Verena Gründel, Mitglied der Chefredaktion bei W&V, hat heute nicht nur schlechte Nachrichten aus der Werbewelt.
Lieber Herr Böhmer,
es fühlt sich an wie Krieg.Sir Martin Sorrell findet deutliche Worte für die Coronakrise. Es sei mit nichts Dagewesenem zu vergleichen, sagt der Mann, der immerhin schon 75 Jahre auf dem Buckel hat. Das zweite Quartal schreibt er für die Werbebranche komplett ab, bergauf gehe es erst im vierten Viertel.
Er persönlich ist – wie nicht anders zu erwarten – gut aufgestellt. Seine Firma S4 hat genügend zu tun und im Homeoffice sei er ohnehin produktiver. Die Rezession mit durchlaufenden Werbekampagnen zu überbrücken, hält er übrigens für Quatsch.
Das sieht Vaude offenbar anders. Die Outdoormarke startet im April eine europaweite Kampagne, die bis in den Dezember laufen soll. Es geht um Branding und Abverkauf – und darum, für die Zeit nach der Coronakrise vorzusorgen.
Deshalb hat Vaude neben Marke und Produkten auch die Händler vor Ort in die Kreationen integriert. Mutig mutig, könnte man meinen. Optimistisch und solidarisch trifft es aber eher.
Laut einer aktuellen Studie macht Vaude sogar alles richtig. Die besagt nämlich, dass die TKP-Preise gerade in den Keller fallen. Die perfekte Zeit für Branding ist also genau jetzt.
Effizienter kann man kaum werben. Wer dagegen bis nach der Krise wartet, muss sich auf stark steigende Preise einstellen.
Die Studie besagt übrigens noch eines: Jeder zweite will nach dem Shutdown den eigenen Lebensstil umstellen und achtsamer leben als zuvor. Schöner Vorsatz! Aber Sie und ich wissen, wie das mit Vorsätzen so ist.
Also nutzen Sie lieber jetzt das sonnige Wochenende mit der Familie im Garten oder bei einem Spaziergang. Genießen Sie die Ruhe, so lang sie anhält. Sehen Sie das Positive. Von Event zu Event hetzen, werden Sie wieder früh genug.
Ein schönes und gesundes Wochenende wünscht
Verena Gründel


Vaude ist für nachhaltiges Produzieren bekannt, und startet in der Corona-Krise eine Digitalkampangne. Foto: Vaude



