Viel Sinn für abweichendes Verhalten legte die US-Fotografin Diane Arbus an den Tag: Mit Porträts von Außenseitern und Unangepassten wurde sie ab den 1960er Jahren berühmt.
Das passt zum Selbstverständnis des Gropius Baus in Berlin: Er präsentiert mit "Diane Arbus: Konstellationen" eine umfangreiche Werkschau in eigenwilliger Gitterwände-Gestaltung.
Traditionspflege in der Bundeszentrale für Queerness: Der Gropius Bau zeigt eine große Retrospektive der US-Fotografin, die mit Porträts von Außenseitern in den 1960er Jahren berühmt wurde.
Eine Zeitreise in ein trist wirkendes Land voller schräger Typen, die ihren Spleen oft selbstbewusst ausleben.
Bis 2018 wurde der Martin-Gropius-Bau seiner Bedeutung als größte deutsche Kunsthalle, die im Auftrag der Bundesregierung betrieben wird, vollauf gerecht. Indem er Gewichtiges für ein breites Publikum aufbereitete:
Mit umfassenden Ausstellungen zur Klassischen Moderne und zu kulturhistorischen Themen – ob Archäologie, deutsch-polnische und -russische Beziehungen oder außereuropäische Kulturen wie Azteken, Maya und Ozeanien.
Dazu zählte auch eine Serie von Werkschauen wichtiger Fotografen; darunter etlichen Frauen wie Lee Miller, Germaine Krull und Barbara Klemm.
Das endete schlagartig, als Stephanie Rosenthal 2018 die Leitung übernahm; sie krempelte das Haus völlig um. Angefangen mit dem Namen:
Er lautet nun „Gropius Bau“. Vermutlich, um den Bezug auf seinen Erbauer Martin Gropius (1824-1880) zu verwischen, einen Großonkel von Bauhaus-Gründer Walter Gropius.
Retrospektiven arrivierter Künstler waren fortan passé. Stattdessen zeigte Rosenthal nun Gruppenausstellungen mit zeitgenössischer Kunst zu politisch korrekten Sujets wie Naturschutz, lokalem Handwerk oder Dekolonialisierung.
Performativ-transdisziplinäre Formate
Und am liebsten stellte sie wenig bekannte Gegenwartskünstler mit randständigem, meist queerem Profil vor.
Nach Rosenthals überraschendem Abgang 2022 setzt ihre Nachfolgerin Jenny Schlenzka dieses hermetische Avantgarde-Programm fort: Die neue Direktorin ist spezialisiert auf „performative und transdisziplinäre Formate“.
Kunst+Film-Redaktion
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Diane Arbus (USA, 1923–1971) war eine bahnbrechende Fotografin, bekannt für ihre intimen Porträts von marginalisierten und unkonventionellen Personen. © The Estate of Diane Arbus, Collection Maja Hoffmann/LUMA Foundation. Fotoquelle: Gropius Bau, Berlin
Diane Arbus: Self-portrait with 35mm Contax D camera, 1959. From contact sheet, roll 614 #34. © The Estate of Diane Arbus, Image courtesy Diane Arbus Archive, The Metropolitan Museum of Art, New York. Fotoquelle: Gropius Bau, Berlin



