Gesellschaft Freunde der Künste
Traumwandler im Kino der Blicke

Ein eindrucksvolles Spätsommer-Märchen von Christian Petzold, in Miroirs No.3

Christian Petzold liebt Gespenster: Kein anderer deutscher Regisseur erfindet so häufig Figuren, die in einem Zwischenreich angesiedelt sind.

In "Miroirs No.3" spielt seine actrice fétiche Paula Beer ein Unfallopfer, das von einer Frau in der Uckermark aufgenommen und in ihre Familie integriert wird, als sei dies selbstverständlich.

Ein einfaches und eindrucksvolles Spätsommer-Märchen über Verlust und Hoffnung.

(Kinostart: 18.9.) Traumwandler im Kino der Blicke: Mit leichter Hand inszeniert Filmemacher Christian Petzold in der Uckermark ein elegantes Spätsommermärchen über Verlust, Trauer und die Möglichkeit eines Neubeginns.

Vier brillante Darsteller ziehen einen dabei in ihre eigene, entrückte Welt.

„Miroirs“ („Spiegel“) ist ein rund halbstündiger Klavierzyklus des Komponisten Maurice Ravel (1875 – 1937).

Das dritte Stück trägt den Titel „Une barque sur l’océan“ („Ein Boot auf dem Ozean“), und nach diesem ist der Film benannt.

Tatsächlich finden darin vier Hauptfiguren zusammen wie in einem Boot, das den Wellen ausgeliefert ist und trotzdem nicht untergeht. 

Passend zum musikalischen Thema beginnt der Film mit Spiegelbildern: Laura (Paula Beer) steht stumm an einem Berliner Flussufer.

Es folgt ein Schnitt auf ein reflektierendes Fenster ihrer Wohnung. Die junge Klavierstudentin wirkt auf seltsame Weise, als sei sie in ihrem eigenen Leben gar nicht richtig anwesend.

Resigniert begleitet sie ihren Freund auf einen Ausflug mit einem Produzentenpärchen in die Uckermark.

Ein tödlicher Unfall

Nur kurz scheint sie aus ihrer Verlorenheit aufzuwachen, als das Auto an einem einsamen Haus vorbeifährt und eine ältere Frau namens Betty (Barbara Auer) von dort aus gebannt Laura anschaut.

Kurz darauf geschieht ein schrecklicher Unfall, den nur Laura überlebt. Die Frau ist sofort zur Stelle und nimmt das Unfallopfer bereitwillig in ihr heimeliges Haus auf.

Märchenhaus in der Uckermark

Die nächsten neun Tage lang wird Laura in Bettys Obhut bleiben. Beide Frauen spüren sofort eine Verbindung zueinander, so als würden sie sich bereits aus einem anderen Leben kennen.

Währenddessen genießt Laura die fürsorgliche, mitunter dominante Bemutterung von Betty.

Kunst+Film-Redaktion

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Trailer MIROIRS NO. 3 - ab 18. September im Kino