Das Lifestyle Magazin: Lebensart, Kunst, Kultur in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Eiersalat bei True-Fruits

True-Fruits-Chef Marco Knauf hat seine Eier in Edelstahl gießen lassen

Politisch-Korrekt ist True-Fruits noch nie gewessen und wollen es auch nicht werden. Gestern haben wir noch berichtet, Provokation gehört zum Geschäft von True Fruits. Die Aufregung, die doppeldeutigen Slogans wie "Oralverzehr – schneller kommst Du nicht zum Samengenuss" haben wir alle noch in bester Erinnerung.

Aufreger ist nun eine alte Kampagne aus 2017, die in Österreich lief: Mit Slogans wie "Schwarz schafft es selten über die Grenze" oder "Noch mehr Flaschen aus dem Ausland". Das wurde jetzt als rassistisch angeprangert. Nun kommt die neuste Provokation von True-Fruits, und die liefert der Chef selbst. Der neuste Aufreger:

Der große Eiersalat von True-Fruits

Für den "Eier aus Stahl"-Award ließ True-Fruits-Chef Marco Knauf einen Abdruck seiner Eier in Edelstahl gießen, na und? Der Award soll Unternehmer auszeichnen, die unbequem sind und sich gegen Widerstände durchsetzen. Unternehmen, die so sind, wie True Fruits, so Marco Knauf.

Der erste Preisträger ist das Unternehmen Sodastream, dem Marco Knauf zum Kampf gegen die Plastik-Lobby gratuliert. Und nun melden sich alle "Daueraufgeregten" wieder zu Wort. Die Eier von Marco Knauf gefallen nicht allen, aber egal für True Fruits gab es massenweise kostenlose PR. Ziel erreicht.

Rolf Schröter, Ressortleiter Marketing bei W&V sieht das kritisch.

Lieber Herr Böhmer,

die sozialen Medien sind voller Hass und böser Gefühle. Sie sind auch voller Liebe und Harmonie. Alles Weitere dazwischen fällt nicht weiter auf.

Wer aber anfängt, mit der dunklen Seite der Macht zu spielen, um daraus Profit zu schlagen, gerät in Gefahr. So wie True Fruits. Teile des Publikums weigern sich, den Sarkasmus der Bonner Smoothie-Fabrik als gut gemeinten Humor zu identifizieren; sie reagieren empört.

Das wiederum empört die „wahren Früchte“. Die Folge: Ein destruktives Ping-Pong-Spiel um die Deutungshoheit.

Nur: Bei diesem Spiel kann niemand gewinnen. Erst recht nicht True Fruits. Warum, erklärt Manuela Pauker in einem Kommentar auf W&V+.

Einen harmonischen Abend wünscht

Ihr Rolf Schröter

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  • GFDK - Marketing News - W&V Rolf Schröter
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  • 19.02.2019

Aktuelles - Kultur und Medien

  • Auf den Kinostart von Mirai freuen sich schon alle Kinder
    Das Mädchen aus der Zukunft
    MIRAI verzaubert zugleich Kinder als auch Erwachsene

    Der kleine Junge Kun genießt seine glückliche Kindheit, bis seine kleine Schwester Mirai geboren wird. Da Mirai nun die gesamte Aufmerksamkeit der Eltern bekommt, wächst in Kun die Eifersucht und er zieht sich immer mehr zurück.

    Im Garten, in dem er gerne Unterschlupf sucht, wächst ein magischer Familienbaum.

    Kun wird plötzlich in eine fantastische Welt katapultiert, in der Vergangenheit und Gegenwart zusammenlaufen. Er begegnet verschiedenen Verwandten zu unterschiedlichen Lebensabschnitten: seiner Mutter als kleines Mädchen,  seinem Urgroßvater als tatkräftigen, jungen Mann und seiner kleinen Schwester als Teenagerin.

    Durch diese Abenteuer gelingt es Kun, die Geschichte seiner Familie zu entdecken und seine Rolle im Leben zu finden.

    MIRAI

    Das Mädchen aus der Zukunft

    Kinostart: 28. Mai 2019

    Regie und Buch: Mamoru Hosoda

    Produziert von Studio Chizu

    Japan 2018, 98 Minuten

    Verleih: AV Visionen Filmverleih – Dispo: Camino

     

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  • Elyas M’Barek, Florian David Fitz, Jella Haase, Karoline Herfurth, Frederick Lau, Wotan Wilke Moehring und Jessica Schwarz spielen die Hauptrollen in DAS PERFEKTE GEHEIMNIS
    Neue Kinokomödie
    Das erste Foto mit allen Hauptdarstellern von DAS PERFEKTE GEHEIMNIS isr da

    Wie viele Geheimnisse verträgt eine Freundschaft? In seiner neuen Kinokomödie DAS PERFEKTE GEHEIMNIS zeigt Bora Dagtekin, dass gute Freunde wenig voneinander wissen, ihre Mobiltelefone dafür umso mehr. Nun gibt es ein erstes Foto mit allen Hauptdarstellern.

    Autor und Regisseur Bora Dagtekin sowie Produzentin Lena Schömann lassen in DAS PERFEKTE GEHEIMNIS einen Abend unter Freunden eskalieren und bringen dafür ein einmaliges Star-Ensemble an einen Tisch: Elyas M’Barek, Florian David Fitz, Jella Haase, Karoline Herfurth, Frederick Lau, Wotan Wilke Möhring und Jessica Schwarz spielen die Hauptrollen in der Komödie, die am 31. Oktober in die deutschen Kinos kommt.

    Darsteller: Elyas M’Barek, Karoline Herfurth, Florian David Fitz, Jella Haase, Frederick Lau, Jessica Schwarz, Wotan Wilke Möhring (in alph. Reihenfolge)
    Szenenbild: Christian M. Goldbeck
    Director of Photography: Moritz Anton
    Kostümbild: Regina Tiedeken
    Maskenbild: Kitty Kratschke
    Casting: Daniela Tolkien
    Requisite: Tobias Zeislmeier

    DAS PERFEKTE GEHEIMNIS

    Ab 31. Oktober 2019 im Kino

     


    Producerin: Nicole Springstubbe 
    Executive Producer: Martin Moszkowicz
    Produzentin: Lena Schömann
    Drehbuch & Regie: Bora Dagtekin

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  • Karl Lagerfeld Ausstellung Bonn
Karl Lagerfeld in der bundeskunsthalle bonn
Mode von Karl Lagerfeld in Bonn
mode ausstellung von Karl Lagerfeld
Karl Lagerfeld kommt nach Bonn Chloé archive
Karl Lagerfeld Ausstellung  Courtesy Fendi Archives
    neue Impulse von Lagerfeld
    Ausstellung in Bonn: Karl Lagerfeld. Modemethode - zählt zu den weltweit renommiertesten Modedesignern und gilt als Ikone des Zeitgeists

    In Gedenken an Karl Lagerfeld zu seiner Austellung in Bonn 2015.

    Karl Lagerfeld zählt zu den weltweit renommiertesten Modedesignern und gilt als Ikone des Zeitgeists.

    Ausstellung in Bonn

    Mit der Ausstellung Karl Lagerfeld. Modemethode beleuchtet die Bundeskunsthalle erstmals und umfassend mit mehr als 120 Looks den Modekosmos des Ausnahmedesigners und erzählt auf diese Weise ein Kapitel der Modegeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts.

    Karl Lagerfeld prägt die Modewelt bereits seit über 60 Jahren und ist dabei so aktuell wie kein Zweiter.  Seine Entwürfe sind profiliert und eigen, atmen aber gleichsam den Geist der Zeit und lassen – je nach Modehaus und Kollektion – einen klaren Stil erkennen,“ so Rein Wolfs, Kurator der Ausstellung.

    Karl Lagerfeld ist dafür bekannt, klassische Formen zeitgemäß zu erneuern und der Mode neue Impulse zu geben. Über eine Zeitspanne von nunmehr 60 Jahren –  von 1955 bis heute –  zeugen seine Kreationen für Modehäuser wie Chloé, Fendi, Karl Lagerfeld oder Chanel von einem außergewöhnlichen Gespür für das Lebensgefühl und die Strömungen der jeweiligen Zeit, sowohl in der Haute Couture als auch beim Prêt-à-porter.

    Als künstlerischer Direktor und Chefdesigner von Chanel seit 1983 gilt er unter Experten als einzig legitimer Nachfolger der Gründerin und Modelegende Coco Chanel.

    Für das  italienische Modehaus Fendi entwirft Karl Lagerfeld bereits seit 1965 regelmäßig zwei, neuerdings vier Kollektionen pro Jahr, ohne von der Firma Karl Lagerfeld zu sprechen.

    Als Genie der Mode gilt Karl Lagerfeld nicht nur, weil er Klassiker wie das Chanel-Kostüm durch unkonventionelles Design stetig erneuert und sich seit Jahrzehnten als Gestalter fortwährend neu erfindet. Neben der Haute Couture wandte sich Karl Lagerfeld bereits früh und sehr bewusst dem jüngeren Prêt-à-porter zu.

    Dort sah er in den frühen 1960er Jahren die eigentliche Zukunft der Mode, die tragbarer werden sollte. Neben seinen Entwürfen für Kleider und Kostüme kreiert der Designer außerdem Accessoires aller Art, die er auf seine Kollektionen abstimmt.

    Auch was Vertrieb und Vermarktung betrifft, steht Karl Lagerfeld für mutige Ideen und einen Paradigmenwechsel innerhalb des Modebetriebs: Neben seiner Tätigkeit für die Luxuslabels arbeitet er bereits seit den 1990er Jahren mit Firmen zusammen, die erschwingliche Serienware produzieren.

    2004 ist er der erste namhafte Designer, der für das schwedische Textilunternehmen H&M eine exklusive Linie entwirft – ein Erfolgskonzept, das die Firma daraufhin mit Modeschöpfern wie Stella McCartney, Comme des Garçons oder Versace fortsetzt.

    Freunde der Kunst

    Die „Modemethode“, das Prinzip von Karl Lagerfeld, ist eine Gesamtkonzeption: Von den ersten Entwurfsskizzen bis zum fertigen Kleidungsstück,  von den Accessoires über die Architekturkulisse und Musik der Modenschau bis zu den Fotos und dem Grafik-Design für Presse, Werbung, Katalog und Schaufensterdekoration entstammt jedes Detail dem Kopf und der Hand des Designers selbst.

    info@bundeskunsthalle.de

     

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Lebensart - Stil und Lifestyle

  • Moderne Badgestaltung - Trends und Ideen
    Badezimmer-Trends 2019: Weniger Zweckmäßigkeit, mehr Ästhetik

    Unser Badezimmer wandelt sich mehr und mehr vom Zweckraum zu einem Ort, der zum Wohlfühlen einladen soll. Schließlich kommt bei einem Vollbad die Seele zur Ruhe.

    Ein durchdachtes Beleuchtungskonzept oder einfache Änderungen wie beispielsweise ein anderer Spiegel sorgen schnell für neues Flair. Wer sich für eine umfangreichere Neugestaltung interessiert, dem seien die Designtrends 2019 ans Herz gelegt.


    Zunächst einmal stehen die Größe des Raumes und die sanitäre Ausstattung im Vordergrund. In kleineren Badezimmern lassen cleane Designs im Zen- oder Industrial-Stil bei einer optimalen Nutzung des vorhandenen Stauraumes das Bad größer wirken.

    Warme, gedeckte Farben sind zeitlos und helfen zusätzlich dabei, richtig zu entspannen. Darüber hinaus sind sie wunderbar mit knalligeren Trendfarben vereinbar, die man problemlos mithilfe von Accessoires ins Spiel bringen kann. Das hat den Vorteil, dass man das Badezimmer als "Leinwand" nutzen kann, auf der man aktuelle Trends durch Accessoires wie Handtücher, Badvorleger, Glaswaren oder Lichtkonzepte spielt.

    Überlegt man sich, die Duschkabine neu zu gestalten, findet man beispielsweise hier viele inspirierende Duschkabinenmodelle. Absolut State of the Art sind sogenannte Walk-in-Duschen. Sie sind ebenerdig verbaut, lassen den Raum größer wirken und sehen obendrein sehr elegant aus.

    Trennscheiben aus Glas nehmen nichts von der Größe kleiner Räume und schaffen Leichtigkeit. Stattet man eine solche Walk-in-Dusche mit einem Regenduschkopf aus, ist der erste luxuriöse Wellness-Effekt schon geschaffen.

    Wichtig: Der Aspekt der Barrierefreiheit, der insbesondere im Alter an Bedeutung gewinnt, sollte nicht außer Acht gelassen werden.

    Ideen für große Badezimmer

    Ist man in der glücklichen Lage, ein großes Bad zu besitzen, sind der Neugestaltung im Prinzip keine Grenzen gesetzt. Äußerst beliebt ist nach wie vor der Klassiker Landhausstil. Hier werden z. B. mit Holzelementen, dimmbarer Beleuchtung und blau-weißen Akzenten Erinnerungen an den Urlaub am Meer geweckt.

    Mit einem edlen Teakholz-Paravent, einer Sitzgelegenheit, opulenten Armaturen und Deko-Fliesen in warmen Gewürztönen wiederum fühlt man sich wie in Tausendundeiner Nacht.

    Eine freistehende Badewanne in Kombination mit einem subtilen Lichtkonzept, berührungslosen Armaturen und Textilien, die den Bogen zum Schlafzimmer spannen, bindet das Badezimmer in den Wohnraum ein und schafft eine Atmosphäre, die der einer Suite im Luxushotel gleicht.

    Foto: (c) flickr.com/photos/homespace CC BY-SA 2.0

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  • HUGO BOSS schreibt jaehrlich exklusiv ein Wettbewerbsthema fuer die jungen Designer aus
HUGO BOSS juriert und praemiert die Arbeiten mit Preisgeldern
    BOSS CURATED The Art of Dressing
    Inspiration Kunst, Design und Architektur - HUGO BOSS FASHION AWARD 2019

    Design -Kooperation zwischen HUGO BOSS und der Staatlichen Modeschule Stuttgart. Das Creative Management von HUGO BOSS schreibt jährlich exklusiv ein Wettbewerbsthema für die jungen Designer der Staatlichen Modeschule Stuttgart aus.

    Dazu lädt HUGO BOSS ins Unternehmen ein und gibt Einblicke in Arbeitsweise und Unternehmenskultur. Die Aufgabenstellung 2019 lautet BOSS CURATED *The Art of Dressing* Menswear FW19.

    Inspiration Kunst, Design und Architektur. HUGO BOSS hat eine besondere Verbindung zu Kunst, Design und Architektur und betreibt Kultursponsoring weltweit. Die Rolle des Kurators bedeutet Selektion, Entscheidung, Auswahl, Kombination und Präsentation auf besondere Art und Weise.

    Transformiert auf Mode und Designs, entstehen so spezielle und einmalige Materialien und Silhouetten,Styles und Kollektionen. 19junge Kreative des Abschlussjahrgangsder Staatlichen Modeschule Stuttgart entwickeln Ideen und entwerfenihre eigenen Looks. HUGO BOSS juriert und prämiert die Arbeiten mit Preisgeldern.

    Zur Preisverleihung laden wir Sie herzlich in die Staatliche Modeschule Stuttgart ein: Das internationale Modeunternehmen HUGO BOSS verleiht am Donnerstag, den 14. März 2019 um 19 Uhr die Preise. Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt ist frei.

    Da die Plätze limitiert sind, ist eine Anmeldung bis 08.März 2019 unter Tel. 0711/ 48 90 95 0 oder info@modeschule.kv.bwl.deerwünscht. Die Kollektionen von Absolventen der Staatlichen Modeschule Stuttgart sind nur an diesem Abend in der Staatlichen Modeschule Stuttgart, Ulmer Str. 227, 70327 Stuttgart zu sehen.

    Die Staatliche Modeschule Stuttgartqualifiziert in zwei Jahren zum staatl. gepr. Produktentwickler Mode.Voraussetzung ist ein allgemeinbildender Schulabschluss plus eine berufliche Erstausbildung in der Mode mit dem Abschluss des Gesellenbriefs.

    Das Ausbildungskonzept basiert auf drei Säulen: Design, Technical Development und Product Management und ist eng mit den Anforderungen der Modeindustrie verknüpft.

    Die fachliche Kompetenz der Absolventender Staatlichen Modeschule Stuttgartist von der Industrie gefragt und geschätzt, so kooperieren der Metzinger Modekonzern und die Stuttgarter Fachschule bereits seit mehr als 30 Jahren erfolgreich.

    Die Markenwelt von HUGO BOSS bietet den Absolventen ein vielseitiges Arbeits-spektrum. Rund ein Drittel der Abgänger starten dort jährlichund etablieren sich langfristig im Unternehmen.

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  • Das Fruehjahr eignet sich hervoragend, um seine Wohnung mal neu zu gestalten
    Farben und Dekoration
    Die Wohnung neu gestalten und Hygiene nicht vergessen

    Man zieht frisch in seine aller erste Wohnung oder wohnt bereits seit längerem dort und hat seine aktuelle Einrichtung einfach nur satt gesehen oder sie war noch nie richtig eingerichtet. Es gibt etliche Gründe, warum man eine Wohnung neu dekorieren möchte.

    Oftmals mag man es gar nicht glauben, wie sehr die Wirkung einer Wohnung durch eine passende Einrichtung verändert werden kann.

    Farben und Dekoratio

    Die richtigen Farben und eine dazu passende Dekoration sind unglaublich wichtig für eine Wohnung. Farben sind ein sehr komplexes Thema und nicht jede Farbe ist für jede Wohnung bzw. jedes Zimmer geeignet. Für kleine Räume sollte man Beispielsweise keine dunklen Farben nutzen, da diese den Raum noch kleiner wirken lassen.

    Auch sollte man nie alle Wände farbig streichen. Dadurch wirkt alles noch enger und bedrückender. Drei Wände in einer hellen Farbe wie Weiß, oder Beige und eine Wand entsprechend farbig ist meistens die beste Wahl.

    Wenn es dann um die Dekoration geht gibt es zwei bewährte Vorgehensweisen. Sind z. B. drei Wände in Weiß gehalten und eine in Rot, so kann man einmal die Dekoration farbig in der gleichen Farbfamilie gestalten. Das bedeutet, dass die Deko in anderen Rottönen ist.

    Ein anderer Weg wäre es die Dekoration in einer Komplementärfarbe auszusuchen. Die Komplementärfarbe ist immer die, die im Farbrad gegenüber von der anderen Farbe steht. In diesem Fall wären das die Grüntöne.

    Hygiene nicht vergessen

    Gerade, wenn man sich alles neue Objektive gekauft hat oder eventuell sogar noch renoviert hat, sollte man gründlich die ganze Wohnung reinigen. Eine ausreichende Hygiene ist natürlich immer wichtig und nicht nur nach einer Renovierung.

    Daher sollte auch ein Desinfektionsmittel und eventuell ein Papierhandtuchspender von Blanc-Hygienic im Haushalt vorhanden sein. Handtücher werden immer und immer wieder benutzt und somit sammeln sich auch dort Bakterien. Ein Papierhandtuchspender eliminiert dieses Problem.

    Gerade wichtige Stellen, wie die sämtlichen Griffe in der Wohnung werden beim Putzen sehr gerne vergessen. Auch das Händewaschen wird nur halbherzig ausgeführt. Viele nehmen Seife und verreiben die Hände einmal kurz unter Wasser. Doch so kann man es gleich bleibenlassen.

    Man sollte darauf achten, dass wirklich alle Stellen der Hände gründlich gewaschen werden. Dabei sollte mit der Handfläche angefangen werden. Anschließend wird der Handrücken und der Bereich zwischen den Fingern gereinigt.

    Die Daumen sollten separat gewaschen werden. Zuletzt nur noch das Handgelenk und das war es. 30 Sekunden Reinigen mit Seife reicht vollkommen aus.

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Aktuelles - Marketing News

  • Die Media-Persoenlichkeit des Jahres: Susanne Kunz von Procter & Gambler
    eine fröhliche Party
    Glückliche Gewinnerinnen und Gewinner beim Deutschen Mediapreis

    So begann der Tag: YouTube dreht pädophilen Video-Uploadern den Geldhahn zu. YouTube reagiert auf ein Problem mit pädophilen Nutzern und schaltet Werbung im Umfeld von Millionen Videos ab. Große Marken wie Disney und Nestlé stoppten zuvor Werbung, weil sie fürchteten, damit sexualisierte Kinder-Videos zu fördern.

    Holger Schellkopf, Chefredakteur bei W&V hatte schöneres zu berichten. Der Deutsche Mediapreis 2019 stand heute im Mittelpunkt.

    Lieber Herr Böhmer,

    glückliche Gewinnerinnen und Gewinner, eine fröhliche Party und sogar ein doppelter Ude: der Deutsche Mediapreis 2019 hatte alles, was man für so eine Preisverleihung braucht. 120 Kampagnen wurden für den Deutschen Mediapreis 2019 eingereicht, sieben Media-Strategien sowie 22 Media-Ideen.

    Für ganz besondere Momente sorgten dabei die Media Youngsters mit ihren wirklich beeindruckenden Leistungen und gleich in mehrfacher Hinsicht die Media-Persönlichkeit des Jahres, Susanne Kunz.

    Laudator Paul Remitz, Deutschlandchef der Omnicom Media Group und Jury-Mitglied des Mediapreises, zeichnete bei seiner Rede mit Respekt, Humor und Emotion ein stimmiges Bild der Media-Chefin von Procter & Gamble. Eine Laudatio, die auch bei der Preisträgerin selbst Wirkung hinterließ. Alles in allem war es eben doch der Abend der Gewinner.

    Nicht wirklich als Gewinner dürften sich dagegen die Produktverantwortlichen bei Nike gefühlt haben. Der gebrochene Schuh und das verletzte Knie eines Basketball-Nachwuchsstars werden für den Sportriesen ziemlich teuer. Der Aktienkurs gab im frühen Handel um 1,2 Prozent nach. Das Unternehmen verlor mehr als 1 Milliarde Dollar an Wert. Ziemlich unerfreulicher Ausrutscher.

    Gemeinsam mehr Sicherheit auf dem ebenfalls ziemlich glatten Parkett des Carsharing-Markets wollen künftig Daimler und BMW. Aus Car2Go und DriveNow wird das gemeinschaftliche Share Now. Von dem neuen "Odd Couple" der Mobilität lässt sich einiges lernen, kommentiert Rolf Schröter - was Partnerschaft in digitalen Zeiten bedeutet.

