Das Lifestyle Magazin: Lebensart, Kunst, Kultur in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Löwen in neuem Zuhause

Die Löwen Lenci, Zhaku und Bobby sind in Sicherheit

Nach langer Wartezeit gibt es ein Happy End für drei Löwenmännchen aus Albanien: Die internationale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN überstellte sie erfolgreich von ihrer temporären Unterkunft im Zoo Tirana in die Niederlande.

Dort erreichten sie am 9. Mai ihr neues Zuhause in der VIER PFOTEN Großkatzenstation FELIDA. Zuvor befreite VIER PFOTEN Lenci, Bobby und Zhaku im Oktober 2018 in einer spektakulären Rettungsmission aus dem berüchtigten Safari Park Zoo in Fier in Albanien.

Nach Jahren des Leidens in nicht artgemäßen Haltungsbedingungen dürfen die Löwen nun endlich ein würdiges und besseres Leben beginnen.

Am 7. Mai startete die Reise der Löwen vom Zoo Tirana ins niederländischen Nijeberkoop, wo sich die Großkatzenstation FELIDA befindet.

Das VIER PFOTEN Team war über 52 Stunden und fast 3.000 Kilometer unterwegs, um die Löwen in ihr neues Zuhause zu bringen. Lenci, Zhaku und Bobby haben die lange Fahrt gut überstanden und können sich nun erholen.

Neugierig, aber vorsichtig haben sie bereits die neue Umgebung erkundet. Tierarzt Marc Gölkel vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) war Teil des Rettungsteams im Oktober 2018 und hat nun auch den Transfer begleitet, um das Wohl der Tiere zu gewährleisten.

Vor der Abfahrt gab Gölkel nach einer kurzen Untersuchung grünes Licht für die Reise. „Grundsätzlich hat sich bei allen dreien der Gesundheitszustand seit ihrer Rettung verbessert. Lencis entzündetes Auge verheilt gut. Die Untersuchungen haben gezeigt, dass Bobby Nierenprobleme und Zhaku eine Hautentzündung hat.

Außerdem benötigen alle drei Löwen Zahnbehandlungen. Darum werden wir uns kümmern, sobald sie sich in FELIDA eingelebt haben“, so Gölkel.

Unermüdlicher Einsatz für die Ausreise der Löwen

Dem Transfer vorausgegangen ist ein Protestaufruf von VIER PFOTEN gegenüber dem verantwortlichen albanischen Ministerium für Umwelt und Tourismus, das die Ausreise der Löwen blockierte. Als Grund gab man ein laufendes Gerichtsverfahren an, das der ehemalige Besitzer der Tiere wegen Sachbeschädigung eingeleitet hat.

VIER PFOTEN akzeptierte diesen Grund nicht und kämpfte unermüdlich für die Ausreise der Löwen. „Es war höchste Zeit, dass das Ministerium seine Abmachung mit uns einhält. Wir sind erleichtert, dass wir die Löwen endlich in unser Pflegezentrum bringen konnten.

Wir möchten dem Tirana Zoo für seine Hilfe danken, aber auf Dauer wäre der Zoo für die Tiere kein passendes Zuhause. Nach jahrelangen Qualen bekommen sie nun endlich die spezielle Pflege von unserem erfahrenen Team, die sie dringend brauchen.

In FELIDA können sie die Sonne und das Gras in ihrem neuen Gehege genießen“, sagt Ioana Dungler, Leiterin des Wildtier-Bereichs bei VIER PFOTEN und verantwortlich für die Rettung der Tiere aus dem Safari Park Zoo.

Spektakuläre Rettung aus „Europas schlimmstem Zoo“

VIER PFOTEN ermittelte bereits seit Dezember 2015 mehrmals gegen den Safari Park Zoo in Fier, doch erst im Oktober 2018 war ein Einschreiten möglich.

Fotos aus dem Inneren des Zoos zeigten die schrecklichen Haltungsbedingungen der Tiere. Internationale Medien nannten den Safari Park Zoo daraufhin „Europas schlimmsten Zoo“ und „Zoo aus der Hölle“. Die albanische Regierung entschied nach einem internationalen Aufschrei, alle Wildtiere zu konfiszieren und VIER PFOTEN unterstützte sie dabei.

Die Rettung der Tiere gestaltete sich als höchst anspruchsvoll, doch das erfahrene Team konnte elf Tiere aus den verdreckten, kleinen Beton-Gehegen befreien und in Sicherheit bringen. Mittlerweile haben alle geretteten Tiere ein neues Zuhause gefunden.

Ein Zuhause für traumatisierte Großkatzen

Die VIER PFOTEN Großkatzenstation FELIDA in den Niederlanden fungiert als spezielles Pflegezentrum für körperlich und geistig traumatisierte Großkatzen.

Die Großkatzen, die sich von ihrer schweren Vergangenheit erholen, können in das VIER PFOTEN Großkatzenrefugium LIONSROCK in Südafrika verlegt werden.

Andere brauchen eine lebenslange Spezialpflege und bleiben dauerhaft in FELIDA. Mit der Ankunft von Lenci, Bobby und Zhaku leben in FELIDA aktuell zwei Tiger und sechs Löwen.

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  • GFDK - Kultur und Medien - Tierschutz
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  • 15.05.2019

Aktuelles - Marketing News

  • Eine dieser 3 #GNTM-Finalistinnen wird das naechste Covermodel von Harper's Bazaar
    Niveau wie die Topmodels
    20 Posts von Chiara Ferragni gegen Germany's next Topmodel

    Jochen Kalka, Chefredakteur bei W&V ist zum Wochenende sehr wortkarg, wie man an den wenigen Zeilen sieht die er mir schreibt. Aber das muß noch sein, und da schlackern einem die Ohren, was unsere Medienmanager so verdienen.

    Wie gut Max Conze, Udo Müller, Olaf Schröder, Mathias Döpfner, Thomas Rabe verdienen - und wer der bestbezahlte Aufsichtsrat in der Medienszene ist. Exklusiv aus Markus Wiegands "kress pro"-Kolumne.

    Lieber Herr Böhmer,

    nehmen wir als Beispiel Germany's next Topmodel. Als Beispiel dafür, wie unterschiedlich die Gewichtung von Mediawerten wahrgenommen wird.

    Denn ein weltweiter Influencer-Star wie Chiara Ferragni mit ihren mehr als 14 Millionen Followern muss ganz schön kämpfen, um die gleiche Reichweite zu erzielen wie die Topmodels auf ProSieben. Diese erreichen hierzulande bereits 19,6 Prozent der 14- bis 49-Jährigen, Tendenz wieder steigend.

    Eine Chiara Ferragni, die definitiv einen exzellenten Job macht, muss 20 Posts absetzen, um auf das gleiche Niveau wie die Topmodels zu kommen. Wer hätte das gedacht?

    Nachzulesen in den kommenden gedruckten W&V, dauert aber noch bis zum 5. Juni.

    Schönes Wochenende!

    Ihr Jochen Kalka

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  • Das Unternehmen Bahlsen aeussert sich zum Thema Zwangsarbeiter
    Zwei Krisen-PR-Statements
    Heute geht es um empörte Debatten und Krisen-PR bei Bahlsen

    Holger Schellkopf, Chefredakteur bei W&V, berichtet heute über Krisen-PR bei Bahlsen, die Kekse haben es nötig.

    Lieber Herr Böhmer,

    es gehört ohne Zweifel zu den erfreulicheren Erscheinungen der letzten Wochen, dass Marken, Plattformen und Agenturen ihre Liebe zu Europa und den Europawahlen entdeckt haben und dies auch öffentlich ausleben.

    Selbst wenn dies ganz gewiss nicht immer aus rein altruistischen Motiven geschieht, so ist die Unterstützung für die Wahl, die Bedeutung hervorzuheben, Menschen zu motivieren, ihre Stimme abzugeben, ganz sicher eine gute Sache.

    Aktuellstes Beispiel ist übrigens die Kampagne von Snapchat.

    Weniger gut beziehungsweise weniger erfreulich ist in vielerlei Hinsicht das Thema Bahlsen und Zwangsarbeiter.

    Ohne Zweifel ein dunkles Kapitel in der Firmengeschichte, ebenso war ohne Zweifel  mindestens unglücklich,  was Keks-Erbin Verena Bahlsen vor kurzem bei den OMR formuliert hat.

    Gleichzeitig wird man das Gefühl nicht los, eine ganze Reihe von Leuten will die Aussagen auch möglichst negativ auffassen.

    Wie auch immer: jetzt ist die Zeit gekommen, um Krisen PR zu betreiben, zum anderen aber die Diskussion aufzugreifen und die Firmengeschichte transparent aufzuarbeiten. Am Ende könnte dies dann doch wieder für den positiven Dreh einer nicht wirklich erfreulichen Geschichte führen.

    Viele Grüße
    Holger Schellkopf

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  • Das Agenturauswahlverfahren bei Porsche ist beendet. Die Sportwagenmarke hat eine zusaetzliche Digitalagentur fuer ihre Onlinemarketingaktivitaeten gesucht
Na ja, fuer die alten 911 braucht Porsche kein Digital Marketing, die verkaufen sich von selbst
    Porsche setzt auf Kommunikation
    Die weltexklusiven News, wer den Porsche-Digitalpitch gewann

    Heute mit der weltexklusiven News, wer den Porsche-Digitalpitch für sich entscheiden konnte. Jochen Kalka, Chefredakteur bei W&V, hat heute Neuigkeiten über Porsche zu vermelden.

    Lieber Herr Böhmer,

    Dieses Unternehmen wird in kürzester Zeit kaum wiederzuerkennen sein: Porsche. Auf den neuen Chefmarketer Oliver Hoffmann kommen große Dinge zu, die vielleicht größten, die je auf den Fahrzeugbauer aus Zuffenhausen zugekommen sind.

    Noch in diesem Jahr will Porsche sein erstes rein elektrisch betriebenes Sportwagenmodell Taycan auf den Markt bringen. Zudem steigt Porsche in die Formel E ein. Porsche macht ernst und will bis zum Jahr 2025 die Hälfte der gesamten Porscheflotte elektrifiziert sehen.

    Jetzt wird auch kommunikativ aufgerüstet, mit zusätzlichen Online-Agenturen. Damit steht ein komplettes Agenturpaket parat. Das könnte ein Zeichen dafür sein, dass Porsche wieder vermehrt auf Kommunikation setzt.

    Momentan verstecken sich gerade Autobauer vor der Kommunikation. Und damit auch vor der Zukunft. Wo doch Werbung eine Investition ist und keine Ausgabe.

    Schönen Abend

    Ihr Jochen Kalka

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Aktuelles - Kultur und Medien

  • Wolfgang Stueckemann, Vorsitzender des Deutschen Spendenrates, verleihen das Spendenzertifikat des Deutschen Spendenrates e.V. an Matthias Lehmann von VIER PFOTEN - Stiftung für Tierschutz
    Spendenzertifikat an VIER PFOTEN
    VIER PFOTEN ist Transparent, wirtschaftlich und verantwortungsvoll

    Der Deutsche Spendenrat e.V. hat heute in Bremen erneut 24 seiner Mitgliedsorganisationen, darunter die internationale Tierschutzstiftung VIER PFOTEN mit dem Spendenzertifikat ausgezeichnet.

    Mit der Auszeichnung wird den Organisationen durch unabhängige Wirtschaftsprüfer eine zweckgerichtete, wirtschaftliche und sparsame Mittelverwendung der Spenden- und Fördergelder sowie die Einhaltung der Grundsätze des Deutschen Spendenrates e.V. bescheinigt.

    Wolfgang Stückemann, Vorsitzender des Deutschen Spendenrats e.V.: „Es freut mich sehr, dass die geehrten Mitgliedsorganisationen von unabhängigen Wirtschaftsprüfergesellschaften die Bescheinigung erhalten haben, mit den ihnen anvertrauten Spendengeldern transparent, wirtschaftlich und verantwortungsvoll im Sinne ihrer satzungsgemäßen gemeinnützigen Zwecke seriös umzugehen.“

    Zum Deutschen Spendenrat e.V.

    Seit über 25 Jahren setzen sich die Mitgliedsorganisationen des Deutschen Spendenrats e.V. für die Stärkung von Transparenz im deutschen Spendenwesen ein.

    Der Deutsche Spendenrat ist ein gemeinnütziger Dachverband von 64 Spenden sammelnden, gemeinnützigen Organisationen aus den Bereichen soziale und humanitäre Hilfe, Umwelt und Tierschutz, Kunst und Kultur sowie Denkmalschutz. Mitglieder sind u.a. Deutsches Rotes Kreuz e.V.

    Bundesverband, Arbeiter-Samariter-Bund, Maltester Hilfsdienst, Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, Bethel, Aktion Deutschland Hilft sowie Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Die Mitgliedsorganisationen erhalten jährlich ein Spenden- und Zuwendungsvolumen von rund 1 Mrd. Euro.

    Der Deutsche Spendenrat e.V. vertritt seine Mitglieder gegenüber der Öffentlichkeit sowie staatlichen, politischen und privaten Gremien. Die Mitglieder verpflichten sich, keine sittenwidrige Werbung einzusetzen und hohe Qualitätsstandards einzuhalten.

    Unter anderem sind Strukturen, Tätigkeit und Finanzen im Rahmen eines Jahresberichts jährlich und transparent offenzulegen. Verbraucher können sich beim Deutschen Spendenrat e.V. Informationen zum richtigen Spendenverhalten einholen.

    Er bietet auch Fortbildungen und Einzelberatungen zur transparenten Darstellung von Finanzdaten für gemeinnützige Organsationen an. Dieses Projekt wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert (www.transparenz-leicht-gemacht.de).

    Seit dem Frühjahr 2017 verleiht der Deutsche Spendenrat e.V. ein Spendenzertifikat an Mitgliedsorganisationen. Das Spendenzertifikat des Deutschen Spendenrats e.V. ist das einzige Prüfverfahren in Deutschland, bei dem externe Wirtschaftsprüfer die Qualitätskontrolle des Spendenzertifikats übernehmen.

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  • zur Space Edition nach Frankfurt
    Drei ICE-Züge mit 320 km/h - Die BigCityBeats ICE Club Trains

    BigCityBeats WORLD CLUB DOME und Deutsche Bahn pres.: Die ,,BigCityBeats ICE Club Trains”
    Drei ICE-Züge fahren erstmalig in Sternformation mit Clubatmosphäre zur „Space Edition” nach Frankfurt

    Es ist das wohl spektakulärste Bild einer Anreise! Und das wird um die Welt gehen. Drei ICE – drei Himmelsrichtungen – ein Ziel: Frankfurt.

    Das Flaggschiff des deutschen Fernverkehrs befördert die World-Clubber in die Mainmetropole, in der sie am selben Tag in Sternformation aus Nord, Süd und West ankommen, Clubatmosphäre inklusive. BigCityBeats und Deutsche Bahn proudly present: die “BigCityBeats ICE Club Trains“.


    Die Weichen für eine unvergessliche Anreise sind gestellt. Das Frankfurter Event-Unternehmen BigCityBeats sorgt in Kooperation mit der Deutschen Bahn für eine außergewöhnliche Club-Travel- Expedition – und schickt aus diversen Metropolregionen Deutschlands und Belgiens die Hochgeschwindigkeitszüge nach Frankfurt.

    An Bord: Clubber, die sich in den Wagen – der „ICE Club Trains“ – zu absoluten Top-DJs, auf bequemste Art und Weise ins Zentrum von Party-Deutschland chauffieren lassen: zur BigCityBeats WORLD CLUB DOME „Space Edition“.

    An den DJ-Decks stehen im ICE von Brüssel nach Frankfurt: BLR und Maurice West. Matty Menck, Steve Norton und Tiefblau liefern musikalischen Zündstoff auf der Fahrt von Hamburg nach Frankfurt. Und auf dem Weg von Stuttgart nach Frankfurt holt sich BigCityBeats-Resident-DJ Le Shuuk Unterstützung von Max Lean und Vol2Cat.


    Egal ob die Partypeople aus dem hohen Norden anreisen, dem malerischen Baden-Württemberg oder dem belgischen Nachbarsland:

    Die „BigCityBeats ICE Club Trains“ machen an diversen Bahnhöfen Halt, um die Partycrowd einzusammeln, und bringen die Gäste in einer einzigartigen Sternformation mit Clubfeeling nach Frankfurt. ICE aus Brüssel, Hamburg und Stuttgart verlassen so getaktet den jeweiligen Startbahnhof, dass sie alle am frühen Nachmittag des 7. Juni 2019 in Frankfurt eintreffen.

     

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  • Heinz Mack in seinem deutschen Atelier
Dirk Geuer und Heinz Mack im Gespraech
    Heinz Mack – Ein Leben in Farbe
    Heinz Mack – Unikate auf Papier in Düsseldorf by Geuer & Geuer

    Seine experimentellen Lichtreliefs haben ihn bekannt gemacht. Mit der ZERO-Gruppe wurde er weltweit berühmt: Heinz Mack.

    Jetzt präsentiert die Düsseldorfer Galerie Geuer & Geuer Art die n-tv -Erstausstrahlung der Kunstdokumentation „Inside Art: Heinz Mack – Ein Leben in Farbe“ sowie die Ausstellung „Heinz Mack - Unikate auf Papier“ mit neuen Arbeiten des 1931 in Lollar, Hessen, geborenen Künstlers.

    Die 20minütige Kino-Filmpremiere findet am Donnerstag, dem 23. Mai 2019, um 18.30 Uhr (Einlass) im Cinema-Filmkunstkino in der Schneider-Wibbel-Gasse 5-7 in Düsseldorf statt.

    Im Anschluss moderiert Wolfram Kons, Kunstexperte bei n-tv, ein Podiumsgespräch mit Mack. Der Eintritt ist kostenfrei. Es wird um Voranmeldung in der Galerie gebeten: office@geuer-geuer-art.de oder Tel. 0211 17804766.

    Danach (etwa um 20 Uhr) eröffnet der Düsseldorfer Galerist Dirk Geuer in Anwesenheit von Heinz Mack und Wolfram Kons die Ausstellung „Heinz Mack – Unikate auf Papier“ in seiner nahe gelegenen Galerie an der Heinrich-Heine-Allee 19.

    Gezeigt werden überwiegend kleinformatige, quadratische Papierarbeiten aus Gouache sowie Zeichnungen aus Pastellkreide, die zwischen 2017 und 2018 entstanden sind. Mack, der seine farbigen Werke als „Spiegelbilder (s)einer inneren Empfindungen“ versteht, setzt sich auch in diesen Arbeiten mit seinen zentralen Themen Licht und Struktur auseinander.

    Das Resultat: Einzigartige, gegenstandslose Werke, in denen das Licht zur Farbe geworden ist, die sich in der für Mack typischen intensiven Leuchtkraft offenbart.

    Galerist Dirk Geuer, der seit 1996 schon mit Heinz Mack zusammenarbeitet, betont: „Nach der von uns organisierten großen Mack-Ausstellung im Musée Théodore Monod d’art africain in Dakar, Senegal, freuen wir uns jetzt, hier in unserer Galerie neue Arbeiten von Mack zeigen zu können.

    Inspiriert von Ornamentik mit geometrischen Mustern, insbesondere aus dem arabischen und afrikanischen Raum, geht es Heinz Mack in seinen gegenstandlosen Bildern um Licht und Schatten. Diese entfalten in ihrer Abstraktion eine ganz eigene Poesie.

    Charakteristisch für Macks Malerei sind die strahlenden Farbräume und kontrastierenden Flächen, die er schafft. Dabei nutzt er Farbe nicht als Material, sondern als aktiven Bestandteil eines intuitiven Malprozesses.

    Macks Vorliebe gerade auch für kleinere Kunstformate erklärt der mehrfache documenta-Teilnehmer und Vertreter Deutschlands auf der Biennale 1970 so: „Zeitweise habe ich die Neigung und Leidenschaft, mehrere Arbeiten in recht kurzer Zeit herzustellen.

    Es ist eine intensive Strategie, um den Reichtum und die Fülle meiner Ideen möglichst schnell zu realisieren. Hier kommen mir kleinere Formate entgegen. In ganz seltenen Fällen übertrage ich dann solch kleine Werke in große.

    Die Bilderschau läuft bis zum 30. Juni 2019.

    Heinz Mack:

    1957 gründete Heinz Mack gemeinsam mit Otto Piene in Düsseldorfer die berühmte und international einflussreiche Künstlergruppe ZERO, der sich 1961 Günther Uecker anschloss. Spektakuläre, experimentelle Kunstaktionen sind für die ZERO-Zeit und Ihre Protagonisten kennzeichnend.

    Das Solomon R. Guggenheim Museum in New York eröffnete im Oktober 2014 eine ZERO-Ausstellung, die 2015 im Martin-Gropius-Bau (Berlin), im Stedelijk Museum (Amsterdam) sowie im Sakip Sabanci Museum (Istanbul) gezeigt wurde.

