Gesellschaft Freunde der Künste

Nachrichten und Veranstaltungen in unserem Archiv

es gilt das Verursacherprinzip

Coronavirus, lassen wir mal die Angst vorm Tod beiseite

Zuerst kommen wir einmal zu einem Aufreger: H&M, Adidas und Deichmann und viele andere Firmen zahlen für ihre wegen der Coronakrise geschlossenen Shops von April an keine Miete mehr. Und schon melden sich die Maulhelden in Politik und Medien zu Wort. Michael Fabricius, Leitender Redakteur Immobilien bei der "WELT" schrieb "Die Mietaussetzungen von Adidas sind schamlos". Warum??

Und die Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hat sich empört über den Stopp von Mietzahlungen für Ladengeschäfte großer Firmen geäußert. „Wenn jetzt finanzstarke Unternehmen einfach ihre Mieten nicht mehr zahlen, ist dies unanständig und nicht akzeptabel“.

Die Kritker haben nur folgendes vergessen, es gilt das Verursacherprinzip. Die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten haben den Unternehmen die Läden geschlossen, also haftet der Staat für die Mieten und hat diese zu zahlen, und zwar nicht in Form eines Kredites, den die Unternehmen zurüchzahlen müssten.

Aber es geht ja noch weiter: Die gesamten Frühjahrskollektionen die im März und April verkauft werden, sind für die Unternehmen kaum noch etwas Wert, da im Mai schon die Sommerkollektionen angeliefert und in den Schaufenstern hängen.

Über diesen Schaden haben die Unternehmen noch nicht gesprochen. Im übrigen gilt das Verursacherprinzip auch für Bars, Restaurants, und jeden kleinen Laden der von Staatswesen geschlossen wurden. Auch hier haftet der Staat für die Miete. PS: Man hätte es auch anders machen können,wie ein Blick nach Schweden zeigt.

Und noch etwas: Verfassungsrechtler sehen den demokratischen Rechtsstaat in Gefahr. Sie sorgen sich auch über Maßnahmen, die bisher nur theoretisch geplant waren. Ob eine komplette Stilllegung des wirtschaftlichen Lebens, eine angemessene Maßnahme, seitens der Bundesregierung war, wird von nicht wenigen Staatsrechtlern stark bezweifelt.

Rolf Schröter, Mitglied der Chefredaktion bei W&V, hat aber auch gute Nachrichten.

Lieber Herr Böhmer,

Bosch hat einen Covid-19-Schnelltest entwickelt. In weniger als zweieinhalb Stunden weiß man Bescheid, ob man das Virus in sich trägt oder nicht.

BMW startet eine Doku-Kurzfilmreihe und kooperiert dafür mit CNN.

Beide Meldungen, Bosch und BMW, stoßen heute auf großes Interesse. Im Fall von Bosch geht es um eine Information darüber, wie wir gemeinsam leben können. Im Fall von BMW geht es um Unterhaltung und darüber, wie wir künftig gemeinsam leben wollen. Wir jonglieren zwischen Existenzangst und Lebenslust.

Der Tod ist uns in den vergangenen Tagen nähergekommen. Das hat uns ein großes Stück Freiheit genommen. Wir kämpfen täglich darum, nicht auch die Freude am Leben zu verlieren.

Aber lassen wir mal die Angst vorm Tod beiseite. "Freude" ist der Markenkern von BMW. Dass die Münchner jetzt eine Doku-Filmserie über außergewöhnliche Persönlichkeiten und deren besondere Lebenswerke bringen, passt in die Zeit. Der Screen ist schließlich für uns alle zurzeit die Tür zum Leben.

Bloß: Wie stößt man überhaupt auf dieses neue Format, diese Mischform aus Markenbotschaft und seriöser Unterhaltung? Natürlich auf der Markenwebsite von BMW. Aber das reicht nicht.

BMW braucht für die Verteilung des Contents darüber hinaus ein Wirtstier. Das ist CNN International. Die Nachrichtenmarke teilt das Material auf ihren TV-, digitalen und sozialen Plattformen sowie über Great Big Story.

Great Big Story ist eine Tochter von CNN. Das viereinhalb Jahre junge Unternehmen produziert und vertreibt Mikrodokumentationen und Kurzfilme.

Vom Prinzip her funktioniert das ähnlich wie die Arbeit der  Looping Group für Mercedes: In diesen Contentboutiquen entsteht eine Mischform aus Brand Content und klassischem Journalismus.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Einen schönen Abend noch!

Rolf Schröter