VON SCHAM UND GELD, das neueste Werk des Regisseurs Visar Morina (EXIL, BABAI), begleitet ein Ehepaar aus dem ländlichen Kosovo, das in der Hauptstadt Pristina in einer kapitalistischen Welt um ihr finanzielles Überleben und ihre Würde kämpft.
Das Drama wurde bei der Weltpremiere beim Sundance Film Festival 2026 mit dem Grand Jury Prize ausgezeichnet.
Synopsis
Hatixhe und Shaban bewirtschaften einen kleinen Hof im ländlichen Kosovo. Sie haben drei Töchter und leben in einer Großfamilie. Durch den Verrat des Bruders verlieren sie über Nacht ihre Existenzgrundlage.
Es bleibt nur der Weg in die Hauptstadt. In Pristina nimmt Hatixhes wohlhabende Schwester die Familie auf. Was wie Hilfe aussieht, entpuppt sich als stille Demütigung.
"Alles hat seinen Platz, auch jeder Mensch", erklärt der reiche Schwager. Mag sein, aber um den zu finden, brauchen Hatixhe und Shaban erstmal einen Vorschuss — für die drückenden Schuhe der Tochter, für die Medikamente der Mutter, die sie sonst halbieren muss.
Erst dann beginnt die Suche nach diesem Platz: im Nachtclub, den sie putzen und dafür kaum bezahlt werden; auf dem Arbeiterstrich, wo sich Shaban als Tagelöhner anbietet; in der Pflege des Schwiegervaters, der langsam vor sich hin stirbt.
Leicht zu finden ist dieser Platz nicht. Vielleicht als Sicherheitsmann einer Gated Community?
VON SCHAM UND GELD zeigt, dass in einer Welt, in der Geld die Macht bestimmt, das Menschsein zum teuersten Gut wird.
Regisseur Visar Morina über den Film:
„Eher zufällig machte ich ein Foto von Flonia und Astrit, wie sie nebeneinander stehen und in die Kamera schauen. Später, als ich das Foto anschaute, wurde ich auf eine komische Art an meine Eltern erinnert und war merkwürdig davon berührt.
Ich begann, eine Geschichte dazu zu spinnen. Eine alternative Geschichte meiner Eltern, die in dem Haus, in dem ich groß wurde, beginnt.
Mit dem Unterschied, dass sie nicht vor 30 Jahren stattfindet, sondern in der Jetztzeit und damit in einem Nachkriegsland, das sich seit 20 Jahren in einer ultrakapitalistischen Blase zu orientieren sucht.
Es sollte nicht um eine Kind-Eltern-Auseinandersetzung gehen, sondern eher um die Geschichte zweier beliebiger Menschen, die das Glück haben, sich zu lieben, in einem bestimmten Land, in einer bestimmten Zeit leben – und zufällig meine Eltern sind.
Zur Recherche ging ich in den Kosovo. Ich setzte mich mit dem Wohnungs- und dem Arbeitsmarkt auseinander und unterhielt mich mit Menschen, die beides suchten.
Neben der existenziellen Not, die diese Menschen umtrieb, war da auch die daraus resultierende Scham, die sie begleitete – die Scham vor anderen und die Scham vor sich selbst.
„Selbst deine eigene Mutter liebt dich nicht, wenn du kein Geld hast", sagte ein Mann, der sich jeden Tag an einer bestimmten Straßenecke hinstellt und sich als sogenannter Tagelöhner anbietet.
Er klang merkwürdig verlegen, als er das sagte, als wäre ihm der Satz ausgerutscht. Das Bild der Mutter ist im Kosovo ikonisch. Wenn es im Leben eine Gewissheit gibt, dann ist es die Liebe der Mutter.
Wobei der Satz im Albanischen noch roher und direkter klingt und jemanden beschreibt, der gerade realisiert, dass selbst die Liebe der Mutter erkauft werden muss.
Dieser Satz gab für mich die Richtung vor. Auch Jahre später gibt es nichts, was ich mehr mit dem Film verbinde als diesen Satz. (...)"
VON SCHAM UND GELD | 2026 | Kinostart: 24. September 2026


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