Gesellschaft Freunde der Künste
Sonderausstellung »Alles surreal?!«

Alles surreal?! - Sonderausstellung: Fotografie im Kosmos des Surrealismus - 4.12.2026 – 11.4.2027

Mit der Sonderausstellung »Alles surreal?!« würdigt die Staatsgalerie das 200-jährige Jubiläum der Fotografie und zeigt die Bedeutung des Mediums für die Künstlerinnen und Künstler des Surrealismus.

In einem umfassenden Überblick werden auf 1.500 qm Ausstellungsfläche rund 250 Fotografien im Dialog mit Gemälden, Zeichnungen, Skulpturen, Objekten und Filmausschnitten aus dem Bestand der Staatsgalerie, aber auch mit bedeutenden internationalen Leihgaben präsentiert.

1924 legt André Breton in Paris mit dem »Manifest des Surrealismus« den programmatischen Grundstein für eine der wohl berühmtesten und folgenreichsten künstlerischen Bewegungen des 20. Jahrhunderts. 

Ausgehend von der Literatur erfassen surrealistische Tendenzen ab Mitte der 1920er-Jahre auch Malerei und Bildhauerei und bewirken überdies eine neuartige Ästhetik in den noch jungen Medien Film und Fotografie.

Fotografinnen und Fotografen wie Brassaï, Dora Maar, Man Ray, Georges Hugnet, Denise Bellon oder Hans Bellmer wandeln fortan in ihren Aufnahmen auf dem schmalen Grat zwischen Fiktion und Realität und stellen dabei tradierte Narrative in Frage.

»Erstmals nimmt eine Ausstellung die gegenseitige Beeinflussung der verschiedenen Medien im Surrealismus in einem solchen Umfang in den Blick.

Damit leistet die Stuttgarter Ausstellung einen wichtigen Forschungsbeitrag, der über die zahlreichen Schauen zum Surrealismus-Jubiläum 2024/25 hinausgeht,« sagt Dr. Jens-Henning Ullner, der die Ausstellung gemeinsam mit dem Fotoexperten Dr. Ulrich Pohlmann, ehemals Leiter der Sammlung Fotografie im Münchner Stadtmuseum, kuratiert hat.

Mittels ungewöhnlicher Perspektiven, Fotomontagen und Collagen loten die surrealistischen Fotografinnen und Fotografen die Grenzen des Mediums aus und heben bisherige Sehgewohnheiten aus den Angeln.

Schockiert von der Sinnlosigkeit des Ersten Weltkriegs und beeinflusst von den Schriften Sigmund Freuds übersteigen ihre Werke zunehmend radikal die Ebenen von Vernunft und Verstand und lassen das Assoziative und Traumhafte in den Vordergrund treten.

Im Mittelpunkt steht dabei immer wieder auch der menschliche Körper, der seziert und verfremdet wird, um einer vermeintlichen Wirklichkeit näher zu kommen.

Mit ihren inszenierten Realitäten wagen die surrealistischen Künstlerinnen und Künstler einen Gegenentwurf zum Weltbild der bürgerlichen Gesellschaft mitsamt ihren als verlogen empfundenen Moralvorstellungen und leisten damit einen wesentlichen Beitrag zur Kunst der Moderne.

Die Ausstellung »Alles surreal?! Fotografie im Kosmos des Surrealismus« in der Staatsgalerie Stuttgart zeichnet anhand von rund 250 Originalabzügen, die im Sommer 2025 mit Mitteln der Museumsstiftung Baden-Württemberg aus der Sammlung Dietmar Siegert erworben werden konnten, die verschiedenen Gebrauchsweisen des Mediums Fotografie im Surrealismus in Frankreich, Belgien und Deutschland nach.

»Mit dem Ankauf der Surrealistischen Fotografie aus der Sammlung von Dietmar Siegert konnte die Staatsgalerie ihren Bestand zur Kunst der Klassischen Moderne auf höchstem Niveau erweitern.

Die in der Ausstellung avisierte Vielfalt der Medien spiegelt sich damit auch in der Sammlung wider«, sagt Direktorin Dr. Christiane Lange.

Die Präsentation in neun Kapiteln erfolgt im Dialog mit mehr als 40 künstlerischen Positionen von Gemälden, Zeichnungen, Skulpturen und Objekten – darunter Salvador Dalí, Marcel Duchamp, Max Ernst, Leonor Fini, René Magritte, Meret Oppenheim, Wolfgang Paalen oder Toyen.

»Die Kunst des Surrealismus erscheint heute aktueller denn je. Die Grenzen zwischen realer Welt und konstruierten ›Wahrheiten‹ verschwimmen im digitalen Zeitalter mehr und mehr.

Das vermeintlich Faktische stets in Frage zu stellen, haben uns Künstler wie Man Ray oder Magritte gelehrt«, so Dr. Ulrich Pohlmann. »Alles surreal?!

Fotografie im Kosmos des Surrealismus« ist eine Sonderausstellung des Landes Baden-Württemberg und steht unter der Schirmherrschaft des französischen Botschafters in Deutschland, S.E. François Delattre.

Staatsgalerie Stuttgart

Konrad-Adenauer-Str. 30 - 32
70173 Stuttgart

Di, Mi, Fr, Sa, So
10.00 – 17.00 Uhr

Abendöffnung Donnerstag
10.00 – 20.00 Uhr

Montag geschlossen

Zu den Öffnungszeiten an Feiertagen

Gefördert von: 

Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst

Eva Mayr-Stihl Stiftung

Ernst von Siemens Kunststiftung

ADRIANISTIFTUNG

Medienpartner: 

ARTE