Am 10. Dezember erschien das Buch der Expertin für Frauenfinanzen, Magdalena Sporkmann, und der Brautmodendesignerin & Bridal Coach, Anne Wolf, im Penguin Verlag: Wer heiratet, muss nicht zu allem JA sagen. Von Feier bis Finanzen: Entspannt und selbstbestimmt in die Ehe.
Ob zum Valentinstag, in der Hochzeitsplanung oder während der Partnerschaft – Geld und Liebe gehören zusammen, auch wenn es nicht immer leicht ist, darüber zu sprechen.
Dieser Ratgeber bietet praxiserprobtes Insiderwissen für Paare, die ihre Hochzeit sowie die damit verbundenen finanziellen Veränderungen bewusst, entspannt und liebevoll gestalten möchte.
Liebe Anne, liebe Magdalena, sollte man Euer Buch vor der Hochzeit lesen – oder lohnt es sich auch danach noch?
Das Gespräch führte JULIA MEYN
Magdalena: Die Lektüre ist für alle, die heiraten wollen, noch unentschlossen oder bereits verheiratet sind, sinnvoll. Hochzeit und Ehe sind ein Prozess und diesen Prozess begleitet unser Buch als wertvoller Ratgeber mit einem Blick auf Themen, die weit über den Hochzeitstag hinaus relevant sind:
Selbstwert, Entscheidungsfähigkeit, Prioritäten, Finanzen in der Partnerschaft, Vermögensaufbau und Absicherung sind nur einige davon.
Anne: Vor der Hochzeit profitiert man natürlich besonders, weil viele Tipps direkt in die Vorbereitung einfließen können.
Aber auch verheiratete Frauen werden gern darin lesen – und das Buch vielleicht an Bräute weiter verschenken, weil sie unsere Impulse früher selbst gern gehabt hätten. Was ich besonders wichtig finde:
Die Coaching-Tipps im Buch, genauso wie Magdalenas finanzielle Hinweise, sind nicht nur rund um die Hochzeit relevant.
Sie funktionieren auch wunderbar im Alltag, im Beruf oder im Privatleben – unser Buch ist also viel mehr als nur ein Hochzeitsratgeber.
Welche drei Sorgen bei Bräuten begegnen Euch am häufigsten?
Anne: Aus meiner Erfahrung beschäftigen Bräute vor allem drei Dinge: Erstens: Wie schaffe ich es, den Tag wirklich zu genießen?
Viele Bräute haben so viel geplant und organisiert, dass sie befürchten, der Tag rast einfach vorbei. Die Frage lautet: Wie kann ich alles bewusst erleben, statt nur durch die Stunden zu hetzen? Zweitens:
Wie bringe ich meine Wünsche mit einem realistischen Budget in Einklang? Es geht darum, Prioritäten zu setzen, und zu wissen, worauf man verzichten kann, ohne zu entbehren, was einem wichtig ist.
Und drittens: Erwartungen – besonders von Familie und Umfeld. Oft stimmt das, was andere erwarten, nicht mit dem überein, was man selbst möchte.
Dann stellt sich die Frage: Gehe ich auf diese Erwartungen ein oder setze ich durch, was ich wirklich will – und wie kommuniziere ich das auf eine Weise, die für alle respektvoll ist?
Und worauf wird zu wenig geachtet?
Magdalena: Ich wünsche mir, dass jedes Paar über die rechtlichen und finanziellen Konsequenzen einer Eheschließung informiert wird.
Alle, die standesamtlich heiraten, unterschreiben damit einen „Ehevertrag", aber die wenigsten wissen, was er beinhaltet.
Viele Frauen führt die Ehe in eine finanzielle Abhängigkeit von ihrem Partner, ohne dass sie das wollen. Wenn sie besser Bescheid wüssten, könnten sie informierte Entscheidungen treffen und in der Ehe finanziell unabhängig bleiben.
Anne: Mir fallen da zwei Dinge ein: Erstens: Viele Bräute versuchen, am Hochzeitstag selbst noch zu organisieren.
Dabei ist es so wichtig, an diesem Tag wirklich die Rolle der Braut einzunehmen, loszulassen und den Moment zu genießen – alles andere darf abgegeben werden. Zweitens: Es gibt so viele Erwartungen und Ideen von außen, wie eine Hochzeit ablaufen oder aussehen „soll".
Aber es gibt keine festen Regeln. Feiert so, wie es sich für euch als Brautpaar richtig anfühlt, zelebriert eure Liebe auf eure Weise – alles andere fügt sich von ganz allein.
Magdalena, hast Du einen ersten goldenen Finanz-Tipp?