    Im Hause Now gibt es derweil eine recht umfangreiche Familienplanung. Park Now, Charge Now, Reach Now und Free Now sollen Mama und Papa Autobauer in Zukunft viel Freude bereiten. Mal sehen, wie sich der Nachwuchs so entwickelt.

    Ein schönes Wochenende wünscht

    Holger Schellkopf

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  • Bekannt fuer sportliche Werbung und Sponsoring wie hier bei Union Berlin Adidas steht auf dem Treppchen der Best Brands 2019 ganz oben
    Back to the Best Brands
    Die Best Brands Gala - Die erfolgreichsten Marken des Jahres werden gefeiert

    Mein Gott, war das wieder ein Tag: YouTube verliert vorerst Werbung von Disney, Nestlé, Dr. Oetker und dem Videospiel-Macher Epic Games. Die Firmen pausieren ihre Werbespots, weil einem Video-Blogger pädophile Aktivitäten bei der Videoplattform auffielen. Der YouTube-Algorithmus empfahl wohl Videos, die junge Mädchen in sexuellen Posen zeigen.

    Rolf Schröter, Ressortleiter Marketing bei W&V hat heute einen ganzen Sack voller Geschichten aus der Marketing-Welt zu erzählen.

    Lieber Herr Böhmer,

    was für eine Mischung: Der US-Schauspieler Kiefer Sutherland schmettert Country-Musik, der frühere Chef der EU-Kommission und heutige Goldman-Sachs-Berater José Manuel Durão Barroso trägt eine Rede vor und die Ratiopharm-Zwillinge Nina und Julia Meise fotografieren sich selbst.

    Und das alles genau dort, wo gerade die wahnsinnig spannende Sicherheitskonferenz zu Ende gegangen ist.

    Natürlich haben weder Kiefer noch José und Nina & Julia etwas mit dem eigentlichen Thema des Abends zu tun, nämlich die erfolgreichsten Marken des Jahres zu feiern. Aber die MCs der Best Brands Gala wissen natürlich ganz genau, was eine Veranstaltung zum Fest macht: Prominente, die man trifft und Erlebnisse, die man weitererzählt.

    Das ist auch der Grund, warum Lego die Best Product Brand geworden ist. Wegen der "Erlebnis-Stärke der Marke", sagt GfK-Präsident Michael Müller. Indem Lego seine Produkte spielerisch erweitert – zum Beispiel mit entsprechenden Apps – schafft es der dänische Klötzchengießer nicht nur Marktanteile zu holen, sondern auch die Herzen der Kunden zu erobern.

    Wo wir gerade beim Thema sind: Die Erlebnis-Spezialisten namens Avantgarde aus München werden für Volkswagen künftig die Fan-Horden bei UEFA und DFB-Turnieren bespielen. Wie genau, habe ich zwar nicht so ganz kapiert. Ist bestimmt auch nicht einfach. Aber es wird sicherlich ein großer Spaß.

    Back to the Best Brands

    Die beste Unternehmensmarke heißt Adidas. Und was die Franken gerade gebastelt haben, geht auch in die Richtung Event. Adidas hat einen neuen Schuh. Der heißt Ultraboost 19. Das allein ist noch keine Geschichte. Aber: Der Schuh soll für eine neue Ära des Laufens stehen. Hört, hört! Und zwar für "kreativeres, sozialeres und offeneres Laufen".

    Was das sein soll? Ein Beispiel: Im Film "The Waste Race" sieht man Läufer, die "Plogging" betreiben. Heißt: Sie sammeln während des Joggens Müll. Aus dem individuell langweiligen Gesundheitslauf wird so ein sympathischer, sinnträchtiger Triumphzug des Guten. Was für ein Erlebnis!

    Machen wir doch gleich weiter damit. Gestern Abend feierte unser Verlag den Deutschen Mediapreis 2019. Wo? In den Münchner Kammerspielen. Versprach Erlebnis pur. Nix wie hin.

    Wir sehen uns

    Einen erlebnisreichen Abend wünscht

    Rolf Schröter

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  • EU-Buerger kann jetzt jeder werden. Einer der ersten mit EU-Pass: Jan Boehmermann
    Der Ausweis-Generator
    Ein Fall von Content Marketing nach allen Regeln der Kunst, der EU-Bürger

    Emojis spielen immer öfter eine Rolle in Gerichtsverfahren: Die Zahl der Fälle, in denen Richter deren Bedeutung interpretieren müssen, um über Schuld oder Unschuld entscheiden zu können, ist in den USA rapide gestiegen, teilte mir schon heute Morgen W&V mit. Was soll ich dazu Sagen?

    Holger Schellkopf, Chefredakteur bei W&V, hat da eine bessere Geschichte für mich. Ich kann jetzt EU Bürger werden, jawoll.

    Lieber Herr Böhmer,

    eine Geschichte voller Kreativität, die richtige Idee, eine Botschaft, intelligente Umsetzung - das ist es ja, wonach viele suchen - häufig vergebens. Dabei kann gerade eine im Grunde recht simple Idee ziemlich genial sein. Ein gleich in mehrfacher Bedeutung Bilderbuch-Beispiel dafür ist #Europa22.

    Mit dem Ausweis-Generator einer österreichischen Band - eben Bilderbuch - kann sich jeder Nutzer ganz unbürokratisch zum EU-Bürger machen - die Aktion kommt gut an und feiert in den sozialen Netzwerken große Erfolge.

    Auch eine ganze Reihe von Promis haben sich bereits den imaginären Europapass besorgt.

    Dahinter steckt auch mehr als eine schöne Idee zur EU-Wahl. Experten sehen hier einen Fall von Content Marketing nach allen Regeln der Kunst.

    Wesentlich weniger Freude macht ein anderes Thema in Sachen Europa. Es sieht alles danach aus, als würden wir auf einen harten Brexit zurasen. Höchste Zeit, um ein paar Vorbereitungen zu treffen. Gerade für die Werbe- und Marketingbranche spielt London ja bisher eine wichtige Rolle.

    Umso wichtiger ist ein klarer Blick auf Konsequenzen des Brexit und mögliche Gegenmaßnahmen für Unternehmen und Agenturen.

    Einen Abend voller Einheit wünscht Ihr

    Holger Schellkopf

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Lebensart - Reisen und Urlaub

  • Schlichte Eleganz und erstklassiger Service – das Lani’s Suites Deluxe/Lanzarote ist von der TripAdvisor-Community 2019 zum weltweit beliebtesten Hotel in der Kategorie Romantik gekuert worden
    Gesamturteil Ausgezeichnet
    Das Lani’s Suites Deluxe auf Lanzarote ist das Romantik-Hotel des Jahres

    „Hier stimmt von A wie Ankunft bis Z wie zurück einfach alles“, schwärmt ein Urlauber vom Lani’s Suites Deluxe auf Lanzarote in seiner Online-Bewertung auf dem Buchungsportal TripAdvisor.

    Dem pflichten die User mit dem Gesamturteil „Ausgezeichnet“ bei – und verhelfen dem Boutiquehotel im Südosten der Kanareninsel so zu Platz 1 bei den „Travellers’ Choice Awards 2019“ in der Kategorie „Romantik-Hotels weltweit“.

    Das Adults Only Hotel bei Puerto del Carmen liegt rund acht Kilometer vom internationalen Flughafen von Lanzarotes Hauptstadt Arrecife entfernt. Jede der 25 exklusiven Suiten verfügt über Meerblick mit eigener Terrasse oder Balkon, zudem haben Gäste direkten Zugang zu zwei Sandstränden.

    Das Angebot komplettieren ein Beauty- und Wellnesszentrum sowie ein Gourmetrestaurant. Die seit 2002 verliehenen „Travellers’ Choice Awards“ gründen auf den Meinungen der TripAdvisor-Community mit insgesamt rund 661 Millionen Bewertungen.

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  • Fast geschafft – Zieleinlauf der Teilnehmer beim Kult-Skirennen Der Weiße Rausch in St. Anton am Arlberg
Startschuss am Vallugagrat – beim Kultrennen Der Weiße Rausch in St. Anton am Arlberg/Ossterreich messen sich alljaehrlich ueber 500 internationale Athleten
    Unerschrocken, Hungrig, Ehrgeizig
    Das legendärste Abfahrtsrennen im Alpenraum - Der Weiße Rausch in St. Anton

    Das Kultrennen des Wahnsinns in St. Anton am Arlberg geht in die nächste Runde.  Jedes Jahr die gleiche Frage, die Fragen aller Fragen, trau ich mir das zu, hat die GFDK Redaktion im letztem Jahr geschrieben. Das härteste Skirennen im Alpenraum, und legendär berüchtigte Skirennen, erfreut sich immer größerer Beliebtheit.

    Wenn am Nachmittag des 21. April 2019 die Skilifte schließen, messen sich in St. Anton am Arlberg erneut die Unerschrockenen, die Hungrigen, die Ehrgeizigen.

    Beim Kultrennen „Der Weiße Rausch“ kann jeder mitmachen – doch selbst erfahrene Abfahrtsläufer stoßen an ihre Grenzen, wenn 555 Pistencracks gleichzeitig vom „Ungeheuer“ Valluga aus auf unpräparierter Strecke ins Tal rauschen. Impressionen vom Tiroler Kult-Skirennen im Video „Der Weiße Rausch“ 2018

    Kraftakt ohne Verschnaufpausen. „Der Weiße Rausch“ ist das vielleicht legendärste Abfahrtsrennen im Alpenraum und fordert jedes Jahr 555 Skifahrer, Snowboarder sowie Telemarker aus aller Welt. Schon die richtige Position beim Massenstart entscheidet über wertvolle Sekunden, bevor der tückische Zwischenaufstieg am Schmerzensberg die Lungen brennen lässt.

    Spätestens auf der Kandahar-Piste glühen dann auch dem robustesten Ski-Crack die Oberschenkel. Vor dem Ziel kämpfen sich die Athleten über letzte Hürden, um anschließend von hunderten jubelnden Zuschauern im Tal empfangen zu werden.

    Knapp acht Minuten benötigen die Schnellsten für die neun Kilometer und 1.300 Höhenmeter. „Der Weiße Rausch“ startet am 21. April 2019 um 17 Uhr am Vallugagrat von St. Anton am Arlberg/Tirol, mutige Kids im Alter von elf bis 16 Jahren treten bereits um 16.30 Uhr beim „Mini Weißen Rausch“ oberhalb der Sennhütte an. Die Skisaison in St. Anton am Arlberg läuft bis 28. April.

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  • Zarte Blueten vor markanten Gipfeln gibt es bei der Almrosenbluete am Wilden Kaiser in Oesterreich zu sehen
    Frühlingsblüte in Tirol
    Das Purpurrote Naturwunder, die Almrosenblüte am Wilder Kaiser

    Frühlingsblüte in Tirol am Wilden Kaiser. Die Zeit der Almrosenblüte ist für viele Urlauber die schönste Jahreszeit am Wilden Kaiser. Wenn die Berghänge in die Farbe Rot erblühen schlagen die Frühlingsherzen höher. Die purpurroten Farbnuancen sind ein Naturschauspiel, und zählt zu den schönsten Naturereignissen, die der Alpenraum zu bieten hat.

    Naturspektakel am Wilden Kaiser in Tirol

    Die Schönheit der Roten-Berg-Pflanzen verzaubert alle naturbegeisterten Menschen jedes Jahr aufs neue. Jede Jahreszeit in den Bergen hat ihre Highlights. Mitte Juni stellt die Flora am Wilden Kaiser alles andere in den Schatten:

    Das Fest für die Sinne

    Wenn am Hartkaiser die Almrosen blühen, leuchten die Berghänge purpurrot. Erleben können Urlauber das Naturschauspiel am 18. Juni und 2. Juli 2019 auf einer gut viereinhalbstündigen Tour.

    Die geführte Almrosen-Wanderung „Ellmau begeistert“ startet um 9 Uhr vom Dorfzentrum Ellmau aus zur Hartkaiserbahn, per Gondel geht‘s hinauf und nach der Rundwanderung über Zinsberg und Brandstadl wieder zurück zur Bergstation.

    Interessierte melden sich in den Infobüros Wilder Kaiser oder online an, die Teilnahme ist mit der Wilder Kaiser GästeCard kostenlos.

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Aktuelles - Reden ist Silber

  • Thomas Bernhard besaß einige Schlafzimmer, obgleich fast nie jemand bei ihm übernachtete
Kleiderschrank und Alkohllager von Thomas Bernhard
Thomas Bernhard besaß drei edle Haeuser,  beziehungsweise Hoefe, hatte aber fast keinen Besuch
Die Raeume sind allesamt edel eingerichtet und bis heute erhalten
Das Buch dokumentiert und beleuchtet das Leben von Thomas Bernhard
Hab und Gut – Das Refugium des Dichters, 35 Euro fuer 176 Seiten, im Brandstaetter Verlag Wien
    Der Bildband „Hab und Gut“
    Wohngebiete eines famosen Einzelgängers - Der Schriftsteller Thomas Bernhard

    „Wir können uns einreden, dass wir mit einem Buch nicht allein sind, wie wir uns einreden können, dass wir mit einem Menschen nicht allein sind.“ Thomas Bernhard (1931 - 1989)

    Als ich noch jung war, also jünger zumindest, drängte mir meine damalige Freundin, deren Name hier unerwähnt bleiben soll, dauernd Bücher auf, die für sie Pflichtlektüre darstellten und von Autoren wie Heinrich Böll, Max Frisch oder einem Franzosen namens Antoine de Saint-Exupery, was ich bis heute nicht fehlerfrei aussprechen kann, stammten.

    Ich las die Werke, die besagte Freundin hatte einen hübschen Mund und was tut man als 17-Jähriger, wenn man noch Träume hat, nicht alles für einen hübschen Mund, war indes von einem ganz anderen Schriftsteller begeistert, den sie, die mit dem hübschen Mund, nun gar nicht mochte: Thomas Bernhard nämlich.

    Zum 30. Todestag dieses famosen Einzelgängers hat der Brandstätter-Verlag in Wien nun einen wunderbaren, wenn nicht gar einzigartigen Bildband veröffentlicht: Thomas Bernhard - „Hab und Gut“ (Das Refugium des Dichters).

    Herausgeber ist André Heller, die in der Tat Hammer-Fotos hat Hertha Hurnaus gemacht, weiter kommen mehrere Bernhard-Experten zu Wort, aber zum Glück nicht zu viel und zu lang, denn die 80 Aufnahmen der Bernhard-Wohnorte sind so grandios und lassen visuell so tief in die Seele des Künstlers blicken, dass die 35 Euro wohl investiert sind für den Leser, der diesen Weltdramatiker und Literaten (Der Theatermacher, Die Jagdgesellschaft, Städtebeschimpfungen - grandios - um nur einige zu nennen.) noch heute zu schätzen weiß.

    Diese Bilder, die meines Erachtens auch und gerade in eine Ausstellung gehören, machen deutlich, wie Thomas Bernhard seine Lebensräume, wie beispielsweise seinen Vierkanthof in Ohlsdorf, Oberösterreich, theatralisch inszeniert hat.

    Alles hat seinen Platz, selbst Dinge, die er, der Autor, nie benutzt hat, Requisiten eines Lebens, die den „ungewollten Besucher“ verunsichern sollten: seien es die Hüte, die Anzüge, die Messer, die Schnapsflaschen am Bett, die Flinten, alles an seinem Platz, penibel und bestimmt platziert; nichts schien er offenbaren zu wollen, ein Rätsel eben wie der Mann selbst, wie die Fünf-Sterne-Küche, die er kein einziges Mal benutzt hat in seinen Denk- und Schreibkerkern, wie Thomas Bernhard seine Habitate auch zu nennen pflegte.

    Alles ist noch so hergerichtet, wie zu seinen Lebzeiten. Faszinierend. Ein organisiertes Außenleben, wo nichts dem Zufall überlassen blieb, sondern unter der Kontrolle des Schaffenden blieb. Sein Universum.

    Thomas Bernhard. Der Autor, bei dem man sich nie sicher sein konnte, ob das, was man las, nun eine Tragödie oder eine Komödie war. Thomas Bernhard. Österreicher. Der seine Landsleute als katholisch-nationalsozialistisch definierte.

    Im Zeichen des Wassermanns am 9. Februar 1931 geboren, gestorben am 12. Februar 1989, also vor nunmehr 30 Jahren, viel zu jung, leider, denn:

    Was für eine Stimme, was für eine Literatur, was für eine Wahrheit dieser Mann immer wieder zu Papier brachte, insgesamt 10324 Seiten umfaßt das Gesamtwerk, ohne sich dabei zu verkaufen, im Sinne von dazugehören zu wollen, geliebt werden zu wollen, Anerkennung zu brauchen, trotzdem erhielt er 1970 den Georg-Büchner-Preis, 1972 den Grimme-Preis, ein wahres Unikat.

    Ich war damals, zur Zeit der Freundin mit den besagt hübschen Lippen begeistert und bin es heute noch. Weltliteratur, die es selten aus dem deutschsprachigen Raum gibt, wo so viel geschwätzt wird. Thomas Bernhard entlarvte immer wieder das bornierte Klein- wie Großbürgertum.

    Tut es heute noch, denn seine Werke sind zeitlos und werden es wohl auch immer bleiben, auch im Ausland. Und die Fotos in dem Bildband „Hab und Gut“ sprechen eine Sprache, die dem Mann und Autoren Thomas Bernhard sehr wohl gerecht werden. Tadellos.

    Sönke C. Weiss

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  • Modezar Karl Lagerfeld Wikipedia
Ausstellung Karl Lagerfeld in Esssen
Besucher Karl Lagerfeld Ausstellung Folkwang Museum
Ausstellungstueck Karl Lagerfeld Ausstellung
Plakat zur Ausstellug Karl Lagerfeld
    durch und durch inszeniert
    Lagerfeld ohne Herz und Schmerz, ohne Seele und Wärme - ein eiskalter Werber in eigener Sache

    Am 20. 02.2014 besuchte Eva Horstick-Schmitt für die GFDK die Ausstellung von Karl Lagerfeld in Essen. Begeistert war sie nicht. 

    Karl Lagerfeld ist sicher ein wahnsinns Perfektionist. Nur leider ohne Seele und jegliche Wärme. Was glauben Sie warum er nie seine Augen zeigt?

    Die Dortmunder Künstlerin Eva Horstick-Schmitt besuchte die Ausstellung von Karl Lagerfeld im Folkwang Musem Essen und macht sich ein kritisches Bild von Lagerfelds Selbst-Inszenierung.

    Die Ausstellung «Parallele Gegensätze» läuft noch bis 11. Mai 2014

    Ein echter Künstler ist er nicht, denn dazu macht er alles zu perfekt. Ich gönne ihm seinen Erfolg von Herzen. Nur leider ist seine Kunst ohne Herz und Schmerz. Sie ist zu perfekt inszeniert und das macht sie kalt und seelenlos. Sie spricht nicht zu einem Wesen, sondern sie existiert einfach als perfektes Bildnis an der Wand oder im Raum.

    Ich denke trotzdem, dass genau diese Kunst auch in diese Welt passt. 

    Diese Welt ist seelenlos und kalt, selbstsüchtig und eigenartig- genau wie er. Lagerfeld spiegelt das Spektrum seiner Selbst in seinen perfekten Bildern, die überinszeniert gewaltig gut sind, aber niemals Seele zeigen. Herr Lagerfeld kann mit seinen Foto- Werken aus meiner Sicht in keiner Weise an den Fotografen Peter Lindbergh heranreichen, um mal die Liga zu vergleichen in der sie spielen.

    Alle überpinselten Eitelkeiten der Zeit sind sein Maß der Dinge.

    Schau - es gibt ein einziges Bild aus der Zeit gerade mit seinen Augen, aus denen Kälte spricht. Keine Tiefe drin. Nur Leere. Füllt Lagerfeld sein Leben als workaholic, weil er ansonsten eine leere Hülle wäre? So leer, dass er sich selbst ohne mal nichts zu tun - sich nicht aushalten würde.

    Hat das einfach niemand begriffen? Er wird getäschelt wie ein Heiliger und ist doch ein armer Mann ohne Wärme. 

    Werbeikone und Sonnengott aus Deutschland

    Lagerfeld, der gehypte Sonnengott aus Deutschland ist für mich ein Bild der Zeit und Menschen, die sich auf den hohen Hacken der Eitelkeiten bewegen. Die Welt neben ihnen existiert nur durch eine getönte Brille. Lagerfeld ist ein Verführer, der das Licht aller Eitelkeiten unter der Sonne zusammen bringt.

    Seine Kleider sind der Inbegriff von Perfektion. Lagerfelds Fotografien sind überinszenierte Modefotografien und kaum zu überbieten an schönen Frauen, Gegenständen, sowie Hintergründen. Aber sie bleiben eine kalte Version seiner Selbst.

    Der Sinn des Lebens ist Seele und nicht den Mammon "Gier" zu vertreten, wie er es in meinen Augen tut. Die Gier ist das, was er für mich darstellt in höchster Form. Sie ist das, was auch die Menschheit der Jetztzeit ausmacht. Er repräsentiert in seinen vornehmen und modernen Anzügen mit seiner dekadenten Art unsere Zeit wie kein anderer.

    Lagerfeld - ein Genie und Modepabst zugleich

    Dieser Mann ist ein Genie des 20. Jahrhunderts, der seinen gierigen Atem nach "Mehr und Allem" mit ins 21. Jahrhundert brachte. Der ein  helles Licht vor sich her trägt, aber niemals in sich selbst verspüren wird - dieses eine Licht von Wärme und Seele.

    Der Abglanz seiner Objekte als Spiegel unserer Zeit, in dem wir uns selbst prüfen müssen, ob unser Licht bei uns selbst noch nicht erloschen ist, wenn wir uns derartig beeindrucken lassen - durch die Oberflächlichkeit seiner hochglanzpolierten Gesichtsmimik.

    Eva Horstick-Schmitt 

    Art@Live.de

    Foto:  Wikipedia/ Georges Biard CC BY-SA 3.0 commons.wikimedia.org/wiki/File:Karl_Lagerfeld_Cannes.jpg

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  • Das ist schnell passiert, kein Geld, und schon steht der Gerichtsvollzieher vor der Tuer, und die Wohnung ist weg
    Mahnungen ignoriert Wohnung weg
    Die Zwangsräumung – Wenn der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht

    Bald könnte es 1,2 Millionen Menschen ohne Wohnung geben medet heute die "ZEIT"
    Immer mehr Menschen in Deutschland werden wohnungslos. Doch was heißt das? Wer ist betroffen, warum und was tut die Politik dagegen? Antworten auf die wichtigsten Fragen hier.

