Das US-Kino liebt bekanntlich Gewinner-Geschichten: vermeintliche Außenseiter boxen sich gegen allerlei Widerstände nach oben durch. Seitdem Politik und Wirtschaft dafür nicht mehr viele Sympathieträger hervorbringen, werden zunehmend Sportler rekrutiert.
"Marty Supreme" porträtiert einen New Yorker underdog, der in den 1950er Jahren mit enormer Energie und Dreistigkeit zum Tischtennis-Champion wurde.
Ihn verkörpert Timothée Chalamet fabelhaft. Dennoch bleibt das fiktive Biopic von Regisseur Josh Safdie bei allem Einfallsreichtum und hektischen Szenenwechseln doch sehr an der Oberfläche haften - trotz neun Oscar-Nominierungen.
(Kinostart: 26.2.) Bildungsroman auf Speed: Regisseur Josh Safdie porträtiert einen US-Tischtennis-Profi, der sich in den 1950er Jahren mit Chuzpe und unbändiger Energie nach oben spielte.
Eine Paraderolle für Timothée Chalamet – doch dem turbulenten Episoden-Feuerwerk fehlt es an Tiefgang.
Marty Mauser (Timothée Chalamet) spielt Tischtennis wie ein Champion – schnell, treffsicher und selbstbewusst. Dabei ist er genauso wortgewandt:
In puncto Schlagfertigkeit, ob im wörtlichen oder übertragenen Sinn, macht ihm so leicht keiner was vor. Dem jungen Draufgänger schwebt eine Karriere als Profi-Spieler vor.
Doch während Tischtennis in anderen Ländern wie Großbritannien oder Japan längst etabliert ist, interessiert sich in den USA der frühen 1950er Jahre kaum jemand dafür.
Martys Ehrgeiz, Weltmeister zu werden, verbindet sich mit seinem Traum von einem besseren Leben.
Raus aus dem Schuhgeschäft seines Onkels an der Lower East Side in New York, wo er als Verkäufer arbeitet, um sich das Geld für ein Flugticket nach London zu den “British Open” zusammenzusparen.
Aber seine Familie hat andere Pläne; demnächst soll er im Geschäft zum Manager aufsteigen. Auch seine verheiratete Jugendfreundin Rachel (Odessa A’zion), mit der Marty heimlich eine Affäre hat, will verhindern, dass er weg geht.
Puttin’ on the Ritz
Als ihm sein Onkel den wohlverdienten Lohn nicht auszahlt, um die geplante Auslandsreise zu verhindern, stielt Marty diesen Betrag aus dessen Safe. Kaum in der britischen Hauptstadt angekommen, gibt es für ihn scheinbar kein Halten mehr:
Runde für Runde spielt er sich im Turnier nach vorne. Derweil logiert er privat im eleganten Hotel Ritz, um auch in der high society voran zu kommen; dieser Luxus wird ihn bald teuer zu stehen kommen.
Romanze mit Ex-Hollywoodstar
Denn Marty rast auf der Überholspur auf seinen Untergang zu, nach dem Motto: Hochmut kommt vor dem Fall.
Wie von der Tarantel gestochen, sprintet er kreuz und quer durch den Film von Regisseur Joshua „Josh“ Safdie, um seinen Zielen näher zu kommen.
Dazu zählt bald auch eine riskante Romanze mit dem unglücklichen Ex-Hollywoodstar Kay Stone (Gwyneth Paltrow); sie wohnt mit ihrem schwerreichen Industriellengatten im selben Hotel.
Kunst+Film-Redaktion
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Marty (Timothée Chalamet) spielt sich bei den "British Open" im Tischtennis 1952 ins Finale. Foto: Tobis
Marty (Timothée Chalamet) hat eine heimliche Affäre mit seiner verheirateten Jugendfreundin Rachel (Odessa A’zion). Foto: Tobis
Marty (Timothée Chalamet) ist für die Schauspielerin und Industriellengattin Kay (Gwyneth Paltrow) eine willkommende Ablenkung von ihrer unglücklichen Ehe. Foto: Tobis und



