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Architekturgeschichte aus Likud-Sicht

Angekommen im Hafen von New York, erst mal einen blow job bei Straßennutten, in Der Brutalist

Die Geburt der Nachkriegsmoderne aus dem Geist des Holocaust: Regisseur Brady Corbet treibt enormen Aufwand in epischer Länge mit brillanter Inszenierung und hervorragenden Hauptdarstellern für eine fiktive, hanebüchene Immigranten-Biographie – Architekturgeschichte aus Likud-Sicht.

Es beginnt verheißungsvoll: Ein Auswandererschiff aus Europa fährt 1947 in den Hafen von New York ein. Der ungarische Architekt und KZ-Überlebende László Tóth (Adrien Brody) und ein Mitpassagier rasten vor Freude aus, dass sie die Überfahrt endlich geschafft haben; selbst die Freiheitsstatue steht Kopf.

Zur Feier ihrer Ankunft in der Neuen Welt gönnen sich beide – als erstes einen blow job bei Straßennutten. Ein kleiner Affront für das Publikum, dem weitere folgen werden.

László muss ganz unten anfangen. Beim Warten vor einer Lebensmittel-Ausgabe für Arme lernt er den Schwarzen Gordon kennen, der seinen Sohn allein aufzieht; beide werden enge Freunde.

Zunächst kommt László bei seinem Cousin Attilá unter, der in Pennsylvania ein kleines Möbelgeschäft betreibt.

Beide wittern ihre Chance, als Harry Lee, Sohn eines lokalen Industriebarons, sie für den Umbau der Bibliothek seines Vaters anheuert: Binnen weniger Tage machen sie aus einem düsteren Lesekabinett ein lichtdurchflutetes Schmuckstück.

Kulturzentrums-Auftrag für Bauhaus-Schüler

Doch Harrison Lee Van Buren (Guy Pearce) ist davon nicht angetan: Er wirft Attilá und Lászlo hinaus. Wenig später muss jener auch bei seinem Cousin ausziehen.

Als er mit Gordon auf einer Kohlehalde schuftet, taucht plötzlich Van Buren wieder auf: Seine Bibliothek wurde in einer Zeitschrift als „Meisterwerk minimalistischen Designs“ gefeiert.

Nun entlohnt er László fürstlich und engagiert ihn abermals, denn der Magnat hat große Pläne: Er will zum Andenken an seine verstorbene Mutter auf einem Hügel ein riesiges Kulturzentrum errichten.

Entwerfen soll es der Bauhaus-Schüler, dessen Film-Biographie vage an die Vita des ungarisch-amerikanischen Architekten Marcel Breuer (1902-1981) angelehnt ist.

(Kinostart: 30.1.)

Kunst+Film-Redaktion

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DER BRUTALIST | Offizieller Trailer deutsch/german HD