    Die Zahlen, so die "ZEIT" sind alarmierend: Hunderttausende sind in der Bundesrepublik wohnungslos, vor allem in den Großstädten schlafen Zehntausende als Obdachlose unter freiem Himmel – auch im Winter. Und es werden immer mehr.

    Ein paar Mal die Miete nicht bezahlt, Mahnungen ignoriert und so schnell kann es gehen: Der Gerichtsvollzieher kommt und setzt Sie vor die Tür.

    Haben Sie als Mieter Ihre Zahlungspflicht mehrere Monate lang ignoriert oder den Eigenbedarf des Vermieters nicht akzeptiert und sind Sie nach der Kündigungsfrist nicht ausgezogen, lassen Sie dem Vermieter meist keine andere Wahl als eine Zwangsräumung zu veranlassen.

    Wenn der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht, ist es zu spät

    Das ist sicher die schlechteste Möglichkeit seine Wohnung aufzugeben, da Sie gegen einen Räumungstitel, der durch ein Gericht erwirkt wurde, als Mieter nicht ankommen.

    Der Vermieter muss die Zwangsräumung zunächst schriftlich beantragen, indem er eine Räumungsklage einreicht. Ist der Räumungstitel vom Richter erteilt, muss der Vermieter einen Gerichtsvollzieher mit der Räumung der Wohnung beauftragen.

    Dieser fordert dann vom Vermieter einen Vorschuss für die Kosten der Räumung. Davor wird er nicht mit der Arbeit beginnen. Ist die Zahlung eingetroffen, muss der Gerichtsvollzieher dem Mieter eine Frist zur Räumung seiner vier Wände von mindestens drei Wochen erteilen.

    Die Kosten für die gesamte Zwangsräumung hängen immer von der Größe der Wohnung und somit von der Größe des Hausrates ab. Sie belaufen sich im Regelfall aber auf einige Tausend Euro.

    Es klingelt: Wie geht es weiter?

    Sind Sie am Tag der Räumung in Ihrer Wohnung anzutreffen, muss der Gerichtsvollzieher immerhin keinen Schlüsseldienst beauftragen, um das Schloss aufbrechen zu lassen. Es sei denn, Sie weigern sich, die Tür zu öffnen.

    Dem Gerichtsvollzieher steht es frei, ob er zum Termin Polizeibeamte, den Schlüsseldienst oder auch gleich eine Spedition mitbringt.

    Letztere muss ebenfalls zunächst vom Vermieter bevorschusst werden. Die Kosten werden anschließend auf den Mieter übertragen. Allerdings sind die Chancen, dass der Vermieter das Geld vom verschuldeten Mieter zurückbekommt in den meisten Fällen eher gering.

    Anschließend wird der Schuldner aufgefordert, seine persönlichen Sachen zu nehmen, die Schlüssel auszuhändigen und sich dann von der Wohnung zu entfernen.

    Die Hauptaufgabe eines Gerichtsvollziehers bei einer Zwangsräumung ist es, den verschuldeten Mieter aus dem Besitz zu setzen und diesen an den Gläubiger, meist den Vermieter, zu übertragen. Dafür muss der Vermieter bei der Räumung anwesend sein.

    Was passiert mit dem Eigentum des Mieters?

    Bei einer Zwangsräumung werden alle beweglichen Gegenstände aus der Wohnung geräumt. Dies erledigt meist ein Speditionsunternehmen. Die Sachen werden dann für maximal einen Monat eingelagert. Der Vermieter kann dafür eigene räumliche Kapazitäten anbieten, um nicht noch mehr für den Vorschuss der Räumung zahlen zu müssen.

    Innerhalb dieses Monats kann der Verschuldete sein (ehemaliges) Eigentum nur gegen Geld, also in diesem Fall gegen eine Erstattung der entstandenen Kosten für die Zwangsräumung zurückbekommen.

    Nach der Frist wird Müll entsorgt und die übrigen Sachen ggf. versteigert, um den Vorschuss des Vermieters ansatzweise decken zu können. Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass etwas von Wert dabei ist, da die meisten Menschen, denen eine Zwangsräumung widerfährt, mittellos sind.

    Tatsächlich gibt es auch unpfändbare Gegenstände, wie Schränke, Waschmaschine, Staubsauger, Haustiere, Betten, Sofas oder Eheringe. Auch Bargeld kann nicht ohne weiteres eingezogen werden.

    Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, dass der Schuldner innerhalb der dreiwöchigen Frist mitsamt seiner Sachen auszieht. So wird die zumeist unangenehme Begegnung mit dem Zwangsvollstrecker unterbunden.

    Der Vermieter sollte aber in jedem Fall neue Schlösser einsetzen lassen, da sich doch einige Mieter Schlüssel nachmachen lassen.

    Berliner Räumung – der gängige Weg der Zwangsvollstreckung

    Bei der sogenannten Berliner Räumung können sich Mieter und Vermieter darauf verständigen, dass der Mieter bis zu einem bestimmten Tag all sein Hab und Gut aus der Wohnung entfernt. Dadurch spart der Gläubiger die Kosten für die Spedition, die sonst damit beauftragt werden müsste. Hält der Schuldner diesen Termin nicht ein, darf der Vermieter die Sachen entsorgen (lassen).

    Diese Methode bietet sich vor allem dann an, wenn die Chancen, dass der Vermieter das Geld vom Mieter zurück bekommt, sehr schlecht stehen.

    Am Tag der Zwangsvollstreckung wird der Verschuldete dann nur noch vor die Tür gesetzt, sofern er sich in der Wohnung befindet.

    Lässt sich die Zwangsräumung noch abwenden?

    Nach der Zustellung des Räumungstermins hat der Schuldner drei Wochen Zeit, das Schlimmste zu verhindern. Er kann einen Antrag auf Vollstreckungsschutz stellen. Eine Genehmigung kommt nur dann zustande, wenn das Gericht der Meinung, dass eine gewisse Härte vorliegt. Diese kann z.B. eine Obdachlosigkeit, aufgrund der Zwangsräumung beinhalten.

    Droht diese dem Mieter tatsächlich und kann er nicht etwa bei Familie oder Freunden unterkommen, kann die zuständige Behörde einen Ersatzwohnraum zur Verfügung stellen.

    Ein Anwalt kann Ihnen helfen, die Räumung noch abzuwenden. Sie können dafür einen Antrag auf Prozesskostenhilfe stellen, um die Kosten decken zu können.

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Kunst - Werk der Woche

  • Sabine Weiss, Men on the street, New York, 1955
Sabine Weiss, Times Square, New York, 1962
Sabine Weiss, Rue des Terres au Curé, Paris, 1954
Sabine Weiss, Marseille, 1956
    Meisterin der Leica
    Die Grande Dame der humanistischen Fotografie Sabine Weiss

    "Die großartige französische Fotografin Sabine Weiss gilt als die Grande Dame der humanistischen Fotografie und hat in über sieben Jahrzehnten ein Lebenswerk zusammengetragen, in dessen Mittelpunkt Fotografien aus Paris stehen. Dort lebt sie seit 1946.

    Als geübte Porträtistin hat sie nicht nur zeitlose Charakterstudien von Prominenten geschaffen, sondern sie hat auch immer wieder Menschen auf der Straße in zufällig gesehenen Situationen fotografiert.

    Sie ist eine brillante Geschichtenerzählerin, ihre Aufnahmen leben von einer genauen Beobachtungsgabe und vielschichtigen atmosphärischen Schilderung des Alltagslebens.

    Durch das feine Sensorium der Fotografin öffnet sich der Blick auf die kleinen Dinge des Lebens. Sabine Weiss zeigt den Alltag, die Arbeit, aber auch die Freizeit der fotografierten Personen.

    Bereits 1956 stellte Robert d´Hooghe die Fotografin in der LFI als „Meister der Leica“ vor: „Und schon begann Paris wieder seine alte Faszination auf die Jugend der Welt auszuüben. Unter denen, die sich in Paris trafen, war auch ein junges Mädchen aus der Schweiz.

    Sie war gerade zwanzig Jahre alt, hatte eine solide Lehre in einem Schweizer Fotografenatelier hinter sich und das Leben vor sich. Bald kannte man ‚Sabine‘ in den Kreisen der jungen Dichter, Maler und Musiker zwischen Montparnasse, St. Germain-des-Près und Montmartre, die damit beschäftigt waren, in endlosen Debatten die morsche Welt aus den Angeln zu heben und neu zusammenzusetzen.

    Wenn sie sich in die Diskussion mischte, vergaß sie nie zu betonen, dass sie Fotografin sei, und nicht „Künstlerin“. Aber sie war keineswegs schüchtern. Sie fand, dass ihre Freunde zwar ausgezeichnete Kunsttheorien entwickelten, aber nicht verstünden zu sehen.

    Unter „sehen“ verstand sie bewegt zu werden von den visuell erfassbaren Eindrücken der Umwelt und von den Zusammenhängen, die sich darin andeuten. Ihre Fotografien belegen bis heute sehr eindrücklich die Fähigkeit des fotografischen Sehens von Sabine Weiss.

    Denn das ist in der Tat außergewöhnlich präzise und hat ein Zeitgefühl konserviert, das bis heute prägend wirkt.“ (Ulrich Rüter in LFI 16.04.2018)

    Signierte Publikationen liegen während der Ausstellung zum Verkauf bereit:
    - Sabine Weiss "Les Villes La Rue L´Autre", Centre Pompidou, 2018, 42 €
    - Sabine Weiss, "l´oeil intime", 2014,  35 €
    - Sabine Weiss, Jeu de Paume, 2016, 35 €

    Ausstellung: Sabine Weiss "la vie"

    Eröffnung Samstag, den 4. Mai 19:00 – 21:30 Uhr
    Ausstellung bis 04. Juli 2019
    Öffnungszeiten: Di. - Fr. 16 – 19 Uhr, Sa. 11 – 15 Uhr

    während der Internationalen Photoszene Köln:
    Fr. 10. Mai 16 – 21 Uhr, Sa. 11. Mai und So. 12. Mai 11 - 18 Uhr

    in focus Galerie - B. Arnold
    Hauptstraße 114
    50996 Köln

    www.infocusgalerie.com
    0177 3202913

    Geführte Tour mit:
    - Sabine Weiss + Buchsignierung
    Sa. 11. Mai 15 - 17.30 Uhr
    - Galerist Burkhard Arnold
    So. 12. Mai 14 und – 16 Uhr

     

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  • Es handelt sich folglich bei den Bildern von Joerg Pfeifenbring nicht um voyeuristisches Herzeigen
Vielmehr geht es  Joerg Pfeifenbring um das Spiel mit sinnlichen Formen und Farben
Dabei nutzt Joerg Pfeifenbring Formen aus der Natur u.a. als ueberlagernde Hintergrundmotive
Joerg Pfeifenbring sieht sich als Jaeger und Sammler
SINNLICHE FORMEN  Akt und Natur sind die Themen von Joerg Pfeifenbring
Der Kuenstler Joerg Pfeifenbring
    SINNLICHE FORMEN Akt & Natur
    Grenzbereiche gewohnter Sichtweisen von Jörg Pfeifenbring

    Sehr starke Bilder von Jörg Pfeifenbring. Es war und ist die Freude an der Schönheit, der Schönheit des menschlichen Körpers und der Natur, die den Fotografen und Musiker seit Jahrzehnten bewog, diese mit der Kamera festzuhalten und künstlerisch zu bearbeiten. Als "Jäger und Sammler" sucht sich der Künstler alles, was ihn anspricht, fotografisch zu eigen zu machen.

    Handwerk bleibt Handwerk auch in der Kunst

    Dabei nutzt er Formen aus der Natur u.a. als überlagernde Hintergrundmotive. Mit Hilfe der Sandwich-Technik war es möglich, mehrere Dia-Positive übereinander zu belichten. Die allgemein übliche Verfremdung mittels Computer ist seine Sache nicht, auch aktuell sind Bildbearbeitungen die Ausnahme. Er meint nach dem Warum befragt:

    Grenzbereiche gewohnter Sichtweisen

    "Handwerk bleibt Handwerk. Das auch, um der überbordenden Selvie-Hysterie etwas entgegen zu setzen. Kunst braucht Zeit." Die Fototechnik hat sich enorm entwickelt, was unter heutigen technischen Voraussetzungen wesentlich schärfere Ergebnisse zeitigt, die Aussage betreffend aber nicht immer von Vorteil ist. Beides zeigt Jörg Pfeifenbring, sodass der geneigte Betrachter selbst vergleichen kann.

    Es geht Jörg Pfeifenbring nicht um das voyeuristische Herzeigen

    Freunde und Bekannte, die von den Arbeiten des Fotografen angetan waren, vermittelten weitere weibliche und männliche Modelle, sodass er auch zunehmend in Grenzbereiche gewohnter Sichtweisen vordringt. So sind in seinen Arbeiten auch Männerakte und Paardarstellungen zu entdecken.

    Es handelt sich folglich nicht um voyeuristisches Herzeigen, sondern vielmehr um das Spiel mit sinnlichen Formen und Farben. An der Natur reizt den Künstler wiederum besonders das Schöne, sodass er häufig seine Modelle in der Natur fotografiert, woraus eine hocherotische Symbiose entstehen kann. Und wie es mit aller Kunst beschaffen ist, vollendet sich das Werk erst im Bild des Betrachters.

    Jörg Pfeifenbring wurde 1960 in Weimar geboren. Er ist gelernter Schlosser. Sein fotografisches Interesse überkam ihn schon in seiner Jugend mit der ersten Pouva-Start. Später war er jahrelang als freier Presse-Fotograf unterwegs, bevor er sich der künstlerischen Fotografie verschrieb. Heute ist er u.a. als freiberuflicher Musiker "weltweit" im Deutsch-Folk-Genre und bei der "Wiederbelebung" historischer Musikinstrumente aktiv.

    Sehr herzlich dankt Jörg Pfeifenbring der Galerie Markt 21 für das Zustandekommen dieser seit langem geplanten Ausstellung, die sich einreiht in vergangene Expositionen in Jena, Apolda, Gera, Berlin, Weimar, Braunschweig, Toulouse, Montpellier und anderen Orten.

    Das „Duo Lied-Fass“ aus Weimar (Jens Sachse & Jörg Pfeifenbring)
    spielt Folklore und freche Lieder zum Mitsingen und Zuhören .

    Programm zur Vernissage am Freitag, dem 25. August 2017 ab 21 Uhr:

    vom 26.08. bis 20.09.2017 - täglich von 16 bis 23 Uhr geöffnet, Eintritt frei

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  • Kuenstlerin Anna Witt vor dem Hauptquartier auf einem der im Wokshop entstandenen Design-Moebel - Projekt Breaking New
Anna Witt vor dem Hauptquartier in Duisburg-Marxloh - Projekt Breaking New
Design-Moebel aus Sperrmuell - Projekt Breaking New von Anna Witt und Uglycute
Design-Moebel aus Sperrmüll - Projekt Breaking New von Anna Witt und Uglycute - Luxusbank
Anna Witt (Kuenstlerin) und Jonas Nobel Designgruppe Uglycute beim Pressegespraech zum Projekt Breaking New
Design-Moebel in der Dahlstraße in DU-Marxloh - Projekt Breaking New von Anna Witt und Uglycute
    Performance als Prozess des Produzierens
    Werk der Woche: Anna Witt und die Designertruppe Uglycute transformieren wiederverwertbares Material

    Die deutsche Künstlerin Anna Witt, wohnhaft in Wien, hat in Zusammenarbeit mit der schwedischen Designergruppe Uglycute ein Projekt für die EMSCHERKUNST.2013 entwickelt: „Breaking New“. Über den gesamten Ausstellungzeitraum (22. Juni – 6. Oktober) wird eine Gruppe DuisburgerInnen als mobiles Konstruktionsteam agieren.

    Der Schwerpunkt der Performance ist der Prozess des Produzierens: Gefundene, weggeworfene Materialien werden (wieder) in funktionale Objekte transformiert – beispielsweise in Stühle, Tische oder Hocker. Wo auch immer wiederverwertbares Material abgeladen wurde, entsteht ein neues Objekt und dort wird es auch zurückgelassen, um benutzt, neu platziert oder mitgenommen zu werden. Die PerformerInnen operieren, ausgestattet mit einem mobilen Kit an Werkzeugen, in den Straßen von Duisburg-Marxloh und Umgebung.

    Im Vorfeld der EMSCHERKUNST.2013 wurden die PerformerInnen in einem Workshop mit Uglycute in die Arbeitsweise eingeführt. Dieser fand vom 10. bis 12. Mai im Künstler-Hauptquartier an der Wiesenstraße in Duisburg-Marxloh statt. Das Hauptquartier ist ausgestattet als Lager, Versammlungsort, Dokumentations-Archiv und dient als Anlaufstelle für Besucher.

    Die Räumlichkeiten sind mit einem von Uglycute entwickelten  Modulsystem ausgestattet, das die verschiedenen Funktionen des Raums verbindet. Dieses modulare System mimt den industriellen Prozess in der Herstellung sowie die industrielle Ästhetik und ist inspiriert von Marxlohs Flair, wo sich die glitzernde Brautmodenindustrie mit den Auswirkungen der Industrie des Ruhrgebiets treffen.

    Die Künstlerin Anna Witt über ihre ersten Erfahrungen: „Das Thema Sperrmüll sorgt in der Region für Kontroversen, was mich auf die Idee brachte, ihn als Ressource zu betrachten. ‚Breaking New‘ will nicht auf ein Problem verweisen, sondern produktiv damit umgehen.“

    Anna Witt betonte, dass es für sie eine Notwendigkeit ist, sich mit den Bedingungen der alltäglichen Realität vor Ort auseinander zu setzen. „Wichtig ist es mir, ein Projekt zu entwickeln, das im Dialog mit den Bewohnern steht und verfügbar ist. Ich wünsche mir, dass es sich ins alltägliche Leben integriert.

    Es ist mir wichtig, das Projekt mit den Menschen vor Ort und direkt in den Straßen entstehen zu lassen“, so die Künstlerin. Uglycute zu ihren Beweggründen: „Das Design ist inspiriert von der Marxloher Ästhetik. Es ist eine interessante Kollision zwischen der glitzernden Hochzeitsindustrie und der rostenden Industrie.“

    Kurator Prof. Florian Matzner, der bereits die erste Ausgabe der EMSCHERKUNST im Kulturhauptstadtjahr 2010 kuratierte, ging auf die Bedeutung des Projekts für die Region ein: „Kunst muss für mich raus aus dem ‚white cube‘ des Museums – dafür sprechen unsere ungewöhnlichen Ausstellungsorte wie leerstehende Ladenlokale, ehemalige Industrieanlagen oder unentdeckten Landschaften, aber auch all die Nebenschauplätze und ‚Unorte‘ zwischen Gelsenkirchen und Dinslaken.“

    Matzner ist es ein Anliegen in den urbanen Raum, direkt zu den Menschen, zu gehen. Katja Aßmann, Künstlerische Leitung Urbane Künste Ruhr ergänzte: „Die EMSCHERKUNST ist in erster Linie für die Menschen vor Ort gemacht.

    Die Kunst begibt sich in den Alltag der Emschertalbewohner und macht Lust mitzumachen. Urbane Künste Ruhr tratt neben Emschergenossenschaft und Regionalverband Ruhr erstmals als Veranstalter der EMSCHERKUNST. 2013 auf. Wir freuen uns auf den gemeinsamen Start in den diesjährigen Kultursommer.“

    Anna Witt
    Anna Witts performative Interventionen und Videoinstallationen beschäftigen sich mit der Konstruktion kultureller Stereotype und der Positionierung von Individuen innerhalb sozialer Systeme. Ihre Arbeiten können sowohl fiktionalen als auch dokumentarischen Charakter haben. Witt studierte an der Akademie der Bildenden Künste in München und bei Monica Bonvicini in Wien. 2005 erhielt Anna Witt ein Vollstipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes. Zuletzt bekam sie 2010 ein Staatsstipendium für Video- und Medienkunst in Österreich.

    Uglycute
    Das Kollektiv Uglycute bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Design, Kunst und Lehre. Ihr Interesse gilt experimentellen Produktionsprozessen und den Auswirkungen von Design auf die Gesellschaft. Eine wesentliche Fragestellung ihrer Arbeit ist die Wertigkeit von Materialien und ihre Tätigkeit umfasst nicht nur die Produktion, sondern auch das Schreiben, Unterrichten und das Abhalten von Workshops.

    Pressekontakte:
    Urbane Künste Ruhr, Kultur Ruhr GmbH, Leithestraße 35, 45886 Gelsenkirchen
    Bettina Steindl, bs@urbanekuensteruhr.de
    Clemens Baier,  cb@urbanekuensteruhr.de
    Ausstellungsbüro EMSCHERKUNST, Emschergenossenschaft, Kronprinzenstraße 24, 45128 Essen
    Patricia Bender, bender.patricia@eglv.de
    Regionalverband Ruhr, Kronprinzenstraße 35, 45128 Essen
    Jens Hapke, hapke@rvr-online.de

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Aktuelles - Interviews und Portraits

  • Michaela Boland trifft die iranische Kuenstlerin Pari Moradi
Michaela Boland und Pari Moradi 
Ausstellung in der Horbach-Stiftung Koeln
Scherben, Pari Moradi
    michaela boland trifft...
    Pari Moradi sieht in Trümmerstücken eine Metapher für den Menschen

    Erstveröffentlichung am 10.02.2016 - Was kann schon eine Scherbe? Die meisten Leute werfen sie schlichtweg achtlos weg. Wird doch der Wert einer Sache regelmäßig an deren Tauglichkeit, der Neuheit, ihrer Funktionalität und vor allem ihrer Schönheit gemessen. Perfektion lautet die Devise.

    Zerbrechlichkeit oder gar Zerbrochenes kommt eigentlich nicht in die Tüte. Ein Schlingel, wer dabei Übles denkt und auf die Idee kommt, diese Betrachtungsweise könne womöglich gleichsam für die Bewertung von Menschen gelten. Oder vielleicht doch?

