ein interessantes Geschäft dabei gemacht haben, bleibt der Käufer doch immer der Gewinner.

Welcher Unterschied besteht zwischen den Touristen vor 50 Jahren und heute?

Früher wussten die Gäste viel weniger über Mallorca. Sie waren fröhlicher, begnügten sich mit einfachen Dingen, alles war eine Überraschung für sie. Das war eine tolle Zeit, die Urlauber und wir Mallorquiner haben uns prima verstanden. Die Inselbewohner waren begierig, andere Kulturen zu entdecken.                                                                             

Wenn Sie auf ein halbes Jahrhundert Grupotel zurückblicken: Wie lautet Ihr Fazit?

Natürlich sind wir stolz auf unsere Firmengeschichte, auch wenn es Phasen gab, die alles andere als einfach waren – aber so ist das Leben. Wir sind jedoch dankbar, dass wir uns nach wie vor mit Leidenschaft einem Geschäftsfeld widmen dürfen, das wir lieben. Und aus so manchen Mitarbeitern und Gästen sind im Laufe der Jahre Freunde geworden.

Und wie geht‘s weiter?

Unsere Herausforderung ist und wird sein, jeden Tag ein bisschen besser zu werden, und zwar in allen Bereichen. Damit die Gäste uns weiterhin ihr Vertrauen schenken, wir in Umfragen gute Bewertungen bekommen und unsere Hotels auch in Zukunft jedes Jahr Auszeichnungen erhalten.

 

 

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26.03.2019 Kalligraphie-Performance

GFDK - Interview und Portraits

Die Opernsängerin Junko Baba bekam neben Klavier- von klein auf Kalligraphie-Unterricht und folgte damit einer Familientradition: Ihr Urgroßvater gründete eine der ersten Kalligraphie-Schulen in Kyushu/Japan. Ihr Großvater war ebenso ein Meister seines Fachs, ihre Mutter ist es noch heute.

Unter Kalligraphie, auch „Shodo“ genannt, versteht man nicht nur die Kunst des Schönschreibens, sondern sie gilt auch als Philosophie für Geist und Seele.

Junko Baba leitet die Europäische Zweigstelle der Nihon Shuji Kalligraphie Gesellschaft, ist Lehrbeauftragte an der Universität Wien und eine der aktivsten Performance-Künstlerinnen der japanischen Kalligraphie in Europa.

Sie unterrichtet das Programm „Shodo – Die Kunst der Kalligraphie“ des österreichischen Reiseanbieters Indigourlaub. Im veranstaltereigenen Mountain Retreat Center bei Sachrang im Chiemgau/Oberbayern sind 3 Ü im DZ inkl. Workshop mit Junko Baba und vegetarischer Vollverpflegung ab 475 €/Pers. zu haben (18. bis 21. Mai und 7. bis 10. Dezember 2019). Im Folgenden verrät sie, was die Faszination der Kalligraphie ausmacht.

Welche Werkzeuge benutzt man im „Shodo“? 

Junko Baba: Die sogenannten „Vier Schätze“ – Pinsel, Tusche, Reibstein sowie Papier – werden aus verschiedenen Materialien hergestellt. Pinsel können aus Schaf-, Pferde-, Wiesel- oder Dachshaar sein oder eine Mischung daraus.

Auch das Papier besteht aus verschiedenen Materialien und Stärken. Die Tusche aus Ruß und Leim riecht ein bisschen nach Weihrauch. Das meditative Anrühren mit Wasser auf dem Reibstein ist die ideale Einstimmung auf das Schreiben.

Muss man für „Shodo“ still sitzen können?

In Japan bekommen schon Drittklässler Unterricht in Kalligraphie. Dadurch lernen sie, ruhig zu sitzen und konzentriert zu arbeiten. „Shodo“ ist eine gute Hilfe, um zur Ruhe zu kommen. Übung macht natürlich auch dort den Meister.

Wie läuft eine Unterrichtsstunde ab?

Das Anrühren der Tusche dient zur Vorbereitung auf das Schreiben. Grundregeln hinsichtlich korrekter Körper- und Pinselhaltung sowie Strichrichtung werden erklärt, dann beginnt der Schüler. Schon nach einiger Zeit kann man ein vollständiges Schriftzeichen schreiben. Wichtig dabei ist, keine Linie ein zweites Mal nachzuziehen.

Sie gelten als eine der aktivsten Performance-Künstlerinnen japanischer Kalligraphie in Europa.

Stimmt. Ich schreibe japanische Schriftzeichen mit sehr großen Pinseln und Papieren vor Publikum. Je nach Thema der Veranstaltung bereite ich mich einige Wochen darauf vor. Dabei arbeite ich meist mit einem Trommelspieler zusammen, der mich während meines Schreibens – von ein paar Sekunden bis zu ein paar Minuten – begleitet.

Zudem sind Sie auch ausgebildete Opernsängerin. Erzählen Sie uns doch bitte etwas über die Berührungspunkte zwischen beiden Kunstformen.

Musik und Kalligraphie haben viel gemeinsam. Bei beidem bereitet man sich gut vor, muss ständig üben. Grundregeln gelten für alle, die Interpretation jedoch gewährt Raum für Persönliches.

Und wer auf der Bühne arbeitet – sowohl in der Musik als auch in der Performance-Kalligraphie – weiß, dass es nur eine Chance gibt: perfekt performen. Vor Publikum einfach nochmal von vorne anzufangen, geht nicht. 

Musik haben Sie in Tokio und in Salzburg studiert. Worin sehen Sie Unterschiede?