    Das zentrale künstlerische Thema von Heinz Mack ist das Licht. Aufsehen erregt haben besonders seine experimentellen Lichtreliefs sowie seine Licht-Installationen in der Wüste.

    In über 300 Einzelausstellungen und zahlreichen Gruppenausstellungen wurden seine Arbeiten bisher der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Seine Werke sind in 140 öffentlichen Sammlungen vertreten.

    Zudem schuf Mack zahlreiche Skulpturen für den öffentlichen Raum (u.a. für Düsseldorf, Frankfurt, München, Berlin, Stuttgart, Köln, Münster, Osnabrück), ist  documenta-Teilnehmer und vertrat 1970 Deutschland auf der Biennale in Venedig. Weitere Infos unter: https://www.mack-kunst.com/de/Zero.htm

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Lebensart - Reisen und Urlaub

  • Unweit des Sandals Royal Plantation in Ocho Rios auf Jamaika trifft James Bond in 007 jagt Dr. No sein erstes Bond-Girl
    Geschüttelt oder gerührt?
    Hier traf Sean Connery sein erstes Bond-Girl Ursula Andress

    Inspiriert von der tropischen Schönheit Jamaikas mit Blick aufs türkisblaue Meer erweckte Bestseller-Autor Ian Fleming in seinem dortigen Anwesen den britischen Geheimagenten James Bond zum Leben. Kein Wunder also, dass gleich mehrere „007“-Filme seinen Protagonisten auf die grüne Karibikinsel führten.

    Etliche Orte wurden zu Schauplätzen bekannter Kinoszenen, etwa der Dunn’s-River-Wasserfall, an dem Sean Connery das erste Bond-Girl Honey Ryder (gespielt von Ursula Andress) kennenlernte.

    Im April 2020 läuft der 25. Bond-Streifen an und bringt Kinobesucher dorthin zurück, wo in den 1950er-Jahren alles begann. Der Film soll am 8. April 2020 erscheinen und bietet als fiktiven MI6-Agenten James Bond die fünfte und letzte Vorstellung von Daniel Craig.

    Aber sicher ist das noch nicht, Idris Elba, Richard Madden, Tom Hiddleston und Tom Hardy stehen schon in den Startlöschern.

    Urlauber treten unterdessen buchstäblich in die Fußstapfen von „007“: Ausgangsorte sind die neun Sandals & Beaches Resorts auf Jamaika, von denen Island Routes Caribbean Adventures mit Fans zu zahlreichen bisherigen Drehorten startet.

    Preisbeispiel: Bei TUI kostet 1 Woche (7 Ü) im Sandals Royal Plantation/Jamaika ab 1.603 €/Pers. in der Viceroy Honeymoon Oceanfront Butler Suite. Im Preis enthalten sind All-Inclusive-Verpflegung, Gepäckservice, Trinkgelder, Flughafentransfers vor Ort und exklusiver Butler-Service. Die Touren von Island Routes Caribbean Adventures kosten ab 48 €/Pers.

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  • Viele Fischarten bevorzugen Lanzarotes mildes Unterwasserklima – etwa der Meerengel. Er ist haeufig vor der Kueste von Puerto del Carmen anzutreffen
    Tauchplätze auf Lanzarote
    Haie zum Liebhaben auf Lanzarote für Menschen ungefährliche Haiart

    Mehr als 100 abwechslungsreiche Tauchplätze zeugen von Lanzarotes Fülle unter Wasser. Selbst im Winter wird das Meer selten kälter als 18 Grad und bietet so das ganze Jahr über ideale Bedingungen.

    30 Spots stellt das Handbuch LANZAROTEideal detailliert vor (kostenlos zum Download). Enthalten sind die wichtigsten Daten und Fakten zu den Tauchrevieren wie etwa Angaben zu Schwierigkeitsgrad, Tiefe und Vielfalt des maritimen Lebens.

    In der „Playa del Jablillo“ bei Costa Teguise etwa schnorchelt oder taucht die ganze Familie gemeinsam. Die geschützte Bucht ist für Anfänger geeignet, bereits ab zwei Metern Tiefe zeigen sich Neonriffbarsche, Seespinnen und sogar Stachelrochen.

    Die landschaftlich reizvolle Schlucht „Richie‘s Place“ vor Puerto del Carmen gilt ebenfalls als geeignet für Anfänger. Mit etwas Glück begegnet man dort Meerengeln, auch Engelhaie genannt. Lanzarote verfügt über eine der weltweit größten Populationen der kleinen und für Menschen ungefährlichen Haiart.

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  • Auf der Kanareninsel Lanzarote gibt es ueber 100 Tauchreviere, die in Tiefen von bis zu 40 Meter fuehren
    Natur der Kanareninsel
    Unter Wasser auf Lanzarote im glasklaren Atlantik

    Kennen Sie den Lanzarote-Effekt? Natur und Kunst geben sich hier die Hand, und das Essen schmeckt nach Meer, und nicht nur das.

    Vulkangestein, dutzende Strände und der glasklare Atlantik prägen das Bild von Lanzarote. Doch auch unter Wasser offenbart sich die außergewöhnliche Natur der Kanareninsel. Gemeinsam haben erkaltete Lava und der Ozean eine unwirkliche Landschaft aus Höhlen, Schächten und bizarren Felsen geformt.

    Dort tummeln sich selten gewordene Meeresbewohner wie Zackenbarsche, Stachelrochen oder Engelhaie. Taucher begegnen außerdem versunkenen Schiffen, majestätischen Riffen und einzigartigen Kunstwerken:

    Für Europas erstes Unterwassermuseum „Museo Atlántico“ versenkte der britische Bildhauer Jason deCaires Taylor seine Skulpturen in 15 Metern Tiefe.

    Weitere Tauchspots für Anfänger und Profis stellt der Tourismusverband Lanzarote in der kostenlosen Broschüre LANZAROTEideal vor.

    Von erkalteten Vulkanen und versunkenen Schiffen. Eine Reise ins Innere eines Vulkans unternehmen erfahrene Taucher an der Küste vor Mala: Dort hat erkaltete Lava eine riesige Röhre, genannt „Ascensor“ (dt. Aufzug), geformt.

    Wer durch ihn hindurchtaucht, entdeckt die Vielfalt des Terrains unter Wasser. Weitere Hotspots sind sämtliche Wracks vor den Küsten der Kanareninsel. Bei Puerto del Carmen befindet sich zum Beispiel ein ganzer „versunkener Hafen“.

    Bis zu sechs untergegangene Schiffe können in einem Tauchgang besucht werden, insbesondere die im flachen Wasser liegenden Wracks sind noch gut erhalten.

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Lebensart - Essen und Trinken

  • Kaesesommelier Johannes von der Suedtiroler Kreuzwiesenalm verarbeitet frische Rohmilch zu genussvollen Kaesespezialitäten
    Besonderer Käsegenuss aus Südtirol
    Wo der Käseduft auf die Südtiroler Hütte lockt von den hofeigenen Kühen

    Besonderen Käsegenuss erleben Besucher der Kreuzwiesenalm in Lüsen/Eisacktal. Dort verwandelt Johannes, ältester Sohn der Bauersfamilie und Senner aus Leidenschaft, Rohmilch von den hofeigenen Kühen in köstliche Delikatessen. Der Käsesommelier Johannes von der Südtiroler Kreuzwiesenalm verarbeitet frische Rohmilch zu genussvollen Käsespezialitäten.

    Gäste genießen das Ergebnis in Form von Joghurt, Butter, Topfen, Graukäse sowie Schnitt- und Bergkäse. Zur Einkehr und Verkostung sind Urlaubsgäste der Kreuzwiesenalm ebenso willkommen wie hungrige Wanderer.

    Als diplomierter Käsesommelier weiß Johannes außerdem, welche Weine und anderen Getränke zum Käseteller passen.

    Und wer die Produktion einmal hautnah miterleben möchte, dem zeigt er im Rahmen einer Führung gern den Weg vom Melken bis hin zum fertig gereiften Laib.

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  • Auf den Weiden der Roter Hahn Bauernhoefe in Suedtirol haben Milchkuehe jede Menge Auslauf
    Reif für die Alm in Südtirol
    Käse-Spezialitäten vom Südtiroler Bauernhöfen von besonderer Qualität

    Mit Beginn der warmen Jahreszeit geht es in Südtirol wieder hinauf auf die Almen – fürs Vieh ebenso wie für die Senner. Dank reiner Gipfelluft, saftigem Gras und würzigen Kräutern geben frei laufende Kühe, Ziegen und Schafe dort Milch von besonderer Qualität.

    Die daraus veredelten Produkte können Feinschmecker auf zahlreichen Berghöfen der Marke „Roter Hahn“ verkosten. Von Butter über Quark und Naturjoghurt bis hin zu Frisch-, Weich- oder Schnittkäse in unterschiedlichen Reifestufen reicht die Auswahl.

    Nach gemütlichen Spaziergängen oder anspruchsvollen Wanderungen in die Südtiroler Gipfelwelt lohnt die anschließende Kostprobe ganz besonders.

    Ob im Eisacktal, in den Dolomiten oder im Vinschgau – die Milchbauern der „Roter Hahn“-Höfe stehen für artgerechte Tierhaltung ebenso wie für fachliche Kompetenz.

    Erhältlich sind die Käse-Spezialitäten direkt ab Hof, an ausgewählten Verkaufspunkten oder im Online-Shop.

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  • Grau- oder Bergkaese Auf zahlreichen Milchhoefen der Suedtiroler Qualitätsmarke Roter Hahn entstehen gourmettaugliche Naturprodukte
    Naturreiner Käse aus Südtirol
    Glückliche Kühe und eine Schaukäserei in Südtirol

    Bis in den Oktober hinein serviert auch die Hagneralm eine breite Käsepalette. Bei der Verarbeitung kommt frische Milch vom Tiroler Grauvieh zum Einsatz.

    Die Rinder grasen während des Sommers auf hoch gelegenen Weiden – so gewährleistet die Bauersfamilie beim fertigen Produkt hochwertigste Qualität und naturreinen Geschmack.

    Der Bio-Hof Unterschweig in Ulten hingegen ist besonders für seine Käsesorten bekannt, welche mit Kräutern aus dem eigenen Anbau verfeinert werden.

    Im Hofladen können Besucher sogar durch ein Sichtfenster beobachten, wie aus der hofeigenen Kuhmilch Berg-, Kräuter-, Pfeffer,- oder Blütenkäse entsteht.

    Große und kleine Urlaubsgäste dürfen den Bauern beim Füttern seiner Kühe gern auch in den Stall begleiten.

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Lebensart - Stil und Lifestyle

  • Die Performance-Styles der kalifornischen Surfbrand O’Neill 
Die O’Neill Blue Produkte werden aus Plastik hergestellt
No-Tie-Fly von O’Neill ist ein zweifaches Velcro-Verschluss-System
    Fokus auf komfort-basiertem Design
    Performance-Styles - Die neue Swimwearkollektion von O’Neill

    it´s Always Summer on the Inside - Die neue Swimwearkollektion von O’Neill ist raffiniert und voller Innovation. Neue Techniken in der Materialverarbeitung, der Fokus auf komfort-basiertem Design, ein spannendes Farbkonzept - all das vereinen die Performance-Styles der kalifornischen Surfbrand.

    Mit dem Ziel die Plastikmenge in den Weltmeeren zu reduzieren, wächst die O’Neill Blue Kollektion von Saison zu Saison.

    Da das Unternehmen aus Leidenschaft zum Surfen gegründet wurde, liegt O'Neill der Schutz der Ozeane besonders am Herzen. Plastik, das an den Stränden und Küsten angeschwemmt und gesammelt wurde, wird für die O’Neill Blue Produkte verarbeitet.


    Retro und glänzend – der Surfer-Chic-Swimsuit Suru Vvoda ist aus schnelltrocknendem Material mit UV-Schutz 50 hergestellt. Der langarmige Onepiece mit Reißverschluss am Rücken und reflektierenden Details wurde aus recyceltem Küstenplastik hergestellt und gehört somit auch zur O’Neill Blue Familie  - ein Allround-Talent in jeglicher Hinsicht.

     
    Call it a Comeback. Der Superkini ist zurück, neu und optimiert. Genau wie das erste Modell, das 2011 auf den Markt kam, wurde der Superkini 2.0 so konstruiert, dass er an Ort und Stelle bleibt, unabhängig davon, wie kraftvoll die Wellen sind oder wie verrückt die Action ist.

    Mit Hilfe des verwendeten NanofrontTM Materials, das auch dann am Körper bleibt, wenn es nass wird, garantiert der Superkini doppelt so starken Halt wie gewöhnliche Lycra-Stoffe. Unzähligen Tests unterzogen und aus recyceltem Küsten Plastik gefertigt, kann O’Neill getrost behaupten, dass das neue Design schnell trocknet, sich weich anfühlt, atmungsaktiv ist und nicht verrutscht.


    Im Jahr 1971, legte Jack O’Neill’s Sohn Pat der Welt die erste Leash vor, um zu verhindern, dass Surfer im Wasser ihre Boards verlieren. Heute, 47 Jahre später, hat O’Neill jenes erfolgreiche Konzept von damals auf den Verschluss der No-Tie-Fly Boardshorts umgemünzt.

    No-Tie-Fly ist ein zweifaches Velcro-Verschluss-System, das unglaublich sicher und beständig ist. Es ist deutlich weniger voluminös als herkömmliche Taillienschnürung und minimiert somit die störende Reibung zwischen dem Surfer und seinem Board, wenn er ins Lineup paddelt.


    Die No-Tie-Fly Hyperfreak Hydro Boardshort ist durch diese Innovation die „technischste“ dieser Swimwearkollektion. Vorteile der Boardshort: super leicht, 170% 4-Way-Stretch-Material und temperaturregulierende Hyperflow Technologie zur Kühlung der Haut.

    Die Nähte sind mit Ultraschall verschweißt, welche mögliche Reibungsflächen auf ein Minimum reduzieren. Außerdem wurde ein antimikrobielles Gewebe benutzt sowie eine langlebige, wasserabweisende Beschichtung. Und das passende Shirt aus 4-Way-Stretch- und UV-Schutz 50 gibt es auch dazu.

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  • Eine Kollektion für Groß und Klein von BARTS, die warme Jahreszeit kann kommen
Fuer die kleinen Damen gibt es einige Teile im Mummy and me matching Look
Bademode aus Amsterdam von BARTS
    Accessoire-Spezialist BARTS
    Lässige Badeshorts für Jungs, für kleine Damen der Mummy and me matching Look

    Hallo Sommer. Der Accessoire-Spezialist BARTS aus Amsterdam präsentiert erstmals für Spring/Summer 19 eine Swimwear-Kollektion. Sie umfasst Bikinis und Badeanzüge, dazu passende Strandkleider und darüber hinaus Badeshorts für Herren und Jungs.

    Mit dieser Kollektion für Groß und Klein kann die warme Jahreszeit kommen! Bunt gemusterte Badeanzüge und Bikinis mit fantasievoll tropischen Prints machen Lust auf Sonne und Meer.

    Für die kleinen Damen gibt es einige Teile im Mummy and me matching Look und auch die Jungs können im Vater und Sohn Partner-Look am Strand auftrumpfen, um einen unvergesslichen Tag in der Sonne zu verbringen.


    Die lässigen Badeshorts für Jungs sind leicht und bieten optimale Bewegungsfreiheit, in Kombination mit einem coolen Sonnenhut das optimale Outfit für einen langen Tag am Meer.

    Auch die Accessoires von BARTS können im Spring/Summer 2019 wieder überzeugen. Pieces in pastellige Farben sind perfekte Begleiter für die anstehende Saison. Für diejenigen, die es gerne knallig oder gemustert mögen, wartet eine Bandbreite schönster Sommeraccessoires aus den verschiedensten Materialien wie Baumwolle, Stroh, Strick oder Bast.

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  • Selbstbewusste trendige Looks und froehliche Farben begeistern auch bei dieser Kollektion von Esprit
    trendige Brille Looks von Esprit
    Spaß, Optimismus, und Lässigkeit mit Brillen von ESPRIT

    Spaß, Optimismus, und Lässigkeit – das ist die Philosophie von ESPRIT - Mit ihren kalifornischen Wurzeln steht die Marke für selbstbewusste, trendige Looks, die aus den hochwertigsten Materialien gefertigt werden und mit einem tollen Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugen.

    Die neuen ESPRIT Fassungen verstehen sich als Hommage an diese Philosophie – sie sind komfortabel, beständig und gleichzeitig von den aktuellsten Trends inspiriert. Hier trifft ein moderner Metallic-Look auf filigrane Linien.

    Ergänzt wird das Design durch einen gelungenen Mix aus hochwertigen Materialien, wie Edelstahl mit leichtem Ultem oder TR90 in Verbindung mit modernen und legeren Formen.

    ESPRIT ist bekannt für fröhliche Farben und begeistert auch bei dieser Kollektion wieder mit einer Palette aus leuchtenden und pastelligen Tönen, mal einfarbig, mal gekonnt als Akzente in Szene gesetzt.
     
    Damen ET17596, Herren ET17599, Small ET33402: Diese minimalistischen Fassungen von ESPRIT sind das perfekte Accessoire für jeden Tag. Filigranes Metall wird hier mit sowohl modernen als auch mit klassischen, handbemalten Farbakzenten veredelt.

    Ein gekonnter Eyecatcher auf der Front, der sich in den Bügelenden wieder spiegelt. Der Trend „rund“ findet sich in der Damenbrille und der Fassung für kleinere Gesichter, während sich die Herren in einer rechteckigen Form präsentieren.


    Damen ET17597, Damen ET33401: Diese optischen Fassungen von ESPRIT haben das Zeug zu den neuen Lieblingsbrillen der Saison. Transparente Looks inspirierten die ESPRIT Eyewear Designer zu einer coolen Materialkombination:

    Eine Front aus schimmerndem, pastellfarbenem TR90 trifft auf Bügel aus Edelstahl. Diese schicken, leichten Fassungen heißen den Frühling willkommen und sind in vielen frischen, neuen Farben zu haben.

     
    Damen ET17598, Herren ET33400, Small ET33403: Diese innovativen ESPRIT Fassungen sind für alle, die ausdrucksstarke Brillen lieben. Kräftige Farben verleihen den prägnanten, rund oder quadratisch geformten Profilen einen frischen urbanen Look.

    Verfügbar in intensivem Rot, Lila und Grün sowie in beliebten klassischen Farbtönen. Dank der Kombination aus federleichtem Ultem und überaus flexiblem Edelstahl sind diese neuen Modelle beständig und stabil, bieten aber trotzdem höchsten Tragekomfort. Kurz: Sich gut fühlen und gut aussehen.

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Aktuelles - Reden ist Silber

  • Tiefe einblicke, MICHAELA BOLAND TRIFFT INGRID STEEGER
    MICHAELA BOLAND TRIFFT INGRID STEEGER
    Ingrid Steeger, Michael Pfleghar hat es "rausgeprügelt" aber ich habe wieder mal gehorcht

    Das Große Exklusivinterview für freundederkuenste.de - MICHAELA BOLAND TRIFFT INGRID STEEGER

    Michaela Boland:

    Kommen wir nocheinmal auf Klimbim zurück. Sie sagten gerade, es sei für sie die härteste Arbeit ihres Lebens gewesen. Inwieweit hatte das mit dem Regisseur Michael Pfleghar zu tun?

    Ingrid Steeger:

    Ja, es war sehr schwierig. Und auch hier kommt wieder hinzu, dass wir miteinander liiert waren und dass ich ihm dann gehört habe, beruflich wie privat. Das war für mich zum damaligen Zeitpunkt durchaus in Ordnung. Im Nachhinein sieht man vieles anders.

    Im Hinblick auf meine Jugend sagen die Leute ja auch, "deine Jugend war ja schrecklich", aber in meiner Jugend fand ich meine Jugend in Ordnung. Mit dreißig vierzig Jahren dann nicht mehr.

    Aber, das ist auch vielleicht etwas, das man überlebt, wenn man es in dem Moment so sieht. Aber Klimbim war eben deshalb so schwierig, weil ich vor der Kamera nicht so agieren konnte, wie ich es gerne getan hätte.

    Oder der  Pfleghar hat es auch einfach nur nicht so gesehen und er hat es natürlich, ich sage immer "rausgeprügelt" in Anführungsstrichen. Ich wußte nicht, dass ich komisch sein würde und er hat es mit Gewalt herausgeholt und ich habe gehorcht.

    Also ich habe wieder mal gehorcht. Wie immer im Leben, habe ich auch ihm gehorcht. Und das war ja offensichtlich richtig so. Es hat nicht unbedingt Spaß gemacht, aber es kam etwas dabei heraus. Und das durfte das Publikum ja nun auch nicht merken.

