Mit ihrem Roman „Kinder der Stadt" führt uns Olga Bach in eine Welt, in der die Kraft der Kunst, bei ihr des Theaters, nicht nur einer persönlichen Befreiung gleicht, sondern auch tiefe Konflikte zu lösen vermag.
Kurz: Der Regisseur Orhan und die Dramatikerin Irena werden beauftragt, eine Aufführung zum Thema Nachwendegeneration zu entwickeln.
So trifft nach zahlreichen Auseinandersetzungen mit der Vergangenheit Ost immer wieder auf West und mündet schließlich in der Türkei, wo schließlich die Katharsis der mittlerweile drei Protagonisten beginnt.
Immer wieder baut die Autorin Brücken zwischen der Realität und der Theaterwelt.
Meist passend charmant, hier und da auch ein wenig konstruiert, wodurch es die Hauptakteure leider nicht schaffen, ihre eigene Lebensblase zu verlassen.
Sie machen halt Kunst, oder meinen dies zu tun, was immer wieder an den Film Jules und Jim von François Truffaut erinnert, der Klassiker der französischen Nouvelle Vague.
Was an sich schon ein Kompliment ist. „Kinder der Stadt" ist bei Kiepenheuer & Witsch (www.kiwi-verlag.de) erschienen, hat gut 350 fein lakonische Seiten und kostet 22 Euro.
Sönke C. Weiss


Olga Bach, geboren 1990, wurde vor allem durch ihre Theaterstücke bekannt. Foto: Youtube/Spot-Screenshot



