Gesellschaft Freunde der Künste
Neues von John Irving

Ein weiteres Meisterwerk von John Irving „Königin Esther"

Nach vierzig Jahren kehrt John Irving mit „Königin Esther" in die Welt seines Bestseller-Klassikers „Gottes Werk und Teufels Beitrag" zurück.

Mit Brillanz und einem tiefen Verständnis für die menschliche Psyche führt er uns erneut ins Waisenhaus von St. Cloud in Maine, wo Dr. Wilbur Larch die junge Esther aufnimmt – eine jüdische Wienerin, deren Leben von Antisemitismus geprägt ist.

Esthers Geschichte beginnt 1905 in Wien, wo sie als Waisenkind aufwächst. Der Verlust ihrer Eltern lässt sie in eine Welt der Trauer und des Suchens eintauchen.

Dr. Larch wird zu ihrer letzten Hoffnung, als er sich auf die Suche nach einer Familie macht, die Esther aufnehmen könnte.

Doch das Auffinden einer jüdischen Familie gestaltet sich als unmöglich, und es ist schmerzlich zu beobachten, wie Esther trotz ihrer Herkunft und der Widrigkeiten, die ihr begegnen, nie den Glauben an die Menschlichkeit verliert.

Die Winslows, eine philanthropische Familie aus Neuengland, die die Leiden der nicht adoptierten Waisen nicht ignorieren kann, bieten Esther ein liebevolles Zuhause, obwohl sie nicht jüdisch sind.

Diese Beziehung zwischen Esther und den Winslows ist rührend und tiefgründig, geprägt von Dankbarkeit und Liebe.

Selbst als Esther ihre Wurzeln in Wien zurückverfolgt, bleibt ihre Verbundenheit zu der Familie ungebrochen – eine wundervolle Darstellung von Solidarität und wie wir durch schwierige Zeiten zusammenhalten können.

John Irvings sechzehnter Roman ist ein weiteres Meisterwerk, das seine Fähigkeit belegt, komplexe Charaktere und vielschichtige Erzählungen zu verweben, die zum Nachdenken anregen und fesseln.

„Königin Esther" ist nicht nur eine Geschichte des Überlebens, sondern auch eine tiefgreifende Erkundung von Identität und Zugehörigkeit sowie den bleibenden Einfluss der Geschichte auf unser persönliches Leben. 

Irving zeigt einmal mehr, warum er als einer der beliebtesten und provokantesten Autoren der Welt gilt.

Seine Geschichten sind zeitlos und inspirierend und machen ihn zu einem wahren Geschichtenerzähler unserer Zeit und für alle Zeiten.

Ein Buch, das man nicht verpassen sollte! In einer wirklich gelungenen Übersetzung von Peter Torberg und Eva Regul auf Deutsch bei Diogenes (www.diogenes.ch) erschienen. 550 Seiten, 32 Euro. 

Sönke C. Weiss

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Arts: A Conversation With John Irving | The New York Times