Bereits 1967 war sich der kanadische Medienwissenschaftler Marshall McLuhan, bis heute die Ikone auf diesem Gebiet, absolut sicher, dass das Medium die Botschaft ist, wobei er das Wort Botschaft mit Wirkung gleichsetzt, und die transportierten Inhalte nur sekundär sind.
Fast 60 Jahre später, im Zeitalter des Internets, scheint er bis heute recht zu behalten.
Um das digitale weltweite Netz, beziehungsweise der Debattenkultur in der Digitalmoderne, geht es auch in Eva Menasses neuem Buch „Alles und nichts sagen, ein Essay auf knapp 200 Seiten, das jetzt bei Kiepenheuer & Witsch (www.kiwi-verlag.de) erschienen ist und 22 Euro kostet.
Die Autorin argumentiert, dass unsere kollektive Kommunikation einer erbarmungslosen Regellosigkeit folgt, maßlos und irrational, zwanghaft und bar von rationalen Argumenten.
Nicht immer, aber meist. Ihre Thesen untermauert Menasse beispielsweise mit der Corona-Pandemie, die gezeigt hat, dass nicht nur das Virus höchst ansteckend ist, sondern auch die vernunftwidrigen Diskussionen währenddessen.
Wohin steuern wir also? Frau Menasse schreibt, dass es noch schlimmer werden wird, bis wir eine maximale Unerbittlichkeit erreichen.
McLuhan, der in ihrem Essay leider nicht vorkommt, meinte weiland, dass wir uns in der Kommunikation wieder in Richtung Höhlenmenschen bewegen werden, die sich mit einfachen Zeichnungen und Grunzen verständigten.
Betrachtet man, wie viele Menschen sich bereits heute mit Hilfe von Emojis ausdrücken und in Talkshows argumentieren, scheint auch dies zu stimmen.
Sönke C. Weiss


Der kanadische Medienwissenschaftler Marshall McLuhan. Foto: Youtube/Spot-Screenshot



