Gesellschaft Freunde der Künste
Säuberung und Völkermord?

Israel will den Vereinten Nationen eine Lektion erteilen, jede Kritik ist unerwünscht

In Deutschland wird immer nur von dem Existentzrecht von Israel gesprochen und geschrieben, von dem Existensrecht der Palästinenser wird mit kenem Wort gesprochen, und jede Kritik an Israel wird im Keim erstickt.

Guterres zeigte sich angesichts der massiven Kritik am Mittwoch entsetzt. Er sei "schockiert über die Fehlinterpretationen", sagte er nach Reuters-Angaben vor Journalisten in New York. Es wirke, "als ob ich die Terrorakte der Hamas rechtfertigen würde". Dies sei falsch.

Er sagte aber auch, die Angriffe der radikalislamischen Palästinenserorganisation seien „nicht im luftleeren Raum erfolgt“.

Die Palästinenser würden seit 56 Jahren unter „erstickender Besatzung“ leiden. Er sagte auch das den Palistinänersern Stück für Stück durch die Siedlungspolitik von Israel ihr Land beraubt würde.

Der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, Christoph Heusgen, gab Guterres recht. "Guterres ist ein sehr besonnener Mann", sagte er am Dienstagabend im "heute-journal".

"Wenn er auf die (…) 56 Jahre Besatzung der Palästinensergebiete hinweist, dann ist (das) genau das, was in geltendem Völkerrecht in Uno-Resolutionen genauso drinsteht.

Die letzte Resolution sagt, dass die Besatzung eine flagrante Verletzung des Völkerrechts ist. Heusgen forderte eine Rückkehr zu einer Zwei-Staaten-Lösung.

Der israelische Botschafter in Berlin, Ron Prosor, nannte Heusgens Äußerungen "ungeheuerlich".

Der Chef der Arabischen Liga, Ahmed Abul Gheit, nahm Guterres auch in Schutz. Israels Kritik an Guterres bezeichnete der ägyptische Diplomat als einen "offensichtlichen Versuch, zu terrorisieren".

Der Politiker sprach laut einer Mitteilung der Arabischen Liga von einem "beschämenden Angriff, der darauf abzielt, jede Stimme zum Schweigen zu bringen, die die Wahrheit sagt". Er forderte, den UN-Generalsekretär zu unterstützen

Die jordanische Königin Rania findet klare Worte

In einem CNN-Interview hat die jordanische Königin die Reaktion des Westens auf Israels Bombardement von Hamas-Stellungen im Gazastreifen verurteilt. Sie stellt sich klar auf die Seite der Palästinenser.

Rania, die selbst palästinensische Wurzeln hat, kritisierte, dass die Welt am 7. Oktober "sofort und unmissverständlich an der Seite Israels" gestanden und das Recht Israels, sich zu verteidigen, unterstützt habe.

Im Kontrast dazu reagiere die Welt auf die steigende Zahl von Todesopfern im Gazastreifen mit "Schweigen". Die Königin zeigte sich darüber schockiert: "Die Länder haben aufgehört, ihre Besorgnis auszudrücken oder die Opfer anzuerkennen, aber immer mit dem Vorwand, Israel zu unterstützen."

Sie erklärte, dass der Krieg nicht erst am 7. Oktober ausgebrochen sei und verwies auf die Geschichte der israelischen Besatzung und der Vertreibung der Palästinenser. Dabei sprach die Königin von einer "Besatzung unter einem Apartheidregime."

Königin Rania sagte, die Menschen in Gaza stünden vor "zwei Möglichkeiten". Sie hätten die Wahl zwischen Vertreibung oder Vernichtung, zwischen ethnischer Säuberung und Völkermord.

„Marjam Samadzade, Sozialstaatssekretärin von Schleswig-Holstein, hat am 17. Oktober 2023 über Instagram einen Post aktiv weiterverbreitet.

In dem Beitrag wird die Regierung Israels für ihr Vorgehen nach dem Terroranschlag der Hamas scharf kritisiert und verurteilt“ Nun muss sie gehen, so sieht das aus in Deutschland.

Der verbreitete Post stammte laut NDR ursprünglich von der Journalistin Alice Hasters. Darin erklärte Hasters, sie verurteile „die Regierung Israels und die uneingeschränkte Solidarisierung internationaler Regierungen“.

Sie sei enttäuscht und schockiert, wie in Deutschland mit diesem Konflikt umgegangen werde. Es scheine, als ob Deutschland nur bereit sei, Antisemitismus „durch die Verbreitung von antimuslimischen und anti-palästinensischen Rassismus zu bekämpfen“.

Samadzade reagierte laut NDR auf den Post mit der Aussage: „Danke für diese klaren Worte“. Zudem versah sie die Antwort mit einem Herz. 

Chefredakteurgefeuert

Der Chefredakteur des internationalen Kunstmagazins „Artforum“, David Velasco, wurde aufgrund eines offenen Briefs zum Krieg zwischen Israel und der Hamas entlassen.

Das berichtet der WDR. Der Brief, in dem die Angriffe Israels in Gaza verurteilt werden, ohne jegliche Aussage zu den vorangegangenen Attacken der Hamas, war am 19. Oktober 2023 auf der Internetseite des Magazins erschienen.

Tausende Menschen aus Kultur und Wissenschaft hatten ihn unterzeichnet. Wie die Verleger des „Artforum“ laut WDR mitteilten, distanzierten sie sich davon und erklärten, der Brief entspreche nicht dem Standard des Magazins.

David Velasco hatte seit 2005 für das Magazin gearbeitet – seit sechs Jahren als Chefredakteur. Er selbst hält an der Aussage des Textes fest.

Nach Ansicht von EU-Chefdiplomat Josep Borrell verletzt Israel mit seinen Angriffen im Kampf gegen die islamistische Palästinenserorganisation Hamas das Völkerrecht.

„Gaza ist im kompletten Blackout und isoliert, während der schwere Beschuss anhält“, schrieb Borrell am Samstag auf der Plattform X (ehemals Twitter).

Wir trauern mit einem Kollegen

Der Leiter der Redaktion des arabischen Nachrichtensenders Al-Dschasira in Gaza, Wael Al-Dahdouh, hat mehrere Mitglieder seiner Familie verloren, die laut Angaben seines Senders nach einem Angriff des israelischen Militärs ums Leben kamen.

Am Mittwoch starben demnach die Ehefrau, ein Sohn und eine Tochter des Redaktionsleiters. Bilder, die der Nachrichtensender mit Sitz in Katar ausstrahlte, zeigten, wie der Journalist noch in Schutzkleidung mit der Aufschrift „Press“ in einem Krankenhaus die Leiche seines Sohnes betrauerte.

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Guterres zeigte sich angesichts der massiven Kritik am Mittwoch entsetzt