Gesellschaft Freunde der Künste
Einhorn Fabeltier Kunst

In 4000 Jahren Kulturgeschichte - Das Einhorn – Das Fabeltier in der Kunst

Eine Erscheinung, die kein Mensch je zu Gesicht bekam, rückt das Potsdamer Museum Barberini ins Rampenlicht.

Die Ausstellung "Einhorn - Das Fabeltier in der Kunst" verfolgt die unzähligen Spuren, die es in 4000 Jahren Kulturgeschichte hinterlassen hat - bis hin zu "Einhorn"-Apotheken, die es vielerorts gibt.

Dem Charme dieser Jagd auf ein sehr flüchtiges Wesen kann man sich kaum entziehen.

Dafür, dass keiner es je sah, hat das Unicorn eine märchenhafte Laufbahn in der Kulturgeschichte aller Zeiten und Völker hingelegt.

Deren Stationen zeichnet das Museum Barberini so elegant wie gewissenhaft nach – und klärt nebenbei, woher das Horn stammt und warum es so viele „Einhorn“-Apotheken gibt.

Das letzte Einhorn ist rosa und golden auf schwarzem Grund – und vollkommen abstrakt. Für ihr Gemälde „La Licorne“ („Das Einhorn“, 1969) hat die französische Künstlerin Aurelie Nemours nur drei rechteckige Farbflächen angeordnet.

Ihr Bild zählt zu den jüngsten der rund 150 Exponate.

Das älteste ist ein winziges Hörnchen auf einem Tonsiegel der Indus-Kultur: Vor 4000 Jahren ritzte ein unbekannter Handwerker das schon damals fabulöse Tier in eine Keramikmasse.

Phantasien können in der Kulturgeschichte sehr langlebig sein. Und wandelbar: Sowohl die Formenvielfalt des Tiers mit dem Horn auf der Stirn als auch seine Bedeutungsfülle sind erstaunlich.

Abermals hat sich das Museum Barberini wieder ein epochenübergreifendes Thema vorgenommen, wie seinerzeit 2023 zur Rolle der „Sonne“ in der Kunstgeschichte.

Pretiosen in der Wunderkammer

Vor samtig nachtblauen Wänden entfalten die Stücke eine juwelenartig kostbare Aura. Darunter sind zauberhafte Pretiosen, ob aus Elfenbein geschnitzt, aus feinsten Wollfäden gewirkt oder in Öl gemalt.

Ein Wunderkammer ist mit edler Goldschmiedekunst gefüllt. Sogar ein lebensgroßes, ausgestopftes Einhorn erwartet die Besucher, mit schwarzem Fell und melancholischem Blick: „La Lotta“ („Der Kampf“), 2006 von Olaf Nicolai angefertigt.

Kunst+Film-Redaktion

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Einhorn. Das Fabeltier in der Kunst (25. Oktober 2025 – 1. Februar 2026) I Museum Barberini, Potsdam