Zweisamkeit genießen dagegen die beiden Bergbau-Kumpel "Viet und Nam" - aber nur unter Tage. Ansonsten müssen sie ihre Beziehung vor ihrer Umwelt verstecken.
Regisseur Minh Quý Trương baut sein Fast-Coming-Out-Drama zur Reflexion über unbewältigte Folgen des Vietnamkriegs aus - in elegisch-entschleunigten Bildern, die durchaus einen gewissen Sog entfalten.
(Kinostart: 4.9.) Von Träumen und Traumata:
Was als schwule Romanze unter Bergleuten beginnt, entwickelt sich im Film von Regisseur Minh Quý Trương zum Road Movie durch die jüngere Geschichte Vietnams – eine mystische, für Europäer mitunter kryptische Reise, die in ruhigen Bildern ihren Sog entfaltet.
Zwei Männer sitzen, einander liebkosend, in der dunklen Nacht; es leuchten die Sterne, irgendwo plätschert Wasser. Ihre Intimität wird jäh unterbrochen, als eine Sirene ertönt.
Plötzlich sind Stimmen und Schritte zu hören; die jungen Männer setzen schnell ihre Schutzhelme auf. Sofort wird klar: Viet (Duy Bảo Định Đào) und Nam (Thanh Hài Phąm) hatten kein Stelldichein unter freiem Himmel.
Sie befinden sich unter Tage, wo sie als Bergleute arbeiten. Die vermeintlichen funkelnden Sterne entpuppen sich als Reflexionen des knappen Lichts auf den Kohle-Bergen um sie herum.
Bald wird auch deutlich: Die beiden haben keine Zukunft, schon weil sie ihre Liebe verstecken müssen. In der Öffentlichkeit geben sie sich als Brüder aus.
Tristes Leben in der Bergbaustadt
Immerhin hat wenigstens Nams Mutter ihren Sohn ermuntert, seinen Freund öfter mit nach Hause zu bringen. Doch ihre Beziehung steckt auch in einer Krise, weil Nam ins Ausland gehen will.
Zu perspektivlos scheint ihm das Leben in der tristen, seltsam menschenleeren Bergbaustadt im Norden Vietnams; über ihr ist der Himmel stets grau verhangen.
Öfter entladen sich die Wolken in monsunartigem Regen.
Kunst+Film-Redaktion
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Nam (Thanh Hài Phąm) und Việt Duy Bảo Định Đào) bereiten sich für ihre Schicht vor. Foto: Salzgeber
Nam (Thanh Hài Phąm) will übers Meer auswandern, Việt (Duy Bảo Định Đào) ist darüber unglücklich. Foto: Salzgeber
Nam (Thanh Hài Phąm) und Việt (Duy Bảo Định Đào) leben ihre Zweisamkeit ausschließlich unter Tage. Foto: Salzgeber



