Gesellschaft Freunde der Künste
Nackte Haut und Wurstwaren

Fleischwurst und Jesus in Gestalt eines grunzenden Schweins, in "Holy Meat"

In die Vollen greift dagegen die Regisseurin Alison Kuhn: Sie lässt einen Provinz-Pfarrer die Passionsgeschichte als groteskes Spektakel inszenieren, das völlig aus dem Ruder läuft.

Ihre fleischlastige Satire "Holy Meat" steckt voller interessanter Ideen, die aber zum Teil überzogen, zum Teil nicht richtig ausgearbeitet werden.

(Kinostart: 1.6.) Nackte Haut und Wurstwaren: Mit einem postmodernen Passionsspiel will der neue Pfarrer seine schwäbische Kirchengemeinde vor dem drohenden Ende retten.

Regisseurin Alison Kuhn spinnt daraus eine Satire, der es nicht an guten Ideen, wohl aber an Timing mangelt.

Das hat er nun davon, der gute Pfarrer Iversen (Jens Albinus). Bleich und erstarrt sitzt er im Publikum.

Vor ihm auf der Bühne rekeln sich eine Handvoll Laiendarsteller aus seiner Gemeinde in knapper Fetisch-Unterwäsche; sie stöhnen zu Technobeats im flackernden Neonlicht.

Aufgeführt wird die Passion Christi als erotische Science-Fiction-Musical-Farce mit Dildos, Fleischwurst und Jesus in Gestalt eines grunzenden Schweins.  

Soweit der Prolog von „Holy Meat“. Hat man diese überdeutliche Provokation überstanden, wird es ruhiger in Alison Kuhns Film.

Dann spult die Regisseurin ihre Geschichte zurück an den Anfang. Die eigentliche Handlung setzt ein, als Oskar Iversen einige Monate zuvor im Büro seines Dekans sitzt und überraschend um eine Versetzung bittet. Ganz gleich, wohin – nur jetzt, sofort, und weg aus Dänemark.

Versetzt ins Schwabenland

Sein Wille geschieht: Bald findet sich Iversen in Winteringen wieder, einer kleinen katholischen Gemeinde im Schwabenland.

Der ehrfürchtige Gottesdiener hat deutsche Wurzeln und spricht die Sprache fließend. Viel Zeit, sich einzugewöhnen, bleibt ihm nicht.

Der Pfarrei mangelt es an Geld und sonntäglichen Kirchgängern; die Schließung droht.

Kunst+Film-Redaktion

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HOLY MEAT - Teaser dt. - Ab 1.Januar im Kino