    Das war wichtig. Wenn wir das jetzt zusammen durchgehen würden, könnte ich ihnen jede Szene nennen, bei der ich geheult habe. Auch beim Schneemann. Das war nicht im Studio, sondern das war wirklich draußen im Schnee.

    Und das im Abendkleid. Und das mußten wir zehn bis zwanzig mal drehen und da bin ich fast erforen und bin seiner Meinung nach immer falsch um den Schneemann herumgelaufen. Das war dann auch nicht komisch.

    Das ganze Exklusivinterview für freundederkuenste.de lesen sie hier:

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  • Briefe an Obama haben Soenke C. Weiss an meisten beeindruckt
    ein wirkliches Zeitdokument
    Briefe an Obama bringt einen zum Lachen, zum Weinen, es erschreckt und macht glücklich

    Das Buch, das  Sönke C. Weiss indes in letzter Zeit am tiefsten bewegt hat, heißt Briefe an Obama, wurde von der US-amerikanischen Journalistin Jeanne Marie Laskas herausgegeben, ist jetzt im Goldmann Verlag auf Deutsch erschienen und kostet schlanke 22 Euro.

    Die 544 Seiten - man wünscht sich auf der Stelle einen zweiten Band - sind ein wirkliches Zeitdokument.

    Hintergrund: Während seiner achtjährigen Amtszeit las der US-Präsident jeden Abend zehn Briefe von Bürgern, um herauszufinden, wie es um sein Land steht, einige davon beantwortete er dann persönlich.

    Er schrieb an politische Gegner, Rentner, Schulkinder, Kriegsveteranen; es geht um Gerechtigkeit, Haltung, Aufrichtigkeit, Wandel und vor allem um eines: Heimat.

    Briefe an Obama bringt einen zum Lachen, zum Weinen, es erschreckt und macht glücklich. Ob es irgendwann auch mal ein Buch mit dem Titel Briefe an Merkel geben wird, ich bezweifle es, schön wär’s…

    Sibylle Bergs neues Buch GRM

    Auch hat mich Sibylle Bergs neues Buch GRM gefreut, wie alles, was Frau Berg schreibt, selbst wenn es stramme 640 Seiten sind, die jetzt im Hause Kiepenheuer & Witsch erschienen sind und 25 Euro kosten.

    GRM steht für Grime, das Coolste, was es an Musik seit es Punk gibt und das Lebenselixier einer Gruppe Jugendlicher ist, die in einer nicht zu fernen Zukunft im Brexit-Land leben, einer orwellähnlichen Insel, wo alle, die am neuen Lebensstil mitmachen, die Gewinner sind.

    Wer indes quer denkt und sich außerhalb des Systems sieht, hat keine Chance. Willkommen in der Welt von Grime und bei SB. Sybille Berg ist vielen vielleicht auch nur als Spiegel-Kolumnistin bekannt, darüber hinaus aber Autorin von 21 Theaterstücken und 14 Romanen, die in über 34 Sprachen übersetzt worden sind und die mit ihrer unverkennbaren Stimme ein Leben zeichnet, dem wir bereits heute immer näher kommen: traumlos in einer Welt ohne Visionen, wo Algorithmen den menschlichen Geist ersetzen. 

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  • Neue Buchempfehlung von Sönke C. Weiss, Haben und nicht haben
    haben und nicht haben
    Die Habenden und Nicht-Habenden - Status. Ruhm. Prestige. Perfektion

    Wer wirklich wissen möchte, wie die Haves and Have Nots - die Habenden und Nicht-Habenden - in der Vor-Trump-Zeit der USA tickten, als es noch Hoffnung gab, dem empfehle ich unbedingt das neue Buch von Gary Shteyngart zu lesen: Willkommen in Lake Success.

    432 Seiten. 24 Euro. Sehr geschmeidig aus dem Amerikanischen von Ingo Herzke übersetzt. Worum es geht: Status. Ruhm. Prestige. Perfektion.

    Eines schönen Tages macht Barry Cohen, Sohn eines jüdischen Poolreinigers und millionenschwerer Hedgefonds-Manager, Schluß mit seinem privilegierten New Yorker Leben, inklusive seiner Trophäenfrau Seema und seinem an Autismus erkrankten Sohn.

    Mit der Börsenaufsicht auf den Fersen flieht er in einem Greyhound-Bus aus dem Big Apple, um seine alte College-Liebe Layla in El Paso zu treffen. Nach 20 vergeudeten Jahren! Im Gepäck:

    Einige Kreditkarten, die er schnell entsorgt, und seine Lieblingsuhren - ja, Barry ist ein Uhrenfetischist auf der Suche nach dem wahren Leben, bevor ihm selbst die Zeit ausgeht.

    Und so fühlen wir bei jeder Seite dieses wunderbaren Buches den Herzschlag des Helden der Geschichte und sind am Puls der Zeit dabei, egal wie absurd die Charaktere auch sein mögen. Man glaubt sie, weil sie wie die USA sind. Extrem in beide Richtungen - haben und nicht haben.

    Wie sein Held Barry fuhr auch der Autor Gary Shteyngart mit dem Greyhound-Bus und den „Ungewaschenen“ quer durch die USA - von New York City bis eben nach El Paso - und ließ seine Erfahrungen in seinen nunmehr vierten Roman fließen.

    Ein Roadtrip, der irgendwie zwischen Melancholie, Selbstverachtung und Wehklagen schwebt und dabei noch so unsagbar lustig ist, wie ihn so nur ein jüdischer Autor beschreiben kann. Herrlich. (Nicht umsonst wurde der Autor mit dem National Jewish Book Award für Fiktion geehrt.)

    Aber lesen Sie selbst oder besser noch, hören Sie Gary Shteyngart beim Lesen aus Willkommen in Lake Success zu:

    Am Montag, den 6. Mai in Berlin, Geistesblüten; Dienstag, den 7. Mai in München, Literaturhaus; Mittwoch, den 8. Mai in Innsbruck, Wagner’sche Universitätsbuchhandlung und am 9. Mai in Zürich, Literaturhaus. Um Reservierung wird gebeten.

    Sönke C. Weiss

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Kunst - Werk der Woche

  • Motive der Berliner Großstadt bei Nacht von Renata Tumarova
Verborgen hinter einem Schleier treten in ihren naechtlichen Szenen immer wieder einzelne Menschen oder Personengruppen hervor 
Renata Tumarova entfernt sich von den duesteren Motiven der Großstadt
Auf ihren Reisen zu den Orten ihrer Bilder faengt sie deren Charakteristiken ein
    Motive der Berliner Großstadt
    Werk der Woche: Renata Tumarova wendet sich in ihren Bildern spezifischen Stadtszenarien zu

    Bereits Ernst Ludwig Kirchner und dessen expressionistische Kreise entdeckten das Motiv der Berliner Großstadt als einen facettenreichen und faszinierenden Ausdruck menschlichen Lebens.

    Anders jedoch als bei den lebendigen und kraftvollen Gesamtdarstellungen der Expressionisten wendet sich Renata Tumarova in ihren Bildern spezifischen Stadtszenarien zu.

    Zunächst verborgen hinter einem Schleier aus großstädtischer Geschwindigkeit oder glänzenden Regenwänden treten in ihren nächtlichen Szenen immer wieder einzelne Menschen oder Personengruppen hervor.

    Während diese für einen Moment aus ihrem Alltag herausgerissen werden und wie im Zeitlupentempo verharren, fliegen die Lichter und Reflexe der Stadt an ihnen vorbei und erwecken den Eindruck tiefer Melancholie und Einsamkeit.

    Der Betrachter selbst findet sich dabei unweigerlich in den oftmals großformatigen Bildern der Künstlerin wieder, wenn er beispielsweise in "After midnight" einer jungen Frau mit rotem Mantel und gelbem Regenschirm gegenübersteht, ganz so, als wäre er Teil jener zeitlichen Verkürzung, welche die Grenzen zwischen Bild und Betrachter auflöst.

    Im Gegensatz dazu begibt sich die Künstlerin in Gemälden, wie "I thought I could join them" oder "Moll Gree - The arriving of the gambas" an die Küsten Venedigs und Spaniens. Sie entfernt sich von den düsteren Motiven der Großstadt und wendet sich statt dessen dem bunten und temperamentvollen Leben jener südlichen Regionen zu.

    Auf ihren Reisen zu den Orten ihrer Bilder fängt sie deren Charakteristiken ein. Atmosphärische Lichtwirkungen und natürliche Impressionen spielen dabei ebenso eine Rolle, wie das Leben der Menschen und deren offene Mentalität.

    Fast schon virtuos vermag es die Künstlerin dabei mit den Ölfarben umzugehen und die Zustände verschiedener Stofflichkeiten, wie die schimmernde Transparenz des Regens, die spiegelnden Reflexe einer Wasserpfütze oder die Leuchtkraft von Scheinwerfern und Laternen, wiederzugeben.

    Durch eine bewusst gewählte Ausschnitthaftigkeit, die an die Anfänge der amerikanischen street photography erinnert, lenkt Renata Tumarova den Blick immer wieder auf bestimmte Situationen.

    Gleichzeitig implizieren jene Ausschnitte, dass der Betrachter stets nur den kleinen Teil eines großen Ganzen vor Augen geführt bekommt und, dass das Weiterdenken über die Grenzen des Bildträgers hinaus durchaus erwünscht ist.

    Ein gedanktlicher Spielraum ist es schließlich auch, welcher die Konturen der Motive verschwimmen lässt und einzelne Personen, wie das junge Mädchen in "Wieder am See" in einen dunklen Schatten verwandelt, der lediglich das platonische Abbild einer verborgenen Realität darstellt.

    Renata Tumarovas Bilder unterliegen dabei einem stets unvollendeten Charakter, welcher die nicht immer ganz eindeutigen Orte zu fragmentarischen Ausschnitten der menschlichen Existenz erweitert.

    Die Redaktion GFDK vergibt 5 Sterne für die Künstlerin. (Kaufen)

    Preise von 750 bis 7000 Euro.

     

    galerie gerken                         

    auguststraße 49

    10119 berlin

    tel.: + 49 30 978 940 66            

    www.galerie-gerken.de          

     

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  • Das Hell-Dunkel ist ein Spiel zwischen dem Gegensatz von Tag und Nacht Des Teufels Kirmes
Fuchsbau von Dorothea Schuele
Devils Garden von Dorothea Schuele
The Chairmann von Dorothea Schuele
Illuminati von Dorothea Schuele
Dorothea Schuele im Atelier
Lestate von Dorothea Schuele
    ein Spiegel für die Seiten des Lebens
    Werk der Woche von Kaiserswerther Kunstpreisträgerin Dorothea Schüle: Devils Garden

    Die Welt meiner Bilder sind Innen- und Aussenräume bei Tag und auch bei Nacht. Sie sind Wiedergabe meines alltäglichen Lebens und meiner erlebten Umwelt. Vordergründig scheinen sie eine heile, bürgerliche und vergnügliche, betriebsam, fleißig aufstrebende, menschliche Umwelt darzustellen, aber bei genauer Betrachtung werden alltägliche Gegenstände zu Metaphern der realistischen, oft aggressiven "Lebenswelt".

    Die Räume sind angefüllt mit den nützlichen, aber unscheinbaren Gegenständen des täglichen Gebrauchs, die für uns oft nur zweckdienlich sind und uns daher nicht beachtenswert, eher unschön erscheinen.

    Aber gerade die Hervorhebung dieser unscheinbaren Gegenstände mit ihrer diffizilen Vielfältigkeit, den Ecken und Kanten im Spiel mit Licht, Schatten und Farbe erlangen so einen starken Reiz.

    Sie sind auf einmal ein fester Punkt im Bild, nicht wegzudenken aus der kompositionellen Gesamtheit des Bildes. Ein dichtes Farbgewebe, aus akzentuierten Punkten zu gedämpften, feinen Nuancen und Flächen.

    Es sind Dinge, die durch Skizzen schnell festgehalten wurden. Auf der Leinwand ist es dann nicht nur ein Prozess des Übertragens der flüchtigen Momente, sondern diese flüchtigen Momente werden bewusst zu einer neuen Komposition verändert.

    Dinge erhalten so neue gegenseitige Beziehungen und somit eine neue Inhaltlichkeit, die in den nachträglich gegebenen, oft ironischen, Titeln wie z. B. „Love to Love“ angedeutet werden.

    Das Hell-Dunkel ist ein Spiel zwischen dem Gegensatz Tag/Nacht. Ist es noch Nacht? Ist es schon Tag? Ist es ein künstliches oder ein natürliches Licht? Das Prinzip der Gegensätzlichkeit der Welt und deren Beziehungen und Probleme miteinander werden so zu einem zentralen Bildthema.

    Für uns eher markante Dinge wie z.B. ein Stuhl oder ein Tisch treten in ihrer Prägnanz zu Gunsten gewisser "Undinge", wie z.B. Lichtflecken zurück. Ein Dialog zwischen den einzelnen Gegenständen entsteht. Manche befreien sich von Ihrer ursprünglichen Funktion und werden so zu Protagonisten für deren Benutzer.

    Verstärkt wird diese „neue“ Funktion durch die Komposition. Oft diagonale Bildkompositionen erzeugen eine starke Dynamik, einhergehend mit einer nun herrschenden starken Lebendigkeit der ehemaligen "nature morte".

    Die Dynamik erhält eine zusätzliche Beschleunigung durch die oft extremen Vogel- als auch Froschperspektiven. Die Starre, die diese gewählten Gegenstände hervorrufen können, wird aufgehoben und kann bis zu einer angreifenden Aggressivität gesteigert werden.

    Die subjektive Beobachtung der Gegenstände im Spiel des Lichtes ermöglicht eine freie malerische Umsetzung, die eine Metarmophose der Objekte zu neuen Eigenformen zuläßt. Bei diesem Wechsel werden innerhalb eines minimalen Zeitraumes die räumlichen Betonungen und die Farbnuancen neu verteilt.

    Statik wird zu Bewegung und die Objekthaftigkeit eines Gegenstandes wechselt zu einer starken Subjektivität. Somit ist auch der Wechsel von der mathematisch, objektiven Perspektive zu einer im Bild wechselnden, teilweise aufgelösten, subjektiven Perspektive möglich.

    So entstand das Bild 'Devil's Garden' nach einer Skizze, die im bekannten Biergarten 'Schleusenkrug' am Landwehrkanal im Tiergarten entstanden ist. Städtisch und doch im Grünen. Das nächtliche Ambiente ist ein Mischung aus erster Nachkühle und auch Dampf von der vergangenen Hitze des Tages. Eine Vorahnung, was in den nächsten Tagen passieren könnte. 

    In den Bildern entstehen Beziehungen, Rückantworten, Abtrennungen als auch Brüche. Sie sind ein Spiegel für die frohen, leichten, beschwingten ebenso wie für die düsteren, beängstigenden, verzweifelten und verlorenen Seiten des Lebens.

    BIOGRAPHIE:

    Dorothea Schüle lebt und arbeitet in Düsseldorf und Berlin.

    Dorothea Schüle, 1970 geboren in Pforzheim, 1990 Studium an der Freien Kunstschule Stuttgart, 1991 Beginn des Studiums an der Kunstakademie Münster und an der Westfälischen Wilhelms Universität, 1999 1. Staatsexamen für Bildende Kunst und Geographie, Akademiebrief.

    PREISE UND AUSZEICHNUNGEN:

    1993 1. Platz des Xaver-Fuhr-Preises

    1995 Ernennung zur Meisterschülerin von Prof. Hermann Josef  Kuhna,  Akademiestipendium Rom

    2002 Stipendium des Glückstadt Destination Managment

    2003 Gaststipendium in der Villa Romana, Florenz

    2007 Kaiserswerther Kunstpreis, Gesellschaft Freunde der Künste - GFDK

    2015 Burg Kniphausen, „West sieht Nord“, Plein Air an der Küste

     

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  • Die Bilderflut von Dirk Hanus ist Alltag fuer eine Antwort darauf ist keine Zeit
Surreale Inszenierung von Dirk Hanus
Surreale Inszenierung von Dirk Hanus
Surreale Inszenierung von Dirk Hanus
Surreale Inszenierung von Dirk Hanus
Surreale Inszenierung von Dirk Hanus
Der Kuenstler Dirk Hanus
    weg von oberflächigen Posen
    Werk der Woche: Dirk Hanus - surreale Inszenierungen der „Inner Spaces"

    INNER SPACES. Surreale Welten - Ganz haben die fotografischen Bilder die figürlichen Darstellungen in der Malerei, der Grafik oder der Skulptur wohl nicht verdrängt, gemessen aber an den vielfältigsten figürlichen Darstellungen, wie sie das 19. Jahrhundert noch mit seinen unzähligen christlichen, mythologischen, Genre- und Historienbilder kannte, ist das Figürliche heute in diesen traditionellen Medien nur vereinzelt anzutreffen.

    Figürliches finden wir vor allem in der Werbung und in der Fotokunst, in der überwiegenden Mehrzahl in inszenierten Bildern. In ihrem Raffinement und ihrem Realismus sind sie den historischen Bildern inzwischen weit überlegen.

    Dass nur das fotografiert werden kann, was faktisch vor dem Objektiv existiert, diese Zeiten sind vorbei. Die digitale Technologie macht die szenischen Möglichkeiten inzwischen grenzenlos. Am Computer lassen sich alle nur denkbaren Szenarien generieren und dann in eine fotografisch anmutende Form übertragen.

    Vor diesem Hintergrund gewinnen die von Dirk Hanus inszenierten Bilder seiner Serie „inner spaces“ Bedeutung. Denn sie weichen entschieden von unseren Seherfahrungen ab: Wir erblicken Frauen und Männer, Mädchen und Jungen, die in Räumen agieren, wie wir sie zwar kennen, doch erscheinen die Handelnden in rätselhaften und nicht eindeutigen Arrangements.

    Bei aller fotografischen Detailgenauigkeit und Wiedererkennbarkeit, sei es der Kleidung oder der Interieurs, also dem Vertrauten, sind es vor allem die Körperhaltungen der Personen und dann die hinsichtlich ihrer Quellen mysteriösen Beleuchtungen, die uns gleichermaßen irritieren. Mit anderen Worten, Dirk Hanus’ Inszenierungen wirken surreal.

    In ihrer Surrealität beziehen sie sich jedoch nicht auf die Bilder der Surrealisten der zwanziger Jahre und deren Insistieren auf den psychischen Automatismus, sondern reihen sich in die Tradition surrealer Motive ein, wie sie die Kunstgeschichte seit Jahrhunderten als Ausdruck der Fantasien und Empfindungen einzelner Künstler kennt.

    Insofern sind sie kunsthistorisch verankert und zeigen zugleich deutliche Bezüge zur aktuellen figurativen Fotokunst. Denken wir an Jeff Wall, der das Momenthafte der Straßenfotografie inszeniert, oder Philip-Lorca diCorcia, der seine Straßenmotive mit dem Studioblitz ausleuchtet und auf diese Weise verfremdet. In dem bewussten Inszenieren der Personen und der verfremdenden Lichtgestaltung zeigen sich methodische Parallelen, die Bildgestaltungen haben aber einen eigenen, originären Charakter.

    Dirk Hanus’ Inszenierungen folgen, wie schon in seinen früheren Bildern, ganz seinen Fantasien und Intuitionen, sie sind einerseits in der Wahl der Modelle, der Räume und deren Interieurs dramaturgisch genauestens geplant und leben andererseits von spontanen Entscheidungen bei der praktischen Umsetzung.

    Wenn seine Bilder in der Folge in ihrem digital bearbeiteten Erscheinungsbild von der Realität abweichen, dann geschieht das in der Überzeugung, dass unser unmittelbarer Alltag wie die Fülle der medial vermittelten Ereignisse aus allen Regionen unseres Globus’ mittlerweile in einem Maße Kuriositäten und Absonderlichkeiten bereithalten, die all unsere Vorstellungen übertreffen.

    Soziologisch gefasst zeigt uns Dirk Hanus in seinen Licht- und Farbräumen die Welt des bürgerlichen Mittelstandes in Europa. Dass die Handelnden durchgehend allein in Innenräumen zu sehen sind, suggeriert eine gewisse Einsamkeit und Verlorenheit.

    Ungeachtet der körpersprachlichen Vielfalt verharren die abgebildeten Personen in quasi traumhaften oder filmischen Szenen, von denen wir nicht wissen, was davor passiert ist und was noch folgen wird. Dem Bildbetrachter obliegt es, eine eigene Geschichte zu entwickeln. Das macht die surrealen Szenen zu Quellen unserer realen Emotionen und Fantasien.

