Bereits seit 2018 wird beim DOK.fest München jährlich der VFF Dokumentarfilm-Produktionspreis verliehen. Beim diesjährigen Festival stiftet die VFF Verwertungsgesellschaft der Film und Fernsehproduzenten mbH erstmals noch einen weiteren Preis:
Den VFF Nachwuchs-Dokumentarfilm-Produktionspreis.
Er würdigt die besondere Rolle von Produzent*innen bei der Entstehung aktueller Hochschul-Dokumentarfilmprojekte und ist mit 3.000 Euro dotiert.
Die ersten Gewinner des neuen Preises sind die Produzenten Lennart Heidtmann, Artur Althen und Felix Länge mit dem Film DRIVING EUROPE. Felix Länge ist auch Regisseur des Films.
Der Film gewährt einen schonungslosen Blick hinter die Fassade der Konsumgesellschaft: Immer mehr Waren rollen über Europas Straßen, doch die Arbeitsbedingungen für Fernfahrer*innen werden immer schlechter.
Ausbeuterische Abhängigkeitsverhältnisse und Lohndumping bedingen ein krankes System.
Dann beginnen georgische und aserbaidschanische Fernfahrer, denen von ihrem polnischen Auftraggeber über Monate hinweg der Lohn vorenthalten wurde, einen aufsehenerregenden Arbeitskampf im hessischen Gräfenhausen.
Der Münchner Filmemacher Felix Länge begleitete sie dabei.
Aus der Jurybegründung:
„Lennart Heidtmann, Felix Länge und Artur Althen haben bewiesen, was dokumentarisches Arbeiten so dringend braucht: ein sicheres Gespür für die Relevanz eines Themas, reaktionsschnelles Handeln und Durchhaltevermögen auch dann, wenn kein rasches Ende des Projekts absehbar ist.
Den dokumentarischen Blick über den Ort des Protestes hinaus auf den familiären Hintergrund eines Betroffenen, vor allem aber auch auf die Verantwortlichkeit der deutschen Auftraggeber zu lenken, zählt zu den Verdiensten einer Produktion, die sich würdig in das einstmals starke, inzwischen aber selten gewordene Subgenre der ,Filme aus der Arbeitswelt' einreiht und die nicht zuletzt dafür den VFF Nachwuchs-Dokumentarfilm-Produktionspreis verdient hat."
Die Jury bildeten Thomas Frickel (Autor, Regisseur und Produzent), Cosima Forchheimer (Produzentin, Studentin an der HFF München) und Leon Harms (Produzent und Student an der Filmakademie Baden-Württemberg).
Dr. Albrecht Bischoffshausen (Geschäftsführer VFF Verwertungsgesellschaft der Film- und Fernsehproduzenten mbH): „Produzent*innen von Dokumentarfilmen müssen Mut, hohen Einsatz und Durchsetzungsvermögen beweisen.
Denn die Entstehung von Dokumentarfilmen ist oft unsicher, die Kosten sind schwer kalkulierbar. Diese Leistungen würdigt die VFF seit 2018 mit dem Dokumentarfilm-Produktionspreis.
Mit dem neuen, zweiten Preis wollen wir Aufmerksamkeit darauf lenken, dass auch Produzent*innen von Hochschulfilmen dieselbe anspruchsvolle Arbeit leisten.
So wie die ersten Gewinner des Preises: Sie haben ein wichtiges Thema schnell erkannt, sofort mit der Produktion begonnen – und einen Film geschaffen, der in unserer heutigen Konsumgesellschaft äußerst relevant ist."
Die Gewinner*innen des VFF Dokumentarfilm-Produktionspreises werden kurz vor dem Beginn des Festivals (6. bis 25. Mai 2026) verkündet.
Die Verleihung beider Preise findet am Dienstag, den 12. Mai, um 20 Uhr im Audimax der HFF München statt. Die Weltpremiere von DRIVING EUROPE findet am 8. Mai um 18 Uhr im Audimax der HFF München statt.


Aus DRIVING EUROPE (c) Bardamu Film



