Dagegen reichen Regisseur Pedro Pinho dreieinhalb lange Stunden nicht aus, um in "I Only Rest in the Storm" einen roten Faden einzuziehen.
Er schickt einen Entwicklungshelfer durch willkürlich aneinander gereihte Episoden in Guinea-Bissau zwischen Sex, queerem Nachtleben und Neokolonialismus-Anklage.
Dass der Hauptdarsteller alles unbewegt schweigend hinnimmt, macht es nicht besser.
(Kinostart: 28.5.) Exotik-Hopping in Guinea-Bissau: Ein Entwicklungshelfer, der ein Straßenbau-Gutachten erstellen soll, macht banale bis bizarre Erfahrungen.
Seinen willkürlichen Episoden-Reigen walzt Regisseur Pedro Pinho auf 3,5 Stunden aus – als identitätspolitisch korrekten Kreuzfahrt-Tourismus.
Guinea-Bissau im äußersten Westen Afrikas ist eines der kleinsten Länder des Kontinents und einer der ärmsten Staaten der Welt.
Auf einer Fläche so groß wie Baden-Württemberg leben rund zwei Millionen Einwohner, davon ein Viertel in der Hauptstadt Bissau.
Dennoch macht sie – abgesehen von einem riesigen Freiluft-Markt – einen verschlafenen Eindruck. Das auffallendste Gebäude ist ein ausgedehntes, aber ziemlich leeres Stadion mitten in der Stadt.
Ökonomisch hat Guinea-Bissau nicht viel zu bieten; die Bevölkerung ist auf Landwirtschaft zur Selbstversorgung angewiesen.
Industrie gibt es praktisch keine; außer Lebensmitteln muss alles importiert werden, vor allem aus der ehemaligen Kolonialmacht Portugal.
Von dort kommen auch die meisten qualifizierten Arbeitskräfte, von Bau-Facharbeitern bis zu Regierungsberatern. Das wichtigste Export-Produkt sind Cashew-Nüsse.
Boom-Branche Kokainschmuggel
Der einzige florierende Sektor ist Drogenschmuggel: Die zerklüftete Küste voller Buchten und Inseln wird von der lateinamerikanischen Kokain-Mafia als Umschlagplatz auf dem Handelsweg nach Europa genutzt.
Doch davon profitieren nur ein paar korrupte Militärs und Beamte. Guinea-Bissaus extreme Rückständigkeit ist ein Erbe der Kolonialzeit: Portugal investierte nicht in das Territorium.
Nach der Unabhängigkeit 1973 lehnte sich der Kleinstaat an die Sowjetunion und China an.
Kunst+Film-Redaktion
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Aus unerfindlichen Gründen trifft Gui (Jonathan Guilherme) auf Kühe am Strand. Foto: Grandfilm
Gui (Jonathan Guilherme) heilt den erkrankten Sérgio (Sérgio Coragem) mit einer exotischen Frucht. Foto: Grandfilm



