Strikt an historischen Fakten orientiert sich jedoch "Kapodistrias - Der Gouverneur". Der Titelheld war ein Ausnahme-Diplomat im 19. Jahrhunderts:
Erst sorgte er im Dienst des Zaren dafür, dass die Schweiz neutral wurde, dann führte er Griechenland in die Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich - und wurde dafür ermordet.
Sein Schicksal schildert das Biopic von Regisseur Yannis Smaragdis zunächst etwas trocken; im zweiten Teil wird der Film lebendiger.
(Kinostart: 16.4.) Der doppelte Nationalheld: Graf Kapodistrias verhalf der Schweiz zur Neutralität und wurde erster Staatschef im unabhängigen Griechenland.
Seine abenteuerlich wechselvolle Laufbahn schildert Regisseur Yannis Smaragdis etwas konventionell und hölzern, aber informativ und berührend.
Was für ein Leben! Ioannis Graf Kapodistrias kam 1776 auf Korfu zur Welt.
Sein Vater war ein griechischer Adliger, dessen Vorfahren aus der slowenischen Hafenstadt Capodistria (heute: Koper) auf die Insel im Ionischen Meer umgesiedelt waren.
Seine Mutter, eine Gräfin, war Nachfahrin griechischer Zyprer. Kapodistrias studierte Medizin, Philosophie und Recht in Padua, kehrte in seine Heimat zurück und wurde der angesehenste Arzt von Korfu.
1799 vertrieben russische und osmanische Truppen die napoleonischen Besatzer von den Ionischen Inseln und gründeten die halbautonome „Republik der Sieben Inseln“ unter ihrem Protektorat; Kapodistrias wurde ihr De-facto-Regierungschef.
Als die Inselgruppe 1807 wieder an Frankreich fiel, trat er in den Dienst des Zaren Alexander I., der ihn mit wichtigen diplomatischen Missionen betraute.
Als russischer Gesandter in der Schweiz 1813 und auf dem Wiener Kongress 1814/5 setzte er sich für die innere Befriedung und Neutralität der Eidgenossenschaft ein; er war auch am Ausformulieren ihrer Verfassung beteiligt.
Von Genf aus Hellas helfen
Nach diesen Erfolgen beförderte der Zar ihn zum Ko-Außenminister. In dieser Funktion bot er seinen Gegenspieler Klemens von Metternich Paroli, der dem Habsburger Reich die Führungsrolle in Europa verschaffen wollte.
Als 1821 der Griechische Unabhängigkeitskrieg gegen das Osmanische Reich ausbrach, gelang es Kapodistrias aber nicht, den Zaren zur Hilfe für die Aufständischen zu bewegen.
Daher demissionierte er und zog nach Genf um, wo er wegen seiner Verdienste zum Ehrenbürger ernannt worden war. Von dort aus unterstützte er die hellenischen Kämpfer.
Kunst+Film-Redaktion
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Ioannis Kapodistrias (Antonis Myriagos) schreibt einen Brief an seine Geliebte Roxandra. Foto: Kinostar Filmverleih GmbH
Ioannis Kapodistrias (Antonis Myriagos) wird in der Schweiz als Ehrenbürger gefeiert.. Foto: Kinostar Filmverleih GmbH
Ioannis Kapodistrias (Antonis Myriagos) spielt für seine Geliebte Roxandra Sturdza (Ilectra Fragkiadaki) auf dem Klavier. Foto: Kinostar Filmverleih GmbH



