Seit meinem Aufenthalt im Kosovo im Jahr 2002 begleitet mich das Thema Krieg – unausweichlich, eindringlich, schmerzhaft.
Dort sah ich, wie zerbrechlich Menschlichkeit sein kann, wie tief Angst und Verlust sich in Gesichter schreiben, und wie sehr Frieden ein Privileg bleibt.
Wie sehr Kinder und Erwachsene leiden unter dem Verlust ganzer Familienstämme.
Diese Erfahrung wurde u.a. Punkt meines künstlerischen Schaffens. Seitdem ist meine Arbeit eine Auseinandersetzung mit Gewalt, Macht, Ohnmacht – und der Sehnsucht nach Frieden - immer wieder in den Werken vorhanden.
Meine Kunst soll nicht Antworten geben, sondern Fragen stellen:
Was bedeutet Menschlichkeit, wenn sie untergeht?
Wie kann Kunst Widerstand leisten gegen Gleichgültigkeit?
Und was bleibt von uns, wenn wir nicht mehr hinsehen?
Im Dezember 2002 stand ich am Brandenburger Tor, demonstrierte gegen den angekündigten Irakkrieg. Mein Protest blieb ebenso Schall und Rauch, wie das der allermeissten Künstler und Künstlerinnen, die gegen Kriege aufgestanden sind.
Diese Erfahrung der Leere, des Nicht-Gehört-Werdens aller Künstler macht mich eher traurig.
Ich sehe dieselbe Sprachlosigkeit wieder – in der Ukraine, in Russland, überall dort, wo Menschen sinnlos sterben.
Einfach so sterben für ein läppisches Stück Land?
Ich suche in meiner Kunst nach den Verantwortlichen und weiß doch: Ich werde sie niemals finden. Aber Kunst kann sichtbar machen, was sonst verloren ginge.
Sie kann erinnern, berühren, verstören – und genau das ist mein Antrieb, auch wenn 98 Prozent aller Menschen nicht hinsehen möchten.
Meine Werke entstehen zwischen Fotografie, Collage und Installation. Sie sind Bruchstücke einer Wirklichkeit, die sich nicht erklären lässt.
Sie sollen bewegen, irritieren, zum Denken anregen – denn Schweigen ist keine Option. Demokratie entsteht nicht einfach so, dafür muss gelbt und gekämft werden.
Angesichts unserer DE Geschichte erst recht. Der Grad ist eine Art Treppentwist, wie ich auch mein neues Buch betiteln werde und der Inhalt meiner Ausstellung 2025 im Sep. war.
Der "Treppentwist" beinhaltet nicht nur ein Leben mit Kunst, Trauer, Verlusten und Freude, sondern auch die Treppenstufen, die man einfach weiter geht, ohne sich dazum zu scheren, ob es Sinn macht oder nicht.
Meine Fotografien sollten berühren und Menchen inspirieren, einfach über den Tellerrand zu schauen.
Der Krieg in der Ukraine ist für mich ein Bespiel - an dem viele Menschen Geld verdienen. Aktienmärkte, Oligarchen und anderen füllen und füllten sich die Taschen.
Es ist ein Krampf und Kampf gegen Korruption und ich frage mich nicht allein, weshalb pumpen wir weiteres Geld in ein Sythem, welches sich selbst die Taschen füllt, seine Söhne und Töchter leiden lässt und selbst im WARMEN sitzt ?
Was soll das bewirken?
Wem hilft der Krieg? Sicher niemals den Soldaten, die reihenweise fallen und dem "Vaterland" altuell schon keine Lust mehr haben, zu dienen. Verständlich. Es verdienen wenige daran und das 100 Pro bis der Krieg endet.
Dann haben sich bestimmte Menschen ihre Taschen gefüllt und mehr als 200.000 Menschen durften für diese "Gerechtigkeit" sterben.
FARCE
„Ich will, dass meine Kunst Fragen stellt, wo Politik Antworten verweigert."
Eva-M. Horstick


Wie zerbrechlich Menschlichkeit sein kann konnte man im Kosovo sehen. Fotos: Eva-Maria Horstick
Krieg im Kosovo
Krieg im Kosovo
Eva-Maria Horstick



