Gesellschaft Freunde der Künste
Maschinen sind auch malereiwürdig

Erste Werkschau seit 32 Jahren - eine Wiederentdeckung von Carl Grossberg: Sachlich – Magisch – Visionär

Dass Maschinen auch malereiwürdig sind, wusste Carl Grossberg schon vor 100 Jahren. Kein anderer Künstler der "Neuen Sachlichkeit" hat Technik und Industrie so ausgiebig auf Bildern festgehalten wie er. Zugleich schuf er "Traumbilder", die an den zeitgleich entstandenen Surrealismus erinnern.

Sein spannungsvolles Werk präsentieren das Von der Heydt-Museum in Wuppertal + das Würzburger Museum im Kulturspeicher in der ersten Retrospektive seit 1994: "Carl Grossberg: Sachlich - Magisch - Visionär".

Maler der Maschinen: Kein Künstler hat in den 1920/30ern das technische Zeitalter so konsequent adaptiert wie Carl Grossberg – und zugleich quasi surrealistische „Traumbilder“ geschaffen.

Von der Heydt-Museum und Museum im Kulturspeicher widmen ihm die erste Werkschau seit 32 Jahren – eine Wiederentdeckung!

Vielleicht lag es an seinem Geburtsort Elberfeld? Der heutige Stadtteil von Wuppertal war bereits Mitte des 19. Jahrhunderts eine der am stärksten industrialisierten Städte im Deutschen Reich.

Carl Grossberg (1894-1940) dürfte also in seiner Kindheit und Jugend ständig Fabrikanlagen und technische Apparaturen vor Augen gehabt haben. Und er beschloss, sie ins Zentrum seiner Kunst zu rücken – so konsequent wie kein anderer Maler seiner Generation.

Doch parallel schuf er das komplette Gegenteil: „Traumbilder“, wie er sie nannte, aus denen alle Zweckrationalität gewichen ist. Da sind sperrige geometrische Objekte scheinbar willkürlich im Raum verteilt; drumherum tummeln sich Tiere und allerlei Seltsamkeiten.

Diese irrwitzigen Collagen erinnern an den zur gleichen Zeit aufkommenden Surrealismus, mit dem Grossberg aber wohl keine Berührung hatte.

Von Wuppertal nach Würzburg

Verdienstvollerweise breitet diese Retrospektive beide Seiten seines Œuvres gleichermaßen aus.

Sie ist mit etwa 190 Werken, davon rund 150 Gemälde und Grafiken von Grossberg selbst, so umfangreich wie seit 1994 nicht mehr, als das Von der Heydt-Museum eine Gedenkschau zu seinem 100. Geburtstag veranstaltete; diese war anschließend in Tübingen, Kiel und Bad Homburg zu sehen.

Nun kommen die Kooperationspartner aus den beiden Lebensmittelpunkten von Grossberg: Im jetzigen Wuppertal kam er zur Welt und wuchs er auf. Im Dorf Sommerhausen bei Würzburg, wo das Museum im Kulturspeicher angesiedelt ist, wohnte er ab 1921.

Der Liebe wegen: Dort lernte er seine Frau kennen, die Violinistin Mathilde Schwarz; das Paar hatte zwei Töchter.

Feature zur Ausstellung. © Von der Heydt-Museum

Kunst+Film-Redaktion

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Trailer: Carl Grossberg. Sachlich - magisch visinonär Von der Heydt-Museum