    Dr. Enno Kaufhold

    Die Bilderflut ist Alltag. Eine Antwort darauf ist keine Zeit. Wenn der Mensch noch hinschaut, dann nur ganz kurz. Dazu muss die Botschaft schnell entschlüsselbar sein. Hier setzen auch die Bilder von Dirk Hanus an. Handwerklich perfekt, erinnern sie an die glatte Werbeästhetik unserer Tage. Die Einrichtungen kennen wir alle, die Menschen darauf meinen wir auch zu kennen.

    Doch genau in dem Moment, in dem das Auge eigentlich schon weiter will, greifen die Widerhaken. Das Licht ist nicht logisch. Oft unklar geführt. Unschärfen, dunkle Bereiche, offene Türen, seltsame Schränke. Überstrahlungen.

    Diese Irritationen finden sich wieder im Zentrum eines jeden Bildes der Serie. Im Zentrum steht, liegt, hockt der Mensch. Meist in reichlich seltsamen Körperhaltungen. Immer allein, gefangen (verloren?) - in einer Situation, die sich dem Betrachter nicht auf den ersten Blick erschließt. Vielleicht nicht einmal auf den zweiten oder dritten.

    Vielleicht auch nie. Was passiert außerhalb unseres Blickfeldes, was geht über den Bildrand hinaus? Wir wissen es nicht, aber wir wollen es wissen. Und schon sind wir selbst in ihnen gefangen, in den surrealen Inszenierungen der „Inner Spaces“.

    Andreas Kesberger, Berlin

    www.dirkhanus.de

    Galerie am Markt 21
    D-99423 Weimar
    http://www.c-keller.de

     

     

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Aktuelles - Interviews und Portraits

  • Michaela Boland hat für die Freunde der Kuenste den Desinger Florian Wess in oeöln getroffen und so einiges erfahren.
Florian, Arnold und Oskar Wess, die Botox-Boys
Florian Wess zu Gast bei Paris Hilton.
Florian Wess, der kreative junge Kopf, der auf Basis seiner eigenen Ideen mithilfe der Familie eine perfekt inszenierte Show auf die Beine gestellt hat.
Die Show kann beginnen.
Mit einer phaenomenalen Laufsteg-Show machte der zielstrebige 33-Jährige lautstark auf die Erstkollektion seines Labels Garçon F aufmerksam.
Backstage vor der Show.
Das große Finale.  
Model Larissa Marolt mit Florian Wess.
Oeffentliche Auftritte meistert Florian Wess mitlerweile mit links.
    MICHAELA BOLAND TRIFFT JUNG-DESIGNER FLORIAN WESS
    Florian Wess will Harald Glööcker, Alfredo Pauly und Sebastian Böhm in Rente schicken

    Vor fünf Jahren haben wir ein ausführliches Gespräch mit Florian Wess geführt. Dass der "Botox-Freund" keine Angst vor dem Trash-TV hat, das hatte er uns schon 2014 erzählt. Dass der Sohn und Neffe der "Botox-Boys" nach seinem Auftritt 2011 in der Realityshow "Big Brother" nun auch im "Dschungelcamp" gelandet ist, dürfte keine Überraschung sein.

    Vielleicht müssen sich Glööckler, Pauly und Co schon bald warm anziehen, denn sein Plan ist, die Riege der älteren Herren demnächst abzulösen. Von diesem Mann werden wir in Zukunft mit Sicherheit noch jede Menge hören und sehen: Florian Wess.

    Der Jung-Designer brennt seit jeher für seine Leidenschaften und lebt für seinen Traum. Jetzt ist der schöne Kölner unter die Modeschöpfer gegangen und seine junge Fashion schlägt ein. Mit einer phänomenalen Laufsteg-Show machte der zielstrebige 33-Jährige lautstark auf die Erstkollektion seines Labels Garçon F aufmerksam.

    Mode medienwirksam präsentiert

    Bunt, extrovertiert, fröhlich, trendy und convenient kommt Wess` Mode daher. Medienwirksam präsentierte der versierte Geschäftsmann sein Event so denn auch in den Kölner Balloni-Hallen vor den Augen zahlreicher Prominenter. Der Einsatz hat sich gelohnt: Schon jetzt steigt der Absatz der Wess`schen Originals, die man online erwerben kann, in ungeahnte Höhen. Mehrere Modelle sind bereits vergriffen.

    Botox-Behandlungen sind wie ein Gang zum Zahnarzt

    Was den charmanten Beau mit perfekten Umgangsformen antreibt, warum er nie einen Hehl aus seinem Hang, in der Öffentlichkeit stehen zu wollen, gemacht hat, wie er sich sozial engagiert und warum sich Botox-Behandlungen für ihn wie ein Gang zum Zahnarzt anfühlen, wollte ich beim Besuch im Kölner Familienbüro herausfinden.

    Die Mittelstraße in der Domstadt am Rhein zählt zu den feinen Geschäftsadressen. Hier finden sich Edel-Boutiquen, Läden mit erlesener, exquisiter und in der Regel teurer Ware, hier flanieren häufig gut betuchte Kunden, hier reiht sich Schaufenster mit schillernder Auslage dahinter ans nächste. Auch AW-Promotion, die Firma seines Vaters, Arnold, ist hier ansässig. Florian Wess kann die Räumlichkeiten für sein noch junges Label, Garcon F, zunächst mal mitnutzen.

    Florian Wess hat keine Angst vor dem Trash-TV

    Der höfliche und zuvorkommende  Neu-Designer hat mich hierher eingeladen. Ich muss gestehen, dass ich sehr gespannt bin auf den jungen Mann, den ich bisher in erster Linie in Zusammenhang mit den sogenannten Botox-Boys, der eigenen Doku-Serie rund um seine Hochzeit, Ein- und Auszügen aus dem BB-Haus und diversen anderen Blitzauftritten auf dem Bildschirm wahrgenommen habe.

    Gemeinhin bezeichnet man diese Art des Fernsehens als Trash-TV, aber ein Geheimnis aus dem Bedürfnis, in den Medien zu sein, hatte Florian Wess zu keinem Zeitpunkt gemacht. Wir Menschen neigen dazu, in Schubladen zu denken und werden immer wieder eines Besseren belehrt.

    Wer ist er also, der kreative junge Kopf, der auf Basis seiner eigenen Ideen mithilfe der Familie eine perfekt inszenierte Show auf die Beine gestellt hat, der nun arbeitsbeflissen in Mode macht und trotz allem Glamour dennoch bodenständig und demütig wirkt.

    Michaela Boland: Hört man dich sprechen, gewinnt man nicht zwangsläufig den Eindruck, dass du waschechter Kölner bist. Wo kommst du ursprünglich her?

    In Köln eingebürgert

    Florian Wess: Mein Vater, mein Onkel und ich kommen gebürtig aus Fulda. In den 1980er Jahren sind wir hierher gezogen, da mein Vater sich damals im Bereich EDV selbständig gemacht hat und die Möglichkeiten auf dem Markt hier in NRW, im Vergleich zu unserer alten Heimat, natürlich super waren. Seitdem sind wir hier quasi eingebürgert. Abgesehen von meinem Onkel, dem Zwillingsbruder meines Vaters, und deren Schwester. Sie leben nach wie vor in Hessen.

    Michaela Boland: Welche Schulen hast Du besucht?

    Florian Wess: Nach der Grundschule habe ich, ganz normal, eine weiterführende Schule besucht. Dann habe ich neun Monate lang die Bundeswehr durchlaufen. Das war noch Wehrdienst in Rennerod im Westerwald beim Sanitätsregiment. Dort habe ich Teamgeist und Zusammenhalt gelernt, was mir auch jetzt noch etwas bringt. Viele sagen ja, „Bundeswehr ist nichts “, aber für mich war es o.k., wobei ich heute jedoch eigentlich sagen würde, dass Bundeswehr unnötig ist.

    Michaela Boland: Wie ist dein Weg danach weiter verlaufen?

    Florian Wess: Anschließend habe ich eine Ausbildung zum Bürokaufmann absolviert. Mein Vater hat zu diesem Zeitpunkt bereits seine Firma gehabt. Die Ausbildung wollte ich allerdings nicht bei ihm machen, da dies für mich zu soft gewesen wäre. Meine Eltern und ich haben Wert darauf gelegt, dass ich meine Ausbildung extern absolviere. Also habe ich in einem Kölner Betrieb für Werbemittel gelernt. Dort wurden beispielsweise Schlüsselbänder und ähnliches hergestellt. Mir war das wichtig, damit ich einen  bodenständigen Beruf habe.

    Michaela Boland: Hat die Ausbildung komplette drei Jahre gedauert?

    Florian Wess: Ja, ich habe drei Jahre durchgezogen, habe in manchen Bereichen ganz viele Probleme gehabt, Nachhilfe bekommen, dann in der Abschlussprüfung alles bestanden. Das war mir wichtig, denn man weiß ja nie, wie das in den Medien so ist und auch ein Designerleben kann schnell vorbei sein.

    Michaela Boland: War dein Blick zu diesem Zeitpunkt denn schon zielgerichtet auf ein Dasein in der Öffentlichkeit fixiert?

    Florian Wess: Den Blick auf die Medien hatte ich schon immer. Ich habe schon im Jahre 1995 mein erstes Moderatoren-Casting beim Kindersender Nickelodeon gehabt. Zu diesem Zeitpunkt hat mein Großvater noch gelebt und mich  dorthin begleitet. Da stand ich dann mit 15 Jahren ganz nervös am Tisch. Damals hat es leider nicht funktioniert, was ja auch logisch war, denn sie konnten ja keinen 15-Jährigen einstellen.

    Sie haben mich eben geholt, um mir einen Traum zu erfüllen, damit ich mal moderieren konnte. Doch nichts desto trotz hatte ich schon zum damaligen Zeitpunkt mein Bewerbungsvideo komplett selbst hergestellt. Den Hintergrund ausstaffiert mit allem Drum und Dran. Das war wohl witzig. Insofern kann ich sagen, dass ich schon immer in die Medien wollte.

    Michaela Boland: Hast du später, nach Beendigung deiner Ausbildung, denn sogleich den ersehnten Weg in die Medien gefunden?

    Florian Wess: Nach meiner Ausbildung bin ich zu meinem Vater in den Betrieb gegangen und habe in dessen Eventbereich gearbeitet. Wir erhielten den Zuschlag für die Jummimüüs-Gala, (auf Hochdeutsch: Gummimaus) ein großes Charity-Event. Dort konnte ich dann Erfahrung mit Prominenten sammeln, Connections machen und mich gleichfalls ein wenig weiterentwickeln. So ging es dann immer weiter. 2009 bin ich dann durch die Schönheits- OP-Berichte zum ersten Mal so richtig in die Medien gekommen.

    Michaela Boland: Zuvor warst du allerdings schon im Jahre 2005 in einem Video-Projekt zu sehen.

    Florian Wess: Richtig, das war ein soziales Projekt für JuPo (JungPositiv). Das ist eine junge Gruppe, die sich aus Schwulen, Lesben, Heteros und HIV-infizierten Menschen zusammensetzt und die führen ein gemeinschaftliches soziales Projekt durch. Dafür habe ich mich einige Jahre engagiert und dabei sind verschiedene Clips entstanden.

    2005 haben wir in Österreich für ein Projekt auch den Medienpreis der Deutschen Aidsstiftung bekommen. Es war wirklich eine super Sache. Auch Günther Jauch hat einen solchen Preis verliehen bekommen. (Anm.d. Red: Stern-TV –Beitrag: „Kinderwunsch trotz HIV – Die Geschichte der Heidemarie Kremer“)

    Michaela Boland: Engagierst du dich derzeit noch in diesem Projekt?

    Florian Wess: Nein, da man nur bis zum Alter von 27 Jahren mitmacht, weil dann junge Leute nachrücken sollten. Aber das ist o.k., ich habe es schließlich vier oder fünf Mal gemacht.

    Michaela Boland: War die Arbeit in diesen Filmprojekten für dich eine Art Bestätigung, nun genau zu wissen,  beruflich etwas in der Öffentlichkeit machen zu wollen?

    Florian Wess: Es war etwas, wobei ich einige Sachen gelernt habe. Es hat mich auch angespornt, weiterzumachen, weil es mir gefallen hat. Nur kann man so etwas mit den Medien nicht vergleichen. Aber ich habe mir schon gesagt, „das ist mein Ding, das möchte ich“.

    Michaela Boland: Du betreibst auch einen Blog im Netz. An welche Adressaten richtet er sich?

    Florian Wess: Ja. Da geht es um Dinge, bei denen ich es noch nicht vermocht habe, sie medial umzusetzen, zum Beispiel um Stories, wo ich Obdachlose treffe, Bekannte, die auf der Straße leben, soziale Projekte oder auch, was ich so privat mache oder wie ich schon mal Wünsche erfülle. Manchmal beschreibe ich dort auch Leute, die mir wichtig sind oder es wird über Fan-Treffen berichtet.

    Michaela Boland: Bist du ein Mensch, der politisch interessiert ist?

    Florian Wess: Ja, ich bin früher politisch sehr aktiv gewesen. So war ich beispielsweise bei Stuttgart 21 und habe dort demonstriert. Auch in Duisburg Marxloh habe ich gegen rechts demonstriert. Dort bin ich sogar in Gewahrsam genommen worden, weil wir die Nazis blockiert hatten. Da gab es drei Busse für  Minderjährige,  Leute mittleren und höheren Alters.

    Dorthin hat man uns gesteckt bis die Demo vorüber war. Also, ich bin durchaus politisch aktiv, allerdings nicht Partei-zugehörig. Ich habe  jedoch durchaus meine Meinung und die ist sehr europäisch, freundlich und recht offen ausgerichtet.

    Michaela Boland: Hast Du noch Geschwister?

    Florian Wess: Ich habe noch einen jüngeren Bruder, Marius. Er ist aber überhaupt nicht so medienaffin, sondern eher zurückhaltend konservativ in manchen Dingen.

    Michaela Boland: Liest man drei Jahre alte Medienberichte über Dich, findet man als Altersangabe immer wieder 26.  In der aktuellen Berichterstattung bist du demgegenüber plötzlich 33. Rechenfehler oder machst du grundsätzlich ein Geheimnis um dein Alter?

    Florian Wess: Natürlich lege ich sehr viel Wert darauf, immer jung auszusehen, aber ich mache kein Geheimnis um mein Alter. Ich bin 33 Jahre alt. Das Medienalter ist einfach dadurch entstanden, dass die Leute nie nachgefragt und immer einfach etwas erfunden haben. Da habe ich mir eben gesagt, „von mir aus, wenn die das machen möchten, dann habe ich kein Problem damit“. Doch wenn mich jemand fragt, gehe ich schon offen damit um.

    Michaela Boland: Welche Vorbilder hattest Du als Kind?

    Florian Wess: Sowohl als Kleinkind als auch als Jugendlicher bin ich immer schon ein Fan von amerikanischen Soaps, Sitcoms und Kinofilmen gewesen. Die habe ich auch gesammelt, z.B. Roseanne, Clueless oder die Rich Girls. Ich habe mich da schon gefragt, „wie kommt das“ und wollte ständig wissen, „woher haben die das und das“.

    Mir war da schon klar, dass ich irgendetwas mit Mode zu tun haben wollte. Irgendwie hat mich der ganze amerikanische Lifestyle fasziniert. Die großen Supermärkte, die riesige Auswahl von Softgetränken, die vielen Stars.

    Michaela Boland: Hast du dich schon als Kind häufig in den Staaten aufgehalten?

    Florian Wess: Nein, aber wir sind immer viel gereist. Wir hatten viele internationale Freunde und Bekannte, da mein Vater durch sein EDV-Business auch immer viele Leute kennengelernt hat.

    Michaela Boland: Ist dir das Weltenbummler-Dasein somit ein Stück weit in die Wiege gelegt worden?

    Florian Wess: Richtig.

    Michaela Boland: Auf deiner Garçon F- Seite beschreibst du dich als einen extrovertierten Mann, der Fashiontrends aufspürt und einen Zugang zur breiten Öffentlichkeit ermöglichen will. Betrachtest du dich im Modebereich als eine Art Mittler?

    Florian Wess: Ich bin jemand, der sich nicht festlegt. Die Sachen, die mir gefallen, die suche ich mir zusammen und die ziehe ich an, die trage ich, die vermittle ich. Genauso lebe ich auch. Natürlich habe ich Prinzipien, denen ich in meinem Leben, wie einem roten Faden, immer treu bleibe. Die gehören zu mir. Aber rundherum wechsle ich wie meine Klamotten auch meinen Lifestyle.

    Das, was aktuell ist, was Trend ist und wichtig ist und was von anderen Persönlichkeiten zeitnah umgesetzt wird, das fasse ich auf und setze es um. Genau das möchte ich mit Garçon F beispielsweise auch der Hilde aus Baden Baden vermitteln können.

    Motto:  Hör zu, wenn du etwas möchtest, dann klick dich doch auf meine Seite, da findest du, was up to date ist, musst nicht lange suchen und kannst schauen, ob es zu dir passt. Das kann eine Gedankenstütze sein, das kann eine Hilfe oder Anregung sein, vielleicht auch einfach nur eine Bestätigung für andere Leute.

    Michaela Boland: Wer soll in erster Linie von deiner Mode profitieren? An welche Klientel richtet sich das Angebot?

    Florian Wess: Das sieht man ja bereits an den Größen, die von XS bis XXL reichen.

    Michaela Boland: Wobei anzumerken ist, dass deine Models während der Show allesamt extrem schlank waren. Dagegen konnte man sich mit einer Konfektionsgröße 34 durchaus schon etwas korpulent fühlen.

    Florian Wess: Ja, die Models sind natürlich so ausgewählt, damit das alles knackig herüberkommt. Mir haben allerdings schon viele Mädels geschrieben, „danke Florian, dass du auch XXL Größen anbietest“, jetzt von dieser Kollektion abgesehen, denn das ist eben eine Möglichkeit zu zeigen, dass man alles anziehen kann.

    Michaela Boland: Du bietest ausgefallene Shirts, Sweaters oder auch Leggings an. Preislich geht es ja da schon bei sehr moderaten 25,00 Euro los. Soll deine Mode eigentlich eher erschwinglich oder exklusiv sein?

    Florian Wess: Ich werde die Preise noch mal anpassen, allerdings habe ich sie so angesetzt, um die Zielgruppe zu erreichen, die ich erreichen möchte. Ich mache logischerweise keine High-Class-Fashion. So eine Damen-Herren-Kollektion von A bis Z zu machen, wie es beispielsweise ein Cavalli kann, das möchte ich gar nicht.

    Es soll trendbewusst sein und die Preise sind so angesiedelt, dass es sich jeder kaufen kann. Das Preissegment wird schon in etwa so bleiben. Auch wenn Parfums und Kosmetik kommen, denn es ist bewusst auf die Masse abgezielt. Insoweit wird es eher ein bisschen günstiger werden.

    Michaela Boland: Kann man denn dann noch von exklusiver Mode sprechen?

    Florian Wess: Doch das kann man.

    Michaela Boland: Inwieweit?

    Florian Wess: Insoweit als diese Sachen von mir stammen. Die Ideen hierzu kommen ja aus meinem Kopf. Insbesondere die Motive. Es sind meine exklusiven Gedanken, also mein geistiges Eigentum und das ist nun mal exklusiv.

    Michaela Boland: Wie kommt deine Mode an?

    Florian Wess: Das Shirt auf dem Prinzessin Di abgebildet ist, hat gerade in der Schweiz viel Kritik hervorgerufen.

    Michaela Boland: Aus welchem Grund?

    Florian Wess: Weil darauf die Worte stehen, „I love Paris“. Sie ist ja seinerzeit in Paris gestorben. Deshalb hat man mich in der Schweiz geradezu zerrissen. Dort schrieb man dann: „Florian Wess macht Mode für die Mülltonne“. Aber das ist ja o.k., das wollte ich ja damit erreichen.

    Michaela Boland: Du schreibst, dass Du Trends aufspürst. Ist das, was du umsetzt insoweit ganz und gar originär oder siehst du irgendwo etwas und versiehst es anschließend noch zusätzlich mit deinen eigenen Ideen?

    Florian Wess: Das ist richtig, ich setze das um, aber sowohl als auch habe ich auch meine eigenen Sachen dabei.

    Michaela Boland: Welches Stück kann man da beispielsweise benennen?

    Florian Wess: Gerade das Shirt mit Lady Di darauf. Der Spruch dazu, um Kontroversen zu schaffen. Oder einfach einen richtig krassen Mundschutz zu machen, vergoldet mit Nieten darauf. Das sind richtig heftige Sachen.

    Michaela Boland: Wann war der Entschluss, nun in Mode zu machen, bei dir richtig ausgereift?