    Pari Moradi sieht in den Trümmerstücken einst schön anzusehender Tongefäße weitaus mehr als wertlosen Müll. Die Künstlerin nimmt sich der Einzigartigkeit jener Restbestände an und mehr noch: In ihnen sieht sie eine Metapher für den Menschen. Und? Ist diese Sichtweise wirklich so weit von der Realität entfernt?

    Wie einzelne Scherben andere stützen, sehr wohl Wertigkeit besitzen und Kraft haben, hat die gebürtige Perserin in ihren Werken umgesetzt.

    Im Rahmen der aktuellen AusstellungBerge begegnen sich nicht – Sechs iranische KünstlerInnen“ können die sehenswerten Bilder noch bis zum 20. März in den Räumlichkeiten der Michael Horbach Stiftung in Köln betrachtet werden. Dabei sollte man nicht vergessen: Scherben bringen Glück.

    Michaela Boland: Die AusstellungBerge begegnen sich nicht“ ist noch bis zum 20. März 2016 in den Kölner Räumlichkeiten der Michael Horbach Stiftung in der Wormser Straße 23 zu sehen und besteht aus Exponaten der Künstler Mahssa Askari, Bahar Batvant, Gila Abutalebi, Linda Nadji, Reza Nadji und Ihnen, Pari Moradi. Gibt es abgesehen vom iranischen Hintergrund noch weitere Gemeinsamkeiten mit den anderen Künstlern dieses Projekts?

    Pari Moradi: Nein, überhaupt nicht. Zwei der Künstler kannte ich zuvor noch nicht. Sie waren eine Empfehlung des Kurators. Die drei anderen kannte ich bereits durch Michael Horbach, einen davon hatte er nämlich früher bei seinem Projekt unterstützt. Daraufhin haben wir dann auch dessen Schwester kennengelernt. Eine weitere Künstlerin war eine Bekannte von Michael.

    Michaela Boland: Wie ist die Idee zu dieser Gemeinschaftsausstellung entstanden?

    Pari Moradi: Die Idee war zu zeigen wie Künstler, die selbst im Iran geboren oder iranischer Abstammung sind, sich in Europa weiterentwickelt haben. Welche Kunst machen sie unter dem Einfluss europäischer Kunst? Wären wir im Iran geblieben, würden wir heute bestimmt andere Kunst machen.

    Michaela Boland: Haben Sie die Werke im Hinblick auf dieses Projekt erst geschaffen, oder gab es sie bereits und wurden nun alle lediglich zusammengestellt?

    Pari Moradi: Die Scherben male ich seit zwei Jahren, da war diese Ausstellung noch nicht geplant. Dann entstand aber die Idee hierzu und das passte natürlich, weil ich eben auch iranischer Abstammung bin. Aber speziell für dieses Projekt waren die Bilder nicht geplant.

    Michaela Boland: Bei dem Ausspruch „Berge begegnen sich nicht“ (Menschen schon) soll es sich um eine persische Redensart bzw. Weisheit handeln. Was ist damit gemeint und wie findet sie sich konkret in Ihrer Gemeinschaftsausstellung wieder?

    Pari Moradi: Es bedeutet, dass sich entfernte Freunde oder Bekannte immer nochmal an einem neutralen Ort treffen. So ist die Redensart zu interpretieren. Bei uns Künstlern ist es auch so, dass wir uns vorher quasi gar nicht kannten. Die Gemeinsamkeit zwischen uns besteht aber darin, dass wir aus dem Iran kommen und dann treffen wir uns eben hier in dieser Galerie in der Südstadt und stellen alle zusammen aus.

    Michaela Boland: Wurde denn von einem der insgesamt sechs beteiligten Künstler dieses Thema des Ausstellungstitels, also das iranische Wiedertreffen an neutraler Stelle, nochmal in irgendeiner Weise umgesetzt?

    Pari Moradi: Nein.

    Michaela Boland: Sie selbst sind Perserin und 1977 in Teheran geboren, haben auch einige Zeit dort gelebt. Was bedeutet es heute in Deutschland als Gegenwartskünstlerin mit Migrationshintergrund zu arbeiten?

    Pari Moradi: Schwierige Frage. Also, die Kunst, die ich mache, ist unabhängig von meiner Kultur oder meinem Land. Auch versuche ich neutrale Kunst zu machen, denn ich sage immer, „wir wurden zufällig irgendwo geboren und das ist alles“. Da, wo wir gerade sind, da gehören wir hin. So ist das auch in meiner Kunst. Diese ist überhaupt nicht persisch, sondern das bin ich einfach. Ich bin zwar im Iran geboren und aufgewachsen und seit 14 Jahren in Deutschland, aber, ich mache Kunst, die zu mir, also zu meiner Person passt.

    Michaela Boland: Anlässlich Ihrer Gemeinschaftsausstellung war im offiziellen Pressetext auf der Seite der Michael Horbach Stiftung zu lesen, dass alle beteiligten Künstler Pate stünden für eine junge bis mittlere Generation deutscher Gegenwartskünstler mit Migrationshintergründen. Was sollte dieser Hinweis insoweit zum Ausdruck bringen?

    Pari Moradi: Ich denke, man sieht das. Das, was unser Land und unsere Kultur ausmacht, kommt irgendwie auch in unserer Kunst rüber. Vielleicht manchmal nur anhand von Kleinigkeiten.

    Michaela Boland: Was würden sie als Beispiel benennen?

    Pari Moradi: Zum Beispiel bei Gila Abutalebi. Ihre Arbeiten sind sehr persisch. Sie arbeitet mit Buchstaben. Diese sind zwar nicht persisch, da sie gar nicht persisch schreiben kann, denn das hat sie nicht gelernt, weil sie hier aufgewachsen ist. Aber die Art wie sie arbeitet, daran sieht man, dass es persisch ist. Oder auch die Arbeiten von Reza. Seine Bilder handeln von Teheran.

    Michaela Boland: Sie zeichnen Sich dadurch aus, vorwiegend in Serien zu arbeiten mit immer wiederkehrenden Themenkomplexen. Jetzt haben Sie Tonscherben gemalt. Was hat es damit auf sich?

    Pari Moradi: Die Tonscherben sind für mich eine Metapher für Menschen. Keine zwei Scherben sind gleich. Ebenso wie wir Menschen. Wir sind alle einzigartig. Gemeint sind eher schwächere Menschen. Und das sind wir alle. Wir haben alle immer mal eine oder mehrere Phasen im Leben, in denen wir schwach sind. Doch auch in der Schwäche haben wir sehr viele Stärken.

    Ältere oder kranke Menschen sehe ich genauso als Scherben. Genau die habe ich in der Mitte meiner Bilder positioniert, um zu zeigen, die haben auch ihre Werte. Ich habe sie sogar erhoben. Normalerweise ist eine Scherbe ja etwas, das du wegschmeißt. Dadurch jedoch, dass ich sie als Objekt in die Mitte meiner Bilder genommen haben, habe ich ihnen einen Wert gegeben. Es ist doch so: egal wie alt, wie groß, wie reich oder wie schön wir sind, oder gar krank, wir haben alle unsere Stärken und Werte.

    Michaela Boland: Also Tongefäßscherben als Metapher für Menschen – Wie ist die Ursprungsidee dazu entstanden? Sie beschäftigen sich ja seit Jahren beinahe ausschließlich mit jener Thematik.

    Pari Moradi: Das kam so: Wir sind ja im Sommer immer auf Mallorca und die Serie, die ich vor den Scherben hatte, waren die Vasen. Die habe ich erst auf Mallorca gesehen, denn dort gibt es in allen Häusern und auf Fincas immer sehr schöne Vasen. Damals habe ich die Vasen-Serie auch als Metapher für Menschen gesehen. Stichwort: Zerbrechlichkeit.

    Eine Vase kann schließlich sehr schnell hinfallen. Aber: Sie kann wieder zusammengesetzt und restauriert werden. So wie wir Menschen alle Narben und Verletzungen aus der Vergangenheit tragen, so sind auch die alten Vasen. Auf diese Weise hat es also vor vier Jahren auf Mallorca angefangen. Nach dieser Serie habe ich dann quasi nochmal reduziert und sozusagen die Scherben aus den Vasen umgesetzt. Danach sogar erneut reduziert und einzelne Scherben nochmals als Metapher für Menschen herangezogen.

    Michaela Boland: Sozusagen eine logische Weiterführung der Thematik?

    Pari Moradi: Genau, eine Fortsetzung der Vasen.

    Michaela Boland: Was könnte danach kommen?

    Pari Moradi: Ich weiß es noch nicht.

    Michaela Boland: Die Inspiration kam Ihnen auf Mallorca. Erinnern Sie Sich auch an besondere Momente, in denen Ihnen Ideen zu speziellen Bildern kamen?

    Pari Moradi: Meistens ist es so, dass ich male, was ich denke und was ich gerade fühle. Als ich die Vasen-Serie begonnen habe, war eine schwierige Zeit. Als ich eine kaputte und anschließend wieder zusammengeflickte Vase auf der Finca gesehen habe, dachte ich, „ja, das bin ich“. In der Vase, die so viele Narben und Brüche hatte, habe ich mich gesehen.

    So habe ich das erste Bild gemalt und dann wurde auch schon eine Serie daraus. Genauso war es mit den Scherben. Es sind für mich Menschen und Gefühle. Manchmal hält eine kleine Scherbe eine große. Hin und wieder können wir, obwohl wir schwächer sind, trotzdem Stärkeren Halt geben. Auch Kinder können Eltern oder Erwachsenen Halt geben. Bei zwei oder drei Scherben auf einem Bild sind meistens die Beziehungen zwischen den Menschen gemeint.

    Michaela Boland: Wie gehen Sie technisch am liebsten bei der Anfertigung Ihrer Bilder vor?

    Pari Moradi: Ich habe Bleistift-Zeichnungen auf Büttenpapier und Acryl auf Leinwand-Gemälde bei dieser Serie.

    Michaela Boland: Sind das grundsätzlich Ihre präferierten Materialien oder könnten Sie Sich beispielsweise auch Öl vorstellen?

    Pari Moradi: Nein, mit Öl möchte ich nicht arbeiten. Öl riecht auch sehr stark. Ich habe bereits damit gearbeitet, habe es ausprobiert und ein paar Bilder damit gemacht, doch es war nicht meins. Damit fühle ich mich nicht wohl. Da passt Acryl besser zu mir. Noch lieber als mit Acryl auf Leinwand zu arbeiten, zeichne ich übrigens. Zeichnen ist für mich intimer, zerbrechlicher und sinnlicher.

    Michaela Boland: In welcher Preisspanne bewegen sich Ihre Bilder?

    Pari Moradi: Ich habe die Preise nicht so genau im Kopf, aber zwischen 600/800,- bis zweieinhalb Tausend Euro.

    Michaela Boland: Als Kurator für die “Berge begegnen sich nicht“ – Ausstellung konnten Sie den früheren Christie`s-Mitarbeiter und später geschassten Art Cologne – Chef, Gérard A. Goodrow, gewinnen. Wie verlief die Zusammenarbeit mit dem promovierten Kunsthistoriker, der jetzt als freier Kurator tätig ist?

    Pari Moradi: Er hat bereits häufiger mit Michael Horbach gearbeitet und Projekte gemacht. Er hat die Künstler zusammengebracht und hat dies auch sehr gut gemacht. Auch der Titel der Ausstellung, “Berge begegnen sich nicht“ wurde von ihm beigesteuert.

    Ich war zwar sehr überrascht, dass er als Amerikaner, der seit 30 Jahren in Köln lebt, dieses persische Sprichwort kannte. Es war seine Idee und wir waren alle sofort begeistert davon, denn es passt super. Immerhin ist es nicht erklärend, sondern es macht neugierig. Insofern war es wirklich eine sehr schöne Zusammenarbeit.

    Michaela Boland: Wie entspannt ist man, wenn ein Gérard Goodrow, der bereits beim traditionsreichen Auktionshaus Christie`s in London die Abteilung für zeitgenössische Kunst geleitet und mit Gemälden von Malern mit Weltruhm gehandelt hat, die eigenen Bilder unter die Lupe nimmt?

    Pari Moradi: Also, ich bin entspannt und ich bin immer dankbar, wenn er mir Tipps gibt. Ich schätze seine Meinung sehr und es ist immer schön, wenn er diese über meine Bilder kundtut. Auch ist es toll, wann immer ich Fragen oder neue Ideen habe, mit ihm zu reden.

    Michaela Boland: Sie befassen Sich auch mit Themen wie Traum und Realität und geben Ihren Exponaten durch eine farbliche Unterscheidung verschiedener Realitätsebenen oftmals eine melancholische Wirkung. Als wie melancholisch würden Sie Sich selbst beschreiben?

    Pari Moradi: Traum und Realität war vor ungefähr fünf Jahren meine erste Serie. Seither habe ich die Farben immer mehr reduziert. Es wird immer weniger. Bei den Vasen gab es nur noch Tonfarbe und jetzt bei den Scherben ebenfalls. Ich selbst bin nicht jemand, der immer so lachen kann und fröhlich ist. Ich bin eher zurückhaltend und ruhig und sicherlich auch ein bisschen melancholisch.

    Michaela Boland: Sie erwähnten, seit 14 Jahren hier in Deutschland zu wohnen. Wie ist Ihr Leben zuvor im Iran verlaufen?

    Pari Moradi: Ich bin ganz normal zur Schule gegangen und dann habe ich mein Studium gemacht. Wenn ich zurückblicke, war das alles sehr schön. Ich könnte mir heute zwar nicht mehr vorstellen, nochmal dort zu leben, da ich mich verändert habe. Damals war ich auch nicht mit allem zufrieden, weil es sehr viele Einschränkungen gegeben hat. Wenn man dort wohnt, gewöhnt man sich zwar daran, da man weiß, wie man damit umzugehen hat. Trotz aller Verbote hast du auch deinen Spaß. Man hat Freunde und, was man da nicht alles machen kann. Also, es war schön, aber leben möchte ich dort nicht mehr.

    Michaela Boland: Wie häufig sind Sie noch vor Ort?

    Pari Moradi: Innerhalb der letzten 14 Jahre war ich einmal dort, im Jahre 2010, und musste feststellen, dass sich vieles geändert hat. Oder ich habe mich sehr verändert. In jedem Fall war es nicht mehr mein Zuhause.

    Michaela Boland: Hat sich das Leben für Ihre Familie nach der Revolution und dem Krieg im Iran damals extrem verändert?

    Pari Moradi: Ja, sehr. Ich war zwei Jahre alt, als die Revolution kam und zwei Jahre später begann der Krieg zwischen dem Iran und Irak. Als Kind bekommst du zwar nicht viel mit, es kann sogar manchmal abenteuerlich sein, aber es war nicht einfach. Die Schulen waren einige Zeit geschlossen und man musste dann zu Hause lernen, lediglich die Prüfungen in der Lehranstalt ablegen. Mehrmals am Tag haben wir dann in der Schule die Sirenen gehört und mussten in den Keller gehen.

    Jedes Mal wurde natürlich der Unterricht unterbrochen. Auch haben die Eltern selbstverständlich aus Angst um die Kinder sehr gelitten. Das spürt man als Kind. Es ist immer so eine traurige Stimmung gewesen. Es gab Zeiten, in denen es ruhiger war, aber auch solche Zeiten, in denen Teheran jeden Abend bombardiert wurde. Wenn man drin steckt, muss man sich damit abfinden, aber im Nachhinein frage ich mich manchmal, wenn ich zurückdenke, „oh Gott, wie haben wir gelebt und wie haben wir das nur alles ausgehalten“?

    Michaela Boland: Wie verarbeitet man solche Erlebnisse?

    Pari Moradi: Ich habe manchmal immer noch Alpträume, in denen ich vom Krieg oder den Sirenen träume. Dann stehe ich vor lauter Angst auf und denke schließlich, „o.k., ich bin sicher“. Das ist insofern interessant, da ich inzwischen 38 Jahre alt bin, aber diese Angst und Unsicherheit noch immer in mir ist.

    Michaela Boland: Haben Sie jetzt noch Familie im Iran?

    Pari Moradi: Ich habe meine Eltern noch dort. Sie bleiben auch dort.

    Michaela Boland: Was machen bzw. haben Ihre Eltern beruflich gemacht? Haben sie ebenfalls mit Kunst zu tun?

    Pari Moradi: Überhaupt nicht. Meine Mutter war Hausfrau und mein Papa war Geschäftsmann. Er hatte mehrere Schreibwarenläden. Darüber hinaus habe ich noch einen Bruder, der Kurzfilme macht und in Kanada lebt. Ein weiterer Bruder, der jüngste von uns, er ist 30, lebt ebenfalls in Deutschland und studiert Musik in Münster.

    Michaela Boland: Was war Ihr konkreter Beweggrund im Alter von 24 Jahren nach Deutschland zu kommen?

    Pari Moradi: Ich habe mein Studium in Teheran gemacht und wollte gerne noch ein weiteres anhängen. Sehr gerne hätte ich Kunst studiert. In Teheran habe ich es nicht geschafft, da ich leider die sehr schwierige Aufnahmeprüfung nicht bestanden hatte. Diese sog. Konkur-Prüfung hatte ich für Sprachen bestanden, für Kunst bedauerlicher Weise nicht.

    So habe ich dann Englisch studiert und wollte gerne ein weiteres Studium machen. Ich hatte meinen Bruder bereits hier Deutschland und der sagte, „Ich helfe Dir“. So war er mir dann beim Zulassungsantrag behilflich. Auch habe ich es hier dann noch einmal mit der Aufnahme eines Kunststudiums probiert, aber es war nicht so einfach, weil ich ja eben zuvor nicht schon Kunst studiert hatte und weil es hier, noch dazu in einer anderen Sprache, auch recht schwierig ist. Also habe ich dann Indogermanistik in Münster studiert.

    Michaela Boland: Konnten Sie denn schon Deutsch sprechen, bevor sie hierher kamen?

    Pari Moradi: Überhaupt nicht. Ich habe erst in Münster angefangen an der Uni einen Kurs zu machen. Allerdings musste man hierfür bereits ein gewisses Mindestlevel beherrschen. Also, habe ich nur Kontakt zu Deutschen, und extra keinen zu den Iranern, gehabt, um ausschließlich Deutsch sprechen zu müssen und nicht in die Versuchung zu geraten, es mir leicht zu machen und es einfach auf Persisch zu sagen.

    Insgesamt habe ich wirklich sehr viel Glück gehabt und viele Leute kennengelernt, die mir geholfen haben. Eine Zeitlang habe ich sogar bei einer älteren Dame gewohnt, die ich betreut habe und mit ihr musste ich ohnehin den ganzen Tag Deutsch sprechen. Das war perfekt. Auch für sie.

    Michaela Boland: Sie haben Englisch und Indogermanistik studiert. Haben Sie beides abgeschlossen?

    Pari Moradi: Englisch ja, Indogermanistik nicht. Indogermanistik habe ich vier Jahre in Münster studiert und dann habe ich abgebrochen, um nur noch Kunst zu machen.

    Michaela Boland: Die Malerei haben Sie als Autodidaktin begonnen. Wie hat sich das entwickelt?

    Pari Moradi: Ich habe schon als Kind gezeichnet. Es war also immer schon ein Hobby und ich wollte es ja auch studieren, aber das ging nicht, doch trotzdem habe ich immer weiter gezeichnet. Früher waren es zuerst Figuren aus Comic-Cartoons oder auch alles, was ich mir als Kind gewünscht habe. Irgendwann später begann ich dann mit Porträts, da ich in der Schule immer wieder darum gebeten wurde, welche von meinen Schulkameradinnen anzufertigen.

    Also, in Porträts, so kann ich sagen, bin ich dadurch wirklich gut. Auch Hände zeichnete ich früher häufig. Nachdem ich mein Studium in Münster abgebrochen hatte, habe ich mit Serien begonnen und damit angefangen in Acryl zu malen, aber gezeichnet habe ich schon immer.

    Michaela Boland: In Teheran steht das bedeutendste Museum für zeitgenössische Kunst im Iran (Museum of Contemporary Art/ TMoCA) und beherbergt die größte Sammlung zeitgenössischer Kunst außerhalb Europas und den USA . Haben Sie dort womöglich auch in Ihrer Jugend Zeit verbracht?

    Pari Moradi: Ja, Galeriebesuche und kleine Ausstellungen gab es. Als ich studiert habe, habe ich mit meinen Freunden oft Galerien besucht. In Teheran gibt es ja auch viele. Allerdings trifft die iranische Kunst, die im Iran gemacht wird, heute nicht mehr meinen Geschmack. Das, was die dort machen, ist eher figurativ. Früher fand ich das toll, heute nicht mehr. Einerseits denke ich, dass sich der Geschmack mit der Zeit ändert, andererseits glaube ich, dass es einen schon beeinflusst, wenn man viele Jahre hier ist und ständig europäische Kunst erfährt.

    Michaela Boland: Ist das, was Sie als figurativ bezeichnen, der entscheidendste Unterschied zwischen iranischer Kunst und dem, was hier geschaffen wird? Oder gibt es darüber hinaus noch weitere typische Unterscheidungskriterien?

    Pari Moradi: Zwar gibt es in den letzten Jahren auch recht viele abstrakte Bilder, aber meistens ist die Kunst, die im Iran gemacht und auch vom Volk dort sehr gemocht wird, eher figurativ und sehr viel mehr traditionell. In den Bildern ist also sehr viel Kultur und Tradition enthalten und auch sehr viele Farben. Vor allem persische, orientalische Farben.

    Michaela Boland: Sie waren die erste Stipendiatin der Michael Horbach Stiftung. Die Auswahlkommission bei der Vergabe der Stipendien für junge ausländische Künstlerinnen ist eine Ein-Mann-Jury, wie der Kölner Stadt-Anzeiger schon 2013 berichtete. Nämlich einzig Michael Horbach. Mit ihm sind Sie seit einigen Jahren auch privat liiert. Wirkt sich das auf die Anerkennung Ihrer autodidaktischen Malerei in irgendeiner Form aus?

    Pari Moradi: Ich muss sagen, in der Kunst ist es immer schön, wenn du Unterstützung hast. Ich habe diese von Michael. Aber, er ist auch sehr kritisch, genauso wie seine Freunde. Wenn wir Leute einladen, die etwas mit Kunst zu tun haben, dann hält er sich sehr oft zurück, damit sie wirklich ihre ehrliche Meinung sagen.

