Düsterer Meilenstein der Mediengeschichte: Den Anschlag auf das israelische Olympia-Team 1972 inszeniert Regisseur Tim Fehlbaum als Kammerspiel im TV-Studio.
Ausstattung, Inszenierung und Montage sind ohne Fehl, aber wichtige Fragen verpuffen im Zigarettenrauch.
5. September 1972: Es ist der elfte Tag der Olympischen Sommerspiele in München. Die ganze Welt schaut auf die bayrische Landeshauptstadt.
Auch das Sport-Reporter-Team des US-Fernsehsenders ABC berichtet live über die aktuellen Wettkämpfe: Schwimmen, Leichtathletik und Basketball läuft auf den Studio-Bildschirmen.
Verheißungsvolle Euphorie liegt in der Luft, doch sie schlägt bald in Angst und Bestürzung um.
Im Olympischen Dorf sind in den frühen Morgenstunden Schüsse zu hören. Mitglieder der palästinensischen Untergrundorganisation „Schwarzer September“ haben sich Zugang zum Quartier der israelischen Sportler verschafft.
Sie töten zwei Team-Mitglieder und nehmen neun weitere als Geiseln. Kaum 24 Stunden später sind insgesamt 17 Menschen tot, darunter alle Gefangenen und ein deutscher Polizist.
Terror erstmals live im Fernsehen
Das Attentat von München war ein düsterer Meilenstein der Medienschichte, als erste Live-Übertragung eines Terroranschlags.
Der Schweizer Regisseur Tim Fehlbaum rekonstruiert die historische Tragödie in Form eines kammerspielartigen Psychothrillers.
Sein Film schildert die Ereignisse aus Sicht der ABC-Sportjournalisten um den TV-Manager Roone Arledge (Peter Sarsgaard) und seinen ehrgeizigen Produzenten Geoff Mason (John Magaro).
Das Duo entscheidet darüber, was den Zuschauern – und damit auch den Terroristen – gezeigt wird und was nicht.
Kinostart: 9.1
Kunst+Film-Redaktion


Das Attentat von München war ein düsterer Meilenstein der Medienschichte, als erste Live-Übertragung eines Terroranschlags