    Florian Wess: Mode wollte ich schon immer machen, aber ich habe nie gedacht, dass ich mal so eine geile Show machen würde, dass ich ein eigenes Label haben würde, dass es bei mir weitergeht und dass dieses Label so viel Potential haben würde wie Garçon F. 2011 haben Valencia und ich uns getrennt, 2012 haben wir uns scheiden lassen. Da war ich ein nahezu am Boden zerstört, weil alles so negativ ausgelegt wurde. Da war die Rede von Fake-Hochzeit und so weiter.

    Zu dem Zeitpunkt habe ich mit meinem Vater gesprochen und gesagt, dass ich etwas Neues brauche, um mich abzulenken. Gegen Ende 2011 bzw. Anfang 2012 habe ich dann gesagt, „Jetzt machen wir es“. Und dann habe ich damit angefangen, die ersten Shirts zu machen.  Wie beispielsweise das von Paris Hilton. Das waren meine ersten Entwürfe, auch meine eigenen Designs.

    Anschließend sind wir nach L.A. zu Paris Hilton und zu LaToya Jackson geflogen, um das ein bisschen zu hypen. Aber da habe ich gemerkt, dass das, was ich damals gemacht habe, ein bisschen  zu langweilig ist, zu 0815-mäßig. Danach habe ich mich noch einmal in Ruhe hingesetzt und überlegt, was man machen kann und habe mich wirklich darauf konzentriert. Und so ist Garçon F innerhalb von zwei Jahren entstanden und diese Shirt-Kollektion. Es hat also schon zwei Jahre gedauert.

    Michaela Boland: Ist es ein großes Wagnis, so etwas aufzuziehen, wenn man eigentlich nicht aus der Branche kommt, wenn man also nicht, wie andere, zunächst mal eine Schneiderlehre absolviert oder ein Modedesign-Studium abgeschlossen hat? Oder kannst du das ganz entspannt angehen, weil der finanzielle Background da ist?

    Florian Wess: Alles, was man in den Medien macht, ist immer ein Wagnis, weil es immer Menschen gibt, die einen kritisieren oder die einen unterstützen. Da gibt es kein Mittalding. Das ist bei mir genauso und war auch schon vorher so. Ich habe schnell gelernt, dass man darauf nicht so viel geben muss. Mich stört es nur, wenn meine Familie angegriffen wird oder ganz oberflächliche Beleidigungen kommen.

    Ich habe zuvor mit InStyle-Chefredakteurin Annette Weber gesprochen, die ich in Mailand kennengelernt habe und sie hat zu mir gesagt, „Florian, hör zu, wenn du heutzutage ein Label herausbringst, ein Design machst, dann kannst du das ohnehin nicht mehr allein. Dann brauchst du ein Kreativ-Team.“ Das habe ich auch. Die unterstützen mich in puncto Stoffe, Einkauf, Vermarktung und so weiter. Mit denen arbeite ich zusammen. Heutzutage ist man in puncto Design auf ein Team angewiesen. Daher weiß ich auch, ich bin nicht allein gelassen und das ist gut.

    Michaela Boland: Sind sie hier bei dir mit im Haus oder frei?

    Florian Wess: Das sind Freunde und Bekannte von mir, mit denen ich zusammenarbeite. Mit denen berät man sich und entwickelt sich weiter.

    Michaela Boland: Wie sieht deine künftige Planung im Hinblick auf kommende Kollektionen aus, nachdem deine jetzige ja zunächst auf Sweaters, Shirts, Leggings und Handy-Cases begrenzt ist?

    Florian Wess: Es wird auf jeden Fall immer wieder Shirt-Kollektionen geben, die jedes Mal abgewandelt sind, aber im selben Stil. Wobei es in nächster Zeit ein bisschen mehr ins Schwarz gehen wird. Das hatte ich ja dieses Mal bewusst herausgelassen.

    Es wird auch Parfum geben, was ich mit Helmut Berger kreieren werde. Ich möchte auf jeden Fall, dass die Leute auch sehen, dass es mehr geben kann von mir. Es wird dann Hosen geben und richtige Sachen, die auch geschneidert sind. Aber das dauert eben noch ein bisschen. Der nächste Step wird im kommenden Jahr noch einmal Shirts sein und danach wird es dann richtig weitergehen, da ich mich auch weiterentwickeln muss.

    Michaela Boland: Wie darf ich mir derzeit einen typischen Arbeitstag von dir vorstellen?

    Florian Wess: Mein Wecker klingelt jeden Morgen zwischen fünf und fünf Uhr dreißig. Meinen Vater, der zwar nebenan im Büro sitzt, aber so ein Workaholic ist, dass er nur morgens im Fitness-Studio mit mir sprechen kann, sehe ich also um zehn vor sieben zum Fitnessprogramm im Holmes Place. Dort trainieren wir, tauschen uns aus, reden und informieren uns über das Wichtigste.

    Dann gehe ich ins Büro, checke meine Mails und Facebook, mein Social Media, checke anschließend ab, wie die Bestellungen sind und kümmere mich dann um Drehs, die wir haben, z.B. Fashion-Shows oder, wo wir als V.I.P.-Gäste eingeladen sind. Auch habe ich Geruchsproben für das Parfum, das wir zusammengestellt haben. Zwischendurch mache ich hier Interview-Anfragen und andere Sachen. Ich vereinbare Fototermine, muss Autogrammkarten schreiben. Abends gehe ich wieder mit meinem Vater essen, so ab 18.00 Uhr und das war es dann.

    Michaela Boland: Unternimmst du auch mal etwas mit deiner Mutter?

    Florian Wess: Meine Mutter besuche ich meistens am Wochenende, also schon regelmäßig. Meine Großmutter auch.

    Michaela Boland: Heißt das, dass deine Eltern getrennt sind?

    Florian Wess: Meine Eltern sind schon seit 20 Jahren getrennt. Mein Vater und meine Mutter sind schon neu verheiratet, das ist aber alles super. Also, mein Leben ist schon sehr bunt gemischt. Ich bin oft in Wien, ebenfalls in Salzburg, auch wegen Helmut Berger. Ich bin auch oft in Berlin unterwegs.

    Michaela Boland: Zum Thema Berger hast du dich öffentlich bisher noch gar nicht so richtig geäußert.

    Florian Wess: Der Zeitpunkt, dass ich darüber richtig viel erzählen möchte, kommt noch.

    Michaela Boland: Verstanden. Hast du eigentlich vor, im Bereich des Schneiderns alles einmal so richtig von der Pike auf zu erlernen oder kannst du gar eine Nähmaschine bedienen?

    Florian Wess: Eine Nähmaschine kann ich bedienen, meine Oma hat ja auch welche. Ich habe durchaus schon andere Sachen gemacht, z.B. verfeinert und enger genäht. Das ist kein Problem, das funktioniert. Und Stoffkunde ist auch in Ordnung. Ich weiß, welche Stoffe es gibt und die Arten von Stichen beim Nähen stellen ebenfalls kein Problem für mich dar.

    Aber selbst die Musterteile für die Modenschau wurden extern für mich produziert. Ich lege Wert darauf, dass in Europa hergestellt wird. Das wird auch so gemacht, nämlich in Polen. Also es sieht so aus, dass ich mich mit meinen Produkten auskenne und das ist für mich wichtig. Allerdings will ich nicht sagen, dass ich nicht dazu bereit bin, Neues dazuzulernen, denn ich lerne immer gerne dazu.

    Ich bin auch offen für Kritik, wenn es wirkliche Kritik ist. Sagt jemand zu mir, „Florian, deine Mode ist Scheiße, mach doch mal etwas anderes“, dann ist das allerdings keine Kritik für mich. Kritik muss in meinen Augen so gestaltet sein, dass ich etwas umsetzen und mich weiterentwickeln kann.

    Michaela Boland: Ist dein Label schon in der Modefachwelt besprochen worden?

    Florian Wess: Nein.

    Michaela Boland: Gab es denn irgendwelches Feedback von Modedesigner-Kollegen?

    Florian Wess: Nein. Das Feedback sah so aus, dass wir auf der Modenschau ja ein paar Modedesigner da hatten, es waren ein paar Einkäufer vor Ort. Die haben sich nicht negativ geäußert, zumindest wurde mir nichts zugetragen und online habe ich auch nichts gefunden. Natürlich hatten das Label und wir einen riesengroßen Pressehype nach der Modenschau. Im Bereich Online-Media, Social Media, TV und Print. Ich denke, die Leute sehen das und werden es realisieren. Aber warum sollten sie Kritik äußern, sie wissen ja selbst wie es ist.

    Michaela Boland: Wie sieht es mit Modefachjournalen aus?

    Florian Wess: Das ist gar nicht das, wo ich hin möchte. Ich sehe  mich nicht als Roberto Cavalli oder als Michalsky. Das bin ich nämlich nicht. Ich mache etwas ganz anderes. Ich sehe mich zwar als Designer, aber eben nicht als High-Class-Designer. Und ich möchte deshalb nicht dorthin, da ich dann die ganzen Leute, die mich groß gemacht haben, fallen lassen würde.

    Michaela Boland: Woher beziehst du die konkreten Inspirationen für deine Motive?

    Florian Wess: Bei meinem XOXO-Motiv war es so, dass das eine Einstellung in meinem Leben war. Ich habe Paris Hilton getroffen und ich will nicht direkt sagen, dass sie ein Vorbild ist, aber sie hat gute Geschäftsideen. Dieses XOXO hat sie immer gepostet. Es bedeutet Hugs & Kisses und das habe ich so aufgenommen.

    Auf meinem ersten Shirt war sie ja mit diesem kleinen Hund abgebildet. Das hat mir dann  nicht mehr so gefallen, und das habe ich dann abgewandelt zu dem neuen XOXO. Ansonsten haben wir eine Abbildung von Yves Saint Laurent dabei, Helmut Berger, Romy Schneider, Gianni Versace oder Christian Dior. Das sind alles Ikonen und das hat mich inspiriert.

    Michaela Boland: Das sind weitestgehend ausgesprochen schöne Menschen gewesen. Ist Ästhetik für dich ein zentraler Punkt?

    Florian Wess: Ästhetisch sein, gepflegt sein, gut riechen, gut aussehen, das ist mir schon wichtig. Wenn andere Menschen anders damit umgehen, dann akzeptiere ich das. Ich würde niemals zu jemandem sagen, „ du riechst irgendwie nach Schweiß, geh mal duschen“, so etwas sage ich nicht, sondern ich ignoriere das.

    Michaela Boland: So etwas ist ja manchmal schwer zu ignorieren.

    Florian Wess: Richtig, aber  ich bin so ein Typ, der auch niemanden diskriminieren würde. Ich würde also nicht sagen, „der ist korpulent und die da trägt ein Kopftuch, was soll das“, das bleibt jedem selbst überlassen. Ich würde das ja auch nicht wollen. Bei uns war es so: Mein Vater und Onkel sind ja Zwillinge und die haben immer sehr viel Wert auf ihr Äußeres gelegt.

    Mein Bruder, meine Mutter und meine Tante genauso. Das ging früher schon damit los, Deo und Gesichtswasser zu benutzen, sowie zur Kosmetik und in die Sauna zu gehen. Nach dem Duschen eben immer neue Klamotten anzuziehen. Das ging bei uns schon los als wir klein waren. Und auf diese Weise hat sich das gewissermaßen manifestiert.

    Michaela Boland:  Kommen wir noch einmal zu deiner Kollektion. Unter deinen Stücken ist mir ein Motiv aufgefallen, auf dem dein Konterfei sehr deutlich abgebildet ist. Du trägst darauf eine Cap mit der Aufschrift „High“. Darüber hinaus gibt es dich gleich in doppelter Ausführung mit jeweils verschränkten Armen einander gegenüberstehend. Was hat es damit auf sich?

    Florian Wess: Das Motiv, bei dem ich mir selbst gegenüberstehe, soll bedeuten, dass es immer zwei Persönlichkeiten gibt. Man sieht sich im Leben immer wieder. Für mich ist das deshalb wichtig, weil ich schon Zeiten gehabt habe, in denen ich mich nicht getraut habe, in den Spiegel zu blicken. Womöglich hört sich das ein bisschen verrückt an, aber es ist so. Deswegen habe ich mich auch bewusst ohne Tätowierungen dort abgebildet.

    Michaela Boland: Warum genau?

    Florian Wess: Vielleicht möchte ich mich einfach auch mal wieder ohne Tattoos sehen.

    Michaela Boland: Wie lange trägst du sie bereits auf deiner Haut?

    Florian Wess: Ich glaube, das erste habe ich vor zehn Jahren stechen lassen. Und dann ging es immer so weiter.

    Michaela Boland: War das in deinem Elternhaus zunächst ein Problem?

    Florian Wess: Mein Vater und meine Mutter sagen immer, „in dem Beruf ist das kein Problem“. Heute gebe ich aber jedem Angestellten oder jedem Azubi den Rat, wenn er sich ein Tattoo machen lassen möchte: „Mach es und wenn dein Chef dann zu dir sagt, du kannst wegen der Tätowierung hier nicht mehr arbeiten, dann mache dich selbständig!“ Wenn nämlich ein Chef die Arbeitsleistung vom Tattoo abhängig macht, ist das sowieso kein richtiger Chef.

    Michaela Boland: Wieviel Zeit hat eigentlich die reine Herstellung der Kollektionsstücke in Anspruch genommen?

    Florian Wess: Mit den ganzen Malaktionen mindestens ein Jahr. Das sind alles Ölgemälde, die eigens angefertigt und später digital eingefügt wurden. Dann habe ich mich mit verschiedenen Firmen auseinandergesetzt, die überhaut dieses ganz neue Druckverfahren zur Anfertigung dieses Stils anbieten. Dabei handelt es sich um einen Laservolldruck, wobei ganz wichtig ist, das jener Druck auch nicht ganz durchgeht. Alles wird komplett vernäht. Das ist alles ganz fein, gibt’s auch nur recht selten und ist ebenfalls exklusiv.

    Michaela Boland: Das klingt recht aufwendig. Umso erstaunlicher, dass du den Preis für die Ware verhältnismäßig gering halten kannst.

    Florian Wess: Es ist sehr aufwendig. Ich sage ja, man macht es bei der Masse gut. Ich habe wirklich einen guten Absatz.

    Michaela Boland: Die Farbdrucke auf den Shirts sind auch alle waschresistent?

    Florian Wess: Wie auch andere Designer es handhaben: Man sollte solche Sachen grundsätzlich immer im Handwaschgang waschen und nicht in den Trockner stecken. Das ist ja logisch. Das ist alles robust und beständig.

    Michaela Boland: Wie viele Mitarbeiter beschäftigst du bereits?

    Florian Wess: Ich habe insgesamt fünf.

    Michaela Boland: Könnten es womöglich mehr werden, sobald du deine Kollektion erweiterst?

    Florian Wess: Das tut sich nichts, da es spezielle Firmen gibt, die meine Sachen für mich entwickeln. Und in der heutigen Zeit von E-Mails sind Sekretärinnen zum größten Teil überflüssig.

    Michaela Boland: Für deine ausgefeilte Bühnenshow hat es einer akribischen Vorbereitung bedurft, wie man merken konnte. Wie lange hast du im Vorfeld daran gearbeitet?

    Florian Wess: Wie die Show abläuft, was wir wollten und was ich wollte, das hatte ich alles schon im Kopf, das wusste ich genau. Schwierig ist nur gewesen, die passende Eventhalle zu finden. Um die Balloni-Hallen haben wir wirklich gekämpft, denn sie hatten hohe Auflagen. Es war schwierig, diese umzusetzen. Das ganze Event haben wir innerhalb von zehn Wochen gestemmt.

    Michaela Boland: Du konntest recht bekannte Models für deine Show gewinnen, beispielsweise Larissa Marolt und Mickey-Rourke-Freundin, Anastassija Makarenko. Heißt das, dass man die Models auch verhältnismäßig kurzfristig buchen kann?

    Florian Wess: Von Larissa wusste ich, dass sie da sein würde, denn wir haben sie schon vorher angefragt. Da haben wir das Datum durchgegeben. Ich will nicht sagen, dass wir uns nach ihr gerichtet hätten, aber ich wusste, wann sie Zeit hat und das hat dann auch bei uns gut geklappt. Wichtig war natürlich auch, dass die Kleidungsstücke rechtzeitig da sein würden. Das hat ja auch alles funktioniert.

    Michaela Boland: Wen siehst du in der Modewelt als Konkurrenz bzw. als Mitbewerber?

    Florian Wess: Die großen Designer, die weltweit bekannt sind, sind für mich keine Konkurrenten, weil ich das ja nicht bin. Ob ich dahin komme, weiß ich natürlich nicht, wäre aber sicherlich schön. Meine Konkurrenz sind ganz klar Harald Glööckler, Sebastian Böhm und Alfredo Pauly. Alle QVC-und HSE- Gesichter. Ich denke schon, dass ich bereit bin, in zwei Jahren da einige abzulösen.

    Meine Fans, meine Zielgruppe liegt vom Alter her zwischen 14 und 25 und sie sind wirklich darauf bedacht, vor allem etwas von mir zu bekommen. Die wollen keine Handtasche oder irgendeine Jeans, die irgendwo jemand genäht hat und der dann seinen Namen darauf gesetzt hat.

    Meine Zielgruppe will etwas von mir und deshalb werde ich immer meiner Linie treu bleiben. Würde ich jetzt so werden wie Michalsky, wobei ich natürlich nicht ausschließen kann, dass das vielleicht einmal kommen wird, doch wenn es käme, wäre ich unglaubwürdig. Aber unglaubwürdig möchte ich eben nicht erscheinen.

    Michaela Boland: Jetzt wirst du natürlich, ebenso wie deine Fans, irgendwann auch älter. Ist denn insoweit völlig undenkbar, dass dein Angebot um entsprechende Produkte erweitert wird?

    Florian Wess: Erweitern schon, doch ich kann mir nicht vorstellen, extremen Luxus zu verkaufen. Im Moment kann ich mich damit noch nicht anfreunden.

    Michaela Boland: Gibt es unter allen Produkten eines, das besonders begehrt ist?

    Florian Wess: Das Fuck You – T-Shirt läuft am besten (lacht).

    Michaela Boland: Gibt es im Hinblick auf Produkte etwas, dass du kategorisch ausschließen würdest?

    Florian Wess: Ich würde niemals Schuhe machen können. Ich werde lieber auf die extravaganten Sachen gehen. Viele Accessoires, vielleicht verrückte Mützen. Ich möchte noch nicht zu viel verraten, aber es wird Sachen geben, die für Furore sorgen werden.

    Michaela Boland: Welche Kunst interessiert dich?

    Florian Wess: Ich liebe neuzeitliche Kunst, ich liebe auch bewegte Kunst in Form von Videos und Bildern. Es gibt ein Video einer Bekannten von mir, das mir besonders gut gefällt. Darin sieht man eine Frau, die ein Tuch hat. Dieses Tuch stellt die Haare dar. Jene Frau versucht immer wieder, die Haare aus dem Gesicht zu bekommen, kriegt sie aber einfach nicht weg. Das Video kann man unendlich lang laufen lassen und so etwas finde ich sehr interessant.

    Michaela Boland: Was liest du gerne?

    Florian Wess: Bücher von Vera Birkenbihl, außerdem ganz viele soziale Sachen oder Bücher über vegane Ernährung. Krimis und Romane lese ich nicht.

    Michaela Boland: Wie sieht es bei dir mit dem Glauben aus?

    Florian Wess: Ich bin sehr gläubig. Ich habe mein Losungsbuch immer dabei. Da steht für jeden Tag eine Losung drin. Diese Bücher habe ich seit 2008. Sie sind immer recht hochwertig und neu und ich nehme sie überall hin mit, wenn ich beispielsweise auf Reisen bin. Deshalb sind sie am Ende des Jahres immer ziemlich verschlissen und da bin ich stolz drauf. Ich wurde katholisch erzogen und habe auch Rituale, also Bet-Rhythmen.

    Michaela Boland: Leider selten geworden.

    Florian Wess: Meine Großmutter hat immer mit uns gebetet als wir klein waren. Vor vielen Jahren habe ich dann mal eine recht schwierige Zeit gehabt, in der es mir nicht gut gegangen ist. Irgendwann war ich verzweifelt in meiner Wohnung und hatte plötzlich den Gedanken, einmal unter mein Bett zu schauen. Das tat ich und dort fand ich das Gotteslob. Ich fing an, es zu lesen. Seit diesem Zeitpunkt ging es bei mir immer bergauf. Dieser rote Faden ist immer bei mir.

    Da gibt es so ein Motto, das lautet: Geld kommt und geht, Freunde kommen und gehen, Krieg kommt und geht, aber der Glaube bleibt immer gleich. Ich weiß, ohne das Beten würde mir etwas fehlen und ich möchte auch gar nicht ohne meinen Glauben sein. Aber ich zwinge das niemandem auf und will auch keinen bekehren oder damit belasten. Das ist einfach mein eigenes Ding.