    Ich möchte das auch so, weil ich nicht einfach nur deshalb Lob hören möchte, weil ich die Freundin von Michael bin. Mit Michael kann ich aber auch sehr gut über meine Kunst und meine Entwicklung reden. Er beeinflusst mich und wartet immer mit seiner ehrlichen Meinung auf. Das hilft mir sehr.

    Michaela Boland: Ist er womöglich noch kritischer, als es unter Umständen ein herkömmlicher Lebenspartner wäre?

    Pari Moradi: Ja, das ist er. Ich sehe, dass er bei den anderen Künstlern vorsichtig ist, wenn er seine Meinung abgibt. Bei mir ist er ehrlicher. Er kennt mich, weiß wie ich arbeite und was ich damit sagen will. In meiner Arbeit ist er irgendwie drin, er weiß mehr darüber und kann dementsprechend auch mehr kritisieren. Ich profitiere einfach von seiner Erfahrung.

    Michaela Boland: Michael Horbach war lange Zeit als ausgesprochen erfolgreicher Unternehmer tätig – millionenschwer. Als Kunst-Förderer und –Sammler ist er ebenfalls seit vielen Jahren renommiert. Inwieweit profitieren Sie als Künstlerin auch davon?

    Pari Moradi: Sehr viel. Er weiß sehr viel über Kunst und in vielerlei Hinsicht mehr als ich, auch wegen seines Alters. Wir sprechen abends sehr oft über Kunst, wenn wir essen gehen. Wenn ich über einen Künstler mehr wissen will, drucke ich aus dem Internet einen Artikel aus, wir lesen ihn gemeinsam und dann sprechen wir darüber. Über den Künstler, über seine Arbeiten. Es hilft mir immer wieder sehr zu sehen, wie Michael das sieht oder wie er es interpretiert. Manchmal stellt er auch Vergleiche meiner Arbeiten mit der von anderen Künstlern an, erzählt mir von anderen, die auch Autodidakten waren, so wie ich. Michael ist wie ein Lehrer für mich.

    Michaela Boland: Wie sieht es in puncto Kontakte, die Ihr Lebensgefährte hat, aus? Ist das förderlich?

    Pari Moradi: Ja, klar. Er unterstützt sehr bei den Ausstellungen. Aber umgekehrt hat er durch mich auch viele Leute aus der Kunstszene auf Mallorca kennengelernt, die er vorher nicht kannte. Er hatte zuvor bereits 14 oder 15 Jahre auf Mallorca gelebt, aber nicht viele Leute kennengelernt, die mit Kunst zu tun hatten.

    Weil er versucht, mich zu fördern, fragt er eben nach: „Welche Galerie würde zu Pari passen? Wo könnte sie ausstellen? Ist sie schon so weit, in dieser oder jener Galerie auszustellen oder noch nicht?“ Dadurch, das sagt er selbst, habe er viele Menschen getroffen, die mit Kunst zu tun haben.

    Michaela Boland: Die Welt befindet sich in Aufruhr – nicht zuletzt auch durch den Iran. Im Zusammenhang mit dem Atomprogramm des Landes waren Wirtschaftssanktionen gegen die islamische Republik verhängt worden. Erst im Januar wurden diese Einschränkungen aufgehoben. Der Iran war Ihre Heimat und darauf, dass Sie Sich noch mit ihm verbunden fühlen, weist bereits der Untertitel Ihrer aktuellen Ausstellung hin, der da lautet: “Sechs iranische KünstlerInnen“. Wie wirken sich solche Geschehnisse auf Sie und Ihre künstlerische Arbeit aus? Hat all dies überhaupt in irgendeiner Weise Einfluss auf Sie?

    Pari Moradi: Einfluss auf mich insofern, als dass ich mich dafür interessiere, weil meine Familie dort ist. Ich lese auch viel darüber. Jedoch können die Leute, die vor Ort leben mehr Wahrheit berichten, als das, was man so über die Medien mitbekommt. Das ist immer so. Wenn wir allerdings telefonieren, versuche ich nicht darüber zu reden, denn das könnte für meine Familie vielleicht gefährlich sein. Aber auf meine Kunst, so muss ich sagen, hat das keinen Einfluss. Der Einfluss ist die ganze Umwelt, das, was man mitbekommt. Mein Leben ist eher hier. Was mit mir als Person privat passiert, das sieht man in der Kunst. Was ich mitbekomme von der Welt, ist auch mehr hier, denn meine Welt ist einfach mehr hier. So hat das, was derzeit im Iran passiert, wenig oder eigentlich gar keine Auswirkungen auf meine Kunst.

    Michaela Boland: Der Untertitel Ihrer Ausstellung, bei dem das Iranische hervorgehoben wird, hat sozusagen in keiner Weise künstlerische Bewandtnis?

    Pari Moradi: Überhaupt nicht. Was wir gemeinsam haben, ist wirklich nur, dass wir fast alle im Iran geboren wurden.

    Michaela Boland: Was wissen Sie über den Kunstmarkt im Iran? Hatten die Sanktionen auf dem Wirtschafts- und Finanzsektor möglicherweise auch immense Auswirkungen innerhalb der Kunst?

    Pari Moradi: Darüber kann ich nichts sagen, denn ich weiß darüber wirklich nicht allzu viel. Ich bekomme diesbezüglich nicht viel mit. Wenn ich mit meinen Eltern telefoniere, dann sprechen wir nur über ganz herkömmliche Sachen. Nicht über Politik. Ich weiß nur, dass selbst ganz normale Menschen durch Sanktionen sehr gelitten haben, weil sie beispielsweise Medikamente, die sie dringend benötigt haben, nicht bekommen konnten. Wie sich das jedoch in der Kunst vollzogen hat, kann ich nicht sagen, da meine Familie ja nichts mit Kunst zu tun hat.

    Michaela Boland: Sie selbst unterhalten auch keinerlei Kontakte zu iranischen Künstlern in der alten Heimat?

    Pari Moradi: Nein, überhaupt nicht.

    Michaela Boland: Im Februar letzten Jahres startete die Ausstellung des ZERO-Künstlers, Max Piene, im TMoCA (Museum für zeitgenössische Künste in Teheran). Der Museumsleiter, Madschid Mollanorusi, bezeichnete die Ausstellung damals als Brücke des kulturellen Austauschs zwischen dem Iran und Deutschland. Kennen Sie weitere ähnliche Projekte?

    Pari Moradi: Gerade in letzter Zeit habe ich häufiger gelesen, dass iranische Künstler für eine kurze Zeit hierher kommen, beispielsweise im Rahmen eines Stipendiums, um europäische Kunst zu sehen. Wenn sie dann zurückgehen, hat das Auswirkungen auf ihre Arbeit, was ich sehr gut finde. Dies war damals nicht möglich. Aber seit dem neuen Präsidenten ist jetzt vieles offener geworden.

    Das finde ich sehr wichtig, dass man voneinander lernt. Wenn ein Land ganz zu ist, hat man keinerlei Austausch mit den anderen. Dass sich Künstler bewegen können, auch iranische, halte ich für ausgesprochen wichtig. Dass sie auch mal nach Europa oder Amerika können. Das ist in letzter Zeit, Gott sei Dank, auch für Schauspieler immer mehr möglich.

    Michaela Boland: Könnten Sie Sich auch vorstellen, im Iran auszustellen?

    Pari Moradi: Ja, das kann ich mir vorstellen. Es wäre auch interessant für mich zu sehen, wie die Iraner auf meine Kunst reagieren. Immerhin ist es für mich weder iranische, noch europäische Kunst, sondern einfach neutrale.

    Michaela Boland: Was sind Ihre nächsten Projekte oder gibt es jetzt erst mal eine Babypause, da Sie und Michael Horbach in wenigen Wochen Ihr erstes gemeinsames Kind erwarten?

    Pari Moradi: Also, Babypause möchte ich eigentlich nicht unbedingt machen, aber ich glaube, in nächster Zeit muss ich. Da werde ich nicht viel malen können. Ich würde sagen, es kommt darauf an, wann mir die nächste Idee kommt. Dann würde ich sofort anfangen. Ich denke auch trotz des Babys. Auch glaube ich, es würde mir sehr fehlen, wenn ich eine lange Zeit nicht zeichnen könnte.

    Michaela Boland: Liebe Pari Moradi. Herzlichen Dank für das ausführliche Interview und für die bevorstehende Geburt sowie alle künftigen Projekte alles Gute.

     

     

    Michaela Boland ist Journalistin und TV-Moderatorin. Bekannt wurde sie als Gastgeberin der Sommer-Unterhaltungsshow „HOLLYMÜND“ des Westdeutschen Rundfunks Köln. Seit 1988 schrieb sie für die Rheinische Post, unterschiedliche Publikationen der WAZ-Gruppe Essen, Bayer direkt und Kommunalpolitische Blätter.

    Außerdem präsentierte sie die ARD-Vorabendshow „STUDIO EINS“ und arbeitete als On-Reporterin für das Regionalmagazin „Guten Abend RTL“. Auf 3-Sat, dem internationalen Kulturprogramm von ARD, ZDF, ORF und SRG, moderierte sie die Kulturtalkshow „Doppelkopf“, sowie für TV NRW, die Casino

    Show „Casinolife“ aus Dortmund-Hohensyburg. Michaela Boland arbeitet auch als Veranstaltungsmoderatorin und Synchron- sowie Hörspielsprecherin.

    Für die Gesellschaft Freunde der Künste moderiert sie den Kaiserswerther Kunstpreis sowie alle grossen Kulturveranstaltungen der Gesellschaft.

    Seit Mitte 2009 ist sie verantwortlich für die Ressorts:

    Exklusivinterview und Porträt des Monats

    © Michaela Boland und Gesellschaft Freunde der Künste

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  • Iris Boss lebt in Berlin und arbeitet als Schauspielerin und Sprecherin
Iris Boss, Die staendig gleichen Nasen laufen über den roten Teppich
Iris Boss, Schauspieler muessen froh sein, wenn sie überhaupt eine Gage kriegen
Iris Boss, In Deutschland koennen gerade mal zwei Prozent der Schauspieler von ihrem Beruf leben 
Iris Boss hat es Marion Wagner in ihrem Zweiergespräch erzählt
    Zweiergespräch mit Iris Boss
    Iris Boss über brotlose Kunst, roter Teppich, Glamour und hohe Gagen

    Marion Wagner sprach mit der Berliner Schaupielerin Iris Boss anläßlich der Berlinale über den Beruf der Schaupielerei. Marion Wagner spricht in ihrem Blog mit Kunst und Kulturschaffenden in Berlin und leitet den "Verlag für Kurzes " einen unabhängigen Verlag für kurze Texte.

    Iris Boss lebt in Berlin und arbeitet als Schauspielerin und Sprecherin.

    Roter Teppich, Glamour, hohe Gagen? Wie sieht die Lebenswirklichkeit eines Schauspielers tatsächlich aus?

    Iris Boss hat es Marion Wagner in ihrem Zweiergespräch erzählt.

    Viele Schauspieler sagen, sie hätten schon immer gewusst, dass sie nichts anderes werden wollen. War es bei dir auch so?

    Schon immer nicht, aber schon sehr früh. Weihnachtsmann, Tierärztin, Piratin und Clownin waren die Berufswünsche davor. Als ich etwa acht war, wurde mir klar, dass ich alles zusammen werden könnte, wenn ich Schauspielerin werde.

    Wie hast du dir das Leben als Schauspielerin vorgestellt?

    Ich bin ohne Fernseher aufgewachsen, vielleicht kam deswegen in meiner Vorstellung die Arbeit vor der Kamera gar nicht vor. Ich habe mich schon sehr früh, sehr ernsthaft mit dem Beruf befasst, habe alle Informationen gesammelt, die ich kriegen konnte. Über die Ausbildung, die Berufsanforderungen, den Arbeitsalltag am Theater usw. und habe einen dicken Ordner angelegt, in dem ich das alles archiviert habe.

    Auch praktische Bühnenerfahrung habe ich schon sehr früh gesammelt, ich wusste also, was es bedeutet, eine Rolle zu erarbeiten. Ich habe mir vorgestellt, dass ich nur für diesen Beruf leben würde und in meinen Rollen ganz aufgehe.

    Die Sprache war auch schon früh sehr wichtig für mich. Ich liebte die Vorstellung, mich ein Leben lang mit Sprache beschäftigen zu können.

    Die Liebe zur Sprache kann ich sehr gut nachvollziehen … Bei Schauspielern denken ja viele an rote Teppiche und hohe Gagen. Die Wirklichkeit sieht für die große Masse aber nicht so aus, oder?

    Nein. Sonst würden wir ja auch nicht die ständig gleichen Nasen über den roten Teppich laufen sehen, sondern die in Deutschland zum Beispiel, grob geschätzt, 25.000 Menschen, die sich hier als Schauspieler bezeichnen.

    Was die hohen Gagen betrifft, ist es im Gegenteil so, dass Schauspieler froh sein müssen, wenn sie überhaupt eine kriegen. „Leider keine Gage, dafür lecker Catering“ ist eine gängige Formulierung in Stellenanzeigen unserer Branche. Wer würde darauf kommen, einen Anwalt, einen Klempner oder wen auch immer auf derart ungehörige Weise zu rekrutieren?

    Aber es muss ja Schauspieler geben, die das mitmachen, sonst könnte eine solche Dreistigkeit nicht funktionieren.

    Dass so etwas funktioniert, hat verschiedene Gründe. Einer davon ist sicher, dass man als Schauspieler schnell ins Abseits gerät, wenn die Vita Lücken aufweist. Wer länger nicht gespielt hat, wird nicht mehr besetzt. Ein Teufelskreis. Also lieber unbezahlt irgendeinen Scheiß machen als gar nichts.

    Da jedes Jahr ca. 200 Absolventen von staatlichen und ca. 400 von privaten Schulen, dazu ungezählte Quereinsteiger – da „Schauspieler“ keine geschützte Berufsbezeichnung ist, kann sich jeder so nennen – neu auf den Markt kommen, die bezahlten Jobs durch Streichung von Subventionen, Reality-Formate mit Laien usw. immer weniger werden, wird man als Schauspieler immer erpressbarer.

    Auch die soziale Absicherung ist schwierig. Meistens ist man gezwungen, als Selbständiger zu arbeiten oder die Festanstellungszeiten beschränken sich auf wenige Tage oder Wochen. Sich so einen Anspruch auf Arbeitslosengeld zu erarbeiten, ist für die meisten schwierig bis unmöglich.

    In Deutschland können gerade mal zwei Prozent der Schauspieler von ihrem Beruf leben. Die Arbeitslosenquote liegt bei 25 Prozent. Mit einer hohen Dunkelziffer. Manchmal denke ich, der Beruf ist überhaupt nur noch als Hobby für Kinder reicher Eltern machbar. Aber – (lacht) – ich bin ja der Beweis dafür, dass es nicht so ist.

    Wie ist es bei dir?

    Ich lebe seit elf Jahren von meinem Beruf. Über rote Teppiche gehe ich selten.

    Was gehört eigentlich noch zur Arbeit eines Schauspielers, außer dem Spielen selbst?

    Für einen Drehtag oder eine Theaterproduktion arbeitet man natürlich viel mehr als die reine Anwesenheitszeit: Allein um überhaupt an den Job zu kommen, muss ein Schauspieler, der keinen Namen hat, viel Zeit für Netzwerkpflege, Bewerbungen und Vorbereitung für Vorsprechen oder Castings aufbringen.

    Jeder Schauspieler braucht aktuelle Fotos, Demomaterial und muss seine Webpräsenz pflegen. Seit Neustem wird sogar verlangt, dass er bei sogenannten e-Castings eine vorgegebene Szene einreicht. Er braucht also jemanden, der ihn filmt, ihm die Szene schneidet usw., nur um sich mit hunderten anderen zu bewerben. Auch sein Instrument, also seinen Körper, seine Stimme, seine Konzentrationsfähigkeit muss er in Zeiten ohne Engagement in Schuss halten.

    Wenn man zynisch sein will, könnte man sagen, er könne ja froh sein, unbezahlt arbeiten zu dürfen, so spare er sich wenigstens die Kosten für Maßnahmen, für die er sonst bezahlen müsste. Eine ganze Branche lebt inzwischen von arbeitslosen Schauspielern: Workshops, Coaches, Demobandproduzenten …

    Hat er dann eine Rolle bekommen, beginnt die Vorbereitung, das Textlernen, die Proben und parallel dazu schon wieder die „Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen“ für die Zeit danach.

    Wie sieht dein Alltag aus?

    Wenn ich in einer Produktion bin, probe ich von 10-14 Uhr und von 18-22 Uhr, wenn ich „frei“ bin, also verschiedene kleinere Sachen mache, ist jeder Tag anders. Da laufen dann viele Dinge parallel. Die einzigen Konstanten in dieser Zeit sind Büroarbeiten, die ich wie jeder Selbständige machen muss. Und Sport.

    Die festen Zeiten sind ja nicht sehr familienfreundlich.

    Natürlich bringt es der Beruf mit sich, dass wir gerade dann arbeiten, wenn alle anderen frei haben. Wochenenden, Weihnachten, Silvester … Familie oder ein “normales” Sozialleben ist da schwierig. Kinder sind, würde ich behaupten, ohne Partner, der sehr flexibel ist und zudem den Großteil des Geldes ranschafft, unmöglich.

    Du warst gerade drei Monate mit dem Stück Frau Müller auf Tournee. Habt ihr jeden Abend gespielt?

    Mit Ausnahme von zwei spielfreien Abenden, ja.

    Wie ist das, wenn man so lange auf Tournee ist? Schaltest du beim Spielen irgendwann auf Autopilot?

    Es ist ja ein Teil des Berufs, Dinge, die man schon hunderte Male gemacht hat, immer wieder frisch und neu zu machen. Natürlich bekommt man mit der Berufserfahrung auch eine gewisse Routine, geht bei der 50. Vorstellung nicht mehr mit riesigem Lampenfieber auf die Bühne. Anders geht das kräftemäßig auch gar nicht, wenn man den Beruf länger machen will.

    Aber schlussendlich ist das ja alles Lebenszeit: Die des Publikums, meiner Mitspieler und nicht zuletzt die meine. Die möchte ich möglichst interessant und, wenn möglich, mit Spaß verbunden verbringen. Schon deshalb ist Autopilot keine Option für mich.

    Und wie ist es hinter den Kulissen? Jeden Tag in einer anderen Stadt zu sein, mit denselben Leuten …

    Ich mag das Unterwegssein, auch wenn es nach einigen Wochen ganz schön auf die Nerven gehen kann. Ich versuche mir jede Stadt anzusehen, in der ich spiele und habe gemerkt, dass meine Aufmerksamkeit für Skurrilität und Schönheit in diesen Mikrokosmen eine andere ist als zuhause in Berlin. Ich fühle mich auf Tournee immer ein bisschen wie eine Forscherin.

    Wo siehst du dich in zehn Jahren?

    Gar nicht, da gibt es mich ja noch überhaupt nicht.

    Was ist dein größter beruflicher Wunsch?

    Ich liebe meinen Beruf, würde mir aber wünschen, mich mehr auf das Eigentliche, also das Spielen konzentrieren zu dürfen und weniger um die Organisation des Ganzen.

    Ich bin ja aus gutem Grund nicht Buchhalterin oder Managerin, sondern Schauspielerin geworden. Berühmtsein interessiert mich nur in dem Sinn, dass ich mehr Wahlfreiheit hätte. Was will ich machen? Was nicht? Warum? Nachdenken, ausprobieren, scheitern dürfen. Das alles gehört für mich zu einem künstlerischen Prozess. Alles andere ist Dienstleistung.

    Irgendjemand hat mal gesagt: „Schauspieler sind Philosophen des Handelns.“ Ich empfinde als Schauspielerin eine gesellschaftliche Verantwortung und habe das Glück, immer wieder Dinge machen zu dürfen, in denen ich das Gefühl habe, diese wahrnehmen zu können. Doch noch sind diese Dinge Luxus.

    Ich wünsche mir, mich öfter für sie entscheiden zu dürfen. Ich wünsche mir, immer wieder mit guten Leuten, Kollegen und Regisseuren arbeiten zu dürfen. Mit Künstlern, die ihr Handwerk beherrschen, die mich inspirieren und sich von mir inspirieren lassen, die was zu sagen haben und das auf ihre ganz eigene Art tun. Ich bin idealistisch geblieben.

    Liebe Iris, vielen Dank für das Gespräch.

    Anmerkung der Redaktion:

    Sibylle Berg hat erst am 9. Februar zu diesem Thema in S.P.O.N. auf Spiegel Online geschrieben

    Der Geiz hinter der Goldkante

    "Menschen brauchen Kunst, damit sie sich nicht aus dem Fenster stürzen. Warum werden Künstler dann so schlecht bezahlt? Politiker missbrauchen Oper und Theater als Spielfläche - und lassen zu, dass die Gelder in der Verwaltung versickern".

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  • Isabella aus Essen, Spaeter will ich heiraten und mit meinem Mann dann zwei Kinder bekommen
Leonie aus Dortmund, Ich denke, dass die Natur in 10 Jahren nicht mehr dieselbe sein wird wie heute
Sonja aus Dortmund, Ich glaube viele Tiere werden aussterben, die wir frueher für normal befunden haben
Linda aus Dortmund, Ich moechte spaeter in New York wohnen und viel Geld verdienen als Bankkauffrau
Rebecca aus Dortmund, Ich wuensche mir einen Beruf, 2-3 Kinder und einen Freund/Mann, der nicht arbeitslos ist
Franzi aus Gescher, Für die Umwelt wuensche ich mir, dass es Elektroautos gibt und keine PKWs mehr, die die Umwelt so verschmutzen
Maria aus Essen, Ich hoffe dass die Menschen den Umweltschutz mehr ernst nehmen, dass Solar- und Windenergie mehr genutzt werden
    Unterschiede zwischen Stadt -und Landkindern
    Was wünschen sich unsere Töchter? - Die Künstlerin Eva Horstick-Schmitt nähert sich der Thematik

    Was meine Person betrifft, stellte ich mich der Thematik „Töchter“ ausgehend von der Zeit, da ich meinen Mann kennenlernte und er eine Tochter und einen Sohn mit in die Ehe brachte. Ich selbst habe einen Sohn und somit waren wir nun 5 Personen.

    Allerdings lebte die Tochter meines Mannes noch weitgehend bei seiner Exfrau. Seine Tochter besuchte uns regelmässig und wir verbrachten auch etliche gemeinsame Urlaube zusammen. Ich versuchte  einen Schwerpunkt zu setzen als emotionale Augenzeugin heranwachsender Kinder in meiner Seele als Frau und Fotografin.

