Gesellschaft Freunde der Künste
Distanzierter Rotstift

Al Pacino Memoiren geben mehr her, als die Biografie von Herbert Grönemeyer

Kürzlich lobte ich hier Al Pacino Memoiren „Sonny Boy" über den Klee hinaus. Eine ganz andere Biografie nun ist „Grönemeyer" von Michael Lenz, die jüngst bei S. Fischer (www.fischerverlage.de) auf knapp 400 Seiten für 28 Euro erschienen ist.

Zum einen schreibt jemand über Herbert Grönemeyer. Wir lesen seine Geschichte also aus zweiter Hand, was an sich ja okay ist, solange alles glaubwürdig bleibt.

Was hier der Fall ist. Aber dabei bleibt es auch.

Distanziert, analytisch, wobei man immer das Gefühl hat, dass das Subjekt Grönemeyer immer wieder den Rotstift angesetzt hat, um nicht zu viel Privates preiszugeben.

(Vielleicht war es auch die Absicht des Autors?)

Die Seiten also, auf denen es über Herbert Grönemeyer den Menschen geht, sind überschaubar persönlich, der größte Teil des Buches widmet sich der Musik, dem Aufbau derselben und ihrem Platz im Musikuniversum Deutschlands und darüber hinaus.

Also, wer die Kompositionen Grönemeyers schätzt und weiter verstehen will, der ist in diesem Buch wunderbar aufgehoben; wer indes eine coole Story lesen will, voller Lust und Leidenschaft, wo das Süße immer wieder mit dem Sauren konkurriert, der ist bei Al Pacino an der richtigen Adresse. 

Sönke C. Weiss

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Der Mensch Herbert Grönemeyer - so ist der Sänger privat | SAT.1 Frühstücksfernsehen