    Michaela Boland: Du scheinst in jedem Fall bibelfest.

    Florian Wess: Ich kenne sie nicht auswendig,  ich deute sie auch nicht immer so, wie es sein muss, aber ich lese regelmäßig darin. Das ist mir sehr wichtig. Wenn ich aufstehe, bete ich immer zuerst, und lese dann auch immer ein bisschen in der Bibel. Auch abends. Zwei bis drei Mal habe ich sie bestimmt schon komplett durchgelesen. Ich habe auch die Volksbibel von Martin Dreyer gelesen, der die Bibel in die Jugendsprache übersetzt hat. Die fand ich ganz witzig.

    Michaela Boland: Dann lebst du sicherlich auch nach christlichen Grundsätzen?

    Florian Wess: Es sieht so aus. Ich habe meinen roten Faden, aber ich trinke auch ab und zu mal etwas. (lacht).

    Michaela Boland: Dass du gerne in der Öffentlichkeit stehst, war nie ein Geheimnis. Man kennt dich insofern durch unterschiedlichste TV-Auftritte. Ist dieser Umstand für deine Tätigkeit als Designer eher Fluch oder Segen?

    Florian Wess: Ich denke, ich brauche für beides beides. Die Medienpräsenz für die Umsetzung meiner Kreativität und des Labels. Andererseits brauche ich auch das Label, um immer in Dinge hineinzurutschen. Da gibt sich quasi eine Hand die andere. Ich profitiere von beidem und möchte natürlich gerne, dass es mehr wird. Es wird auch mehr.

    In diesem Punkt bin ich zwar manchmal ungeduldig, aber alles in allem mag ich das einfach. Nichts desto trotz muss ich eine Sache bemerken: Das Negative an der Medienpräsenz ist, dass viele einen gerade deswegen nur ausnutzen wollen.

    So habe ich beispielsweise einige Partner gehabt, mit denen ich auch meine Wohnung geteilt, aber dann sehr schnell gemerkt habe, dass diese eigentlich nur gerne selbst in die Medien wollten. Man weiß dann irgendwann einfach, dass man häufig zweimal hingucken muss. Es ist also nicht immer nur easy going.

    Michaela Boland: Botox ist in deiner Familie ein nicht ganz unwesentliches Thema. Du selbst hast jedenfalls keinen Hehl aus deinem Faible dafür gemacht. Wann hast du damit begonnen.

    Florian Wess: 2007, 2008 oder 2009. Irgendetwas um den Dreh.

    Michaela Boland: Wie oft machst du das?

    Florian Wess: Zwei bis drei Mal im Jahr. Das hält ja länger. Es ist sehr harmlos, zum Zahnarzt gehen ist dasselbe. Im Fernsehen wird es natürlich medial gehypt, aber es ist ja nichts Wildes. Doch das ist eine Entscheidungssache. Ich bin natürlich kein Arzt.

    Michaela Boland: Du warst ja bereits kurz verheiratet. Kennenlernen, Hochzeit, und Trennung in der Öffentlichkeit wirkten ein wenig wie im Turbo-Gang. Bist du jemand, der in dieser Hinsicht schnelle Entscheidungen trifft? Lässt du dich eher spontan auf Beziehungen ein?

    Florian Wess: Ich bin langsamer und vorsichtiger geworden in solchen Dingen. Was diese Hochzeitsgeschichte betrifft, - wir haben ja tatsächlich standesamtlich geheiratet, es war ja kein Fake -  muss ich sagen, es gibt ja den Spruch „drum prüfe, wer sich ewig bindet…“ Und das stimmt. Das habe ich nicht beherzigt.

    Michaela Boland: Mit dem Designer-Dasein bist du sehr beschäftigt, medial bist du ebenfalls präsent und beides liebst du. Kann man sich eigentlich immer mehrteilen? Wo genau soll nun deine Reise hingehen?

    Florian Wess: Es gibt da drei Pakete: Das eine ist `Die Botox-Boys und Florian Wess`, das wird es in den Medien immer geben, egal wo.

    Michaela Boland: Dabei seid ihr, dein Vater, Onkel und du buchbar?

    Florian Wess: Genau. Man kann alles mit uns machen. Dann gibt es `Garçon F und Florian`, das bin ich. Das werde ich immer weiterführen, auch ganz bewusst in den Medien. Und das dritte ist eben `Florian Wess und noch andere Dinge`. Mit dem Fernsehen möchte ich sehr gerne die Leute, die einen harten Tag hinter sich haben, am Abend unterhalten, damit sie abschalten können. Das ist mir wichtig, das ist mein Ding. Darüber hinaus ist mein Ziel, mir vor allem mit Garçon F meinen Lebensabend zurechtzurücken.

    Michaela  Boland:  Lieber Florian, vielen Dank für dieses ausführliche Gespräch. Für deinen weiteren, sicherlich erfolgreichen Weg, die besten Wünsche.

     

    Michaela Boland ist Journalistin und TV-Moderatorin. Bekannt wurde sie als Gastgeberin der Sommer-Unterhaltungsshow „HOLLYMÜND“ des Westdeutschen Rundfunks Köln. Seit 1988 schrieb sie für die Rheinische Post, unterschiedliche Publikationen der WAZ-Gruppe Essen, Bayer direkt und Kommunalpolitische Blätter.

    Außerdem präsentierte sie die ARD-Vorabendshow „STUDIO EINS“ und arbeitete als On-Reporterin für das Regionalmagazin „Guten Abend RTL“. Auf 3-Sat, dem internationalen Kulturprogramm von ARD, ZDF, ORF und SRG, moderierte sie die Kulturtalkshow „Doppelkopf“, sowie für TV NRW, die Casino

    Show „Casinolife“ aus Dortmund-Hohensyburg. Michaela Boland arbeitet auch als Veranstaltungsmoderatorin und Synchron- sowie Hörspielsprecherin.

    Für die Gesellschaft Freunde der Künste moderiert sie den Kaiserswerther Kunstpreis sowie alle grossen Kulturveranstaltungen der Gesellschaft.

    Seit Mitte 2009 ist sie verantwortlich für die Ressorts:

    Exklusivinterview und Porträt des Monats

    © Michaela Boland und Gesellschaft Freunde der Künste

    Nachrichten, Stories, Meinungen und Unterhaltung

    Freunde der Künste,
    das Sprachrohr der Kreativwirtschaft

     

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  • Michaela Boland interviewt die Harry-Potter Zwillinge Oliver und James Phelps, die ab Oktober im Abenteuermuseum Odysseum ausstellen  
Die Phelps Zwillinge im Gespraech mit der GFDK Redakteurin Michaela Boland 
Oliver und James Phelps im Gespraech mit Michaela Boland
Blick in die Ausstellung
Ausgestellte Harry Potter Uniform
    michaela boland trifft die Phelps-Twins
    Joanne K. Rowling ist glücklich - Harry Potter jetzt auch als Ausstellung

    Das Gespräch führten wir 2014. Sie sind Weltstars und das schon seit ihrem 14. Lebensjahr. Selbst ohne feuerrotes Haar werden die heute 28-Jährigen in jeder Stadt sofort erkannt. Leugnen zwecklos. Doch das haben sie auch gar nicht vor, denn im Gegensatz zu ihrem Schauspielkollegen Ralph Fiennes zählten sie in den Verfilmungen von Joanne K. Rowlings Mega-Verkaufsschlager, "Harry Potter", zu den Guten.

    Harry Potter - The Exhibition

    Gerade sind Oliver und James Phelps, die in allen Teilen der Filmreihe die Weasley Zwillinge, George und Fred, geben, nach Deutschland gereist. Grund: Das Großprojekt: "Harry Potter - The Exhibition". Was sich dahinter verbirgt, wie sich die einstigen Kinderstars von ihrem Märchen-Image freistrampeln wollen und was sie von Gurkentelefonen auf Kunstaustellungen halten, haben sie in Köln verraten.

    Groß sind sie geworden, die eineiigen Phelps-Twins, die aus der Nähe von Birmingham stammen und in den Verfilmungen einer der erfolgreichsten Buchreihen aller Zeiten immerzu tapfer an der Seite des Serienhelden kämpften, sich allerdings selten einen Scherz verkneifen konnten.

    Die Feuermelder-Frise ist zwischenzeitlich einem seriösen Kurzhaarschnitt beim 13 Minuten älteren Oliver und einer, nennen wir es durchaus Vokuhila, beim lässigen James, in der natürlichen Haarfarbe gewichen. Ausgesprochen sympathisch zeigen sich die Engländer bei ihrem Kurzbesuch in Köln.

    Ab 3. Oktober im Abenteuermuseum Odysseum

    Hier nämlich sollen sie für die große Original-Requisitenausstellung im Abenteuermuseum "Odysseum" ab drittem Oktober werben. Dass sie auch privat gerne zum Scherzen aufgelegt sind, haben sie trotz bester englischer Manieren unter Beweis gestellt.

    Michaela Boland: Welche Frage wurde euch bisher am häufigsten gestellt?

    Oliver Phelps: Ich glaube, es war die Frage danach, ob wir in der Stadt von den Menschen erkannt worden seien.

    Michaela Boland: Nun, eure Haare sind schließlich keineswegs mehr so rot wie in den Harry-Potter-Filmen als Weasley-Twins. Hat es bei den Leuten trotzdem sogleich Klick gemacht?

    James Phelps: Oh ja, das kann man sagen (lacht).

    Michaela Boland: Ihr seid durch die Verfilmungen Teil eines Mega-Welterfolgs geworden. Ist es für Euch grundsätzlich überhaupt noch möglich, völlig unbehelligt durch Städte zu laufen?

    Oliver Phelps: Ich denke, das Schöne daran, nette Charaktere, also liebe Jungs zu spielen, ist, dass die Leute uns nicht nur mögen, sondern auch noch recht gut kennen. Sie kommen auf uns zu, fragen, wie es läuft und sind gut drauf. Das ist eigentlich immer cool. Insofern ist es schon ganz o.k., wenn wir zu Fuß in den Städten unterwegs sind.

    Michaela Boland: Denkt ihr, dass euer Kollege, Ralph Fiennes, da mehr Probleme haben könnte?

    James Phelps: (lacht)

    Oliver Phelps: Könnte sein, dass er wegliefe, wenn die Leute denken, da kommt Voldemort und eine Front gegen ihn bilden (lacht).

    Michaela Boland: Wann hattet ihr denn schon Gelegenheit, euch ein wenig in Köln umzusehen?

    Oliver Phelps: Gestern Abend konnten wir ein bisschen durch die Stadt spazieren. So sind wir beispielsweise am Kölner Dom vorbei gekommen als wir uns auf einen Drink in eine Kneipe begeben haben. Dann kamen wir auf dem Rückweg zu Fuß sogar über den Rhein. Das war wirklich schön.

    Michaela Boland: Blieb es bei nur einem Drink?

    Oliver Phelps: Naja, sie sind ja nur so klitzeklein. Vielleicht waren es auch mehrere. (lacht)

    Michaela Boland:  Im Vergleich zu unseren Kölsch-Stangen seid ihr aus englischen Pubs sicherlich andere Bierglas-Größen gewöhnt?

    Oliver Phelps: Oh ja, ganz genau. Beim Anblick der verhältnismäßig kleinen Kölsch-Gläser dachten wir erst mal, `o.k. ` (lacht)

    Michaela Boland: Köln wird exklusiv die einzige Stadt in Deutschland sein, welche "Harry Potter - The Exhibition" ab 3. Oktober anbieten kann. Euer Job hierbei ist es, durch eure Präsenz die Werbetrommel tüchtig anzuschieben. Wann genau seid ihr hierfür in Deutschland angekommen?

    Oliver Phelps: Wir sind gestern Abend eingetroffen und haben wirklich großes Glück gehabt, zu den fünf Prozent der Passagier-Flüge gehört zu haben, die trotz des Lufthansa-Streiks überhaupt geflogen sind. Dafür sind wir wirklich dankbar.

    James Phelps: Richtig und am Sonntag verlassen wir die Stadt schon wieder. Ich bin vor einiger Zeit schon mal für zwei Tage im schönen Köln gewesen, hatte aber bedauerlicherweise immer bis spät abends zu tun. Daher ist es natürlich jetzt großartig, dass wir nun tatsächlich die Gelegenheit haben, die Stadt einmal ein bisschen genauer zu erforschen.

    Michaela Boland: Werdet ihr euch da die Domspitzen zu Fuß vornehmen?

    James Phelps: Ja, bestimmt.

    Michaela Boland: Die Ausstellung, die im Odysseum ab Herbst zu besichtigen sein wird, ist eine Wanderausstellung und war neben den USA auch schon in Asien zu sehen. Welches Ziel wird nach Köln anvisiert?

    James Phelps: Ich habe nicht die geringste Ahnung. Sie sagen es mir nicht mehr, seit ich früher jedes Mal verraten habe, wohin es als nächstes geht, sobald ich gefragt wurde (lacht).

    Michaela Boland: Im Geheimnisse bewahren bist du also nicht ganz so stark?

    James Phelps: Nein, nicht im Geringsten, leider (lacht). Was jedoch wirklich cool ist, ist, dass nun bald die gesamten Requisiten tatsächlich hier in Deutschland als zweiter europäischer Aufenthaltsstätte sein werden,  obwohl hier ja keine einzige Potter-Premiere stattgefunden hat.

    Oliver Phelps: Schön ist auch zu sehen, dass die Begeisterung hier genauso riesig ist, wie überall woanders, wo wir mit dieser Tour schon gewesen sind. Dies zeigt ja, wie verwurzelt die Menschen in Deutschland bereits mit den Harry-Potter-Geschichten sind. Ich finde auch besonders toll, dass die Ausstellung gerade in Köln seine Pforten öffnen wird, da es ja die Kunst-Hauptstadt Deutschlands sein soll.

    Michaela Boland: Nun habt ihr mit der Ausstellungstour schon einige Länder hinter euch gelassen. Verhalten sich eure Fans in unterschiedlichen Ländern auch insgesamt verschieden?

    James Phelps: Das habe ich auch gedacht. Aber, überall, wo sich die Ausstellungs-Pforten zum ersten Mal geöffnet haben und die Hard-Core-Fans herein strömten, war es bisher an für sich auf der ganzen Welt ziemlich ähnlich. Voller Begeisterung riefen sie, `ah, sieh dir das an, schau mal dort und hast du dies hier schon gesehen, ich werd verrückt`.

    Ich hatte angenommen, dass es auf dem asiatischen Markt noch heftiger werden würde, aber in Sidney waren sie eigentlich genauso verrückt. Jetzt wird es bestimmt lustig zu sehen, wie sich die europäischen Fans verhalten, denn als die Europa-Premieren stattgefunden haben, waren diese Fans immer die lautesten. Daher erwarte ich, dass es mindestens genauso gut wird wie überall woanders, wenn nicht sogar noch besser.

    Michaela Boland: Ihr seid im englischen Sutton Coldfield geboren, das von Birmingham verwaltet wird. Seitdem ihr mit den Potter-Filmen bekannt wurdet, zählt ihr zu den Berühmtheiten dort. Kennt ihr eigentlich auch die übrigen Söhne und Töchter der Stadt, wie beispielsweise den Schauspieler Scott Adkins oder den Formel Eins-Fahrer Riki Christodoulou?

    James & Oliver: (lachen) Nein.

    Michaela Boland: Vielleicht die Schauspielerin Hazel Court oder den Fußballspieler Darius Vassall?

    James Phelps: Nein, entschuldige, das war eine Lüge. Ich kenne sie nicht namentlich, aber durchaus ihre Gesichter. Wobei mir auch der Name Darius Vassall aus dem Bereich Soccer durchaus etwas sagt.

    Michaela Boland: Hat man in eurer Heimatstadt als bekannte Persönlichkeit eigentlich irgendwelche Vorteile?

    James Phelps: Nein.

    Oliver Phelps: Ich glaube, eigentlich nicht. Für die Leute in Sutton, die in der Regel recht gut betucht sind, ist das keine große Sache, wenn du verstehst, was ich meine. Aber, ich kann mich daran erinnern, als der erste der beiden letzten Harry-Potter-Filme herauskam und wir zwischendurch für drei Tage nach Hause kamen, um PR-Termine wahrzunehmen, ging ich mit ein paar Freunden in einen Pub. Überall auf der Welt ging es wegen des nahenden Endes wirklich total hysterisch zu und in jener Kneipe saßen wir sogar draußen, doch in Sutton kratzte das wirklich niemanden.

    Die Leute waren ungefähr so drauf, "ach ja, die. Was solls". In unserer Stadt gibt es keine besondere Überbewertung für Derartiges. Es sehen sich dort alle als ebenbürtig an. Das ist zwar ein Maßstab, den man nicht überall in der Welt zugrunde legt, aber, das ist natürlich auch eine besondere Qualität unserer Stadt.

    Michaela Boland: Und wie sieht es mit eurer Familie aus? Wie geht sie mit eurem großen Erfolg um?

    James Phelps: Sie findet das natürlich wirklich schön. Und was Sutton anbelangt, so wollte ich noch sagen, trotz allem, ist es nun mal die Stadt aus der wir kommen. Und da Birmingham die Geburtsstätte des Heavy Metall ist, ist das was wir machen, natürlich wirklich keine allzu große Sache.

    Michaela Boland: Als der erste Potter-Film herauskam, wart ihr 14 Jahre alt. Kanntet ihr das Buch, "Harry Potter und der Stein der Weisen" schon bevor ihr euch um die Rollen der Weasley-Zwillinge beworben habt?

    James Phelps: Oh ja, wir kannten die ersten drei Potter-Teile schon aus der Schule. Dort hatte ich sie gelesen. Und in der Woche als die Entscheidung getroffen wurde, wurde auch im Rahmen des ersten Mitternachtslaunches für ein Buch, zumindest, soweit ich mich erinnere, der vierte Teil, "Harry Potter und der Feuerkelch", veröffentlicht.

    Also, ich wußte bereits eine ganze Menge über die Story. Es war nicht so, dass man zum Casting ging ohne irgendetwas zu wissen.

    Michaela Boland: Was hat euch dazu bewegt, ausgerechnet zu diesem Casting zu gehen?

    James Phelps: Einen Tag schulfrei zu haben.

    Oliver Phelps: Und die Möglichkeit, in einem Film mitzuspielen, was natürlich cool war. (lacht)

    James Phelps: Aber, man sollte natürlich immer in der Schule bleiben (lacht).

    Michaela Boland: Ihr habt beide ganz normal Abitur gemacht, doch wie hat sich euer Leben durch die Karriere in jungen Jahren gewandelt?

    Oliver Phelps: Unser Leben hat sich komplett verändert. Ich hätte beispielsweise niemals die Möglichkeit gehabt, derartig viel zu reisen, wie ich es schon konnte. Vielleicht hätte ich das zu einem späteren Zeitpunkt vermocht, mal hierhin und mal dorthin zu fliegen.

    Aber so war ich beispielsweise schon in Asien. All das macht einen wesentlich weltoffener. Man geht mit weitaus offeneren Augen durch das Leben und macht auch persönlich große Entwicklungsschritte.

    So habe ich unter anderem kennenlernen dürfen, wie ein Film gemacht wird, den kompletten Prozess erleben können. Denn ich habe immer, in klassisch literarischer Manier, geglaubt, da kommt der Regisseur herein, die Klappe fällt und das war es.

    Aber, mitnichten, denn man erlebt, wie viele Menschen schon drei Monate vor dem Start der Dreharbeiten und noch sechs Monate nach den Dreharbeiten mit dem Film beschäftigt sind. Die Zahl der Mitarbeiter, die an einer solchen Produktion mitwirken, ist einfach riesig hoch.

    Michaela Boland: Habt ihr beide eigentlich nach Harry-Potter oder möglicherweise sogar schon während der drehfreien Zeit eine Schauspielschule besucht?

    James Phelps: Nein. Wenn man in England ins vierte Jahr der weiterführenden Schule kommt, wählt man gewöhnlich die Fächer, die man gerne belegen möchte. Und bei uns hat es sich tatsächlich so verhalten, dass der Schauspiellehrer zu uns sagte, "nehmt keinen Schauspielunterricht, wenn ihr in dem Metier Karriere machen möchtet".

    Das war eine Woche nachdem wir beim ersten Harry-Potter-Casting gewesen sind. Dann sind wir noch zu einigen weiteren Castings eingeladen worden bis wir schließlich die Rollen hatten und in der Zeit haben wir dann entsprechend auch keinen Schauspielunterricht in der Schule belegt.

    Ich rufe mir aber immer wieder gerne solche Leute in Erinnerung, die gesagt haben, " nur, weil irgendwer meint, man könne etwas nicht tun, bedeutet das noch lange nicht, dass dem auch tatsächlich so ist". Und das stimmt auch, was wissen diejenigen schon, die nur unken? Wenn du etwas tun kannst, dann mach es einfach.

