Ähnliches können Alte Meister leisten: Die 17 Gesprächspartner von Filmemacher Stéphane Sorlat preisen in "Das Geheimnis von Velázquez" detailliert verschiedene Aspekte seiner Malweise.
Was diesen Essay-Film über den berühmtesten spanischen Barock-Künstler einerseits sehr anschaulich macht, andererseits auch wolkig und verwirrend - wie typisch französischer Feuilletonismus.
(Kinostart: 20.11.) Alles überall auf einmal:
Seinen Essay-Film über Leben und Werk des spanischen Barockmalers reichert Regisseur Stéphane Sorlat mit derart vielen Experten-Stimmen und anderen Elementen an, dass ohne Vorkenntnisse Verwirrung droht. Dadurch wirkt dieses Patchwork sehr französisch.
Unter den allseits gerühmten Giganten der Alten Meister ist Diego Velázquez (1599-1660) hierzulande wohl der am wenigsten bekannte. Aus einem einfachen Grund:
Von den rund 200 Gemälden, die der spanische Hofmaler hinterlassen hat, befindet sich nur eine Handvoll in deutschen Museen.
Der Löwenanteil blieb in Spanien; allein der Prado in Madrid kann mehrere Säle mit Velázquez‘ Gemälden füllen. Etliche gelangten im Lauf der Zeit in die angelsächsische Welt.
Über einige Spitzenwerke vefügt auch das Kunsthistorische Museum in Wien.
Dagegen besitzt die Dresdener Gemäldegalerie nur drei Bilder, ihr Berliner Pendant zwei und die Alte Pinakothek in München nur ein Bild von Velázquez‘ Hand – bis auf eine Musikanten-Gruppe in Berlin allesamt nachrangige Routine-Porträts.
So kann man die Meisterschaft seiner Malerei kaum kennenlernen.
Überladenes Herzensprojekt
Daran dürfte diese Doku von Stéphane Sorlat wenig ändern – obwohl er erkennbar viel Herzblut hineingesteckt hat.
Jahrzehntelang arbeitete er für „Unifrance“, eine staatliche Organisation zur Exportförderung für französische Filme.
Außerdem hat Sorlat mehr als 40 Filme (ko-)produziert; bei dieser Velázquez-Doku agierte er erstmals als Regisseur. Doch wie das bei Herzensprojekten häufig so ist:
Im Bestreben, alles unterzubringen, was ihm am Herzen lag, hat Sorlat sein Regiedebüt etwas überladen.
Kunst+Film-Redaktion
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Das Bild "Las Meninas" (1656) von Diego Velázquez zählt zu den meistanalysierten und -interpretierten Gemälden der Kunstgeschichte. Foto: Neue Visionen
Isolde Pludermacher, Kuratorin im Pariser Musée d'Orsay, vor dem berühmten Skandal-Gemälde "Olympia" (1863. von Édouard Manet. Das Motiv ist stark von Velázquez' Bild "Venus vor dem Spiegel" beeinflusst. Foto: Neue Visionen
In einem von mehreren Velázquez-Sälen im Madrider Prado. Foto: Neue Visionen



