Gesellschaft Freunde der Künste
Das jüngste Werk von Paul Auster „Baumgartner"

Ein Leben, das immer nur zwischen zwei Buchdeckeln stattfand

Weltbekannt wurde der amerikanische Autor Paul Auster 1987 mit seiner New-York-Trilogie und überrascht uns seitdem regelmäßig mit neuen Werken, die einzigartiger nicht sein könnten.

So auch sein jüngstes Werk „Baumgartner", das jüngst bei Rowohlt (www.rowohlt.de) in einer eindrucksvollen Übersetzung aus dem Englischen von Werner Schmitz erschienen ist und von dem fiktiven Professor Seymour T. Baumgartner, einem 70-jährigen emeritierten Phänomenologen aus Princeton, handelt.

Die 200 Seiten lesen sich wie die Bilanz eines Intellektuellen, der nie den Mut hatte, sich seinen Emotionen hinzugeben und stattdessen immer wieder die Flucht in die Philosophie unternommen hat.

Irgendwie ein trauriges Leben, das immer nur zwischen zwei Buchdeckeln stattfand, insbesondere nach dem Tod der Ehefrau des Protagonisten.

Vielleicht hat diese Melancholie auch mit der Krebserkrankung des Autoren zu tun, der spürt, dass sein Leben endlich ist und er uns noch das eine oder andere Hinterstübchen seiner Persönlichkeit zeigen möchte.

Dementsprechend zärtlich wirkt „Baumgartner" auch, fast wie ein Abschluss, ohne Zorn und Zweifel. Nichtsdestotrotz bleibt zu hoffen, dass es eine Fortsetzung geben wird.

Auster scheint noch die eine oder andere Story erzählen zu wollen. Ein zauberhaftes Buch. 

Sönke C. Weiss

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PAUL AUSTER TALKS THE LEGENDARY NEW YORK TRILOGY & BAUMGARTNER-EPISODE PROMO ON ABOUT THE AUTHORS TV