Gesellschaft Freunde der Künste
Honey und MG tun es

Margaret Qualley gibt als lesbische Privatdetektivin in "Honey Don't" eine fabelhafte Figur ab

In der klassischen schwarzen Serie gaben meist harte Macker den Ton an, während Frauen sie anschwärmten.

Dieses Schema dreht Regisseur Ethan Coen um: In seiner Neo-Noir-B-Movie-Trilogie haben Frauen die Hosen an. Wobei Margaret Qualley als lesbische Privatdetektivin in "Honey Don't" eine fabelhafte Figur macht, während sie sich mit einem Erweckungsprediger anlegt, der in Kriminelles verwickelt ist.  

(Kinostart: 11.9.) Honey und MG tun es: Der zweite Teil der lesbischen B-Movie-Trilogie von Regisseur Ethan Coen ist rundum gelungen.

In dieser Neo-Noir-Krimikomödie stimmt die Chemie zwischen der famosen Margaret Qualley als Hauptfigur und dem Personal einer trostlosen Wüsten-Kleinstadt.

Neben der Landstraße in der kalifornischen Wüste liegt ein verbeultes Autowrack.

Im Inneren hängt eine tote Frau im Gurt; ihr Wagen hat sich überschlagen. Schon bald stellt sich heraus, dass das keineswegs die Todesursache gewesen ist.

Wie Polizeikommissar Marty Metakawich (Charly Day) herausfindet, wurde das Opfer erstochen und der Unfall anschließend arrangiert.

Von den ersten Einstellungen an fühlt man sich stilistisch an Filme der Brüder Joel und Ethan Coen erinnert, etwa an „Fargo“ (1996) oder mehr noch „No Country for Old Men“ (2007).

Nur dass hier starke Frauen den Ton angeben; allen voran die Privatdetektivin Honey O’Donahue (Margaret Qualley), die mit rauchiger Stimme, aufrechtem Gang und skeptischem Blick in stets gebügelter Garderobe die Szenen dominiert.

Margaret Qualley ist zurück

Bei „Honey Don’t!“ handelt es sich um den zweiten Teil einer von Regisseur Ethan Coen geplanten B-Movie-Trilogie mit Protagonistinnen, die Frauen lieben; er ist mit dem Vorgänger „Drive-Away Dolls“ von 2024 lose verknüpft.

Das Drehbuch schrieb Coen abermals gemeinsam mit seiner Ehefrau Tricia Cooke. Wieder steht Margaret Qualley als lesbische Antiheldin im Zentrum des Geschehens.

Doch ansonsten ist alles auf wohltuende Weise anders als beim Vorgängerfilm.

Der Vorgänger enttäuschte

In „Drive-Away Dolls“ war ein ungleiches Frauenpaar Ende der 1990er Jahre auf der Flucht aus Pennsylvania in den Süden der USA.

Alles drehte sich um einen Koffer voller überdimensionierter Dildos als MacGuffin, hinter dem alle her sind.

Doch die hysterisch-klamaukigen Episoden, die einander jagten, rundeten sich nicht zum stimmigen Ganzen.

Der Regisseur war so sehr damit beschäftigt, frühere Werke der Coen-Brüder zu zitieren, dass darunter die Originalität des Films stark litt. Nur Qualley machte eine starke Figur.

Kunst+Film-Redaktion

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HONEY DON'T! | Offizieller Trailer deutsch/german HD