Gesellschaft Freunde der Künste
Im volkspädagogischen Nirgendwo

Das klingt nach Mumpitz, in "Sie glauben an Engel, Herr Drowak?"

Manchmal klingen Drehbuch-Entwürfe innovativ und charmant - doch ihre Umsetzung führt zu höherem Blödsinn. Das ist offenbar bei "Sie glauben an Engel, Herr Drowak?" passiert.

Der schweizerische Regisseur Nicolas Steiner suchte für seinen Debüt-Spielfilm nach etwas besonders Originellem und griff zu einem Roman der Autorin Bettina Gundermann.

Darin kuriert eine studentische Schreibtrainerin einen alkoholsüchtigen Grantler, indem sie ihn Liebes-Erinnerungen notieren lässt. Das klingt nach Mumpitz und sieht - angereichert mit allerlei magisch-realistischem Tinnef - auch so aus.

(Kinostart: 19.2.) Im volkspädagogischen Nirgendwo: Regisseur Nicolas Steiner verfilmt schwarzweiß eine Fabel, in dem eine studentische Schreibkurs-Leiterin einem verbitterten Säufer neuen Lebensmut einflößt.

Der bizarr absurde Mix aus Sozialreportage, Romanze und Märchen lässt ratlos zurück.

Es scheint Licht am Ende des Tunnels zu geben. Zumindest erhält das Publikum zu Beginn der absurden Schwarzweiß-Tragikomödie diesen Eindruck – bis eine Ratte sich durch einen Lüftungsschacht durchgearbeitet hat.

In einer Wohn-Höhle voller leerer Flaschen haust der Querulant Hugo Drowak (Karl Markovics); er ist dem „Amt für Ruhe und Ordnung“ seit langem ein Dorn im Auge.

Nun wird der unbelehrbare, saufende Menschenhasser gezwungenermaßen für eine besondere Fortbildungsmaßnahme rekrutiert.

„Tolerant und gewaltfrei durch Kreativität“ lautet die Devise, um Langzeitarbeitslose wieder in Schwung zu bringen.

Für den Schreibkurs hat sich nur Drowak angemeldet; anschließend muss die junge, quirlige Studentin Lena Jakobi (Luna Wedler), die nebenher Puppen bastelt, den Sachbearbeiter überzeugen, dass sie eine kompetente Kursbetreuerin ist.

Rundblick im Messie-Fuchsbau

Bevor der Einzelunterricht beginnt, schaut sich die Kamera ausgiebig in Drowaks grauer und surrealer Welt um, die als Messie-Fuchsbau überzeichnet ist.

Wo der ungewaschene Säufer in seinem Leergut-Labyrinth vor der Glotze sitzt, sollen kreative Lebenssäfte geweckt werden.

Wobei das gekünstelt Absurde des settings mehr ist als stilvoll abfotografierte Kulisse – es soll offenbar existentielle menschliche Verlorenheit ausdrücken.

Die starre Überwachungs-Perspektive gelegentlich eingesetzter Fischaugen-Kameras macht die Entfremdung zusätzlich spürbar. 

Kunst+Film-Redaktion

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SIE GLAUBEN AN ENGEL, HERR DROWAK? | Trailer | ab 19. Februar 2026 im Kino