Gesellschaft Freunde der Künste
(KI) ist in aller Munde

Es hilft nichts: Kunst und Künstliche Intelligenz (KI) ist ein Widerspruch in sich - The World Through AI, in der Schirn

Verschlungen und unübersichtlich geht es auch in der Ausstellung "The World Through AI" zu. Obwohl die Schirn Kunsthalle in Frankfurt sich erfolgreich bemüht, die Thematik sinnvoll zu gliedern.

Doch es hilft nichts: Kunst und Künstliche Intelligenz (KI) ist ein Widerspruch in sich, denn Maschinen sind nicht kreativ - und Kunstwerke über KI geraten entweder diffus oder zur unverdaulichen Materialschlacht. 

Wie Sie sehen, ist das Wichtigste unsichtbar: Die Schirn Kunsthalle will beleuchten, wie Künstler den Siegeszug der Künstlichen Intelligenz reflektieren. Doch die meisten Beiträge überfluten den Betrachter oder verebben in Beliebigkeit – zur Selbstabschaffung der Menschheit haben sie wenig zu sagen.

Künstliche Intelligenz (KI) ist in aller Munde – als Heilsbringer oder Weltuntergangs-Szenario. Vor allem, weil eine erschöpfte und an sich selbst zweifelnde Zivilisation darin die ersehnte Chance sieht, noch einmal ihrem Wachstums-Fetischismus und ihren Allmachts-Fantasien zu frönen. Das zeigen die aberwitzigen Summen, die derzeit in KI-Kapazitäten investiert werden – auf diesem Feld soll sich der Profitmaximierungs-Zwang des Kapitalismus ein vielleicht letztes Mal austoben können.

Wenn KI die conditio sine qua non aktueller Diskurse darstellt, liegt im Kunstbetrieb die Frage nahe, wie sich die Kunst dazu verhält. Die „Galerie nationale Jeu de Paume“, das Pariser Museum für zeitgenössische Kunst, hat sie 2025 mit der Ausstellung „Le monde selon l’IA“ beantwortet. Sie wird nun anglisiert, in veränderter und erweiterter Form in der Schirn Kunsthalle gezeigt; eine andere Variante ist übrigens zur gleichen Zeit im brasilianischen São Paulo zu sehen. KI ist eben überall.

Kaum Kauderwelsch, aber unnötige Zeitkapseln

Wie man vom cartesianischen Rationalismus französischer Prägung erwarten darf, wird die Ausstellung mit rund 40 Beiträgen klar gegliedert. In jedem der 17 Bereiche skizzieren kurze Einleitungstexte das jeweilige Thema und die hierzu versammelten Werke; dabei kommen sie mit bemerkenswert wenig IT-Kauderwelsch aus. Da jeder Raum höchstens drei bis vier Beiträge enthält, werden diese großzügig bis luftig arrangiert – abgesehen von entbehrlichen „Zeitkapsel“-Vitrinen, in denen allerlei Flachware aus den dunklen Jahrhunderten vor der schönen neuen Technikwelt herumliegt.

Feature über die Ausstellung; © Schirn Kunsthalle

Kunst+Film-Redaktion

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THE WORLD THROUGH AI | SCHIRN