    Michaela Boland: Augenblicklich seid ihr mit der Happy-Potter-Ausstellung überall in der Welt unterwegs. Aber plant ihr denn auch, eure Schauspielkarrieren fortzusetzen?

    James Phelps: Was die Ausstellung anbelangt, so sind wir damit in den unterschiedlichen Ländern jeweils nur ein paar Tage befasst. Wir sind ja nicht über den gesamten Ausstellungszeitraum vor Ort.

    Michaela Boland: Was allerdings eigentlich ganz schön wäre und vor allem den nicht ganz so niedrigen Eintrittspreis ein wenig schmackhafter machen würde. Mit einer durchschnittlich großen Familie ist man ja nur für den Eintritt schon mal einen knappen Hunderter los. Ohne die Kosten für die Kopfhörer.

    Oliver Phelps: Naja, wir sind jetzt nicht angekettet und müssen die ganze Zeit da in der Ausstellung für die Besucher herumlaufen (lacht). Wir werden sicherlich mit der Schauspielerei weiter machen.

    Es ist ja auch eine ganz großartige Sache, dass wir die Möglichkeit haben, das zu tun. In der glücklichen Position zu sein, so etwas ein Leben lang machen zu dürfen, ist das Größte überhaupt. Ich denke schon, dass wir das immer tun werden, selbst, wenn es noch ein langer Weg werden sollte.

    Michaela Boland: Habt ihr auch schon eine konkrete Vorstellung davon, in welcher Art Filme ihr künftig zu sehen sein könntet?

    James Phelps: Also ich liebe Filme, die innerhalb ihrer Handlung plötzlich eine unerwartete Wendung aufweisen. Also, solche, bei denen man richtig nachdenken muss. So etwas würde ich unglaublich gerne machen und wäre dabei natürlich besonders gerne der Typ, der die Wendung herbeiführt. Irgendetwas aufdecken oder so was in der Art, das würde mir gefallen.

    Michaela Boland: Ist den Produzenten und Regisseuren bewusst, dass ihr heiß darauf seid, in neuen und anderen Filmprojekten zu spielen oder habt ihr womöglich in deren Köpfen für immer den Harry-Potter-Stempel?

    James Phelps: Ich habe keine Ahnung, aber ich hoffe, dass ihnen bewusst ist, dass wir gerne neue und andere Sachen machen würden.

    Michaela Boland: Bringt ihr euer Begehren denn auch entsprechend bei Besetzern zum Ausdruck?

    James Phelps: Ich habe das tatsächlich schon einer ganzen Reihe von Menschen verdeutlicht und so werde ich nun auch später in diesem Jahr eine Bühnenshow in England machen.

    Dabei arbeite ich mit einem früheren Regisseur zusammen, der in diesem Bereich wirklich sehr gut ist. Zu Beginn des Jahres war ich auch in Los Angeles in den Vereinigten Staaten, um dort einen Vertrag mit einem neuen Management zu unterzeichnen.

    So gesehen habe ich natürlich tatsächlich schon einige Leute getroffen, die mich kennenlernen sollten und denen ich vermittelt habe, was ich gerne tun würde. In ein paar Monaten beabsichtige ich auch wieder hinzufahren, um wieder neue Gespräche aufzunehmen.

    Man glaubt manchmal gar nicht, wie groß der Networking-Anteil innerhalb der Filmindustrie ist. Ich bin eigentlich gar nicht so gut darin. Wenn ich mit dir spreche, dann spreche ich eben mit dir und nicht unbedingt, um etwas zu bekommen. Daher muss ich diese ganze "Ach-lass-uns-doch-mal-essen-gehen-Mentalität" erst noch erlernen.

    Michaela Boland: Wie schwierig oder einfach war es eigentlich für euch als Brüder miteinander zu arbeiten? Klappte das gänzlich ohne Konkurrenzkampf?

    Oliver Phelps: Ich glaube, es ist immer ein gutes oder sicheres Gefühl, wenn James arbeitet und ich nicht und umgekehrt genauso. Gleichzeitig gibt es zwischen uns aber auch eine unbeschwerte Rivalität. Wir flapsen natürlich auch schon mal herum, so wie es jeder tut und sagen, "oh, das würde ich jetzt aber auch gerne machen".

    Wenn James in Los Angeles ist und mit diesen Regisseuren verhandelt, und ich komme gerade von einer Reise zurück, dann geht mir schon im Kopf herum, "ach, das würde ich jetzt auch so gerne machen", aber ich würde keineswegs sagen, dass dies in einer Art Eifersuchts-Rangliste ausartet. Zu sagen, "ich würde das jetzt auch gerne tun", ist da mehr wie ein Anreiz zu verstehen.

    Michaela Boland: Habt ihr noch weitere Geschwister?

    James Phelps: Es gibt nur uns beide. Ich glaube, das ist auch durchaus genug für unsere Mutter und unseren Vater.

    Oliver Phelps: Ja, das würde ich aber auch sagen.

    Michaela Boland: In der Potter Reihe habt ihr mit internationalen Schauspielgrößen wie Alan Rickman, Maggie Smith, Julie Walters oder Ralph Fiennes gespielt. Was konntet ihr von ihnen lernen?

    James Phelps: Eine ganze Menge. Damit meine ich keineswegs nur, wie man am Set schauspielert, sondern gerade auch, wie man sich abseits des Sets gibt.

    Michaela Boland: Was bedeutet?

    James Phelps: Wie man die Leute für sich einnimmt, auch innerhalb der Crew oder wie man sich auf eine Szene vorbereitet, bevor man sie macht. Wir waren ja gerade mal 14 als wir anfingen.

    Man kann natürlich nicht noch mit seinen Freunden herumtoben, kurz bevor "Action" gerufen wird. Es kommt sozusagen auf die Dosierung an. Wir mussten einfach lernen, dass die Schauspielerei ein wirklicher Job ist. Es ist nicht so, dass sich da jeder einfach mal hinstellen kann.

    Man muss sich genauso vorbereiten, wir ihr, die ihr eure Fragen vor einem Interview vorbereitet. Es ist somit exakt dieselbe Methode, um das Ziel zu erreichen.

    Julie war beispielsweise sehr gut darin, zu erklären, dass wenn es erforderlich ist, dass du auf der Bühne oder vor der Kamera extrem verärgert bist, es eigentlich kein Problem sei, wenn du schon vorher mies drauf bist und du denjenigen, der dich kurz vorher noch anspricht, einfach mal anblaffst, denn dann bleibst du einfach noch in dieser Stimmung verhaftet. Und man kann ja später immer noch mal hingehen und sich entschuldigen.

    Michaela Boland: Wie aufmerksam.

    James Phelps: Ja, aber die Leute von der Crew werden immer wissen, dass das nun mal dein Job ist. Da geht es ja auch nicht darum zu versuchen, immerzu jeden zu erfreuen, wenn das bedeuten würde, deinen Job zu gefährden. Ja und Julie konnte eben ganz wunderbar Ratschläge wie diese geben.

    Michaela Boland: Was lest ihr in eurer Freizeit?

    Oliver Phelps: Eigentlich lese ich gerne gemischte Dinge. Zuletzt habe ich mir verschiedene Biografien vorgeknöpft.

    Michaela Boland: Interessiert ihr euch gleichfalls für bildende Kunst?

    James Phelps: Bis zu einem gewissen Grad schätze ich das. Aber, es ist nicht unbedingt etwas, wozu ich zwingend aktiv hinginge, um sie mir anzuschauen. Was ich wirklich sehr bewundere sind aber die Fähigkeiten der Künstler, die die Kunst schaffen.

    Oliver Phelps: Die meisten davon sind zeitgenössisch.

    James Phelps: Oh ja, ich mag zeitgenössische Kunst. Wir waren in New York und haben uns die MoMa angesehen. Das Museum für moderne Kunst. Allerdings war da auch ein Telefon mit einer Gurke darauf. Und da kamen allen Ernstes 50 Leute, die sahen sich das an und sagten, "Oh ja, das ist großartig". Und ich dachte die ganze Zeit, "was habe ich verpasst".

    Michaela Boland: Wie sieht es mit Politik aus?

    James Phelps: Ich interessiere mich durchaus für Politik. Zwar gehe ich nicht hin und verkünde allerorts meine Meinung. Ich halte Politik für sehr wichtig. Seit ich 18 bin, habe ich mein Wahlrecht auch wahrgenommen, denn ich halte es für notwendig, von diesem Recht Gebrauch zu machen.

    Wenn man schon mal das Recht hat zu wählen, wofür viele Menschen gestorben sind, dann sollte man auch zur Wahl gehen. Gerade wenn Regierungen etwas tun, das dir missfällt, ist es wichtig, ihnen durch deinen Stimmentzug zu zeigen, dass sie etwas falsch machen.

    Michaela Boland: Lieber Oliver, lieber James, herzlichen Dank für dieses Gespräch. Für Harry Potter - The Exhibition ebenso wie für eure Zukunft alles Gute und noch eine schöne Zeit in Köln.

     

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  • Gila Abutalebi, Ungesehen, Intensiv, Individuell, und  Vielschichtig
    Botschafter der Freunde der Künste
    Die Künstlerin Gila Abutalebi mit Intensität, Leidenschaft, Kreativität

    Die Künstlerin Gila Abutalebi, mit der die Gesellschaft Freunde der Künste schon mehrere Kunst und Kultur Projekte veranstaltet hat, unter anderem das Goethe-Festival 255 Jahre Goethe "Wie sehen Künstlerinen Goethe", wird Botschafter der Gesellschaft Freunde der Künste.

    Wer die Deutsch-Iranerin kennt oder kennenlernt ist sogleich gefangen: Intensität, Leidenschaft, Kreativität, Gefühl und die ausgefeilte Sprachvirtuosität in fünf Sprachen rauben dem Gegenüber den Atem. Und so ist es auch mit ihrer Kunst: Einmalig.

    Ungesehen. Intensiv. Individuell. Vielschichtig!

    Auf ihrer Reise zu sich und zu ihrer Kunst hat Abutalebi u.a. in den USA, Spanien, Österreich und Deutschland gelebt. Stets galt und gilt ihr besonderes Interesse dabei ebenso der Kultur, Individualität und Geschichte der Menschen wie der Sprache und Kalligrafie. Ihr bisheriger Lebensweg wird auch ergänzt durch umfangreiche Bühnenerfahrung.

    Und nur aus dieser und keiner anderen Kombination der intensiven Lebenserfahrung und kulturell-künstlerischen Auseinandersetzung konnte sich das Fundament für ihre einzigartigen Werke, ihrer ganz individuellen Kompositionen aus Srache, Bild und neuartiger Tiefe und Transparenz – die „Transparente Lyrik“ - bilden.

    Mit dieser kreiert sie ein vollkommen neues, revolutionierendes Kunstchambre, das in seiner Intensität nur gelingen kann, wenn ein unendliches Feuer der Liebe und der Leidenschaft zur Sprache, den Menschen und einer ganz besonderen Ausdrucksweise brennt.

    Gila Abutalebi lebt und arbeitet in Köln und Leipzig. Ihre Arbeiten sind vielfach in Privat- und Firmenbesitz in Italien, Spanien, USA und Deutschland.

    Gottfried Böhmer

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Kunst - Video

  • Die Saengerin Daniela Rothenburg und The Voyagers traten fuer die Künstlerin Kristin Dembny an
    Kurator Gottfried Böhmer
    Kaiserswerther Kunstpreis 2006: vergeben an Kristin Dembny

    Der Kaiserswerther Kunstpreis 2006 ging an die aus Dresden stammende Künstlerin Kristin Dembny für ihren Werkzyklus "Frida Kahlo - Viva la Vida". Zur Preisverleihung kamen über 1000 geladene Gäste. Das musikalische Rahmenprogramm gestaltete die Sängerin Daniela Rothenburg und The Voyagers. Moderation: Michaela Boland. Laudatio und künstlerische Leitung: Gottfried Böhmer, Gesellschaft Freunde der Künste.

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  • Zu Ehren der diesjährigen Preistraegerin der Kuenstlerin Sala Lieber, die für ihren Werkzyklus Back to the roots den Kaiserswerther Kunstpreis 2008 erhaelt, tratt am Samstag abend die Sopranistin Christiane Linke auf
    weil es so schön war
    Kaiserswerther Kunstpreis 2008: Das Konzert von Christiane Linke

    Das wollen wir ihnen noch mal zeigen - weil es so schön war.

    Zu Ehren der diesjährigen Preisträgerin der Künstlerin Sala Lieber, die für ihren Werkzyklus „Back to the roots“ den Kaiserswerther Kunstpreis 2008 erhält, tratt am Samstag abend die Sopranistin Christiane Linke auf.

    Die gebürtige 28-jährige Düsseldorferin war bereits mit 8 Jahren Preisträgerin bei „Jugend musiziert“. Sie hat an der MHS in Köln Gesang studiert sowie Meisterkurse in der Schweiz, Italien und Deutschland ( Köln und Siegburg) belegt.

    Sie ist bereits in berühmten Opern wie Mozarts „Zauberflöte“ anlässlich der Klosterfestspiele in Rheine und Neuwied/Koblenz sowie bei Kammerkonzerten mit dem Sinfonieorchester Wuppertal oder den Duisburger Philharmonikern aufgetreten.

    Begleitet wird sie von Witolf Werner, der an der Musikhochschule Köln das Fach „Orchester dirigieren“ bei Prof. Michael Luig belegte und 2001 seine erste Oper: „Cosi fan tutte“ von W. A. Mozart dirigierte.

    Nach seinem Studium wirkte er als Dirigent am Theater Dortmund und Bielefeld.  Im Sommer 2007 debütierte er beim JPON (Junges Philharmonisches Orchester Niedersachsen) mit der zehnten Sinfonie von Dimitri Schostakowitsch.

    Außerdem ist er musikalischer Leiter des „Freien Symphonie Orchesters Bielefeld“, der „Jungen Symphoniker Bielefeld“. Er ist Stipendiat der Richard-Wagner-Stiftung und der „Akademie Musiktheater heute“.

    In den vergangenen Jahren haben die Pianistin Marta Maria Georgia Tanea, die Sängerin Daniela Rothenburg sowie Violinist Baptiste Pawlik mit Ihren Konzerten die Preisträgerinnen der letzten Kaiserswerther Kunstpreise 2005-2007 Johanna Rzepka (2005: Werkzyklus „Home Sweet Home), Kristin Dembny (2006:„Frida Kahlo – Viva la Vida“) sowie Dorothea Schüle (2007:„Der Gesang der Amazonen“) geehrt.

    Die Veranstaltung fand am 13. September 2008 in Düsseldorf – Kaiserswerth am Kaiserswerther Markt 25-27 um 19.30 Uhr statt. Kuratiert wurde die Ausstellung von dem künstlerischen Leiter Gottfried Böhmer der auch für das Programm verantwortlich ist. Moderiert wurde die Veranstaltung von der TV-Moderatorin Michaela Boland.

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  • Sala Lieber studierte an der Dresdner und Duesseldorfer Kunstakademie bei den Professoren Joerg Immendorff, Gerhard Merz und Hubert Brandel, dessen Meisterschuelerin sie wurde
    Gesellschaft Freunde der Künste
    Atelierbesuch bei Sala Lieber 2008 - Moderation des Atelierbesuchs: Gottfried Böhmer, Gesellschaft Freunde der Künste

    Mit 15 Jahren gewann Sala Lieber den ersten Preis im Malwettbewerb von Ungarn. Sie studierte an der Dresdner und Düsseldorfer Kunstakademie bei den Professoren Jörg Immendorff, Gerhard Merz und Hubert Brandel, dessen Meisterschülerin sie wurde.

    Im Februar 2008 erhielt sie den Förderpreis des NRW-Forum Museum-Kunstpalast. Am 13. September 2008 wird sie mit dem Kaiserswerther Kunstpreis ausgezeichnet. Nach Düsseldorf kam sie nicht wegen der besseren Professoren, die Stadt gefiel ihr einfach so gut.

    Moderation des Atelierbesuchs: Gottfried Böhmer, Gesellschaft Freunde der Künste.

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Kunst - Künstler vorgestellt

  • Lykke Li Zachrisson
Lykke Li Zachrisson
Lykke Li Zachrisson
    beeinflusst von der Surf Music der 60er Jahre
    Vorgestellt: Die schwedische Künstlerin Lykke Li Zachrisson prägt selbstbewußt die internationale Musikszene

    Lykke Li Zachrisson kam 1986 als mittleres Kind einer Fotografin-Mutter und eines Musiker-Vaters zur Welt. Dass ihre Mutter sie stehend und ohne Narkotika gebar, war ein Ausdruck des revolutionären Krankenhaus-Credos „being born on a woman’s terms“ und vermutlich LYKKE LIs erste Konfrontation mit der Frauenwelt, die auch ihr Ringen mit der Frage der Zugehörigkeit begründen sollte.

    Die Zachrissons waren eine Familie, die niemals still stand, von Schweden nach Neuseeland und schließlich nach Portugal zog, wo sie sich in einem Bergdorf niederließen, um der Nachstrahlung des Tschernobyl-Desasters zu entkommen.

    Als folgsames Rebellenkind, das seine ersten Schritte barfuß auf scharfen Kieseln zu Pfauenlauten und Donner machte, die Winter in Indien, Nepal und Marokko verbrachte und in elf verschiedenen Einrichtungen zur Schule ging, wandte sich Lykke schnell dem Kritzeln von Gedichten und dem Tanzen zu – nicht aus Interesse sondern als Notwendigkeit.

    Als die Familie schließlich einige Jahre später nach Schweden zurückzog, hatte sich das Umherwandern bereits auf die Natur der inzwischen Neunjährigen ausgewirkt, deren Innerstes rastlos und frühreif war.
     
    Mit 19 war Tanzen kein adäquates Outlet mehr für LYKKE LIs immer lauter werdende Seele, und so wurde der Gesang zum Heilmittel für ihre jugendlichen Leiden und die Beschränkungen von Stockholms Vorstadt. Schließlich verlagerte sie ihren Lebensmittelpunkt nach New York, zog in Bushwick ihr Ding durch, schaltete und waltete, uptown und zurück.

    Als sie eines Morgens in ihrer rattenverseuchten Kammer einer Wohnung aufwachte, nachdem sie am Abend zuvor bei einer Open-Mic-Nacht von der Bühne gebuht worden war, wurde ihr schlagartig klar: Schlimmer kann es nicht werden, ab jetzt kann es nur noch bergauf gehen – und sie wusste, dass die Kunst, in welcher Form auch immer, für immer ihr Leben sein würde.
     
    Badabing Badaboom.
     
    Zurück in Stockholm, pleite und allein, aber zu allem bereit, lag Lykke dem Produzenten Björn Yttling (von Peter, Bjorn & John) in den Ohren und fand in ihm den passenden Deckel für ihren Topf, da er sie in die Welt des professionellen Schreibens und Aufnehmens von Musik einführte.
     
    2007 nahmen die beiden 14 Songs auf, aus denen LYKKE LIs gefeiertes Debütalbum Youth Novels werden sollte – ein Werk, das die 21-Jährige schnell berühmt machte und sie auf ein atemberaubendes Rennen durch die Welt klaustrophobischer Backstage-Räume, greller Lichter, verruchter Partys, wuseliger Flughäfen, mieser Typen, hübscher Fremder, faltiger Mode und Stripper-Stiefeln, wertiger Lumpen und Balisons in überstrapazierten Koffern führte. Und zum Herzschmerz...


    Gott segne den Herzschmerz, werden wohl alle mit einstimmen, schließlich war dieser für den unvergesslichen Song „Possibility“ verantwortlich, der von einer ziemlich kaputten Einstellung gegenüber der Liebe zeugt, für den Film „Twilight – New Moon“ geschrieben wurde und Millionen junger Vampirseelen aus dem Herzen sprach, die sich danach sehnten, nicht dazuzugehören. Und zu lieben.
     
    „Mein letzter Tango mit der Liebe endete ziemlich übel, aber man kann sagen, dass ich mein eigenes Herz gebrochen habe. Liebe war nur mein Instrument und der Herzschmerz mein Geist – etwas, an das ich mich klammern konnte, als alles um mich herum zusammenbrach...“
     
    Nach zwei verrückten Jahren, in denen praktisch jeder Ort, jede Person und jedes Vergnügen auf dieser Erde nach ihrer Aufmerksamkeit lechzte – außer der Liebe natürlich –, sehnte sich LYKKE LI verzweifelt nach einem Ort, an dem sie sich ausruhen konnte anstatt auf einer Bühne zu tanzen. Da es keinen Ort gab, den sie ihr Zuhause nennen konnte, beschloss sie einmal mehr, nach New York zu gehen – um ein bisschen zu leben!
     
