Gesellschaft Freunde der Künste
Es war einmal in Amerika

Eine rabenschwarze Action-Horror-Western-Komödie - Eddington ist nichts für schwache Nerven

Dem Regisseur Ari Aster eilt der Ruf als Erneuerer des intelligenten Horror-Films voraus. Doch für "Eddington" gilt das allenfalls bei extrem erweitertem Horror-Begriff:

In einer Kleinstadt prallen alle Lager und Konflikte der heutigen USA aufeinander.

Mit Kawumm: Als Sheriff muss sich Joaquin Phoenix mit einem Antifa-Killerkommando (!?!) herumschlagen. Ein wildes Spektakel für Freunde des Abseitigen.

(Kinostart: 20.11.) Beginnt interessant – und verliert dann den Verstand: Regisseur Ari Aster lässt alle Konflikte in den heutigen USA in einem verschlafenen Provinz-Nest frontal aufeinander krachen.

Seine rabenschwarze Action-Horror-Western-Komödie ist raffiniert konstruiert, aber nichts für schwache Nerven.

Es war einmal in Amerika: Joe Cross (Joaquin Phoenix) ist der Sheriff von Sevilla County in New Mexico. Er ist kurzsichtig, leidet an Asthma, und ihm fällt es schwer, sich Respekt zu verschaffen.

Zuhause versinkt seine Frau Louise (Emma Stone) in Depressionen, während ihre im selben Haus wohnende Mutter Dawn (Deirdre O’Connell) mit Verschwörungstheorien aus dem Internet nervt.

Die haben Hochsaison: Mai 2020, zwei Monate nach Beginn der Covid-19-Pandemie.

Soeben hat Bürgermeister Ted Garcia (Pedro Pascal) über die Stadt Eddington den Lockdown verhängt.

Geschlossene Gaststätten, Versammlungsverbot und eine Maskenpflicht, an die er selbst nicht glaubt – all das überfordert den konfliktscheuen Sheriff.

Dann wird die Nachricht bekannt, dass am 25. Mai der Schwarze George Floyd in Minneapolis durch Polizeigewalt ums Leben kam; es ist der Auslöser für die „Black Lives Matter“-Protestbewegung.

Depression nach Seitensprung?

Auch in Eddington kommt es zu Straßenblockaden und vereinzeltem Vandalismus, doch Cross hat weder den Mumm noch genug Zeit, um sich darum zu kümmern.

Er hadert mit der Entfremdung von Louise und dem hartnäckigen Gerücht, die Ursache für ihren Gemütszustand sei eine Affäre mit dem beliebten Bürgermeister Garcia, die lange zurückliegen soll.

Kunst+Film-Redaktion

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Eddington - Trailer 2 (deutsch/german; FSK 12) - Ab 20.11. im Kino