    Seit den 90er Jahren fotografierte ich schon die Töchterserie als meine persönliche Reise in neue Welten, denn ich selbst bin bzw. war Tochter eines super emotionalen Vaters und einer eher Verstand gesteuerten Mutter, aber ich war nun auch eine Art Stiefmutter mit neuen Aufgaben.

    Töchter sind emotionaler als Söhne meinte ich, was aber keineswegs in unserem Fall passte. Mein Sohn war genauso emotional wie ich und die Tochter meines Mannes konnte eher mit ihren Emotionen umgehen und diese verheimlichen.

    Portraits des Monats

    Somit ist Herkunft und „Erbe „ der Gene nach meiner Ansicht ausschlaggebend. Es ist also wichtig, in welchen Umfeld jemand aufwächst und wie die Eltern als Vorbild agieren. 

    Es gibt auch grosse Unterschiede zwischen Stadt und Landkindern.

    Während der Arbeit tauchten neue Ausdrucksformen auf und ich hatte das Bedürfnis in 2011 die „Töchter“ ebenso zu interviewen zum Thema Zukunft. Dieses behalte ich bis heute bei. Ich führte die Bilderreihe der Portraits aus und betonte die Profile noch zusätzlich durch Interviews. 

    Ich hatte den Eindruck, dass ich während der Schaffung dieser Portraits eine Erkenntnis hatte, nämlich die, dass sie zu meinen eigenen Wünschen damals als „Tochter“ im Alter von 16 Jahren zu heute nicht viel geändert hat.

    Auch ich hatte z.B. Angst davor, dass die Umwelt weiter zerstört wird. Zudem hatte ich allerdings nicht den Drang zu heiraten und Kinder zu bekommen. Heute wollen 90 Prozent der von mir befragten Mädchen Kinder und auch heiraten.

    Das Werk konnte und kann für sich selber sprechen.

    Isabella 18 Jahre aus Essen

    Ich bin 18 Jahre alt und lebe in Essen. Vor kurzem habe ich meine Fachhochschulreife mit dem Schwerpunkt Gestaltung am Hugo-Kükelhaus Berufskolleg erworben und stehe vor der Frage: „Was nun?“. Ich habe ständig neue Ideen, wie Sozialwissenschaften oder Wirtschaftspsychologie  zu studieren, jedoch träume ich oft davon Schauspielerin zu werden. 
Tanzen, Singen und Theaterspielen waren schon seit ich zurückdenken kann immer meine größten Leidenschaften.

    Zusätzlich bestände für mich auch die Möglichkeit mein Abitur an meinem jetztigen Berufkolleg zu erwerben. 
Meine Eltern hatten ganz andere Berufsvorstellungen. Mein Vater ist Resource Manager und meine Mutter gelernte Industriekauffrau, arbeitet zurzeit allerdings als Fitnesstrainerin.
 Später will ich heiraten und mit meinem Mann dann zwei Kinder bekommen.

    Im besten Fall erst einen Jungen und dann ein Mädchen und in einem Haus wohnen. Ich interessiere mich sehr für den Umweltschutz und bin froh dass es bei all dem Dreck, den wir in die Luft pumpen, den Tieren die vorm Aussterben bedroht sind und den verlorenen Urwäldern es zumindest noch teilweise auf der Welt Organisationen wie Greenpeace gibt.

    Leonie W. 14 Jahre aus Dortmund

    Ich denke, dass die Natur in 10 Jahren nicht mehr dieselbe sein wird wie heute. Es wird ständige Hitzewellen geben und generell wärmere Sommer und Winter. Vielleicht wird es irgendwann keinen Schnee mehr hier geben. Die Eisbären werden auch immer weniger werden und die Gletscher werden weiter geschmolzen sein. Die Gefahr für Hochwasser und Überschwemmungen wird steigen. Es werden andere Tierarten hier leben und woanders aussterben.

    Mein Name ist Sonja Lauhof und ich bin 14 Jahre alt.

    Wie wird die Welt in zehn Jahren aussehen? Wenn man das nur wüsste. Ich glaube vieles wird größer und vieles kleiner werden. Die Wälder werden noch mehr schrumpfen als jetzt schon und sie werden nur noch dort sein wo Holz benötigt wird. Die Regenwälder wird man absperrren und zu einer Art Museum umbauen um den Touristen zu zeigen wie die Welt einst aussah. Ich glaube viele Tiere werden aussterben, die wir früher für normal befunden haben.

    Andere werden mehr werden, wie Tauben und Ratten und überall in den Städten wird die Luft verpestet sein vom Mief hunderter Autos. Um ein reines Gewissen zu haben wird die Regierung in einigen Ländern die Atomkraftwerke abschalten, aber sie wird die Energie aus anderen Quellen beziehen, die genauso schädlich sind wie die Atomkraft. Welche? Ich habe keine Ahnung. Ich glaube, dass die Sommer heißer und die Winter kälter werden.

    Der Herbst und der Frühling wird entweder trocken wie in einer Dürre oder in den Fluten von hunderten Stürmen ertrinken. Aber ich glaube die nächsten zehn Jahre werden nicht nur schlechtes bringen. Ich glaube nämlich dass die Menschen diese zehn Jahre brauchen um zu begreifen, dass die Erde einzigartig ist und das man sie schützen muss. Vielleicht gibt es dann auch neue Technologien, welche die die Luft nicht verpessten und keinen Müll hinterlassen, der noch tausende Jahre alt ist. 

    Ich heiße Linda Schmid / Dortmund und bin 13 Jahre alt.

    Ich möchte später in New York wohnen und viel Geld als Bankkauffrau verdienen. Ich möchte dort in einer Villa mit einem großen Pool  und einer Katze leben. Ich hoffe einen tollen Mann zu finden. der viel Geld hat.

    Ich könnte mir auch vorstellen einmal zu heiraten. Kinder möchte ich nicht, weil sie ständig nerven und anstrengend sind. Ich hoffe dies alles in 15 Jahren zu schaffen. Ich hoffe das meine Familie bis dahin noch gesund und munter ist und ich hoffe das sie mich dann oft in New York besuchen.

    Rebecca  aus Dortmund 

    Ich wünsche mir einen Beruf, 2-3 Kinder und einen Freund/Mann, der nicht arbeitslos ist. Auch wünsche ich mir, dass die Umwelt nicht weiter belastet wird und wir noch einmal so etwas erleben wie Fukoschima. Es wäre besser die Atomkraft zu stoppen. Gern hätte ich auch ein Haustier, wie z.B. eine Katze. Echte Freunde sind wichtiger als oberflächliche Freunde und dieses zu sehen, finde ich wichtig. Ich würde gern reisen, um andere Menschen und Länder zu sehen. In Dortmund möchte ich weiterhin leben.

    xyyx

    Franzi  13 Jahre alt, 2012 aus Gescher

    Mein Name ist Franziska , genannt Franzi und ich lebe in Gescher.

    Ich möchte gerne Innenarchitektur studieren und in dem Beruf auch weiter arbeiten. Später möchte ich in einer Grosstadt ziehen, nach Köln oder Berlin. Freunde sind mit sehr wichtig und meine Familie auch. Ich habe 2 Schwestern und bin schon Tante  geworden. Meine älteste Schwester hat letztes Jahr ein Baby bekommen. Mit 28 Jahren möchte ich selbst auch Kinder haben. Für die Umwelt wünsche ich mir, dass es Elektroautos gibt und keine PKWs mehr, die die Umwelt so verschmutzen.

    Maria (13 Jahre aus Essen

    Hallo Eva, Ich freue mich sehr, dass ich an deinem Projekt teilnehmen darf. Meine Zukunft stelle ich mir so vor: Ich möchte erstmal gerne eine WG mit meinen besten Freundinnen gründen. Eine Ehe kann ich mir zurzeit noch nicht vorstellen, wobei ich schon gerne Kinder hätte. Das müssen aber nicht unbedingt meine eigenen sein. Ich würde auch ein Kind adoptieren. Da ich Kinder sehr mag, möchte ich später beruflich etwas mit Kindern machen.

    Ich kann mir aber auch einen Beruf mit Tieren vorstellen oder etwas künstlerisches. Ich bin gerne kreativ und tanze, male, bastele oder nähe etwas. Mit meinem iPod habe ich auch schon Tanz-Videos gemacht.


    Ich mag die Natur und fotografiere sie gern. Daher hoffe ich, dass die  Menschen den Umweltschutz mehr ernst nehmen, dass Solar- und Windenergie mehr genutzt werden. Zukunftsängste habe ich nicht. Meine Gesundheit und die meiner Familie sind mir wichtig. Daher wünsche ich mir schon lange, dass mein Vater das Rauchen aufgibt. Meine Mutter arbeitet übrigens bei der Stadtverwaltung Essen, mein Vater bei einer Bank.

    Ein Projekt von Eva Horstick-Schmitt

     

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Lebensart - Essen und Trinken

  • Die unbegrenzten Moeglichkeiten der Sueßkartoffel praesentiert Lamb Weston dem Fachpublikum auf der diesjaehrigen Internorga
    unbegrenzte Möglichkeiten
    Von süß und salzig bis herzhaft-rauchig - Die Vielfalt der Süßkartoffel

    Ihr Siegeszug ist nicht aufzuhalten: Die Süßkartoffel ist so beliebt wie nie zuvor und von den Speisekarten rund um den Globus nicht mehr wegzudenken. Daher liegt Lamb Westons Hauptaugenmerk in diesem Jahr ganz auf der orangefarbenen Knolle.

    Ob als hauchfein geschnittene Shoestring Fries oder trendige CrissCuts – die Süßkartoffel mach in jeder Form eine gute Figur und setzt so durch die Arbeit der Kartoffel-Spezialisten von Lamb Weston neue Trends für die Branche. Qualität und Geschmack stehen dabei natürlich immer an erster Stelle.

    Die schier unbegrenzten Möglichkeiten der Süßkartoffel präsentiert Lamb Weston dem Fachpublikum auf der diesjährigen Internorga nun unter anderem mit drei raffinierten Rezeptideen.

    Von süß und salzig bis herzhaft-rauchig

    Dass Gegensätze sich häufig anziehen und die Süßkartoffel nicht nur als Beilage glänzen kann, weiß man auch bei Lamb Weston. So werden knusprig-süße Sweet Potato Shoestring Fries mit gesalzenem Karamell kombiniert. Eine herbe Nespresso Espuma rundet das Gericht ab und macht durch die ungewohnte Geschmackskombination Lust auf mehr.

    Seine Sweet Potato CrissCuts hingegen veredelt Lamb Weston mit feinem Lachs und macht daraus einen Burger mit Meerrettich Flocken und einer Zitronen-Mayonnaise. Die CrissCuts ersetzen dabei das klassische Bun und sorgen so für ein ganz neues Mundgefühl.

    Liebhaber eines kräftigen Barbecues kommen schließlich bei den Potato Dippers mit BBQ Smoked Beef und Sweet Potato Chutney voll auf ihre Kosten. Während Süßkartoffelwürfel gemeinsam mit Zwiebeln und Orangensaft zu einem herrlich süßen Chutney einkochen, wird zartes Smoked Beef auf den knusprigen Potato Dippers drapiert. Leicht in der Vorbereitung und ein Fest für jeden Fan herzhafter Kost.

    Immer zwei Schritte voraus

    Mit ihren innovativen Kreationen stehen die Pommes-Profis von Lamb-Weston jedem Koch zur Seite, der seinen Gästen Abwechslung rund um die Kartoffel bieten will. Und der Erfolg gibt dem Unternehmen Recht: Weltweit werden täglich 80 Millionen Portionen verkauft, damit stammt jede vierte Pommes aus dem Hause Lamb Weston.

    Für Christian Schramm, Country Sales Manager DACH & North East Europe bei Lamb Weston, ist der Anspruch klar: „Wir sehen nicht nur Kartoffeln, wir erkennen Möglichkeiten. So erfinden wir die Welt der Kartoffel immer wieder neu. Als globales Unternehmen ist es unsere Aufgabe, immer zwei Schritte voraus zu sein. Stillstand ist für uns keine Option.“

    Lamb Weston auf der Internorga: Halle B4, Stand 306

    INTERNORGA
    Die Leitmesse für den
    Außer-Haus-Markt
    15. – 19. März 2019

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  • Curaçao ist ein Geheimtippp für internationale Gourmets und Feinschmecker und bietet eine multikulturelle Kueche
Die Tradition der Staende auf Raedern begann auf Curaçao mit einem Wohnwagen am Straßenrand
    multikulturelle Küche auf Curacao
    Soziale Treffpunkte mit gutem Geschmack auf Curacao, dem Inselparadies

    Als Schmelztigel der Kulturen ist Curaçao ein Geheimtippp für internationale Gourmets und Feinschmecker. Kein Wunder, denn die rund 40 verschiedenen Nationalitäten spiegeln sich auch in der multikulturellen Küche wider.

    Um die leckeren Speisen der Insel zu entdecken lohnt es sich, neben den zahlreichen Restaurants der Insel auch die oft unterschätzten Food Stände zu besuchen. Diese locken mit kulinarischen Köstlichkeiten und gelten auf der Insel als beliebte soziale Treffpunkte.

    Truk’i pan
    Ein Augenschmaus sind sie oft nicht, doch sie machen so manch einem Restaurant kulinarisch Konkurrenz: Truk’i pans. Ein Truk’i pan ist eine mobile Imbissbude. Die Tradition der Stände auf Rädern begann auf Curaçao mit einem Wohnwagen am Straßenrand, an dem belegte Brötchen verkauft wurden.

    Heute haben die kleinen Buden allerlei andere Speisen zu bieten – von  Pommes Frites, Hamburger und Lomito (Rinderfilet) bis hin zu Steaks und Seafood wie Karko (Meeresschnecken). Besonders beliebt sind die Truk’i pans als als Treffpunkt für den nächtlichen Hunger nach dem Ausgehen.

    Denn nach Mitternacht sind alle anderen Restaurants und Fastfoodketten geschlossen. Die meisten Truks sind bis drei Uhr nachts geöffnet und laden zum Essen und Quatschen mit Freunden ein. Hier kommen alle zusammen, Jung und Alt, Mann und Frau, Arm und Reich

    De Snèk
    Immer wieder sind am Straßenrand in Curaçao kleine, einfache Läden zu entdecken. Diese sogenannten Snèks sind draußen oft Stühlen und Tischen ausgestatten, an denen sich die Menschen zum gemeinsamen Essen und Trinken treffen.

    Neben Kaffee, Polar Bier und anderen Getränken werden hier lokale Köstlichkeiten wie pastechis (herzhafte Pasteten) oder galiña smor (Schmorhähnchen) angeboten. Die Snèks sind damit auch perfekt, um sich für einen Tagesausflug mit Proviant einzudecken und dabei ins Gespräch mit den Einheimischen zu kommen.

    Einer der bekanntesten Snèks ist der „Heineken Snèk“ in der Nähe von Jan Thiel. Hier ist vor allem am Freitagabend sehr viel los, wenn die Einheimischen das Wochenende mit Freunden und einem Snack einleiten. 

    Markt in Barber
    Jeden Sonntagmorgen verwandelt sich der kleine Ort Barber im Westen der Insel in einen Food Markt, den sogenannten Marshe di Barber. Einheimische finden sich hier zum Essen zusammen, der neueste Klatsch und Tratsch wird ausgetauscht und man kann sogar Zimmerpflanzn kaufen.

    Lokale Spezialitäten wie Bohnenkekse, Rosinenbrot und sopi di piska (Fischsuppe) werden hier auf improvisierten Herden zubereitet. Wer auf Curaçao Urlaub macht und traditionelle Speisen ausprobieren möchte, sollte definitiv einen Abstecher zum Markt in Barber einplanen.

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  • Jeder Gast erhaelt am Eingang sein persoenliches Verkostungsglas, mit dem er von Stand zu Stand schlendern kann
    WeinFrühling Düsseldorf 2019
    Einer der besten Jahrgänge in die Weingeschichte startet in Düsseldorf

    Der Weinjahrgang 2018 wird wohl als einer der bisher besten Jahrgänge in die Weingeschichte eingehen. Im Gegensatz zu vielen übrigen Landwirten und Obstbauern haben die Winzer nicht unter der langen Trockenperiode gelitten, die Deutschland im Sommer des Jahres 2018 heimsuchte.

    Ein perfekter Sommer für die Trauben

    Zweimal stärkerer Regen reichte aus, dass sich die Rebstöcke mit ihren bis zu 15 Meter langen Wurzeln ausreichend mit Feuchtigkeit versorgen konnten. Und weil die Temperaturen nicht zu hoch stiegen, waren die Früchte zur Lese saftig, vollreif, hocharomatisch und so makellos, dass sie nicht einmal, wie normalerweise notwendig, aufwändig von Hand sortiert werden mussten.

    Zudem gab es dank des trockenen Wetters an den Reben keinen Pilzbefall, kaum Schädlinge und keine Fäulnis  – der Einsatz von Hilfsstoffen  wurde nahezu überflüssig. Vincenz Weber, Weinexperte und Veranstalter der WeinFrühling Düsseldorf, bilanziert:

    „Es war ein perfekter Sommer für die Trauben, denn anders als im sagenhaften Jahr 2003 blieben die Trauben bis zur frühen Lese im August saftig und tadellos.“

    Auf der WeinFrühling Düsseldorf,  die am Samstag, dem 9. März, von 12 bis 19 Uhr und am Sonntag, dem 10. März 2019, von 12 bis 18 Uhr in der Rheinterasse Düsseldorf am Joseph-Beuys-Ufer 33 stattfindet, können sich die Besucher von der außergewöhnlichen Qualität der ersten Weißweine und der noch jungen Rotweine überzeugen.

    Jeder Gast erhält am Eingang sein persönliches Verkostungsglas, mit dem er von Stand zu Stand schlendern kann, um zwanglos und mit Genuss die ersten Fassproben und Abfüllungen des Jahrgangs 2018 zu probieren. Darüber hinaus dürfen sich die Besucher auf eine offene Verkostung mit der Präsentation regionaltypischer Weine aus deutschen und internationalen Anbaugebieten freuen.

    Insgesamt stellen auf der WeinFrühling Düsseldorf über 100 Teilnehmer mehr als 900 Weine vor, informieren über neueste Entwicklungen und Trends, erläutern die spezifischen Anforderungen der verschiedenen Traubensorten an Boden, Anbau und Klima und berichten über die Herausforderungen, die der Klimawandel mit sich bringt.

    Alle Teilnehmer sind selbstständige Winzer und Familienweingüter sowie Destillateure und Winzergenossenschaften, die bei der Produktion nicht auf Masse, sondern ausschließlich auf die hohe Qualität und den unverwechselbaren Charakter eines Weins setzen. Ein gutes Drittel der Aussteller sind ausschließlich ökologisch und biologisch produzierende Weingüter.

    Private Besucher und Fachleute können die besondere Vielfalt der deutschen und internationalen Weine kennenlernen, probieren, vergleichen und direkt beim Erzeuger ordern.

    Neben Wein gibt es ein abwechslungsreiches Angebot mit Tipps, Informationen und anderen Produkten wie zum Beispiel, feiner Balsamico und erlesen gewürzte Olivenöle aus Italien.

    Vincenz Weber steht nach Terminabsprache gerne für Interviews zur Verfügung.

    Veranstaltungshinweise:
    Samstag, 9. März, 12 -19 Uhr, Sonntag, 10. März, 12-18 Uhr, Joseph-Beuys-Ufer 33, 40479 Düsseldorf. Die Anfahrtskizze finden Sie auf der Webseite:

    www.weinfruehlingduesseldorf.de
    Tickets im VVK online 10 EURO incl. Katalog und freier Verkostung, an der Tageskasse 13 EURO.

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Kunst - Video

  • Pathos Legal - verwunschene Musik
Pathos Legal mit neuem Musikalbum
    eigenwillig schön - unbedingt reinhören!
    Pathos Legal - Musik aus dem Märchenwald

    Was bleibt vom ersten Eindruck, wenn man ihm eine zweite Chance gibt? Davon erzählt der neue Song „Je mehr ich sehe, sehe ich nicht mehr“ von Pathos Legal.

    Mit diesem musikalischen und nachdenklichen Gruß meldet sich das Duo zwischen zwei Alben zurück und veröffentlicht die Single am 03. Februar 2017 zum freien Download und Stream auf der eigenen Webseite pathoslegal.com sowie soundcloud.com/pathos-legal  
    Bezahlt werden darf per Facebook Page-Like auf facebook.com/pathoslegal oder einem einfachen Folgen von Pathos Legal auf Spotify ganz nach dem Motto „If you like it, like it.“ Ungewöhnlich wie das ganze Werk von Pathos Legal.

    „Wir möchten Neugierige damit einladen, unsere Musik kennenzulernen und uns bei unseren bisherigen Hörern mit einem neuen Song bedanken, bevor das nächste Album fertig ist“, so Sängerin und Songtexterin Alexandra Helena Becht über die überraschende Veröffentlichung. Nach dem starken Zuspruch für die in 2015 veröffentlichte EP „Du, mein wilder Geist“ und die dazugehörige Albumtour 2015/2016 befindet sie sich mit Partner und Komponist Berkant Özdemir derzeit im Songwriting-Prozess für das kommende Album. Sozusagen zwischen zwei Alben.

    Neue Single von Pathos Legal

    Die neue Single „Je mehr ich sehe, sehe ich nicht mehr“ ist kein Song des kommenden Albums, sondern vielmehr ein treuer Begleiter im neuen Soundkleid. Der Song begleitet das Duo seit den Anfängen und hat über die Jahre an eigenwilliger Klangfarbe und Ausdruck gewonnen. Das 4minütige Stück eröffnet in dieser neuen Version mit schwebenden Chören und einem eigenwilligen Wechsel aus Dichte und Leichtigkeit. Geblieben ist Alexandras unverkennbare Stimme und der dank ihrer souveränen Handschrift stark nachhallende Text. Man darf gespannt sein, auf die weitere musikalische Reise von Pathos Legal und das kommende Album.

