Gesellschaft Freunde der Künste
Die Ästhetik des Verschwindens

Mit Gelegenheits-Prostitution etwas hinzu verdienen, in "Funeral Casino Blues"

Sein exotischer Schauplatz Bangkok macht "Funeral Casino Blues" nicht besser. Eine junge Hotel-Rezeptionistin verdient sich mit Gelegenheits-Prostitution etwas hinzu - als sie verschwindet, suchen zwei Freunde nach ihr:

Indem sie ausdauernd auf ihre Smartphone-Displays starren oder chatten. Regisseur Roderick Warich mag damit heutigen Alltag in Thailand einfangen – kinotauglich ist es kaum.

Die Ästhetik des Verschwindens: In einem Bangkok ohne Tageslicht inszeniert Filmemacher Roderick Warich die Romanze zwischen einer Gelegenheits-Sexarbeiterin und einem Barkeeper so, wie man sich in Deutschland einen Arthouse-Film vorstellt: umständlich und ereignisarm.

Die Einsamkeit der Social Media users: Viel stimmiger kann man postmoderne Entfremdung nicht einfangen als mit einer nächtlichen Metropole, deren Bewohner vor allem mit ihren Instant Messengers beschäftigt sind.

In „Funeral Casino Blues“ ist das der Normalzustand. In diesem Spielfilm geht es um Randexistenzen des nächtlichen Unterhaltungs-Gewerbes und, wie der Verleih verlauten lässt, um eine „Elegie auf das Verschwinden, die Sehnsucht – und Städte, die dich vergessen, noch bevor du gehst.“

Große Worte dafür, dass das Publikum zweieinhalb Stunden vor einer im Wesentlichen nachtdunklen Leinwand ausharren und darauf warten muss, wie es Jen (Jutamat Lamoon) und Wason (Wason Dokkathum) so ergeht.

Beide kommen aus der thailändischen Provinz und suchen in der Hauptstadt Bangkok ihr Glück, sprich: genug Geld, um ein vernünftiges Auskommen zu haben und Schulden zu begleichen.

Rezeptionistin + Barkeeper

Wason arbeitet dafür in mehreren Jobs, unter anderem als Barkeeper, und steht bei einem Kredithai in der Kreide.

Er wohnt dauerhaft im gleichen Billig-Hotel wie Jen.

Die junge Frau ist hier als Rezeptionistin angestellt, bessert ihr spärliches Gehalt aber mit Gelegenheits-Prostitution für Ausländer auf. Geld braucht sie vor allem für ihre verschuldete Familie; ihre Mutter hat Diabetes.

Abgesang auf den Spätkapitalismus

Eines Nachts tritt einer ihrer Kunden Jen in der Bar zu nahe, und Wason greift schützend ein. So kommen sich die beiden näher und verbringen eine kurze Zeit zusammen – bis Wason die Schulden über den Kopf wachsen und er aus Bangkok abhauen muss.

Kurz darauf besucht auch Jen ihre Familie auf dem Land. Wochen später ist die junge Frau auf einmal verschwunden, und ihre besorgte Mitbewohnerin Pim (Jutarat Burinok) kontaktiert Wason. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach Jen.

Kunst+Film-Redaktion

Copyright Publishing Company Heilwagen GmbH
Angersbachstraße 12
34127 Kassel, Deutschland/ Germany
Tel. +49 – 561 – 80 99 3
Fax. +49 – 561 – 89 83 47

Ja, ich möchte Inhalte von Youtube angezeigt bekommen. Ich bin einverstanden, dass dadurch meine personenbezogenen Daten an den Betreiber des Portals, von dem der Inhalt stammt, weitergegeben werden, so dass dieser mein Verhalten analysieren kann. Weitere Informationen finden Sie in unserer  Datenschutzerklärung.

FUNERAL CASINO BLUES | Offizieller Trailer | Kinostart 13.08.2026