Gesellschaft Freunde der Künste
Symphonie der Farben

Paul Signac war Industriellensohn und begeisterter Segler und Maler - Impressionismus eine Version 2.0

Dagegen war der Neoimpressionismus eine gut- bis großbürgerliche Angelegenheit: Mit-Gründer Paul Signac war Industriellensohn und begeisterter Segler.

Er und George Seurat brachen mit ihrer "Divisionismus" genannten Tüpfeltechnik zu neuen ästhetischen Ufern auf – und politischen im Dienste des Anarchismus.

Das zeigt die große Themenausstellung "Symphonie der Farben - Paul Signac und der Neoimpressionismus" im Potsdamer Museum Barberini.

Punkt ist nicht gleich Punkt: Mit dem Divisionismus verordnete der begeisterte Segler und Maler Paul Signac dem Impressionismus eine Version 2.0.

Das Museum Barberini widmet dem Franzosen eine umfassende Ausstellung: kunsthistorisch seriös wie erhellend, aber ohne Überraschungspotenzial.

Paul Signac hatte zwei Leidenschaften: das Segeln und die Malerei. Dass er es schaffte, beides idealerweise miteinander zu verbinden, gibt seinem Schaffen eine ganz besondere Note.

Glitzerndes Wasser im Sonnenlicht, ob bei Abend- oder Morgenstimmung, unter bedeckten Himmeln oder an wolkenlosen Tagen, fing er in immer neuen Varianten ein. 

Beim Flanieren entlang seiner Gemälde schippert man imaginär über die Seine, bereist die Steilküsten der Normandie oder segelt gemächlich in den Hafen eines damals noch unspektakulären Fischerort namens St. Tropez ein, der bald in den Fokus des aufkommenden Tourismus rücken sollte.

Genusspotential ist also gegeben.

Ausgehend von seinem Sammlungsschwerpunkt Impressionismus hat sich das Museum Barberini seit seiner Gründung vor einem Jahrzehnt beharrlich einen nach dem anderen wichtigen Protagonisten und verschiedenen Aspekten dieser Kunstströmung in Themenausstellungen vorgeknöpft; nun ist es also bei Signac angelangt.

Der 1863 in Paris geborene Künstler rangiert von seiner Berühmtheit her im Mittelfeld, ohne den weltweiten Starruhm etwa eines Monet. Er gehörte ja auch nicht zur Pioniergeneration.

Autodidakt aus wohlhabender Familie

Vielmehr entdeckte der einzige Sohn einer wohlhabenden Industriellenfamilie als Jugendlicher in einer der ersten Impressionisten-Ausstellungen die neuartige, avantgardistische Freiluftmalerei und beschloss:

Das will ich auch! Signac warf die Schule hin; auf ein akademisches Malstudium verzichtete er.

Dass der Autodidakt künstlerisch außergewöhnlich begabt war, zeigt eine seiner ganz frühen Küstenlandschaften:

Jeder Pinselstrich sitzt, die Szenerie lebt, das Tageslicht ist souverän erfasst. Da war er 20 Jahre alt.

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Trailer: Symphonie der Farben. Paul Signac und der Neoimpressionismus