    Die wilde Idee von einer gemeinsamen Band haben Alexandra Helena Becht und Berkant Özdemir vor mehr als 10 Jahren in einer verrauchten Studentenkneipe bei einem Poetry Slam. Alexandra gewinnt ihr Slamdebüt mit einem ihrer Songtexte, den sie einfach pur, ohne musikalische Begleitung vorträgt. Schnell folgen Einladungen auf deutschlandweite und internationale Slambühnen sowie Anfragen für Textveröffentlichungen. Auch die Medien werden auf die Poetry Slamerin und ihre für die Szene so andersartigen Texte aufmerksam.

    Daraus entwächst Pathos Legal. Gemeinsam mit Berkant tritt Alexandra fortan als Musik-Duo auf. Berkant komponiert und arrangiert den eigenständigen und souveränen Sound und schafft es, trotz seiner Vorliebe für komplexe Songstrukturen, Alexandras Texte und unverwechselbare Stimmfarbe in den Fokus zu stellen. Eine künstlerische Freiheit und selbstbewusste Gelassenheit, die jedem Song erlauben, eine eigene Geschichte zu erzählen.

    Pathos Legal - Wildgewächs im deutschen Popgarten

    Inzwischen geht es auf die Bühnen von Festivals und Liveclubs. Neben den Jobs mit denen sich Alexandra und Berkant ihr Musikerdasein ermöglichen, produzieren und veröffentlichen sie mit eigenen Mitteln und enormer Leidenschaft und Ausdauer ihr musikalisches und künstlerisches Werk. Ein gesundgwachsenes Wildgewächs im deutschsprachigen Popgarten, das es zu entdecken gilt.

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  • Die GFDK hatte 2002 die junge 24-jährige Englaenderin Jemma Endersby zu einem Konzert eingeladen
    Konzert von Jemma Endersby
    Jemma Endersby und die Freunde der Künste

    Wir fragen uns ja immer einmal, was ist aus den jungen Künstlerinnen geworden, mit der die GFDK zusammen gearbeitet hat. Nun lesen wir:

    "Was haben die Fantastischen Vier, Max Herre, Joy Denalane, Rea Garvey, Stefanie Heinzmann, Cassandra Steen und Revolverheld gemeinsam? Mit all diesen Künstlern stand Jemma Endersby als Sängerin bereits auf der Bühne. Und seit Januar 2017 nun auch mit der Big Band der Bundeswehr".

    Im Oktober 2002, hatte die damals noch sehr junge Jemma Endersby, eine Konzertreihe mit Alison Degbe und der Pianistin Marta Maria Giorgia Tarnea zur unserem Ausstellungs-Projekt „Women only“ gegeben. Natürlich freuen wir uns das die Künstlerin anscheinend ihren Weg gegangen ist. 2002 hatte Jemma Endersby ihr Debut- Album 'Afterglow' geschrieben und aufgenommen, und die ersten Songs hier, bei uns gesungen.

    Nach dem erfolgreichen Jazz-Konzert der jungen Kölnerin Alison Degbe in der Ausstellung „Women only“ hat jetzt die Gesellschaft „Freunde der Künste Düsseldorf – Berlin“ die 24-jährige Engländerin zu einem Konzert eingeladen. Sie wird heute Abend in Flingern in der neuen Kunsthalle Hoffeldstr. 101 singen.

    Es gibt in der aktuellen Popmusik-Szene eine Bewegung, die sich New Acoustic Soul nennt. Mit einer Mischung aus Soul und handgemachtem Acoustic-Pop will sie eine frische Brise in den Mainstream bringen. Jemma Endersby singt mit einer klaren Stimme einfühlsame Texte über das bewegte Innenleben einer jungen Frau, schrieb die Rheinischen Post, am 26. Oktober 2002.

    Jemma Endersby war zuletzt im September mit der Big-Band der Bundeswehr zu einem Benefiz-Konzert des „Lions International“ auf den Wevelinghovener Marktplatz, in Grevenbroich. Leider hat die GFDK diesen Thermin verpaßt, wir hätten Sie gerne nach nun 16. Jahren dort getroffen.

    "Zu den Kunst- und Kultur-Festivals in der Maschinenhalle präsentierte Gottfried Böhmer schon 2002 die Jazzsängerinnen Alison Degbe und Jemma Endersby. Alison Degbe ist mittlerweile eine gefragte und angesagte Jazzsängerin.


    2007 trat sie als Begleitung von Joe Cocker bei „Wetten das" in Freiburg auf. Jemma Endersby reist heute mit einer handvoll talentierter Musiker auf ihren Konzerten und Show-Acts durch Städte wie London, Berlin und Liverpool. 2003 folgte eine Konzertreihe mit dem Kanadischen Jazz-Star Adi Braun, die heute in New York große Erfolge feiert.

    Desweiteren konnte Gottfried Böhmer auch Lydia van Damm und Daniela Rothenburg für seine Kunstprogramme gewinnen. Weitere Highlights waren die Konzerte der Pianistinnen Marta Maria Giorgia Tarnea und Melissa Pawlic, sowie die Tanzperformance von Michaela Masur, Jelena Ivanovic, Antina Gutenberger und Nikolaos Rimmek.

    Auch nicht zu vergessen sind die großen Schauspielinterpretationen von Julia Grafflage, Karin Mikityla und Gila Abutalebi, und seit 2002 werden alle großen Veranstaltungen und Festivals von der TV-Moderatorin Michaela Boland moderiert".

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  • Abwechselnd werden Jazz-Interpretin Alison Degbe und Jemma Endersby die Gaeste der GFDK mit  einem Akustik-Soul-Set unterhalten
    Akustik-Soul-Set
    GFDK Finale - Doppelkonzert mit Alison Degbe und Jemma Endersby

    Seit September läuft die Ausstellung „Women only“ in der neuen Veranstaltungshalle an der Hoffeldstraße in Düsseldorf – Flingern. Am Samstag findet dort ab 19 Uhr das Finale mit einem Doppelkonzert statt.

    Abwechselnd werden Jazz-Interpretin Alison Degbe und Jemma Endersby (sie hat am Paul McCartneys „Institute for Performing Arts“ in Liverpool studiert) mit einem Akustik-Soul-Set die Gäste unterhalten.

    Pressezitat aus der Westdeutschen Zeitung, 22. November 2002

    "Freunde der Künste“ eröffnen neuen Ausstellungsraum 

    Um einen Ausstellungsraum reicher ist Düsseldorf seit Ende September. Noch bis zum 20. November feiert die Gesellschaft „Freunde der Künste Düsseldorf – Berlin“ die Eröffnung der neuen Kunsthalle, Hoffeldstr. 101, unter dem Motto „Kann denn Liebe Sünde sein“ mit einem Kunst- und Kulturfestival mit Ausstellungen und Konzerten.

    So treten u.a. die Jazzsängerin Alison Degbe, die Pianistin Marta Maria Giorgia Tarnea, sowie die Sängerin Jemma Endersby aus England in mehreren Konzerten auf.

    Pressezitat aus dem Rheinboten, 23. Oktober 2002

    Nach dem erfolgreichen Jazz-Konzert der jungen Kölner Alison Degbe in der Ausstellung „Women only“ hat jetzt die Gesellschaft „Freunde der Künste Düsseldorf – Berlin“ die 24-jährige Engländerin zu einem Konzert eingeladen. Sie wird heute Abend in Flingern in der neuen Kunsthalle Hoffeldstr. 101 singen.

    Es gibt in der aktuellen Popmusik-Szene eine Bewegung, die sich New Acoustic Soul nennt. Mit einer Mischung aus Soul und handgemachtem Acoustic-Pop will sie eine frische Brise in den Mainstream bringen. Jemma Endersby singt mit einer klaren Stimme einfühlsame Texte über das bewegte Innenleben einer jungen Frau.

    Pressezitate aus der Rheinischen Post, 26. Oktober 2002

    Nach der gut besuchten Ausstellung „Women only“ in der ehemaligen Maschinenhalle an der Hoffeldstr. 101 in Flingern, ist für Samstag ein neuer Höhepunkt angesagt. Um 21 Uhr beginnt ein Konzert mit der Kölner Jazzsängerin Alison Degbe.

    Die 25-jährige Tochter einer Deutschen und eines Afrikaners hat von klein auf gesungen – einschließlich Kirchen und Gospelchor, mit 14 ging sie aufs Konservatorium in Karlsruhe. Ihre Liebe zum Jazz will Alison Degbe auch an jüngere Zuhörer weitergeben. Sie tut dies am Samstag mit Songs von Ella Fitzgerald und anderen Klassikern.

    Pressezitat aus der Rheinischen Post

    Neue Veranstaltungshalle in Flingern öffnet heute Abend/„Women only“ mit Jazz und Klassik

    Beim ewigen Städtevergleich mit Köln hinkt Düsseldorf besonders bei den rar gesäten Veranstaltungsorten hinterher. Ab heute Abend gibt es einen mehr. Zum Auftakt beginnt dort heute ein Festival der Gesellschaft Freunde der Künste Düsseldorf- Berlin mit Ausstellungen, Konzerten, Performance und Filmtagen.

    Ein Blick in die Halle werfen kann jeder ab heute Abend. Um 20 Uhr eröffnet Professor Klaus Honnef, Mitorganisator der documenta, Ausstellung „Women only“.

    Vier Künstlerinnen bilden mit ihren Arbeiten den Rahmen für das Festival. Anna Vilents, die jüngste Meisterschülerin der Kunstakademie hat mit dem Thema „Metamorphose“ einen Bilderzyklus für die Ausstellung gemalt.

    Fotokünstlerin Anke Stalpers zeigt Werke zum Thema „Liebe“. Eine ausgefallene Installation zum Thema „Erinnern -Erinnerung“ kommt von Koschka Becker. Eine ungewöhnliche Bildhauerin ist Danuta Schwuger, denn sie arbeitet ausschließlich mit Blumen. Thema ihrer Arbeit: „Blütezeit, die Kunst soll blühen“.

    Das erste Konzert steht am 5. Oktober auf dem Programm. Da wird die Kölnerin Alison Degbe, Jazzklassiker auf die Bühne bringen. Am 26. Oktober findet ein klassisches Konzert mit der Pianistin Marta Maria Giorgia Tarnea statt. Bis zum 26. November folgen weitere Konzerte sowie eine Live-Performance mit Anna Vilents und Anke Stalpers.

    Pressezitat aus der Westdeutschen Zeitung, 27. September 2002

    Neue Interpretation der klassischen Jazz-Standards

    Die 25-jährige Kölnerin Alison Degbe besticht durch ihre Ausstrahlung und ausgeprägte Bühnenpräsenz, um mit ihrer emotional ergreifenden Stimme die melancholische Seite des Jazz neu aufleben zu lassen.

    Als sie mit 14 auf das Konservatorium in Karlsruhe ging und Jazz machen wollte, hieß es, sie sei zu jung, um Jazz zu singen. Heute weiß sie, dass man mit Liebeskummer besonders gut Jazz singen kann.

    Ihre Liebe zum Jazz will Alison Degbe mit Songs von Ella Fitzgerald und anderen Klassikern auch an jüngere Zuhörer weitergeben. Alison Degbe tritt zum Kunst- und Kulturfestival der Gesellschaft Freunde der Künste Düsseldorf - Berlin unter Leitung von Gottfried Böhmer an mehreren Abenden auf.

    Messemagazin Ausgabe 3/2002

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Kunst - Künstler vorgestellt

  • Aktionskuenstler Klaus Rudolf
fliegender Mops
Klaus Rudolf Gauck erhält Anruf im Taxi      
Klaus Rudolf Frosch auf hellblau schwebenden  Wäscheklammer 
Klaus Rudolf Schutzengel II             
Klaus Rudolf Waschsalon 115
    schrill und schräg
    Dadaist Klaus Rudolf erzählt uns seine Wege zur Kunst

    Ein kleines Mädchen hangelt sich spielerisch über einer Apparatur aus spitzen Zahnrädern – gefunden natürlich in PHILADELPHIA einem winzigen Dorf nahe Berlin bei Boston.

    Ein erotischer BOX Sack mit zwei prall nackten Brüsten - 3D-plastisch - an schweren Ketten hängend, durchschnitten von einem Oldtimer mit Osnabrückner Nummernschild aus dem ein sich selbstvergessen küssendes Paar in barocken Gewändern entsteigt. So beschreibt der Dadist Klaus Rudol seine Bilder und erzählt uns, wie er zur Kunst kam.

    Ich glaube es war 1977. Eine entfernte Bekannte aus dem Siegerland schenkte mir einen surrealistischen Bildband. Max Ernst, de Chirico, Delauney, Miro, Magritte - ich tauchte ein in eine mir bis dato nur in Träumen bekannte Welt, der magisch, suggestiv rauschhaften Bilder, die im besten Sinne keine Grenzen kennt.

     In der ummauerten Welt der betonköpfigen möchtegern Weltverbesserer à la DDR, hatten die Meister des Unbewussten, künstlerisch rabiate Grenzverletzer wie Breton + Apollinaire, Arp,  Huelsenbeck keine Chance.

    1982 schmiss ich mein Studium an der Leipziger Kunsthochschule bzw. wurde geschmissen und tauchte ein in die anarchistisch, dadaistisch, skurrile Welt des Leipziger Undergrounds.

    Dann eröffnete ich zusammen mit dem Saxophonisten Conny Bauer die brisante Ausstellung Museum VON MERZ BIS HEUTE im Altenburger Lindenau-Museum, in der ich auch, als lebende Installation mit gelbem Hut zu sehen war.

    Mit dem eigen + ARTigen Gerd Harry Lybke las ich gemeinsaim den legendären LEIPZIGER HERBSTSALON - das erste dadaistische Manifest der Neuzeit – DAda IST DIE ABSOLUTE BEJAHUNG - und präsentierte zum Anlass surreal farbbrillante Bilder im illegalen Messehaus-Salon Ambiente von Frieder Heinze, Günter Huniat, Hans Henrik Grimmling und anderen schrill, schrägen DDR-Exoten.

    Mentaler Brückenschlag

    Um mir 1988 - das nicht nur DDR spezifisch extravagante Vergnügen zu gönnen, eine dadaistische KUNSTpARTei zu gründen, die im Mai 1988 mit einem fulminanten Happening und u.a.  Bildwelten + Objekten von Ingo Regel, Andreas Hanske, Akos Novaky - TOP Künstlern der Galerie EIGEN+ART – kollektiv kreativ  + drei Gerüchen - an den Start ging  und schon 1991 mit einer 10 Meter hohen interaktiven Klang-Installation zur Kieler Woche  ihren fulminanten Sieg im Norden feiern konnte.   

    Gemeinsame Zeit mit Neo Rauch

    Wie immer rasant grenzüberschreitend  –  die gecraschte Grenzmauer  – locker  durchbrechend . Die interaktive Klang-Wind-Installation WIND° TON° SPIEL° KIEL° OBJEKT wurde von Künstlern + Besuchern  aus aller Welt – exstatisch  KUNSTpARTlich -  klang-krach-improvisierend umspielt . Heiner Goebbels:

    JEDER KLANG IST MUSIK, Heiner nicht Joseph. In einem kleinen Vorstadthaus mit Plumsclo auf dem Hof im montmatre-idyllischen Leipzig Connewitz mit noch handangezündeten Gaslaternen lebte ich einige Zeit mit Neo Rauch + Rosa Loy, die erst kürzlich gemeinsam in Houston/Texas präsentierten.

    Neo Rauch,  der damals noch studierte, kam  gerne mal zu mir hoch, um sich an meiner surreal-DDR-renitenten Kunst zu berauschen,  um dann später auf unserem begrünten Dachgarten noch etwas höher zu sitzen und bei Schallplattensounds Charles Aznavour, Edith Piaf und  Rotwein in jeder Menge zu genießen.

    Erste Ausstellung in Gerd Harry Lybkes Kunstsalon

    In „Judy’s“ Gerd Harry Lybkes Kunstsalon –  heute  Galerie EIGEN+ART und eine der erfolgreichsten Galerien der Welt - habe ich meine surreal expressiven Psychoimpressionen erstmals öffentlich gezeigt.

    Dadaistische Projekte der KUNSTpARTei agierten in der DDR offiziell unter dem underground Label - VOGEL + ei  -  flatternd, fliegende, stets ei-nmalige  ei-potente Vorboten rasanter Veränderungen. Graumäusig tröge Agit Prop ART gegen farbbrilliant radikal  eigen+ARTiges -  der ästhetische Krieg – ein KUNSTKRIEG - hART - und unerbittlich, hatte weit vor 89 begonnen.  FLUXUS sprengte alle Grenzen.

    Hatten mich in Leipzig Künstler wie de Kooning, die jungen Wilden um Salome + Fetting oder der Chemnitzer Wolfram Adalbert Scheffler, die Happening-Aktionen der Gruppe 37.2 , um Hans Schulze fasziniert, eröffnete sich mir mit den fulminanten Möglichkeiten des Photoshop völlig neue Welten in der rasant inflationären Bilderflut des Internet.  

    KUNST WIE CHAMPAGNER

    ...hieß es 2011 bei meiner surreal-erotischen Präsentation in der Galerie ART&Champagne am Berliner Kurfürstendamm, um zum gegebenen Anlass in die Fußstapfen von Josephine Baker tretend – neben Bildern wie - Küssendes Paar aus Osnabrück - eine burlesk mondäne KU-Damm Queen zu krönen.

    Sponsered by Beate Uhse. Im temporären ROSA Kunstsalon in Berlin gab es 2012 nicht nur brillant surreales wie - Frosch auf hellblau schwebenden Wäscheklammern - zu sehen, sondern auch den Film ein Traum in Erdbeer-Folie  von Marco Wilms, über das DDR underground Modellabel CHICK CHARMANT + DAUERHAFT - um die Mode-Ikone Sabine von Oettingen.

    Der Film brillierte zuvor  bereits im  MoMA New York . Marco Wilms kam zur Vernissage direkt vom brodelnden  Tahir Platz in Kairo . Er drehte dort im tobenden ART WAR - den Film ART WAR. Kurz zuvor hatte ich höchst gutgelaunt in der Präsentation - DDR Aktionskunst in der Leipzig Connewitzer  KUB-Galerie ein Kakalakenballett – eine kinetisch lebendige Lichtinstallation mit menschelnden Monumental-Kakalaken inszeniert - die sich auf eine lautstark schrill VOGEL + ei ige Zeitreise - zurück  ins eigen + ARTig turbulente Bohemeleben Leipzigs begaben.

    ICH BIN EIN HAMBURGER

    ...verkünde ich stolz bei meiner aktuellen Präsentation, in einer groupshow im Bremerhafen TIME PORT 2 und ein riesiger Hamburger auf einen DVD Player installiert; mit lecker Monumental-bio-Sprossen garniert rauscht pop-up-ARTig durch das Universum.

    Ich bin ein Hamburger – ganz Kennedy like in einer Zeit der Neuaufteilung der Welt durch Referenden ein klares Bekenntnis zur freien Hansestadt Hamburg. Beim letzten gallery weekend im flippigen Berlin war es mir ein großes Vergnügen das Publikum zu verkunsten – cool kinetische  KULE Installationen  brachten einen „hordistischen Durchbruch“ .

    Das dadaistisch zu agieren inspirierte Publikum war begeistert, hantierte, kollektiv kreativ, hoch künstlerisch mit Besenstielen, einer silbernen Kugel, weißen Quadraten  und erschreckte die ausstellenden Künstler,  das geht ja gar nicht,  ein renitentes Publikum macht mobil......                                           

    1978

    Gestaltung eines konstruktivistischen Wandbildes in Berlin – 2 Jahre später überstrichen

    1980

    Studium an der Kunsthochschule  Leipzig  u.a. mit Neo Rau + Wolfram Adalbert Scheffler

    1984 

    erste Ausstellung mit surrealen Impressionen bei Gerd Harry Lybke /  EIGEN+ART

    1987

    multimediale EIGEN+ART Collage  Hommage Kurt Schwitterts Galerie EIGEN+ART, performance ROTE QUADRATE  Galerie EIGEN+ART mit Bildwelten Roland Borchert, Musikalisches Einspiel   Cäsar Renft

    1987 

    multimediale EIGEN+ART Collage – performance mit gelbem Hut   GALERIE  EIGEN+ART    

    1988  Aktion KUNSTFORM KELLNER zwischen dem Restaurant BACHSTüBL in LEIPZIG  -  der Vernissage der einzigsten Beuyspräsentation in der ddr ( Berlin Marstall – Galerie Kunsthochschule Leipzig ) und der NACHBEUYS  Präsentation in der Galerie EIGEN+ART wird ein mentales Band gezogen Interaktiv beteiligt  - Enders : Bundesdeutsche Vertretung – Keller : DDR Kulturminister, (89-90) -Wilhelm : Landschaftsverbandsvorsitzender von Nordrhein Westphalen  u.v.a.

    Aktion BEMALTER STEIN   Wiederbelebung beuysschen Geistes in der ddr mit Andrea Telemann versteht sich als Beginn eines kulturrevolutionären Prozesses in der ddr: Die These  :  Josef Beuys ALLES ist KUNST wird zur Basisthese der KUNSTpARTei

    Dokumentation :  FOTOSTRECKE

    1988

    15.Mai   Gründungshappening der KUNSTpARTei in Leipzig   Moritzbastai

    PRO-GRAMM  :  JEDEM SEINE EIGENART   mit Bildwelten + Objekten u.a. von  Ingo Regel, Andreas Hanske, Dietrich Gnüchtel, Akos Novaky , Tobias Ellmann  u.v.a.                                                     

    1988 

    NACHTMäR   - 10 Stundenaktionen nonstop  -  Kunsthochschule Dresden, Größter Gruppenauftritt von ddr Aktionskünstlern, Kuratorin  WANDA  -  Claudia Reichelt   Galeristin der underground gallery VILLA MARIE am BLAUEN WUNDER u.a. mit den  Dresdner AUTOPERFORATIONSARTISTEN um ViaLewandowsky, Klaus Hähner Springmühl u.v.a.

    Dokumentation :    FOTOSTRECKE      

    1990  

    Video  KUNSTpARTei  u.a. mit Wolf Vostell und Robert Rauschenberg, Gerd Sonntag,Reinhard Zabka

    Altes Museum Berlin, Galerie am Weidendamm, Haus am Lützowplatz

    1991-2007 

    Zahlreiche Happening-Installationen  und performance Projekte, mit Unterstützung u.a. von 2 Documenta Chefs Jury  BüRO-ART unter Mitwirkung von Prof.Manfred Schneckenburger (Chef Documenta)

    performance Ziehung  Licht-Klang-Evironment mit Unterstützung von Jan Hoet (Künstlerischer Leiter Documenta 9 ) Solar-Klangtreppen GmbH unter Leitung von Katrin Specker - Pressesprecherin von Christo & Jeanne Claude ( siehe oben ) u.a.    

