Mit einem Gefängnis hat ein Schwimmbad gemeinsam, dass alles in sehr geregelten Bahnen abläuft. Wie in "22 Bahnen", die eine Mathematik-Studentin täglich im Wasser absolviert; das hilft, ihr frustrierendes Kleinstadt-Leben mit Kassiererin-Nebenjob, alkoholkranker Mutter und schutzbedürftiger Tochter zu ertragen.
(Kinostart: 4.9.) Wenn die Zukunft nur im Kopf stattfindet: In ihrer Roman-Verfilmung konzentriert sich Regisseurin Mia Maariel Meyer aufs Innenleben ihrer auf der Stelle tretenden Heldin.
Mit zurückhaltender Hauptdarstellerin und klarer Bildsprache überträgt sie den Text fast verlustfrei auf die Leinwand.
Wenn Tilda (Luna Wedler) schwimmt, passt ihre ganze Welt in ein Freibecken. Dann zählen für die Mathematik-Studentin nur die 22 Bahnen, die sie im kalten Wasser zurücklegt.
Sie braucht die tägliche Routine als eine feste Größe in ihrem Leben. Das gibt ihr Halt im Alltag, ein bisschen Ordnung und Struktur.
Denn zuhause erwartet sie das Gegenteil: Ihre schwer alkoholsüchtige Mutter (Laura Tonke) hat schon vor Jahren jedes Pflichtbewusstsein an ihre älteste Tochter abgegeben.
Seitdem muss sich Tilda in der Familie um alles kümmern. Am wichtigsten ist ihr dabei das Wohl ihrer jüngeren Schwester Ida (Zoë Baier), mit der sie eine eingeschworene Einheit bildet.
Verlockendes Jobangebot
Als Tilda kurz vor der Masterarbeit steht, weist ihr Professor an der Uni sie auf ein Jobangebot hin: Eine Promotionsstelle in Berlin ist ausgeschrieben.
Wenn sie sich rechtzeitig bewirbt, könnte sie direkt nach ihrem Abschluss dort anfangen. Bei ihrer Begabung dürfte sie beste Chancen haben, dass es klappt.
Kunst+Film-Redaktion
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Die Schwestern Ida (Zoë Baier) und Tilda (Luna Wedler) halten fest zusammen. Foto: © Constantin Film Verleih
Neben dem Studium arbeitet Tilda (Luna Wedler) an der Kasse im Supermarkt. Foto: © Constantin Film Verleih
Ein Hauch von Familie: Tilda (Luna Wedler) und Ida (Zoë Baier) mit ihrer Mutter Andrea (Laura Tonke). Foto: © Constantin Film Verleih



