Künstliche Intelligenz ist in aller Munde und Ursache vieler Job-Sorgen - kein Wunder, dass auch Hollywood das Thema aufgreift.
Wie Regisseur Timur Bekmambetov es tut, führt allerdings nicht weiter: In "Mercy" urteilt KI als Richterin in Mordverfahren.
Doch das Zukunftsszenario, was passieren könnte, wenn die Justiz automatisiert wird, verkümmert hier zum bieder-konventionellen Action-Reißer.
(Kinostart: 22.1.) Dr. Kimble gegen die KI:
Ein Angeklagter hat 90 Minuten Zeit, seine Unschuld an einem Mord zu beweisen. Die Richterin ist eine Künstliche Intelligenz, doch Regisseur Timur Bekmambetov verpasst jede Gelegenheit, aus der vielversprechenden Prämisse fesselndes Kino zu machen.
Kalifornien in der nahen Zukunft. Weil das Verbrechen außer Kontrolle geraten ist, führt die Regierung ein neues Justizsystem ein:
Die Unschuldsvermutung ist Geschichte, als Richter und Geschworene fungiert nun eine künstliche Intelligenz. Die Angeklagten werden auf einen Stuhl gefesselt und bekommen 90 Minuten Zeit, sich zu verteidigen.
Gelingt es ihnen nicht, ihre Schuldwahrscheinlichkeit unter einen bestimmten Prozentsatz zu reduzieren, fungiert der Stuhl auch gleich als Exekutionswerkzeug.
In genau dieser Situation erwacht der Polizist Chris Raven (Chris Pratt) mit einem schweren Kater und einem kapitalen Filmriss.
Er hat nun eine Spielfilmlänge Zeit, zu beweisen, dass nicht er seine Frau (Annabelle Wallis) umgebracht hat, sondern …. ja, wer?
Der Ermittler tappt dank Vollrausch komplett im Dunklen.
Gut, dass die KI geduldig ist und den verstörten Angeklagten über seine Rechte aufklärt. Sie hat ein menschliches Antlitz (Rebecca Ferguson) und einen Namen (Maddox), verhält sich aber so indifferent, wie wir es von kostenlosen Großen Sprachmodellen aus dem Internet kennen.
Mitten im Geschehen
Es stellt sich heraus, dass nicht nur sie Zugriff auf sämtliche forensische Daten hat, die den im Eilverfahren auf die Beine gestellten Prozess betreffen.
Auch Chris darf fairerweise im Internet stöbern, ob der allwissenden KI nicht etwas entgangen ist.
Die Datenpakete und Filmschnipsel aus allen Überwachungskameras, bodycams und Mobiltelefonen der Stadt schwirren nun um seinen heißen Stuhl herum, und immer wenn es besonders spannend wird, befindet sich der Schemel dank holographischer Projektionen mitten im Geschehen.
Kunst+Film-Redaktion
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Künstliche Intelligenz mit menschlichem Antliz: Richterin Maddox (Rebecca Ferguson). Foto: Courtesy of Amazon MGM Studios
Eigentlich glauben die Polizistin Ana (Kali Reis) und ihr Partner Chris Raven (Chris Pratt) and die Vorzüge des neuen Systems. Foto: Justin Lubin, © 2025 Amazon Content Services LLC. All Rights Reserved.
Chris Raven (Chris Pratt). Foto: Justin Lubin, © 2025 Amazon Content Services LLC. All Rights Reserved.