Magdalena: Finanzen werden für Paare spätestens ein Thema, wenn sie zusammenziehen. Im Buch zeige ich Möglichkeiten auf, wie Paare ihre Finanzen gemeinsam managen können:
Getrennte Konten oder gemeinsames Konto? Wie sichert man sich gegenseitig ab? Wichtig: Eigene und gemeinsame Finanzziele sollten getrennt betrachtet werden.
Wer auch in der Partnerschaft eigene finanzielle Ziele verfolgt, behält die finanzielle Unabhängigkeit: Könnte ich von meinem eigenen Einkommen auch alleine leben? Reicht mein Geld im Alter? Wie viel Geld brauche ich, um mir meine Träume zu erfüllen?
Warum sind regelmäßige „Money-Dates" sinnvoll?
Magdalena: Allen Paaren tut es gut, mehr über Geld zu sprechen. Money-Dates sorgen für Klarheit, Transparenz und Vertrauen.
Leider sind viele von uns mit der Überzeugung aufgewachsen, über Geld zu sprechen, gehöre sich nicht. Entsprechend schwierig kann es am Anfang sein, diese Gespräche zu führen.
Eine klare Agenda hilft, den Dialog konstruktiv zu führen. Allerdings: Geld ist ein emotionales Thema. Deshalb ist es wichtig, sensibel damit umzugehen: Zuhören, nachfragen, nicht bewerten.
Das Schöne: Wenn wir miteinander über Geld sprechen, lernen wir viel über die Biografie unseres Gegenübers, über dessen Werte und Träume. So kommen Paare sich noch näher.
Anne, warum liegen „Traumhochzeit" und „Hochzeitstrauma" oft so nah beieinander?
Anne: Ich zitiere hier gerne eine meiner Bräute: „Wir haben mit der Hochzeitsplanung angefangen und ich hatte das Gefühl, ich öffne die Büchse der Pandora – holy shit."
Viele Brautpaare wissen nicht, was alles hinter einer Hochzeit steckt. Die Hochzeitsbranche ist gigantisch – unzählige Möglichkeiten, Angebote, Dienstleister – und alles ist emotional aufgeladen.
Emotionen bringen Erwartungen, die manchmal frustriert werden und das ist dann der Moment, in dem die erhoffte Traumhochzeit zum Hochzeitstrauma werden kann.
Es geht also darum, sich dessen bewusst zu sein und zu lernen, wie man mit den vielen Eindrücken, Entscheidungen und Erwartungen umgeht.
Was leistet Dein „Hochzeits-Coaching to go"?
Anne: Mein Hochzeits-Coaching-To-Go gibt Bräuten kleine Impulse und praktische Tools an die Hand, die sie selbst umsetzen können: Tabellen, Meditationen oder kleine Übungen.
Es hilft genau dann, wenn man merkt: „Ah, das stresst mich gerade, das überfordert mich, das nervt mich." Ich nenne es „To-Go", weil man es wie einen Coffee-To-Go mitnimmt:
Man kann es zwischendurch nutzen, ohne viel Zeit zu investieren. Wer tiefer einsteigen möchte, setzt sich natürlich hin, genießt den „Kaffee" richtig – sprich, macht eine Coaching-Stunde individuell und intensiv.
Dein Tipp für einen entspannten Hochzeitstag?
Anne: Plant nur das, worauf ihr wirklich, wirklich Lust habt. Und am Tag selbst gilt: loslassen! Nicht organisieren, nicht kontrollieren – nur genießen, was passiert, und den Tag in vollen Zügen erleben.
Anne und Magdalena, Ihr habt das „große Fest der Liebe" schon erlebt – was würdet Ihr heute anders machen? Was bleibt als schönste Erinnerung?
Magdalena: Ich fand meine Hochzeit wunderschön. Nur eines bedaure ich: Ich habe vergessen, ein Foto gemeinsam mit meinen Eltern aufzunehmen. Als mir das am nächsten Tag auffiel, habe ich eine Träne vergossen.
Ich tröste mich mit dem Wissen, dass es keineswegs selbstverständlich ist, die Hochzeit mit seinen beiden Eltern zu erleben und ich habe dieses Geschenk bekommen.
Anne: Wenn ich heute noch einmal meine Hochzeit planen würde, sähe sie schon anders aus – 15 Jahre verändern einiges, man entwickelt sich weiter, auch als Paar.
Am meisten genossen habe ich damals, wie sehr wir von unseren Freunden und unserer Familie geliebt und gefeiert wurden.
Zu sehen, wie sehr sich alle gefreut haben, diesen Tag mit uns zu verbringen und uns als Paar zu feiern, war einfach unbezahlbar.


Interview Sporkmann & Wolf - Wer heiratet muss nicht zu allem JA sagen. Foto: Verlag