    WIND°TON°SPIEL°KIEL°OBJEKT   Happeninginstallation 1991 Kieler Woche

    MÜLL°STREIT°OBJEKT Happening-Installation 1993 Potsdam, Schirmherrschaft   Matthias Platzeck

    VOGELTRAUMTREPPE Treppenhaus-Happening-Installation 1996 Berlin, Schirmherrschaft  Thomas Krüger

    2008  

    Photoshopausbildung by comhART  - seitdem Konzentration auf Surreal  - pop – up – ARTige -  Collagen

    2010                  

    Galerie Neonchocolate Berlin  -  surreale Impressionen

    2011                  

    Galerie ART&Champagne   Berlin Kurfürstendamm  –  surreale Impressionen

    2011                  

    ROSA Kunstsalon BELLE ETAGE Berlin Kreuzberg  - pop ARTige Impressionen

    2012                  

    QuadriART  EAGL Galerie  Berlin Teilnahme  pop – up - ARTige Impressionen        

    ART’ otel  Andy Warhol – Präsentation – Teilnahme  mit pop ARTiger Impressionen

    BAGL Springtime Kunstmesse

    Rudolf bei  Tous’ pour L’art – ARTE  TV, mit Sydney Picasso – Paris , Christiane zu Salms, Prof. Peter Raue Berlin

    Kunstpreis ART’otels  Berlin Andy Warhol, Baselitz, Vostell °°° Köln Budapest

    ART Center Bethanien Berlin   ART pARTy Stipentiaty - Kunstraum Kreuzberg

    2013                  

    Galerie Kunststück Berlin-Neucölln   collagen + Brotkatzen-Happening

    2014                  

    Galerie POP-UP-ART  Berlin Schöneberg collagen   +   OLYMPIC°PINK°SKULPTURE

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    Rainer Magold - Kunst, ein Leben zwischen Frust und Flow

    Der Maler Rainer Magold kann auf unzählige Ausstellungen im In- und Ausland zurückblicken. Von Italien nach Polen, von Brasilien über Japan nach Dänemark, China, den USA, Israel... die Liste ist lang. Zu lang, um sie in aller Fülle hier darlegen zu können.

    Seine Biografie ist aufs Engste verbunden mit großen Namen der Kunstgeschichte: Elvira Bach, Markus Lüpertz oder Joseph Beuys. Auch dem Maler Magold gebührt ein fester Platz in der Kunstgeschichte.

    Rainer Magold - Über die Kunst

    Ernst Cassirer schrieb in seinem, 1944 im amerikanischen Exil entstandenen Text „An Essay on Man“ folgendes: „Die Wissenschaft gibt uns Ordnung im Denken; die Moral gibt uns Ordnung im Handeln; die Kunst gibt uns Ordnung in der Auffassung der sichtbaren, greifbaren und hörbaren Erscheinungen.“1

    Die Kunst vermag also, folgt man Cassirer, ganz andere Ordnungen, oder wie ich ergänzend hinzufügen möchte, Erfahrungen zu bieten.

    Gerade in der heutigen digitalen, schnelllebigen Zeit, ist es vor allem die Kunst, die Beständigkeit schafft und sozusagen als Regulativ wirksam werden kann. Genau diese Möglichkeit der Beständigkeit macht Kunst heutzutage zu einer der beliebtesten Kapitalanlagen überhaupt. Wer die Kunst aber ausschließlich als solche betrachtet, der würde sie missverstehen.

    Denn ihre Beständigkeit schafft sie gerade erst durch ihr Potenzial, andere Erfahrungen zu schaffen. Sie kann Momente der Entschleunigung, der Sinnlichkeit, der Überraschung bieten. Sie erlaubt uns eine alternative Sicht auf die Dinge, die uns umgeben.

    Die Malerei Magolds

    Gerade die Gemälde Magolds können dem Betrachter die oben genannte Sichtweise ermöglichen. Ich würde sein  Werke gerne als „Manifestationen des Sinnlichen“ bezeichnen. Denn sie bieten uns Farben und Formen, in die wir vollends mit unserem geistigen Auge eintauchen können; beispielsweise kräftiges, Energie geladenes Rot, kühles, beruhigendes Blau, mysteriös, transzendent scheinendes Schwarz, sattes Grün... All diese Farben bieten Emotionen. Sie wecken Assoziationen, welche auch viel über unsere kulturelle und soziale Prägung verraten können – und auch über unsere persönlichen Leidenschaften.

    Mit den großen Künstlern verbunden

    Rainer Magold trägt die Farben in expressionistischer Manier, mit breitem und schnellen Pinselduktus auf. Man kann ihn daher durchaus als Expressionisten bezeichnen. Tut man dies aber, so darf man es nicht falsch verstehen. Es geht in seiner Malerei nicht darum, einen Stil vom Anfang des 20. Jahrhunderts zu adaptierten oder gar zu kopieren. Seine Gemälde haben nur eine marginale Verwandtschaft mit den Werken von Künstlern wie Ernst Ludwig-Kirchner, Karl Schmidt-Rottluff oder Erich Heckel.

    Am ehesten könnte man ihn noch in die Nähe zu Emil Nolde, Gabriele Münter oder Marianne von Werefkin bringen. Dies aber nicht unbedingt aus stilistischen Gründen. Während eines Telefonats sagte mir Rainer Magold, dass der Expressionismus für ihn kein Stil sei. Einen solchen Stil gebe es gar nicht. Vielmehr ist es eine Lebenseinstellung. Der Expressionismus also als Lebenseinstellung?

    Wie Münter, Nolde oder Werefkin treibt auch den Maler Magold eine große, fast intime Begeisterung für seine Sujets an. Und genau darin liegt ja auch die Crux des Expressionismus: Er ermöglicht es einem jedem Maler und einer jeden Malerin den ganz eigenen Stil zu finden, die eigenen Motive zu finden, die eigenen Farben und auch den eigenen, persönlichen Pinselstrich. In diesem Sinne ist der Expressionismus eine höchst individualistische Ausdrucksweise und, wie Rainer Magold richtig sagte, kein Stil per se.

    Es geht in seiner Malerei nicht um konzeptuelle Überlegungen an theoretische Diskurse der Malerei, auch wenn man seinen Werke eine starke philosophische Tiefe nicht absprechen kann. Vielmehr ist das Thema der Bilder schlicht und einfach: Leidenschaft! Und ich denke, dass man wohl behaupten darf, dass man diese Leidenschaft seinen Gemälden anmerkt.

    Wer offen ist für die Malerei, wer bereit ist sich auf sie einzulassen, der- oder diejenige wird diese starke Emotion wohl nachvollziehen können. Denn genau das ist es ja, was die Kunst ausmacht. Bereits der Philosoph Martin Heidegger konstatierte, dass das Kunstwerk zwar immer auch Material sei, dass es ein Kunstwerk immer auch ein Ding sei. Anders als aber „Zeug“, kann es nicht reduziert werden auf eine Dienlichkeit, auf sein Wozu, sondern weist immer auch über die bloße Materialität und eine mögliche Nützlichkeit hinaus.

    Kunstwerke lassen Wahrheiten erschließen, oder wie Heidegger es sagte: Das Kunstwerk definiert sich durch das „Sich-ins-Werk-Setzten der Wahrheit“.2 Letztlich konstatiert ein Kunstwerk ein Da-Sein, und das macht es zu einem idealen Ort, um sich und seine Umgebung in einer anderen Form zu betrachten.

    Die Motive Magolds

    Die Themen, die Rainer Magold behandelt, sind äußert vielfältig. Was diesen Aspekt angeht, lässt er sich nicht einschränken. In seinem umfangreichen Oeuvre tauchen Landschaften, schöne Frauen, mythologische Themen, Heroen, abstrakte Gemälde aus Pech und auch zahlreiche Porträts auf.

    Unter Letzterem sind viele bekannte Persönlichkeiten zu finden: die schöne und gleichzeitig tragische Marilyn Monroe, die Sängerin Tina Turner, die elegante und mysteriöse Coco Chanel, der in sich gekehrte, rot erstrahlte Mahatma Ghandi oder auch der müde Charlie Chaplin. Man könnte fragen: „Wie passt all das zusammen?“.

    Rainer Magolds Motivwahl basiert auf seinem Interesse für die dargestellten Persönlichkeiten. Doch eines haben sie alle gemein: Sie alle besitzen eine enorme Ausstrahlung, Charisma oder genießen eine aufgeladene, zwiegespaltene  Meinung in der Bevölkerung. Alle haben sich durch Leistung und Mut hochgearbeitet. Dieser Ehrgeiz beeindruckt Magold. Doch alle die Bilder zeigen auch eine andere Seite.

    Marilyn Monroe galt als Sex-Symbol

    Doch hinter dieser Fassade war sie auch eine traurige Person. Auch Magolds Gemälde „Der Papst trägt Prada“ zeigt zwei Seiten ein und derselben Medaille. Der Titel verweist auf den Kinofilm: „Der Teufel trägt Prada“, dargestellt wird Papst Benedikt XVI in einem grell rötlichen Ton, was ihm fast diabolische Züge verleiht. Im gleichen Zuge verweist der Titel auch auf eine reale Begebenheit, auf die roten Schuhe, welche der Pontifex bei einem öffentlichen Auftritt trug.

    Lange kursierte das Gerücht, dass es ein Paar des Modehauses Prada sei. Magolds Bilder haben also immer mehrere Ebenen, immer auch einen doppelten Boden. Dazu passt auch, dass viele der Gesichter Risse in der Malschicht aufweisen. Diese Krakelee sollen aber nicht als kritische Hinterfragungen der gezeigten Prominenten verstanden werden. Vielmehr soll die Fragilität der Seele, das Menschliche an ihnen betont werden.

    Es sind diese inneren Dualismen oder besser: diese innere Dialektik, die Magolds Bilder aufladen und mit Bedeutung versehen. Welche der verschiedenen, angedeuteten Ebenen der Betrachter erkennt, das bleibt offen. Denn auch wenn der Maler seine Gemälde aus einem inneren Schaffenstrieb heraus herstellt, so ist es letztlich immer der Betrachter, der die Bilder vollendet.

    Um noch einmal zurückzukommen zu den diversen Themen. Für seine Malerei schöpft der Maler frei aus einem riesigen, niemals endenden Pool an Bildern und Motiven der realen Welt. Das ist auf keinen Fall selbstverständlich! Nach dem Zweiten Weltkrieg etwa war lange kein Platz für die gegenständliche Kunst. Alle Formen und Möglichkeiten der abstrakten Kunst wurden durchexerziert.

    An den 1960er Jahren aber wurde der Ruf einiger junger, vielleicht radikaler Künstler nach einer Rückbesinnung auf die Gegenständlichkeit immer lauter. Hier sind Namen zu nennen wie Georg Baselitz, Eugen Schönebeck, Markus Lüpertz,  Gerhard Richter oder eben auch Rainer Magold.

    Das neue an dieser Malerei war, dass diverse Möglichkeiten der Gegenständlichkeit ausprobiert wurden. Themen wurden spielerisch, manchmal ironisch, manchmal symbolisch in die Malerei übertragen. Es wurde häufig mit neuen Materialien experimentiert. Sigmar Polke etwa experimentierte mit giftigen Chemikalien, Anselm Kiefer applizierte Blech, Eisen und andere Stoffe auf seine Leinwände und Rainer Magold experimentiert seit über 30 Jahren mit Pech.

    Diese Bilder gehören zu seinen abstrakten Arbeiten. Ähnlich wie Gerhard Richter will sich auch er nicht für das eine oder das andere entscheiden. Und das ist das Schöne an der heutigen Kunst. Bildende Künstler müssen sich nicht mehr festlegen. Darüber hinaus bedürfen die Pechbilder keiner Motivik. In ihrer Wirkung, ihrer beinahe skulpturalen Gestalt, sind sie so aufgeladen und intensiv, dass es keiner Farben und keiner Motive bedarf.

    Aber auch die gegenständliche Objekte sind keine Nachahmungen von Realität. Wie schon deutlich wurde, versucht Magold etwa die bekannten Persönlichkeiten nicht in der realen, medial mediatisierten Gestalt dazustellen. Vielmehr ist die Malerei eine Realität für sich.

    Häufig sind dien Dargestellten Personen der heutigen Populärkultur. Ähnlich wie die Künstler der Popart, Andy Warhol oder Roy Lichtenstein, bringt er Bekanntes in seine Bilder ein. Die Zutrittsschwelle ist daher für den Betrachter nicht hoch. Alles Bekannte wird gerne betrachtet, wir kenne es, wir haben unsere Meinung dazu. Genau das ist aber der Trick der Bilder und das macht sie so spannend.

    Denn wenn wir ohne Scheu auf das Bild zugehen, ist dies der erste Schritt in die wunderbare Welt der Formen und Farben, der Leidenschaften und Emotionen. Erst bei näherer Auseinandersetzung entdecken wir die inneren Dualismen, tauchen ein in die innere Dynamik der Gemälde, und wenn alles gelingt, springt der Funke auf uns über.

    Diese Vorgehensweise hängt eng mit Rainer Magolds persönlichem Interesse zusammen. Es liegt in seinem humanistischen Werdegang begründen, dass er mit seiner Kunst nicht nur abbilden oder kommentieren will, sondern dass er mit seiner Kunst auch etwas erreichen, etwas ändern möchte. Dieser vielleicht anthroposophische Gedanke ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Hierzu braucht es Zeit und Ruhe und fordert die sinnliche Auseinandersetzung mit den Bildern.

    Dann können wir verstehen, dass der Mensch Freiräume braucht, geistige und emotionale Freiräume, und dass es eben Kunst ist, die uns diese Freiräume schaffen kann. Erfahren wir diese Freiräume durch die Kunst, kann es uns helfen, um es mit Cassirer zu sagen, „Ordnungen in der Auffassung der sichtbaren, greifbaren und hörbaren Erscheinungen“ zu schaffen.  

    Marco Hompes

    1 Ernst Cassirer: Versuch über den Menschen. Meiner Verlag, Hamburg 2007, S. 257

    2 Martin Heidegger: Der Ursprung des Kunstwerks“, Reclam Verlag, Leipzig 1960, S.33

    3 Tatsächlich aber stammten die roten Schuhe vom Designer Adriana Stefanelli, der unter anderem auch Schuhe für den russisch-orthodoxen Patriarchen Alexij II oder den polnischen Politiker Lech Wałęsa entwarf.

     

    Vita Rainer Magold

    In Karlsruhe geboren, ist Rainer Magold in einer Welt der modernen Malerei aufgewachsen. Sein Vater (Maler der Akademie der Bildenden Künste/München und Gründer der Südpfälzischen Kunstgilde) gab ihm vieles weiter, insbesondere das Talent, Emotionen, Lyrik und Meditation expressiv und abstrakt zu malen. Er ermöglichte es ihm vielen Künstlern in Deutschland und Frankreich zu begegnen. Schon früh begeisterte Magold sich auf Ausstellungen in Strassburg und Paris für Turner, Picasso, Jean Arp.

     

    Dem folgten mit 17 Jahren Studienreisen nach München, Venedig und Rom. Einer ersten eigenen Ausstellung in London (1970) folgten Studienaufenthalte oder Ausstellungen in Italien, Marokko/Algerien/Tunesien, Sao Paulo/ Brasilien, Dänemark/Schweden, Frankreich/Holland/Belgien, China, Hongkong, Jugoslawien, Israel, Schweiz, Barcelona/Madrid, Österreich, Sri Lanka; zuletzt 2009 in Mannheim und Berlin.


    Prof. Joseph Beuys bestärkte Rainer Magold in der„Freien internationalen Hochschule für Kreativität und interdisziplinäre Forschung e. V“ konsequent seinen eigenen unabhängigen Weg zu gehen. Er hat mit vielen international bekannten Designern und Künstlern gearbeitet; 2009 z. B. mit Elvira Bach, Prof. Thomas Hornemann (Berlin), Prof. Fritz Dickgiesser (Kunstakademie Düsseldorf) und Prof. Markus Lüpertz.

    Sein Atelier war im Anwesen Barthélemy, seit über 200 Jahren eine Kraftquelle vieler internationaler Künstler. Dieser Tradition ist der Maler Rainer Magold verbunden. Schon früh entwickelte seine eigenen Methoden und Techniken. Er ist heterogen in seinen vielseitigen Techniken aber immer homogen und konsequent in der mystischen Thematik.

    Nach 50 Jahren Erfahrung als Maler verbindet Rainer Magold den klassischen Deutschen Expressionismus mit abstraktem Expressionismus in seiner einzigartigen Handschrift, die in emotionalen Portraits und abstrakten Landschaften deutlich wird.

    Seine Bilder hängen bei Kunstsammlern in der ganzen Welt, z. B. in Frankreich, Hongkong/China, Italien, London/Großbritannien, Wien, Salzburg/Ostereich, Sao Paulo/Brasilien, Lausanne/Schweiz, New York/USA.

    Heute lebt und arbeitet er in der Südpfalz an der französischen Grenze.

    Kontakt:

    Salten Theater & Kunst Promotion

    lilo.salten@saltengastspiele.de

     

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  • Fuer Konstantin Voits ist die Farbe das zentrale Thema 
WeldePublikumspreis 2014
    Starke Farben in Konstantin Voits Gemälden
    Für den Sigmar Polke Schüler Konstantin Voits ist die Farbe das zentrale Thema

    Künstler Vorgestellt -  Die vermutlich größte Schablonensammlung der Welt, gängige Acryl- und Sprayfarben in 250 Farbtönen, dies ist das Instrumentarium des Mannheimer Künstlers und WeldePublikumspreisträgers Konstantin Voit.

    Seine Werkzeuge nutzt er für Werkreihen, deren Gegenstand stets ein Teil seiner Schablonensammlung ist und die er Blöcke nennt. Die aktuelle Reihe heißt Equinox: Tag- und Nachtgleiche.

    Aufmerksamkeit auf die Farbe

    Für den Künstler Voit, der in Hamburg bei Sigmar Polke studierte, ist die Farbe das zentrale Thema. Seine Bilder wirken direkt aus der Farbe. Es geht Voit nicht um eine realistische Abbildung.

    Vielmehr soll das Thema bestimmter Schablonenserien wie etwa bei "Equinox" die Aufmerksamkeit auf die Farbe lenken. Nichts soll von der Farbe ablenken, weshalb die Bilder von Voit auch stets vertraute DIN-Formate haben.

    Malerische Möglichkeiten

    Die Schablonen Voit besitzt tausende, auch historische sind das wichtigste Werkzeug seiner Malerei. Sie schränken wegen der vorgegebenen Formen zwar ein, sagt Voit, andererseits fordere es aber heraus, die malerischen Möglichkeiten innerhalb dieser bewusst gewählten Reduktion zu erforschen. Er kombiniert Schablonen im Computer zu neuen Mustern.

    Experimentieren und Verändern

    Auf diese Weise entsteht eine Vielzahl von Entwürfen. Anschließend setzt Voit einen Teil dieser Entwürfe handwerklich in Gemälde um. Der Unterschied zwischen Entwurf und Bild ist ihm wichtig: Ein Bild ist greifbar, sichtbar und besteht aus physischen Farben.

    Die Entwürfe hingegen dienen zum Experimentieren und Verändern; im Computer lässt sich das alles leicht bewerkstelligen. Als bereits fertiges Bild sind ihm diese jedoch zu glatt: Deshalb erfolgt die anschließende Umsetzung in die physische Welt der Malerei.

    Es geht immer um das nächste spannende Bild

    Bislang hat Voit zehn Blöcke geschaffen, die jeweils zwischen 32 und 119 Bilder umfassen. Es gibt keinerlei Vorgaben, wann eine Serie zu Ende ist: Es ist einfach eines Tages soweit, berichtet er.

    Dann hat Voit bereits Ideen für den nächsten Block aus dem einen Thema ergebe sich das nächste. Neue Entwürfe und die tatsächliche Arbeit auf der Leinwand laufen parallel: Es geht immer um das nächste spannende Bild, sagt er in Bezug darauf, dass sich künstlerische Arbeit trotz aller Ordnungssysteme nur schwer planen lässt.

    Konstantin Voit Kurzbiographie

    1964        geboren in Mannheim

    1989-96   Kunststudium an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg

    1996        Diplom an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg

    2003 ff.    Dozent an der Freien Kunstakademie Mannheim, freischaffender Künstler

    Preise und Stipendien

    2014         WeldePublikumspreis

    2006         Kunstpreis der 16. Künstlermesse Karlsruhe

    2003         WeldeKunstpreis

    2003         Kunstpreis der Stadt Bühl/Baden

    Stipendien

    Stadt Mannheim, der Länder Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen

    Ausstellungen(Auszug)

    Mannheim, Ludwigshafen, Wiesbaden, New York, Hamburg, Berlin

    Die fünf WeldePublikums-Preisträger im Überblick

    Dietmar Brixy lebt und arbeitet in Mannheim. Das jetzt mit dem WeldePublikumspreis ausgezeichnete Werk, ein Ölgemälde, stammt aus der 2012 begonnenen Werkreihe Discover.

    Konstantin Voit betreibt in Mannheim die Malfabrik. Den WeldePublikumspreis 2014 erhielt er für das Werk Evolution.

    Marisa Vola lebt in Heidelberg. Den WeldePublikumspreis 2014 erhielt sie für das gewebte Werk Webthings.

    Michael Volkmer, Jahrgang 1966, lebt und arbeitet in Neuhofen bei Ludwigshafen. Den WeldePublikumspreis 2014 erhielt er für sein Werk FUN.

    Olga Weimer & Marcel Weber sind in Mannheim ansässig. Ihr mit dem WeldePublikumspreis 2014 ausgezeichnetes Werk ist ein Ölgemälde mit dem Titel Strandgut.

    Informationen zum Publikumspreis 20 Jahre WeldeKunstpreis 2014

    • Preisverleihung und Vernissage: Montag, 20. Oktober, 19 Uhr, Palais Hirsch, Schlossplatz 2, 68723 Schwetzingen
    • Preisträger-Ausstellung mit mehreren Arbeiten jedes der 5 Publikumspreisträger: 21. Oktober bis 23. November, Kunstverein Schwetzingen, Palais Hirsch. Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag 14-18 Uhr, Eintritt frei.

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