Gesellschaft Freunde der Künste
Interview mit einer Apfelbäuerin

Interview mit Judith Mathà vom „Roter Hahn“-Grieserhof in Nals - Das Geheimnis hiner dem Apfel

Judith Mathà vom „Roter Hahn“-Grieserhof in Nals erzählt im Interview über traditionelle Handarbeit und welches Geheimnis hinter jedem Apfel steckt. 

Warum gedeihen Äpfel in Südtirol so gut?
Die Apfelproduktion in Südtirol profitiert von idealen natürlichen Bedingungen. 300 Sonnentage im Jahr mit viel Licht, warmen Tagen und kühlen Nächten fördern die Bildung von Zucker, Aromen und kräftigen Farben.

Das trockene Klima reduziert Krankheiten, während das saubere Schmelz- und Grundwasser eine gezielte Bewässerung ermöglicht.

Mineralreiche, gut durchlässige Böden unterstützen gesunde Wurzeln. Zusätzlich sorgen die lange Obstbau-Tradition sowie moderne Forschung und Technik für die hohe Qualität der Äpfel.
 
Was passiert während der Blütezeit?
Im Frühling öffnen sich die Blüten der Apfelbäume. Bienen und andere Insekten bestäuben diese, indem sie Pollen von einer Blüte zur anderen übertragen.

Dadurch kommt es zur Befruchtung und es entwickeln sich kleine Äpfel. Die Zusammenarbeit mit Imkern ist also sehr wichtig.

Während dieser Zeit achten die Südtiroler Apfelbauern bei der integrierten und biologischen Produktion besonders auf den Schutz von Bienen und anderen Nützlingen.

Am Grieserhof haben wir das Glück, einen bekannten Imker zu kennen, der uns jedes Jahr während der Blütezeit seine Bienenstöcke zum Hof bringt – eine echte Win-win-Situation für beide.
 
Wie funktioniert nachhaltiger Obstbau?
Nachhaltiger Obstanbau in Südtirol verbindet Umweltbewusstsein mit traditioneller Handarbeit: Jede Pflanze wird sorgfältig gepflegt. Bewässerung und Pflanzenschutz erfolgen gezielt und Bienen sowie Nützlinge werden geschützt.

Viele Arbeiten werden in der Familie gemeinsam erledigt, was Qualität, Sorgfalt und den Zusammenhalt stärkt. Ziel ist, hochwertige Äpfel zu produzieren und zugleich Natur und Klima zu schonen.
 
Was bedeutet Qualität vom Hof?
Qualität vom Südtiroler „Roter Hahn“-Betrieb bedeutet sorgfältige Handarbeit, nachhaltiger Anbau und echte Frische direkt vom Baum oder Beet.

Man sieht die Früchte am Hof wachsen, begleitet jeden Schritt ihrer Entwicklung und kann sie später perfekt verarbeiten.

Unsere Gäste erleben live mit, wie Obst und Gemüse auf dem Hof gedeihen – ein Genuss, der Vertrauen und Wertschätzung für Natur und Handwerk vereint.
 
Wie wird aus der Blüte Genuss?
Aus der Blüte wird Genuss, wenn die Früchte unter der Sonne, bei kühlen Nächten und auf gesunden Böden reifen.

Gleichzeitig braucht es ein feines Gespür für die Natur und viel Geduld, um im Einklang mit ihr zu arbeiten. So nutzen wir Südtiroler Bauern im Frühling unter anderem die nachhaltige Frostschutzberegnung.

Dabei werden die Bäume bei kalten Temperaturen gewässert, damit sich eine dünne Eisschicht bildet, die Wärme freisetzt und Knospen sowie Blüten vor Nachtfrost schützt.

Nur so entwickeln die Früchte ihren unverwechselbaren Geschmack, ihre knackige Textur und wertvollen Vitamine.
 
Wie lagert man Südtiroler Äpfel zu Hause richtig?
Südtiroler Äpfel lagert man am besten kühl, dunkel und trocken, zum Beispiel im Keller oder in einem kühlen Vorratsraum.

Persönlich würde ich sie, sofern genügend Platz im Kühlschrank ist, dort aufbewahren – so bleiben Geschmack, Aroma und Vitamine besonders lang erhalten. Wahlweise verarbeitet man sie weiter, zu Saft, Kuchen oder Kompott.