    „Zwei Monate verbrachte ich dort und hatte eine gute Zeit. Doch ich war ausgemergelt, New York war für mich zu dem Zeitpunkt der falsche Ort. Und als ich den Stecker gezogen hatte, als ich allein war und die Flut von Angeboten und Einladungen langsam verebbte, musste ich mich damit auseinandersetzen, wer ich war.

    Auch wenn sich meine Lebensumstände drastisch geändert hatten und mir alles offen stand, was ich mir je erträumt hatte, hatte ich immer noch die gleichen Gefühle wie vorher: die gleiche Existenzangst, die gleiche Rastlosigkeit. Ich hatte mich nicht verändert und wartete noch immer. Ich musste etwas unternehmen. Ich musste wachsen.“
     
    Also floh LYKKE LI in den Westen, in die kalifornische Wüste, spielte in einem schrägen und dunklen Moses-Berkson-Film namens „Solarium“ mit und begrub einen Teil ihres verletzten Herzens im brühend heißen Wüstensand. Den Rest nahm sie mit in ein Haus auf einem Hügel im Osten von Los Angeles, wo sie sich ein Fahrrad und eine Autoharp kaufte, ein wenig prachtvolles Klavier lieh, ein paar Blumen in ihrem Zimmer verteilte und sich hinsetzte um nachzudenken.
     
    Zur Ruhe gekommen, ein bisschen einsam und mit der Gainsbourg’schen Angst konfrontiert, dass dich der Geist einer Liebe, die nie wirklich gelebt hat, für immer verfolgen wird, immer in dir hausen wird, ungeboren und untot, suchte sie Trost in der Musik.
     
    Schon bald erzitterte die Bergkuppe des Echo Parks unter der Musik jener Gemüter, die an einem ähnlich kontemplativen, gebildeten und schmerzvollen Ort waren wie sie: Leonard Cohen, Neil Young und Dr. John gemischt mit Velvet Underground und This Mortal Coil, alles unter dem omnipräsenten Bann von Alan Lomax Feldstudien, Whiskey und Darjeeling.
     
    Doch wie jeder, der sich in den Untiefen von Sehnsucht und Verlust befindet, war LYKKE LI darauf bedacht, sich wieder zu berappeln und in sich selbst die Essenz ihrer Musik wiederzuentdecken. Sie dürstete nach der rauen Kraft der Schlichtheit, nach einer Form aufrichtiger Wahrheit.


    Sie kam zu dem Entschluss, dass es – unabhängig von Furcht, Verlust und Sehnsucht – nicht um die Perle in der Auster geht sondern um das Sandkorn, aus dem die Perle entsteht. Um die Kohle selbst, nicht den Diamanten, der aus ihr entstehen kann. Um das Jetzt, das sich unausweichlich ins Dann verwandelt, und das Wenn, aus dem vielleicht nie ein Jetzt wird.
     
    Und dann fing sie an zu schreiben.
     
    „Ich wollte zurück zu den Anfängen, als Songs noch etwas bedeuteten. Ich wollte Minimalismus, nur Texte und Melodien. Wie alle großartigen Songs sollten auch meine nur mit Handschlägen und Gesang gespielt werden können.“
     
    Sie bündelte den Niedergang des Shangri-La-Leitwolfs mit „Women Under The Influence“, „Ladies And Gentlemen Of The Canyon“, einer Kung-fu-Marianne-Faithful und einer bewaffneten Nancy Sinatra im Kaktusrausch und machte Musik.

    Aus ihrem Kopf kamen Voodoo-Trommeln, ein paar schmerzende Akkorde, peitschend und heilig, erschütternd und hoppelnd zugleich, und eine Stimme, die sich urplötzlich vom Sehnsuchtsvollen zum Fordernden gewandelt hatte, vom Fragilen zum Rauen.
     
    „Wenn ich singe... dann geht es immer um meine intimsten Emotionen, über die ich mit niemandem sprechen würde. Aber es ist meine Bühne, mein Raum, an dem ich alles ausdrücken kann, was ich will. So oder so – ich setze die Grenzen, ich mache die Regeln. Ihr müsst draußen bleiben.“
     
    „These scars of mine make wounded rhymes tonight“, singt sie und setzt damit den Titel ihres zweiten Albums in einen Kontext. Ein Zweitwerk, das das Recht einfordert, nicht dazuzugehören, wohlwissend, dass es dies dennoch tut. Von einer Künstlerin, die zu gleichen Teilen aus Diesseits und Jenseits, Liebe und Zerstörung, Kampf und Glauben besteht.
     
    „Das könnte es tatsächlich sein, mein letztes Hurrah. Dieses Album musste perfekt sein, es muss für Dekaden vorhalten. Für alle Fälle.“ 
     

    Mit den Worten einer Mutter, die einst aufstand, um eine Künstlerin zu gebären:
     
    „Tanz’ solange du noch kannst“, singt LYKKE LI.
    „Tanz’, weil du musst.“

     

     

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  • Verwirrspiel von realen, kopierten und inszenierten Wirklichkeiten
Catrine Val imitiert stellvertretend 11 Miss-World-Anwaerterinnen
    Als glamouröse Camouflage getarnt
    TREAP - Catrine Val entwickelt eine Interdependenz zwischen realen, kopierten und inszenierten Wirklichkeiten

    Mit der Erweiterung unserer zwischen-menschlichen Kommunikation durch die verschiedenen Dienste des Internets wächst die Bedeutung virtueller sozialer Netzwerke.

    Metaphysischen Mysterien

    All diese metaphysischen Mysterien werden durch die unmittelbare Verdopplung der Welt – das Mitlaufen des perfekten Doubles der Realität in Echtzeit – in Facebook, MySpace oder YouTube neu definiert.


    Den Ausgangspunkt für das Motiv von TREAP bilden die auf YouTube geposteten Videobotschaften der Miss World Wahl 2008. Catrine Val imitiert stellvertretend 11 Miss-World-Anwärterinnen aus unterschiedlichsten Nationen in einer Collage.

    Die medialen Fiktionen

    Da die medialen Fiktionen rund um die Schönheitsköniginnen einer „Miss Rushia“, „Miss Ethiopia“ oder „Miss Turkey“ im gleichen Maße um die Verführungskunst oberflächlicher Scheinwelten kreisen wie in der Mode, zitiert TREAP exemplarisch die viel beachtete Anzeigenkampagne der Herbst-/Winterkollektion 2006 der deutschen Modefirma Escada.

    Zenit eines längst vergangenen expressiven Luxus

    Mit vielen echten Fellen und grellen Farben steht diese Kampagne aus heutiger Sicht – in Zeiten der Rezession – für den Zenit eines längst vergangenen expressiven Luxus. Das Styling in TREAP orientiert sich an der von den 11 Schönheitsköniginnen während ihrer Interviews auf YouTube getragenen, privaten Kleidung.

    Man erkennt ansatzweise unterschiedliche, landestypische Modevorlieben und Auffassungen. Dicht gedrängt werden in TREAP 11 Nationen gleichberechtigt nebeneinander gestellt.

    Als glamouröse Camouflage getarnt

    Die Nachahmung birgt ein unheimliches wie auch sinnliches Potenzial. Am Ende hinterfragt TREAP als glamouröse Camouflage getarnt, das alltägliche Verwirrspiel von realen, kopierten und inszenierten Wirklichkeiten.

    Der Titel der Fotoarbeit „TREAP“ zitiert einen Begriff aus der Informatik:
    Dort bezeichnet dieser einen binären Suchbaum mit einem genau
    definierten Procedere für die Datenstruktur.

    Miss India
    Miss Czechoslovakia
    Miss Italy
    Miss Korea
    Miss Sweden
    Miss Russia
    Miss France
    Miss Ethiopia
    Miss Denmark
    Miss Great Britain
    Miss Turkey

    TREAP
    2009
    300 x 90 cm

    Foto: Jan Friese
    Hair & Make-up: Rebecca Keim
    Stylist: Ekachai Eksaroj
    Postproduktion: Jens Greber

    Statement:

    Catrine Val


    „Meine künstlerische Position entwickelt sich aus einer bedingungslosen Neugierde am Diskurs im Umgang mit Kommunikationsmedien und den damit einhergehenden Hinterfragung einer medienkulturellen Identität, die sich ihrer sozialen, politischen, ästhetischen und ethischen Eingebundenheiten bewusst ist.“ 

    Der Schwerpunkt meiner Arbeiten liegt in der Videokunst, wie in der konzeptuellen inszenierten Fotoarbeit. Thematisch stellen sie sensible, gesellschaftliche Beobachtungen an, die oft zum Environment inszeniert, das Verhältnis der Betrachter zum Videobild, untereinander gestalten.

    Im Vordergrund trat in den letzten Arbeiten wie  „Ich bin ein Anderes“ oder der hybriden Installation von „YouPrompt“ die produktive Gestaltung des Spannungsfeldes von virtuellen und realen Beiträgen im Experiment.

    Im Kern bezogen sich die Installationen auf das ständig wachsende und auf YouTube abgelegte Videomaterial, in seiner ambivalenten und zuweilen belanglos erscheinenden Vieldeutigkeit. Aus den vorangegangenen Ansätzen und der bisherigen Arbeit entwickele ich  gerade das Konzept SHEPARL.

    Gegenstand  der Hinterfragung wird auch hier die gesellschaftliche Funktion von Medien und deren kulturelle Bedeutung. Das Projekt SHEPARL überträgt die neuen partizipatorischen Kulturen, die sich im Internet entwickelt haben, auf politische Prozesse und untersucht, welche Rolle moderne Kommunikationsmedien im politischen Diskurs der Zukunft spielen können.

    Kann man eine Verwirklichung der medienkulturellen Identität, die sich ihrer sozialen, politischen, ästhetischen und ethischen Eingebundenheiten bewusst ist, alleine nur durch das Nachahmen erzeugen?

    Doch mein Hauptfokus liegt gerade  bei der Fortsetzung der inszenierten Modefotographie unter dem Titel„ WAYS OF ESCAPE“ mit aus Modekampagnen bekannten Haltungen und Posen in der Vervielfältigung einer einzigen Person.

    Werdegang
    seid 2004
    Künstlerisch-Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Klasse Bjørn Melhus, Kunsthochschule Kassel

    2001 - 2004

    Postgraduiertes Studium bei Valie Export, Marcel Odenbach und Horst Königstein Kunsthochschule für Medien, Köln,

    1994 – 2001

    Studium der Freien Kunst, Klasse Urs Lüthi, Kunsthochschule Kassel

    1991-1993

    Arbeit in der Webeagentur Dr. Puttner & BSB; Wien

    1988 - 91

    Höhere Berufsfachschule für Graphik & Design, 

    Ausstellungen

    2010
    HUMAN  RIGHTS, Fondazione Opera dei Caduti

    Rovereto, Italy

    startUP, Sala Birolli, Verona, Italy
    BIG BANG, Einzelausstellung, Politics of the body

    Galerie König, Berlin
    2009

    26. Kasseler Dokumentarfilmfestival Monotoring, Kassel

    Images Recalled,3. Foto-Festival, Kunsthalle Mannheim

    Gemeinsam in die Zukunft Frankfurter Kunstverein

    Ich bin ein Anderes Stiftung Starke, Einzelausstellung, Berlin

    2008

    Monkey Up Plug In, Einzelausstellung, Basel Schweiz

    2007

    WATERCOLOURS, Galerie König, Hanauport

    2006

    Fremd bin ich eingezogen Kunsthalle Fridericianum, Kassel

    Coolhunter, Kunsthalle Budapest, Ungarn

    Blosses Außen U-Bahngalerie, München

    2005

    Coolhunter, ZKM, Karlsruhe

    Altitude KHM, Köln

    Coolhunter, Kunsthaus Wien

    2004

    Transmitter, European Media Art Festival, Osnabrück

    2002

    Feminale, Köln

    Unplugged, Ars Electronica, Linz, Österreich

    2001

    Monitoring, DokFest, Kassel

    2000

    Das erste Mal Marburger Kunstverein

    1998

    Rundgang 2

    Museum Fridericianum, Kassel

    Zur Künstlerin: Catrine Val, geboren 1970 in Köln, studierte Kunst bei Urs Lüthi, Valie Export, Marcel Odenbach und Horst Königstein und arbeitete an der Kunsthochschule Kassel. Ihre Video- und Fotoarbeiten waren Bestandteil diverser Ausstellungen und Festivals. (Quelle: Kehrer Verlag)
    Mit "FEMINIST" war sie bereits in der Ausstellung "Gaze upon my graze" des "Art Museum at The Art Park" in Hsinchu/Taiwan und auf dem "International Portfolio Reviews/Photo Ireland Festival" vertreten. Im Juni 2012 wurde ihr Bildband "FEMINIST" für den Renaissance Photography Prize London nominiert.
     

     

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  • Gesungen hat Jessica Pilnaes schon immer, ist sie doch familiaer vorbelastet
Ihr Vater war Keyboarder in Schwedens beliebtester Pop-Band, den Sven-Ingvars
Mit 20 wurde Jessica Pilnaes Mitglied der international erfolgreichen R & B-Band Robyn
Es folgten Tourneen durch Schweden und Deutschland
Als approbierte Medizinerin hat Jessica Pilnaes einen Plan B fuer den Fall der Faelle
    ungewöhnlicher lebensweg
    Vorgestellt: Jessica Pilnäs - eigentlich wollte sie Ärztin werden, heute macht sie erfolgreich Jazz

    Soulig ist ihre Stimme, leuchtend, warm, und doch zurückhaltend und zu feinsten Nuancen fähig - so präsentiert sich die Schwedin Jessica Pilnäs auf „Bitter And Sweet“. Unwillkürlich mag man an den scheinbar unerschöpflichen Fundus skandinavischer Sängerinnen denken.

    Doch so einfach ist die Sache diesmal nicht. Auch in Schweden ist mancher Karriereweg verschlungen - wie der von Jessica Pilnäs:

    Gesungen hat die 31-Jährige schon immer, ist sie doch familiär vorbelastet: Ihr Vater war Keyboarder in Schwedens beliebtester Pop-Band, den „Sven-Ingvars“. So kam sie schon mit 16 Jahren 1995 in die Vorauswahl des Eurovision Song Contest, gleichzeitig eine der beliebtesten Fernsehshows des Landes. Sie wurde Dritte und bekam sofort einen Plattenvertrag angeboten.

    Doch Jessica schwebte etwas anderes vor als eine Karriere als Pop-Sternchen: „Ich war so jung und gerade erst auf die höhere Schule gekommen und wollte diese ordentlich erledigen.“ Statt den Vertrag zu unterschreiben, setzte sie also auf Ausbildung und ging nach dem Gymnasium schließlich auf die renommierte „Fridhem“-Jazzschule, der etliche der heutigen schwedischen Jazzgrößen entstammen.

    Mit 20, nunmehr solide ausgebildet, wurde Pilnäs Mitglied der international erfolgreichen R & B-Band „Robyn“. Wieder wurden Pop-Produzenten auf sie aufmerksam, diesmal konnte sie der Versuchung nicht widerstehen. Unter dem Pseudonym „Isa“ - „es gab damals gerade zu viele Jessicas“, erklärt sie die Namensgebung durch ihr Label Sony - spielte sie das Album „Pretender“ ein.

    Das verkaufte sich zwar vor allem in Japan blendend, doch Pilnäs merkte schnell, dass sie, fremdbestimmt, Promotion gesteuert und Playback singend, weit entfernt von dem war, was sie eigentlich machen wollte: „Das war nicht ich. Ich fühlte mich nicht wohl, wie die anderen Popsängerinnen in Musikvideos herumtanzen.

    Ich war so enttäuscht von der Musikindustrie und all des Drucks müde, der den Spaß tötete.“ Kurzentschlossen zog sie sich aus dem Musikgeschäft zurück und setzte Plan B in Kraft: ein abgeschlossenes Medizinstudium an der renommiertesten Universität Schwedens, der Nobelpreis-Institution „Karolinska Institutet“.

    Vielleicht wäre Jessica Pilnäs heute allein dem Arztberuf verfallen, wenn es nicht zwei Musiker gegeben hätte, die ihren Rückzug für einen schweren Verlust für den Jazz hielten: Starposaunist Nils Landgren versucht noch während ihres Studiums wiederholt, sie für den Gesang zurückzugewinnen.

    Für sein ABBA-Projekt 2003 nimmt er mit ihr eine Duett-Version von „The Winner Takes It All“ auf, das dann später auf der ACT Compilation „Magic Nordic Voices“ (ACT 9718-2) veröffentlicht wird.

    Und am 3. Juni desselben Jahres wird mit Landgren, Wolfgang Haffner, Dan Berglund, Jesper Nordenstadt und anderen nicht nur Viktoria Tolstoys ACT-Debüt „Shining On You“ (ACT 9701-2) in ABBAs legendären Polar-Studios eingespielt, derselbe Musiker-Pool begleitet vorher auch Pilnäs bei fünf Songs, die sich jetzt auf „Bitter And Sweet“ wiederfinden.

    2008 schließlich holt Landgren sie in sein zweites „Christmas With My Friends“-Projekt (ACT 9476-2), nicht nur für die Aufnahme, sondern auch auf Tournee durch Schweden und Deutschland.

    Der Gitarrist und Produzent Johan Norberg, hierzulande vor allem als Partner von Jonas Knutsson mit dem Duo „Norrland“ bekannt, ist die andere entscheidende Figur. Schon 2000 ist er in der Band, die Jessica Pilnäs alias Isa auf Japantournee begleitet. Von ihrem Talent überzeugt, schreibt er ihr sofort nach der Rückkehr einen Song und holt sie in sein Studio.

    In „The More I See“, das dann zunächst von Rigmor Gustafsson auf „I Will Wait For You“ (ACT 9418-2) vorgestellt wurde, geht es um den Moment des Erwachens der Liebe. Beide stellten fest, dass er ihre Beziehung widerspiegelt. Seither sind sie ein Paar und seit einigen Jahren Mann und Frau.

    All diese Stationen ihrer persönlichen wie musikalischen Entwicklung finden sich nun auf „Bitter And Sweet“. „Ich habe mich bewusst für diese Art Kompilation entschieden. Bevor ich etwas ganz Neues machen konnte, musste ich erst die Vergangenheit zu einem guten Ende bringen und präsentieren, was da gewachsen ist und mit viel Liebe gemacht wurde. Es ist eine Art Tagebuch.“

    Natürlich ist „The More I See“ zu hören, mit dem sozusagen die Jazzwerdung der Jessica Pilnäs begann, und auch „The Winner Takes It All“, das schon sehr typisch ist für das Understatement, das “gegen den Strich Bürsten“, mit dem Jessica Pilnäs Songs auf das Wesentliche abklopft und ihm mit ruhigem Jazz-Flow, feinsten Phrasierungen und eigenem Ausdruck neue, noch nie gehörte Gestalt gibt: „Viele schwedische Sängerinnen versuchen so hoch wie möglich zu singen.

    Ich mache fast das Gegenteil, ich versuche alles so einfach wie möglich und sozusagen so tief wie möglich zu gestalten“, erklärt sie ihren Ansatz.

    Was man auch den eigens für dieses Album eingespielten Interpretationen von „Don’t Dream It’s Over“ des neuseeländischen Songwriters Neil Finn und des Billie Holliday-Klassikers „Don’t Explain“, aber auch den Norberg/Pilnäs-Kompositionen „Just Not Today“, „Man In A Balloon“ und „Bitter And Sweet“ anhört.

    Und nicht nur bei Simon & Garfunkels „Bridge Over Troubled Water“ und „There Must Be An Angel“ von Eurythmics, deren Versionen ebenso der grandiosen Session in den Polar-Studios entstammen wie das Titelstück „Bitter And Sweet“, wird Pilnäs‘ Affinität zum Pop deutlich.

    „Es gibt so viele gute Popsongs, es wäre schade, wenn sie vergessen und einfach verschwinden würden. Ich habe einige ausgesucht, um sie selbst neu zu entdecken und sie dann dem Publikum neu nahe zu bringen.“

    Als approbierte Medizinerin hat Jessica Pilnäs einen Plan B für den Fall der Fälle. Doch im Moment spielt die Musik wieder die erste Geige in ihrem Leben: „Während der vergangenen Jahre sehnte ich mich wieder sehr nach der Musik.

    Die Freude am Singen ist immer mehr zurückgekommen, und ich bin glücklich jetzt wieder dem Publikum zu begegnen, live spielen zu dürfen. Ich will noch einmal richtig durchstarten.“ Worüber man sich als Hörer von „Bitter And Sweet“ nur freuen kann. Ebenso wie auf weitere Resultate einer ungewöhnlichen Karriere.

    ACT Music & Vision GmbH & Co.KG

    Telefon: + 49 - (0) 89 - 72 94 92 - 0

    E-Mail: info@remove-this.actmusic.com

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