Um Auftritte der etwas anderen Art geht es in "A Useful Ghost" aus Thailand. Manche Verstorbene erleben ihre Reinkarnation als Geister in Staubsaugern; in einer buddhistischen Kultur kein ganz abwegiger Gedanke.
Das klingt nach höherem Spuk-Blödsinn, ist es aber nicht - sondern eine punktgenau komponierte Gespenster-Komödie, die Regisseur Ratchapoom Boonbunchachoke geschickt in eine politische Parabel verwandelt.
(Kinostart: 26.3.) Staubsauger der Herzen: In dieser Mystery-Komödie aus Thailand sind Elektrogeräte von Geistern beseelt.
Doch der Debütfilm von Regisseur Ratchapoom Boonbunchachoke ist kein Klamauk, sondern eine wundervoll präzise komponierte Parabel mit politischem Hintersinn.
Gespenster und Geister gehören zur Filmgeschichte seit ihren Anfängen. Schon bevor es Kinos gab, wurden bewegte Projektionen benutzt, um etwa Séancen gewünschte übersinnliche Effekte zu geben.
Bald hatte jede nationale Kinokultur ihren Kanon an Geisterfilmen
Der deutsche Nachkriegsfilm brachte jedoch kaum noch relevante Spukgeschichten hervor, und in Hollywood interessiert man sich längst mehr für Monster.
Daher kommen die besten Gespenster-Filme heutzutage aus Südostasien – wie „A Useful Ghost“ aus Thailand.
Er beginnt mit einem namenlosen Charakter (Wisarut Homhuan), der sich selbst als „akademischer Ladyboy“ bezeichnet.
Weil die Modernisierung in seiner Nachbarschaft Unmengen an Feinstaub aufwirbelt, kauft er sich einen neuen Staubsauger. Doch dieses Gerät spuckt nachts allen Dreck wieder aus, den es aufgesaugt hat, und hustet dabei auch noch jämmerlich.
Schönster Staubsauger-Mechaniker
Also reklamiert er – wenig später besucht ihn der wohl schönste Staubsauger-Mechaniker der Filmgeschichte (Wanlop Rungkumjad).
Nach kurzer Untersuchung teil er ihm mit, dass der Staubsauger von einem Geist besessen sei – und erzählt dem verdutzten „Ladyboy“ eine unglaubliche Geschichte, mit der sich nun eine zweite Handlungsebene öffnet.
Buddhistische Mönche exorzieren
Frau Suman (Apasiri Nitibhon), die Chefin der Staubsaugerfabrik, hat nämlich noch mehr Probleme mit Geistern. Ein Arbeiter, der keuchend und Blut spuckend in ihrer Fabrik starb, spukt als Poltergeist in den Geräten herum.
Obendrein wird ihr eigener Sohn Mach (Witsarut Himmarat) vom Geist seiner verstorbenen Frau Nat heimgesucht, der sich dafür ebenfalls in einem Staubsauger eingenistet hat.
Das führt dazu, dass Mach von seiner entsetzten Familie immer wieder in intimer Umarmung mit dem Gerät erwischt wird.
Kunst+Film-Redaktion
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Staubsauger vs. Familie: Die als Staubsauger wiedergeborene Nat versucht, die skeptische Verwandtschaft ihres Ehemanns von ihren guten Absichten zu überzeugen. Foto: © Little Dream Pictures
March (Wisarut Himmarat) begegnet dem Geist seiner verstorbenen Frau, der in einen Staubsauger gefahren ist.. Foto: © Little Dream Pictures
Liebe über den Tod hinaus: Selbst als Geist sehnt sich Nat (Davika Hoorne) nach ihrem Ehemann March (Wisarut Himmarat). Foto: © Little Dream Pictures



