Gesellschaft Freunde der Künste
Alles so schön bunt hier

Knallbunte Gegenwartskunst zwischen Kitsch und Kommerz, von Niki de Saint, Yayoi Kusama und Takahashi Murakami

Geldsorgen hatten und haben die Künstler in dieser Triple-Schau nicht: Alle verkaufen sich gut. Doch Niki de Saint Phalle und Yayoi Kusama litten und leiden unter psychischen Störungen; nur Takashi Murakami kann sich voll auf seine 250-Mann-Firma konzentrieren.

Knallbunte Gegenwartskunst zwischen Kitsch und Kommerz präsentiert das Sprengel Museum in Hannover in der Ausstellung: "Niki. Kusama. Murakami. Love You For Infinity".

Alles so schön bunt hier: Das Sprengel Museum präsentiert die französische Künstlerin Niki de Saint Phalle gemeinsam mit den Japanern Yayoi Kusama und Takahashi Murakami.

Diese farbenfrohe Zusammenstellung geizt nicht mit Oberflächenreizen zwischen Kitsch und Kommerz: Glitzer geht immer.

Als hätte sich eine Raupe in einen Schmetterling verwandelt: Normalerweise ist das Sprengel Museum – eingedenk seines Standorts im nüchternen Hannover – auf eher spröde und kopflastige Kunst abonniert.

Doch plötzlich sieht alles anders aus: Der Eingang zur Sonderausstellung glänzt in Gold und Silber, schimmert dazu in allen Farben.

Es wirkt, als hätte Donald Trump, der bekanntlich alles kann, nun auch noch dieses Hauses nach seinem Geschmack umgestaltet: in eine Mischung aus Kinderzimmer und Freizeitpark.

Obwohl hier nicht Marvel- oder Disney-Superhelden zu sehen sind, sondern Werke der französisch-schweizerischen Künstlerin Niki de Saint Phalle (1930-2002) gemeinsam mit solchen von Yayoi Kusama (geb. 1929) und Takashi Murakami (geb. 1962).

Der Anlass für diese Farbexplosion ist vergleichsweise konventionell: Vor 25 Jahren schenkte Saint Phalle dem Museum mehr als 400 Arbeiten, weshalb das Sprengel die größte Sammlung ihrer Werke weltweit besitzt.

Drei „Nanas“ seit 1974 am Leibnizufer

Was verblüfft: Wie kam es dazu?

Warum vermachte eine schillernde Künstlerin hochadliger Abstammung, in Paris geboren und später in New York, der Schweiz und Kalifornien lebend, ihren Nachlass der biederen niedersächsischen Landeshauptstadt?

Wie der Kunstbetrieb so spielt:

Im dortigen Kunstverein hatte Saint Phalle 1969 eine ihrer ersten Ausstellungen in Deutschland. 1974 wurden am dortigen Leibnizufer drei ihrer überlebensgroßen „Nana“-Figuren aufgestellt. Ob sie stehen bleiben sollten, war sehr umstritten, doch sie durften es.

Feature zur Ausstellung. © h1

Kunst+Film-Redaktion

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LOVE YOU FOR INFINITY - Niki de Saint Phalle im Sprengel Museum