Ganz andere Sorgen hat die Hauptfigur von "Wilma will mehr". In der heimischen Lausitz gehen die Lichter aus, also zieht die patente Heimwerkerin nach Wien - doch der Neubeginn fällt schwerer als erhofft.
Regisseurin Maren-Kea Freese reiht allerlei Klischees aus der Post-Wendezeit aneinander; zuweilen wirkt ihr Film 20 Jahre zu spät. Nur Fritzi Haberlandt in der Titelrolle gibt ihm gegenwärtige Energie.
(Kinostart: 31.7.) Fähnlein im Wind of Change:
Eine Ossi-Musterfrau lässt in den 1990ern die Tristesse in der heimischen Lausitz hinter sich und startet neu in Wien. Regisseurin Maren-Kea Freese reiht Ost-Klischees aneinander – dass sich ihr Film nicht darin erschöpft, verdankt er seiner Hauptdarstellerin.
Die Lausitz gewinnt als Filmregion an Popularität.
Nach der Romanverfilmung „Mit der Faust in die Welt schlagen“ im Frühjahr kommt in diesem Jahr nun schon der zweite Film in die Kinos, der dort angesiedelt ist. Industriebrachen, hohe Arbeitslosigkeit, Fremdenfeindlichkeit – solche Bilder lassen sich offenbar leichter auf die Lausitzer Landschaft projizieren als auf die Regionen um die Boomstädte Leipzig oder Jena.
Jedenfalls zeichnen beide Filme die Lausitz als einen Ort, von dem man nur weg will. Wilma (Fritzi Haberlandt), die Hauptfigur mit dem in der DDR eher unüblichen Vornamen, hat Ende der 1990er Jahren nichts mehr zu verlieren:
Der Job ist mal wieder weg, ihr Mann hat eine Affäre, und die sporadischen Treffen mit der alten Brigade erwärmen ihre Seele nur vorübergehend. Kurzum: Die Perspektive sieht düster aus.
Neustart in Wien
Darum folgt sie dem Ruf eines ehemaligen Kollegen, der mittlerweile einen Baumarkt in Wien leitet, und zieht aus dem Lausitzer Braunkohlerevier in die österreichische Hauptstadt.
Aber natürlich gestaltet sich der Neuanfang nicht so glatt wie gedacht. Zwar ist Wilma eine Frau mit vielen Zertifikaten und noch mehr Talenten.
Aber ihre Bescheinigungen über die Berufsfortbildungen, die sie in den letzten Jahren erfolgreich absolviert hat, sind alle nicht gut genug.
Kunst+Film-Redaktion
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Selbst ist die Frau: Wilma (Fritzi Haberlandt) wagt einen Neuanfang. Foto: © Neue Visionen Filmverleih
Schief ist modern: Zum Ehemaligentreffen der Brigade „Völkerfreundschaft“ in der Lausitz wird das Tanzbein geschwungen. Foto: © Neue Visionen Filmverleih
Heimatabend in Wiener Wohngemeinschaft: Matilde (Meret Engelhardt), Max (Simon Steinhorst) und Wilma (Fritzi Haberlandt). Foto: © Neue Visionen Filmverleih



