Gesellschaft Freunde der Künste
Ab 11. Juni im Kino

Diese dokumentarische Reise entlang der Elbe - FLUSS - Ein Dokumentarfilm von Timo Großpietsch

Mit dem Dokumentarfilm FLUSS vollendet Regisseur und Autor Timo Großpietsch seine Trilogie STADT – LAND – FLUSS. Der Film folgt der Elbe über 1.094 Kilometer – von ihrer Quelle im Riesengebirge bis zur Mündung in die Nordsee.

Begleitet von einem eigens komponierten Jazz-Soundtrack von Vladyslav Sendecki zeichnet FLUSS das Porträt eines Flusses als von Menschen geprägten Raum zwischen Industrie, Natur und Geschichte.

FLUSS feiert im Mai Premiere beim Filmkunstfest MV in Schwerin, geht zum Kinostart auf Tour entlang der Elbe und ist ab dem 13. Oktober gemeinsam mit den beiden anderen Teilen der Trilogie in der ARD Mediathek verfügbar.

Im NDR Fernsehen wird die komplette Trilogie ebenfalls ab dem 13. Oktober wöchentlich ausgestrahlt.

Synopsis:

Diese dokumentarische Reise entlang der Elbe, von ihrer Quelle im nebelverhangenen Riesengebirge bis zur breiten Mündung in die Nordsee, entlarvt die tiefgreifende Prägung und Nutzung des Flusses durch den Menschen und dekonstruiert die vermeintliche Natürlichkeit der Landschaften.

Im Riesengebirge, einer Region durchdrungen von Mythen und dem Geist Rübezahls, beginnt die Elbe ihren Lauf. Ein schlichter Betonring markiert die Quelle, die hier unter den Augen pilgernder Touristen entspringt.

Der Film nimmt uns mit durch die tiefen, dunklen Gänge der Staudämme und führt uns entlang der alten innerdeutschen Grenze, zu Hochwassern und Umweltzerstörung bis hin zu den weiten Mündungsgebieten bei Cuxhaven.

Jede der 28 Staustufen ist Zeuge der menschlichen Eingriffe. Sand und Kies werden dem Boden entrissen, Schiffe fahren mit überdimensionierten Fahrstühlen und gleiten durch die Nacht. 

Großpietsch zeigt in beeindruckenden Bildern, wie der Fluss durch die Jahrhunderte vom Menschen geformt und genutzt wurde.

Die bedeutenden Städte entlang der Elbe spielen diesmal nur eine Statistenrolle.

Menschen sind hier wie bei den beiden Vorgängerfilmen STADT und LAND Verursacher. Großpietschs ruhige und präzise Kameraführung deckt die zahlreichen Facetten dieser menschlichen Einflüsse auf und präsentiert eine ungeschönte Darstellung der Realität.

Der Film nutzt seltenes Archivmaterial und verbindet dokumentarische Kameraarbeit mit klanglichen und musikalischen Skulpturen.

Der renommierte Jazzpianist Vladyslav Sendecki hat hierfür einen eindringlichen Soundtrack komponiert und eingespielt.  Die Symbiose von Bild und Ton schafft eine tiefgreifende, emotionale Resonanz, die lange nachhallt.

Timo Großpietsch über den Film:

„Für mich war FLUSS nicht nur naheliegend, sondern zwingend. Nach dem Film „Stadt", der urbane Räume erforschte, und „Land", der den Blick auf unsere Nahrungsmittelproduktion und Landschaft richtete, lag es nahe, den industriellen und geschichtsträchtigen Lebensraum zu erkunden, den ein Fluss wie die Elbe eröffnet.

Flüsse sind Verkehrsadern, Arbeitsräume, Erinnerungsräume – sie verbinden Stadt und Land, sie tragen Vergangenheit und Gegenwart gleich ermaßen in sich. In dieser Logik war FLUSS die notwendige Vollendung der Trilogie. 

Ich selbst bin in Hamburg an diesem Fluss groß geworden. Als Kind stand ich am Ufer und fragte  mich, woher das Wasser eigentlich kommt.

Erst jetzt durfte ich die Quelle im Riesengebirge besuchen – ein Ort, der zugleich mystisch und erstaunlich banal ist. Diese Ambivalenz hat mich interessiert: das Mythische und das vom Menschen gesetzte Monument." 

Musik von Vladyslav Sendecki

Sendecki ist Jazzpianist und Komponist von internationalem Rang. In Hamburg lebend, verbindet er in seiner Musik klassische Ausbildung mit der Freiheit des Jazz und einer ausgeprägten Klangvorstellung jenseits stilistischer Grenzen.

Sein Spiel ist geprägt von lyrischer Tiefe, struktureller Klarheit und einer starken erzählerischen Kraft. Seit 2015 komponiert Vladyslav Sendecki die Musik zur Dokumentarfilm-Trilogie des Regisseurs Timo Großpietsch.

Mit FLUSS findet diese Zusammenarbeit ihren Abschluss – in einer Musik, die nicht illustriert, sondern als eigenständige emotionale Ebene wirkt und den Raum zwischen Bild, Klang und Wahrnehmung öffnet.