Marken wie Adidas, Deichmann, H&M oder Media Markt/Saturn haben ihre Mietzahlungen aussetzen, aber das ist nur die Spitze eines Eisberges. Sehr viele Unternemen werden in Zahlungsschwierigkeiten kommen.
Holger Schellkopf, Chefredakteur bei W&V, hat einen anderen Blick auf die Situation als ich.
Lieber Herr Böhmer,
in Zeiten wie diesen kann man sich als Marke hervortun - besonders positiv oder eben auch besonders negativ. Für letztere Variante hat sich zum aktuellen Stand das Spitzenmanagement des Sportartikel-Giganten Adidas entschieden.
Die Einstellung der Mietzahlungen und vielleicht sogar noch mehr die Tatsache, dass offenbar auch Dienstleister - gerade aus dem Agenturbereich - nicht mehr bezahlt werden, all das wird Adidas am Ende mehr kosten, als man mit solchen Maßnahmen sparen kann.
Hinzu kommt, dass auch schon erste Anteilseigner gegen diesen Weg protestieren. Hauptkonkurrent Nike agiert da deutlich geschickter.
Siemens will sich jedenfalls nicht in die Riege der legalisierten Mietnomaden- zu denen ja auch H&M und Deichmann gehören - einreihen. Siemens-Chef Joe Kaeser machte klar: "Wir werden unsere Lieferanten bezahlen und erwarten von unseren Kunden auch, dass sie uns bezahlen".
Für Aufsehen sorgt auch Coca-Cola Deutschland. Die Brausebrauer kündigten an, aufgrund der Corona-Krise keine Werbung mehr schalten zu wollen. Begründung:
"Es gibt eine Zeit, in der etwas anderes wichtiger ist". Klingt gut, allerdings könnten wahrscheinlich gerade von der Krise heftig gebeutelte Branchen wie Agenturen oder Medien gerade jetzt Unterstützung brauchen.
Interessanterweise würde sich laut aktueller Umfrage gerade jetzt Werbung auch lohnen. Die Ad Alliance hat das Medien-, Einkaufs- und Freizeitverhalten der Deutschen seit Mitte März abgefragt. Resultat:
Es wird mehr gelesen und Bewegtbild genutzt - und Werbung wahrgenommen.
Bleiben Sie gesund
Ihr Holger Schellkopf


Joe Kaeser, Noch-CEO von Siemens will weiter Miete zahlen. Foto: Siemens



