Viele, die gegen die AfD auf die Straße gehen, gebärden sich, als böten sie wie 1933 oder 1943 mutig dem Faschismus die Stirn. Abgesehen von der Frage, ob diese Demonstrationen den gewünschten Effekt haben – sich heute für die Weiße Rose zu halten, ist ein anstößiger Vergleich, schreibt WELT-Chefkommentator Jacques Schuster.
In Deutschland muss sofort der große Dämon beschworen werden. Es wird so getan als marschierten bald wieder Hitlers Schergen durch das Brandenburger Tor, als besetzten die Hakenkreuzottern das Kanzleramt, als stünde das Land vor dem Beginn einer Terrorwelle:
Das Deutsche Mitläufertum
Was sind Mitläufer: Mitlläufer sind Handlanger, Abnicker, Erfüllungsgehilfen, Gesinnungsakrobaten , Ja-Sager, Opportunisten, williger Vollstrecker, Gesinnungslumpen und Wendehälse. Sprichwort, sein Fähnlein nach dem Winde drehen.
Und von diesen scheinheiligen waren am Wochenende sehr viele auf den Straßen um gegen „Nazis“ und „Faschisten“ zu demonstrieren. Man hätte die mal Fragen sollen, mit wie vielen Migranten die befreundet sind. Dann hätten die bestimmt dumm aus der Wäsche geschaut.
Der Mitläufereffekt (auch Musikwagen-Effekt oder Bandwagon-Effekt“) ist ein Kommunikationseffekt, der beschreibt, dass Menschen ihr Verhalten am von ihnen wahrgenommenen Umfeld ausrichten. Das Motiv dahinter: Der Mensch möchte dort sein, „wo die Musik spielt" (Sozialer Einfluss).
Dazu ein passender Kommentar eines "Welt-Online Lesers:
Moralisch überhöhte Trittbrettfahrer lassen sich willfährig und völlig unreflektiert vor den Karren der desaströsen Ampel spannen, um vermeintlich deren Hintern zu retten. Dazu noch Vergleiche zu 1933 herzustellen ist nicht nur abstrus und selbstverliebt, sondern einfach nur lächerlich.
Jacques Schuster schreibt weiter: "Verharmlosend und geschichtsvergessend ist die gegenwärtige Überspanntheit. Überdies hilft sie keinen Schritt weiter. Trotzdem lässt sie sich sogar unter vielen Politikern und Kommentatoren wahrnehmen.
Überall „Nazis“ und „Faschisten“?
Sie führen die Worte „Nazi“ und „Faschisten“ derart häufig im Mund, als drohe ein neues Ermächtigungsgesetz, ließe man sie weg. Haben die Deutschen noch alle Tassen im Schrank? Womöglich nicht."
Mal ernshaft: Wenn Demos vom Verfassungsschutz gegrüßt werden, von der Politik beworben und von den Medien gehyped werden, ist das eine Staatskundgebung in bester sozialistischer Tradition. Große Teile der Gesellschaft haben wohl anscheinend Maß und Mitte verloren.
Es ist schon ein paradox das die Verursacher des Aufstiegs der AfD nun zu Demos aufrufen und die Menschen instrumentalisieren.
Seit Jahren schon beschwören besonders Sozialdemokraten, Grüne und Linke die Nazigefahr der AfD. Moralisieren, Idiologisieren und die Moralische Keule schwingen, wird in Deutschland nichts mehr ändern. Hört entlich damit auf. Die AfD ist nicht pauschal rechts. In jeder Partei gibt es rechte und linke Auswüchse.
Bei der Gelebgenheit darf ich an meinen Artikel vom 27. July 2023 erinnern. Ich schrieb:
Gestern Alfred Dregger, heute Höcke?
Dregger war der Führer der Stahlhelmfraktion in der CDU. Er polarisierte mit seinen konservativen Positionen Anhänger und Gegner, und trug auch den Spitznamen „Django“, und war für die SPD ein regelrechtes Feindbild. Nur Herr Dregger war in der CDU ein hoch angesehener Politiker.
Bis heute gilt Dregger als der wohl bekannteste Exponent einer konservativen CDU-Politik, was ihn zeitgenössisch bereits zu einer umstrittenen Figur machte, schreibt die Konrad Audenhauer Stiftung. Alfred Dregger, galt als einer der Rechtsaußen in der damals nicht gerade liberalen CDU. Von 1982 bis 1991 war Alfred Dregger sogar Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.
Regelrecht hysterisch wird aber derzeit gegen die AfD, und eben auch gegen viele Millionen ihrer Anhänger geschossen. Der Großteil der Demonstraten weiß wohl nicht für was sie sich da einspannen lassen.
Das Schlußwort überlasse ich Jacques Schuster
„Triumph der Gesinnung über die Urteilskraft“
Schon Mitte der 80er-Jahre schrieb der Philosoph Hermann Lübbe ein kluges Buch über den „Politischen Moralismus“. Er gab ihm den Untertitel „Der Triumph der Gesinnung über die Urteilskraft“.
Darin beschreibt der Autor die allgegenwärtige Versuchung, den politischen Gegner in den Schatten der Vergangenheit zu stoßen, um ihn zum Schweigen zu bringen.
In Deutschland bestehe die Unart, „aus jeder moralischen und politischen Delegitimierung eine Probe aufs Exempel antifaschistischer Gesinnung zu machen“. Diese Neigung spürt man bis heute.
Fazit: Von diesen Demos wird in ein paar Wochen, keine Rede mehr sein. Die Probleme in Deutschland werden bleiben, und sogar 2024 noch größer werden. Und die AfD werden sie nicht mehr verhindern können. Laut aktueller Insa-Umfrage verliert die AfD leicht, liegt aber mit 21,5 Prozent nur knapp unter dem letzten Ergebnis.
Weder die Ampel noch die Union profitieren davon.
Der verzeichnete Verlust der AfD macht sich bei den Ampel-Parteien jedoch nicht bemerkbar. Von den drei Parteien können sich nur die Grünen verbessern, um einen halben Prozentpunkt (12,5 Prozent). Die SPD (13,5 Prozent) verliert im Vergleich zur Vorwoche einen halben Prozentpunkt. Die FDP bleibt bei fünf Prozent.
CDU und CSU (30,5 Prozent) verlieren im Vergleich zur Vorwoche einen halben Prozentpunkt.
Sogar Wolfgang Kubicki meint: Im Kampf gegen „Rechts“ drohen manche zu überziehen
Er meint: Der Gipfel der Hilflosigkeit sind allerdings die immer lauter werdenden Rufe nach Parteiverboten und dem Entzug von Grundrechten. Und hier wird es gefährlich, denn manche Demokraten drohen undemokratisch zu überziehen und selbst den Boden der Verfassung zu verlassen.
Gottfried Böhmer


Mal ernshaft: Wenn Demos vom Verfassungsschutz gegrüßt werden, von der Politik beworben und von den Medien gehyped werden, ist das eine Staatskundgebung in bester sozialistischer Tradition.