Ich musste schon von klein auf sehr viel Disziplin in meinem Alltag aufbringen, um das tägliche Unterrichts- und Übungspensum für Schule und Kunst zu bewältigen. Mein Tagesablauf war sehr straff gestaltet.

Außerdem gilt Pünktlichkeit in Japan als eines der ganz großen „Gesetze“, man sieht es auch gut am Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen, der stets sekundengenau nach Fahrplan fährt.

In Österreich hingegen nehmen viele es mit Pünktlichkeit und Disziplin nicht ganz so genau. „Mach‘ ma scho“, „passt schon“, „schau‘ ma mal“ sind bis zum heutigen Tag oft eine große Herausforderung für mich, ermahnen mich andererseits aber, es selbst mal ein bisschen lockerer zu nehmen.

Interview: Vera von Wolffersdorff/AHM PR

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23.03.2019 Kurztrips sind sehr angesagt

GFDK - Interview und Portraits

Mit Abenteuern und Urlaub kennt er sich aus: Gemeinsam mit Jochen Schweizer baute Dirk Handel die gleichnamige GmbH für Erlebnisgeschenke auf. Nun veranstaltet er als Geschäftsführer von INVENT und urlaubsbox Kurztrips und ist überzeugt:

Diese sind über das Jahr gesehen entspannender als eine lange Auszeit. Im Interview spricht er darüber, wie wir bei der Wahl des Reiseziels beeinflusst werden, warum unsere Ansprüche steigen und wie Chefs von dem Wunsch ihrer Mitarbeiter nach einer Work-Life-Balance profitieren.

Herr Handel, wie haben die Menschen vor 25 Jahren Urlaub gemacht?

Dirk Handel: Damals hatte fast niemand Internet. Die Informationsbreite und -tiefe über Reiseziele war also deutlich kleiner. Die Menschen gingen in Reisebüros, blätterten dicke Kataloge durch oder folgten Empfehlungen.

Den größten Teil machten Fernreisen aus, vor allem an die Mittelmeerküsten von Spanien, Italien, Griechenland und der Türkei. Die Urlaube waren lange im Voraus geplant und dauerten normalerweise rund zwei Wochen.

Welche Trends zeichnen sich für die nahe Zukunft ab?

Reisen werden immer individueller. Hip sind Secret Spots, exotische Ziele, unverbrauchte Paradise – stark geprägt durch das Fernsehen, Reiseblogger sowie fantastische Fotos auf Instagram & Co. Vor allem aber ist der Trend weg von langen Urlauben hin zu mehreren Kurzreisen nach wie vor steigend.

Städtetrips, romantische Kuscheltage, Wellness-Wochenenden, aber auch zum Beispiel Wandern oder Biken in der Natur sind verstärkt die schnellen Kraftspender und Erholungsoasen der Gegenwart.

Haben sich auch die Ansprüche der Urlauber verändert?

Ja sehr, vor allem durch das Internet. Reisende nutzen es für Planung, Preisvergleich, Qualitätscheck und Bewertung. Unendlich viele Informationsquellen und Buchungsplattformen sprechen jede Zielgruppe an. Damit herrscht absolute Transparenz.

Es macht die Reisenden aber auch anspruchsvoller, weil sie auf Knopfdruck wissen, wo welche Leistung zu welchem Preis möglich ist. Das bevorzugte Hotelniveau beginnt bei Drei-Sterne-Superior und geht einher mit dem Wunsch nach vielfältiger Freizeitgestaltung.

Wie können Arbeitgeber von diesen Entwicklungen profitieren?

Erholte Mitarbeiter sind leistungsfähiger und seltener krank. Die logische Folge sind Kurzurlaube als Mitarbeitergeschenk, etwa zu Weihnachten oder zum Firmenjubiläum. Im Vergleich zu Geld oder einem Sachgeschenk löst der Wochenendtrip Emotionen aus, man erinnert sich positiv an das Erlebte und somit an den Schenker. Das erzeugt eine nachhaltige Verbindung und verstärkt die Identifikation mit dem Unternehmen.

Welche Ziele sind im Sommer 2019 besonders beliebt? Warum?

Zwei Drittel der Deutschen planen dieses Jahr einen Urlaub in der Heimat. Bei den Städten sind Berlin, Hamburg, Dresden und Köln besonders beliebt. 2018 reisten viele an die Küsten und Seen Mecklenburg-Vorpommerns.

Das beliebteste Kurzreiseziel der Österreicher ist ebenfalls die Heimat. Danach kommen Kroatien, Italien, Deutschland und Tschechien.

Werfen wir einen Blick in die Zukunft: Wie „urlauben“ wir in zehn Jahren?

Noch individueller, flexibler und spontaner. Die Daten, die wir im Netz hinterlassen, werden unser Online-Profil extrem schärfen und in Zukunft viele Details über uns preisgeben. Über Apps erhalten wir dadurch präzise auf unsere geheimsten Bedürfnisse abgestimmte Angebote, noch während des Urlaubs um lokale Angebote wie Fitness, Kulinarik oder Wellness ergänzt.

Interview: Bettina Beck, AHM PR

Info zu Dirk Handel

Gemeinsam mit Jochen Schweizer baute der gelernte Kommunikationswirt und Werbetexter die gleichnamige GmbH für Erlebnisgeschenke auf. Nach acht Jahren steigt er 2014 als 50-prozentiger Gesellschafter bei dem Unternehmen INVENT ein, das Hotel- und Erlebnisschecks für den B2B-Incentive-Bereich bietet. Dort entwickelte er zusätzlich die Endverbraucher-Marke urlaubsbox und zählt damit zu den ersten Anbietern im deutschsprachigen Reisemarkt.

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