Seit 2013 legt das DOK.fest München mit „African Encounters" einen Schwerpunkt auf den Austausch zwischen Filmschaffenden des afrikanischen und europäischen Kontinents.
Das Format ist in Deutschland einzigartig. In diesem Jahr kommt es in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) München zu einer besonderen Begegnung:
Wim Wenders trifft auf den ghanaischen Filmemacher King Ampaw. Beide sind Absolventen des ersten Jahrgangs der HFF München von 1967. Bei ihrem Wiedersehen präsentieren sie jeweils einen Film aus ihrer Studienzeit.
Außerdem treten sie mit den heutigen Studierenden Kokutekeleza Musebeni (HFF München) und Joanna Adu-Amoani (UniMAC-IFT, Accra / Ghana) in einen generationenübergreifenden Dialog über Film, Filmausbildung damals und heute, über das Brückenbauen zwischen Afrika und Europa und die Kraft des Kinos.
Dieses Special findet am Sonntag, 10. Mai, um 19.30 Uhr an der HFF München statt. Moderatorin ist die ghanaische Kuratorin Jacqueline Nsiah.
Das DOK.fest München veranstaltet das Special gemeinsam mit dem International Office der HFF München im Rahmen des Austauschprogramms „African Dialogues" zwischen der HFF München und der Filmhochschule UniMAC in Accra.
Den thematischen Fokus richtet das Format „African Encounters" in diesem Jahr mit drei Filmen und einer Podiumsdiskussion auf politischen Protest, Widerstand und Aktivismus:
In THE WOMAN WHO POKED THE LEOPARD (Deutschland, Uganda, Südafrika, USA 2025) folgt die Regisseurin Patience Nitumwesiga der ugandischen Wissenschaftlerin, Poetin und Feministin Dr. Stella Nyanzi bei ihrem Kampf gegen die autokratische Herrschaft des Präsidenten Yoweri Museveni.
Die Regisseurin Patience Nitumwesiga und die inzwischen an der Ruhr-Universität Bochum lehrende Protagonistin Dr. Stella Nyanzi sind bei der Vorstellung am 10. Mai um 11 Uhr anwesend.
In dem Film ENOUGH IS ENOUGH (Frankreich, Demokratische Republik Kongo 2026) zeigt der junge kongolesische Filmemacher Elisé Sawasawa:
Die Menschen in Goma haben es satt. Seit Jahrzehnten herrscht im Osten der Demokratischen Republik Kongo Krieg – ein Kampf um Rohstoffe wie Coltan, Kobalt oder Gold.
Als Goma im Januar 2025 an die M23-Rebellen fällt, sind Tausende auf der Flucht. Der Filmemacher Elisé Sawasawa dokumentiert Wut, Verzweiflung und den unbedingten Willen nach einem Leben in Würde.
THE PEOPLE SHALL von Mark Maina und Nick Wambugu (Kenia 2025) porträtiert eine neue, besser organisierte Generation des Widerstandes.
Überall auf der Welt, vor allem aber im globalen Süden gehen junge Leute rigoros auf die Straße für ihre Rechte.
Der Film begleitet den erfolgreichen Kampf der Gen Z in Kenia gegen ein geplantes Gesetz, das drastische Steuererhöhungen in allen Lebensbereichen vorsieht.
Am Ende wird das Gesetz von Präsident Ruto nicht unterschrieben. Regisseur Mark Maina ist bei der Vorstellung am 10. Mai um 15 Uhr anwesend.
Am 10. Mai sind an der HFF München THE WOMAN WHO POKED THE LEOPARD und THE PEOPLE SHALL in Anwesenheit der Regisseur*innen zu sehen, anschließend gibt es eine Podiumsdiskussion:
„African Encounters"-Kuratorin Barbara Off spricht um 16.30 Uhr mit den Filmemacher*innen Patience Nitumwesiga und Mark Maina, der Aktivist*in Dr. Stella Nyanzi und der Expertin Maria Klatte (misereor) über die Filme und die Fragen:
Welche Rolle spielen soziale Medien bei der Organisation von Protesten? Gibt es einen Kipppunkt, an dem Massenproteste erfolgreich sind?
Der afrikanische Kontinent hat die jüngste Bevölkerung aller Kontinente – kann die Generation Z den Ausschlag geben für politischen Wandel?
Der Eintritt zur Podiumsdiskussion ist frei.
Ab 17.30 Uhr laden misereor, der Partner von „African Encounters", und die HFF München Filmemacher*innen und Publikum zu einem Get-together im Foyer der HFF München ein.
Die Filme der Reihe „African Encounters" eint ihr radikaler Perspektivwechsel: In einem neuen Narrativ, das mit traditionell eurozentristischen Blickwinkeln bricht, finden endlich auch Stimmen aus dem globalen Süden Gehör.
Der entstehende Dialog offenbart neue Möglichkeiten des Widerstandes – aber auch des Miteinanders.


Aus THE WOMEN WHO POKED THE LEOPARD (c) DOK.fest München



