Berühmt wurde Patti Smith in den Siebzigerjahren durch ihre einzigartige Weise, Rock‘n‘Roll und Dichtung miteinander zu verschmelzen. Gekreuzt haben sich unsere Wege 2005 während einer UN-Friedenskonferenz in New York. Beide waren wir Delegierte, saßen zufällig nebeneinander in der Generalversammlung.
Nach vielen hehren Reden brauchten unbedingt eine Kaffeepause, während der wir uns natürlich über Krieg und Frieden unterhielten und warum die Menschen nicht nach der Maxime „peace, love and understanding“ lebten.
Anschließend gaben wir uns die Hände, was heute undenkbar wäre, und gingen unserer Wege. Jetzt habe ich Patti Smiths neues Buch „Im Jahr des Affen“ gelesen und bin erneut begeistert von diesem wunderbaren Menschen, der mir damals in New York begegnet ist.
In Erinnerungen und Rückblenden läßt sie das Jahr 2016 Revue passieren, in dem zwei ihrer engsten Freunde - der Musiker Sandy Pearlman und der Dramatiker Sam Shepard - sterben, Donald Trump zum US-Präsidenten gewählt wird und wo sich eine (fragil) positive Grundstimmung mehr und mehr verflüchtigt.
Die Autorin blickt zurück und dennoch nach vorne, verharrt nie im Konkreten, sondern verzaubert den Leser mit ihrer ganz persönlichen Poesie. „Im Jahr des Affen“ - im chinesischen Horoskop war 2016 das Jahr des Affen - hat mich sehr berührt und ich empfehle es uneingeschränkt: 208 Seiten, 20 Euro, erschienen bei Kiepenheuer & Witsch (www.kiwi-verlag.de).
Sönke C. Weiss
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Patti Smith, die Frau des Friedens. Foto: Youtube



