Wenn der Praktikant zweimal klingelt: Nicole Kidman geht als Top-Managerin eine SM-Affäre mit einem Berufsanfänger ein. Trotz realistischer und einfühlsamer Sex-Szenen fehlt dem Erotikdrama von Regisseurin Halina Reijn eine psychologisch plausible Handlung.
Eine Powerfrau wie aus dem Karriere-Ratgeber: Romy (Nicole Kidman) hat alles im Griff. Sie ist Chefin eines erfolgreichen Robotik-Unternehmens und seit 19 Jahren glücklich mit dem Theaterregisseur Jacob (Antonio Banderas) verheiratet.
Auch zu ihren beiden Töchtern hat sie trotz deren Pubertätswirren immer noch einen guten Draht. Was sie vermisst, ist erotische Erfüllung: Romy sehnt sich danach, beim Sex die Kontrolle abzugeben.
Doch Jacob kann sich nicht vorstellen, im Bett den Schurken zu spielen.
So zieht seine Frau sich beim Beischlaf mit ihm nach vorgetäuschtem Orgasmus zurück, um sich mithilfe von SM-Pornos selbst zu befriedigen.
Eines Morgens beobachtet sie auf dem Weg zur Arbeit, wie ein junger Mann einen außer sich geratenen Hund mit sanfter Dominanz beruhigt.
Das bringt eine Saite in ihr zum Schwingen. Minuten später entpuppt sich der Hundeflüsterer als ihr neuer Praktikant Samuel (Harris Dickinson).
Beste Darstellerin in Venedig
Der selbstsichere Beau wittert Romys Verlangen und sucht zielstrebig ihre Nähe. Anfangs leistet sie Widerstand, dann gibt sie den allmählich auf, und das Unvermeidliche passiert:
Die beiden treffen sich in einem Hotelzimmer und beginnen, ihre Fantasien umzusetzen.
Bis dahin legt der Film ein flottes Tempo vor. „Babygirl“ beginnt vielversprechend mit einer originellen Schnittfolge, einer ungewöhnlichen Figurenkonstellation und einer furiosen Nicole Kidman, die dafür beim Festival in Venedig als beste Darstellerin ausgezeichnet wurde.
Kunst+Film-Redaktion
(Kinostart: 30.1.)


Harris Dickinson und Nicole Kidman in Babygirl. Foto: Youtube/Spot-Screenshot



